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Full text: Berliner Leben Issue 7.1904

Das Elektrische Vier-Zellen-Bad. 
D ie verschiedenen, bisher angewandten „elektri 
schen Badeweisen“ entsprangen alle dem richti 
gen Grundgedanken, möglichst viel Strom in das 
Innere des Körpers zu schaffen. Man suchte dies 
jedoch fälschlich dadurch zu erreichen, dass man 
die Elektrizität auf einen möglichst grossen Teil der 
Hautoberfläche, also auch auf den Rumpf ein wirken 
liess, indem man den ganzen Körper des Patienten 
in Vollwannen mannigfachster Art dem Strome aus 
setzte. Bei einer solchen Applikationsmethode bilden 
aber die an und für sich schon isolierende Haut 
schicht und der infolge seiner Gase und Luft 
haltenden Organe als «schlechter Leiter» funktio 
nierende Rumpf keine wirklichen Ein- und Aus 
trittsflächen für den Strom, so dass der angestrebte 
Hauptzweck, die allgemeine innere Elektrisation, also 
das gleichmässige Durchdringen des Stromes durch 
den gesamten Körper nicht erreicht werden konnte; 
selbst alle Zuthaten, wie Monopolarstange, Rücken 
kissen, Gurtgestell, Diaphragma u. s. w. boten keine 
Handhabe, beliebige, messbare Strommengen zum 
Durchzuge durch den Körper zu zwingen. 
Das „Elektrische Vier-Zellen-Bad“ benützt 
die vier gutleitenden Extremitäten, die in vier absolut 
getrennten Einzelwannen untergebracht werden, als 
Zu- und Ableitung und zwingt somit den Strom zum 
Durchzuge zu dem Rumpf, indem es vom Eintauchen 
desselben in die Badeflüssigkeit absieht und damit 
gleichzeitig alle Nebenwirkungen eines Vollbades 
ausschliesst. 
Die Kombination mit den „vier Zellen“ er 
möglicht für jede Stromart fünfzig, in sieb ver 
schiedene, einheitliche Applikationsarten und bezweckt 
ausser der allgemeinen, den Stoffwechsel des Gesamt 
organismus fördernden Wirkung gleichzeitig die be 
sondere Beeinflussung der inneren Organe (Lungen, 
Nieren, Magen, Leber, Milz, Darm, Blase u. s. w.) 
Das „Elektrische Vier = Zellen = Bad“ ist nicht 
als ein «elektrisches Bad > als solches zu betrachten, 
sondern lediglich als Apparat zur bequemen und ein 
heitlichen Verabreichung elektrischer Ströme: Die 
«badenden» Personen brauchen nur Arme und Beine 
zu entblössen, sitzen in natürlicher Haltung wie in 
einem Lehnsessel und lassen ihren Körper in gänz 
lich gefahrloser Weise vom elektrischen Strome in 
den vom Arzte vorgeschriebenen Richtungen und 
genau messbarenStärken durchfliessen. 
Die Applikation übt eine sehr milde Wirkung 
aus, da zur Behandlung nur geringe Stromstärken 
erforderlich sind. Für die Heilkunde ist auch be 
sonders der Umstand von höchster Bedeutung, dass 
man mit dem Vier-Zellen-Bad Sublimat, Jod, Lithion, 
Eisen u. s. w. direkt und schmerzlos in den Körper 
überführt, wodurch der Magen- und Darmtrakt 
nicht wie bisher durch das Einnehmen dieser 
Medikamente in Mitleidenschaft gezogen wird. 
Die vom Erfinder des Elektrischen Vier-Zellen- 
Bades, Dr. med. C. E. Schnee, Badearzt in Karls 
bad, mit seinem System gemachten zahlreichen 
Erfahrungen sind von berufener Seite bereits 
vielfach nachgeprüft worden. Die bei den ver 
schiedenen Krankheitsformen unter Anwendung des 
«Elektrischen Vier-Zellen-Bades» erzielten Resultate 
waren durchgängig günstig, von ausgezeichnetem 
Erfolg begleitet bei: Podagra, Gicht, Veitstanz, 
Muskelrheumatismus, bei den verschiedenartigsten 
Lähmungen (besonders Kinderlähmung), bei Neural 
gien, Krämpfen, Muskelschwäche, Schlaflosigkeit, bei 
Hysterie, Neurasthenie, Hypochondrie, Basedow’scher 
Krankheit, Ischias, bei Erkrankungen der Organe des 
Pfortadersystems und der Sexualorgane, bei Kompli 
kationen des Diabetes sowie bei Nachbehandlung 
von Kontusionen, Frakturen, Luxationen, Zellgewebs 
entzündungen, Muskelatrophien und Gelenkverstei 
fungen nach langdauernden Gipsverbänden. 
Auskunft und Prospekt L. kostenlos: Berlin SW. 12, Charlottenstrasse 9
        
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