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Full text: Berliner Leben Issue 6.1903

ii den öffentlichen Bauten, in den Denkmälern und in den Kunhfammlungen 
einer Stadt findet die Eigentümlichkeit derfelben nur unvollkommen Aus 
druck. Bezeichnend genug fpiiren wir auch dem heben einer fernen Vergangen 
heit nidit in ihren fflonumenten allein, fondern mit nodi größerer Verliebe an 
den Stätten ihrer Gefelligkeit nadi, in den Räumen, wo [ich die Biirgerfdraft 
nadr des Cages mühevollem Schaffen gütlich (hat, wo fie [ich der Erholung hin 
gab und für das zeitlidie Wohl, ftatt für die Zukunft forgte. Wir modern ver* 
anlagten [Tlenfchen empfinden das Bedürfnis, eine Stadt mehr nadi ihrem Ver 
kehre, nadi ihren Vergnügungsftätten, nach ihren Bötels, Gafes und Reftaurants 
zu beurteilen, als nach ihren Kunftfchäßen nodr in weit höherem ITlafje. Ge 
rade nadi diefer Richtung hin bietet Berlin ein dankbares Feld. Wer vermag 
die Feftflrasse „Unter den binden" zu paffieren, ohne [ich deffen bewußt zu 
werden! Bier, wo [ich Berlin in feiner ganzen Pracht und Ulächtigkeif zeigt, 
fleht allen woran das 
Victoria-Bötel mit dem Victoria-Cafe. 
Es giebt wenige Städte in der Welt, wo ein Etabliffement diefer Art (ich einen 
fo giinftigen Plaß zu fidiern uerftauden hat.. Die Ecke der Friedrichftraße und 
der hinden, weldie durdi das VIGTORiA-BOTEh und -EAFE gebildet wird, 
kann getrolt der FTliftelpunkf non ganz Deutfchland genannt werden, denn es 
ift der fTlitfelpunkt der beiden hervorragendften Straßenzüge Berlins von Often 
nadr Wehen und von norden nadr Süden. Eine fo bevorzugte hage freilidi 
geftaltet die Aufgabe desjenigen, weldier an der Spiße des Etabliffements fleht, 
doppelt fchwierig, denn ihm fällt es zu, troß der ungewöhnlidi hohen Rohen 
der Anlage dem Publikum dennoch das Befte zu bieten, was die Großftadt nur 
bieten kann, ohne an das Publikum Anfpriiche zu hellen, durch die er fidr das- 
felbe entfremden würde. Es gehört zur erfolgreichen höfung diefer Aufgabe 
ein tüchtiger Kopf, eine reiche Erfahrung und eine Weitherzigkeit, die vor allem 
darauf bedacht ift, daß man [ich in dem fiaufe wohl fühle, und den eigenen 
Vorteil diefer Grundlage eines großangelegten Etabliffements hintanfeßt. Selten 
findet man diefe Gaben in einem einzigen manne der Branche vereinigt. In 
Berrn florden aber hat das 
Victoria-Bötel mit dem Victoria-Cafe 
den Richtigen gefunden. Urfprünglich bloß dem Eafe vorstehend, hat er es in 
verhältnismäßig kurzer Zeit dahin gebracht, daß ganz Berlin das Victoria-Cafe 
betuchte, und es ift bezeichnend für das vornehme Renomme und die Elite* 
Elientel, welche er dem Eafe zu erwerben verband, daß lieft die behändige 
Ausdehnung der fremden Zeitfchriften des Gafes als notwendig erwies. So 
kann man heute mit Fug und Recht behaupten, daß beifpielsweife kein euro- 
päifches Eafe eine größere Anzahl und eine umfallendere Auswahl engiifcher 
Blätter befißt, als das Victoria-Eafe. Die Spezialeinricftfungen des Victoria- 
Eafe, das Victoria-Frühftück und das Victoria-Abendbrot zu fehen 
Preifen, welche eine empfindliche (rücke ausfüllten, indem fie einem inter 
national verfeinerten Bedürfniffe Rechnung trugen, lieferten alsbald den Be 
weis, daß nicht, wie dies bei modernen Etabliffements vorzukommen pflegt, 
die ßaupffache, nämlich die Güte der Verpflegung, als Ilebenfacfie behandelt 
wurde. Berr]flordenjhat nun auch das 
Vicforia - Bötel 
übernommen, und die Vorteile, die [ich aus diefer Vereinigung ergeben, liegen 
auf der Band. Stehen doch die beiden Etabliffements in einem natürlichen 
Abhängigkeitsverhältniffe zu einander. Das Gedeihen des einen kommt dem 
anderen zu Gute. So wie Berr florden das Victoria-Gafe zu dem bestgeleiteten 
der Stadt zu erheben wußte, fo hat er auch aus dem Bötel, welches in feinen 
breiten Fronten und Balkons nach den hinden und der Friedrichftraße hin un 
vergleichliche Vorzüge befißt, ein ITluher-Etabliffement zu machen verbanden, 
nirgends kann der Befucher Berlins vornehmer wohnen, nirgends mit größerem 
Komfort, nirgends kann er [ich wohler fühlen, und doch nirgends rationeller 
leben als hier. Kurzum 
Victorin-Cafe und Vicforia-Bötel 
gehören unhreifig zu dem Allerbehen, was Berlin dem modernen ITlenfchen zn 
bieten hat.
        
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