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Full text: Berliner Leben Issue 6.1903

Ein Gang durch die Fabrik-Anlagen der Berliner 
Wäscherei-Gesellschaft, G. m. b. H. 
Unsere Leser wird eine Besichtigung der „Berliner Wäscherei - Gesellschaft 
m. b. H. u , Berlin N., Reinickendorferstrasse 54b interessieren. 
In dem riesigen Fabrikgebäude nimmt die Wäscherei, die bis zu 400 Angestellte 
beschäftigen kann, alle Stockwerke ein. Der Betrieb zerfällt in zwei nebenein 
ander laufende Teile, die Neuwäscherei und die Wäscherei von gebrauchter 
Wäsche. Einen grossen Teil der Kundschaft bilden Fabriken der Wäsche-Kon 
fektion, Verleih-Institute, grosse Hotels und andere Anstalten, und endlich die 
recht bedeutende Privatkundschaft. Die Wäscherei ist darauf eingerichtet, die 
grössten Quantitäten in möglichst kurzer Zeit herauszuschaffen, als auch ganz 
kleine Posten mit unglaublicher Geschwindigkeit wieder in tadellose Reinlichkeit 
zu versetzen. 
Zunächst müssen einige chemische Vorbedingungen, die zur Erzielung einer 
tadellosen weissen Wäsche durchaus erforderlich sind, erfüllt werden. Durch 
Behandlung mit Chemikalien und Filtration wird das an Ort und Stelle erbohrte 
Waschwasser von den störenden Beimengungen befreit, sodass es die für die 
Lösung der Seife nötige Weichheit aufweist. Das so präparierte Wasser gelangt 
in 5 Wasserbottiche, die in der obersten Etage aufgestellt sind. Jeder von ihnen 
hat ca. Iß cbm Inhalt. Von ihnen aus werden die Waschmaschinen bedient. Auch 
die anderen Waschmatorialien werden einer Kontrolle unterzogen. Die Berliner 
Wäscherei-Gesellschaft verwendet nur Seife, die einen Fettgehalt von mindestens 
65 °/o hat, Seifenpulver gelangt nicht zur Verwendung. Auch Soda darf nur in 
einem bestimmten Verhältnis zur Seife zur Anwendung gelangen. 
Um ein zeitraubendes Hin- und Hertransportieren zu vermeiden, wird die 
gesamte Wäsche durch Fahrstühle in das Dachgeschoss des Wäschereigebäudes 
befördert, um gezeichnet zu werden. Die gezeichnete Wäsche wird in Plätt-, 
Damen- und Hauswäsche sortiert, die einzelnen Sorten ausgezählt und durch einen 
Schacht in Wagen in das Waschhaus beiördert, wo der eigentliche Reinigungs 
prozess beginnt. Im Waschhause sind 21 Waschmaschinen aufgestellt, welche 
täglich 150 Zentner trockner Wäsche bewältigen können. Sie heben die Wäsche 
bis zum höchsten Punkte ihres Umfanges und lassen sie von hier aus in das 
Wasch- oder Spülwasser der einzelnen Kammern fallen. Der ganze Waschprozess 
geht hintereinander vor sich. Die Wäsche braucht zum Einweichen, Spülen, 
Blauen, Bleichen nicht aus der Maschine genommen werden, sondern erfährt alle 
diese Behandlungen in derselben Waschmaschine, wodurch sehr viel zu ihrer 
Schonung beigetragen wird. Das Auswringen geschieht in Zentrifugen, welche das 
Wasser aus der Wäsche hinausschleudern. Die den Zentrifugen entnommenen 
Wäscheknäuel werden auf Maschinen gebracht, die sie automatisch auflockern. 
Gleichzeitig lösen sich bei diesem Lockern alle lose Fasern, die sogenannten 
Fusseln, von der Wäsche ab. Hat die Wäsche diese erste Station zurückgelegt, 
so wird sie abermals gesondert und den ferneren Stationen je nach ihrer Be 
sonderheit zugewiesen. Plattwäsche geht in die Stärkerei. Die Rollwäsche wanc 
in das Trockenhaus. Die Mangelwäsche wird nach der Riesendampfmangel 
i wandert 
Mangelwäsche wird nach der Riesendampfmangel be 
fördert, die einen Heizzylinder von i? m Breite und 1,20 m Durchmesser hat. Sie 
wird von 6 Mädchen bedient. Die fehe Damenwäsche und sämtliche Wollwäsche 
wird auch in der Berliner Wäscherei-Gesellschaft noch mit der Hand gewaschen. 
In 15 Waschständern, in deren Tröge aus englischer Fayence 2 Hähne heisses und 
kaltes Wasser fliessen lassen, gellt dieser Prozess nach alter Methode vor sich. 
Die Rollwäsche kommt ins Trockenhaus und wird in mächtigen Kästen durch 
heisse Luft getrocknet. Die getrocknete Wäsche wird auf Maschinen angefeuchtet 
und geplättet. Zu der Maschinenplätterei werden Kragen, Manschetten und Serviteurs 
zunächst auf einer Maschine gestärkt, die in einem Tage bis 1200 Dutzend Kragen 
oder Manschetten einstärkt. Die gestärkte Wäsche wird getrocknet, auf der Än- 
feuchtemaschine angefeuchtet und für einige Stunden in mit Zink ausgeschlagene 
Kästen gelegt, um in ihnen durchzuziehen. Kragen und Manschetten sind damit für 
den Durchgang durch die Plättmaschine fertig, die auf Hoch-, Mittel- oder Matt 
glanz eingestellt werden kann. Die kleinste Maschine leistet täglich an 800 Dutzend 
Kragen. Ein riesiger Saal stellt den Plättraum für Damenblusen dar. Hier können 
an einem Tage von 50 Arbeiterinnen bis 75,000 Stück Damenblusen das letzte 
„finish“ erhalten. Ganz ähnlich eingerichtet ist die Plätterei für Oberhemden, in 
der das Handbügeleisen ebenfalls völlig ausgeschaltet ist. 
So darf man wohl von der Berliner Wäscherei-Gesellschaft sagen, sie ist eine 
Maschinen-Wäscherei und -Plätterei par excellence. 
Hoflieferant 
Sr. majesfät des Kaisers 
non Russland. 
Gegründet 1844. 
Jagdgewehre 
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Berlin W 
, Hofbüchsenmacher 
Französischest! •asse 25 /26, Ecke Charlottenstrasse. 
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ßoflieferanf 
Sr. ßoheif des ßerzogs 
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Gegründet 1844. 
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