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Periodical volume H. 9 Advertising

Full text: Berliner Leben Issue 6.1903

Kinderpflege. 
Unsere Cockenköpfcben. 
Sehr oft wird seitens der Mütter der Wunsch laut, ihre kleinen 
Lieblinge mit schönen natürlichen Locken geschmückt zu sehen. Noch 
weit öfter findet man aber, dass die Kinder Tag für Tag in den 
Morgenstunden mit eingewiekolten und festgebuudenen Haarsträhnen 
umhergehen, ja sogar des nachts werden ihnen oft genug seitens 
unverständiger, eitler Mutter die zarten aber gesunden Härchen in 
den unbarmherzigen Lockenwinkel geknotet, der so während des 
Schlafes an den Haarwurzeln unausgesetzt zieht, nicht selten auch 
auf den Kopf und die empfindlichen Teile desselben einen Druck 
ausübt, der dann Veranlassung zu Klagen gibt, über deren Ursprung 
man meistens ohne Aufklärung bleibt. Man kann aber fast jedem 
Kinde gelocktes Haar verschaffen, die Natur muss nur in richtiger 
Weise unterstützt werden. Ein kleines Mädchen einer bekannten 
Dame fiel überall durch seine prächtigen, goldblonden Löckchen auf, 
deren Bildung lediglich durch eine zweckmässige unschädliche Behand 
lung des Haares erzielt worden war. Dem Kind wird nach dem 
täglichen Bad mit einem weichen Handtuch das Köpfchen leicht ge 
rieben, wodurch sich die ersten kleinen Härchen bald gewöhnen, vom 
Kopfe abzustehen. Nun lcsse man die Haare vollständig trocknen 
und kämme oder bürste sie vorerst nicht. Erst wenn sie soweit ge 
wachsen sind, dass sie gebürstet werden müssen, lasse man das Kind 
nach dem Bade und Trockenreibon und nachdem man das Haar mit 
einer geringen Menge .Tavol (nie Del oder Pomade!) benetzt hat, 
mindestens erst eine Stunde spielen und bürste dann erst das Haar 
mit einer nicht zu weichen, stets peinlich sauber zu haltenden Bürste, 
ohne indessen die Kopfhaut zu stark zu reizen. Niemals schneide 
man das Haar, ausser das Stirnhaar! Wenn dieses einfache Ver 
fahren mit Fleiss und Ausdauer fortgesetzt wird, dann bleibt der 
Erfolg nicht aus. Javol ist ein ernstes Präparat, das lediglich der 
Pflege und Erhaltung der Haare dient. Es darf nicht verwechselt 
werden mit den fragwürdigen Quacksalbereien von Geschäftsleuten, 
denen es lediglich um Ausbeutung des Publikums zu tun ist. Javol 
ist infolge seiner auf wissenschaftlicher Grundlage erfolgten Zu 
sammensetzung das nachweislich beste Haarpflegemittel. Javol ent 
hält alle den Haarwuchs anregenden Prinzipien in wissenschaftlich 
richtiger Zusammensetzung. 
Cysoform. 
Angesichts der sich häufenden Fälle von Lysol und Karbol-Ver 
giftungen lenkt sich die allgemeine Aufmerksamkeit immer mehr auf 
das neue Desinfektionsmittel „Lysoform“, das sich in der Aerztewelt 
schon seit langem einer wohlverdienten Wertschätzung erfreut. Die 
Lysoformlüsungen sind im Gegensatz zu Lysol und Karbol frei von 
üblem Geruch, im Gebrauch vollkommen ungefährlich und können 
selbst bei versehentlich falscher Anwendung keinerlei Vergiftung oder 
Verätzung verursachen. Aus diesem Grunde geben die Aertzte das 
Mittel dem Laien unbesorgt in die Hand und empfehlen dessen Ge 
brauch besonders in der Familie. Lysoform bietet Schutz vor An 
steckung, ist angenehm im Gebrauch und hält jeden üblen Geruch fern. 
-f# Deutsches Ceben -c# 
Soeben erschien das erste Fjeft 
einer neuen illustrierten Zeitschrift 
weldp nidft verfehlen wird, in boljem Blasse das Interesse der weitesten Kreise 311 erwecken, 
da sie in vollkommenster Gestalt und auf ebenso originelle wie kiinstlerisd) durd)dad)te 
JRrt das pulsierende Ceben aller grossen Städte im weiten Deutsdfen Reidje widerspiegelt. 
ri£||#e£§4*e p£h£tl so " nic ^ ctu,a nur cine uon •^ nsic i)^ n ‘ 
.... " . _ jfibums werden. Es bringt oielmefjr'die gegen 
wärtige, gewohnt« ;Physiognomie der deutschen Städte, ihre historischen, ‘land 
schaftlichen Schönheiten, die Eigenheiten ihres modernen Lebens, ihr geschäftiges 
treiben, mit einem lUort das Lebendige Element in mannigfaltigen Beobad)tungen 
3iir Darstellung. 
Zwar werden von überall die Strassen und Plätze mit ihren merkwürdigsten 
Bauten und Denkmälern, wie alles Sehenswerte 3ur .Hnsdiauung gebrad)t, jedod) 
nicht bloss als leblos nüchterne Jlrchitekturbilder, sondern — entsprechend den glasenden 
Mitteln der vorgeschrittenen illustrativen (Ted)nik — als imposante, figuraliSChe Blätter, 
und die landschaftlichen Schönheiten, die eine Stadt umgeben, werden auf dieselbe 
Illeise 3u malerischer Geltung kommen und selbst den verwöhntesten .Hnspriid)en Redfnung 
tragen. — ;Mit jenen flüd)tigen Er)eugnissen, weldje dem Gesdjmadi immer härtere 
Opfer 3umuten, indem sie bildnerisd) von Stufe )u Stufe sinken, nur um dem Sensations 
bedürfnisse der Massen sdjleunigst 3U genügen, hat „Deutsches Leben“ nidjts gemein. 
Einen wesentlid)en Bestand der Fjefte wird aber das „Geistige Leben“ 
ausmadjen, wie es in jeder Stadt repräsentiert wird durd) ihre hervorragenden Per 
sönlichkeiten, ihre residierenden Türsten, ihre Männer der Regierung und städtischen 
Verwaltung, der lllissenschaft, der Handels- und ihrer Rünstlerschaft nid)t sowohl in ein 
fachen Porträts, als in intimen, photographisdjen Aufnahmen inmitten ihrer UMrkungsstätte. 
ft £ U t S» £ C wird so,,,it eine Städtemonographien 
- -- — * — bringen, wie sie in dieser modernen Lebendig 
keit und originellen .Huffassung nod) niemals geboten oder aud) nur angestrebt worden 
sind. — Jlus den regelmässig aufeinanderfolgenden Fjeften von „Deutsdjes Ceben“ 
wird ein reidps ,Hrd)iv des modernen deutschen Gebens entstehen, ein Sd)at3 von blei 
bendem liierte, der immer wieder gehoben und bewundert werden wird, 
heft 1 -t* Dresden i-** 
ist anlässlid) der „Deutsdjen Slädteausstellung“ in der sädjsisdjen Hauptstadt ohne Ver- 
3ug ersdjienen. Vom T>crbst an erscheinen die weiteren (jefte von ,,Deutsd)es Ceben“ 
in regelmässigen Zwischenräumen von vierzehn (lagen. 
Probe-Hummern werden gegen Uoreinsendung von 75 Pfennig pro f^eft versandt. 
Jährlich 24 PjcDe 3um ■Hbonnementspreis von Mark 18.-- für Berlin, für Deutsd)land 
und OesterreidpUngarn Mark 20.—, und im IDeltpostverein Mark 22.— postfrei. 
yreier Verlag, 6. m. b. f>. 
Berlin SUI. 48, friedriebstrasse 218.
        
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