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Full text: Berliner Leben Issue 6.1903

3m Kreuzungspunkt der vier Alleen, 
Die schnurgercid von Süd nach Ilord, 
Von Ost nach West wallfahrten gehn, 
Ein ITlarkt, Pier Sassen: ihr Beimatsort. 
Das Städtchen braucht nicht grossen Raum, 
Doch, wie es sich ein wenig reckt, 
So stirbt daran ein schöner Baum, 
Der heut noch grüne Arme streckt. 
3hr Bäume wisst, ich lieb euch sehr 
Und will euch segnen immerdar: 
Kein Haus ersteh im Städtchen mehr 
Und keinem Baume droh Sefahrl 
Dafür ihr Bäume, bitf’ ich auch, 
Dass ihr die Liebste mir bewahrt 
Vor [leid und giftiger ITIissgunsf Bauch 
Und vor der Kleinstadt arger Art! 
Streckt nur die Hände segnend aus 
Von Ilord nach Süd, von Ost nach West 
Und schütjt mir der Geliebten Baus! 
Sie passt so schlecht in solch ein [lest! 
3hr aber, frank wie sie und schlank, 
Bleibt immer mit ihr du und du! 
Babt Dank, ihr Bäume, heissen Dank 
Und rauscht ihr meine Grüsse zu! 
ßugo Salus. 
flnni Uharau. 
Die junge, reizende Soubrette des fl p o11o = 
Theaters, flnni Charciu, erregt in ihrer 
kleidsamen Postillon»Uniform in der 
«ihiebes»lnselt> allabendlich grosse Be» 
wunderung. Fräulein Tharau machte 
vor einiger Zeit in der Presse von sich 
reden, da sie ohne jede Probe die Rolle 
der <i£sfellai> übernahm, als Ccicilie 
Carola strikte und zürnend die Steifte 
ihres Wirkens während der Vorstellung 
für immer verliess. 
Die Berliner Cischlerschule. 
Unter den kunstgewerblichen hehranstalten 
und Fachschulen Berlins nimmt die städtische 
«(Berliner üischlerschule» eine hervorragende 
Stellung ein. Dieselbe soll den schon in der 
Ausübung ihres Berufes stehenden hehrlingen, 
Gehilfen und meistern die Gelegenheit bieten, 
ihre, durch die heutige Spezialisierung des Ge* 
werbes bedingte, einseitige Ausbildung durch 
praktische Uebungen in allen Zweigen der möbel- 
und Bautischlerei zu einer allseitigen zu er* 
weifern und dadurch ihre Leistungsfähigkeit 
zu erhöhen, um dem so bedeutenden üischler* 
gewerk in Berlin den ihm gebührenden Rang 
zu sichern und auf der Bähe zu erhalten. 
In ihr wurden im letzten Semester gegen 
1400 Schüler von 32 Fachlehrern mit kunst 
gewerblicher oder Bochschulbildung unterrichtet. 
Die Schule besitzt ausser dem für diesen Zweck 
erbauten Bause in der Sfrassmannstrasse noch 
8 Zweiganstalten, — Abteilungen — welche in 
den verschiedenen Sfadtgegenden verteilt sind. 
Der Unterricht erstreckt sich auf Fachzeichnen für 
üischler und Drechsler, Stillehre, Holzverbindungs 
und Formenlehre, Ornament* und Projektions 
zeichnen, Schattenlehre, Perspektive, Intarsien 
zeichnen und -schneiden, modellieren und Bolz 
bildhauen, Chemie, Unterricht in der Kunst- 
fischlerei, Drechslerei und an den maschinen, 
materialienkunde, Buchführung, Fachrechnen und 
Kalkulation. 
Unsere Abbildungen zeigen einige Unterrichts 
räume, z. B. die der Tischlerei, Drechslerei, Bild 
hauerei, sowie den ITlaschinensaal. 
Adolf Gustävel, 
Direktor der Berliner Tischlerschule.
        
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