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Full text: Berliner Leben Issue 5.1902

BERLINER LEBEN 
Kolonialpolitik 
von G. Brandt 
Ernst Heilemann ein Papst oder Reichskanzler sich befinden und eine aktuelle Pointe da 
runter stehen, es hat ihn immer nur das malerisch Charakteristische an den Menschen interessiert. 
Heilemann gehört zum Stabe der „Lustigen Blätter“, ist aber auch gelegentlich zum „Simpli- 
cissimus“ beurlaubt. Was Thöny und Reznicek einzeln besitzen, das hat er alles zusammen 
genommen, und während jene sich bereits in ihrer Manier festgelegt haben, dass sie schon 
nicht mehr anders können, frischen sich bei ihm die Fähigkeiten des Auges und der Hand 
beständig auf. Das macht, weil er nicht bloss Zeichner, sondern auch Maler ist. Einer, der 
ebenfalls den Blick für die mondainen Moden und Allüren besitzt, ist Knut Hansen, nur wohl 
nicht in demselben Masse. Er hat auch noch nicht, wie Karl Schnebel und Julius Klinger, 
den markanten Reproduktionsstil herausgearbeitet. Schnebels Art hat einige Verwandtschaft 
mit der Männlichkeit Bruno Pauls, wie er über die Snobs und Philister herzieht, während Klinger 
eher von einer koketten Eleganz und Sorgfalt des Ausdrucks ist. — Ganz vereinzelt steht 
als Erscheinung vorn Franz Christoph, schon aus dem Grunde, weil er stets selbst auch 
der Vater seiner Gedanken ist, nicht der Illustrator fremder Einfälle. Er besitzt ein her 
vorragendes Schmucktalent. Mit einem wunderbar ausgebildeten Strichgefühl weiss er alles 
in ein Ornament umzuwandeln, und einen besonderen Genuss bereitet es, daraus dann die 
geistreichen, die hochkomischen und tiefpoetischen Beziehungen herauszulesen. 
Friedrich Fuchs. 
Im Atelierwinkel 
von Knut Hansen
        
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