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Full text: Berliner Leben Issue 5.1902

Zur Pflege 
der Gesundheit und Schönheit. 
D ie Menschheit ist längst zu der Einsicht gelangt, dass Gesund 
heit und Schönheit zwei Begriffe sind, die einander decken: 
Dass die eine nicht ohne die andere bestehen kann. Wer 
also seine Gesundheit sich bewahrt, der bewahrt sich seine Schönheit. 
Wie aber kann der Mensch sich das kostbarste aller Güter erhalten? Die 
Antwort lautet: „Pflege deine Haut und du pflegst deine Gesundheit 1“ 
Die Mehrzahl aller Schwächen und Krankheiten, unter denen 
die Menschheit leidet, wird durch die Anhäufung von unnützen 
Stoffen und Unreinlichkeiten im Blute, durch das Versagen der 
Thätigkeit der ausscheidenden Organe verursacht. 
Die Hauptrichtung der heutigen medizinischen Wissenschaft 
geht dahin, nachzuweisen, dass alle Krankheiten aus einer einzigen 
Ursache entstehen. Der menschliche Körper befindet sich in einem 
fortwährenden teilweisen Absterben und Wiedererneuen in allen 
seinen 1 eilen. Man kann sagen, dass der ganze Lebensprozess in 
einer unaufhörlichen Stoffausscheidung und Stoffaufnahme besteht, 
dem bekannten „Stoffwechsel“. 
Die weitaus grösste Zahl der Menschen lebt jedoch, was die 
Nahrungsaufnahme anbelangt, nicht wie sie sollte, und gerade das 
jenige Organ, dem die wichtigste Thätigkeit obliegt, das vernach 
lässigen und schädigen wir durch gar keine oder durch falsche Pflege. 
Dieses Organ ist die Haut! Wie wichtig eine gesunde Haut 
für den gesamten Lebensorganismus ist, geht daraus hervor, 
dass auch nur bei leichterer Verbrennung des fünften Teiles seiner 
Haut ein Mensch unrettbar dem Tode verfallen ist. 
Auch die Schönheit des Teints, die den Frauen ein so lebhaft 
begehrter Reiz ist, leidet unter der mangelnden Hautpflege, und 
alle Kunstmittel der Welt können die natürliche Reinheit und 
Rosigkeit der Wangen nicht hervorbringen, wie sie die gesunde 
Haut allein zu erzeugen vermag. 
Schon in grauester Vorzeit stand das heisse Bad als Mittel der 
Hautpflege in grösstem Ansehen und war in allen seinen wesent 
lichen Punkten dem heutigen „türkischen Bade“ ähnlich. 
Nun sind aber gegen die modernen, öffentlichen Heissluft- 
und Dampfbäder — römische, römisch-irische, russisch-römische 
und türkische — so zweifellos ihre Heilkräfte auch sind, dennoch 
verschiedene sanitäre und andere Bedenken ins Feld zu führen, 
die nicht unterschätzt, nicht übersehen werden dürfen. Einmal 
die Kosten, dann der Zeitverlust; die Gefahr, sich nach dem Bade 
Erkältungen zuzuziehen, wenn man sich der Strassenluft wieder 
aussetzt. Ferner die Ueberanstrengung und Abspannung des 
Körpers durch die dort gebräuchliche, zu starke Anwendung von 
allerlei Douchen. Viele Menschen auch können jene Bäder über 
haupt nicht benutzen, weil sie darin ohnmächtig werden. Es 
kommt das daher, weil sie sich mit dem Kopf in der heissen 
Luft befinden, der vielmehr immer kühl gehalten werden soll; 
und dann auch, weil sie anstatt frischer Luft die heissen und un 
gesunden Dünste in den dortigen Räumen einatmen müssen. 
Eine Folge dieser Uebelstände war es, dass man mehr 
und mehr zu Kastenbädern seine Zuflucht nahm. Diese 
aber haben wieder ihre Unbequemlichkeiten im Gefolge. 
Solch ein grosser Kasten ist ein Möbel, das man nicht 
in jedem Zimmer haben kann. 
Es sei deshalb im allgemeinen Interesse auf die Heiss 
luft- und Dampfapparate einer hiesigen Gesellschaft auf 
merksam gemacht, der Thermal Cabinet-Gesellschaft 
m. b. H., Berlin NW., Mittelstrasse 24. Einer dieser 
Apparate ist im nebenstehenden Bilde dargestellt und ist 
dessen Vorzüglichkeit bereits von zahlreichen Anerkennungs 
schreiben bestätigt. Derselbe ist vollkommen zusammen 
klappbar, daher leicht unterzubringen und wegzustellen 
und man braucht für die Apparate kein besonderes Zimmer. 
Das Material, aus dem sie gefertigt sind, ist ein besonders 
präparierter Kautschuk, welcher durch die Hitze nicht 
leidet, und für dessen Haltbarkeit, bei richtiger Anwendung, 
auf Jahre hinaus garantiert wird. Auch ist der Stoff voll 
kommen geruchlos, keimfrei und absorbiert nicht. Die 
Heiz- und Dampfvorrichtung besteht in einem Spiritus 
heizer, welcher nur für etwa 5 Pfennige Spiritus pro Bad 
verbrennt. Auch sind die Kosten der Apparate, welche 
die Gesellschaft in vier verschiedenen Preislagen führt, 
verhältnismässig sehr gering. 
Zum Schluss noch ein kurzes Wort Uber die Schön 
heitspflege! 
Es ist eine bedauerliche Thatsache, dass so viele Frauen 
so wenig für das Studium des menschlichen Körpers übrig 
haben, und anstatt der Natur das Zauberwerk der Ver 
schönung zu überlassen, zu Schönheitsmittelchen ihre 
Zuflucht nehmen, um ihren schlechten Teint zu verdecken, 
der doch nur einen ungesunden Körper verrätI Warum 
das? Warum greifen sie nicht lieber zu dem verjüngenden 
und reinigenden Dampfbad? Freilich das Gesicht allein 
in Dampf zu baden, genügt nicht. Die ganze Oberfläche 
des Körpers muss sorgfältig durch ein gutes Sch weissbad 
zweimal wöchentlich gereinigt werden. Wahrlich der 
köstliche Preis, den eine solche Pflege des Körpers bringt, 
ist den verhältnismässig kleinen Müheaufwand wert.
        
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