Path:

Full text: Berliner Leben Issue 5.1902

Im 2. Bilde: Die sensationelle Spiegelscene. 
diesem Augenblick überbring]..ein Dienstmann einen Briet Ragupakos, in;welchcm 
derselbe seiner Nichte Nakiri die Erlaubnis erteilt, zu heiraten, wen sie will. Mit 
einem grossen Jubel und Freudengesang aller Beteiligten schliesst der erste Akt. 
Das junge Ehepaar nimmt aus begreiflichen Gründen im Hotel zum 
weissen Rüssel Logis, wo auch Lcda mit ihrem Ikuto ihr Nest aufgeschlagen 
hat. In die Seligkeit der Liebenden schlägt wie ein Blitz aus heiterem Himmel 
die Ankunft Ikutos, der mitteilt, dass Ragupako zurückgekehrt ist, und dass 
Telegramm und Brief, durch die die Vereinigung des richtigen Brautpaares herbei 
geführt wurde, gefälscht waren. Wenige ‘Augenblicke später, tritt Ragupako 
ein, und da man nicht wagt, ihm die Waurheit zu gestehen, spielen ihm Nakiri 
und Ikutp, Leda und Fredi eine Komödie vor. Der Polizeiminister aber ärgert 
sich, dass das nach seiner Meinung ganz überflüssige Paar Leda und Fredi 
das tete-ä-tete der vermeintlichen jungen Eheleute stört, und sperrt die ersteren 
zusammen, in Leda’s Zimmer. Dann befiehlt er Nakiri, ihren Hoch/eitsstaat 
abzulegen un ^ enifernt sich discret, seinen Sohn mit seiner Nichte in einer 
mehr als peinlichen Situation zuriicklasscnd. Nakiri will sich natürlich in 
Gegenwart Ikutos nicht entkleiden, und in einem musikalisch und textlich 
ausserordentlich feinsinnigen Duett überlegen Beide, wie sie -ich aus diesem 
Dilemma befreien können. Ikuto schlägt seiner Cousine vor. sich hinter einem 
der im Salon befindlichen Wandschirme zu entkleiden; dieser Vorschlag leuchtet 
ihr ein, und sie zieht sich hinter die spanische Wand zurück. Iluito aber, von 
der blühenden Schönheit des jungen Weibes berauscht, belauscht sie im Spiegel, 
der alle Einzelheiten dieser Entkleidungsscene, reflektiert. 
Ueber diesem Auftritt liegt trotz allen pikanten Beigeschmacks ein
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.