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Full text: Berliner Leben Issue 5.1902

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kfuelles uom jVIonaf. 
MSm Neuen Theater fand am 16. Juni die erste öffentliche 
Aufführung der wienerischen Sittenkomödie „Ledige 
Leute“ von Felix Dörmann statt, nachdem das Stück, das 
in Wien, Hamburg, München und anderswo bereits Häuser 
gemacht hatte, vier 
Jahre hindurch von 
der Zensur dem 
Berliner Publikum 
vorenthalten worden 
war. Es war — 
mitten im Sommer — 
ein grosses Theater 
ereignis. An dem 
starken Erfolge 
hatten die Darsteller 
und ihr Regisseur 
Karl Schönfeld nicht 
geringen Anteil; an 
gesichts dieses un 
tadelhaften Zusam 
menwirkens sprach 
die Kritik von einen 
„ersten und einzigen 
Meisterspiel“. Aus 
dem glänzenden En 
semble hoben sich durch ihre Einzelleistungen in jugend 
lichen Rollen Arnold Korff, der Gast vom Wiener Burg 
theater, dann Lucie Höflich, ein neuentdecktes Talent, 
ein famoser weiblicher 
Einem Automobil- 
Unfall erlag Dr. Georg 
von Bleichröder. 
Von Paris kommend, 
bestieg er auf der Station 
Düren seine Maschine, 
um sich nach seinem 
Schlosse Lechenich zu 
begeben. Auf der Land 
strasse scheute das 
Pferd eines bäuerlichen 
Fuhrwerkes vor dem in 
rasender Geschwindig 
keit daher sausenden 
Motor, der vom Baron 
selbst gesteuert wurde. 
schliesslich aber Lini Senders, 
Komiker, hervor. 
Dr. Georg von Bleichröder 
Es kam zu einem Zusammenstoss. Das Automobil stürzte um und begrub 
seinen Führer unter sich. Der Bewusstlose wurde alsbald auf das nahe 
Schloss gebracht, wo die aus Köln herbeigerufenen Chirurgen einen schweren 
Schädelbruch feststellten, der denn auch am selben Abend noch den Tod 
herbeiführte. Baron Georg ist ein Opfer seines Lieblingsports geworden. Er 
besass vier der besten Automobilen; noch vor kurzem erwarb er eine 30 H.P.- 
Maschine von Rene de Knyff. Auch dem Pferdesport hat er viel Interesse 
gewidmet; das Gestüt Römerhof war in seinem Besitz. Doch hiess es schon, 
dass er seinen Rennstall aufzulösen beabsichtige, weil seine Farben in letzter 
Zeit wenig vom Glück begünstigt wurden, bis beim letzten Meeting in 
I-Ioppegarten wieder eines seiner Pferde in einer wertvollen Konkurrenz 
siegreich war. 
In Badenweiler, wo er Linderung gesucht hatte, starb Professor Otto 
Eckmann an einem Lungenleiden, dessen früheste Anzeichen sich schon 
in der Münchener Zeit des Künstlers um 1894 bemerkbar gemacht hatten. 
Seine Kenntnis von dem Zustande hatte bei ihm aber nicht eine fatalistische 
Thatlosigkeit zur Folge, sondern trieb ihn vielmehr zur fieberhaften Aufwendung 
seiner Kräfte, zur energischen Erfüllung seiner Lebensaufgabe. Irn letzten 
Jahre schliesslich erlahmte sein Schaffen wohl; nicht die Lust, aber die 
Kraft. Eckmann hatte den Instinkt für die Bedürfnisse seiner Zeit. Ur 
sprünglich Maler, wandte er sich dem Kunstgewerbe der „angewandten 
Kunst“ zu und machte sich zum Führer der dekorativen Bewegung. Die 
naturalistische Ornamentik seiner Teppiche und Tapeten wurde vorbildlich für den Geschmack unserer Wohnungs 
ausstattungen. Als Professor an das Königl. Kunstgewerbemuseum in Berlin berufen, hat der nun im 37. Lebensjahre 
Professor Otto Eckmann 
Major v. Bonin, Regiment Franz Oberleutn. d. R. von Kossak Ober^-mtn. Graf v. Stürgk Rittmeister Prinz Hohenlohe zu Waldenburg 
Rittmeister Sauer v. Nordendorf General Exc. Freiherr v. Bechtolsheim 
Oesterreichische Offiziers-Deputation bei einem Exerzieren der Garde-Kavallerie 
BERLINER LEBEN 
Phologr. Aufnahme u. Autotypie Otto Linekampf, Berlin u. Leipzig.
        
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