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Full text: Berliner Leben Issue 5.1902

DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR 
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•Organistenstelle an der preussischen Gesandtschaftskapelle erhielt. Von 
.einem kurzen Aufenthalte in Wien abgesehen, blieb er die nächsten Jahre 
in Italien. Die heitere Leichtfertigkeit der italienischen Opernmusik hielt 
ihn in Banden, und seine Werke „Enrico II.“, „Die Heimkehr des Ver 
bannten“, „Der Templer“ zeigen ganz den Einfluss jenes Stils, dem die 
Opernform nur diente, um die raffiniertesten Gesangskünste zu zeigen. 
Nichts ist von diesen Opern geblieben, die damals das Entzücken der 
Südländer erregten. Aber der Maestro wurde für die deutsche Kunst 
wiedergewonnen. Nur hatte er gelernt, mit dem tiefen Ernst der deutschen 
Muse die graziöse Anmut des Südens zu verbinden. In Wien rief er die 
„Philharmonischen Konzerte“ ins Leben, in Berlin wurde er 1847 
Dirigent des Domchors und Kapellmeister der Königl. Oper. Eine grosse 
Zukunft schien ihm beschieden, dessen Meisterwerke 1849 begeisterter 
Jubel entgegenklang. Da starb der Schöpfer des Werkes am 11. Mai 
.dieses Jahres am Herzschlag. Und jenen Grabspruch, den Grillparzer 
dem Freunde Schubert schrieb, konnte man auf ihn auch anwenden, 
,man trug ein wahrhaft hoffnungsfreudiges Talent zu Grabe. 
Ganz eigenartig steht diese Meisteroper da; manches in dem Duft 
.der Instrumentation und dem romantischen Zauber der Stimmung ahnt, 
so sehr auch der Vergleich mit Mendelssohn nahe liegt, schon die neue 
Zeit des Musikdramas voraus, deren Morgenröte damals am Himmel stand, 
und der Humor des Werkes ist nicht so volkstümlich wie der Lortzings, 
dafür aber musikalisch interessanter und wertvoller. 
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