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Full text: Berliner Leben Issue 4.1901

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BERLINER LEBEN 
Portraitstudie 
Weibliches Bildnis 
Ulrieh and««- 
Heinrich Hühner. 
Mjännerhalb der jüngeren berliner Maler- 
rll», schaft sind die Brüder Hübner die 
talentvollsten Leute. Nicht, dass sie erst 
„vielversprechend“ wären. Es hat sich be 
reits mit dem, was sie im Verlaufe der 
letzten Winter in den Salons, bei Gassirer 
und bei Keller & Reiner, dann vor allen 
Dingen im Sommer auf der Sezession 
an Gemaltem zur Ausstellung brachten, die 
Reife ihrer Kunst erwiesen. Aber weil 
selbst der ältere von beiden noch nicht 
aus den Zwanzigern heraus ist, können 
sie sichs wohl gefallen lassen, wenn man 
sie „hoffnungsvoll“ nennt, wenn man aus 
ihrem ständig sich bestrebenden Schaffen, 
ihrem stetig sich mehrenden Können die 
Zuversicht gewinnt, dass das noch lange 
nicht alles ist und man sich noch weiterer 
Dinge von ihnen zu versehen hat. 
Ulrich scheint sich jetzt ganz vom 
Figürlichen emanzipiert zu haben, er geht 
auf die Farbe und sucht seine aparten Sen 
sationen überall: in den Ecken seines Ate 
liers, auf den winterlichen Strassen Berlins, 
in seinem Garten hinterm Hause. Oder er 
zieht aufs Land, nach Pommern hinein, am 
liebsten aber im Sommer nach Warnemünde, 
an die Küste. Als Kolorist entwickelt er 
einen ausserordentlich delikaten Geschmack, 
und so sind ihm sogenannte „Stilleben“ 
gelungen, die am anderen läge schon 
Badende Mädchen (Capri; 
Friedrich- und Leipzigerstr.-Ecke
        
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