Jährlich 12 Nummern
mit 120 Lichtdrucktafeln,
BLÄTTER
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50 PL für die Spaltenzeüt oder deren Raum.
FÜR ARCHITEKTUR UND
KUNSTHANDWERK.
Anzeigen-Annahme und
Geschäftstelle: Berlin W.57, Steinmetzstr. 46.
Verlag der Blätter für Architektur und Kunsthandwerk
G. m. b. H., Berlin W. 57, Steinmetzstraße 46.
Leitung: Paul Qraef, Steglitz, Albrechtstr. 113.
Preis jährlich bei freier Zusendung
Deutschland u. Österreich 24 Mk. Ausland 28 Mk.
Preis des Einzelheftes: 3 Mk
Jahrgang XXI.
Berlin, April 1908.
Nr. 4.
ZU DEN TAFELN.
T a f e 1 31 u n d 32. Altes aus Bannen, Elberfeld u, Remscheid,
Besprochen von A. v. Behr. — H.HausGoekeinderWerterstraße
zu Barmen. — 12. EinganpdesH ausesWülfine
in Elberfeld, Berliner Straße 30. Text s. Seite 11.
T a f e 1 33 bis 35. Die protestantische Pfarrkirche zu St. Peter
in Nürnberg. — 1. Ansicht von Osten her. — 2. Teil der
Sakristei mit dem Brauttor. — 3- Blick in das Innere*.
Erbaut 1897 bis 1901 für die Pfarrgemeinde St. Peter durch den
Nürnberger Architekten Prof. Jos. Schmitz.
Baustoffe: Grauer Sandstein aus der Umgegend von Nürnberg
für das Äussere und das Innere. Rote, schuppenförmige Biberschwänze
für die Deckung der Schiffsdächer, Kupferblech für den Turmhelm
Der Dachstuhl besteht aus Eisen.
gemälde mit Kartons von den Prof. P. Ri 11 e r und Wanderer,
ausgeführt von Hofglasmaler Z e 111 e r , Ölgemälde von O. Grundherr,
Ströse und Riegel, sowie prächtige reiche Paramente
vom verstorbenen Prof. B e h r e n d s. Bei der künstlerischen Ausstattung
waren ferner tätig die Bildhauer Hassenstab und Rotermund
und der Kunstmaler W. Ritter.
Die Bauausführung war dem Bauunternehmer Baumeister Weber
und Ingenieur Körner übertragen, die Herstellung der reichen Steinmetzarbeiten
dem Steinmetzmeister Jo h. Göschei.
Die Kirche enthält 1500 Sitzplätze. Sie ist mit Luftheizung und
elektrischer Beleuchtung versehen. Die Orgel hat 30 Register; im Turm
hängen 4 Bronzeglocken von zusammen 3472 kg Gewicht, mit den Tönen
cis, e, gis, h.
T a f. 36 und 37- Aus Duderstadt. Besprochen von A. v. B e h r.
— 4. Das Rathaus, Hauptseite. 5. Das Rathaus,
Rückseite. (Fortsetzung zu Nr. t.)
Baukosten: Im ganzen 450 000 M, (ohne die Ausstattung.)
Das hier mitgeteilte Gotteshaus zählt zu den reifsten Schöpfungen
seines Meisters, des bekannten Kirchenerbauers und geistvollen Wiederherstellers
von St. Sebald. Es ist nach Grundriss und Aussengestaltung
dem Bauplatz und dem Stadtbilde vortrefflich angepasst und schliesst
sich, besonders auch in der eigenartigen Stimmung des Innern, den altertümlichen
Kirchen Nürnbergs feinsinnig an. Der Ausstattung kommen
die vielen Stiftungen sehr zu statten, die der Kirche von wohlhabenden
altangesessenen Patrizierfamilien gewidmet wurden, Gedenktafeln
Grabmäler, Glasmalereien, Gemälde u. dgl. Von solchen Kunstwerken
seien besonders erwähnt: Der Altar mit Gemälden von Professor
L. v. Kramer, die Kanzel aus Muschelkalkstein mit reichem hölzernem
Schalldeckel (s. Anz.-Seite 51) der Taufsteindeckel aus Kupfer und Bronzeguss
von K a i n z i n g e r (s. Anz.-Seite 59), die marmorne Gedächtnistafel
des Lebkuchenfabrikanten Metzger von Bildhauer Z a d o w , Glas-•
8. auch die Abb. im AimeUrer.
Das Bild des Rathauses, das wir heute auf unsern Tafeln darbieten,
ist im allgemeinen noch dasselbe, wie vor 13 Jahren, als wir es
unseren Lesern im Bilde mitteilten, doch zeigt eine nähere Vergleichung,
dass jetzt ein neues Leben in dem Hause Wohnung genommen hat. Die
verwahrlosten und wenig zahlreichen Fenster und Luken auf dem älteren
Bilde haben einer größeren Zahl neuer Fenster bis in die obersten Dachgeschosse
hinauf Platz gemacht, bei denen nur zu bedauern ist, dass durchweg
nur Rautenverglasungen verwendet sind und die großen, runden
Scheiben des früheren Baues ganz verdrängt haben. Auch in der Teilung
der Flügel hat man den neueren Anforderungen sich angepasst. Die
äussere Schale und Haut ist, unter Beibehaltung der Ziegel für die großen
Dächer und der Beschieferungen für die senkrechten Flächen und spitzen
Helme der drei schlanken Erkertürmchen, durchweg auch im Putz und
Anstrich erneuert, wobei die Windbretter zwischen den Balkenköpfen
mit mehrfarbigen Ziermustern belebt sind und die hölzernen Lukenverschlüsse
in den Erkertürmchen mit farbigen Zickzackstreifen versehen
wurden. Statt des Hahnes ziert eine Wetterfahne die höchste Spitze
des Mittelturmes.