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Periodical volume

Full text: Brennpunkt news Issue 29.2015

Nr. 29

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rennpunkt
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Informationen über die Berliner Feuerwehr

Ausgabe 1/2015

RTW

Neue RTW

25
Jahre

Interschutz 2015

gekonnt
n
e
t
zerschnit

Termine

Inhalt

2015
Termine von www.Berliner-Feuerwehr.de
(alle Termine ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.)

Termine
Inhalt / Impressum

Seite 2

In eigener Sache

Seite 3

Fahrzeuge

Oktober

Neue Gesichter (2014)
bei RTW und NEF
Seite 4

10.10.2015 10:00
FF Wartenberg-Malchow
Tag der offenen Tür

Noch neuere Gesichter
(2015)
Seite 5

Dorfstraße 4
13059 Berlin

November

Ein kleiner Rätselspaß
für die Pause zwischen
den Einsätzen.
Viel Spaß !

27.11.2015 - 28.11.2015 09:00 17:00
16. Berliner Rettungsdienstsymposium
Aus der Praxis - für die Praxis

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Seite 5

Zwei neue Hydrauliktreppen (2014/ 2015)

Seite 6

Ersatz für einen Oldie
(2014)

Seite 7

Neue App äh AB

Seite 7

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April 2016

Veranstalter: AGBB Berlin e.V. unterstützt
durch die Berliner Feuerwehr und
den Werkfeuerwehrverband - Deutschland e.V.

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Charité, Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1 13353 Berlin

23.04.2016 - 24.04.2016
Workshop Atemschutznotfalltraining 2016
Zweitägige Veranstaltung mit
Vorführung und ausführlicher
Einweisung. Die Teilnehmer
können unter Anleitung intensiv
üben und Erfahrung sammeln.

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RTW Sondermodell
(2014)

5

Modelle
Modellnews

Seite 8

WAS im Modell

Seite 9

Exot im Modell

Seite 10

Bericht
Die Rettungskolonne

Seite 11

Veranstaltungen

Flughafen Berlin Brandenburg (BER)
Feuerwache West

Die härtesten
Feuerwehrmänner

Seite 12

Impressum
Herausgeber & Redaktion:
Förderkreis Feuerwehr e.V. (FKF e.V.)
in redaktioneller Zusammenarbeit mit dem
Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e.V.

Gestaltung, Satz:
Michael Lüdke (Feuerwehr-Fanshop.de)
M.Luedke@Feuerwehr-Fanshop.de

FÖRDERKREIS FEUERWEHR E.V.

Auflage: 1000 Stk.
Beiträge des Fördervereins Feuerwehrmuseum
Berlin e.V. sind mit FVFM Bln. e.V. gekennzeichnet.
Verteilung in den Dienststellen der Berliner Feuerwehr
sowie an die Mitglieder des FKF e.V. und des Fördervereins
Feuerwehrmuseum Berlin e.V.
Die gedruckte Ausgabe ist nur in begrenzter Anzahl verfügbar.
Sie können jedoch die Brennpunkt news kostenlos per Email
beziehen. Bitte senden Sie eine Email mit dem Betreff
„Brennpunkt news Bestellung“ an:
M.Luedke@Feuerwehr-Fanshop.de
Sie erhalten die Ausgabe dann per Email als Adobe-PDF.
Wenn Sie das Erscheinen der Brennpunkt news durch ein
Inserat unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte mit dem
Betreff „Brennpunkt news Inserat“ und Ihren Kontaktdaten an:
M.Luedke@Feuerwehr-Fanshop.de oder rufen Sie uns an:
0163 - 6901 112
Sie erhalten dann die aktuellen Mediendaten.

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Interschutz 2015

Seite 13 - 15

Wissen
zerschnitten und
gepresst

Seite 16

Museum
25 Jahre Förderverein
Feuerwehrmuseum
Berlin
Seite 17 - 18
Bericht aus dem
Feuerwehrmuseum
Seite 19 - 21
Gott zur Ehr´ gemeinsam
zur Wehr
Seite 21
Feuerwache Mitteein Rückblick Teil 2 Seite 22 - 23

In eigener Sache
Sehr geehrte Leserinnen und Leser der „Brennpunkt news “
Hier ist sie nun, die Ausgabe für das Jahr 2015. Bewusst haben wir uns darauf verständigt, nur noch
eine Ausgabe zu bringen. Festgelegt wurde diesmal, dass die „Messe der Messen“ abgewartet wird,
gemeint ist die Interschutz 2015 in Hannover. Hier trifft sich oft alles und jeder, der irgendwie mit der
Feuerwehr zu tun hat. Zum einen sind es die Interessierten, dann kommen die, die es aus beruflichen Gründen machen, andere wollen einfach mal wieder alte Kumpels treffen, der eine möchte
vielleicht alle Sondermodelle der Interschutz erhaschen und natürlich nicht zu vergessen, die „Feuerwehrspinner“ wie ich sie immer so gerne nenne und zu denen ich mich selbst dazu zähle. Für mich
selber sind es in erster Linie die Fahrzeugneuheiten die hier vorgestellt werden. Wir waren also
eigens für die Leser der Brennpunkt news unterwegs, um auch ihnen einen kleinen Einblick in die
neueste Feuerwehrwelt zu gewähren. Dem Text zur Interschutz folgt ein Bildereigen auf dem auszugsweise zu sehen ist, was man in Hannover alles entdecken konnte.
Wie schon oft, war Hannover der Austragungsort der Interschutz 2015. Man hört, dass auch die
nächste Interschutz 2020 wieder in Hannover stattfinden soll.
Ansonsten stellen wir wie immer die Fahrzeugneuheiten der Berliner Feuerwehr vor. Anzumerken
sei, dass auch die Fahrzeuge vorgestellt werden, die nach der letzten Brennpunkt news erschienen
sind und schon ein kleines Weilchen im Dienst sind.
Auch der Modellbau kommt nicht zu kurz, so werden ein altes und ein neues Fahrzeug im Maßstab
1:87 nachgebildet. Ebenso sieht man normale Kaufmodelle, die es u.a. auch auf der Interschutz gab.
Am 27.8. wurde auf der diesjährigen Hauptversammlung des FKF e.V. der Verstand neu gewählt :
1. Vorsitzender Hans-Jörg Schierz ; 2. Vorsitzender Michael Janasik ; Schatzmeister Ingo Papenfuß ;
Schriftführer Detlev Riedel ; Beisitzer Mike Heinßmann ; 1. Kassenprüfer Reinhard Delbrouck ; 2.
Kassenprüfer Detlev Diesterhoeft
Viel Spaß beim Lesen
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Fahrzeuge

Die Jahre 2014 und 2015 sind die
beschaffungsärmsten Jahre der
Berliner Feuerwehr. Wichtige
Fahrzeugbeschaffungen mussten anderen wichtigen Dingen
weichen. Betrachtet man unseren jetzigen Fahrzeugbestand,
merkt man es am besten dann,
wenn der Wache ein Reservefahrzeug zugeteilt wird. LHF mit
20 Lebensjahren sind keine
Seltenheit mehr, bei den Drehleitern und Rettungsdienstfahrzeu-

Fahrzeugticker
gen sieht es nicht viel besser aus.
Zwar hat uns das damalige
Konjunkturpaket viele Neufahrzeuge gebracht, andererseits
musste für jedes neu beschaffte
Fahrzeug ein älteres ausgesondert werden. Klingt zunächst gut
bedeutet aber, dass alle im
Konjunkturpaket beschafften
Fahrzeuge auch in den gleichen
Jahren alt werden, was ein
zeitnahes Ersetzen fast aussichtslos macht. Die Jahre nach

dem Konjunkturpaket waren
dagegen mehr als mager, so
dass es dringend geboten ist, die
Technik der Berliner Feuerwehr
wieder auf einen aktuellen Stand
zu bringen. In einer der letzten
LBD Info berichteten wir bereits
über die Neubeschaffungen. Der
Vollständigkeit halber zeigen wir
kurz die Beschaffungen von 2014
und berichten etwas ausführlicher über das Jahr 2015.

Neue Gesichter (2014) bei RTW und NEF
Mercedes hat seinen beliebten
Sprinter auf den neuesten Stand
der Technik gebracht. Ausgerüstet mit Euro 6 Motoren wurden im
Jahr 2014 14 RTW und vier NEF
in Dienst gestellt. Um sie auch
äußerlich zu erkennen, spendierte Mercedes gleich noch ein

neues Gesicht, im Neudeutsch
auch „Facelifting“ genannt. Der
vordere Stoßfänger wurde bis zur
Scheinwerferpartie hochgezogen. Alles in allem sieht das neue
Modell sehr gefällig aus. Alle
Fahrzeuge sind mit Automatikgetrieben ausgestattet, um der Euro

Bild : Schierz

6 Richtlinie und BlueTEC- Motorentechnologie gerecht zu
werden, befindet sich ein AdBlue
Tank im Fahrzeug. Die Aufbauten
stammen bei den RTW von
Fahrtec, die der NEF kommen
dagegen aus dem Hause Binz.

Bild : Schierz

www. EUERWEHR - ANSHOP .de
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Fahrzeuge

Noch neuere Gesichter (2015)
15 neue RTW vom Typ C sind in
diesem Jahr erschienen. Der RTW
Typ C ist der künftig mit Notfallsanitätern besetzte und dafür aufgerüstete Rettungswagen der Berliner
Feuerwehr. Diese RTW sind zusätzlich ausgestattet mit einem Beatmungsgerät, ein Ampullarium mit
Notfallmedikamenten, einen mit
noch mehr Funktionen ausgestatteten Defibrillator, Sets für die
Thoraxpunktion sowie Perfusorensysteme. Grundsätzlich kann
natürlich der RTW Typ C auch als
„normaler“ RTW eingesetzt werden.
Ziel ist es die RTW später zu Kategorisieren und je nach Erforderlichkeit entsprechend zu entsenden.
Der RTW Typ C mit dem Notfallsani-

täter ist dann der hochwertigste
RTW der zumindest theoretisch fast
an ehemalige NAW heranreicht. Der
Notfallsanitäter (3 Jahre Berufsausbildung) ist dann die erforderliche
Qualifikation für die Führungsposition des RTW TYP C. Die 15 neuen
RTW wurden diesmal von der Firma
(Wietmarscher Ambulanz- und
Sonderfahrzeuge GmbH ) WAS
aufgebaut. Unter dem Aufbau
befindet sich ein Mercedes Sprinter
516 CDI mit Euro 6 Triebwerk.
Gegenüber dem Fahrtec-Aufbau
sieht der Aufbau von WAS fast ein
wenig moderner aus. WAS nennt
den Aufbau auch gerne Designaufbau, allerdings haben Berliner
Wünsche zu zahlreichen Verände-

rungen geführt. Besonders schick
sieht das Heck des Fahrzeuges aus,
die runden Heckleuchten und der
hintere Blaulichtbalken mit den
seitlichen LED Blitzleuchten verleihen dem RTW ein modernes Flair.
Die zunächst schwarzen
Designscheiben über dem Fahrerhaus mussten auf Weisung noch
nachbeklebt werden, schade
eigentlich, denn das sah wirklich gut
aus. Die Unterseite des Aufbaues ist
mit Rundprofilen und einem
entsprechenden Radlauf geformt.
Die künftigen Standorte der RTW
sind bereits festgelegt.

Bilder : Schierz

RTW Sondermodell (2014)
Bei den 2014 neu in Dienst gestellten Rettungswagen gibt es auch
wieder ein Sondermodell. Die
Berliner Feuerwehr war schon
immer bestrebt, auch neue Dinge
auszuprobieren und auf Herz und
Nieren zu testen. Damit ist man
innovativ und erzielt die eine oder
andere Verbesserung für die Mannschaften, die mit dem Gerät arbeiten. So ließ man von der Service
Einheit Fahrzeuge und Geräte
(SEFG) einen RTW mit einer
Hebeeinrichtung für den Krankentragestuhl im Auftrag bauen. Diese
Vorrichtung ermöglicht es, den Stuhl
mit dem Patienten vom Erdboden in

die Höhe des RTW Innenraum zu
heben. Diese Einrichtung kommt
auch dem Verzicht auf ein absenkbares Heck des RTW entgegen und

soll die RTW Besatzung unterstützen. Im normalen Fahrbetrieb ist die
neue Einrichtung von außen kaum
erkennbar, da sie in normalen Hecktritt integriert ist. Bei
neueren RTW Beschaffungen wird
man vermutlich
wieder aus Kostengründen davon absehen.
Schierz

soll

Bild : Schierz

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Fahrzeuge
Die Feuerwache Prenzlauer Berg ist
im Besitz einer neuen DLA (K)
23/12. Ähnlich wie das Modell aus
dem Vorjahr, handelt es sich um eine
Magirus Drehleiter, aufgebaut auf
einem Mercedes Atego Fahrgestell.
Da die Feuerwache Prenzlauer Berg
nicht gerade über üppige Platzverhältnisse verfügt, wurde die Drehleiter wieder speziell konstruiert.
Besonders die Fahrzeughöhe
spielte hier eine maßgebliche Rolle.
Das Fahrerhaus besitzt eine uförmige Absenkung in der Mitte, in
der der Leitersatz langeführt wird.
Hiermit wird eine relativ niedrige
Gesamthöhe des Fahrzeuges
erzielt. Bei der Leiter selber handelt
es sich um eine CS-Leiter mit einem
Stülpkorb, die Standsicherheit wird
durch die Magirus Vario- Abstützung
gewährleistet. Seit dem Juni 2014 ist
die neue Drehleiter auf der Feuerwache 1300 mit der B-Nummer: B2305 in Dienst gestellt.
Noch neuer ist die DLK der Feuerwache Pankow (B-2314), womit der
Standort und das Kennzeichen
schon verraten sind. Hierbei handelt
es sich um die allererste DLK der
Berliner Feuerwehr, die mit einem
Euro 6 Fahrgestell ausgestattet ist.
MAN (TGM 15.290) ist der Lieferant.
Speziell bei Feuerwehrfahrzeugen
wird es immer schwieriger, die sehr
aufwendigen Abgasreinigungsanlagen so zu integrieren, dass sie
möglichst wenig Platz benötigen.
Bei einem normalen LKW ist das in
der Regel kein Problem, ein Feuerwehrfahrzeug soll dagegen mit
möglichst viel Stauraum für einsatztechnisches Gerät daherkommen.
Schon aus diesem Grund gibt es
noch zahlreiche Ausnahmegenehmigungen für Feuerwehren, die
noch Euro 5
Fahrgestelle kaufen. Allerdings ist
zukünftig abzusehen, dass das eine
Frage der Zeit ist. Berlin stellt sich
der Zukunft, so haben wir bisher 4
GW San, diese DLK und die neuen
LF Kat, die noch in diesem Jahr
erscheinen mit Euro 6 Fahrgestellen
ausgerüstet. Welche zusätzlichen
Probleme man sich damit heutzutage ins Haus holt, mag noch keiner
genau vorauszusagen. Ein Feuer

6

Zwei neue Hydrauliktreppen (2014/ 2015)

DLK Prenzlauer Berg
wehrfahrzeug fährt nun mal nicht die
Kilometer, die ein normaler LKW
täglich absolviert. Die Euro 6 Abgasanlage unterliegt aber gewissen
Prozessen, die man nur durch
Fahrleistung erfüllt. Die Zukunft wird
es zeigen. Das neue Euro 6 MAN
Fahrerhaus sieht durch elegante
Linienführung sehr schick aus.
Besonders hervorstechend ist dabei
der v-förmige Kühlergrill. Der
mächtige Burglöwe ist bei der neuen
Ausführung im oberen Horn der
Chromumrandung abgebildet und
erinnert stets an alte Büssing Zeiten.
Zur Verfügung steht ein automatisiertes Schaltgetriebe mit der für die
Feuerwehr besonderen Schaltwahl
„S“. Hiermit ist ein wesentlich
sportlicheres Fahren möglich, dient
aber wirklich nur der Alarmfahrt. Der
Aufbau kommt von der Firma Metz
(L32 CAN- Automotiv) und gleicht

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Bild : Schierz

dem der zuletzt beschafften Metzleiter aus den vergangen Jahren. Eine
Waagerecht- Senkrecht Abstützung
und ein durch drei Computer gesteuerter Gesamtbetrieb sind mit der
Drehleiter möglich. Die Feuerwache
Pankow wird das neue Domizil des
Fahrzeuges. War es auf der alten
Wa c h e P a n k o w n u r m ö g l i c h ,
bestimmte DLK mit niedriger Durchfahrtshöhe einzustellen, so bietet
die neue Wache dagegen eine
Fahrzeughalle, bei der man 2 DLK
übereinanderstellen könnte. Will
heißen, hier passt jetzt wirklich jede
DLK hinein. Die neue DLK löst die
niedrige DLK aus dem Jahre 2000
ab, die in der Form der Münchener
Leiter mit 5-teilgen Leitersatz gebaut
wurde. Also allzeit gute Fahrt für
Pankow.

DLK Pankow
Bild: Schierz

Bild : Schierz

Fahrzeuge

Ersatz für einen Oldie (2014)
Ein mittlerweile fast 30 Jahre! altes
TLF 24/50 (B-2211) wurde nun
durch ein modernes Tanklöschfahrzeug TLF 24/20 ersetzt. Es geht ein
MAN F8 mit einem Aufbau von
Bachert, es kommt ein MAN TGM
mit einem Aufbau der Firma Rosenbauer. Das Fahrzeug ist 4-fach
singlebereift und besitzt einen
zuschaltbaren Allradantrieb. Das
Fahrerhaus ist verlängert, so dass
ausreichend Platz für die Ausrüstungsgegenstände der Besatzung
vorhanden ist. Gegenüber den TLF
Vorgängern der Firma Gimaex,
besitzt dieses Fahrzeug einen
längeren Radstand und damit auch
stabilere Fahreigenschaften. Mit an
Bord ist eine Druckluftschaumanlage (DLS 2400/800) sowie 2000l
Wasser und 200l Schaummittelkon-

zentrat. Auf dem Aufbaudach
befindet sich ein Werfer mit dem die
Löschmittelabgabe Wasser oder
Cafs möglich ist. Das TLF ist gut

motorisiert und besitzt ein automatisiertes Schaltgetriebe. Das neue
TLF mit dem Kennzeichen B-2217
wurde bei der FF Staaken in Dienst
gestellt.

Bild : Schierz

Neue App äh AB
Der Technische Dienst der Berliner
Feuerwehr ist im Besitz eines neuen
Abrollbehälter Gefahrgut. Dieser
ersetzt einen in die Jahre gekommenen Abrollbehälter. Der neue AB
wurde von Gimaex in geschlossener
Kastenbauweise gebaut. Das
Außenfinish stellt das Corporate
Design der Berliner Feuerwehr dar.
Neu ist dagegen die verwendete
Lackierung der Rollläden in RAL
3000 Feuerrot. Das ist ein Novum
bei uns in Berlin, passt aber besser
zum Gesamtbild des Abrollbehälters. In Zeiten von zunehmenden
Einsätzen im Bereich Chemie und
Umweltschutz, wurde der Abrollbehälter Gefahrgutbeseitigung mit
neuester Technik ausgestattet.
Dazu gehören: Vollschutzanzüge
mit Zubehör, Chemikalienschutzanzüge Tychem F ProChem II, Spritzschutzoveralls, Sicherheitsgummistiefel, Absperreinrichtungen,
Schachtabdeckungen, verschiedene Dichtungssets, Rohrdichtkissen,
verschiedene Gefahrgutkupplungen, Erdungsmaterialien, Wassersauger, Beleuchtungsgerät, Chemieschläuche in allen möglichen
Ausführungen, Gefahrgutpumpen,

G a s m e s s g e r ä t e , Ü b e r f ä s s e r,
Edelstahlgerät, Sauggeräte,
umfangreiches Werkzeug sowie
Spezialmaterialien nicht funkenreißend, Fasspumpen, Abdeckfolien,
Ablaufrinnen und Bindematerialien.
Jedes Werkzeug aufzuführen wäre
zu umfangreich aber man sieht,
dass es nicht nur mit der Ausstattung umfangreich ist,
sondern es erfordert auch eine
gute Ausbildung der Bedienmannschaft des Technischen
Dienstes 1. Das Einsatzspektrum des AB Gefahrgut erstreckt
sich auf Technische Hilfeleistun-

gen im Zusammenhang mit chemischen Gefahrenlagen. Die ersten
Einsätze hat der AB Gefahrgut schon geleistet. Dennoch kann es sein, dass
das eine oder andere
noch angepasst werden
muss.

Bilder : Schierz

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Modelle
von Ingo Papenfuß

ModellNE W S

Bild : Papenfuß

Nachfolgend eine Übersicht von
Serien- und Sondermodellen im
Maßstab HO / 1:87 & 1:43 mit
Bezug zur Berliner Feuerwehr und
zur Messe INTERSCHUTZ 2015.
Von der Firma Collect&Invest
erschien im März diesen Jahres ein
Wiking Mercedes O 302 Bus als
MTF 3 der Berliner Feuerwehr, im
Einsatz in den Jahren 1970 bis 1986
auf den Straßen Berlins nach einem
authentischen Vorbild.
Laut Einleger ein Sondermodell
anlässlich des „25. Jahrestages der
Wiedervereinigung der Berliner
Feuerwehr im Jahre 1990“, da war
das Original aber schon 4 Jahre
außer Dienst!
Trotzdem ein schönes Modell, die
Auflage beträgt 523 Stück bei einem
Verkaufspreis von 28.- €.
Zur diesjährigen Fachmesse
INTERSCHUTZ in Hannover gab es
natürlich auch wieder diverse
Sondermodelle.
Das interessanteste Modell gab es
von Rosenbauer: Das neue Flughafenlöschfahrzeug NEW PANTHER
6x6 im Maßstab 1:43, gefertigt von
Wiking. Das Modell entspricht im
Design dem auf der Messe vorgestellten Vorbild. Ab dem ersten
Messetag war das Modell im Rosenbauer-Shop für 89.90 € erhältlich,
die Auflage beträgt 1500 Stück.
Das Modell im Maßstab 1:87 ist
leider nicht rechtzeitig fertig geworden, wird aber zum Ende des Jahres
nachgereicht.
Wiking selbst hat zwei Modelle als
Messemodelle gefertigt, einen VW
Amarok „Feuerwehr“ mit Softcover

8

abdeckung der Ladefläche und
einen MAN TGS WLF, beladen mit
einem Abrollbehälter „Einsatzleitung“, der Amarok war für 18.- € zu
haben, das WLF für 20.- €.
Herpa hatte drei Sondermodelle
dabei, ein MAN TGS TLF 24/60 mit
Ziegler Aufbau in rot/schwarzer
Design-Beklebung, das identische
Modell gab es auch im Ziegler-Shop
zu kaufen, eine Mercedes Atego
Metz DLK und ein Mercedes ArocsEmpl Bison Bergefahrzeug, alle
drei Modelle sind mit „Interschutz“Aufdrucken versehen und in einem
Sonderumkarton verpackt, verkauft
wurden sie zu 29.50 €, 39.50 € und
49.50 €.
Rietze bot zum einen die Formneuheit Magirus M 32 L-AS ( 30.- € )
sowie zum anderen einen Iveco
Magirus AluFire3 Rüstwagen ( 25.- €
) an. Beide Miniaturen sind leuchtrot
mit gelben Flächen.
IVECO bot die nagelneue EuroCargo Drehleiter Magirus M32L-AS, mit
und ohne Knickgelenk, und ein HLF
20/16 für je 28.90 € an, beide
Modelle tragen ein Vorführdesign.
Das Feuerwehr-Magazin ließ sich
von Herpa einMAN TGS M Euro 6
WLF mit AB-Hochwasser nach Vorbild
der BF Hannover für
29.90 € fertigen, von
Cursor gab es im
Maßstab 1:43 das
neue HLF der
BF Hannover auf
2015er Mercedes
Econic für 75.- Euro.
Der kleine Autoladen hatte

seinen Stand in der SchlingmannHalle aufgebaut und brachte eine
Menge Modelle mit:
MAN TGS Euro 6 - BF Hannover WLF mit Kran und AB-Rüst/TH für
35.95 € ( Herpa )
Mercedes-Benz Actros MP1 - WF
Flughafen Hannover - WLF mit
Schneepflug und AB-Rettung für
39.95 € ( Herpa )
Mercedes-Benz Tourismo L - BF
Hannover - GEW 50 (MTF) für
28.50 € ( AWM )
Leider heißt bei diesem Modell der
Schriftzug auf der Seite „Hannover
Feuerwehr“, beim Original wurde
nach Fertigstellung des Modelles
entschieden, den Bus mit „Feuerwehr Hannover“ zu beschriften, was
ja auch besser passt, ist leider
unglücklich gelaufen.
Mercedes-Benz Unimog U5000 - FF
Hamburg-Eidelstedt - GW-Rüst1 für
34.50 € ( Busch )
Mercedes-Benz Unimog U5000 - FF
Hamburg-Fuhlsbüttel - GW-Rüst1
für 34.50 € ( Busch )
Mercedes-Benz MK 88- FF Hamburg-Sinstorf - TLF 16/25 für 35.00 €
( Busch )
Mercedes-Benz MK 88- BF Hamburg-Billstedt - TLF 16/25 für 35.00 €
( Busch )
MAN bietet über seinen OnlineShop eine MAN TGM Euro 6 Metz
L32A-XS Drehleiter mit „Interschutz“-Logo an, Bestellnummer
ZY.HE091-9746,
Preis: 37.50 €.

Bild : Papenfuß

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WAS im Modell
Zeitgemäß, obwohl ich im Moment
eher weniger Zeit habe, habe ich
dennoch versucht einen der neuen
RTW mit WAS Aufbau im Maßstab
1:87 nachzukonstruieren. Die Firma
WAS nennt ihren Aufbau „New
Design Aufbau“, was man anhand
einiger modernen Formauslegungen sehen kann. Allerdings hat die
Berliner Feuerwehr sich nicht auf
den kompletten New Design Aufbau
eingelassen und hat ihre eigenen
Wünsche mit eingebracht. So
wurden die Aufbaufenster in normaler viereckiger Form eingebaut,
rechts befindet sich die für Berlin
typische Klapptüre. Auch die Konturanpassung wurde nach Berliner
Muster bis zum Aufbauboden
heruntergezogen, was WAS sonst
nicht so baut, aber eigentlich sogar
jetzt schöner aussieht. Leider wurde
ja nun wie berichtet die schwarze
Designscheibe auch noch beklebt,
schade, denn das sah wirklich
modern aus. Mein Modell hat die
Designscheibe aber bekommen,
ätsch.

Bild : Schierz

Nun ist der Mensch vom Grundsatz
her faul und so ließ ich mich auf den
Tipp eines Kumpels ein, der meinte,
dass die Firma Rietze einen RTW im
New Design im Maßstab 1:87
anbietet. Speziell wäre der etwas
komplizierte Heckblaulichtbalken
gut zu verwenden, weil der schlecht
reproduzierbar wäre. Eine hier nicht
genannte aber sehr bekannte
Auktionsbörse im Internet machte
es möglich und für 20 Euronen war
solch ein RTW der meinige. Ein
wenig war ich selber schuld, wenn
man nicht richtig hinschaut. Das
Fahrgestell war nämlich noch kein
facegelifteter Sprinter was die
Verwendung des Unterbaues schon

mal unbrauchbar machte. Als
nächstes nahm ich den Aufbau
auseinander. Von der Form her erst
einmal gut aber beim Nachmessen
musste ich feststellen, dass dieser
zu breit war. Berlin benutzt ja gerne
die sehr schmale Variante. Als ich
das begehrte Heckblaulicht herausoperierte, zerbrach dieses in zwei
Teile und war aufgrund der Überbreite auch nicht verwendbar. Einzig der
Dachaufbau der Kabine ist für mich
als verwendbares Teil übriggeblieben. Vor mir lag nun ein totalzerlegter RTW den ich nicht gebrauchen
konnte, 20 Euro ab in die Tonne. Mit
über 9500 Euro im Monat ist das
natürlich aus der Portokasse
finanziert, haha.
Was blieb nun übrig? Wir machen es
wie immer und bauen komplett
selber. Dieses Mal kam dann der
richtige Sprinter von Herpa als
Fahrgestell zu Verwendung. Nachdem die Kabine zerlegt wurde, fräste
ich eine kleine Nut hinter die Türen
ein, damit die Konturanpassung in
Form von Evergreen Profilen
angepasst werden konnte. Man
muss diese vorgewölbt im Bogen an
die Schnittkante der Tür kleben und
verstärkt sie dahinter mit 0,8 mm
Rundprofilen. Hiermit bleibt der
Bogen erhalten, den man später an
den Aufbau anpassen kann. Nach
Durchtrocknung des Klebers sollte
verspachtelt und geschliffen werden
bis sowohl das Dach als auch die
Seiten eine glatte Linie ergeben,
zugegeben das ist etwas schwierig.
Danach konstruierte ich den Aufbau
der vom Grunde her ein rechteckiger
Kasten ist. Vor dem Zusammenkleben sollten die Fenster ausgeschnitten werden. Bis hierher war es
einfach, schwierig wird es dagegen den unteren Radlauf
nachzubauen. Ich nahm
dafür 0,5 mm Polystyrol und sägte den
Radlauf aus. Auch
hier ist Feinschliff
angesagt. Da der
Aufbau unten mit
einer Art Rundprofil
abgerundet wird, tat ich
dieses auch und passte es zusammen mit dem selbst produzierten
Radlauf an. Es sollte eine halbwegs

Modelle
glatte Kontur entstehen. Ja und das
begehrte Heckblaulicht versuchte
ich auch in Eigenregie darzustellen.
Hierfür kam blaue Farbe und blaue
3M Folie zur Anwendung, das
Ergebnis war für mich zufriedenstellend. Der Aufbau und die Kabine
wurden zuerst mit Original Folie
beklebt. Während es beim Aufbau
bis auf die Ausschnitte am Radlauf
sehr einfach lief, so wurde es
komplizierter bei der Fahrerkabine.
Sehr viele Kleinschnitte, die gerne
dazu neigen, sich nicht an alle kleine
Ecken anpassen zu wollen. Am
Ende ging es dann aber doch.
Nachdem beide Komponenten
beklebt waren, stellte ich die Aufbautüren mit weißen Decalstreifen von
Truck line im richtigen Türmaß nach.
Um sie noch realistischer darzustellen, versah ich die Streifen mit
Scharnieren aus Rundprofilen, die
immer wieder abfielen. Hier half
dann nur die leichte Fixierung mittels
Sekundenkleber. Damit nicht zu viel
Kleber aufgetragen wird, bedient
man sich eines hauchdünnen
Drahtes, der wiederum mit Kleber
benetzt wird. Dann wird er vorsichtig
am Scharnier entlang gestrichen,
der Halt kommt dann von allein.
Oberhalb der angedeuteten Türimitationen wird noch eine Regenrinne
geklebt. Die plastische Wirkung der
Tür ist damit fast perfekt. Natürlich
darf das Corporate Design nicht
fehlen und viele feine Details runden
das Finish des RTW ab. Achja, ein
kleines Teil konnte ich dann doch
noch vom zersprengten RTW
benutzen, der Heckauftritt entsprach dem Original.
Schierz

Bild

: Sc

hier

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Modelle

Exot im Modell
Einzelstück in 1:87

In den sechziger Jahren beschaffte
die Berliner Feuerwehr sehr viele
Lösch- und Tanklöschfahrzeuge auf
Basis des MAN 415 /450. Die
Aufbauten stammten in der Regel
von Glasenapp und Gaubschat,
später im großen Stil von Bachert.
Besaßen die Aufbauten zunächst
Flügeltüren, so wurden von Bachert
dann alle Fahrzeuge (bis auf einen)
mit modernen Rollläden ausgestattet. In früherer Zeit dagegen existierte schon ein Prototyp. Hier kam nun
eine weitere Firma mit dem Namen
Wollny ins Spiel. Die Berliner
Feuerwehr ließ sich hier ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 bauen zu
dessen Ausstattung Jalousien im
Aufbau gehörten. Hier blieb es
allerdings nur bei einem Einzelstück. Diese Einzigartigkeit ist
natürlich bei Fahrzeugfans beliebt.
Erst will jeder ein Foto von dem
Einzelgänger erhaschen, denn
früher wurde nunmal nicht so viel
fotografiert wie heute. Digitalkameras gab es noch nicht und nur wer
sich die Mühe machte einen Fotoapparat samt eingelegten Film bereitzuhalten, konnte das Fahrzeug
ablichten. Fragt man ältere Kollegen
nach Bildern, bekommt man meistens ein Gruppenfoto präsentiert, tja
und im Hintergrund, da steht es
dann das verdeckte Fahrzeug. Nur
die wenigsten haben dann auch
einmal das Fahrzeug wirklich
portraitiert. Im Laufe der Jahre
bekommt man dann aber doch auch
die seltenen Fahrzeuge als Foto
geliefert. Gerne tauschen die Fans
auch untereinander nach dem
Motto: „Gibt's Du mir so geb ich Dir“

Bild : Schierz

Den Sonderling des MAN hab ich
mir zum Vorbild für ein neu zu
erschaffendes Modell genommen.
Auf der Grundbasis eines MAN 450
der Firma Brekina entstand zu
nächst die Gruppenkabine. Dabei
wird nach dem Verlängern des
Fahrgestells auf den Originalradstand 4200mm die normale Kabine
an der hinteren Türnaht vorsichtig
mit einer Trennsäge abgeschnitten.
Die nun folgende Kabinenverlängerung ist etwas kompliziert, denn es
reicht nicht einfach eine 1mm Platte
mit den richtigen Fenstern und
Türnähten zu versehen. Betrachtet
man die Kabine im Original, stellt
man Sicken und Erhebungen fest.
Hier arbeitete ich in einer Art Aufschichtung. Das heißt, erst wird aus
0,5 mm Polystyrol die eigentliche
Kabinenverlängerung samt Fensterausschnitt hergestellt, dann
werden noch zwei hauchdünne
Platten (0,3mm) unterhalb des
Fensters versetzt aufgeklebt, dabei
ist auf die Abrundung der Oberkante

Bilder : Schierz

zu achten, die dann eine Linie mit
der vorderen Tür ergeben muss. Ist
dies getan, wird noch das zuvor vom
Fahrerhaus abgetrennte Heckteil
wieder am Schluss integriert.
Besonders heikel sind die kleinen
hinteren Heckfenster, die man früher
noch so verwendete. Bei Brekina
lässt sich das ganze meistens nur
mit Sekundenkleber verbauen,
normaler Kunststoffkleber hält hier
ausnahmsweise mal nicht. Sind die
Seitenteile angeflanscht, kommt das
Dach dazu. Das Fahrerhausdach
der Originalkabine muss dazu etwas
plan geschliffen werden, um später
eine Gesamtplatte der Kabine
aufzubauen. Ist dieser Schritt
vollzogen, wird in gewohnter Weise
alles verspachtelt und mehrfach
geschliffen. Danach geht es an den
Aufbau, der wie sonst üblich aus
1mm Polystyrolplatten entsteht. Das
Fahrzeug wir in Feuerrot RAL 3000
lackiert. Zum Finish gehören die
aufwendige Dachgalerie und
zahlreiche Einzeldetails, die man
meistens selber herstellen muss.
Die Rückleuchten baue ich aus
Rundprofil, welches ich zunächst
vor dem Lackieren auf den Aufbau
klebe und dann vorsichtig plan und
hauchdünn schleife. Nach dem
Lackieren werden die Rückleuchten
versilbert und dann kommt die
Rückleuchtenfarbe als satter
Farbklecks hinauf, so entsteht der
Eindruck einer gewölbten Fläche.
Bauzeit des LF ca. 2-3 Wochen.
Schierz

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s
rennpunkt
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Die Rettungskolonne
Wir berichteten über die Indienststellung der 15 neuen RTW TypC mit WAS Aufbau für die Berliner
Feuerwehr. 15 gleiche Fahrzeuge auf einem Schlag, das wäre
doch eine Gruppenaufnahme
wert. So entstand die Idee, alle
RTW formiert zu fotografieren.
Wie schon des öfteren, kam uns
das Olympiastadion in den Sinn,
weil der Hintergrund nicht nur
bekannt sondern auch schön ist
und weil man hier Erfahrungen
sammeln konnte. Leider hat so
eine Aktion auch seine Tücken,
denn wo bekommt man 15
Fahrer her. Die erste Rettung
kam von der Feuerwehrschule.
Die Kollegen der Lehrgangsorganisation erreichten, dass ein Teil
eines Lehrgangs zur Verfügung
stand. Wir hatten Glück, denn
das Wetter wurde durch Petrus
fachgerecht gesteuert. Leider
fielen am Morgen der Fotoaktion
noch zwei geplante Fahrer aus.
Hier musste nun schnell entschieden werden. Entweder man
fährt nicht mit allen RTW, was
sehr schade gewesen wäre, oder
man organisiert in Windeseile
noch Nachwuchs. Die Service
Einheit Fahrzeug und Geräte
reagierte kompetent und siehe
da, alle 15 Fahrer und Fahrerinnen standen zur Verfügung. Wir
entschieden uns, mit allen RTW
in Kolonnefahrt zur Fotostelle zu
fahren. Ich gebe zu, das war mal

wieder ein Erlebnis. 15 RTW mit
Blaulicht als geschlossener
Verband, im Rückspiegel sah es
aus, wie eine endlose Kette. Man
konnte auch das Erstaunen der
Bürger erkennen, was sie wohl in
diesem Moment gedacht haben?
Am Olympiastadion angekommen wurden erst einmal alle
RTW hintereinander in der Reihe
fotografiert. Danach sollte eine
Sternformation entstehen. Leider
durften wir den direkten Vorplatz
des Stadions nicht nutzen, was
zu massiven Aufstellungsproblemen führte. Mit Ach und Krach
bekamen wir unseren Halbkreis
dann doch noch halbwegs hin.
So wurden dann die Aufnahmen
von einer mitgeführten DLK und
vom Boden aus gefertigt. Danach
sollte die Formation einer sogenannten Fischgräte aufgestellt
werden, was an zu wenig Platz
scheiterte.
Wir entschieden dann in kurzer
Zeit, eine weitere Formation von
15 schräggestellten RTW zu
bilden. Hierfür war der olympische Platz ideal. Es dauerte
manchmal ziemlich lange, bis
alle RTW synchron standen, aber
durch die Mitmachfreude aller
Beteiligten wurde auch das
gemeistert. Ohne hin merkte
man, dass allen die Aktion viel
Freude bereitete. Wo Licht ist, da
ist bekanntlich auch Schatten. So
mussten wir leider feststellen,

Bericht
dass es Menschen gibt die nicht
nur meinen, sehr sehr wichtig zu
sein, sondern auch noch in einer
Art und Weise auftreten, die von
Anfang an zu Spannungen führt.
So schrie uns ein Autofahrer an,
er müsse hier schnell durch das
Tor und wir sollen gefälligst das
Fahrzeug wegfahren. Auf den
Hinweis, man könne dies ja auch
ein wenig freundlicher sagen,
gab es kaum Verständnis. Lob
kam dagegen von Bürgern, die
sich gleich mal mit in die Fotoaktion mit einklinkten und genauso
Freude daran hatten. Daran sieht
man, wie die Gesellschaft heute
tickt. Früher wäre nie jemand auf
die Idee gekommen aus einem
fahrenden Auto Feuerwehrleute
zu beschimpfen, zumal es ja
nicht einmal einen Grund dafür
gab. Nachdem alle ihre Fotos im
Kasten hatten, ging die Kolonnenfahrt wieder nach Hause zur
Abteilung FG. Hier musste ein
Kollege der Beschaffung dann
mit großer Mühe Parkplätze für
15 RTW suchen. Eines ist auch
klar, so wird man nie wieder alle
RTW antreffen können, was die
Einmaligkeit solcher Aktionen
beschreibt.
Dank noch mal an alle Beteiligten
und Unterstützer der Aktion.
Schierz

Bilder : Schierz

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rennpunkt
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11

Veranstaltungen

Die härtesten Feuerwehrmänner

Einst als physischer Test für Feuerwehren in den USA entwickelt,
wurde daraus ein Wettkampf der
internationalen Art :
Die Firefighter Combat Challenge.
2007 fand dieser Wettkampf erstmals in Deutschland am Potsdamer
Platz in Berlin mit 76 Teilnehmern
statt.
Im Laufe der folgenden Jahre
entwickelte sich diese Challenge
rasant und findet mehrmals an
verschiedenen Orten Deutschlands
mit hunderten internationalen
Teilnehmern statt.
5 Stationen die unter kompletter
Schutzausrüstung absolviert
werden müssen, spiegeln die
Anforderungen im Feuerwehralltag

wieder. Ob im Einzelkampf, Tandem
oder in der Staffel, gilt es diese
Stationen schnellst möglich und
dem Reglement entsprechend zu
bewältigen.
Nachfolgend werden in kurzer
Beschreibung die einzelnen Stationen der Challenge beschrieben, die
dieses Jahr am 11. und 12. September wieder in Berlin ausgetragen
wurde.
Da auf Plätzen in der Innenstadt oft
ein begrenztes Platzangebot
herrscht, fand der Leiter und Organisator der Berlin Firefighter Challenge, Mike Weikamm, eine Möglichkeit diese auf dem Gelände des
stillgelegten Flughafens Tempelhof
zu veranstalten.

1. Station

3. Station

Hier werden dem Zuschauer in
Freizeitparkatmosphäre spannende
und aufregende Feuerwehrwettkämpfe sowie ein buntes Rahmenprogramm mit Informations- ,
Catering- und Verkaufsständen
geboten.
Auch die „kleinen Feuerwehrmänner“ können bei einer KidsChallenge ihre Feuerwehrbegeisterung unter Beweis stellen.
Detaillierte Informationen finden Sie
auch unter :
firefighter-challenge-germany.de
Lüdke

4. Station

Bild: Lüdke
Bild: Vorbeck

Ein 19Kg schweres Schlauchpaket
muß den 12m hohen Turm heraufBild: Vorbeck
getragen werden und dort in einem
dafür vorgesehenen Kasten abge- KEISER-FORCE-MACHINE
Mit einem 4 Kg Hammer muss ein
legt werden.
Gewicht von 72,5 Kg eine Strecke
von 1,50m nach hinten geschlagen
2. Station
werden.

Nach einem 42,5m langem Slalomkurs muss der Wettkämpfer einen
mit Wasser befüllten C-Schlauch
22,8m nach vorne durch eine
Schwingtür ziehen und ein Ziel mit
dem Wasserstrahl treffen.

Kids-Challenge
Auch im nachempfundenem Miniformat macht es den FeuerwehrKids Spaß sich zu beweisen.

Bild: Vorbeck

5. Station

Bild: Vorbeck

Hier muß ein Schlauch (19Kg) an
einem Feuerwehrseil hochgezogen
werden. Fällt der Schlauch während
des hochziehens mehr als 1 Etage
herunter ist der Wettkämpfer
disqualifiziert.

Bild: Vorbeck
Bild: Lüdke

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RESCUE RANDY (79,4 Kg) muß
im Rautekgriff rückwärts 30m bis
ins Ziel gezogen werden.

Veranstaltungen

Interschutz 2015
Die Feuerwehrmesse
Als ich am Sonntag im Vorfeld der
Interschutz in Hannover eintraf war
ich erstaunt, was sich dort schon am
eigentlichen Vortag der Interschutz
abspielte. Mein Ziel war es in erster
Linie die im Freien stehenden
Fahrzeuge noch vernünftig zu
fotografieren, ohne das lästige
Menschen, wie so oft, absichtlich ins
Bild laufen. Dort angekommen
wurde man erst einmal von der
Menge erschlagen. Fein aufgeteilt
ordnete sich das Feld nach Firmen
wie Rosenbauer inkl. Metz, Ziegler,
Schlingmann, Magirus, Bronto,
Empl, Gimaex, Lentner und zahlreichen ausländischen und hier nicht
genannten Firmen. Der Feuerwehrfan kam hier voll auf seine Kosten
und wenn das noch nicht reichte,
konnte man die bestimmten Hallen
besuchen, in denen man Firmen wie
MAN, Mercedes und auch die oben
genannten Firmen mit noch mehreren Fahrzeugen und deren technisch neuen Highlights vorfand.
Jeder Hersteller versuchte es auf
seine Weise die Neuheiten an den
Mann zu bringen. Was toll war, die
Hallen waren so gut ausgeleuchtet,
d a s s m a n a u c h h i e r
ohne Blitzgerät vernünftig arbeiten
konnte. Viele meinten, dass diese

Messe noch größer als in den
Vorjahren war, was ich nicht so ganz
teilte. In den übrigen Hallen gab es
alles Mögliche über Schutzkleidung,
Sicherheitstechnik, vorbeugender
Brandschutz, Fahrzeugzubehör und
alles, was die Feuerwehr auch nur
ansatzweise berührt. Die dritte
Sparte waren die ideellen Aussteller,
hier präsentierten sich einige
Feuerwehren worunter auch die
Berliner Feuerwehr zu finden war.
Kommen wir zunächst zu den
Fahrzeugneuheiten. Die Abgasnorm Euro 6 stellt viele Fahrzeughersteller vor Konstruktionsprobleme. Die Norm erfordert viele Zusatzaggregate, die Stau- und Platzprobleme verursachen. Euro 6 macht
Neuheiten im Bereich der Mannschaftskabine und des Geräteraumes konstruktiv nötig. Jeder Hersteller schaffte es auf seine Weise
Euro 6 Fahrgestelle in seine Art der
Herstellung zu integrieren. Herausgekommen sind schöne und manchmal eben nicht so schöne Fahrzeuge, was natürlich auch
im Sinne des jeweiligen Betrachters liegt. Auf Basis von Übergangsvorschriften und Sondergenehmigungen können für die
Feuerwehr noch Euro 5 Fahrgestel-

le bestellt werden, allerdings ist es
abzusehen, wann damit Schluss ist.
So wird also keiner drum herumkommen, früher oder später Euro 6
Fahrgestelle zu beschaffen. Auch
wenn es alle Hersteller geschafft
haben Feuerwehrfahrzeuge auf
Euro 6 Fahrgestellen zu bauen, was
das noch für Probleme mit sich
bringt, wird sich wohl erst in Zukunft
zeigen. Wer weiß, vielleicht liegt ja
schon Euro 7 im Schubfach, wo
reiner Sauerstoff aus dem Auspuff
kommt.
Rosenbauer stellte die ersehnten
neuen Panther vor, Flugfeldlöschfahrzeuge die sehr futuristisch
aussehen. Ansonsten auch hier
Euro 6 Fahrgestelle mit neuesten
Kabinen und die für Rosenbauer
typische AT 3 (Aluminium Technologie) Bauweise. Im Freien dagegen
stand „Paul“ ein riesiger Dreiachser
mit einer handelsüblichen LKW
Kabine aber einem monströsen
Aufbau, der bspw. 30.000 Liter
Wasser fasst. Zu sehen waren auch
neueste Drehleitern mit Metz
Technologie, die ein kleines Wettrüsten was die Leitersatzlänge bzw.
Rettungshöhe angeht, mit Magirus
Leitern ausfechteten. Rosenbauer
stellte auch zwei etwas versteckte
Fahrsimulatoren zur Verfügung.
Einmal der Simulator eines Panthers mit dem man auch gleich den
Löschangriff virtuell starten konnte
und der zweite, der ein Löschfahrzeug darstellen sollte. Hier fuhr ich
als Beifahrer mit und das war
wirklich toll. Mein Fahrer der noch
eine ungeübte Jungbohne war,
verursachte allerdings binnen
weniger Minuten 3 Unfälle in denen
es richtig rumste, Game Over war
die Folge. Der Simulator ist aber
sehr realistisch gestaltet, die Feuerwehr Frankfurt (wir berichteten
darüber) besitzt so etwas auch.
>>>

Bilder : Schierz

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rennpunkt
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13

Veranstaltungen

Interschutz 2015

Was die Höhe angeht, war wohl
Bronto mit seinem 100 Meter Skylift
wieder der Sieger. Als ich auf dem
Aussichtsmesseturm stand, fuhr der
Korb an mir vorbei und richtete sich
noch viele weitere Meter nach oben
auf, eine statische Meisterleistung,
die aber für den Hausgebrauch einer
Feuerwehr wohl eher ungeeignet ist.
Magirus stellte im Rahmen einer
Pressekonferenz die neueste
Drehleiter der Berufsfeuerwehr
München vor. Hierbei handelte es
sich auch um ein Euro 6 Niederflurfahrgestell mit aktuellster Drehleiter

technik. Die Hinterachszusatzlenkung auch HZL genannt ist bei allen
Münchenern vorhanden und wurde
nochmals verbessert. Der Lenkeinschlag war beeindruckend, so dass
der Eindruck entstand, dass die DLK
auf der Stelle wendete. Das Fahrerhaus wurde auch facegeliftet und
sieht jetzt gefälliger aus, als beim
Vorgänger. München stattet mit 13
Drehleitern alle ihrer Wachen mit
dem gleichen Typ aus, was natürlich
viele logistische Vorteile hat. Sammelbestellungen sind für München
im Übrigen nichts Neues.

Ziegler stellte die neueste Version
der Z-Cab vor, eine Mannschaftskabine in modularer Bauweise. Wer
schon immer wissen wollte, wie es
sich anfühlt wenn sich das Löschfahrzeug überschlagen würde, hatte
hier Gelegenheit dies zu testen. In
einem Kabinensimulator konnte
man sich- natürlich angeschnalltauf den Kopf drehen lassen, hier
sollte die Sicherheit der Kabine
dargestellt werden.
Viele Feuerwehren stellten ebenfalls ihre neuesten Fahrzeuggenerationen vor. Der Synergieeffekt dabei
ist, die Feuerwehr und die Aufbaufirma können sich damit präsentieren.
Auffällig war auch, dass es nur sehr
wenige Fahrzeuge auf der Interschutz gab, die in Tagesleuchtrot
(RAL 3024) lackiert waren. Meistens
waren sie mit Folie (RAL 3026)
beklebt oder in Feuerrot (RAL 3000)
lackiert. Einzig am Stand der Firma
MAN gab es ein TLF mit echter
leuchtroter Lackierung zu sehen,
was meiner Meinung nach immer

noch am schönsten aussieht. Ach ja,
meine Meinung. Es war für mich wie
ein Déjà-vu. Als vor einigen Jahren
die Folien Beklebung eingeführt
wurde machte ich den Vorschlag,
stattdessen die Fahrzeuge in
Verkehrsrot (RAL 3020) zu lackieren. Dieser rote Farbton wird auch
von der Bahn AG verwendet und
bildet einen sehr guten Kompromiss
in Bezug auf Erkennbarkeit und
Kosten. Damals wurde ich dafür
belächelt und es wurde als Quatsch
abgetan. Nun wird dieser Farbton
plötzlich eingeführt und soll sogar in
die Normung aufgenommen werden. Einige Fahrzeuge waren damit
schon lackiert und tragen damit
auch eine bessere Signalwirkung.
Im Nachhinein bin ich über diesen
Zustand sehr erfreut zeigt es doch,
dass manches Gedankengut
vielleicht doch gar nicht so schlecht
ist.

14

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rennpunkt
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>>>

Interschutz 2015
Wer sich wunderte, dass die
Firma Metz nicht mehr richtig
vertreten war, konnte zumindest
noch Fragmente der beliebten
Marke an den Hubrettungsfahrzeugen der Firma Rosenbauer
erkennen. Der Name Metz ist ab
jetzt nicht mehr gültig, weil Metz
ohnehin zum Rosenbauer Konzern gehört. Die eingebaute
Technik in den Drehleitern bleibt
aber dennoch Metz basierend.
Wie erwähnt, gab es bei den
Hubrettungsfahrzeugen nicht nur
ein Wettrüsten, was die Höhe
angeht, sondern Ausladung,
bessere Belastung und auch
Zusatzausstattungen standen
hoch im Kurs. Magirus stellte den
„Rescue Loader“ vor, ein Zusatzgerät, das anstatt des Rettungskorbes an der Leiterspitze installiert wird. Hiermit ist es nun
möglich, eine Korbtrage für
Übergewichtige einzuhängen,
die dann patientengerecht durch
das Fenster gerettet werden
können. Die Aufhängevorrichtung ist mit 500 kg belastbar, ist
flexibel und in den Höhen und
seitlich verstellbar. Weiterhin gibt

Veranstaltungen
es an der Drehleiter zertifizierte
Anschlagpunkte, hier können
Seiltechniken sicher eingehangen werden.
Auffallend war, dass es dieses
Mal sehr wenig MerchandisingStände gab. Die Auswahl war auf
früheren Interschutz(en) deutlich
größer. Leider wieder zu kurz
gekommen ist der Modellbereich.
Sicher ist dieser nicht gerade
lebensnotwendig und das wenig
Gezeigte war bis auf einige
Ausnahmen eher quantitativ als
qualitativ, es wäre jedoch schön,
wenn man an alte Zeiten anknüpfen würde und vielleicht wieder
eine halbe Halle mit guten
Modellbauern von Einsatzfahrzeugen präsentieren würde.
Alles in Allem war die Interschutz
wieder ein großer Erfolg und es
hat Spaß gemacht, „Jute Jungs“
zu treffen. Interessant war es
sowieso, die Fahrzeugshow
brillant. Abgesehen von wenigen
„Hochnäsigen“ waren auch alle
Hersteller freundlich und Kundenorientiert.
Schierz

Bilder : Schierz

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rennpunkt
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15

Wissen

zerschnit
Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr, und wieder einmal werden
dramatische Rettungsaktionen aus
verunfallten Autos vorgeführt. Durch
professionellen Umgang mit Rettungsschere und Spreizer ist schnell
eine Tür geöffnet und ein Dach
abgeschnitten.
Aber wo kommen eigentlich die
Autos für diese Vorführungen her ?
Wer genau hinschaut, erkennt dies
an den auffälligen gelben Aufklebern:
Autopresse Tempelhof

und

ten

Bei der Feuerwehr durfte Juschkat
als Brillenträger leider nicht anfangen. Dennoch entwickelte sich eine
große Begeisterung zu den Rettern
mit Blaulicht.
Für diese besondere Form der
Unterstützung zur Lebensrettung
wurde Helmut Juschkat schon
mehrfach ausgezeichnet.
So erhielt er u.a. 2006 die Silberne
Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverbandes und wurde 2011 als
„Engel der Großstadt“ geehrt.
Seine Leidenschaft zu alten Fahrzeugen bezeugt die Mitgliedschaft
im Förderverein Feuerwehrmuseum
Berlin. Dort wurde vor einigen
Jahren ein prallgefülltes „Frustschwein“ geschlachtet, welches
eine Menge Geld für den Erhalt der
historischen Feuerwehrtechnik
erbrachte.
Wer selbst einen alten Wagen
verschrotten möchte, bringt diesen
am Besten zur Autopresse Tempelhof.
Und wer weiß, vielleicht erfüllt auch
Ihr Schrottauto noch einen guten
Zweck als Übungsobjekt für die
Feuerwehr zur Lebensrettung .

z.B. Airbags und Tanks verborgen
sind. Bei so vielen Fabrikaten ist es
für die Retter wichtig zu wissen, wie
man schnell an das Unfallopfer
heran kommt. Für solche lebensrettenden Hilfeleistungen gibt Helmut
entscheidene Hinweise, die gleich
Seit 1969 betreibt Helmut Juschkat an Ort und Stelle mit neuen und
die einzige Autopresse Berlins und gekonnten Schnitten an den Fahrdie Verwertung von Altfahrzeugen in zeugen ausprobiert werden können.
der Tempelhofer Gottlieb-DunkelDamit dieses neu erworbene
Str.
Dort findet man nicht nur alte PKWs Wissen und Können auch der
und unzählige Ersatzteile, sondern Öffentlichkeit präsentiert werden
auch ein ganz besonderes Engage- kann, liefert die Autopresse Tempelhof Schrottwagen zu Feuerwehrverment für die Feuerwehr.
Hier können zum Beispiel Feuer- anstaltungen.
wehren ihren Übungsdienst zur Nach dem das Publikum diese
Rettung aus Unfallwagen absolvie- dramatischen Szenen bestaunen
ren. Helmut Juschkat stellt für konnte, werden die zerschnittenen
solche Trainingseinheiten alte Autos R e s t w a g e n w i e d e r a b g e h o l t .
auf seinem Gelände zur Verfügung. Anschließend landen die Überreste
in der 350 Tonnen Presse und
Er begleitet solche Übungen gern
mit wertvollen Tips zu den einzel- werden zu einem 2m x 60cm Paket Lüdke
enen Fahrzeugtypen. So lernt die zusammengepresst.
Feuerwehr direkt live am Auto, wo

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Bilder : Lüdke

Museum

Förderverein
Feuerwehrmuseum Berlin e. V.
Unser gemeinnütziger Förderverein
wird in diesem Jahre 25 Jahre alt.
Am 4. Oktober 1990, also nur einen
Tag nach der Wiedervereinigung
Deutschlands, wurde der Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e. V.
von den Mitgliedern der beiden
Berliner Arbeitsgemeinschaften
Feuerwehrgeschichte, aus dem
West- und dem Ostteil der Stadt,
gegründet. Mitinitiatoren unserer
Vereinsgründung
waren die beiden
Bild: Schierz
bekannten Feuerwehrhistoriker
Heinz Gläser (Berlin-Ost) und
Günter Strumpf (Berlin-West).
Ziele dieses gemeinnützigen
Vereines waren und sind bis heute:
Fördern und Ausstatten des Feuerwehrmuseums Berlin, Information
der Öffentlichkeit über die Arbeit und
die historische Entwicklung der
Berliner Feuerwehr, Unterstützung
von Archivarbeiten und öffentlichen
Museumsveranstaltungen mit
feuerwehrhistorischem Bezug und
Wecken von Verständnis und
Interesse für die Aufgaben der
Feuerwehr, besonders bei Kindern
und bei Jugendlichen.
In den letzten 25 Jahren wuchs
unser Verein mit seinen Aufgaben
und hat heute 130 Mitglieder. Von
1998 bis 2009 übernahmen unsere
Mitglieder den sonntäglichen
Museumsdienst. Sie öffneten das
Museum von 9.00 bis 12.00 Uhr und
führten den Kassen- und Aufsichtsdienst durch. Auch stand die Vorbereitung der Feierlichkeiten 150
Jahre Berliner Feuerwehr an. Die
Museumsfahrzeuge mussten für
den Fahrzeugkorso und Ausstellungen „Fit“ gemacht werden. Mit
Geldern der Deutschen Klassenlotterie und des Vereines wurden die
Fahrzeuge aufgearbeitet. Vereinsmitglieder begleiteten dieses
Projekt. Auch im Festkomitee waren
unsere Vereinsmitglieder vertreten,
u. a. auch bei der Erarbeitung der

Festschrift. Seit dem Jahr 2000
unterstützten wir auch das Museum
bei der Veranstaltung „Lange Nacht
der Museen“. Eine weitere Herausforderung war die Renovierung der
Feuerwache Tegel und der Räume
des Museums in den Jahren 2009
und 2010. Unsere Vereinsmitglieder
halfen bei der Gestaltung des
„Ersatzmuseums“ in den Hallen am
Borsigturm und auch beim Rückzug
des Museums.
Unsere aktive Vereinsarbeit besteht
weiterhin darin, das Museum der
Berliner Feuerwehr zu erhalten und
auszubauen und dazu die Sammlungen zu vermehren und die Arbeit
des Feuerwehrmuseums zu unterstützen. Die Sammlungen umfassen
Fachbücher, Fahrzeuge und Geräte, Bilder, Filme und ein Aktenarchiv.
Diese Sammlungen werden durch
Beschaffungen vom Förderverein
sowie Schenkungen und Erbschaften von Vereinsmitgliedern regelmäßig erweitert.
Die Arbeit des Museums wird von
den Mitgliedern in allen fünf Sammlungen durch Erforschen, Ordnen,
Pflegearbeiten, Mithilfe bei Ausstellungen und ggf. Reparaturen
unterstützt.

kaufstresens. Mit Informations- und
Verkaufsständen bei Veranstaltungen, wird für die Ziele des Vereines
und das Feuerwehrmuseums
geworben. Die Erzielung von
Einnahmen für die Tätigkeiten
unseres Fördervereins, ist hier auch
ein wichtiger Aspekt. Neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden ist der
Verkauf von Waren im Museumsshop eine unserer wichtigsten
Einnahmequellen. Zusätzliche
Einnahmen, erbringt auch der
Verkauf von Büchern, Zeitschriften
und Postkarten, welche Vereinsmitglieder dem Verein gespendet
haben. Dementsprechend sind
Sachspenden an den Verein auch
immer willkommen.

Finanziell unterstützt unser Verein
das Museum und seinen Betrieb
durch den Erwerb von Exponaten,
Präsentationsmitteln, Ersatzteilen,
Modellen, Akten, Büchern und
Zeitschriften. Viel Geld wird für die
Unterhaltung der Museumsfahrzeuge zur Verfügung gestellt. Ersatzteile, Pflegemitteln, Farben und Lacke,
Werkzeug und eine „rote Nummer“
(07 Kennzeichen) werden vom
Verein bezahlt. Der Verein übernimmt auch, seit dem Jahre 2010,
regelmäßig die Kosten für die
Die Mitglieder übernehmen für das Beschäftigung von handwerklichen
Museum Nachforschungen und Helfern im Museum.
Auskünfte zu Anfragen, beispielsweise Informationen an Wachen Der Förderverein zahlt auch den
und Freiwillige Feuerwehren zu Beitrag des Feuerwehrmuseums für
Jubiläen und an Nachkommen die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehrmuseen
früherer Feuerwehrangehöriger.
Sie warten, pflegen und reparieren im vfdb. Unsere Mitglieder sind seit
Museumsfahrzeuge und Geräte, 2004 bei ihrer Tätigkeit für den
helfen bei der Bestimmung von Verein durch eine HaftpflichtversiBildern und auch bei allgemeinen cherung abgesichert. Auch die
Kosten dieser Versicherung werden
Arbeiten des Museums.
Während der Öffnungszeiten des vom Verein getragen.
Museums, unterstützen unsere
>>>
Vereinsmitglieder das Museumsteam bei Führungen von Gruppen,
bei der Beaufsichtigung der Besucher und der Betreuung des Vers
rennpunkt
new

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Museum
Die Aufarbeitung der Berliner und
Deutschen Feuerwehrgeschichte,
und deren Veröffentlichung, ist
vielen unserer Mitglieder eine
Herzensangelegenheit. Einige
Vereinsmitglieder sind auch in
überregionalen und internationalen
feuerwehrhistorischen Gremien
aktiv. Deshalb betreibt der Verein
auch mit dem Feuerwehrmuseum
zusammen eine eigene Internetpräsenz. Im FKF-Brennpunkt und in der
LBD-Info werden regelmäßig
historische Beiträge und aktuelle
Berichte aus unserem Vereinsleben
veröffentlicht.
Seit 1992 führt unser Verein ein
sogenanntes Info-Treffen durch. Es
ist ein Tausch- und Informationsabend für unsere Vereinsmitglieder
und interessierte Gäste. Seit Januar
2015 finden diese Infotreffen wieder,
am zweiten Dienstag eines jeden
Monats, im Dienstgebäude der FF
Mitte in der Linienstr. 129 statt.
Regelmäßig werden Vereinsfahrten
zu anderen Feuerwehrmuseen oder
Feuerwehren durchgeführt.
Lübke

Bild: Lübke

Gesucht werden engagierte Mitstreiter!
Sie interessieren sich für die Geschichte der Berliner Feuerwehr und
wollen mitmachen?
Sehr schön, wir brauchen Sie – kommen Sie zu uns!
Unser Jahresbeitrag beträgt 18,00 Euro.
Unsere Geschäftsstelle befindet sich im Museum der Berliner Feuerwehr.
Anschrift: Veitstr. 5, 13507 Berlin
Telefon:

+49 (0)30 387-10 933

E-Mail: info@feuerwehrmuseum-berlin.de

Fax: +49 (0)30 387-10 969
Internet: www.feuerwehrmuseum-berlin.de

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rennpunkt
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Bericht aus dem Feuerwehrmuseum
Rückblickend auf das Jahr 2015 hat
sich auch diesmal so einiges im
Museum getan. Die Ausstellung
wurde umstrukturiert, und der
Wandelgang durch die Räume wird
wieder einmal mehr zum Erlebnis für
Groß und Klein.
Im Bereich Rettungsdienst verschwand zu Gunsten der Reanimation die Sonderausstellung "Hilfsorganisationen", die dort 1 1/2 Jahre
zu besichtigen war. Durch den Tod
des Vereinsmitglieds Sigi Hackbarth
kam eine unerwartete Spende auf
uns zu, sein Wohnzimmerschrank,
den wir für das neue Szenario
nutzen konnten. Er wurde unter
erheblichem Aufwand in der Tiefe so
gekürzt, dass eine vollwertige
Schrankfassade zu sehen ist und
ein lebensechtes Szenario gestaltet
werden konnte. Die Frau von
Thomas Rottke, einem neuen
Mitarbeiter im Museum, spendierte
einen Fensterrahmen für die Wohnzimmergestaltung. Auch eine
Scheibe konnte dann noch für einen
„schmalen Taler“ besorgt werden.
Einen künstlerischen Touch bilden
die beiden "Retter mit Herz" im

Mittelpunkt der Ausstellung. Die
Figuren aus Streckmetall wurden
von unserem handwerklichen Helfer
gefertigt und führen eine Wiederbelebung an einer älteren Reanimationsübungspuppe durch. Das
äußere Erscheinungsbild der
Sanitäter erzeugt besonderes
Interesse bei den Besuchern. Die
Ausstellung wird noch durch einen
Videofilm erweitert, der die
Geschwindigkeit der Kompression
bei der Reanimation zeigt. Hier gibt
es seitens der Besucher immer mal
wieder Fragen oder falsche Vorstellungen.

Museum

Bilder: Sträubig

Bilder: Sträubig

Im Bereich "Gefahren der Einsatzstelle" werden die Gründertage der
Rettung von Einsatzkräften durch
Einsatzkräfte, z.B. nach einer
Bewusstlosigkeit von Kollegen,
gezeigt. Wir stellen den Trupp
deshalb noch in der älteren NomexSchutzkleidung dar. Aber auch die
aktuelle sandfarbene PBI-Matrix ist
zur Gegenüberstellung zu betrachten. Derzeit gibt es in Berlin drei

Atemschutz-Notfall-trainierte
Staffeln. Die Kollegen haben eine
spezielle Ausbildung in der Sofortrettung von Einsatzkräften oder
Dritten. Um das Thema
und die Anstrengungen
der Retter noch

anschaulicher zu gestalten, wird die
Ausstellung durch eine kommentierte Videopräsentation einer Atemschutznotfallrettung unterstützt.

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Museum
Im Raum der Kinderbrandschutzerziehung wurde die Figur von Darth
Vader, dem dunklen Lord aus der
Star Wars Saga installiert, dessen
Atemgeräusch dem unserer Lungenautomaten verblüffend ähnelt,
der Helm übrigens auch. Mittels
Geräuschgenerator ist es nun
möglich, Kindern die Einsatzkleidung von Feuerwehrleuten noch
lebhafter zu beschreiben und
vorzuführen. Da die Weltraumsaga
in diesem Herbst wieder in die Kinos
kommt, sind wir am Puls der Zeit und
so manche Mundpropaganda ruft
neue interessierte Besucher auf den
Plan.
Die Schrauber-Fraktion kümmert
sich weiterhin und in höchster
Intensität um die Rettung des
kränkelnden Fahrzeugbestandes
unserer historischen Vehikel. Um
den Museumsmitarbeiter und
Fahrzeugbeauftragten Stefan Heyn
hat sich ein Team von 3 weiteren
Fahrzeugbegeisterten gefunden.
Christian Woletz, Manuel Butze und
Michael Goebel investieren viel
Freizeit, um Lichtmaschinen zu
tauschen, Kupplungen zu restaurieren und jegliche Art von Leitungen
auszuwechseln. Selbst eine einfache Mechanik an einer Fensterkurbel ist nicht ohne persönliches
Engagement und weitere private
Kontakte zu befreundeten Firmen zu
reparieren, da es einige Ersatzteile

Bild: Sträubig

leider nicht mehr gibt. So muss
etliches handgefertigt, geschweißt,
gelötet, gedreht oder gefeilt werden.
Dies geht ganz klar über den bezahlten „Job“ hinaus, da man die anfallenden Zeiten letztlich gar nicht
mehr schreibt. Der gemeinnützige
Förderverein Feuerwehrmuseum
Berlin e.V. unterstützt alle Taten mit
den so dringend benötigten finanziellen Mitteln. Schwerpunkte sind in
diesem Jahr defekte Reifen und
Schläuche gewesen oder Batterien,
die aber auch mit Unterstützung der
Serviceeinheit Fahrzeug und Geräte
repariert oder aus Restbeständen
beschafft werden konnten.

Bild: Sträubig

Das Museumsteam geht auf die Straße.
Das geschah, wie bereits zuvor,
auch wieder mehrfach in diesem
Jahr. Historische Fahrzeuge wurden
vermietet und bei Wachfeierlichkeiten oder dem Pensionärstreffen
kostenfrei zur Verfügung gestellt,
manchmal sogar auf 3 Veranstaltungen gleichzeitig, auch mit mehreren
Fahrzeugen. Dann teilt sich das
Team auf. Die einen bewegten die
Fahrzeuge, die anderen übernahmen den Samstagsdienst. Unterstützung gab es auch hier von
Vereinsmitgliedern. Wir beschickten
alle Veranstaltungen mit den
gewünschten Fahrzeugen oder
disponierten bei Ausfall kurzfristig
um, damit immer etwas auf der

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Straße stand. Zudem haben wir
auch oftmals Präsentationsstände
errichtet. Das Museumsteam bietet
Popcorn oder Waffeln an und kommt
so mit den Leuten in Sachen Eigenwerbung ins Gespräch und sammelt
Bares für die Vereinskasse. Hierzu
wird dann auch schon mal eine
historische Uniform übergestülpt.
Der 2. Lebensrettertag, unsere
eigene Veranstaltung, die durch das
Museumsteam ausgerichtet wurde,
war eine Hitzeschlacht. Bei uns
präsentierten sich alle großen
Reinickendorfer Hilfsorganisationen, THW und Polizei. 266 Helferinnen und Helfer sowie rund 2000
interessierte Personen besuchten

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rennpunkt
new

den Tag, der am 4. Juli stattfand. Im
September gab es mal wieder eine
Hochzeit im Museum. Das Brautpaar wurde mittels DL durch das
Fenster direkt in das Trauzimmer
gefahren.

Bild: Sträubig

Die Sonderausstellung zur Zusammenführung der Ost- und WestBerliner Feuerwehr war zum Jahresende noch einmal ein richtiger
Kraftakt und ist ab dem 6. Oktober
zu sehen. Die vorherige Ausstellung
zum Thema „Der Reichstag brennt“
wurde verkleinert und an ihrer Stelle
eine Mauer errichtet. Mit einigen
Exponaten der Wendezeit und
einem durch den Förderverein
hervorragend recherchierten
Textbeitrag lassen sich die spannenden Tage der Zusammenführung
noch einmal intensiv rekapitulieren.
Abgerundet wird das Ganze durch
einen Videofilm. Das Interviewgespräch zwischen Günter Strumpf
(Feuerwehrhistoriker) und Wolfgang
Scholz (Landesbranddirektor i.R.,

LBD1989-1992), der natürlich so
einiges zu berichten hat, ist im
Kinosaal zu sehen. Sehr anschaulich gestaltet wurde das Ganze vom
Museumsteam auch im Hinblick auf
unsere Schulklassen, die sich eine
Mauer dieser Art überhaupt nicht
mehr vorstellen können.
Am 28. November wird das Personal
des Museums nochmals im Außenbereich tätig und findet sich zum
Adventsmarkt im Forstamt Tegel
ein.
12.000 Besucher hatten wir in den
letzten Jahren. Die Zahl ist gleichbleibend hoch und das erfüllt uns mit
Freude und Stolz. Mit großer Trauer
mussten wir zur Kenntnis nehmen,
dass unser Kollege und langjähriges
Vereinsmitglied Ekkehard Daum,

Museum
seiner schweren Krankheit erlegen
ist. Wir alle fühlen einen großen
Verlust und wünschen seiner
Familie viel Kraft in der bevorstehenden Zeit. Ein Dank für die gute
Zusammenarbeit geht an den
Förderverein und mein Museumsteam. Bleibt oder werdet alle gesund
und voller Tatendrang und lasst
euch auch 2016 für verrückte Ideen,
wilde Anträge und fantastische
Umsetzungen von unglaublichen
Projekten begeistern.
Stefan Sträubig / Museumsleitung

Bilder : Sträubig

Gott zur Ehr´ gemeinsam zur Wehr
18. September 2015 - 15:00 Uhr :
Einsatz für die FF Lichtenrade und
FF Wartenberg-Malchow nach Tegel
zum Großbrand.
Lagebericht : Es brennen im Feuerwehrmuseum 2 Herzen der Liebe für
einander.
Nach dem die Braut die Einsatzstelle im 2 OG. über die Drehleiter
durchs Fenster betrat, gaben sich
die beiden FF Mitglieder Dirk Arndt
(6330) und Yvonne Wardin (4710)
vor dem Standesbeamten das JAWort.
Die beiden Jugendfeuerwehrbetreuer trafen sich vor 3 Jahren als
Verletztendarsteller bei einer
gemeinsamen Übung. Seit dem
schlagen die Feuerwehrherzen
zusammen und landeten nun in
edler historischer Feuerwehratmosphäre gemeinsam im Hafen der
Ehe.
Nach der offiziellen Hochzeitszeremonie ging es durch das traditionelle
Feuerwehrspalier der Kameraden,
der beiden Freiwilligen Feuerweh-

ren, an zwei weitere Einsatzstellen.
Dort musste das gemeinsame
Feuerlöschen unter Beweis gestellt und anschliessend ein
Baumstamm zersägt werden.

Ringkissen aus
PBI-Stoff

Feuerwehrauto.
Wir wünschen den beiden
eine glückliche Ehe und viele
gemeinsame Einsätze mit gesunder
Heimkehr.
Michael Lüdke
Zu den weiteren feierlichen Stationen der Traumhochzeit ging es für
das frisch vermählte Einsatzpaar im
herzlich geschmücktem W50

Bilder : Lüdke

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rennpunkt
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21

Museum

Feuerwache Mitte - ein Rückblick
Teil 2
Der Personalbestand des Kommandos Mitte betrug lange Jahre ca. 100
Mann mit einer jeweiligen Stärke je
Wachabteilung (WA) von rund 50
Kollegen. Um den Verwaltungsumfang gering zu halten, gab es eine
pragmatische Lösung. Jede WA war
in 4 dienstliche Gruppen mit einem
Gruppenführer, seinem Stellvertreter und weiteren 8-9 Kollegen
eingeteilt. Jede Gruppe hatte einen
eigenen Tagesraum und Schlafraum, der sich mit der anderen WA
geteilt wurde. Allerdings jeder mit
eigenen Bett. So musste z.B. jeden
Morgen das Bett analog zur NVA
gebaut werden. Der Gruppenführer
war für seine Leute in allen Fragen
zuständig, bis hin zum Schreiben
der anfallenden Beurteilungen und
ähnlichem. Damit war für die WALeitung diese Arbeit sehr übersichtlich. Die Besetzung der Fahrzeuge
erfolgte gruppenübergreifend.
Allerdings wurde 1975 mit der
Versetzung eines ehrgeizigen
Gruppenführers aus Potsdam diese
Struktur der Abteilungsführung und
des Kommandoleiters ein Dorn im
Auge, sah man doch eine Cliquenbildung. So wurden alle Kollegen in
einen großen Tagesraum umgesiedelt und man hatte wie in Potsdam
alle unter Kontrolle. Dieser Zustand
wurde dann nach einigen Jahren
leicht geändert und wieder einige
Tagesräume eingerichtet. Die
Arbeitszeit wurde nicht in Stunden
und Minuten sondern nur in Dienstschichten gerechnet. Gab es zu
Beginn einen freien Tag im Monat,
wurden es dann zwei und dann nach
jeder fünften geleisteten Schicht
einen freien Tag. Diese Tage konnten aber frei verteilt werden und zum
Monatsanfang wurden immer im
Rahmen einer Besprechung diese
Tage dann eingetragen. Auf Grund
der personellen Stärke einer großen
Wache im Gegensatz der zu besetzenden Funktionen konnten außerhalb der Urlaubszeit oftmals zusatzfreie Tage vergeben werden. So
wurden die ansonsten geforderten
72-Stunden Wochen für die Kollegen abgemildert. Das alles natürlich

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nicht offiziell, die Leitung der Ein paar Bemerkungen zu den
Dienststelle überließ das alles den Fahrzeugen, die in den Jahren
stationiert waren. Zur IndienststelWachabteilungen.
lung 1955 gab es zwei LF 25 (VorAuch die fachliche Seite wurde kriegsfahrzeuge), zwei LF 15 und
immer mehr den Wachabteilungen ein TLF sowie einen RTGW (alle
überlassen, denn es wurde vor H3A). Ab 1956 dann noch eine DL
allem nach den gescheiterten 52 der Fa. Metz. Diese Leiter war mit
„Berliner Modell“ immer mehr die d e m A n s c h a f f u n g s p r e i s v o n
ideologische und politische Arbeit 165000,- DM, dem unter dem
forciert. Es war nicht die WA die Leiterpark freihängenden Fahrkorb
Beste, die Ihre Einsätze korrekt und einer ausklappbaren Plattform
erledigte sondern die mit den zum Hochfahren eines Feuerwehrhöchsten Organisierungsgrad d.h. mannes sowie Sprechverbindung
wieviel Kollegen sind in der Partei, nach oben lange Jahre der Stolz der
FDJ, Deutsch-sowjetische Freund- Wache. In den ersten Jahren war die
schaft und dem Sportclub Dynamo. DL mit einem Offizier und 5 Mann
Gleichzeitig gab es strikte Forderun- besetzt, da die 4 Stützspindeln noch
gen von oben, die Anzahl der mit der Hand runtergefahren werden
Brände effektiv zu senken. Im mussten und über 30m AusziehlänSozialismus hatte es nicht zu ge Halteleinen zu halten waren. Die
brennen. Da nun die Anzahl der Besatzung wurden dann ironisch
Brände eigentlich so richtig nicht zu Spindelführer genannt. Im weiteren
beeinflussen war, wurden kurzer- Verlauf waren dann aber nur noch 2
hand Kleinbrände zu blinden Alar- Mann Besatzung und auch kein
men erklärt. Der jeweilige Einsatzlei- Offizier mehr eingeteilt. Die LF 25
ter ersparte sich damit die Rechtfer- gingen dann außer Dienst und als
tigung vor dem Leiter, warum schon Standardzug war dann ein TLF, ein
wieder ein Brand die schöne Statis- LF sowie ein Reserve-LF, ein
tik zerstört und er brauchte keinen RTGW, ein RTW und eine DL
Brandursachenbericht schreiben, stationiert. Da Berlin und hier vor
zu dem er verpflichtet war. Die allem Mitte die neuesten Fahrzeuge
Brandursachenermittlung machte aus eigener Produktion erhielt,
die Feuerwehr, Kleinbrände der kamen nach den H3A die S 4000Einsatzleiter, Mittelbrände der Serie und danach die W50. 1968
Brandermittler vom VB und größere ging die DL 52 außer Dienst und die
die BUK der Feuerwehr im Präsidi- DL waren dann DDR-Drehleitern.
um. Durch die Manipulierung der Als Sondertechnik waren zeitweilig
Einsatzzahlen kam es z.B. dazu, der Kommandowagen, ein Gasdass die Kripo im Bereich Linienstra- schutzgerätewagen H6 sowie ein
ße, Sophienstraße einen Serien- Luftschaumfahrzeug auf Roburbrandstifter festnahm und der Fahrgestell in Dienst. Die Besatgestand, in diesem Bereich mehrere zungsstärke schrumpfte mit den
Brände in Hauskellern gelegt zu Jahre von LF 1:8, TLF 1:3, RTGW
haben. Auf Rückfrage bei der 1:5 (im Sommer mit den Tauchern
Feuerwehr ergab sich, dass es dort der Taucherbasis), RTW 1:3, DL 1:5
gar nicht gebrannt hatte sondern auf Grund neuer Erkenntnisse und
blinde Alarme durch glimmende Modelle immer weiter und war mit
Aschereste im Kellergang vorlagen. Einführung der taktischen Einheit
Eine beliebte Formulierung, wurde noch TLF 1:3, LF 1:5 und nach
doch noch mit Kohle geheizt. Diese Einführung des Vorausfahrzeugs
kleinen Einblicke in das Innenleben B1000 VF 1:3, TLF 1:3, LF 1:3.
schildern natürlich nur das Kom>>>
mando Mitte und können auf keinen
Fall auf alle Kommandos verallgemeinert werden.

s
rennpunkt
new

Museum
Das Kommando Mitte war in den
Jahren bei grundlegenden Neuerungen beteiligt bzw. verantwortlich. So
wurde in Zusammenarbeit mit
Hauptmann Kramer vom Präsidium
der Volkspolizei (PdVP) das Nebenschlussverfahren zum Herstellen
von Netzwasser erprobt, auf Grund
eines Neuererauftrages der Hauptabteilung F zur Rettung aus Hochhäuser der spezielle Rettungsdienst
gebildet und auch bei der taktischen
Einheit und Vorausfahrzeug war
Mitte beteiligt.

Mit diesen beiden Artikel zur FW
Mitte in der Zeit als Kommando Mitte
sollte ein kurzer nicht vollständiger
Bericht zur jüngsten Historie geleistet werden. Wenn dann in einigen
Jahren eventuell nur noch von der
Rettungswache gesprochen werden
wird, können dann eventuell Interes

sierte nachlesen, dass dort mal eine
Feuerwache mit wechselnder
Geschichte vorhanden war.
B. Lettow
Förderverein Feuerwehrmuseum
Berlin e. V.n oder Feuerwehren
durchgeführt.

Nicht zuletzt gingen von Mitte in der
Wendezeit in der Person von OLM
Klaus Kühner die entscheidenden
Impulse zur Gründung eine Gewerkschaft und einer Demokratisierung
von unten aus. Für Interessierte: Im
Rahmen einer Sonderausstellung
zur Zusammenführung beider
Feuerwehren im FW-Museum wird
auch dieses Thema eingehender
gezeigt.

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www. EUERWEHR - ANSHOP .de

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aus original PBI-Stoff
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