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Periodical volume

Full text: Brennpunkt news Issue 12.2008

Nr. 12

Informationen über die Berliner Feuerwehr

Ausgabe 1/2008

Wann kommt denn hier der nächste Bus?

Inhalt:
In eigener Sache Kolumne: Ich hatte einen Traum...	 Neue Fahrzeuge: Der Chef hat einen Neuen Achtung Presse 1:6 ELW und NEF	 Wat´n dat´n?	 Wann kommt denn hier der nächste Bus?	 Seite 2 ModellNews 	 Nichts für Grobmotoriker Comeback eines Oldies	 Seite 3 Seite 4 Seite 5 Seite 6 Seite 7

Neues aus dem Feuerwehrmuseum Berlin Feuerwehrhistorische Miniaturen	 Seite 8 Während des Dienstes fanden den Tod 	 eite 11	 S

Foto: Machmüller

FKF in eigener Sache – Worte vom Schatzmeister
Bei der Jahreshauptversammlung 2007 wurde ich, mehr oder weniger freiwillig, zum neuen Schatzmeister des FKF e.V. gewählt. Im August übernahm ich dann die Amtsgeschäfte von meinem Vorgänger und seitdem hatte ich Einiges zu tun! Als Ergebnis dieser Tätigkeiten muss ich mich daher heute an alle Mitglieder des FKF e.V. mit den folgenden Punkten wenden: Die Zahlungsmoral zahlreicher Mitglieder ist schlecht! Daher mußte ich im August und Dezember 2007 eine größere Anzahl an Mahnungen versenden, weitere Maßnahmen diesbezüglich werden sich im laufenden Jahr noch fortsetzen und letztlich mit einer Bereinigung der Mitgliederliste bis Ende 2008 enden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt jährlich 16.- Euro und dies bereits seit dem 1.1.2002!! Nicht 15.- Euro, auch nicht 15.34 Euro. Nun werden manche sagen „Und das fällt dem nun im Jahre 2008 ein“. Daß meine Amtsvorgänger dies jahrelang duldeten, ist ehrlich gesagt nicht mein Problem. In meiner Amtszeit möchte ich „nur“, daß alles korrekt abläuft. Das kann doch nicht zu viel verlangt sein, oder? Ich tue nur das, was getan werden muss! Also bitte, verehrte Mitglieder, 16.- Euro pro Jahr für natürliche Personen und 25.Euro für juristische Personen (Firmen), dies sind die Mindestsummen, nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Sollten im laufenden Jahr nach dem Erscheinen dieser Zeilen in den Brennpunkt News 1/2008 Mitgliedsbeiträge unter 16.- Euro auf dem Vereinskonto eingehen, werden die betroffenen Mitglieder von mir abgemahnt. Übrigens ist der Jahresbeitrag laut unserer Satzung bis zum 31.1. eines laufenden Jahres fällig! Die Jahresbeiträge sind steuerlich absetzbar und daher gibt es natürlich auch eine Spendenbescheinigung für jeden. Die Bescheinigungen für 2007 liegen den aktuellen Brennpunkt News 1/2008 bei, die Belege für 2008 werden mit der Ausgabe 4/2008 verschickt werden. Apropos „verschicken“, da wären wir auch schon beim nächsten Thema. Stellen Sie sich bitte das folgende Szenario vor: Sie sind Vereinsmitglied im FKF e.V. und erhalten statt 4 x im Jahr die Brennpunkt News in einem separaten Briefumschlag an Sie adressiert nur 2 oder 3 Ausgaben und diese vielleicht auch noch mit Wochen Verspätung oder vielleicht auch nur einen Brief im Jahr. Nun, dann ist etwas nicht Ordnung! Um Portokosten zu sparen, was natürlich im Sinne aller Mitglieder ist, da wir mit den Vereinsgeldern unterstützen und fördern wollen, versuchen wir alle Mitglieder, die im Dienste der Berliner Feuerwehr (BF & FF) stehen, über den Weg der Dienstpost zu erreichen. Leider kommt uns immer wieder zu Ohren, daß die Brennpunkt-News mit Wochen Verspätung oder auch gar nicht beim Mitglied eintrifft, da man ja auf der Wache „XYZ“ schon seit Ewigkeiten nicht mehr stationiert ist. Das Gleiche gilt natürlich auch für private Postadressen nach Umzug. Diesem Übel möchte ich auch gerne zu Leibe rücken: Sollte Ihnen das oben angeführte Szenario bekannt vorkommen, bitte ich Sie um das Folgende, es tut nicht weh und geht auch ziemlich schnell: Senden Sie einfach eine Email an: FKF@ingo-papenfuss.de mit Ihrem Vorund Zunamen, Ihrer aktuellen Postadresse und Ihrer Feuerwache/Dienststelle. Alternativ können Sie dies auch schriftlich an die aktuelle Vereinsadresse senden: Förderkreis Feuerwehr e.V. Voltairestrasse 2, 10179 Berlin Sind Sie in den letzten 4-5 Jahren privat umgezogen, haben Sie die Feuerwache/ Dienststelle gewechselt oder sind Sie pensioniert worden?? Dann senden Sie mir bitte umgehend Ihre aktuellen Daten, denn was nützt die beste Mitgliederliste, wenn von den Mitgliedern nur noch der Name bekannt ist? Dann noch ein paar Worte zum Thema „Kündigung der Mitgliedschaft“: Die Kündigung muss schriftlich bis spätestens zum 30.9. eines Jahres beim Vereinsvorstand eingetroffen sein, wenn sie zum Jahresende wirksam werden soll. Die Kündigung wird schriftlich vom Vorstand bestätigt. Der Austritt aus z.B. einer FF oder die Pensionierung beinhaltet nicht automatisch den Austritt aus dem FKF e.V.!! So, nach diesen Worten hoffe ich, daß alle Unklarheiten geklärt sind und wünsche mir/Ihnen/uns eine sinnvolle und harmonische Vereinsarbeit. Für Fragen und Auskünfte betr. Mitgliedschaft stehe ich gerne per Mail oder Post zur Verfügung!
Mit freundlichen Grüßen Ingo Papenfuß-Schatzmeister FKF e.V.

Ich hatte mal einen Traum
Zwar ist es schon eine Weile her, die älteren Kollegen von uns werden sich aber mit Sicherheit noch an Dieter Prezewowski (ehem. Personalrat) erinnern, der jede Personalversammlung mit dem Spruch (Ich hatte mal einen Traum) und einer dazu gehörenden Anekdote beendete. An einen dieser Träume erinnere ich mich noch haargenau. Er bestand darin, dass Dieter und der ehemalige LBD Seidel sich im Jahre 2000 im Himmel trafen und auf die Erde nieder blickten. Von dort oben sahen sie beide einen Löschzug alarmmäßig durch die Straßen Berlins fahren. Kurt Werner Seidel sagte zu Dieter: „Mensch da kannst Du mal sehen, es ist das Jahr 2000 und da unten fährt immer noch der Berliner Löschzug durch die Stadt“. Da1/08- Seite 2 rauf erwiderte Dieter:„Ja, aber es ist der Einzige“. Kleiner Trost des Traumes, unser Dieter erfreut sich Gott sei Dank noch bester Gesundheit. Seit dem 1. Februar ist es aus mit der schönen Berliner Feuerwehr, die viele von uns kennen gelernt haben. Wie angenehm war es, als man zum Dienst kam und in der Fahrzeughalle lächelte einem ein kompletter Löschzug, manchmal mit zwei zusätzlichen RTW an. Man schaute auf die Einteilungskladde und fand komplett besetzte Fahrzeuge. In voller Erwartung trat man einen 24-h Dienst an, der ein aufopferndes Arbeiten zuließ. Manchmal kam es sogar vor, dass soviel Kollegen im Dienst waren, dass Renovierungsarbeiten im Gebäude vollzogen werden konnten. Der Staat hat hier im übrigen viel Geld gespart! Fast 20 Jahre nach Dieters Traum könnte man fast meinen, er hätte ein Dejavú gehabt. Nun gibt es nach EK 06 zwar mehr als einen Löschzug, genauer und kritisch betrachtet, vielmehr ist es aber nun wirklich nicht. Erstaunlich ist, wie rosarot die Sache nach außen verkauft wird. Als das damalige EK 99 fluchend in Kauf genommen wurde, war man sich zumindest in einem sicher. Unter diesem Level geht nichts mehr. EK 06 zeigt aber, das die Grenze wieder einmal deutlich da drunter liegt, fragt sich nur, wer eines Tages die Zeche zahlt. Natürlich ist man an Gesetze gebunden, aber die Personal-

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1:6

Das ist keine neue Staffelbezeichnung der Berliner Feuerwehr, sondern vielmehr das Mischverhältnis der neu beschafften Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) und einem Einsatzleitwagen (ELW) . Im Zuge der Umstellung von NAW auf NEF wurden sechs neue NEF an die entsprechenden Stützpunkte übergeben. Hier kam es zu einem Generationswechsel beim Fahrzeugtyp. Die bisher beschafften NEF und ELW auf dem Typ T4 und T5 wurden stets an ihrer Kapazitätsund Gewichtsgrenze gefahren. Dies

hatte hohe Verschleißkosten zur Folge. Aus diesem Grunde dachte man über einen Modellwechsel nach, dem man mit dem neuen Sprinter Fahrgestell (311

CDI) mit kurzem Radstand dann auch in die Tat umsetzte. Das neue Modell bietet genügend Platz- und Gewichtsreserven (3500kg zul. Ges. Gew.) und kann dennoch mit einem „normalen“ Führerschein gefahren werden. Ein großer Vorteil ist die Kompatibilität der Einschubmodule. So passen diese im Tauschverfahren sowohl vom T4 und T5 in den Sprinter als NEF oder ELW, oder eben auch anders herum. Zum Umladen steht ein neuer stufenlos regelbarer Hubwagen zur Verfügung, der gegenüber den Vorgängern noch einmal deutlich verbessert wurde. 1/08- Seite 3

Foto: Machmüller

es doch weniger auffällig als seine Vorgängermodelle. Die Lackierung fand im RAL Ton 3000 (Feuerrot) statt. Sollte der Landesbranddirektor dann doch zu einer Einsatzstelle ausrücken, besteht die MögDie Pressestelle der Berliner Feuerwehr lichkeit ein Magnetblitzblaulicht auf dem hat einen neuen fahrbaren Untersatz Fahrzeugdach zu installieren. Deswei- Schierz bekommen. Großen Wert wurde auf die teren wird ein anhaftbarer Frontblitzer an eindeutige Identifikation als Feuerwehrfahrzeug gelegt, was mit der Installation einer Signalanlage erheblich verbessert wurde. Damit das Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) als Anlaufpunkt für die Pressevertreter erkennbar wird, lassen sich Haftschilder mit einem entsprechenden Hinweis an der Seite anbringen. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen VW T5 Multivan mit der Farbe Tornadorot. Zum besseren Auffinden der Einsatzstellen, steht ein Navigationsgerät zur Verfügung. Eine weitere Aufgabe des MTF wird der Transport von Besuchergruppen oder Vertretern anderer Feuerwehren sein, die entsprechend würdevoll von Ort zu Ort gebracht werden möchten. Übergeben wurde das schicke Vehicle mit der Behördennummer B-2703 im Februar an die aufnehmende Dienststelle in der Voltairestraße.

Achtung Presse

Foto: Machmüller

und Ausstattungsdemontage der Berliner Feuerwehr hat schon zu Fugmann-Hesings Zeiten begonnen. Dies sollte keiner vergessen. Hört man die Stimmen einiger Feuerwachen, ist es mit der Leistungsfähigkeit mehr als schlecht bestellt. Ich befürchte, der Tag wird kommen, da rutscht die rosarote Brille auch dem letzten vom Kopf, nur soll dann keiner sagen „Das habe ich aber nicht gewusst“. Wir werden das EK 06 weiter begleiten und gerecht darüber berichten. Vielleicht möchte auch einer der Leser etwas dazu sagen, wir freuen uns über jeden Leserbrief.

Der Chef hat einen Neuen
Gemeint ist selbstverständlich sein neues Dienstfahrzeug in Form eines Audi A6 Avant. Ein Fahrzeug, das auf den ersten Blick eher unspektakulär wirkt, ist der Frontscheibe befestigt. Der Signalton kommt aus einer verdeckt eingebauten Warnanlage der Marke Hänsch. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen gehören u.a. ein Navigationssystem. Der Audi A 6 ist sogar luftgefedert, was keine Sonderausstattung für den Chef ist, sondern zur Serie dieses Typs gehört. Bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h senkt sich das Fahrwerk automatisch um einige cm ab, was in erster Linie etwas mit Aerodynamik zu tun hat, tja , nur fliegen ist schöner. Damit das Fliegen auch immer schön unter Kontrolle bleibt, zeichnet ein Unfalldatenschreiber alle Bewegungen auf.

Durch die Größe des Sprinters ist es auch wesentlich gemütlicher im Innenraum für die Besatzung geworden. Für Komfort sorgt eine Klimaanlage sowie eine Zusatzwarmwasserheizung. Zum Standard gehören mittlerweile elektrische Spiegelverstellung sowie ebenso elektrische Fensterheber. Um die Einsatzstelle zielgenau

anzufahren, ist ein mobiles Navigationsgerät von Becker vorhanden. Schalten muss der Maschinist auch nicht mehr, dies übernimmt ein reinrassiges Automatikgetriebe. Wer auf das Fahrzeugdach schaut, wird zunächst die Pressluftfanfaren vermissen. Aber keine Angst, es gibt sie noch. Versteckt im Motorraum, lösen

sie in dieser Installationsform ein altes Problem. Der Geräuschpegel im Fahrzeuginnern, wurde damit deutlich gesenkt. Ein Unfalldatenschreiber (UDS) überwacht alle Fahrinformationen, die bei Bedarf ausgelesen werden können. Die NEF sind mit Arzt-Notfallrucksäcken ausgestattet, die auch gegen Koffer getauscht werden können. Neu ist auch ein Gerät namens Autopuls, welches übernimmt die Maßnahmen der Herzdruckmassage. Das NEF ist sowohl mit 12V als auch 230V Stromversorgung ausgestattet. Wie erwähnt wurden sechs NEF und ein ELW für den C-Dienst neu in Dienst gestellt. Auf den ersten Blick hebt sich der ELW optisch dadurch ab, dass er Leichtmetallräder besitzt. Alle Fahrzeuge wurden von der Firma Binz ausgebaut.
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Wat‘n dat‘n ?
Diese Frage werden sich viele Fahrzeugfans beim Anblick dieses Löschfahrzeuges gestellt haben. Wildeste Spekulationen gab es auch in Foren, die einem manchRosenbauer. Hier handelt es sich um ein LHF 10/6 vom Typ Mercedes Atego (815F). Die Kabine und der Aufbau ist in der modernen Rosenbauer Compactline Bauweise erstellt. Das LHF wurde nun noch auf die Belange der Berliner Feuerwehr umgebaut. Zur Ausstattung gehören vier Behältergeräte in der Mannschaftskabine. Eine angenehme indirekte Beleuchtung erleichtert das Arbeiten im Innenraum. Zur feuerwehrtechnischen Beladung gehören u.a. ein Stromerzeuger (8 kvA), ein hydraulischer Rettungssatz, ein Sprungpolster, ein Drucklüfter und die modernen Werkzeugkoffer heutiger City LHF. Im Heck befindet sich eine Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Leistung von 1500l/ min bei 10 Bar. Auf dem Dach des Aufbaus lagern eine Schieb- sowie eine vierteilige Steckleiter. Um Einsatzstellen besser auszuleuchten, stehen sowohl ein ausfahrbarer Lichtmast als auch eine Umfeldbeleuchtung zur Verfügung. Zum Warnen nachfolgender Verkehrsteilnehmer besitzt das LHF am Heck eine Verkehrswarneinrichtung. Anzumerken sei noch, dass zur Ausstattung ein sogenanntes Wechselmodul zur Verfügung steht. Dieses besteht aus einer Tragkraftspritze (Rosenbauer Fox), die gegen das Modul Hydraulischer Rettungssatz bei Bedarf ausgetauscht werden kann. Das Aussendesign des Fahrzeuges soll weitestgehend so erhalten bleiben. Ein Standort für das neue LHF 10/6 mit der Behördennummer B-2230 steht noch nicht fest.
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mal auch ein gewisses Lächeln entlocken. Nichts gegen Unwissenheit, aber man muss auch nicht Dinge erfinden, um wenigstens eine Erklärung zu haben. Nun wollen wir einmal das Geheimnis lüften. Zunächst sei in aller Deutlichkeit gesagt, dass es sich hier nicht um eine neue City LHF Generation handelt. Vielmehr sucht die Berliner Feuerwehr nach einem Nachfolgemodell für die Freiwilligen Feuerwehren mit einem platzbeschränkten Gerätehaus. Die im Jahr 1994 beschafften LHF-K sind mittlerweile in die Jahre gekommen und müssen adäquat ersetzt werden. Aus diesem Grunde übernahm die Berliner Feuerwehr ein Vorführfahrzeug der Firma 1/08- Seite 4

Wann kommt denn hier der nächste Bus?
Die Berliner Feuerwehr ist im Besitz eines neuen Mannschaftstransportfahrzeuges (MTF 3.) Wer nun denkt, dass es sich um ein Spezialfahrzeug handelt, liegt falsch. Vielmehr handelt es sich, abgesehen vom ungewöhnlichen Radstand, um einen normalen Stadtbus (Evo-Bus). Dies war auch so gefordert, wollte man sich doch von einem Reisebusflair verabschieden. Bei dem Neuling wurde ein Mercedes Benz Fahrgestell vom Typ Citaro K (O 530 K) verwendet. Der Aufbau stammt auch von Mercedes, der Ausbau hingegen von Binz. Beim MTF 3 sind insgesamt 30 Sitz- sowie 45 Stehplätze vorhanden. Die vornehmlichste Aufgabe des MTF ist die Unterbringung von Personen bei einem Brand oder ähnlichen Einsätzen mit einer Evakuierung, zum Schutz vor Wind und Wetter. Eine Klimaanlage (Typ Konvekta) sorgt für angenehme Atmosphäre, eine Zusatzheizung dagegen im Winter für ausreichende Heizkraft. Selbstverständlich besitzt das MTF 3 eine Luftfederung mit einer elektronischen Niveauregulierung (ENR). Wie bei einem BVG Bus lässt sich das Fahrzeug auf der rechten Seite zum Einsteigen absenken. Eine sogenannte Haltstellenbremse sorgt als zusätzliche Sicherheit dafür, dass bei geöffneten Türen kein Fahrbetrieb möglich ist. Im Innenraum befinden sich normale Hartschalensitze. In zwei zusätzlichen Staukästen sind u.a. Wasserbehälter mit Trinkwasser untergebracht. Der Innenraum bietet weiterhin die Möglichkeit im Notfall ein Krankenhausbett, eine Schwerlasttrage oder auch Rollstühle unterzubringen. Dazu können Sitze relativ einfach ausgebaut werden, entsprechende Befestigungsmöglichkeiten stehen auch zur Verfügung. Das MTF besitzt sogar eine integrierte Brandmeldeanlage. Als Ausstattungsmerkmale für den Fahrer gelten ein Automatikgetriebe, eine Rückfahrkamera, ein Navigationssystem, ABS sowie ASR. Alle Fahrzeugbewegungen werden von einem Unfalldatenschreiber (UDS) aufgezeichnet. Ein Retarder schont die konventionelle Bremsanlage. Das MTF 3 erreicht eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h. Der eingebaute Motor ist der Kategorie Euro 5 zugeordnet. Für saubere Luft sorgt die von Mercedes favorisierte Bluetec- Technologie. Das MTF 3 ist weiterhin für Digitalfunk vorbereitet. Länge: 	 10503 mm Breite: 	 2550 mm Höhe: 	 3100 mm Radstand: 	4398 mm Baujahr:	 2007
Schierz Fotos: Schierz, Machmüller

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llNews ode M
von Ingo Papenfuß
Noch knapp vor Weihnachten erreichte die Mercedes LoD3750 DL 26 nach Vorbild der Berliner Feuerwehr von Minichamps im Maßstab 1:43 den Fachhandel. Das Modell ist wie die bereits erschienene KS 25 wieder ein Top-Modell geworden. Der Metz-Leiteraufbau inclusive Drehturm und Podest sind neu, die Lackierung und die Details sind wieder perfekt, beide Modelle sind ein Blickfang in jeder Vitrine. dell, nur andere Zierstreifen ) und „FEUERWEHR 112“-Schriftzügen und das zweite Modell ist ein Mercedes Sprinter ´06 Bus/Hochdach MTW in rot mit weißen Streifen und Beschriftung „Werkfeuerwehr Daimler Chrysler“. Die Modelle sind bestellbar bei Mercedes-Benz Niederlassungen. Für den Modellautohändler Bürger OHG erschien von Rietze ein Mercedes Citaro MTW der Flughafenfeuerwehr Stuttgart mit allen Detaildrucken, ein sehr schönes Modell. Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg Anfang Februar präsentierten die Modellhersteller Ihre Neuheiten für 2008. Wiking kündigt die neue Metz L32 auf Mercedes Econic facelift an. Dies wird eine völlige Neukonstruktion sein. Wahrscheinlich wird das Modell zuerst an Metz als Werbemodell gehen und dann in die Serie einfließen. Rietze bringt den schon bekannten Koffer-RTW auf dem Fahrgestell des aktuellen VW Crafter, auch solMinichamps Mercedes LoD 3750 DL 26 Feuerwehr Berlin Serienmodell 1/43 # 439035370 75.- bis 85.- Euro Fachhandel Rietze MB Atego 04 LF 20 KatS FF Hamburg-Bergedorf 250 Stück 27.95 Euro Der kleine Autoladen Preiser / Rietze MB 1017 LF 16 FF Hamburg-Kirchwerder-Nord 500 Stück 26.95 Euro Der kleine Autoladen Rietze MB Sprinter Koffer-RTW BF Hannover RTW-3 250 Stück 25.50 Euro Der kleine Autoladen Rietze MB Sprinter Koffer-RTW MHD Stuttgart 250 Stück 25.50 Euro Der kleine Autoladen Herpa Mercedes Axor WLF Hängerzug Feuerwehr ca. 30.- Euro # B6 600 0793 Mercedes-Benz Niederlassungen Herpa Mercedes Sprinter Bus MTW WF DaimlerChrysler 19.- Euro # B6 600 0792 Mercedes-Benz Niederlassungen Rietze Mercedes Citaro MTW Flughafenfeuerwehr Stuttgart # RI 66927 27.90 Euro Bürger OHG

Für den kleinen Autoladen erschien im Dezember ein Mercedes Atego 04 LF 20 KatS der FF Hamburg-Bergedorf auf Rietze-Basis mit detailgetreuen Bedruckungen. Desweiteren gab es ein Kooperationsmodell zwischen Rietze und Preiser, das Preiser Mercedes 1017 LF 16 wurde von Rietze nach Vorbild der FF Hamburg-Kirchwerder-Nord bedruckt, beide Modelle waren innerhalb weniger Wochen ausverkauft. Ende Januar gab es erneut zwei Rietze Mercedes Sprinter RTW-Sondermodelle, einmal den RTW-3 der BF Hannover, das Modell unterscheidet sich vom 1.Werbemodell darin, daß bei diesem das alte Heck verwendet wurde. Der zweite RTW hat als Vorbild ein Fahrzeug des Malteser Hilfsdienstes aus Stuttgart. Das Modell ist wie immer mit allen Detaildrucken versehen. Für die DAIMLER AG hat Herpa zwei neue Feuerwehrfahrzeuge aufgelegt. Der erste Modell ist ein Mercedes Axor HD Abrollmulden-Hängerzug in rot mit weißen Zierstreifen (entspricht dem Herpa Serienmo1/08- Seite 6

len endlich diverse Einsatzvarianten des VW T5 mit langem Radstand in den Handel kommen, eigentlich war der T5 ja schon für 2007 angekündigt. Sonst sind keine besonderen Neuheitenankündigungen im Blaulichtsektor zu vermelden, nur diverse Varianten von schon bekannten Modellen, vielleicht tut sich ja in der zweiten Jahreshälfte noch etwas. Bezugsquellen: Der kleine Autoladen Tel. 0541/2599820 www.derkleineautoladen.de Bürger Miniaturmodelle Tel. 07161/72050, www.buerger-ohg.de

Nichts für Grobmotoriker
Nicht nur das alte MTF 3 aus den siebziger Jahren wurde im Modell gefertigt, sondern auch die neueste Variante dieses Fahrzeugtyps steht nun im Maßstab 1:87 vor uns. Gleich zum Anfang sei gesagt,

wer das Fahrzeug nachbauen will, muss wirklich eine ruhige Hand haben. Zum einen ist das Zerlegen des Originalmodells schon knifflig, das Zertrennen und Kürzen des Busses erfordert dann aber präziseste Trennschnitte. Besonders beim Kürzen der Verglasung ist höchste Vorsicht ge-

boten. Die Berliner Feuerwehr hat natürlich wieder einmal ein Fahrzeug gekauft, das es so im Modell nicht gibt. Vor allen Dingen der kurze Radstand ist hier deutlich hervorzuheben. Was ist also zu tun? Zunächst die gute Nachricht. Von der Firma Rietze gibt es den Citaro Stadtbus als Modell mit einem „normalen“ Radstand. Gute 25 Euro (Immerhin 50 Deutsche Mark) muss man allerdings dafür hinblättern. Man beginnt dann Stück für Stück den Bus zu zerlegen, die Teile sind gesteckt, manchmal aber hauchdünn. Die eventuell nun störende Bus-Beschriftung entfernt man mit einem entsprechenden Mittel der Firma Lux Modellbau (DLE-90) . Dann geht Schierz es an die Trennung. Im Grunde genom-

men muss nur das Mittelteil um ein Scheibensegment gekürzt werden und dann passgenau wieder zusammengefügt werden. Die schwarz gefärbten Scheibenteile sollten nach dem Trennen wirklich auf Press an einander geklebt werden, so dass man die Naht nicht mehr erkennt. Genauso verfährt man dann mit den Seitenteilen, dem Dach und der kompletten Inneneinrichtung, sowie der Bodenplatte. Die Klimaanlage auf dem Dach muss ein wenig nach hinten versetzt werden. Die Sitzanordnung der Inneneinrichtung sollte auch noch verändert werden um dem Original zu gleichen, zur Komplettierung gehören noch zwei weiße Staukästen über den vorderen Radhäusern. Nach dem Verspachteln und Schleifen des Karoseriegrundteiles wird dieses in RAL 3000 (Feuerrot) lackiert. Dann muss alles genauso chirurgisch wieder zusammengesetzt werden wie es anfänglich zerlegt wurde. Viele Details (Fanfaren, Antennen, Blitzblaulichter etc.) ergänzen dann das Modell. Na dann, viel Spaß!

Comeback für einen Oldie
Zufällig, wo gerade ein neues MTF 3 bei der Berliner Feuerwehr in Dienst gestellt wird, erscheint am Modellhorizont ein alter Bekannter dieser Gattung, zumindest ein passendes Grundmodell. Eine für Modellautos nicht gerade bekannte Firma mit dem Namen Märklin versucht sich seit einiger Zeit nämlich auch in diesem Sektor. So erschien ein 1:87 Modell des Mercedes O 302 und das noch für ein relativ kleines Geld. In mehreren Varianten gibt es das Modell zu kaufen. Entgegen den Gerüchten besteht das Modell nicht (MTF 3) auf Basis des O 302. Genau diesen wollten wir nun nachbauen. Auf dem ersten Blick sah dies zunächst einfach aus. Nach einem etwas fummeligen Zerlegen (einige Teile sind geklebt) erfolgte zu-

aus Metall, sondern aus Kunststoff und ist somit auch gut für unseren Modellbau zu verwenden. Lediglich die Grundplatte besteht aus Metall, das soll uns aber nicht stören. Die Berliner Feuerwehr besaß im Grunde genommen zwei dieser Fahrzeuge, zum einen war es der damalige Kommandowagen, das andere Fahrzeug war das Mannschaftstransportfahrzeug 3

nächst einmal eine erste Ernüchterung. Denn die mittlere Zierleiste war beim Modell anders verlaufend als an unserem Original. Jetzt galt es entweder darüber hinwegsehen oder mit viel Aufwand arbeiten. Als Nietenzähler entschied ich mich für viel Aufwand. Mühevoll musste die alte Zierlinie entfernt werden, dabei ging es leider nicht ohne einige Furchen von sich. Diese wurden zugespachtelt und wieder plan geschliffen, dabei mus- Schierz

sten die unteren Gepäckklappen etwas verkleinert werden. Auf der rechten Seite erfolgte der Austausch der Einstiegstüren. Die doppelten Flügeltüren wurden nun in einfache Klapptüren umgewandelt. Dazu mussten die Fenster oben vergrößert werden, die unteren wurden dagegen verschlossen und zugespachtelt. Nach einem Generalschliff installierte ich noch die beiden Blaulichtsockel, danach erfolgte die Lackierung in Feuerrot (RAL 3000). Auch die Innereien des Busses wurden etwas gesupert, die Sitze bspw. in braun gestrichen. Nach der Trocknung des Lackes ging es nach einem Innenanstrich an den Zusammenbau. Nun stand ich vor dem Problem die zahlreichen silbernen Zierlinien wieder herzustellen. Die alle mit einem Pinsel nachzuziehen ohne das es daneben geht, ist so gut wie unmöglich. Also musste eine neue Variante probieren. So schnitt ich silberne Folie in hauchdünne Streifen und beklebte den Bus damit, was nach meiner Ansicht recht akzeptabel aussieht. Nach einigen Verfeinerungen war das Modell dann fertig und bekam nun auch seinen zugewiesenen Standplatz in der Vitrine.

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Neues aus dem Feuerwehrmuseum Berlin
Neue Informationsplattform im Internet
Seit Februar dieses Jahres steht für die Mitglieder des Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e. V. eine neue Informationsplattform im Internet zur Verfügung. Es handelt sich dabei um eine „egroup“ des Internetdienstanbieters Yahoo. Diese geschlossene Benutzergruppe steht allen Mitgliedern des Fördervereins kostenlos zur Verfügung. Um alle Funktionen der egroup „Feuerwehrmuseumberlin“ nutzen zu können, ist eine einmalige Registrierung bei Yahoo und der Beitritt zu der egroup erforderlich. Dazu wird vom Moderator der egroup Ulrich Lindert (feuerwehrfoto@lindert.eu) eine Einladung versendet, in der alle nötigen Schritte erklärt werden. Für Mitglieder, deren Email Adresse dem Moderator nicht bekannt ist, besteht auch die Möglichkeit, auf der Internetseite der egroup (http:// de.groups.yahoo.com/group/Feuerwehrmuseumberlin) einen Antrag auf Beitritt zu stellen. Dieser wird dann kurzfristig bearbeitet, um den Beitritt zur egroup zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist natürlich die Mitgliedschaft im Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e. V. Jedes Mitglied hat die Möglichkeit, Beiträge zu lesen und zu senden um Neues bekannt zu geben, Fragen zu stellen und Diskussionen anzuregen. Auch können Bilder und sonstige Dateien hoch geladen werden. In einem interaktiven Kalender können wichtige Termine eingetragen werden, wobei automatisch Erinnerungen an die Mitglieder versendet werden. Somit haben auch die Mitglieder des Vereins, welche den Dienstagstermin auf der FF Mitte verpasst haben, die Möglichkeit kurzfristig Informationen zu erhalten.
Lindert FV FM

 

„Feuerwehrhistorische Miniaturen“
Im Jahre 1986 wurde in Ost-Berlin der „Ehrenamtliche Beirat für die Erforschung der Geschichte der Berliner Feuerwehr“ gebildet. Vordergründig sollte mit dieser Beiratsbildung ein aktiver Beitrag geleistet werden zur Vorbereitung des großen Festumzuges „750 Jahre Berlin“ im Sommer 1987. Der „Ehrenamtliche Beirat ...“ befasste sich auch mit der Darstellung von Einzelheiten (Miniaturen) aus der Berliner Feuerwehrgeschichte und gab im Laufe der Zeit unter dem Titel „Feuerwehrhistorische Miniaturen“ thematisch bezogene Kurzdarstellungen heraus. Insgesamt wurden vor der Wende 1989 als auch danach 23 derartige Miniaturen und drei längere Veröffentlichungen vorgestellt, die sich inzwischen großer Beliebtheit unter den Sammlern erfreuen. Hier zwei Beispiele aus dieser Miniaturenreihe:

Sonderfahrzeug als Befehlsstand
Im September 1936, also vor 62 Jahren, stellte die Berliner Feuerwehr einen Kommandowagen in Dienst, den sie damals zunächst als „Sonderfahrzeug als Befehlsstand“ betitelte. Dieses Fahrzeug kann durchaus als der Vorläufer der heutigen ELW betrachtet werden. Zur Ausrüstung dieses Fahrzeuges gehörte ein Kurzwellensender und -empfänger sowie zur Befehlsübermittlung ein Großlautsprecher. Ein Mikrophon und ein Fernsprecher, der an das Fernsprechnetz 1/08- Seite 8

angeschlossen werden konnte, vervollständigten neben einigen anderen Ausrüstungsgegenständen die Bestückung des Kommandowagens. Der erforderliche Antennenmast war am Heck des Fahrzeuges montiert. Bei Großeinsätzen erfolgte durch den leitenden Feuerwehroffizier über den zur Besatzung gehörenden Offizier eine Nachrichtenübermittlung zur Hauptfeuerwache. Zu einem ersten Einsatz dieses Fahrzeuges kam es am 27. Dezember 1936 am Potsdamer Platz beim Brand in einer unterirdischen Baustelle der Nord-Süd-S-Bahn. Hier kamen 19 Löschzüge der Berliner Feuerwehr zum Einsatz. Weitere große Bewährungsproben hatte der Kommandowagen zu bestehen beim Feuer infolge des Fliegerangriffs am 10. April 1941 in Berlin, als nachts von 0.28 Uhr bis 3.37 Uhr der 62. Fliegeralarm des 2. Weltkrieges ausgelöst wurde und die inneren Stadtbezirke betroffen waren. Hierbei erhielt auch die Staatsoper einen Brandbombentreffer. Zur Brandbekämpfung setzte damals der FE-Dienst mehrere GLG LF 25 und Drehleitern ein. Mittels

Lautsprecher des Kommandowagens erfolgte hier eine fast generalstabsmäßige Einsatzleitung. Über den Funk des Kommandowagens wurden weitere GLG und KzS 8 als Einsatzreserve zur Brandstelle beordert. Mit zunehmender Bombardierung Berlins und Zunahme der Verluste an Menschen und Material konnte der

FE-Dienst solche großen Einsätze immer schlechter organisieren und leiten. Das Sonderfahrzeug als Befehlsstand, der Kommandowagen, überlebte das Kriegsende nicht mehr. Foto: Repro aus „“125 Jahre Berliner Feuerwehr“; 1976

Die Schloßspritze Niederschönhausen
Die FF Niederschönhausen ist eine der ältesten freiwilligen Feuerwehren im heutigen Stadtbezirk Pankow. Das Datum ihrer Gründung ist in den Archiven mit dem 30. Juni 1897 vermerkt. Ihre Gründung ist im Zusammenhang mit dem Schloss Niederschönhausen zu sehen. Sie entstand aus der Verpflichtung der in Niederschönhausen lebenden Bauern, Knechte und Mägde, bei Feuersgefahr unverzüglich mit allen zur Verfügung stehenden Kräften und Mitteln Löschhilfe zu leisten. Wer dieser Verpflichtung „zur Abwehr von Schaden der Hohen Herrschaften“ nicht nachkam, wurde mit nicht geringer Buße bestraft. Um dieser auferlegten Pflicht gerecht zu werden und die Löschgeräte an einem zentralen Ort unterzubringen, wurde ein Spritzenhaus aus rotem und gelben Klinkersteinen gebaut, welches noch bis zum heutigen Tage in der Buchholzer Straße 2 existiert. In diesem Gebäude waren neben Ausrüstungsgegenständen auch die heute noch im Bestand des Märkischen Museums existierende Schlossspritze Niederschönhausen untergebracht. Es ist das einzige historische Feuerwehr-Fahrzeug in Niederschönhausen , das die Wirren beider Weltkriege überstand. Die aus Holz und Eisen gefertigte vierrädrige Pferdezug-Handdruckspritze hat einen oben liegenden Pumpenbaum und zwei Druckzylinder in einem Wasserkessel aus Stahl, einem seitlichen C-Abgangsstutzen, über dem die Aufschrift „Königliche Schlossspritze Niederschönhausen“ angebracht ist. Zum Bedienen des Druckbaumes waren sechs Personen notwendig, um den erforderlichen Druck erzielen zu können. Das Löschfahrzeug ist als vierrädriges Zweiergespann gebaut. Dass dieses historische Fahrzeug der Nachwelt erhalten geblieben ist, verdanken wir dem umsichtigen Verhalten der damaligen Kameraden. Aus Platzmangel und um es weiter zu schützen, wurde es von ihnen in den sechsziger Jahres des vorigen Jahrhunderts zunächst dem Mär1/08- Seite 9

kischen Museum gestiftet. Leider hatte das Märkische Museum seinerzeit nicht genügend Depotraum, so dass die Spritze in einem großen Schuppen nahe Berlins abgestellt werden musste. Hier stand sie zwar sicher, war jedoch der Kälte in den ungeheizten Räumen und dem Frost sowie der relativ hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt und die Holzwürmer taten ihr übriges verheerendes Werk. Die Kameraden der FF Niederschönhausen bemühten sich bereits 1972 anlässlich ihres 75jährigen Jubiläums sehr darum, die Spritze aus dem Depot für ihren Festumzug zu bekommen. Sie mussten sich jedoch von der Unmöglichkeit ihres Vorhabens wegen dem schlechten Zustand des Gerätes überzeugen und setzten nun alles daran, dieses historische Fahrzeug in einen solchen Zustand zu versetzen, dass es zumindest fahrbereit wurde. Selbst ein vor der Schule aufgestellter Fahnenmast wurde geopfert, um den Pumpenbaum zu ersetzen. Mit der Bildung des damaligen „Ehrenamtlichen Beirates zur Erforschung der Geschichte der Berliner Feuerwehr“ 1986 in Vorbereitung der 750-Jahrfeier Berlins bemühte sich dieser Ostberliner Beirat auch um die Schlossspritze Niederschönhausen. Es wurde seinerzeit ein Vertrag mit dem Märkischen Museum geschlossen mit dem Ziel, nach dem Muster der historischen Straßenbahnen in Berlin schrittweise die Spritze in ihren Originalzustand zu versetzen und sie in Absprache mit den geschichtsbewussten Kameraden aus Niederschönhausen in den Bestand eines damals noch als Idee vorhandenen künftigen Ost-Berliner Feuerwehrmuseums zu überführen. Anlässlich des großen Festumzuges zur 750-Jahrfeier in Ost-Berlin Anfang Juli 1987 konnte die Schlossspritze Niederschönhausen nicht vorgeführt werden,

ein Transport in diesem maroden Zustand wäre damals für den Erhalt der Spritze nicht dienlich. Sie konnte lediglich fotografiert und ihr momentaner Zustand festgehalten werden. Die Wende 1989/1990 und die nachfolgende Zeit erlaubte es sowohl finanziell und materiell als auch vom Zeitfonds der Kameraden her nicht, sich der historischen Spritze zu widmen, so dass sie auch zum 100. Jubiläum der FF Niederschönhausen nicht gezeigt werden konnte. Selbst der Hinweis der Ost-Berliner Feuerwehrhistoriker 1990/1991 bei der Vereinigung beider Berliner historischen Feuerwehr- Arbeitsgemeinschaften über das Vorhandensein dieses technischen Kleinodes der Feuerwehrtechnik und den Zustand dieser Spritze konnte den

Der vorhandene historische Fahrzeugpark der Berliner Feuerwehr war einerseits in einem besseren Zustand, andererseits bedurften einige Fahrzeuge davon einer Rekonstruktion, für die u.a. der Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin aus Spenden und anderen Finanzierungsquellen Mittel bereitstellte. Das betrifft auch eine ähnliche, jedoch viel jüngere Spritze im Bestand des Feuerwehrmuseums Berlin, die im Museum ausgestellt ist.
Heinz Gläser FV FM

Schloßspritze 1987 Fotos: Gläser

Zustand bisher nicht ändern. Und es war in Vorbereitung der im Jahre 2001 zu begehenden Feierlichkeiten der 150. Wiederkehr der Gründung der Berliner Feuerwehr nicht möglich, die Schlossspritze für den Festumzug zu präparieren.

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29.09.2006 11:25:51

Während des Dienstes fanden den Tod
Im Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e.V. gibt es Überlegungen, die durch den feuerwehrtechnischen Dienst tödlich verunglückten Angehörigen der Berliner Feuerwehr in irgend einer Form (Ehrenbuch wie bei der Polizei, Namenstafeln wie früher auf dem Feuerwehrehrenmal oder anderes) aufzuzeigen, um die Verunglückten aus der heutigen Anonymität zu holen. Wir wollen zu diesem Zweck alle, die während des Dienstes ihr Leben verloren haben, mit den zeitgenössischen Angaben zum Hergang bekannt machen. Die Angaben hat unser Mitglied Günter Strumpf über fast dreißig Jahre zusammengetragen. Dabei hat er nun für jeden Todesfall einen Vorschlag gemacht, der sich nach den Vorgaben für das frühere Feuerwehrehrenmal richtet. Das hat früher die Todesfälle, die auf „werkthätiger Nächstenliebe“ beruhten, also ausschließlich durch Einsätze im feuerwehrtechnischen Dienst bedingt waren, namentlich genannt. Diesmal sollen alle bekannten Fälle, also einschließlich der Kriegstoten, genannt werden (aber nicht die als Soldaten gefallenen). Wegen des Umfangs wird die Zusammenstellung nach den Platzmöglichkeiten nach und nach erscheinen. Günter Strumpf

Feuerwehrmann Kurt Klemm, Fw Schöneberg 24 Jahre • verstorben 29.8.1929 Das vom Brande betroffene Haus Kurfürstendamm Nr. 178 ist ein Haus mit außerordentlich großen und geräumigen Wohnungen. Zimmer von 8x6 und 10x8,5 m sind in jedem Geschoß vorhanden. Derartige Räume bedingen naturgemäß einer besonderen Hilfskonstruktion. Während nun in allen übrigen Geschossen... Differdinger Träger benutzt worden waren, ... hatte man über der Decke des 4. Obergeschosses zur Aufnahme der Deckenlast quer über die Breite des Raumes ein doppeltes Hängewerk aus Holz errichtet... Hier ... hat nun das versteckt liegende Feuer... am stärksten zerstörend gewirkt... schlagartig brach der 30x30cm starke Hängebalken und mit ihm die angehängte Balkendecke zusammen, die in dem vom Brande unversehrt gebliebenen Geschoß Wasser aufnehmenden Beamten unter sich begrabend. (September 1929) Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal genannt. Brandmeister Adolf Pfeiffer, Fw Schöneberg 55 Jahre • verstorben 29.8.1929 verunglückt wie Klemm Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal genannt. Feuerwehrmann Robert Christel, Fw Schöneberg 36 Jahre • verstorben 30.8.1929 verunglückt wie Klemm Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal genannt.

sen und sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Auf dem Transport verstarb er. (1985) Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal genannt. Brandmeister Willi Kuba, Fw Moabit geboren ? • verstorben 27.9.1933 Am 24. September 1933 hatten wir Feuer an der Gotzkowskybrücke. Es brannten Preßkohlen in einem tiefen und großen Keller. Ich war Führer des Zuges. Brandmeister Kuba war Führer des 1. Angriffstrupps. Der Keller war stark verqualmt, und wir hatten schwer darunter zu leiden. Nach mehreren Stunden schwerer Arbeit waren wir an den Brandherd herangekommen. Nachdem wir das Feuer gelöscht hatten und wieder nach der Wache zurückgekehrt waren, klagte Kuba über heftige Brust- und Kopfschmerzen, auch über Herzbeschwerden. Ihm war so schlecht, daß er sich hinlegen mußte. Am anderen Tage hatte er dienstfrei. Als Kuba am 26. morgens zum Dienst kam, brach er auf dem Wege zur Wache in der Kirchstraße zusammen. Die Wache wurde angerufen und ich schickte den Pkw hin. Kuba wurde nach dem Moabiter Krankenhaus gebracht und dort ist er verstorben. (9.8.1949) Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal genannt.

Feuerwehrmann Franz Bunge, Fw Spandau geboren ? • verstorben 19.3.1934 Während der leitende Ingenieur sich bei Rohr 3 aufhielt, wurde von einem noch freien Trupp... eine C-Leitung von der Scharfen Lanke aus an der Giebelmauer des brennenden Feuerwehrmann Bernhard Osinsky Bootsschuppens vorbei vorgenommen... Die Giebelmauer war geboren ? • verstorben 2.3.1932 20 m lang, 6 m hoch und 1 Stein stark, mit 1-1/2 Stein starken In der Gedenktafel zum Vierjahresbericht der Feuerlöschpolizei Pfeilern gesichert; sie löste sich dicht am Boden in ganzer Berlin 1932-1936 angegeben. Nach Berichten von Kollegen Länge vom Fundament ab und stürzte nach außen um... Der auf einer Hydrantentour an Herzversagen verstorben. (1985) Feuerwehrmann Franz Bunge, der zu dem Trupp gehörte, war Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal nicht genannt, offenbar, gerade mit dem Auslegen der Schlauchleitung beschäftigt, als weil der Tod nicht durch Einwirken eines feuerwehrtechnischen die Mauer sich umlegte und Bunge unter sich begrub. Einsatzes bedingt war. Die Bergung des Verunglückten wurde durch große strahlende Hitze sehr erschwert... In etwa 10 Minuten Oberfeuerwehrmann Willi Heine, Fw Keibel wurde der Verunglückte befreit und mit schweren geboren ? • verstorben 2.6.1933 Oberschenkelbrüchen und Kopf- und RückenverletAm 2. Juni 1933 war Ofm Heine beim Dachstuhlzungen ins Krankenhaus gebracht. Dort ist er am brand in der Grell- / Ecke Greifswalder Straße als Nachmittag des nächsten Tages seinen VerletAngriffstruppführer tätig. Während zungen erlegen. (April 1934) Auf der Löscharbeiten mußte er die dem Berliner FeuerwehrehrenEinsatzstelle verlasmal genannt.

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Zeitgenössische Zeichnung des ehemalige Berliner FeuerwehrEhrenmals auf dem Mariannenplatz

125 Jahre Wasserrettung in Deutschland
Mit einem Festakt und einer Vorführung am 8.3.2008 im Haus der Kulturen der Welt wurde das 125-jährige Bestehen der Wasserrettung in Deutschland gefeiert. Im Februar 1883 fand der erste Einsatz der Regensburger Rotkreuz-Wasserwehren bei mittlerem Donauhochwasser statt. Danach widmeten sich immer mehr Rotkreuz-Vereine der Bergung und Wiederbelebung Ertrunkener. Im Laufe des Jahres stehen weitere Veranstaltungen im Zeichen des 125. Gesburts-

Zentraler Tag der offenen Tür
Am 22. Juni 2008 von 10-18 Uhr findet auch in diesem Jahr wieder der Zentrale Tag der offenen Tür statt. Auf dem Gelände am Nikolaus-Groß-Weg 2 wird ein spektakuläres Highlight das Live-Experiment Wasser hebt Auto sein, das bereits bei der Sat1-Megaclever-Show im November 2007 im Fernsehen gezeigt wurde. Neben der Präsentation neuester Fahrzeugtechnik wird es viele weitere

spannende Einsatzvorführungen geben. Nicht nur herumstehen und zuschauen - mitmachen ist angesagt: So haben die Besucher nicht nur die Möglichkeit, Bootsrundfahrten zu machen, mit Feuerlöschern zu üben oder Wiederbelebung zu trainieren, sondern sie können auch an den Einsatzvorführungen aktiv teilnehmen und dabei Feuerwehrmann /-frau spielen.

Wichtiger Termin
FkF-Mitglieder bitte vormerken:
Am 26. Mai findet um 18 Uhr die Jahreshauptversammlung des Förderkreis Feuerwehr e.V. (FkF e.V.) auf der FW Mitte im „Kleinen Saal“ Raum 311 statt. Gäste sind herzlich willkommen.

Impressum:
Herausgeber & Redaktion:

Preisfrage: ____
Welches Fahrzeug fährt der LBD ?
Wenn Ihr die Brennpunkt news aufmerksam gelesen habt, sollte Euch die Antwort nicht schwer fallen! Sendet Eure Antwort bis 1. Mai 2008 per Email an: th.hirte-foto@t-online.de per Fax an: 01805-060 34 00 31 81(14ct/min)

Förderkreis Feuerwehr e.V. (FKF e.V.) in redaktioneller Zusammenarbeit mit dem Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e.V.

Gestaltung, Satz:

Fotographie + Layout, Berlin kontakt@fotographie-layout.de

Druck: Kahmann Druck & Verlag, Berlin Auflage: 1300 Stk.
Beiträge Fördervereins Feuerwehrmuseum Berlin e.V. sind mit FVFM Bln e.V. gekennzeichnet. Verteilung in den Dienststellen der Berliner Feuerwehr sowie an die Mitglieder des FKF e.V. und des Fördervereins Feuerwehrmuseum Berlin e.V. Da die gedruckte Ausgabe nur in begrenzter Anzahl vorhanden ist, können Sie die Brennpunkt news auch kostenlos per Email beziehen. Bitte senden Sie eine Email mit dem Betreff „Brennpunkt news Abo“ an: th.hirte-foto@t-online.de Wenn Sie das Erscheinen der Brennpunkt news durch ein Inserat unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte mit dem Betreff „Brennpunkt news Anzeige“ und Ihren Kontaktdaten an folgende Email: kontakt@fotographie-layout.de oder rufen Sie unter folgender Telefon-Nr. an: 030/811 87 57

(Anschrift für den Versand und Telefonnummer für eventuelle Rückfragen nicht vergessen)

Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Als Gewinn gibt es diesmal die überarbeitete Foto-CD „Berliner Feuerwehr“ von Detlef Machmüller mit mehr als 800 Fotos. Wer sie nicht gewinnt kann sie aber bestellen. Für 10,-Euro, zzgl 1.50 Euro für den Versand, ist sie erhältlich unter:  49 99 72 86 oder machmueller@t-online.de. 1/08- Seite 12

Fotos: Machmüller

tages der Wasserrettung, u.a. auch das 1. Mega-Camp vom 20.-22. Juni 2008. Weitere Informationen unter: www.125jahre-wasserrettung.drk.de
        
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