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Periodical volume

Full text: Brennpunkt news Issue 8.2007

Nr. 8

Informationen über die Berliner Feuerwehr

Ausgabe 1/2007

Die LHF-Zukunft hat begonnen

Inhalt:
Im Westen nichts Neues ???	 Die Töne werden lauter - Rote Karte für Körting	 Neue Fahrzeuge: Multitool auf Rädern	 Die LHF-Zukunft hat begonnen	 Er ist wieder da - neuer GW Mess	     Seite 2 Seite 3 Seite 3 Seite 4 Seite 5

ModellNews 	

Seite 6

Feuerwehrsport - Neue Wettkampfsaison hat begonnen	Seite 7 Runde Jubiläen	 Wider das Vergessen - www.gedenken-site.eu 	 Seite 8 Seite 9

Während des Dienstes fanden den Tod	 eite 11	 S Die letzte Seite	 Seite 12

Foto: Machmüller

Im Westen nichts Neues ???
Ein neues Jahr ein neues Glück, sollte man zumindest meinen. Wenn ein neues Jahr begonnen hat, sind die guten Vorsätze meistens noch im Kopf. Oftmals fehlen aber die Taten, das kennt wohl jeder von uns. Für die Berliner Feuerwehr wird es eines der markantesten Jahre werden. Denkt man an das bevorstehende Einsatzkonzept 06, darf man jetzt schon gespannt sein wie es sein wird, mit dauerhaft katastrophalen Zuständen zu leben. Auch wenn immer noch nichts offizielles beschlossen ist, „Zieht Euch warm an“ dürfte wohl voll ins Schwarze treffen. Bleibt nur zu hoffen, dass Zustände namens „AUSNAHMEZUSTAND“ nicht zum „DAUERAUSNAHMEZUSTAND“ werden. Auch wenn man innerlich so tut, als wenn man auf Personalreserven noch und nöcher zurückgreifen kann, die Realität wird hoffentlich auch einmal die Träumer unter uns wach werden lassen. Da kommen dann gut durchdachte Aussprüche unseres Innensenators gerade recht. So soll er kürzlich gesagt haben: „Wenn sich so viele Berliner Feuerwehrleute für Auslandseinsätze bewerben, dann kann es der Feuerwehr nicht an Personal fehlen“. Super Herr Innensenator, für soviel Fachwissen. Auch sein Ausspruch im Radio, übrings pünktlich am Heiligen Abend, dass die Berliner Beamten sich darauf einstellen müssen, dass ihr Gehalt nicht mehr so erhöht wird wie sonst, zeugt von überaus großem Wissen, welche Gehaltserhöhung meinte er eigentlich ? Das zeigt mir zumindest, welchen Stand wir bei den entscheidenden Politikern dieser Stadt haben, denn sie wissen nicht mal von was sie reden. Ach ja, Politik: Während ein Polizist der nur seinen Job machte, vom Mob fast zu Tode getreten und geschlagen wird, dies auch noch als dummer Jungenstreich dargestellt wird, da beschäftigen sich unsere Politiker mit so wichtigen Dingen wie, ob man eine Straße nach einem Demonstranten benennt, oder einen Ex-DDR Bürger die Berliner Ehrenbürgerschaft zukommen lässt. Wenn wir wirklich keine anderen Sorgen haben, man muss es uns gut gehen. Bleibt nicht zu vergessen, welche Heldentaten unser Regierender Bürgermeister am Silvesterabend vollbracht hat. Glaubt man den Medien, hat er fast die Einsatzleitung auf der Einsatzstelle übernommen, ja sogar die Feuerwehr soll er gerufen haben. Hut ab, da erzählen aber die Einsatzkräfte von dort andere Varianten. Lassen wir mal dahingestellt wie es wirklich war, Glück war nur, dass hier noch nach altem Konzept gearbeitet wurde, denn an Feuerwehrfahrzeugen hat es wohl nicht gemangelt. Silvester hat ansonsten auch gezeigt, dass die Einsatzzahlen eben nicht rückläufig sind. Warten wir gespannt, wie das KEDKonzept, was als Minimalkonzept der Berliner Feuerwehr betitelt wurde, nun noch viel weiter unterschritten wird. Ach ja, der neueste Hit ist ja, die geplante Nachtabsenkung nicht mehr Nachtabsenkung zu nennen, sondern die dann bessere Tagesbesetzung bekommt den Titel Tagesanhebung. Herzlichen Glückwunsch, schon sind wir wieder eine vollbesetzte Berliner Feuerwehr. Und während alle Berliner Feuerwehrleute auf ein vernünftiges Dienstplanmodell hoffen, da hört man, dass sich die AG Feuerwachen und der Personalrat Kleinkriege leisten. Mir bleiben Kollegen allerdings auch suspekt, die eines Teils einen 24h Dienst fordern, auf der anderen Seite Klage einreichen weil sie zu viel arbeiten. Da bleibt mir nur die Vermutung, wer eines Tages der lachende Dritte sein wird. Im übrigen habe ich nun mehrere Feuerwehrleute aus dem Bundesgebiet befragt. Viele davon behalten ihren 24h-Dienst. Soll also keiner behaupten, das geht nicht. Bedanken wir uns wieder einmal bei der EU, dass sie es wieder geschafft hat, eine gutgehende Struktur zu zerstören. Das Wort EU-Recht kommt mir mittlerweile aus den Ohren, denn es zielt immer auf das gleiche ab, nämlich dass sich irgend etwas auf der Welt zu unserem Nachteil verändert. Eines ist in den letzten Tagen doch wieder zum Vorschein gekommen, Im Westen eben nichts Neues.  
Schierz

Impressum:
Förderkreis Feuerwehr e.V. (FKF e.V.) in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e.V.

Herausgeber & Redaktion: Gestaltung, Satz:

Fotographie + Layout, Berlin	 kontakt@fotographie-layout.de

Druck: Kahmann Druck & Verlag, Berlin Auflage: 1300 Stk. 	
Beiträge Fördervereins Feuerwehrmuseum Berlin e.V. sind mit FMFV Bln e.V. gekennzeichnet. Verteilung in den Dienststellen der Berliner Feuerwehr sowie an die Mitglieder des FKF e.V. und des Fördervereins Feuerwehrmuseum Berlin e.V. Da die gedruckte Ausgabe nur in begrenzter Anzahl vorhanden ist, können Sie die Brennpunkt news auch kostenlos per Email beziehen. Bitte senden Sie eine Email mit dem Betreff „Brennpunkt news Abo“ an:   	 th.hirte-foto@t-online.de Wenn Sie das Erscheinen der Brennpunkt news durch ein Inserat unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte mit dem Betreff „Brennpunkt news Anzeige“ und Ihren Kontaktdaten an folgende Email: 	 kontakt@fotographie-layout.de oder rufen Sie unter folgender Telefon-Nr. an: 030/811 87 57

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Die Töne werden lauter - Rote Karte für Körting
Am 20.02 und 21.02.07 war es so weit, der Personalrat lud zu einer außerordentlichen Personalversammlung der Berliner Feuerwehr ein. Thema Nr. 1, na klar, das Einsatzkonzept 06 und die damit verbundenen ersten Dienstplanvorschläge. Selten waren Personalversammlungen so gut besucht wie diese, sogar die Bestuhlung reichte nicht aus. Wo sonst der Landesbranddirektor das Wort ergreift, traten nun ganz andere Sprecher nach vorn. Hochrangigen Besuch gab es von der CDU, Herr Pflüger persönlich gab einiges von sich, dass meistens zu Applaus führte. Auch von der SPD und den Bündnis 90 Grünen gab es Besuch. Die Rote Karte dagegen hat wieder mal einer verdient, unser Herr Innensenator Körting, der es trotz Zusage nicht für nötig hielt, diese wichtige Versammlung zu konsultieren. Damit bewies er zum erneuten Male, dass wir ihm in Wirklichkeit keinen Pfennig wert sind. Was sonst nicht so ist, war diesmal erfreulich anders. Viele Kollegen kamen an das Rednerpult und ließen ihre Bedenken und Emotionen heraus. Leider gab es meiner Meinung nach auch ein paar Ausrutscher, denn eindeutige Beleidigungen müssen nun wirklich nicht sein. Man kann auch treffen ohne persönlich zu werden. Landesbranddirektor Gräfling wehte ein heftiger Wind entgegen. Noch nie hat es sich so deutlich gezeigt wie dort, dass die Zeit des Hinnehmens vorbei ist. Während viele dicke Brocken in den letzten Jahren zu schlucken waren, will man sich diesmal heftig gegen die neuen Pläne wehren. Eines ist allerdings auch ganz deutlich geworden, so wie es aussieht, wollen 95% der Feuerwehrkollegen ihren bisherigen Dienst behalten. Absolute Uneinigkeit bescherte der Punkt, ob ein 24h Dienst nach EU-Urteil noch möglich ist oder nicht. Man weiß hier wirklich nicht mehr wem und was man glauben soll. Die Verantwortlichen wären jedenfalls gut beraten, die Zukunftspläne nochmals gründlich zu überdenken. Auch die nächtliche Außerdienstnahme von Fahrzeugen stieß auf heftigste Kritik. Ohnehin misstraut man scheinbar einem Computerprogramm das uns sagt, wie viele Fahrzeuge und Mannen für die Stadt erforderlich sind. Drehleitern außer Dienst zu nehmen, das halten alle Beschäftigten für frevelhaft, denn nach wie vor, ist es das Menschenrettungsfahrzeug Nr. 1. Erstaunlich ist auch, dass man ganz nebenbei das NAW- System endgültig zerstören will. Damit sind auch die allerletzten Pläne des damaligen KED-Konzeptes für Null und nichtig erklärt. Es mangelt sogar so an Personal, dass man das Gefühl hat, dass in Zukunft jeder von uns, so gesundheitlich möglich, irgend eine Einsatzfunktion besetzen wird. Da darf man wohl jetzt schon gespannt sein, ob es dann wieder ein Feuerwehrzulage gibt. Bedenklich dagegen ist das Verhältnis zwischen LBD und Personalrat. Fast sieht es schon aus wie ein Kleinkrieg, der meines Erachtens zu gar nichts führen wird. Hier wäre man gut beraten, das Kriegsbeil zu begraben und ein Miteinander zu finden.
Schierz

Multitool auf Rädern
Nach längerer Zeit hat die Berliner Feuerwehr wieder einmal ein Kleineinsatzfahrzeug (KLEF) in Dienst gestellt. Die Bezeichnung „Klein“ bezieht sich auf die Art der Tätigkeiten, also die Fälle, die keiner Eile bedürfen und meist kleineren Umfangs sind. Seine Einsätze wird das Fahrzeug auf der Feuerwache Ranke versehen. In Anbetracht der Vorgängermodelle, hat auch bei den KLEF die Entwicklung nicht Halt gemacht. Los geht es schon einmal damit, dass das Fahrzeug größer ist als seine Vorväter, was am mittellangen Radstand zu erkennen ist. Ebenfalls neu, den Ausbau hat die Firma Rosenbauer vorgenommen. Das Fahrzeug ist in Feuerrot (RAL 3000) lackiert und besitzt zur optischen Aufwertung gelbe Reflex- sowie silberne Konturstreifen. Angetrieben von einem Euro 4 Motor, der nach neuesten Technologien (Bluetec) schadstoffarm gehalten wird. Die Ausstattung lässt mittlerweile keine Wünsche offen. Zur Bestückung gehören nun auch die auf den LHF verwendeten modernen Werkzeugkoffer. Hier steht akkubetriebenes Werkzeug zur Verfügung, ein Koffer ist auf das Öffnen von Türen spezialisiert und auch sonst wird alles erdenkliche an Materialien geboten. Zur weiteren Bestückung des KLEF gehören u.a. eine Universalleiter, zwei Streuwagen für Ölbinder, zwei verschiedene Tauchpumpen, ein tragbarer Stromerzeuger, ein Nasssauger mit Ableitungsmöglichkeit, Material und Schutzkleidung für Einsätze mit Insekten,   Besen, Schippen, Kettensäge, Feuerlöscher, Notfallrucksack sowie verschiedenes Kleinmaterial. Damit das Personal die Einsatzstelle zeitnah findet, befindet sich ein Navigationssystem an Bord. Das KLEF hat im Regelfall einen größeren Ausrückebereich als eine normale Feuerwache, fährt also bezirksübergreifend. Ein weiterer Vorteil ist die Entlastung der sonstigen Löschfahrzeuge, die dann für höherwertige Tätigkeiten zur Verfügung stehen. Des weiteren kann die KLEF- Besatzung aus feuerdienst- bzw. atemschutzuntauglichen Kollegen bestehen, die damit noch einer sinnvollen Einsatztätigkeit nachgehen können. Die KLEF Mannschaft besteht aus zwei Feuerwehrleuten. Das Behördenkennzeichen für das neue KLEF lautet B-2599.
Foto und Text: Schierz

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Die LHF Zukunft hat begonnen
Fast 15 Jahre ist es nun her, da hat die Berliner Feuerwehr ihr erstes LHF 16/12, auch City-LHF genannt, in Dienst gestellt. Viele Entwicklungsstufen durchlebte man seither und das Fahrzeug sowie die feuerwehrtechnische Beladung wurden immer wieder an den Bedarf und Wünschen der Benutzer orientiert und angepasst Durch ständigen Kontakt mit den Feuerwachen und Direktionen der Berliner Feuerwehr, kam man nun zur neuesten Entwicklung und Fertigstellung eines LHF 20/12, dem Löschfahrzeug für die Zukunft. So war es bspw. ein Wunsch, in kommende Löschfahrzeuge, zumindest teilweise, eine CAFS Anlage (Compressed Airfoam System) einzubauen. Hiermit wird Schaum in verschiedenen Konsistenzen erzeugt, dieser eignet sich hervorragend für die Brandklasse A (feste brennbare Stoffe) . Da die herkömmlichen LHF 16/12 allerdings in den Gewichts- und Platzverhältnissen vollkommen ausgereizt waren, musste eine neue Lösung her. Hinzu kam die komplette Überarbeitung der feuerwehrtechnischen Beladung. So entstand 2006 auf dem Reißbrett eine vollkommen neue Variante eines LHF für den zukünftigen Einsatzdienst der Berliner Feuerwehr. Bei der Firma MAN gab es zwischenzeitlich einen Modellwechsel. So wurde die neue Baureihe MAN TGL als direkter Nachfolger des LE 2000 vorgestellt. Der TGL lehnt sich dabei vom äußeren an die Bauweise des großen Bruders TGA an. So wie man es von MAN gewohnt ist, ist hier wieder ein ansehnliches Modell entstanden. Die Firma Rosenbauer konstruierte für Berlin ein LHF, aufgebaut auf diesem neuen MAN TGL Fahrgestell. Die Bezeichnung lautet LHF 20/12. Schon äußerlich hebt sich die neue Generation von ihren Vorgängern deutlich ab. So entsteht

fast der Eindruck einer Busvariante, was auf die Konstruktionsart rückschließen lässt. Das LHF 20/12 ist niedriger als die frühere Generation, dafür aber wieder etwas länger. Das Fahrgestell, ein MAN TGL 12.240, bietet mehr Gewichtreserven. Mit 240 PS sehr gut motorisiert, steht dem Maschinisten nun ein automatisiertes Schaltgetriebe zur Verfügung. Dies war ein langjähriger Wunsch der Fahrer. Die Mannschaftskabine ist in den Aufbau integriert und bietet mehr Platz als früher. Eine indirekte Beleuchtung in den	 Haltestangen der Kabine sorgt für angenehmes Nachtlicht. Auch einsatztechnisch hat sich viel getan. So gehören zu den Neuheiten u.a.: ein tragbarer Wasserwerfer (Durchfluss 400-2000l/min), ein CO² Löscher, ein hydraulischer Rettungssatz in Einzelkomponenten (Spreizer, Schere, Rettungszylinder) Schlauchbrücken aus Vollgummi, mehr Schlauchmaterial als bei den Vorgängern, mehr Handfunkgeräte und Handlampen, Unterbaumaterial für technische Hilfeleistungen, eine Multifunktionsbrechstange sowie modernes

Türöffnungsgerät. Für den eventuellen Rettungsdiensteinsatz steht ein Notfallrucksack und ein Defibrillator zur Verfügung. Weitere Verbesserungen sind eine elektrisch angetriebene Schiebleiterentnahme und eine installierte Rückfahrkamera. Für den Löscheinsatz wurde eine nach EU-Norm beschaffte Feuerlöschkreiselpumpe (FPN 10-2000) eingebaut, für den Schaumangriff kommt eine CAFS 1000 Anlage zum Einsatz. Um dem	 neuesten Atemschutzkonzept der Berliner Feuerwehr gerecht zu werden, und nicht zu letzt wegen des weiter sinkenden Personalbestandes, verfügt das neue LHF 20/12 über sechs Atemschutzgeräte, von denen zwei als Langzeitgeräte konzipiert sind. Das neue LHF wird also richtungsweisend in die Zukunft blicken, insgesamt werden 2007 drei Exemplare davon in Dienst gestellt. Das erste Fahrzeug, (B-2048),  geht in die Direktion Nord, genauer gesagt auf die Feuerwache Lichtenberg.
Fotos und Text: Hans-Jörg Schierz

               

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Er ist wieder da
Als Ersatzbeschaffung für den im Jahre 2005 verunfallten Gerätewagen Mess wurde nun ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt. Äußerlich dem Vorgänger recht ähnlich, besteht der Hauptunterschied darin, dass das neue Fahrzeug keinen Allradantrieb mehr besitzt. Die Zwillingsbereifung an der Hinterachse dagegen ist beibehalten worden. Zur Ausstattung gehören ortsübliche Medien wie 2- und 4m Funkgeräte, sowie eine Handygarnitur. Im Innenraum befinden sich zwei PCArbeitsplätze mit verschiedenen Datenbanken für den Feuerwehreinsatz. So ist es bspw. möglich,  Informationen über Gefahrstoffe und deren eventuelle Ausbreitungsgefahr abzurufen. Desweiteren stehen eine Wärmebildkamera mit Übertragungseinrichtung, ein Fernthermometer sowie Strahlenmessgerät zur Verfügung. Damit die Besatzung einen kühlen Kopf behält, spendierte man dem Fahrzeug eine Klimaanlage. Aufgebaut von der Firma Fahrtec, befindet sich ein Daimler Chrysler Fahrgestell (413 CDI)   unter dem ganzen. Dinge wie ABS, ASR und Airbags gehören mittlerweile zur Standartausstattung. Die Lackierung ist RAL 3000 (Feuerrot), aufgewertet mit Reflexstreifenbeklebung. Für die Einsatzfahrt stehen Frontblitzer, Blitzblaulichter und Pressluftfanfaren zur Verfügung. Der Gerätewagen Messtechnik ist beim Technischen Dienst 1 in Charlottenburg- Nord stationiert.
Fotos und Text: Schierz

Truppentransporter
Bei der Berliner Feuerwehr wurden zwei neue Mannschaftstransportfahrzeuge (MTF) in Dienst gestellt. Wie es die Bezeichnung   schon verrät, ist es deren vordringliche Aufgabe eine größere Anzahl von Personen zu transportieren. Der Grund kann dabei sehr unterschiedlich sein. So reicht das Spektrum vom Transport des Personals zu Einsatzstellen, wie feuerwehrspezifische Besichtigungen, Dienstreisen und alles für was man solch ein Fahrzeug benötigt. Bei den Neulingen handelt es sich um wahre Platzspender. Ebenfalls neu, es sind die ersten Feuerwehr. Auch die Ausstattung lässt Daimler Chrysler Sprinter Fahrgestelle keinen Wunsch offen. So gehören bspw. der neuen Generation für die Berliner getönte Scheiben, Automatikgetriebe zu den angenehmen Seiten. Neu ist auch, dass das Abblendlicht sich   automatisch beim Starten des Motors einschaltet. Dies kommt der Anweisung entgegen, dass alle Berliner Feuerwehrfahrzeuge grundsätzlich auch am Tage mit eingeschalteten Abblendlicht zu fahren haben. Leider sieht man immer wieder Einsatzfahrzeuge durch die Stadt fahren, die auch unter Inanspruchnahme der Sonderrechte kein Abblendlicht eingeschaltet haben. Dies ist unzulässig und sehr gefährlich, da die Erkennbarkeit dabei sehr stark leidet. Beide MTF sind im „normalen“ rot lackiert und besitzen Signaleinrichtungen in Form von Blitzblaulichtern und Pressluftfanfaren. Sie werden auf die Direktionen West und Süd verteilt.
Fotos und Text: Schierz

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llNews ode M
von Ingo Papenfuß
„Der kleine Autoladen“ brachte 2 weitere Mercedes Sprinter Koffer-RTW auf RietzeBasis nach Vorbildern der BF München heraus. Einmal einen NAW mit WAS-Aufbau,  vorbildgerecht bedruckt in weiss mit leuchtroten und gelben Streifen (Auflage 250 Stück) und einen RTW mit WAS-Aufbau in rot mit gelber Bedruckung, ebenfalls mit vielen Detaildrucken (Auflage 250 Stück) Preis: je 24.95 Euro. Nach Vorbildern der BF Stuttgart erschienen Ende Februar 2 Koffer-RTW, jeweils mit verschiedener Kennung und Kfz-Kennzeichen: 5-83-1/S2655 und 5-83-2/S-2656, Auflage je 375 Stück, Preis je 25.50 Euro. Von Rietze erschien ein Mercedes Citaro Bus als GRTW RLP2 der BF Koblenz in PC-Box mit aufwändigen Drucken, Artikelnummer: 62607; Preis: 19.80 Euro. Diese Modelle sind erhältlich bei:   Der kleine Autoladen, Tel.   0541/2599820, www.derkleineautoladen.de Anfang Februar fand die alljährliche Spielwarenmesse in Nürnberg statt. Wiking kündigt für die April-Auslieferung unter der Artikelnummer 62602 die Berliner Variante des Rosenbauer Panther FLF 6x6 an, hoffentlich noch durch eine Fahrzeugnummer ergänzt, die bisher veröffenlichten Fotos zeigen das Modell ohne irgendeine Nummer. Derselbe Berliner Panther soll im Herbst auch als 1:43-Modell aus Metall erscheinen,  da die Firma Rosenbauer dieses Modell in größeren Mengen für die Eigenwerbung bestellt hat. Natürlich wird das Modell von Siku hergestellt werden, im Maßstab 1:50 erschien dort bereits im letzten Herbst der Panther 8x8 für	 ca. 30.- Euro. Das 1:43-Modell soll	 ca. 60.- bis 70.- Euro kosten!!! Ob eine bessere Detaillierung diesen Aufpreis rechtfertigt, muss jeder Sammler für sich entscheiden.   Auch wenn Rosenbauer ein 1:43-Modell und nicht ein 1:50er haben möchte, ist trotzdem nicht wirklich ersichtlich, warum das Modell von Wiking, zumal es eigentlich ein Siku-Modell ist, mehr als doppelt so teuer sein muss!Als weitere Feuerwehr-Neuheiten im Maßstab 1:87 kündigt Wiking die neueste Metz-DLK L32 auf - Mercedes Econic Facelift mit neuem Podest, Aufbau und Drehturm an. Als Fortführung der Rosenbauer-Serie erscheint ein MAN Löschfahrzeug aus der Compact-Line Serie als völlige Neukonstruktion. Bei HERPA bekommen die bekannten Ziegler LF/TLF den neuen Kabinenaufbau mit integrierten Blaulichtern. Auf Basis des VW Crafter und Mercedes Sprinter Kastenwagens erscheinen RTW-Varianten mit Sprinter Koffer-RTW folgen ebenfalls. Überraschend erscheint der VW T 5 Flachdach mit langem Radstand als Kastenwagen und Bus, ebenso die T5 Pritsche mit Einzel- und Doppelkabine und der neue Ford Transit mit kurzem Radstand, Flachdach als Kasten und Bus. Einsatzvarianten werden bestimmt ab Mitte des Jahres folgen. Nach einigen Jahren hat KIBRI mal wieder ein neues Feuerwehrmodell im Programm, ein Unimog Waldbrandlöschfahrzeug, leider wird der Preis 29.50 Euro betragen! Von MINICHAMPS ist bereits seit 2006 ein MercedesBenz LOD 3750 als KS 25 nach Vorbild der „Feuerwehr Berlin“ im Maßstab 1:43 angekündigt, im September 2007 soll das Modell nun endlich erscheinen. Dazu gesellt sich ein Mercedes-Benz LOD3750 als DL26 „Feuerwehr Berlin“, Erscheinungstermin: ca. Dezember 2007. Preis pro Modell ca. 80.- Euro. Bilder von ersten Handmustern versprechen sehr schöne Modelle. Beim nächsten Modell handelt es sich zwar nicht um ein Feuerwehrfahrzeug, aber um ein Einsatzfahrzeug nach Berliner Vorbild. Als Fahrzeug der BVG Betriebsaufsicht erschien ein VW Golf IV Variant in silbermetallic mit Blaulichtbalken und Beschriftung, Hersteller AWM, Artikelnummer 72020, ca. 8.-Euro im Fachhandel.

angesetzter Hecktrittstufe, hinterer Umfeldbeleuchtung und Straßenräumern im Grill, als erstes erscheint der MB Sprinter RTW der BF Hamburg. Echte Formneuheiten kommen von RIETZE. Bisher nur als Kleinserienmodell   erhältlich, kommt der LKW-DEKON P auf MAN L 2000 in erstmal 2 Beschriftungsvarianten, FF Altdorf und FF Böblingen. Desweiteren erscheint ein Iveco Magirus HLF 20/16 der FF Abenberg mit einem echten Magirus-Aufbau, nicht mit dem Schlingmann-Aufbau, wie bisher. Weitere, schöne Bedruckungsvarianten auf dem Mercedes

Feuerwehrgürtel mit Axt für den Feuerwehr-Teddy. 12,00 €

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Neue Wettkampfsaison hat begonnen
Mit dem traditionellen Neujahrssteigen begann für die Auswahl Berlin auch in diesem Jahr die Saison! Im Gegensatz zu den letzten Jahren fand der Wettkampf dieses Mal bei der Werkfeuerwehr Vattenfall im Lausitzer Kraftwerk „Schwarze Pumpe“ statt. Der dort befindliche Hallen-Steigeturm, aufgebaut im Schlauchturm der Feuerwache, ermöglichte uns einen witterungsunabhängigen und soergaben alle Zeiten zusammengerechnet das Gesamtergebnis. Insgesamt gingen 28 Wettkämpfer aus Berlin und Brandenburg an den Start, davon fünf Sportler der Auswahl Berlin. Perfekt unterstützt wurden alle Sportler vom super Publikum, das bei keinem anderen Wettkampf so nah am Geschehen war und sein wird.	 Klarer Favorit war der für das Team Lausitz startende Vadim Kolesnikow, Sieger der Deutschland-Cup – Gesamtwertung im vergangenen Jahr. Weitere Kandidaten für vordere Plätze kamen aus dem Team Lausitz, aus Märkisch-Oderland sowie aus Berlin. Allerdings hatten diese gegen einen fehlerfreien Vadim keine Chance. Und er machte keine Fehler! Gerade mal 9,70 Sekunden brauchte er bis in die dritte Etage; 13,29 Sekunden in die vierte und 18,18 Sekunden in die kraftraubende fünfte Etage. Damit brauchte Vadim für die insgesamt 12 Etagen(!) knappe 41 Sekunden und sicherte sich damit den Neujahrspokal 2007. Das rein brandenburger Podium komplettierten der Lausitzer Maik Schuster (43,66 sek.) und Alexander Krenz aus MOL (46,01 sek.). Christian Pohsner von der Auswahl Berlin (FW Lichtenberg) kam mit 46,63 Sekunden auf einen guten, wenn auch undankbaren vierten Platz. Seine guten Trainingsleistungen der vergangenen Monate bestätigte Sebastian Thäle (Auswahl Berlin) und kam am Ende auf einen hervorragenden sechsten Rang (52,41 sek.), auch Detlef Haagen (FF Treptow)

konnte mit seinen 65,58 Sekunden und einem 18. Platz zufrieden sein. Bessere Ergebnisse versprachen sich Dirk Pohsner (FF Biesdorf) und Roy Zitterich (FF Treptow). Während Roy am Ende den 8. Platz (54,44 sek.) belegte, kam Dirk nicht über den 14. Platz hinaus (59,49 sek.). Trotz allem war es ein gutes Mannschaftsergebnis und ein schöner, sowie perfekt organisierter Wettkampf. Also heißt es für uns weiter arbeiten und intensiv trainieren. Der nächste Wettkampf findet im April in Halle (Saale) statt, ebenfalls ein Hallenwettkampf. Ausgerichtet werden dort die Disziplinen 100m-Hindernisbahn sowie die Feuerwehrstaffel in verkürzter Form (4x70m).
Text & Fotos: auswahl@berlin.de

mit trockenen Wettkampf. Zusätzliches Highlight war der neue Wettkampfmodus. Anstatt der üblichen drei verfügte der Steigeturm dort über fünf Etagen, allerdings ohne Anlaufbahn. Entsprechend wurde der Wettkampfablauf angepasst. So startete jeder Wettkämpfer insgesamt drei Wertungsläufe; je einen in die dritte, vierte und in die fünfte Etage! Am Ende

Wettkampfplanung 2007 „Feuerwehrsportwettkämpfe“
Datum 06.01.2007 14.04.2007 12.05.2007 19.05.2007 09.06.2007 16.06.2007 07.07.2007 17./18.08.2007 5.-10.09.2007 22.09.2007
Legende: IFS	 LA 	 HL	 Int. Feuerwehrsportwettkämpfe Löschangriff (nass) Hakenleitersteigen

Art IFS IFS IFS IFS IFS IFS IFS IFS IFS IFS

Wettkampftitel Neujahrspokal Hallenpokal Pokalwettkampf 1. Deutschland-Cup (BLA) 2. Deutschland-Cup (BLA) Oderbruchpokal 3. Deutschland-Cup (BLA) Wanderpokal des LBM BB Europameisterschaft ISFFR 4. Deutschland-Cup (BLA)
HB	 FS	 GS	 F	 M	

Disziplinen HL HB (M + F); FS 4 x 70m (M + F) LA alle Disziplinen alle Disziplinen HB (M + F); HL; GS; LA (M + F) HB (M + F); HL; GS; LA (M + F) HB (M + F); LA (M + F) alle Disziplinen (M) alle Disziplinen
BLA 	 	 ISFFR	 	

Ort / Bundesland Schwarze Pumpe Halle (Saale) Neuendorf Tribsees Burkersdorf Gieshof Berlin-Biesdorf Sergen Ungarn Narsdorf

BB ST BB MV TH BB BE BB SN

100 m Hindernislauf 4 x 100 m- Feuerwehrstaffel Gruppenstafette Frauen Männer

Wertung für das BundesLeistungsAbzeichen	 Internationale Feuerwehrsport-Föderation

Stand: 2. April 2007

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Leben für die Feuerwehr - Feuerwehrtechnik damals
Das 140-jährige Jubiläum der Firma Rosenbauer im letzten Jahr lenkt wieder den Blick auf den traditionsreichen Standort Luckenwalde. Kaum einem Feuerwehr-Enthusiasten wird die Firma Hermann Koebe und die damit verbundene Geschichte des Feuerlöschgerätewerks Luckenwalde nicht bekannt sein - zumindest in groben Zügen. In den nächsten Brennpunktnews werden wir uns näher mit dem Werk und seiner Geschichte beschäften; einige Male war der Förderkreis Feuerwehr dort zur Besichtigung. Wer jetzt schon mehr erfahren möchte sollte im nebenstehenden Buch nachlesen. Auf 296 Seiten mit hunderten von Fotos, Abbildungen und Zeichnungen beschreibt Dr. Hermann Koebe IV., Urenkel Koebe-Fachbuchversand des Firmengründers die Zeit von der Firmengründung Frieda-Nadig-Straße 12 bis zur Enteignung 1948. Es erscheint bereits in der	 68782 Brühl / Baden 5. aktualisierten Auflage, kostet 25,- Euro zzgl Verpa- Tel.: 06202-75326 - Fax 06202-753 42 drkoebeconsult@hotmail.de ckung/Versand. Erhältlich ist es direkt beim

Hermann Koebe, Urenkel des Luckenwalder Firmengründers

Runde feuerwehrhistorische Jubiläen 2007 in Berlin
Feuerwehrhistorische Jubiläen gibt es verschiedene. Hier wollen wir uns auf Jubiläen von Feuerwachen (also FeuerwehrDienstgebäuden) bzw. von Feuerwehren (also die einzelne Feuerwehr) konzentrieren. Jubiläen von Feuerwachen bieten dem interessierten Feuerwehrhistoriker immer die Gelegenheit, im eigenen Archiv nach Vergangenem aus dem Leben dieser Jubilare zu suchen oder Neues aus der Historie dieser Wachen bzw. Wehren zu erfahren und in die eigene Sammlung einzuordnen. Es bietet aber auch die Möglichkeit, die Geschichte dieser   Wehr, des jeweiligen Wachgebäudes erstmals aufzuarbeiten, wie es in diesem Jahr am Beispiel der FF Kaulsdorf erstmals geschehen wird. Im Jahre 2007 können folgende Berliner Feuerwachen / Feuerwehren auf runde Jubiläen zurück blicken: 9. Januar 16. Februar 1. April 1. Mai 30. Juni 19. Juli Elektromobile Dampfspritze der Wache Suarez aus dem Jahre 1906 - FF Spandau - 110 Jahre Feuerwache Urban 110 Jahre Feuerwache Ranke	 110 Jahre FF Treptow - 50 Jahre FF Niederschönhausen 110 Jahre FF Oberschöneweide 	 110 Jahre 21. März 10. Oktober 16. Oktober 1. November FF Rahnsdorf	 100 Jahre Feuerwache Suarez	 100 Jahre FF Kaulsdorf - 100 Jahre FF Pankow - 120 Jahre

Titelblatt der Festschrift 10 Jahre Freiwillige Feuerwehr in Rahnsdorf aus dem Jahre 1917

	 Bei dieser Aufzählung blieb unberücksichtigt, ob eine FF im Laufe dieser Zeit aus politischen (Auflösung durch Gesetzgebung) oder sonstigen Gründen (z.B. Personalmangel) zeitweilig   nicht existierte. Derartige Fälle gibt es in Berlin bei einigen Freiwilligen Feuerwehren. Gegenwärtig ist nicht bekannt, ob alle Wachen / Wehren der FF   diesen Anlass in diesem Jahr feierlich begehen werden   und ob vorgesehen ist, dass Festschriften erscheinen. Bekannt ist bisher, dass die Freiwillige Feuerwehr Rahnsdorf  einen Tag der offenen Tür plant und dabei ist, ihr umfangreiches historisches Archivmaterial zu sichten und eine Veröffentlichung prüft. Foto 1: Titelblatt der Festschrift 10 Jahre Freiwillige Feuerwehr in Rahnsdorf aus dem Jahre 1917. Die Feuerwache Suarezstraße wird vsl. am Sonnabend, dem 8. September 2007 einen Tag der offenen Tür veranstalten. Die Kollegen der Wache bemühen sich um die Herausgabe einer Festschrift. Mitglieder unseres Fördervereines haben bei

der Bereitstellung von historischen Fotos für eine Festschrift ihre Unterstützung angemeldet. Im Jahre 1982 wurde bereits eine Festschrift zum damaligen Jubiläum 75 Jahre veröffentlicht. Foto 2: Elektromobile Dampfspritze der Wache Suarez  aus dem Jahre 1906) Die FF Kaulsdorf plant gleichfalls einen Tag der offenen Tür im Herbst d.J.   Die Leiterin des Heimatvereines Kaulsdorf, Frau Satke, bemüht sich um die Veröffentlichung einer Festschrift und hat hier bereits intensive Vorarbeiten geleistet. Unser Förderverein unterstützt sie bei diesem Vorhaben. Eine kleine Ausstellung ist ebenfalls geplant. Hierzu   wurde   auf Einladung unseres Fördervereines   Frau Satke mit ihrem Mann am 18. Februar 2007 durch das Feuerwehrmuseum Berlin geführt und bekam an Hand der Ausstellungsexponate wertvolle Hinweise zur Entwicklung der Ausrüstung, zur Uniformierung und zur damaligen Taktik der Brandbekämpfung. Wir können gespannt sein, was speziell in Kaulsdorf zur Geschichte der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr im Herbst 2007 erstmals an interessanten Neuigkeiten zu erfahren ist. Pressebericht der „BZ am Abend“ vom 18.10.1982 über Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e.V. die 75-Jahrfeier der FF Kaulsdorf Alle Aufnahmen: Archiv Gläser
Heinz Gläser

www.gedenken-site.eu - wider das Vergessen
Im „Brennpunkt“ Nr. 7 am Jahresende 2006 wurde der erste Teil der „Totenliste“ (der im Dienst  verunglückten Berliner Feuerwehrmänner) von Günter Strumpf veröffentlicht. Diese Veröffentlichung brachte mich auf den Gedanken, ein Mitglied   aus dem Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e.V. vorzustellen, der sich mit der archivarischen Aufarbeitung besonders schwerer und gefährlicher Einsätze der Feuerwehr   beschäftigt und seine Ergebnisse unter der o.g. Homepage in das Internet stellt. Horst Sack, Jahrgang 1932, ist gelernter Maschinenschlosser und begann seine Feuerwehrlaufbahn im Jahre 1955 bei der Feuerwehr in Berlin-Lichtenberg in der Rathausstraße. Sein erster Chef war der besonders aus der unmittelbaren Nachkriegszeit in Berlin bekannte (und inzwischen nicht unumstrittene) Ost-Berliner Franz Bollfraß. 21 Jahre versah Horst Sack seinen Dienst auf der Wache Lichtenberg, bevor er 1976 mit der Eröffnung des Palastes der Republik  (PdR) auf dem damaligen „Marx-Engels-Platz“ (heute Schlossplatz) Angehöriger der Betriebsfeuerwehrabteilung des PdR wurde. Diese Betriebsfeuerwehrabteilung war wegen der politischen Bedeutung des PdR in Ost-Berlin der Abteilung Feuerwehr im Präsidium der Volkspolizei Berlin (PdVP) unterstellt und wurde fachlich von der Feuerwache Mitte (in der Littenstraße/ Voltairestraße) angeleitet. Horst Sack hatte selbst als aktiver Feuerwehrmann immer eine gewisse Hochachtung verspürt vor den Leistungen seiner Kollegen und Kameraden und war der Meinung, dass diese Leistungen trotz aller Würdigungen in der damaligen DDR   zu wenig Anerkennung fanden. Und so sah er (zwar erst lange nach der Wende) in den neunziger Jahren mit der Verbreitung des Internets seine Chance gekommen, sich darüber mit   Gleichge-

Horst Sack bei einem sonntäglichen Dienst im Feuerwehrmuseum Berlin.

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sinnten auszutauschen. Er wurde   Mitglied unseres Fördervereines und erweiterte hier seinen feuerwehrhistorischen	 Horizont. Inzwischen hat er seit drei Monaten unter der angegebenen Adresse seine eigene Homepage gestaltet und weltweit Kontakte geknüpft. Wer sich hier einloggt, wird feststellen, dass er bald der 3000 Teilnehmer sein wird. „Gegen das Vergessen“

Zeitungsausschnitte vom Februar 1947 vom Unglück in Karlslust) (Archiv Gläser) Zeitzeugen zu finden, sich mit ihnen auszutauschen und weitere (teilweise noch nicht bekannte) Tatsachen zu erfahren. Horst Sack besuchte den Spandauer Friedhof „In den Kisseln“ und   berichtet über das Unglück nach über 60 Jahren und vermittelt uns seine heutigen Gedanken auf seiner Homepage. Im  Jahre 1967 ereignete sich in  Langenweddingen, im damaligen DDR-Bezirk Magdeburg, ein folgenschweres Eisenbahnunglück. Hier war ein Tanklastwagen mit einem Doppelstock-Personenzug an einer Schranke kollidiert. Horst Sack   ist gegenwärtig dabei, dieses Unglück   40 Jahre nach dem Ereignis historisch aufzuarbeiten und wertet hierzu    umfangreiches Archivmaterial aus. Diese Arbeit des „wider das Vergessen“ wird vielleicht die Problematik   klären, warum damals die DDR-Behörden die offizielle Zahl der tödlich verletzten Personen nach unten

nennt er sein Motiv für sein Handeln. Und wer sich einloggt, erfährt historisch Interessantes. Die Domain wird nicht regelmäßig, sondern nur zu besonderen Jahrestagen großer Brände oder Katastrophen aktualisiert. Zum Beispiel in diesem Jahr aus Anlass der 60. Wiederkehr des Brandes im Spandauer Tanzlokal „Karlslust“ im strengen Winter des Februar  1947, bei dem 81 Todesopfer zu beklagen waren. Nun lässt es Horst Sack nicht beim „Aufwärmen“ (man entschuldige diesen etwas hinkenden Vergleich) bekannter Tatsachen, über die auch im „Brennpunkt“ schon berichtet wurde. Nein, er versucht

korrigierten. Und für das nächste Jahr hat Horst Sack bereits ein weiteres Ereignis vorgemerkt: Am  28. September 1908 kam es zu dem schweren Hochbahnunglück am Gleisdreieck, bei dem zwei Züge zusammenstießen und einige Wagen in die Tiefe stürzten (es gab 17 Tote und 19 Schwerverletzte). Auf seiner Homepage hat sich Horst Sack weitere schweren Brände und Ereignisse „vorgemerkt“, über die er zu gegebener Zeit berichten wird. Und mit Hilfe seiner Homepage und den bereits national und international geknüpften Kontakten gehen seine Nachforschungen über den Berliner Raum weit hinaus. Wir können gespannt sein auf seine historischen Nachbetrachtungen, über die Horst Sack jederzeit   informieren wird unter www. gedenken-site.eu.
Heinz Gläser

Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e.V. auf Grabplatte für die Opfer der Brandkatastrophe dem Friedhof „In den Kisseln“ in Berlin-Spandau mit der Inschrift „Dem Andenken derer, die bei dem Brandunglück in der Gaststätte Karlslust am 8. Februar 1947 den Tod fanden“.

Wir müssen Abschied nehmen

Wir haben unter den aktiven Mitgliedern unseres Fördervereins Feuerwehrmuseum Berlin e.V. einen Todesfall zu beklagen. Unser langjähriges Mitglied Fritz Baustian ist am 22.3.2007 nach kurzer Krankheit im Alter von 74 Jahren für immer von uns gegangen.

Fritz hatte in seiner Jugend einer Freiwilligen Feuerwehr in Mecklenburg angehört, wechselte später beruflich zum Kommando Berlin-Mitte, und als er dort aufhören musste, zur Freiwilligen Feuerwehr Berlin-Hellersdorf, der er –zuletzt als Ehrenmitglied- bis zu seinem Tode angehörte. In diesen Tätigkeiten entdeckte er seine Liebe zur Feuerwehrgeschichte, aber auch seine Freude an kameradschaftlichen Treffen. Und so nahm Fritz auch meist an unseren vierwöchentlichen Infotreffs bei den Freiwilligen in Mitte teil. Dort erlebten wir ihn stets als interessierten und öfter auch als launigen Mitmacher, der uns mit seinen historischen Kenntnissen überraschte. Er übernahm gerne unsere obligatorischen „Fünf-Minuten-Geschichte“ und erstaunte uns mit seinen Archivfunden.	

Denn Fritz hat –vordergründig immer auf der Suche nach Hellersdorfer Fundstücken- in einem Maße Archive nach allgemeiner Feuerwehrgeschichte durchsucht, das es verwunderte. Eigentlich war es so, wenn man selber Feuerwehrarchivbestände durchsah, war Fritz schon da gewesen und man fand ihn im Aktenlaufzettel eingetragen. Fritz hat zu seinen Themen viel gesammelt, aber zu seinem eigentlichen Thema „Feuerwehr in Hellersdorf“ wollte er auch schreiben. Dazu ist es nun nicht mehr gekommen, da hat auch ihn der Tod überrascht. Bei uns wird die Erinnerung an Fritz mit seinem fröhlichen Grundton wach bleiben! Der Vorstand des Fördervereins Feuerwehrmuseum Berlin e.V.

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Während des Dienstes fanden den Tod
Im Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e.V. gibt es Überlegungen, die durch den feuerwehrtechnischen Dienst tödlich verunglückten Angehörigen der Berliner Feuerwehr in irgend einer Form (Ehrenbuch wie bei der Polizei, Namenstafeln wie früher auf dem Feuerwehrehrenmal oder anderes) aufzuzeigen, um die Verunglückten aus der heutigen Anonymität zu holen. Wir wollen zu diesem Zweck alle, die während des Dienstes ihr Leben verloren haben, mit den zeitgenössischen Angaben zum Hergang bekannt machen. Die Angaben hat unser Mitglied Günter Strumpf über fast dreißig Jahre zusammengetragen. Dabei hat er nun für jeden Todesfall einen Vorschlag gemacht, der sich nach den Vorgaben für das frühere Feuerwehrehrenmal richtet. Das hat früher die Todesfälle, die auf „werkthätiger Nächstenliebe“ beruhten, also ausschließlich durch Einsätze im feuerwehrtechnischen Dienst bedingt waren, namentlich genannt. Diesmal sollen alle bekannten Fälle, also einschließlich der Kriegstoten, genannt werden (aber nicht die als Soldaten gefallenen). Wegen des Umfangs wird die Zusammenstellung nach den Platzmöglichkeiten nach und nach erscheinen. Günter Strumpf

Feuermann Müller, III. Kompanie geboren ? • verstorben 31.7.1883 Berliner Velvet-Fabrik, Köpenicker Str. 18/20. Im weiteren Verlauf der Löscharbeiten wurde der Feuermann Müller durch ein herabstürzendes Gesims erschlagen... (1883) Auf  dem Berliner Feuerwehrehrenmal genannt. Brandmeister Otto Stahl, II. Kompanie geboren ? • verstorben 31.7.1883 Berliner Velvet-Fabrik; Köpenicker Str. 18/20. Der ReserveBrandmeister Stahl und der Oberfeuermann Wendelburg, beordert, an einem bedrohten Punkte des umfangreichen Brandherdes nach Möglichkeit Gelegenheit zum günstigen Angriffe zu erforschen, wurden durch heftige Stichflammen an dem Rückzug gehindert und gezwungen, sich aus einem hochgelegenen Fenster auf den Hof hinabzustürzen, wobei dieselben so erhebliche Verletzungen erlitten, daß p. Wendelburg sofort verstarb und p. Stahl auf dem Transport nach dem Krankenhaus Bethanien seinen Verletzungen erlag. (1883) Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal genannt. Oberfeuermann Wendelburg, Hauptwache geboren ? • verstorben 31.7.1883 verunglückt wie Stahl Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal genannt. Spritzenmann Mucha, I. Kompanie (Fw Keibel) geboren ? • verstorben 11.12.1891 Bei  der Rückfahrt des Gerätewagens der Kompanie-Wache I auf seinen Standort verunglückte der Spritzenmann Mucha, indem er als Fahrer zu Folge seines erhöhten Sitzes, den er nicht rechtzeitig, wie bestimmt ist, verlassen hatte, mit dem Kopf gegen ein Querholz stiess. Mucha erlitt hierdurch eine Rückenmarkverletzung, welche seine Überführung mittels Lück`schen Krankenwagens in die königliche Klinik nötig machte. Mucha ist seinen Verletzungen daselbst erlegen. (1891) Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal genannt. Brandmeister Zeitz, geboren ? • verstorben 22.1.1897 In der Gedenktafel zu „75 Jahre Berliner Feuerwehr“ angegeben, jedoch ohne Nennung der Feuerwehr. Da alle Brandmeis-

ter aller Berufsfeuerwehren namentlich bekannt sind, und er nicht dazu zählte, handelt es sich um einen Freiwilligen Feuerwehrmann. Nähere Angaben waren bisher nicht zu ermitteln. Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal nicht genannt; offenbar, weil die Feuerwehr des Verstorbenen zum Zeitpunkt seines Todes nicht zu Berlin gehörte. Oberfeuermann Krüger, IV. Kompanie (Fw Moabit) geboren ? • verstorben 3.6.1897 2. Juni, Brandstelle Fennstraße 11/12 (Schering`s Fabrik). Beim Eintreffen auf der Brandstelle standen 2 Fachwerkschuppen, 1 unterkellerter Holzschuppen und 1 unterkellertes Lagerpodium in Flammen. Von den beiden zuerst eintreffenden Zügen wurden 2 Rohre vorgenommen und Mittelfeuer gemeldet... Bei diesem konzentrischen Angriff ging auch der Oberfeuermann Krüger mit seinem Rohr zum Angriff auf den Herd des Feuers über, wozu er eine Position auf den Trümmern des durch die Explosion zersprengten Fachwerkschuppens wählte, von wo aus er unmittelbar in den brennenden Keller, in welchem das Aceton lagerte, Wasser geben konnte... Trotz der starken Dämpfe lag kein Anlaß vor, die Position zurückzuschieben, da beide dem...revidierenden Offizier auf seine diesbezügliche Frage antworteten: „es wäre zwar ziemlich toll hier, aber auszuhalten wäre es.“... Auf der Rückfahrt führte Oberfeuermann Krüger ohne Beschwerden Spritze 15 und ... unterhielt sich noch längere Zeit, ohne, abgesehen von starkem Hustenreiz, besondere Beschwerden zu empfinden. Gegen Morgen erst stand Oberfeuermann Krüger wieder vom Lager auf, da er es im Liegen nicht aushalten konnte... Beide saßen dann noch einige Zeit auf dem Hofe, bis gegen ½ 5 Uhr Krüger persönlich nach dem nebenliegenden Krankenhause ging, um sich untersuchen zu lassen. Dort behielt man ihn sogleich und er verstarb schon morgens um 9 Uhr. (1898). Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal genannt. Feuermann Merten, geboren ? • verstorben 25.10.1897 In der Gedenktafel zu „75 Jahre Berliner Feuerwehr“ angegeben, jedoch ohne Nennung der Feuerwehr. Nähere Angaben waren bisher nicht zu ermitteln. Auf dem Berliner Feuerwehrehrenmal nicht genannt; offenbar, weil die Feuerwehr des Verstorbenen zum Zeitpunkt seines Todes nicht zu Berlin gehörte.

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Vormerken
Beißender Qualm, fliegende Trümmer, einstürzende Treppenhäuser: Der Großbrand im Berliner Fernsehturm zwingt die Elitetruppe um Horst Strasser (Klaus J. Behrend, Foto u. mit LBD W. Gräfling) zum Umkehren. Nur Ex-Feuerwehrmann Tom (Stephan Luca) schafft es bis zu den Eingeschlossen im Turmrestaurant. Doch ihm bleibt nicht mehr viel Zeit, bis das Feuer alles vernichtet...	 So lud ProSieben zur Präsentation des Fernsehfilms „Feuersprung“ (Arbeitstitel) in den Berliner Fernsehturm ein. Unter Mitwirkung der Berliner Feuerwehr entstanden, lässt er eine spannende Geschichte erwarten. Voraussichtlicher Sendetermin ist der 21.5.2007 Fotos: Machmüller 	 Zur 17. internationalen Feuerwehr Sternfahrt mit Oldtimerparade, Musikkapellen-, Musikzüge- und Spielmannzügetreffen lädt Stumm im Zillertal-Tirol ein. Unter dem Motto Kameradschaft und Gastlichkeit findet das Treffen vom	 17.-20.Mai 2007 statt. Weitere Informationen erhaltet Ihr im Internet: www.ifso.at. 	 Wieder ist es soweit, am 24.6.2007 findet auf dem Gelände der Feuerwache Charlottenburg Nord der „Zentrale Tag der offenen Tür“ der Berliner Feuerwehr statt. Von 10 bis 18 Uhr wird es viel Spaß und Information für jung und alt geben.   Kulinarisch wird auch für jeden etwas dabei sein. Foto: Hirte

Nun steht er endlich
- wie in den letzten Brennpunktnews berichtet wurden Betonfundament und Säule aufgestellt. Jetzt steht auch Christoph 31 (Typ BO 105) fest auf der Säule vor der Feuerwache Tegel.
Foto: Machmüller

Preisfrage:_____________
Nenne drei Disziplinen des Feuerwehrsports!
Wenn Ihr die Brennpunkt news aufmerksam gelesen habt, 	 sollte Euch die Antwort nicht schwer fallen! Sendet Eure Antwort bis 15. Mai 2007 per Email an: th.hirte-foto@t-online.de per Fax an: 01805-060 34 00 31 81 (14ct/min)
(Anschrift für den Versand und Telefonnummer für eventuelle Rückfragen nicht vergessen)

Die richtige Antwort auf die letzte Preisfrage lautete: Feuerwehrhistorisches Inventarisierungsund ArchivierungsSystem
Der Gewinner ist benachrichtigt worden und die CD wurde zugesandt. Herzlichen Glückwunsch an den Gewinner und an alle Teilnehmer ein Danke für die Teilnahme.

Da die Brennpunktnews diesmal kurz nach Ostern erscheinen bleibt der Gewinn eine Überraschung
Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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