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Periodical volume

Full text: Adlershofer Zeitung Issue 2010, H.196/August

Monatszeitung

Nr. 196 August 2010

0,60 €

Foto: Holler

Foto: Gromoll

❒ Die Absolventen der Anna-Seghers-Schule ❒ Großen Zuspruch fand am 16. Juni das

wurden am 2. Juli im FEZ-Berlin mit einer feierlichen Zeugnisübergabe verabschiedet
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Sommerfest im Vorgarten der Alten Schule, zu dem der Seniorenbeirat eingeladen hatte
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❒ Terrassenfest am 3.9.

unter dem Motto „Eine Reise in den Orient“
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❒ Sommer in der Stadt –

erholsam, spannend, erlebnisreich, sportlich…
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❒ Ausstellung in der

Galerie: „Abstraktion und Einfühlung“
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Foto: Hoppe

❒ Historisches Datum:

❒ Schon sehr lange her: Schwimmsport am Adlershofer Spreeufer.

Vor 100 Jahren überflog Robert Thelen Adlershof
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Unser Foto zeigt den Ausflug der Friedrichshainer Unioner im Jahr 1932 zum Clubgelände der Berliner Schwimm-Union 1913
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Das Adlershofer Festkomitee informiert: Verträge im Rahmen der Verbundausbildung übergeben Unser Herbstfest rückt näher
Ende Juni wurden im Rathaus Köpenick die Verträge im Rahmen der Verbundausbildung übergeben, die die Bezirksämter Treptow-Köpenick und TempelhofSchöneberg gemeinsam mit der Bundeswehr, Nachwuchsgewinnung Ost, und in Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum (BBZ) und der TÜV-Akademie organisieren. Im Rahmen dieser Ausbildungskooperation im „Berliner Modell“ werden 12 angehende Fachkräfte für Lagerlogistik bei der TÜV-Akademie und 15 Systemelektroniker(innen) beim BBZ ausgebildet. Hierbei wirkt unser Bezirksamt mit. Bei weiteren 15 Systemelektroniker(inne)n ist das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Partner. Das Adlershofer Festkomitee konzentriert seine Bemühungen nun auf das 14. Adlershofer Herbstfest am 18. September rund um die „Alte Schule“. Einer der Höhepunkte könnte der geplante Auftritt von „Ulf und Zwulf“ sein, die Vielen aus dem Fernsehen bekannt sind. Nachdem sich eine kleine Gruppe am 28.7. zu notwendigen Absprachen getroffen hat, kommt das Komitee am 24.8. zu endgültigen Festlegungen zusammen. Diskutiert werden dann sicher auch Bemühungen für eiTermin
6.8., 19.00 8.8., 11.00 9.8., 10.00 15.8., 11.30 16.8., 10.00 20.8., 20.00

Neuer Flughafen wird größer – erster Flieger startet Mitte 2012

nen „Adlershofer Adventskalender“ und um eine erneute Gesprächsrunde mit Beschäftigten am Wissenschaftsstandort Adlershof „auf der anderen Seite“. Selbstverständlich sind jederzeit Mitstreiter mit tollen (möglichst preiswerten) Ideen herzlich willkommen. Hier finden Sie die Veranstaltungen in Adlershof, die uns für August und September bekannt sind, nähere Informationen auf weiteren Seiten dieser Ausgabe. Wolfhard Staneczek

Ort
„Blattlaus“ Karl-Ziegler-Straße Informatikinstitut BESSY Informatikinstitut Alte Schule

Veranstaltung
Rock ’n’ Roll mit zwei Gruppen Was hüpft denn da im Landschaftspark? Familien-Ferien-Fotokurs (bis 11.8.) Bagels und Physik zum Frühstück Familien-Ferien-Fotokurs (bis 18.8.) Ausstellungs-Eröffnung zu „Abstraktion und Einfühlung“ Sitzung des Adlershofer Festkomitees (öffentlich) Sommerfest „Eine Reise in den Orient“

24.8., 19.00 Alte Schule

Quelle: gmp

Der neuen Hauptstadt-Airport Berlin Brandenburg International BBI soll am 3. Juni 2012 seinen Betrieb aufnehmen – rund sieben Monate später als ursprünglich geplant. Ein Grund dafür ist die Situation bei der Planung der Technischen Gebäudeausrüstung. Hier war es durch die Insolvenz einer Ingenieurgesellschaft zu Planungsverzügen gekommen. Der zweite Grund ist die am 29. April in Kraft getretene Verordnung der Europäischen Kommission zur Veränderung der Sicherheitsstandards in der Luftfahrt. Danach werden ab April 2013 wieder Getränke und andere Flüssigkeiten im Handgepäck von Passagieren zugelassen sein. Die

Umsetzung der Verordnung erfordert einen Flächenmehrbedarf, um den Einsatz größerer Prüfgeräte zur Flüssigkeitsdetektion zu ermöglichen. Deshalb erhält BBI zwei zusätzliche Anbauten für die Sicherheitskontrollen – den oben dargestellten Pavillon Nord und den Pavillon Süd. Die Berliner Flughäfen schaffen mit der jetzt beschlossenen Umplanung eine zukunftsfähige Lösung für den BBI sowohl was die Handgepäckals auch die Personenkontrolle betrifft. So können im neu gestalteten Sicherheitsbereich bei Bedarf auch sogenannte Körperscanner integriert werden, über deren Einsatz auf EU-Ebene derzeit diskutiert wird.

3.9., 17.00 WISTA-Terrasse Rudower Chaus. 17 4.9., 18.00 „Birkenwäldchen“ 6. Adlershofer Rock-Nacht 8.9., 14.30 Kiezklub Grillfest mit Tanz im Vorgarten der „Alten Schule“ 9.9., 15.00 Alte Schule Literatur-Kaffee 12.9., 10.00 Verklärungskirche Tag d. offenen Denkmals (Besichtigung/ Turmbesteigung nach Gottesdienst) 14.9., 18.00 Anna-SeghersDieter B. Herrmann: »’Ich bin mit jedem Gedenkstätte Lob einverstanden.’ Hanns Eisler im Gespräch« mit original. Tondokumenten 17.9., 19.00 Alte Schule Konzert-Lesung: „...fliegen wie ein Albatros“ 18.9., 11.00 Alte Schule 14. Adlershofer Herbstfest 23.9., 9.00 Tage der Forschung (HU, IGAFA, WISTA) auch 24.9. 25.9., 10.00 Haupteingang Spurensuche auf dem Adlershofer WaldFriedlander Str.158 friedhof mit Ortschronist Rudi Hinte WISTA Tage der Energie 28.9., 19.30 Stefan-HeymLesung Josef H. Reichholf: Bibliothek „Rabenschwarze Intelligenz“

„Eine Reise in den Orient“
Das traditionelle Adlershofer Terrassenfest am WISTA-Gebäude Rudower Chaussee 17/Volmerstr. 2 findet in diesem Jahr unter dem Motto „Eine Reise in den Orient“ auch in Innenräumen statt. Die Veranstalter laden am 3. September ab 17 Uhr Standortpartner, deren Familien und Freunde ebenso wie die Anwohner Adlershofs und Johannisthals zu einem unterhaltsamen Fest ein. Im Bühnenprogramm ab 18 Uhr sollen eine anmutige Bauchtänzerin, einzigartige Klänge arabischer Popmusik und magische Kunststücke den Gästen den orientalischen Lebensstil und die facettenreiche Kultur näherbringen. Zudem gibt es geheimnisvolle Überraschungen, einen Basar, eine Wahrsagerin sowie eine Künstlerin, die mit Henna orientalische Muster auf Hände und Füße malt. Kulinarische Highlights aus der traditionellen arabischen Küche versüßen Groß und Klein den Abend. Den Jüngsten wird durch eine Spielund Bastelstrecke sowie mit einer Hüpfburg das Fest zu einem Abenteuer. Es findet gegen 23 Uhr mit einem Feuerwerk seinen krönenden Abschluß. Tischreservierungen nimmt Silvana Schneider unter 6392-2207 entgegen. W.W.

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Sommer in der Stadt – erholsam, spannend, unterhaltsam, erlebnisreich, sportlich …

„Ein Tag am Flughafen“
Wie sieht es aktuell auf Europas größter Flughafenbaustelle aus? Wie werden Flugzeuge gewartet? Wozu braucht ein Flughafen eine Feuerwehr? Diese und andere Fragen werden Kindern bei der Ferienaktion der Berliner Flughäfen „Ein Tag am Flughafen“ beantwortet. Neugierige Kinder können mit ihren Eltern, Großeltern oder anderen Betreuern einen Tag lang einen Blick hinter die Kulissen des Flughafens Berlin-Schönefeld werfen und den BBI-Infotower besichtigen. Der Tag beginnt um 9.30 Uhr an der airportworld bbi gegenüber dem S-Bhf. Schönefeld und endet um 15 Uhr wieder dort. Die Kinder und ihre Begleiter lernen bei einer Flughafenrundfahrt das Gelände kennen, besuchen die Flughafenfeuerwehr, die LufthansaWartungshalle und das Terminal. Außerdem besichtigen sie einen Hubschrauber. Vom Infotower kann man die BBI-Bauarbeiten aus 32 m Höhe verfolgen. Alle Teilnehmer von „Ein Tag am Flughafen“ werden mit Frühstück, Mittagessen und Getränken versorgt. Der Abschied wird mit einer Tüte Eis versüßt. Nach dem Programm besteht bis 18 Uhr die Möglichkeit, die Ausstellung in der airportworld bbi zu besichtigen und alles Wissenswerte rund um den Hauptstadt-Airport BBI zu erfahren. Die Ferienaktion findet bis zum 20. August immer wochentags statt und muß vorher gebucht werden. Reservierungen sind montags bis freitags von 10-15 Uhr unter Tel. 6091-2257 möglich. Außerhalb dieser Zeit steht der FaxAnschluß unter 6091-2251 zur Verfügung. Für die Anmeldung werden Name, Vorname und Geburtsdatum der Teilnehmer benötigt, da die Veranstaltung teilweise im Sicherheitsbereich stattfindet. „Ein Tag am Flughafen“ kostet 19 € pro Person. Auch Einzelpersonen und Ferienbetreuungseinrichtungen können sich melden.

Kinder regieren in FEZitty wieder ihre Hauptstadt
Noch bis zum 22. August sind in der Wuhlheide die Stadttore von FEZitty geöffntet. In diesen Sommerferien regieren Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 14 Jahren zum sechsten Mal ihre Hauptstadt. Wie im „richtigen Leben“ können die Stadtbürger(innen) arbeiten, lernen, Geld verdienen und das politische und kulturelle Geschick ihrer Stadt lenken oder einfach nur die Ferien genießen. Das Jobcenter vergibt täglich 750 Arbeits- und Studienplätze. Für die verdienten „Wuhlis“ kann man sich gleich einiges leisten. Die Kinderregierung wird wöchentlich neu gewählt. Bürgermeister und die gewählten Stadträte lenken die Geschicke der Stadt. Die jungen Stadtbürger(innen) bringen ihre Interessen in Bürgerversammlungen ein. FEZitty ist von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Sonnabend erst ab 13 Uhr geöffnet. Der Stadtausweis kostet 3 €, das Wochenticket 7 €, das Dauerticket 20 € und eine Gästekarte 1,50 €. Mehr Informationen dazu unter www.fezitty.de
Foto: FEZ-Berlin

Für die Familienwochenenden gelten ab 28. August neue Öffnungszeiten: Sonnabend 13-19, Sonntag/Feiertag 12-18 Uhr. Bei freiem Eintritt können am 28. und 29. August große und kleine Besucher „Sommer im FEZ“ genießen. Weitere Informationen unter 53 07 10.

Bagels und Physik bei BESSY
Am 15. August um 11.30 Uhr gibt es bei BESSY „Physik zum Frühstück“, eine leichtverdauliche Physikvorlesung für Groß und Klein. Aber keine Sorge: bei BESSY wird Physik nicht auf nüchternen Magen geboten. Bevor es losgeht, können sich Besucher an Bagels, Kaffee und Tee laben. So gestärkt beginnt der Ausflug in die Welt des Lichtes. Um Licht dreht sich bei BESSY nämlich fast alles: der Elektronenspeicherring ist eine der hellsten Lichtquellen der Welt. BESSYLicht ist so einzigartig, dass es für Wissenschaftler aus aller Welt attraktiv ist. Deswegen geht es erst einmal darum, was Licht überhaupt ist, eine Frage, die sich, wenn überhaupt, nicht in einem Satz beantworten lässt. Denn Licht (oder allgemeiner: Strahlung) ist mit nichts vergleichbar und besitzt viele scheinbar wider-

Ferientage im Figurentheater
Im Figurentheater „Grashüpfer“ im Treptower Park heißt es am 1.8. nochmals „Du hast angefangen! Nein Du!“ Vom 4.-8.8. wurde „Das Glück, das nicht vom Baum fallen wollte“ ins Programm aufgenommen. Das Trollmärchen „Lillebi und Lillebo“ ist wieder vom 11.-19.8. zu sehen. „Das ist Anton Daumesdick“ erfährt man vom 21.-24.8. und anschließend tritt „Der Hase Hopsi Topsi“ vom 25.-29.8. auf. Ab 13. August sind freitags ab 18 Uhr Schüler und Erwachsene herzlich zum Märchenabend am Feuer in der Jurte eingeladen. Auch zur Einschulung gibt es am 28.8. ab 19 Uhr einen Märchenabend. „Paul und Paula bei den Grashüpfern“ – ein Soloabend mit Live-Musik, Puppen und einem Kühlschrank steht für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene vom 26.-28.8. jeweils um 21 Uhr auf dem Programm. Eine Theateradaption der bekanntesten „Liebesgeschichte des Ostens“, erzählt aus heutiger Sicht und jenseits von Ostalgie. Eine Produktion der freien Gruppe Theaterkosmos53. Weitere Informationen unter Tel. 53 69 51 50. W.W.

sprüchliche Eigenschaften. Was sich Wissenschaftler unter Licht vorstellen, um so seine Eigenarten zu verstehen, machen Physiker von BESSY anhand einfacher Experimente anschaulich. Veranstaltungsort: HelmholtzZentrum Berlin, Elektronenspeicherring BESSY II, Albert-Einstein-Straße 15. Anmeldung erforderlich unter 8062-1-4920 oder sandra.fischer@helmholtz-berlin.de

Auf Motivsuche durch Adlershof
Vom 9.-11. August und vom 16.-18. August geht es jeweils von 10-15 Uhr unter fachkundiger Anleitung am Wissenschaftsstandort Adlershof auf Motivsuche durch Adlershof mit anschließender Bearbeitung ausgewählter Bilder am PC mit der Bildbearbeitungssoftware GIMP. Die dreitägigen Familien-FerienKurse ab Klasse 6 finden am Institut für Informatik der Humboldt-Universität im JohannNeumann-Haus (Rudower Chaussee 25, Haus 4, 1. Etage, Raum 111) statt. Schüler(innen) unter 16 Jahren ohne Begleitung bringen bitte eine Einverständniserklärung der Eltern mit. Anmeldung bitte per Mail an umlang@informatik.hu-berlin.de, Kennwort: Ferientreff. Weitere Informationen auch bei Dr. Márta Gutsche, Tel. 2093-5468. W.W.

Tischtennis-Ferienkurs für Kinder
Der Köpenicker SV Ajax e.V. bietet einen Tischtennis-Ferienkurs für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren vom 9.-13. August an. Trainiert wird täglich entweder von 12-14.30 oder ab 15.30 Uhr. Möglich sind auch beide Trainingszeiten. Anmeldungen und telefonische Auskünfte bitte unter 672 20 98 bei Beate Helm. Der Trainingsort ist in Berlin-Oberschöneweide, Keplerstr. 7, Sporthalle. Informationen zum Verein unter www.ksv-ajax-tt.de

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Arbeiten am Glienicker Weg im Plan
Aus der 42. Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick
Nach Eröffnung der 42. Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 24.6. im Rathaus Treptow informierte BVV-Vorsteher Siegfried Stock u.a. über den Besuch von Lehrern und Schülern aus der peruanischen Partnerstadt Cajamarca und hob unter den vielen Veranstaltungen im Bezirk im Monat Juni vor allem die traditionellen Treptower Festtage und den Köpenicker Sommer hervor. In der Bürgerfragestunde konnten von den eingereichten acht Fragekomplexen nur drei behandelt werden, weil die anderen Fragesteller nicht anwesend waren. So ging es um die Themen Gentrifizierungsprozeß Alt-Treptow, um die Aufstellung einer Spendenbox im Strandbad Rahnsdorf und um Probleme im Zusammenhang mit der Sportanlage An der Uferbahn. Bezirksbürgermeisterin Gabriele Schöttler unterstrich in ihren Ausführungen, daß mit einer entsprechenden Bundestagsentscheidung zu den JobCentern der Weg für die Aufrechterhaltung der Stellen im Öffentlich geförderten Beschäftigungssektor (ÖBS) geebnet sei. Sie informierte, daß aufgrund von Verzögerungen die Straßenbahn noch bis Juni 2011 nur bis zum Bahnhof Adlershof verkehren werde. Sie würdigte den Berlin Triathlon 2010 mit einer Rekordbeteiligung von 900 Teilnehmern und verwies auf das Richtfest am 10.6. für den „FRÖBEL-Kindergarten auf dem Campus Adlershof“ (s. AZ Nr. 195). Schließlich warnte sie noch vor dem Eichenprozessionsspinner, der besonders für Allergiker gefährlich sein kann und den man von Fachleuten entfernen lassen solle. Auf „Mündliche Anfragen“ von Bezirksverordneten war u.a. zu erfahren, daß - das Projekt „Traditionelles Handwerk“ im Bezirk erfolgreich und demzufolge auch erhaltenswert sei. Eine Finanzierung dafür sei gesichert. Allerdings war bis zur BVV-Sitzung noch kein entsprechender Antrag für die Fortführung eingericht worden. - nach dem Ausrichterwechsel für die Treptower Festtage und den Köpenicker Sommer noch keine abschließende Bewertung vorliege. Für das nächste Jahr werde eine europaweite Ausschreibung vorbereitet. - Schulbesuche von Bundestagsabgeordneten durchaus erwünscht seien, allerdings müsse das Bezirksamt davon in Kenntnis gesetzt werden. - „Weinstadtrat“ Retzlaff nicht glaubt, noch vor Ende der Wahlperiode mit den Bezirksverordneten heimischen Wein verkosten zu können – aber für die Zeit danach herrscht Optimismus. Sondermittel werden u.a. ausgereicht an den Behindertenverein Köpenick e.V. und an FIPP e.V. – Abenteuerspielplatz Waslala. Von der BVV zur Kenntnis genommen wurde, daß eine mobilitätsgerechte Umgestaltung der Pflasterstraßen in den Kreuzungsund Übergangsbereichen – wie Ausbau des Großpflasters und Einbau von Asphalt – mit den derzeitigen Haushaltsmitteln nicht zu finanzieren ist. Den „Mitteilungen des BVVVorstehers Nr. VI/42“ entnehmen wir u.a., daß - im Rathaus Treptow die Restaurierung des Haupttreppenhauses bis 26.10. abgeschlossen sein wird. Aus dem Konjunkturpaket II werden weitere Maßnahmen wie Dämmung der obersten Geschoßdecke sowie der Austausch von Fenstern finanziert. - das Grünflächenamt sporadisch den Unrat aus dem „Goldfischbecken“ im Treptower Park entfernt und maximal einmal pro Jahr – wegen der Gefahr verstärkter Algenbildung – Frischwasser nachfüllt. - gegenwärtig vier beitragsfähige Straßenausbaumaßnahmen realisiert werden: Wendenschloßstraße (Abschluß Ende 2010), Eisenhutweg (nicht vor 2011), Groß-Berliner Damm (nicht vor 2011) und Glienicker Weg (nicht vor Ende 2012) - sowohl in der Hus- als auch in der Steinbachstraße die Erneuerung der Fahrbahnbefestigung erforderlich ist. Die geplanten Kosten dafür betragen jeweils ca. 190.000 €. Da die vorhandenen Anlagen zur Straßenentwässerung nicht den heutigen Anforderungen entsprechen, sollen auch neue Regenwasserkanäle und zusätzliche Abläufe eingebaut werden. - es seit Baubeginn im Mai 2009 am Glienicker Weg zu keinen nennenswerten Verzögerungen gekommen ist. Die nächste BVV-Sitzung (einschließlich Bürgerfragestunde) findet am 26.8. ab 16.30 Uhr im Rathaus Treptow statt. L. Ebner

Adlershofer Zeitung
PF 1103 12474 Berlin
medienbuero.ebner@t-online.de

Herausgeber
MEDIEN-BÜRO Adlershof verantw. Redakteur Lutz Ebner Tel. 67 98 95 37 Fax 67 98 95 38 redaktionelle Mitarbeit Wolfhard Staneczek Tel. & Fax 677 24 58 Herstellung Eggersdorfer Druck- und Verlagshaus Auflage 3000 Exemplare Erscheinungsweise monatlich

Sprechstunden
Bezirksbürgermeisterin Gabriele Schöttler steht im Rathaus Köpenick am 19.8. von 15-17 Uhr zum individuellen Gespräch bereit. Informationen unter 90297-2300. Die Sprechstunde des stellvertretenden Bürgermeisters und Bezirksstadtrates für Umwelt, Grün und Immobilienwirtschaft Michael Schneider findet am 2. Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr (so am 12.8.) oder nach Vereinbarung (90297-4336) im Rathaus Treptow statt.

Zeichnung: Architekt Neuhoff

Von der BVV wurde u.a. beschlossen, dem Bezirksamt zu empfehlen, sich dafür einzusetzen, daß - Bürger(innen), die wegen der Bewilligung von Wohngeld keinen Anspruch mehr auf Grundsicherungsleistungen haben, nicht schlechter gestellt werden als zum Zeitpunkt des Erhalts von Grundsicherung. - Vattenfall im Bezirk weitere öffentlich zugängliche Stromladesäulen für Elektrofahrzeuge aufstellt. - Schülermonatskarten von Sozialgeldbezieher(inne)n vom JobCenter Treptow-Köpenick als laufender, unabweisbarer Bedarf angesehen werden, die neben der Regelleistung zu finanzieren sind. - für Eheschließungen und Begründungen eingetragener Lebenspartnerschaften außerhalb der Räumlichkeiten des Standesamtes dem tatsächlichen Verwaltungsaufwand entsprechende Gebühren erhoben werden können. - Tempo 30 auf der Bölschestraße angeordnet wird.

Umgezogen
Die Koordinierungsstelle für Schule und Sport ist umgezogen und befindet sich jetzt im Raum 71 des Rathauses Köpenick, AltKöpenick 21 in 12555 Berlin. Neben der Unterstützung des Ganztagsschulbetriebes der Sekundarschulen des Bezirkes durch Angebote aus Sport- und weiteren Freizeitbereichen wird gleichzeitig ein sozialpädagogisches Beratungsund Vermittlungsangebot für Kinder und Jugendliche der Sportvereine, deren Eltern, Betreuer(innen) oder anderen verantwortlichen Ansprechpartner(inne)n vorgehalten. Kontakt: Andrea Preusse, Tel.: 90297-2291, E-Mail: andrea.preusse@ba-tk.berlin.de Sprechstunde nach telefonischer Vereinbarung

Recyclinghöfe
Die Berliner Stadtreinigung teilt mit, dass sie die Öffnungszeiten der meisten ihrer Recyclinghöfe den ermittelten Bedarfen gemäß anpassen wird. In Treptow-Köpenick betrifft das den Hof Oberspreestraße 109. Ab 2. August gelten diese Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch und Freitag 7.00-17.00 Uhr Donnerstag 9.30-19.30 Uhr Sonnabend 7.00-15.30 Uhr

PRIEPKE
030 / 670 20 20
Abschied mit Liebe . . .

BESTATTUNGSHAUS

Hackenbergstraße 12 Berlin-Adlershof / Am Friedhof

TAG & NACHT

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Wettbewerb: Schöne Wände bunt! Netzwerk Inclusion gegründet Heim- und Einrichtungsträger, Unternehmen nicht die notwendiDas Jugendbündnis Bunt statt Braun, ein Zusammenschluss von Jugendfreizeiteinrichtungen und -projekten im Bezirk, möchte einen Gestaltungswettbewerb durchführen, bei dem Jugendliche eigene Entwürfe für Werbeflächen einreichen können. Die besten Entwürfe werden von Mitte Oktober bis Ende Januar 2011 auf mindestens drei Werbeflächen in Schöneweide ausgestellt. Die Entwürfe sollen einer Kultur der Offenheit, Vielfalt und Toleranz Ausdruck verleihen. Sie werden auch auf Postkarten gedruckt und können als DIN A2-Plakate ausgehängt werden. Die Ausschreibung erfolgt bis zum 30. September. Im Oktober findet eine öffentliche Preisverleihung statt. Aus dem Bundesprogramm „respectabel“ wurden zur Umsetzung des Vorhabens 3.600 € zur Verfügung gestellt. Informationen und Kontakt: info@bunt-statt-braun-berlin.de, www.bunt-statt-braun-berlin.de Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick Tel. 65 48 72 93 Vereine und Selbsthilfegruppen, die selbst von Behinderungen betroffen sind oder für behinderte Menschen Dienstleistungen erbringen, sowie die Bundestagsabgeordnete Sylvia Schmidt und Vertreter(innen) des Bezirksamtes haben am 7. Juli das Netzwerk Inclusion gegründet – das erste in Berlin! Behinderte Kinder gehen noch überwiegend in Sonderschulen, lernen vielfach Berufe in besonderen Berufsbildungswerken oder gehen in geschützte Werkstätten, leben vielfach in Heimen. Alle diese Einrichtungen leisten anerkannt gute Arbeit bei der Betreuung behinderter Personen. Aber diese Menschen sind auch Teil der Gesellschaft, sie leben mittendrin – und doch separat. Die Aufnahme schwerbehinderter Kinder in eine Regelklasse ist immer noch nicht Normalität, obwohl der Bezirk viel in den barrierefreien Umbau von Schulen investiert. Bis auf wenige Ausnahmen beschäftigen ge Anzahl an schwerbehinderten Mitarbeiter(inne)n und zahlen lieber die dann fälligen Abgaben. Deutschland hat die UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen unterzeichnet, hat das damit begründet, dass alle Menschen darauf Anspruch haben gemeinsam zu leben, zu lernen, zu arbeiten und zu altern, am Leben der Gemeinschaft teilzuhaben, wenn sie dies möchten. Treptow-Köpenick geht einen mutigen Schritt und will beginnen, diese Aufgabe anzupacken. Was wir brauchen, ist Barrierefreiheit vor allem auch in den Köpfen. Nachbarschaftliches Engagement ist gefragt, sich Öffnen für neue Wege, Hilfen gewähren, wo Hilfe nötig ist. Leistung anerkennen, auch wenn die nicht der allgemeinen Norm entspricht. Eine Gemeinschaft, die Ausgrenzung ablehnt, die sich öffnet – für „all inclusive“. Gabriele Rühling Beauftragte für Menschen mit Behinderung Treptow-Köpenick

So stelle ich mir den idealen Sonntag vor
„Ruhr 2010“ heißt der Verbund, der sich in diesem Jahr zur Kulturhauptstadt Europas zusammen geschlossen hat. Dazu gehören 53 Städte und Kreise. Zehntausende von Veranstaltungen gibt es in dieser Zeit: Theateraufführungen, Konzerte, Besichtigungen und Aktionskunst, in Schauspielhäusern, auf den Zechen, in den Kirchen und auf den Straßen. Jede Stadt, jeder Kreis präsentiert sich. Alle zeigen etwas Eigenes, vom Domschatz bis zu Kabarett, von der Architektur bis zur Malerei mit Fingerfarbe. Alle Städte haben aber auch etwas gemeinsam gemacht: Von West nach Ost geht die Bundesstraße 1 / Autobahn 40 quer durch das ganze Ruhrgebiet. Die westliche Verlängerung reicht bis an die Nordsee, die östliche führt mitten durch Berlin bis nach Nowgorod. Auf 60 km Länge, von Duisburg bis nach Dortmund, wurde die Verkehrshauptschlagader des Lebensraumes von fünf Millionen Menschen am 18. Juli gesperrt. Weit mehr als 100.000 Kraftfahrzeuge bewegen sich sonst werktäglich über die Straße. An dem Tag aber gab es auf der Südseite nur Fahrräder und Roller-Skates, auf der Nordseite Fußgänger. Auf der gesamten Strecke war die längste Tafel der Welt aufgebaut. Kulturen aller Länder haben sich getroffen, miteinander gegessen und getrunken, gesungen, musiziert und Kleinkunst angeschaut. Jeder konnte sich um einen Tisch für 10 Personen bewerben, einladen, feiern, Freude haben und offen sein für Begegnungen. So stelle ich mir den idealen Sonntag vor: der alltägliche Verkehr, die pausenlose Betriebsamkeit, sind unterbrochen. Stattdessen Begegnungen erleben mit Freunden und solchen, die es werden können. Gemeinschaft bei Essen und Trinken haben. Flanieren, ohne ein bestimmtes Ziel. Mitgemacht hat unter anderem ein Chor aus Bad Sassendorf. Zuerst haben die Sänger(innen) mit uns in St. Marien Gottesdienst gefeiert. Das Lob Gottes haben wir gehört, gesungen und bekannt. Und dann haben wir uns überraschen lassen, was los war auf der festlichen Meile der Begegnung. Uns allen wünsche ich solche Sonntage. Ingo Maxeiner, Pfarrer der Ev. St. Marienkirchengemeinde Dortmund

Kirchliche Termine
In der Verklärungskirche (Arndtstr.) begeht die Gemeinde sonntags ab 10 Uhr ihren Gottesdienst. Anschließend wie auch montags von 9-12 Uhr und donnerstags von 14-17 Uhr kann die Kirche mit ihren Ausstellungsstücken besichtigt werden. Auch im August entfallen die Treffen von Frauenkreis, Männerkreis, Haus-Gesprächskreis, offenem Gemeindekreis, der Jungen Gemeinde sowie die Chorproben. In der Christus König Kirche (Nipkowstr.) feiert die Gemeinde sonntags um 11 Uhr die Heilige Messe. Vor der Kindermesse am 29.8. mit der Segnung der Schulanfänger treffen sich die Kinder bereits um 10.30 Uhr im Pfarrheim und bleiben danach bis 15 Uhr beisammen. Die Gottesdienste samstags um 18 Uhr entfallen im August. Die Freie evangelische Gemeinde lädt sonntags um 10 Uhr in die „Schwedenkirche“ (Handjerystr. 29/31) zum Gottesdienst ein. Kinder werden altersgerecht betreut, zudem steht ein Krabbelraum mit Live-Übertragung zur Verfügung. Während der Sommerferien finden keine Pfadfinder-, Teenager- und Seniorentreffen statt. Am 28./29.8. verabschiedet die Gemeinde Bruno und Sabine Sexauer, da Pastor Sexauer zum 1.9. eine Berufung der Freien evangelischen Gemeinde Bruchsal angenommen hat. Freunde und Bekannte sind dazu am 28.8. ab 15 Uhr herzlich eingeladen. Infos unter 677 56 65 oder www.lebewertvoll.de

BESTATTUNGEN
seit 1882

Kiefholzstraße 249 • 12437 Berlin Telefon 532 83 35 • 532 82 08 Telefax 53 00 79 09

Hackenbergstraße 20 • 12489 Berlin Telefon 677 54 43 Telefax 67 89 29 39

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„Literatur-Kaffee“ – ein viel versprechendes Angebot
Seit dem 15. April wird einmal monatlich donnerstags von 15 bis 17 Uhr im Kiezklub Alte Schule die neue Veranstaltungsreihe „Literatur-Kaffee“ angeboten, moderiert von Dr. Hans Erxleben,Vorsitzender des Adlershofer Bürgervereins und langjähriger Veranstalter der Reihe „Adlershofer Buchpremieren“. Nun schon zum dritten Mal kamen am 17. Juni „Leseratten“ aus Adlershof, aber auch aus Friedrichshagen und Müggelheim, zusammen, um sich bei einer Tasse Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen über Neuheiten auf dem Buchmarkt, Lieblingsbücher usw. auszutauschen. Leider ist das „männliche Element“ zurzeit noch zu wenig vertreten – „Männerzustrom“ daher durchaus erwünscht. Bei den bisherigen Zusammenkünften wurden Themen wie „Älterwerden“ unter besonderer Berücksichtigung des Werks von Hermann Hesse, starke Frauen in der Literatur, Lesegewohnheiten u.a. angesprochen. Künftig soll auch das Andenken an Adlershofer Schriftsteller, wie Anna Seghers, Berta Waterstradt und Boris Djacenko, wach gehalten werden. Erwähnt sei auch, dass bei jeder Zusammenkunft ein Literaturquiz veranstaltet wird (zu jeweils 20 Fragen werden je drei Antwortvarianten aus den verschiedensten literarischen Gebieten – vom Märchen bis hin zu Werken der Klassik – vorgegeben), vorbereitet von der Verfasserin dieses Artikels, die sich auch als literarische Übersetzerin russischer Literatur (Tolstoi, Lermontow u.a.) einen Namen gemacht hat. An dieser Stelle nun für den interessierten Leser der Adlershofer Zeitung, der gern sein literarisches Wissen testen möchte, 5 derartige Fragen, im „stillen Kämmerlein“ zu lösen, möglichst ohne Nachschlagewerke oder das Internet zu bemühen. Die Auflösung gibt es in der nächsten Ausgabe der AZ, ebenso wie 5 neue Fragen. Barbara Heitkam
1. Die Romane „Die Räuberbande“, „Das Ochsenfurter Männerquartett“ sowie „Die Jünger Jesu“ entstammen der Feder von: a) Gerhart Hauptmann b) Leonhard Frank c) Oskar Maria Graf? 2. „Kleider machen Leute“ ist: a) ein Märchen von Hans Christian Andersen b) ein Werk von Gottfried Keller c) ein Schwank von Curt Goetz? 3. Welcher deutsche Dichter erhielt 1946 den Nobelpreis für Literatur: a) Hermann Hesse b) Rainer Maria Rilke c) Erich Kästner? 4. Die „Heiden von Kummerow” (auch verfilmt) schrieb: a) Ehm Welk b) Erwin Strittmatter c) Hans Fallada? 5. In welchem Märchen von Wilhelm Hauff spielen Kräuter eine große Rolle: a) „Das kalte Herz“ b) „Kalif Storch“ c) „Zwerg Nase“?

Sommerabend und Kaffeenachmittag mit Kultur im Ratz-Fatz
Das Soziokulturelle Zentrum Ratz-Fatz in Niederschöneweide (Schnellerstr. 81) lädt am 21.8. ab 19.30 Uhr zu einem Sommerabend ein. In entspannter Atmosphäre kann man Leute treffen, Gegrilltes, ein Glas Wein oder Bier und anschließend Freiluftkino genießen. Um 20.45 Uhr läuft der senegalesische Film „Moolaadé – Bann der Hoffnung“. Die Senioren laden dienstags um 14.30 Uhr zum Kaffeenachmittag mit Kultur ein. Nähere Informationen und Kartenbestellung unter 67 77 50 25. W.W.

Die nächsten Termine für das „Literatur-Kaffee“ sind: 9.9. und 14.10. von 15 bis 17 Uhr

„Von Rock bis Klassik“
Zum 4. Ba-Rock-Fest kommt die Musik von „Queen“ nach Köpenick. Treptow-Köpenick ist nicht London, die Schlossinsel Köpenick nicht der MadisonSquare-Garden, doch die Musik von Queen und damit der Geist von Freddy Mercury leben weiter. Die unvergesslichen Songs begeistern die Menschen nach wie vor. Freddy Mercury-Double Harry Rose wird am 21. August die Schlossinsel Köpenick in eine Rockarena verwandeln und Songs wie „We are the champions“, „Its a kind of magic“, „We will rock you“ und „I want it all“ live mit seiner Band präsentieren. Eine mitreißende Musik-Show. Einlass 17 Uhr; Vorprogramm 18 Uhr; Beginn ca. 20 Uhr. Am 22. August folgt „Die große Barocknacht“ – eine musikalische Reise von Granada bis Venedig. Großartige Künstler wie Jule Rosalie Vortisch (Sopran) und Raúl Alonso (Tenor) geben ab 19 Uhr ein Open Air Konzert mit dem Berliner Kammerorchester unter Leitung von Roland Mell. Eine Mischung der schönsten spanischen & italienischen Melodien versprechen einen unvergesslichen Sommerabend. Auf dem Programm stehen Werke von Abenitz, Arriaga, Verdi, Vivaldi, Ravel, Rossini, Puccini und vielen anderen. Den krönenden Abschluss bildet: Apollo art of laser & fire mit einer Musik LaserShow der Superlative. Einlass ab 17 Uhr; Vorprogramm 17.30 Uhr; Hauptprogramm ca. 19 Uhr. Auch die Gastronomie steht ganz im Einfluss der spanischen und italienischen Küche. Weitere Informationen unter berlin-veranstaltungsservice.de

Auch die 15. Auflage von „Jazz in Town“ begeistert wieder mit internationalen Stars
Vor der faszinierenden Kulisse des über 100 Jahre alten neogotischen Backsteinbaus des Köpenicker Rathauses findet wie in jedem Jahr das Blues & Jazzfestival „Jazz in Town“ statt. Internationale Stars geben sich noch bis in den September hinein im Rathaushof die Ehre und begeistern Jazzfans aus Berlin und Umgebung. So heißt es am 1. August um 18.30 Uhr „Jazz Lyrik Prosa“. Für die Musik sorgen Ruth Hohmann & Jazz Collegium Berlin, für die Satire Wiglaf Droste & Edgar Külow. Am 7. August steht um 19.30 Uhr „Axel Zwingenberger presents Boogie Woogie Greats“ auf dem Programm. Am 8. August um 18.30 Uhr sind Joy Fleming & Band zu Gast. Am 21. August um 19.30 Uhr fordert Gitte Hænning „Ich will Alles“. Am 28. August um 19.30 Uhr ist Premiere für Andrej Hermlin und sein SWING DANCE ORCHESTRA: „Skyliner – Swing Of The Forties“. Am 29. August um 18.30 Uhr hat The Big Chris Barber Band ihren Auftritt. Karten für alle Open Air Veranstaltungen erhält man online unter www.jazz-in-town-berlin.de, im Restaurant Ratskeller in Köpenick und an allen Berliner Vorverkaufskassen.

Was passieren könnte, wenn sich die beiden Diven Nina Hagen und Zarah Leander auf einer Kaffeefahrt begegnen, bringen Regina Nitzsche und André Nicke mit ihrem neuen Kleinkunstprogramm „Das Lächeln einer Sommernacht“ im Stadttheater Cöpenick auf die Bühne. Am 27. und 28. August hebt sich um 20 Uhr der Vorhang für diesen unterhaltsamen Theaterabend in der Friedrichshagener Straße 9. In der neuen SonntagsmatineeReihe „Gregor Gysi im Gespräch mit …“ begrüßt am 22. August der Gastgeber um 11 Uhr Achim Kühn. Weitere Informationen unter www.stadttheatercoepenick.de Um Reservierung unter Tel. 65 01 62 34 oder 65 01 62 30 wird gebeten.

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Ausstellung „Abstraktion und Einfühlung“ 6. Adlershofer In der Galerie im Kulturzentrum stellung, wonach Abstraktion und den 60er und 70er Jahren erinnert.
Alte Schule (Dörpfeldstr. 54/56) ist noch bis 7. August die Ausstellung „Dongchay – Vietnam in Frieden“ zu sehen, die die künstlerischen, dokumentarischen und fotografischen Ergebnisse einer mehrwöchigen Reise von Studierenden und Lehrenden der Hochschule für Kunst und Design Halle zeigt. Am 20.8. wird um 20 Uhr zur Eröffnung der nächsten Ausstellung „Abstraktion und Einfühlung“ eingeladen. In der Exposition sind Malerei, Graphik und Skulpturen von Karin Christiansen (Jg. 43), Bernd Aury (Jg. 64) und Henry Stöcker (Jg. 54) zu sehen. Dazu schreibt Kuratatorin Petra Hornung: „Abgesehen von der Brillanz und der besonderen Aura der höchst unterschiedlichen Ausdrucksweisen der drei Künstler, wird der wohl gängigen VorEinfühlung als Antipoden in der Kunst gelten, genußvoll widersprochen. Deutlich kann man spüren, wie sich die scheinbaren Gegensätze aneinander reiben, sich bedingen oder steigern können und sich in ihrer unterschiedlichen Graduierung doch immer als eigenes, intuitives Paar formulieren.“ Die Eröffnung wird durch Valentin Butt (Bajan-Akkordeon) musikalisch begleitet. Öffnungszeiten der Galerie: Di, Mi, Do 12-19 Uhr, Fr 12-17 Uhr und Sa 15-19 Uhr. Im „Bürgersaal“ wird auch im August an den Adlershofer Künstler Hans-Helmut Müller (19302009) mit Kostümentwürfen aus den 50er und 60er Jahren, die er für Felsenstein-Inszenierungen der Komischen Oper anfertigte, und Landschaftszeichnungen aus Ein ausführlicher Lebenslauf macht sein vielfältiges Schaffen noch klarer und ruft den Adlershofern zudem seine Gartengestaltung im Innenhof der AnnaSeghers-Oberschule an der Radickestraße ins Gedächtnis. Der Bürgersaal ist zu den Essenszeiten, bei Veranstaltungen sowie nach Vereinbarung (Tel.: 902975717) zugänglich. Im „Kiezklub“ sind auch im August Bilder des Adlershofer Mitbürgers Günter Schuldt (Jg. 35) zu betrachten. Zu den Motiven des Hobbymalers gehören Landschaften, Blumen, Akte und Tiere, die ausschließlich mit Acryl- oder Ölfarben entstehen. Er gehörte von 2004 bis 2009 zum Adlershofer Kunstkreis. Die Räume des Kiezklub sind werktags von 10 bis 17 Uhr zugänglich. W.S.

Rock-Nacht

Blumenschlösschen Willinsky
Inh. Michael Willinsky

92 Häuser laden zum Besuch und offenbaren ihre Schätze
Zur Langen Nacht der Museen am 28. August, sind 92 Häuser von 18 bis 2 Uhr geöffnet. Thematischer Schwerpunkt sind die Unabhängigkeitsbewegungen in Lateinamerika, die vor 200 Jahren begannen und letztlich zur Befreiung von der spanischen Kolonialherrschaft führten. Unter dem Begriff „Bicentenario“ wird in Argentinien, Bolivien, Chile, Ecuador, El Salvador, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Uruguay und Venezuela durchaus kontrovers der Ereignisse um 1809-11 gedacht, als die damaligen Kolonien aufbegehrten. Das Jubiläum der Gründung der meisten lateinamerikanischen Republiken hat etliche Berliner Museen und Institutionen zu Ausstellungen und Programmen inspiriert, die die gesellschaftlichen und künstlerischen Verhältnisse auf dem Kontinent reflektieren. So präsentiert zum Beispiel das Iberoamerikanische Institut die Ausstellung „Santos Chávez – poetischer Realismus. Grafiken aus Chile“. Das DHM lädt zur Themenführung „Entdecker, Sklaven, Freiheitskämpfer – Europa und Südamerika von der Conquista bis zur Unabhängigkeit“ ein. Im Roten Rathaus gibt es zudem eine zentrale Ausstellung mit Beiträgen aus den Museen der beteiligten Länder sowie mit Musik und Kulinarischem aus dieser Region. Ein reiches Angebot mit Führungen, Performances, Sonderausstellungen und musikalisch-literarischen Darbietungen ergänzt wie gewohnt die Dauerausstellungen in allen beteiligten Häusern.

Hackenbergstraße 14 12489 Berlin Tel: 030/67776644 • Floristik für jeden Anlass • Grabpflege

Auf dem Sportplatz „Am Birkenwäldchen“ inmitten unserer Köllnischen Heide findet die nunmehr 6. Adlershofer RockNacht diesmal nicht im August, sondern erst am 4. September ab 18 Uhr statt. Bei Redaktionsschluß stand noch nicht fest, wer außer der Adlershofer Gruppe „Mystery Train“, die schon mehrfach auch beim Adlershofer Herbstfest die Zuhörer begeisterte, aufspielen wird. Wir werden in der September-Ausgabe Näheres mitteilen. In jedem Fall wird Wirt Werner Finkeisen wieder rundum für beste Gastlichkeit sorgen. Das Entgelt zu dem Spektakel bis Mitternacht beträgt wie in den Vorjahren nur 5 €, ein sicher angemessener Eintrittspreis. Wer bis dahin nicht warten will, kann bereits am 6. August ab 19 Uhr im Gartenlokal „Blattlaus“ in der KGA „Am Adlergestell“ (Neltestr. 11d) „Mystery Train“ und nochmals die bei der 5. Rock-Nacht aufgetretene Gruppe „Ike and the capers“, die authentischen Rock’n’Roll der 50er Jahre spielen, erleben. Eintritt ebenfalls 5 €. W.W.

Im August verkürzte Öffnungszeiten: Mo – Fr 9 – 13 Uhr

„Wedding in Bohnsdorf“
Die Ausstellung „Wedding in Bohnsdorf“ wird am 26. August um 19 Uhr in der Kulturküche Bohnsdorf, Dahmestraße 33, eröffnet. Bis zum 7. Oktober können montags bis donnerstags von 12 bis 18 Uhr die Stadtfotografien aus Berlin-Wedding zwischen 1973 und 1989 von Karl Ludwig Lange betrachtet werden. Die sensiblen Schwarzweiß-Aufnahmen dokumentieren den Wandel in der Sozialstruktur dieses traditionsreichen Berliner Bezirks über einen relativ großen Zeitraum. Der bekannte Autor ist in vielen Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, von seinen FotoSerien erschienen mehrere Bildbände und Kataloge. Bereits am 22. August ist für die Kulturküche die Sommerpause beendet und die Kurse werden zu den bekannten Terminen weitergeführt. Neu angeboten wird ab September immer dienstags ab 18 oder 18.30 Uhr für jeweils eine Stunde Linedance für Neueinsteiger. Anschließend tanzen für zwei Stunden die Fortgeschrittenen. Anmeldungen und Informationen zu weiteren Veranstaltungen unter Tel. 90297-5570.

„Liebe, Verrat und Animalisches“
Die Berliner Malerin Marianne Schröder, die seit Jahren eine künstlerische Heimat im Bezirk (vor allem in der Werkstatt für Künstlerische Lithographie in der Defreggerstraße 12) gefunden hat, stellt unter dem Titel „Liebe, Verrat und Animalisches“ vom 26.8. bis 30.9. Malerei und Graphik in der Galerie Grünstraße in Köpenick aus. Das Thema wird von der Künstlerin mit einigem Augenzwinkern behandelt. Großformatige Acrylbilder, die 1991 zum Themenbereich „Die Nibelungen“ entstanden, stehen kleinformatigen Arbeiten aus den Jahren 2000 bis 2010 gegenüber. Die Bilder sind bevölkert mit zwielichtigen, aber auch durchaus liebenswürdigen Gestalten aus dem Tier- und Menschenreich, die in vielfältiger Beziehung zu einander stehen. Vernissage am 26. August, 19.30 Uhr in der Galerie Grünstraße 16, geöffnet Di-Fr 13-19, Sa 10-14 Uhr; Tel. 43 20 92 82.

Foto: Sergej Horovitz

Erstmals können während der Langen Nacht der Museen sechs Berliner Synagogen besichtigt werden. Neben Führungen erleben die Besucher u.a. liturgische Gebetsgesänge, Erläuterungen zum Schabbat und einen Trialog mit Vertretern des Judentums, des Christentums und des Islam. Um 18 Uhr wird die Lange Nacht der Museen am Lustgarten vor dem Alten Museum eröffnet. Hier ist auch der zentrale Umsteigeplatz für die Shuttle-Busse, die auf sieben Routen die beteiligten Museen verbinden. Das Kombiticket (gilt für alle Veranstaltungen, für die Benutzung der Shuttle-Bus-Routen und für die An- und Abreise mit BVG und S-Bahn) kostet 15, erm. 10 €. Für Kinder bis 12 Jahre ist der Eintritt frei. Online-Tickets unter www.museumsportal-berlin.de. Infos unter Tel. 247 49 888 und www.lange-nacht-der-museen.de

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Nr. 196

Schon lange her: Badevergnügen und Schwimmsport am Adlershofer Spreeufer
Vielen älteren Adlershofern sind die Erlebnisse im Freibad Oberspree noch in bester Erinnerung – bis es im April 1981 plötzlich hieß: Badeverbot wegen schlechter Wasserqualität! Seit April 2009 ist auch der letzte Teil des Freibads als Waldstück der Köllnischen Heide wieder renaturiert bis zum Spreeufer frei zugänglich. Soweit die bekannte Einleitung (s. auch AZ Nr. 5, 112 und 119). Man muß mindestens zur „Generation 75 +“ gehören, um sich an das ursprüngliche Aussehen der Gegend am Spreeufer östlich des Freibads zu erinnern. Heute kaum noch vorstellbar, gehörte seit 1903 (mit einer kleinen Korrektur nach dem Dauerwaldkaufvertrag von 1915) tatsächlich ein kleiner Teil der Uferzone an der Oberspree zur Gemeinde Adlershof. Allerdings war dieses Gemeindegebiet völlig naturbelassener Wald, bis zur Einrichtung der „Flußbadeanstalt Adlershof“ 1912 nur einsam durchschnitten von der Berliner Straße (Oberspreestraße) und den Gleisen der Preußischen Staatsbahn. Noch Anfang der 20er Jahre hörte die Niederschöneweider Sedanstraße (Bruno-Bürgel-Weg) an der Ortsgrenze kurz nach dem „Grand Restaurant Neptunshain“ einfach auf. Von hier führte nur ein schmaler Waldweg als „verlängerte Sedanstraße“ bis zum heute noch existenten beschrankten Bahnübergang. In diesen Jahren war an der Sedanstraße kaum noch ein freies Uferstück zu finden. Die letzten naturbelassenen

Eine Veranstaltung des „Berliner Schwimm- und Sportclub Germania 1887“ mit gymnastischen Übungen auf dem Mittelsteg. Auf der anderen Spreeseite erkennt man den regen Badebetrieb im Freibad Oberschöneweide. Den Bahndamm mit Eisenbahnbrücke gab es 1938 noch nicht

Geländestreifen an der Spree wurden von Berliner Sportvereinen gepachtet. Diese taten ihren Mitgliedern damit etwas richtig Gutes. Außenstehende konnten hier nur noch mit langem Hals einen Blick über den Zaun wagen. Man mußte Vereinsmitglied sein, um dem Wasser nahe zu kommen. 1925 war das magische Jahr, in dem sich auch das Adlershofer Spreeufer veränderte. Es fing damit an, daß Hunderte Arbeitslose im Rahmen von Notstandsarbeiten eine ca. 50 m breite Schneise für die schon seit Jahren geplante „Südliche Umgehungsbahn“durch den Wald schlugen. Mehr als 13 Jahre blieb diese Trasse unberührt bestehen. In Sichtweite

der östlichen Schneisenseite begann bereits das Spindlersfelder Ortsgebiet mit dem Sportplatz der von der W. Spindler AG gesponserten „Berliner Turnerschaft“. Von dem daneben liegenden „Spindler-Park“ schwärmen Zeitzeugen noch heute. An „unserem“ Stückchen Spreeufer zwischen der geplanten Bahntrasse und dem Freibad waren die „Freien Schwimmer Cöpenick“ (FSC) die ersten, die ein 64,4 m langes Ufergrundstück von der Oberförsterei Potsdam pachteten. Dieser 1912 gegründete Verein war mit seinem in der Grünstraße wohnenden Vorsitzenden Franz Grybowski ein beliebter Arbeiterverein mit Mitgliedern aus Köpe-

Lageplan vom Gelände an der „verlängerten Sedanstraße“ im Jahr 1930: 1) Freie Schwimmer Cöpenick, SV Triton-Forelle 1891; 2) Ruderverein Colombo, BSC „Delphin“ 1889, Sandund Kiesverladestation; 3) SG Elektron, AEG-SV, 4) Berliner Schwimm-Union 1913, BSSC „Germania 1887“; 6) Bahngleis zur Verladestation, 7) Trasse bzw. Bahndamm vorläufiger Güter-Außenring; 8) ab 1944: PertrixKarte: Prochnow Behelfsheimsiedlung, KGA „Am Freibad Oberspree“

nick und Adlershof. Als Voraussetzung für die Inbetriebnahme des Vereinsgeländes errichtete der Verein ein kleines Umkleidehaus und ein Aborthäuschen aus Holz. Für den Verein war das Aufbringen der Kosten für die Pacht und die Baumaßnahmen ein Kraftakt. Erst zwei Jahre später konnte er die üblichen 13 m in die Spree ragenden Steganlagen errichten. Sie standen im Abstand von genau 50 m und konnten daher für Wettkämpfe genutzt werden. Es sollte noch bis zum 23.6.1932 dauern, bis man ein Vereinsheim mit Saal und Küche einweihen konnte. Neben dem „FSC“ und den nächsten bereits etablierten Sportgrundstücken blieb stromaufwärts nur eine unattraktive Lücke von 30 m. Dem „Ruderclub Colombo“ gefiel dieses Stück trotzdem 1924 als Zwischenlösung für zwei Jahre. Im Jahre 1925 entdeckte Alfred Lammers, Vorsitzender des Moabiter „Berliner Schwimmclub Delphin 1889“, dieses kleine vakante Ufergrundstück. Er wollte für seinen Traditionsverein, deren Mitglieder bisher in den Hallenund Freibädern schwammen, unbedingt ein Wassergrundstück als Heimstatt gewinnen. Obwohl schon baumäßig vorbereitet, glückte ihm die Pacht erst zum 1.5.1927. Zwei Jahre später waren die Steg- und Uferanlagen fertig. Am 30.5.1930 erfolgte die Einweihung ihres „Eigenheims“, das in der Folge ein beliebter Treffpunkt für die „Delphiner“ wurde. Bedingt durch die hohe Arbeitslosigkeit in dem Arbeiterverein traten schon 1931 finanzielle

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Schwierigkeiten ein. Forderungen zur Verbesserung der Hygiene und zum Neubau der Sprungtürme ließen sich nicht erfüllen. Mit heutigem Maßstab ist es unfaßbar, daß der Forstfiskus seinerzeit von dem Sportverein jährlich 892 RM Pacht forderte. Der Vorstand entschloß sich 1936 schweren Herzens das Vereinsgelände aufzugeben. Westlich neben den „Delphinern“ pachtete 1924 die „Schwimmergruppe Elektron“ mit 70 m Wasserfront das größte Grundstück am Adlershofer Spreeufer. Auch sie errichtete in den drei Jahren Wettkampfstege, Umkleiden und ein schönes Klubhaus. Bekannt wurde dieses Schwimmgelände durch die Fusion der Schwimmergruppe mit der „AEGSportvereinigung“ im Jahre 1930. Solch ein finanzstarker Partner muß für die Sportfreunde ein Segen gewesen sein. Der direkte Nachbar des Freibads Oberspree wurde im Juni 1925 die in Berlin sehr bekannte „Berliner Schwimm-Union 1913“, die – an vielen Berliner Ufern aktiv – sich als „Volkstümlicher Verein“ bezeichnete. Dem Vorsitzenden Erich Colm gelang es nicht, schnell die erforderlichen Bauten zu errichten. Das erledigte die Dachorganisation der „UnionVereine“, die „Spar- und Badegenossenschaft Union“, und zwar vom Feinsten. Sogar ein langgestrecktes Übernachtungshaus mit vielen kleinen Zimmerchen war dabei. Die Nationalsozialisten beendeten 1933 das fröhliche Treiben besonders der Arbeitervereine. Während im April 1933 die »arische« „Schwimm-Vereinigung Triton-Forelle Berlin von 1891“ das Gelände der „Freien Schwimmer“ übernahm, fusionierte im Rahmen der Gleichschaltung des Sports die „Berliner SchwimmUnion“ mit dem bürgerlichen „Berliner Schwimm- und Sportclub Germania 1887“, der so für seine vielen Mitglieder zu einem schönen Vereinsgelände an der Oberspree kam. In der Folge konzentrierten sich die Vereine auf ihren Sport und bemühten sich, ihren Mitgliedern schöne Erlebnisse zu schaffen.

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Ansicht des Vereinsgeländes des „Berliner Schwimm- und Sportclub Germania 1887“ von der Wasserseite

Kindergruppe des BSSC Germania 1887

Fotos: Woischwillat

Während der Olympischen Spiele 1936 standen die Gelände sogar für Jedermann offen. Der schöne Schein änderte sich schlagartig, als am 17.10.1937 Nazi-Stadtplaner und Bezirkspolitiker in treuer Umsetzung der irrsinnigen HitlerSpeerschen „Germania“-Planungen beschlossen, mit Wirksamkeit im April 1938 die Berliner Ortsteilsgrenzen hin und her zu schieben. Das Adlershofer Spreeuferstück wurde bis zur S-Bahntrasse Niederschöneweide zugeschlagen. Kurz danach begannen die Bahndamm-Bauarbeiten für die

„Südliche Umgehungsbahn“. Der Kriegsbeginn reduzierte das vorgesehene Programm auf einen einspurigen, „vorläufigen GüterAußenring“, der am 16.12.1940 (offiziell am 1.1.1941) eingeweiht wurde. Mit dem „Germania-Umbau“ liefen auch die Planungen für eine parallel zur Bahnlinie verlaufende 53 m breite Autostraße „4. Umgehungsring“ (als TVO mit 1. Bauabschnitt der Spindlersfelder Straße 2002 eingeweiht). Nachdem die Deutsche Reichsbahn bereits im Jahr 1937 das vakante Grundstück der „Del-

phiner“ und einen Geländestreifen bis zur S-Bahnlinie erwarb und dort für den Bahndammbau ein Gleis bis zu einer Verladestation am Ufer verlegte, mußten auch die beiden benachbarten Schwimmergrundstücke im Juni 1940 auf Anordnung der Baupolizei für den Bau des 4. Rings ihre „Eigenheime“ räumen. Während der „SV Triton-Forelle“ daraufhin seinen Sportbetrieb einstellte, wurde die „AEG-Sportvereinigung“ Mitnutzer der großen Sportanlage der „SV Osram“ in der ehemaligen Sedanstraße (heute Sportanlage „Käthe Tucholla“). Nur das neben dem Freibad liegende Sportgrundstück des „BSSC Germania“ blieb vorerst erhalten – bis es wie das Freibad im Ergebnis alliierter Bombenangriffe unterging. Als am 22.4.1945 die ersten Sowjetsoldaten die Eisenbahnbrücke überwanden, trafen sie hier nur noch auf Verwahrlosung und die Mitte 1944 errichtete Pertrix-Behelfsheimsiedlung (heute Kleingartenanlage „Am Freibad Oberspree“). Helmut Prochnow
Ausführlicheres zu diesem Thema finden Sie in der Broschüre des Autors „Freibad Oberspree, Sportanlagen und vieles andere mehr im Bruno-Bürgel-Weg“. Die Broschüre ist u.a. beim Autor erhältlich (Tel. 671 18 67).

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Einladungen in den „Kiezklub“
Im Januar teilten wir die regelmäßig wiederkehrenden Termine des „Seniorentreff in der Alten Schule“ (Dörpfeldstr. 54) mit. Im April informierten wir über weitere, neue Angebote. Alle gelten auch für den nun „Kiezklub Alte Schule“ genannten Treffpunkt. Mittwochs wird ab 14.30 Uhr zum gemütlichen Kaffeeklatsch im Garten eingeladen. Weitere Auskünfte und Anmeldungen zu Veranstaltungen unter 90297-5767. W.W.

Mit dem Seniorenbus im August unterwegs
2.8. Bad Saarow: heute schippern wir über den Scharmützelsee. (Fahrkosten: 20 € + Dampferfahrt 6 €) 3.8. Wunschfahrt: Sie haben die Wahl zwischen Kloster Lehnin, Baruth und Fürstenwalde. Die Mehrheit entscheidet. (Fahrkosten: 22 €) 4.8. Von Lübbenau aus unternehmen wir eine Spreewald-Kahnfahrt. (per Rollstuhl auf den Kahn – Fahrkosten: 24 € + Kahnfahrt ca. 10 €) 9.8. Marktbummel in Hohenwutzen. (Fahrkosten: 24 €) 10.8. An Bord der MS „Havel-Queen“ erleben wir die faszinierende Insellandschaft im Berliner Norden. (Fahrkosten: 15 €) 11.8. Schloss Glienicke (Berlin): wir spazieren durch den Schlosspark und können anschließend in der „Remise“ einkehren. (Fahrkosten: 15 €) 16.8. Die Schokoladenmanufaktur in Boizenburg ist als „gläserne Fabrik“ aufgebaut. Wir schauen zu, wie Pralinen entstehen. (Fahrkosten: 24 €) 17.8. Bei der 1,5-stündigen Brückenfahrt ist die vielfältige Architektur Berlins von der Wasserseite aus zu bewundern. Diese Fahrt ist für Rollstuhlfahrer nicht geeignet. (Fahrkosten: 15 € + Dampferfahrt 9 €) 18.8. Wir fahren durch die Ruppiner Schweiz. Am Tornowsee steht eine Wassermühle, in die wir einkehren können. (Fahrkosten: 24 €) 23.8. Marktbummel in Küstrin. (Fahrkosten: 24 €) 24.8. In Buckow unternehmen wir eine einstündige Dampferfahrt auf dem Schermützelsee. (Fahrkosten: 15 € + Dampferfahrt ca. 5 €) 25.8. Ausflug zum Müggelsee. Nach dem Spaziergang ist großes Nudelessen im Restaurant „Seeterrassen“ geplant. (Fahrkosten: 15 €) 30.8. Mit „Mobby Dick“ starten wir zur 2-stündigen Rundfahrt durch die Idylle der Havelseen. (Fahrkosten: 15 € + Dampferfahrt 9 €) 31.8. Wunschfahrt: Sie haben die Wahl zwischen Neuruppin, Brandenburg und Jüterbog. Die Mehrheit entscheidet. (Fahrkosten: 22 €) Telefonisch anmelden können Sie sich montags bis freitags von 9-13 Uhr unter 6 25 10 19. Außerhalb dieser Zeit sprechen Sie bitte Ihren Namen und Ihre Telefonnummer auf das Band. Sagen Sie uns den Ausflugstag und ob Sie einen Rollstuhl oder Rollator mitnehmen müssen. Sie werden zu den Fahrten zwischen 9 und 10.30 Uhr abgeholt, bei Polenfahrten zwischen 8 und 9.30 Uhr. Ihr VdK-Team!

Sommerfest mit großem Zuspruch
Unser Sommerfest am 16. Juni besuchten über 70 Gäste. Im Vorgarten des Kulturzentrums Alte Schule waren Tische, Stühle und Bänke aufgestellt und alles war hübsch geschmückt. Großen Zuspruch erfuhren die leckeren Angebote an Speis und Trank. Wie angekündigt (AZ Nr. 194) leistete der Vorsitzende des Klubbeirates Dietmar Weller den Hauptanteil an der Zubereitung der leckeren Grillwürste und Steaks. Wer nicht wollte, daß sich die Schlemmereien zu sehr an den Hüften ansetzten, konnte bei der ARISMusik das Tanzbein schwingen. Auf vielfachen Wunsch unserer Gäste werden wir am 8. September den Sommer an gleicher Stelle mit einem ebenso schönen Fest verabschieden. Adlershofer(innen) aller Altersklassen sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenfrei, die Preise sind moderat. Ursel Gromoll für den Seniorenbeirat

Technikgeschichte(n) aus dem WF
Am 12.8. um 17.30 Uhr informieren die fachkundigen Referenten Siegfried Schreiber, Dipl.-Ing. M. Guss und Dipl.-Ing. H. Müller in der Reihe Technikgeschichte(n) aus dem WF im Industriesalon Schöneweide, Reinbeckstr. 9, über Radiowettersonden und Dartsonden für ballistische Feststoffraketen, die im WF (Werk für Fernsehelektronik) entwickelt wurden. Wussten Sie, dass es eine meteorologische Forschergruppe der DDR war, die das Ozonloch über der Antarktis entdeckt hat? Wir freuen uns, Sie mit einem kühlen Getränk und anregendem Gespräch zu erfrischen. Susanne Reumschüssel Industriesalon Schöneweide e.V.

Lippenbläschen?
So werden Sie sie schnell wieder los
Fast jeder Mensch trägt Herpes-Viren in sich. Sie sind überall verbreitet. Und dennoch kommen sie nur manchmal zum Ausbruch und rufen die juckenden und schmerzenden Lippenbläschen hervor. Wir kennen einige Auslöser. So kann beispielsweise ultraviolette Strahlung im Sonnenlicht die in uns schlummernden Herpes-Viren aktivieren. Für die Behandlung der Lippenbläschen stehen ihnen einige sehr wirksame Präparate zur äußerlichen Anwendung zur Verfügung. Die besten Erfolge erzielen Sie, wenn Sie möglichst frühzeitig, also schon beim ersten typischen Spannen der Lippen, mit der Behandlung beginnen. Fragen Sie uns – wir beraten Sie gerne!

Hilfen, den Krebs zu überwinden
Von der Berliner Krebsgesellschaft e.V. (Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin, Nähe Charité-Hochhaus) erhielten wir die Information über neue bzw. aktualisierte Broschüren und Flyer, mit denen sie Krebsbetroffene und deren Angehörige unterstützen will. Bestellungen und Informationen unter 283 24 00. Angeboten werden: • „Gebärmutterhalskrebs“ • „Gebärmutterkörperkrebs“ • „Hodenkrebs“ • „Ohne Zigarette leben“ • „Schützen Sie Ihre Haut richtig?“ Auf Anregung der Adlershofer Zeitung können diese Broschüren auch aus der Stefan-Heym-Bibliothek (Dörpfeldstr. 56) mitgenommen werden. Auch für unseren Bezirk wichtige Adressen für an Krebs Erkrankte sind der im Juni aktualisierten Broschüre des Bezirksamtes Spandau „Diagnose Krebs“ zu entnehmen, die man erhalten kann beim: Bezirksamt Spandau Abt. Soziales und Gesundheit Plan- und Leitstelle Staakener Str. 79, 13581 Berlin Tel. 90279-4034 W.S.

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Freilandlabor Kaniswall erfolgreich
Eine erfolgreiche Bilanz zum Schuljahresabschluß 2009/2010 konnte während der feierlichen Übergabe des neuen Botanikraumes gezogen werden, der von Schüler(inne)n des Merian-Gymnasiums aus Treptow-Köpenick und der Designerin Julia Linke mit Liebe und Fleiß gestaltet wurde. Sechs große Pflanzenfamilien wurden per Hand, Pinsel und Farbe auf gerahmten Sperrholztafeln aufgetragen und werden nun übersichtlich den Biologieunterricht bereichern. Den guten Ruf des Grünen Lernortes „Gosener Wiesen“ inmitten des größten zusammenhän-

Einladung zu Forschertouren und Beobachtungen in der Natur
Mitarbeiter vom Freilandlabor Britz kommen am 8.8. nach Adlershof, um die Frage zu beantworten: „Was hüpft denn da im Landschaftspark Flugfeld Johannisthal?“ Beim Spaziergang ab 11 Uhr vom Zugang Karl-Ziegler-Straße (über Max-BornStraße) wird das Leben der Grashüpfer und Heuschrecken vorgestellt. Gleich mehrere Veranstaltungen werden Erwachsenen mit Kindern im August im Britzer Garten angeboten (Treff jeweils im Freilandlabor). Am 11.8. ab 13 Uhr wird zum Basteln mit Blatt- und Blütenabdrücken eingeladen. Nachtaktive Tiere wie Fuchs und Fledermaus können am 13.8. ab 19.15 Uhr beobachtet werden. Am 14.8. um 10.30 Uhr wird zur Forschertour eingeladen, um die Welt der Teichlebewesen zu erkunden (Anmeldung für die beiden letztgenannten Termine unter Tel. 90277-3000). Kinder-Ferienworkshops für 7 bis 10-Jährige finden am 4. und 5.8. zum Thema „Wasserexperimente“ und am 19. und 20.8. zur „Welt der Insekten“ statt (Anmeldung sowie Informationen zu weiteren Veranstaltungen werktags von 9 bis 16 Uhr unter Tel. 703 30 20). W.W.

Foto: Kaniswall

genden Naturschutzgebietes von Berlin bestätigten fast 7.000 Besucher im abgelaufenen Schuljahr – ein neuer Rekord. Der 75.000. Gast seit Bestehen des Freilandlabors konnte im März 2010 begrüßt werden (s. AZ Nr. 192), der 80.000. wird Anfang September zum 19. Geburtstag des Grünen Lernortes erwartet. Dr. Peter Vollmann

Einen Blick hinter die Kulissen des Bundestages…
…konnten am 17. Juni etwa 50 Senior(inn)en werfen. Auf Anregung von Lore Linke, der engagierten Vertreterin der Volkssolidarität in Adlershof, organisierte Gregor Gysi, Direktkandidat der Partei DIE LINKE, einen Tagesausflug, der u.a. einen Besuch im Bundestag beinhaltete. Pünktlich ging es von der Alten Schule los. Am Reichstag angekommen nahmen wir nach einer sehr gründlichen Sicherheitskontrolle auf der Besuchertribüne Platz. Fast eine Stunde konnten wir die im Plenarsaal stattfindende Sitzung verfolgen. Enttäuschend, dass nur wenige Abgeordnete zu sehen waren, da sehr viele Volksvertreter in parallel stattfindenden AusschussSitzungen oder in ihren Büros anderweitig Terminen nachgingen. Ab und zu erklang ein lautes Signal, eine Aufforderung an die Abgeordneten, die nicht im Plenarsaal waren, sich zur Abstimmung einzufinden. Man konnte am Beispiel der Diskussion um die Grundgesetzänderung – es ging um die weitere Zusammenarbeit Nachfragen konnte die dafür zuständige Dame der Information nicht in angemessener Form begegnen, sie kam sehr oft ins „Schwimmen“. Aber dadurch, dass die Teilnehmer auch miteinander kurz ins Diskutieren kamen, war es ein interessanter Veranstaltungspunkt. Nun fuhr uns der Bus zum Gendarmenmarkt, wo es im Deutschen Dom die Möglichkeit zur Besichtigung der Ausstellung „Wege, Irrwege, Umwege – die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“ gab. Mit einem Schiff starteten wir dann zu einer Rundfahrt – vorbei an den vielen Sehenswürdigkeiten und Regierungsgebäuden, die vom Wasser aus einen besonderen Eindruck hinterließen. Das Abendessen auf dem Schiff und die Heimfahrt durch das abendliche Berlin rundeten einen sehr interessanten Tag ab. An dieser Stelle sei Lore Linke und Gregor Gysi noch einmal ein besonders herzlicher Dank übermittelt. Martin Schmidt-Bugiel

Foto: Atelier Schneider

zwischen Bundesagentur für Arbeit und den Kommunen – sehr gut verfolgen, dass die einzelnen Parteien nicht ernsthaft miteinander Argumente austauschten, sondern dies nur für die Medien inszeniert wurde. Mit etwas Verspätung kam es zu einem Gespräch mit Gregor Gysi der u.a. einen Einblick gab, wie er die Finanzmarkt-Situation und -Krise einschätzt. Nachdem das Gedrängel bei der Sicherheitskontrolle, die allgegenwärtig im Bundestag stattfindet, überstanden war, hieß es „Fototermin in der-

Kuppel“, den leider nicht alle Teilnehmer mitmachen konnten, da sie nicht rechtzeitig aus dem Sicherheits-Check entlassen wurden. Von der Glaskuppel konnten sich die Teilnehmer einen herrlichen Überblick über die Stadt verschaffen und den Abgeordneten von oben „über die Schulter“ schauen. Nach dem Mittagessen im Haus der Bundespressekonferenz ging es frisch gestärkt zum Bundesgesundheitsministerium. Dort hatte man wohl nicht mit „wachen“ Seniorinnen und Senioren gerechnet. Den kritischen

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Nr. 196

Das historische Kalenderblatt des Ortschronisten

Vor 100 Jahren überflog Robert Thelen Adlershof – Erinnerungen an den erfolgreichsten der „Alten Adler“
Johannisthal und Adlershof begingen 2009 den 100. Jahrestag der Inbetriebnahme des ersten deutschen Motorflugplatzes und den Flug des ersten deutschen Motorfliegers Hans Grade. Sehr schnell wuchs einst die Zahl der „Alten Adler“, wie man die erste Riege der Flugpioniere nannte. Sie zeigten Berlinern und anderen Flugbegeisterten ihre Künste über dem „Alten Flugfeld“, einem unregelmäßigen Geviert von etwa 800 x 400 m Seitenlänge zwischen Johannisthal und Adlershof. Ihr Ehrgeiz ging dahin, die engen Grenzen schnell zu überspringen und immer weiter und höher zu fliegen. Einer der Ersten war Diplom-Ingenieur Robert Thelen (1884-1968). Er hatte am 11. Mai 1910 Flugschein Nr. 9 erworben. Bereits am 11. Juli startete er auf dem „Alten Flugfeld“, schraubte sich mit seinem Wright-Doppeldecker in 200 m Höhe, überflog Adlershof, nahm Kurs auf Grünau, kurvte über die Müggelberge und lenkte seine Flugmaschine über den Müggelsee und Köpenick zurück zum Flugplatz Johannisthal-Adlershof. Mit diesem Flug, der verschiedenen Berichten zufolge etwa 20 Minuten dauerte, gewann Robert Thelen den von der „Deutschen Wright-Gesellschaft ausgesetzten Ehrenpreis für den ersten Überlandflug“, wie das „Teltower Kreisblatt“ am 12. Juli 1910 meldete. Thelen erhielt eine Medaille in Gold gefertigt, die Rückseite mit gravierter Inschrift „Dem mutigen Piloten für seinen ersten Überlandflug auf einer Deutschen Wright Maschine Adlershof 11.VII.1910 Müggelberge“. Diesen Flug nahm die Landgemeinde Adlershof zum Anlaß, eine für die Bebauung vorgesehene Straße nach Thelen, dem ersten Piloten, der den Ort überflog, zu benennen (s. AZ Nr. 84). Die deutsche Flugmaschine Wright GmbH als Tochter der Motorluftschiff-Studiengesellschaft war am 13. Mai 1909 gegründet worden. Sie produzierte auf Lizenz der Gebrüder Wright zuerst in Reinickendorf, ab Anfang 1911 an der Rudower Chaussee. Neben den hiesigen Fabrikationshallen befand sich auch eine Flugschule. Hier wurde Robert Thelen vom Fluglehrer Fridolin Keidel ausgebildet und erwarb seine Fluglizenz. Er half Flugschüler auszubilden, führte potentiellen Kunden die Flugmaschinen vor und unterstützte so Werbung und Absatz der Firma. Immer wieder taucht sein Name bei Flugveranstaltungen auf den verschiedensten deutschen Flugplätzen auf. Robert Thelen war der erfolgreichste der „Alten Adler“. Der 1. Weltkrieg beendete jäh die spannende Zeit friedlicher Flugwettbewerbe. In diesen Jahren war Diplomingenieur Thelen bei den „Albatros-Flugzeugwerken“, die 1909 von Walter Huth in Johannisthal gegründet wurden. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem der wichtigsten deutschen Luftrüstungsproduzenten. Als Chefkonstrukteur war er maßgeblich an der Entwicklung von Doppeldecker-Jagdflugzeurecht zu erhalten. Wahrscheinlich 1944 schied Thelen aus. Am 23. Februar 1968 verstarb er in Friedrichshagen/Hirschgarten und wurde auf dem dortigen ev. Christophorus-Friedhof beigesetzt. Anläßlich eines Gesprächs in der Ausstellung „Adlershof – eine Wiege der deutschen Luftfahrt“ Anfang 2010 in der „Alten Schule“ zwischen dem Historiker Dr. Kurt Wernicke, Heinrich Langmaack (beide aus Köpenick) und dem Adlershofer Ortschronisten reifte die Absicht, das noch erhaltene Grab vor der geplanten Einebnung zu bewahren. Den genannten Köpenickern ist zu verdanken, daß das genaue Datum des Überfluges und detaillierte Angaben zum Verlauf über mehrere Zeitungen ermittelt werden konnten („Berliner Lokalanzeiger“, „Berliner Morgenpost“, „Teltower Kreisblatt“, „Cöpenicker Dampfboot“ vom 12./ 13. Juli 1910). Sie sprachen mit dem Friedrichshagener Gemeindekirchenrat und der Heimatverein Köpenick rief für den 11. Juli – am 100. Jahrestag des Überflugs – zu einem Erinnerungstreffen am Grabe Thelens auf, unterstützt vom Friedrichshagener Heimatverein und unserem Adlershofer Bürgerverein Cöllnische Heide. Dr. Wernicke sprach zu den Anwesenden und rief dazu auf, dieses in Berlin einmalige Denkmal eines der ersten Flugpioniere Deutschlands zu erhalten. Unterstützt wurde das Treffen von Herta Dahlke (Jg. 20) aus Adlershof, die als junge Mitarbeiterin der DVL Robert Thelen persönlich kannte und von ihm zu einem Rundflug eingeladen worden war. Sie begegnete oft dem kleinen, schmächtigen, immer freundlichen Mann morgens auf ihrer Fahrt mit dem Rad zur Arbeitsstelle, denn er lief zu jeder Jahreszeit zu Fuß von seiner Wohnung in Friedrichshagen/Hirschgarten nach Adlershof. Die Veranstaltung war ein gelungener Beitrag für die Bewahrung eines Erinnerungsortes im Bezirk TreptowKöpenick. Rudi Hinte
Im August ist die „Heimatstube“ im Kulturzentrum Alte Schule (Dörpfeldstr. 56, Tel.: 90297-5723) geschlossen. Ortschronist Rudi Hinte ist dort wieder ab 14. September an jedem Dienstag von 15 bis 18 Uhr zum individuellen Gespräch anzutreffen.

gen beteiligt, der sogenannten „D-Reihe“, die im 1. Weltkrieg vielfach zum Einsatz kamen und u.a. von Manfred von Richthofen geflogen wurden. Der Versailler Vertrag unterband zeitweilig die militärische Fliegerei; die zivile Luftfahrt nahm ihren Aufschwung. Um die vielfältigen Prüfungen des im Einsatz befindlichen Flugmaterials sowie der Neuentwicklungen zu bündeln, schuf man 1926 bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt e.V. (DVL) eine Prüfabteilung, deren Leiter Robert Thelen wurde. Unmittelbar nach Hitlers Machtübernahme unterstellte Hermann Göring die Prüfabteilung dem neuen Reichsamt für Flugsicherung als Prüfstelle für Luftfahrzeuge. Thelen blieb Leiter der Dienststelle, die weiterhin in Adlershof ansässig war, um die Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen und Instituten auf-

Illustrationen: Archiv Hinte

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Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran ... heißt es in einem bekannten Schlager. Vielleicht gilt das auch für meine Schwester

Herzliche
Im August gratulieren wir zuerst am 13.8. Elisabeth Bley zum 97. und am 15.8. Paula Kipping zum 96. Erdenjubiläum. Gratulationen zum 93. Wiegenfest erhalten am 2.8. Irena Bielefeldt am 17.8. Gudrun Zantopf und am 23.8. Wilhelm Mainusch. Am 6.8. beglückwünschen wir Gertraud Amann zum 92. Geburtstag. Beste Wünsche zur Vollendung des 91. Lebensjahres erhalten am 6.8. Ruth Bartsch und Ruth Frieden, am 17.8. Rosemarie Witte, am 18.8. Käte Krecklow sowie am 22.8. Waldemar Brust. Alles Gute! Sein 85. Fest der Geburt kann am 6. August Gerhard Hanke

Glückwünsche
begehen. Zur Vollendung ihres 80. Lebensjahres erhalten gute Wünsche Gertrud Krause (1.8.), Eva Lipski (3.8.), Jutta Wuttke (4.8.), Kurt Möricke (5.8.), Siegfried Jerosch (6.8.), Werner Koch (7.8.), Günther Böckenhauer (12.8.), Helga Schulze (13.8.), Eveline Flaum (16.8.), Dr. Günther Beneke (20.8.), Edith Peterseim (21.8.), Günter Häselbarth (24.8.), Herbert Bayer (26.8.) und Waltraud Altstadt (30.8.). Hoch soll'n sie leben! Wir wünschen allen – auch den ungenannten – Jubilaren Gesundheit, Freude, Glück und Zufriedenheit.

Iris Sieglinde
ab dem 5. August? In meine Glück- und Segenswünsche für Gesundheit, Freude, Zufriedenheit sowie Güte und Weisheit des Alters schließe ich für alle Fälle den Spaß ein! Wolfhard Will

Ruth Radvanyi gestorben
Dr. Ruth Radvanyi, Tochter von Anna Seghers, ist am 18. Juli im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben. Die Nachricht erreichte uns zum Redaktionsschluß. Mit ihrer Mutter und Vater Laszlo Radvanyi mußte sie 1933 vor den Nationalsozialisten nach Paris und Mexiko fliehen. Seit den 50er Jahren arbeitete sie u.a. in Berlin als Kinderärztin. Im April 2004 gehörte sie zu den herzlich begrüßten Gästen des Festaktes zum 250. Jubiläum von Adlershof. (Mehr zu Ruth Radvanyi in
einer unserer nächsten Ausgaben)

Neue Parkausweise
Die EU hat europaweit einen EU-einheitlichen Parkausweis für Schwerbehinderte mit außergewöhnlicher Gehbehinderung sowie für Blinde eingeführt. Daher verlieren die bisherigen dunkelblauen Parkausweise (ohne Lichtbild und Unterschrift) nach dem 31.12.2010 ihre Gültigkeit. Das gilt auch für unbefristet erteilte Parkausweise. Man sollte rechtzeitig den alten Schwerbehinderten-Parkausweis gegen einen neuen EU-Parkausweis umtauschen. Für Auskünfte und Fragen zum Antrag steht der Fachbereich Straßenverkehrsbehörde des Ordnungsamtes auch telefonisch unter 90297-4626/-4627 zur Verfügung.

Unsere Rätselecke
Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Bei richtiger Lösung ergibt sich – fortlaufend gelesen – ein Sprichwort.

1 9 17 25 33 41
a) b) c) d) e) f) g) h)

2 10 18 26 34 42

3 11 19 27 35 43

4 12 20 28 36 44

5 13 21 29 37 45

6 14 22 30 38 46

7 15 23 31 39 47

8 16 24 32 40 48

Claudio und die 40 Italiener
Zu einer Gesprächsrunde über das Leben vor und nach der „Wende“ mit Zeitzeugen konnten im Heimatmuseum Treptow rund 40 italienische Gäste von vier Autorinnen der Treptower Schreibwerkstatt begrüßt werden. Reiseleiter Claudio Cassetti war den Damen als Organisator und Dolmetscher aus den Europa-Projekten „town-Stories“ und „telling Europe“ sehr gut bekannt. Wir vier Treptowerinnen freuten uns auf das Wiedersehen, waren vorzeitig vor Ort und stellten fest, dass man sich bei Italienern auf eines ganz bestimmt verlassen kann: sie sind nicht super pünktlich! Aber die Verspätung war gar nicht so groß. Da kamen sie, vorneweg Claudio, der die Damen wie immer sehr herzlich begrüßte. Himmel, die zusammen getragenen Stühle reichten nicht … Als schließlich alle untergebracht waren, begrüßte die Museumsleiterin die Gäste sogar in deren Muttersprache und Claudio übernahm souverän die Leitung der Veranstaltung. Die vier Treptowerinnen stellten sich vor und jede erzählte gleich ein paar Erinnerungen. Die italienischen Gäste waren wirklich sehr interessiert und die eingeplante Zeit verging schnell.

k]j P H] N SK
Es gab Fragen zur Situation aus der Zeit vor und nach der „Mauer“, nach persönlichen Erlebnissen zum Mauerbau, zur jetzigen Lebenssituation, ob man eine „Ostalgie“ verspüre, wie es den kirchlichen Gemeinden erging und vieles mehr. Beim Aufbruch verabschiedeten sich alle Gäste persönlich, bedankten sich, Fotos wurden gemacht und Internet-Adressen ausgetauscht. Dieses Treffen war für die ehemaligen Projektteilnehmerinnen eine riesige Freude und bestärkte ihre Erfahrung, dass internationale Begegnungen der Bürger immer viel Verständnis und neue Erkenntnisse für beide Seiten bringen. Könnte das nicht auch in der Politik so funktionieren? Mit Claudio und seinen Italienern haben die Verständigung und das Verständnis füreinander ausgezeichnet funktioniert. Margot Gruner

11 12 36 25 17 Rauch, Dunst 9 3 31 39 6 48 Kraftstoff 14 18 26 15 gekeimte Gerste 41 37 30 23 7 20 28 Flüssigkeitsbehälter 4 19 8 40 2 35 34 25 (leichter) Betrug 38 27 42 1 22 13 32 sich wundern 44 47 29 24 16 5 33 31 10 geschlossener Pkw 45 21 43 2 46 dt. Schriftsteller (1763-1810)

Auflösung des Rätsels in der Juli-Ausgabe: „Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus“ lautet ein sinnhafter Ausspruch von Marie von Ebner-Eschenbach. Rätselautor: Wolf Will

Liebe Leser,
in der Rubrik „LeserWORT“ halten wir für Sie immer einen Platz bereit, um Ihre Meinungen, Kritiken und Wünsche zu veröffentlichen.

Schreiben Sie an Adlershofer Zeitung PF 1103 12474 Berlin

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Nr. 196

Absolventen der Anna-Seghers-Schule wurden mit einer feierlichen Zeugnisübergabe verabschiedet
Am 2. Juli, einige Tage nach dem Abiturball, wurden auch die Absolventen des 10. Jahrgangs der Anna-Seghers-Schule mit einer feierlichen Zeugnisübergabe und einem traditionell abwechslungsreichen Programm im FEZ verabschiedet. Juliane Döring, Leonardo Lucas und Benjamin Prater erhielten als die Besten des Jahrgangs für ihre hervorragenden Leistungen die alljährliche Auszeichnung des Fördervereins. Kreative Beiträge umrahmten die Veranstaltung und eines hatten alle gemeinsam: eine liebenswürdig-authentische Art der Beteiligten. Sicherlich wurde beispielsweise nicht jeder Ton getroffen – aber es ging wohl weniger

Fotos: Holler

um Perfektion als um emotionale Höhepunkte. Da sprangen letztlich noch mal viele Schülerinnen und Schüler über ihren Schatten, was bestimmt auch bei den anwesenden Eltern

und Verwandten gut ankam. Und die Lehrer dürften ja mittlerweile mit ihren Auftritten für ihre „Verrücktheit“ bekannt sein. Am Ende wurde dann die Traglast der Bühne getestet. Der Klassiker

„O happy day!“ vereinte Schüler und Lehrer bei ausgelassenem Gesang. Danke an alle, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. J. Holler

TOMMI Kindersoftwarepreis 2010
Bereits im 9. Jahr widmet sich der deutsche Kindersoftwarepreis TOMMI der Bewertung und Anerkennung von herausragenden Kindersoftware-Titeln. Ziel des TOMMI ist die nachhaltige Förderung der Medienkompetenz bei Eltern und Kindern. Mit dem TOMMI werden herausragende, empfehlenswerte und innovative Softwaretitel für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren ausgezeichnet. ZDF tivi, die Stiftung Lesen, die Frankfurter Buchmesse, der Deutsche Bibliotheksverband und eine Expertenjury begleiten den TOMMI. Seit 2010 steht er unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder. Von Kindern getestet, von Kindern für Kinder preiswürdig erklärt: Das inzwischen bundesweit stattfindende Medienprojekt durchläuft bis zur offiziellen Verleihung auf der Frankfurter Buchmesse mehrere Instanzen. Zunächst bestimmt eine aus Medienprofis und Pädagogen bestehende Fachjury aus den eingereichten Spielen die Nominierten. Im zweiten Schritt testen Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 13 Jahren diese nominierten Spiele. Dazu rufen Bibliotheken in ganz Deutschland zur Teilnahme auf und stehen auch als TestOrte zur Verfügung. Abschließend entscheidet die Kinderjury allein über die jeweils besten drei Spiele der Kategorien PC und Konsolen. Der Preis wird am 8. Oktober durch die Kinder und die Schirmherrin auf der Frankfurter Buchmesse verliehen. In Berlin sind zwei Bezirke an diesem Projekt beteiligt. In Treptow-Köpenick können sich interessierte Kinder in der Stadtteilbibliothek Altglienicke (Ortolfstr. 182) an den Tests beteiligen. Nähere Informationen sind unter 90297-6722 zu erhalten.

10.APOSKALYPSE
Das Berliner Skunk-, Ska- und Reggae-Festival APOSKALYPSE bringt auch im 10. Jahr wieder international gefeierte Künstler nach Treptow-Köpenick. Aber auch nationale Größen der Offbeat-Musikszene geben sich am 21. August auf dem Festivalgelände des Café / HdJK in der Seelenbinderstraße 54 die Ehre. Das musikalische Angebot wird durch Gastronomie, Marktstände, und Artistik ergänzt. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Karten kosten 8 € im Vorverkauf und 12 € an der Abendkasse. Jede Eintrittskarte ist ein Kombiticket für das Open-Air und die AftershowParty ab 22.30 Uhr im ABC Rocks. Infos: www.aposkalypse.de

Aus für Traditionssportplatz „Birkenwäldchen“
Im April (AZ Nr. 192) und zuvor bereits im August 2009 (AZ Nr. 183) hatte Matthias Heinicke (Vorsitzender der Abt. Fußball des SV Berlin-Chemie Adlershof) über die drohende Schließung des Sportplatzes „Birkenwäldchen“ berichtet. Mit dem folgenden Beitrag meldet er sich erneut zu Wort. Tja, nun ist es traurige Gewißheit! Am 1. Juli hat das Abgeordnetenhaus beschlossen, daß der Sportplatz „Birkenwäldchen“ kein Sportplatz mehr sein darf. Diese Fläche ist nun „wichtigeren Dingen“ vorbehalten. Was könnte das sein? Kleiner Schildbürgerstreich: Dieser Sportplatz, mitten in der Köllnischen Heide gelegen, mit einer über 80-jährigen Geschichte, wird beseitigt und stattdessen mit Bäumen bepflanzt. O.K., ist ja alles kein Problem, die beiden nutzenden Vereine, der SV-Berlin-Chemie Adlershof e.V. sowie die zwei Herrenmannschaften der SG Fernsehelektronik ziehen um. Raus aus Adlershof, ab nach Oberspree. Wobei hier nichts gegen Oberspree als solches einzuwenden ist und der dann neu zu nutzende Sportplatz im BrunoBürgel-Weg 63 über ein neues Funktionsgebäude verfügt und ab 2011 über einen Kunstrasenplatz. Leider freuen sich die allerwenigsten Sportler über diese Verbesserung der Trainings- und Spielbedingungen. Und das nicht zu Unrecht! Es geht darum, wie mit dem Bestand an Sport- und Freizeitmöglichkeiten in unserem Bezirk umgegangen wird. Es geht darum, daß ein Stück Heimat vernichtet wird. Und es hat damit zu tun, daß in Kauf genommen wird, daß ein Verein durch diesen Ortswechsel auseinanderzufallen droht. Ganz besonders enttäuscht sind unsere Sportler, daß sogar der Sportausschuß des Landes Berlin als erster in der Reihe der Entscheidungsträger mit ganz großer Mehrheit sich für die Beseitigung des Sportplatzes ausgesprochen hat. Sportausschuß – Sportler – Schließung eines Sportplatzes, irgendwie paßt es nicht. Weiterhin ein „großes Lob“ an unsere Abgeordneten im Abgeordnetenhaus, die es geschafft haben, den Fall ganz unbürokratisch und in größter Windeseile hinter sich zu bringen. Wenn es denn nur immer so schnell ginge! Am Vormittag des 1. Juli war der Beschluß über die Schließung des Sportplatzes noch nicht einmal auf der Tagesordnung und am Abend des selben Tages bereits vollzogen. Warum diese Eile? Was soll hier vertuscht werden bzw. wovor hat man Angst? Weitere Ironie in dieser unseligen Geschichte ist, daß seitens des Forstamtes seit Anfang Juli ein Weg zum Sportplatz gepflastert wird, dessen Sinn sich niemand erschließt. Auf jeden Fall möchten wir uns bei allen bedanken, die sich sehr stark für unseren Platz engagiert haben und auch weiterhin am Ball bleiben. Namentlich seien hier erwähnt vom Bezirkssportbund Dr. Walter Kaczmarczyk und Wolfgang Dürr sowie von der Fraktion der Linken bei der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick Heike Kappel. Matthias Heinicke

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„Fair geht vor!“ – Fußballturnier Berliner Grundschulen
Unter dem Motto „Fair geht vor!“ begann im April 2010 ein von IDS und KICK gemeinsam veranstaltetes Fußballturnier mit 32 Berliner Grundschulteams. Das Projekt nutzte die große Ausstrahlungskraft der FußballWM, um mehr als 300 Kinder aus allen Bezirken zum regelmäßigen, gemeinsamen und gewaltfreien Sporttreiben zu motivieren. Im Vorfeld des Turniers wurde mit jeder Schulmannschaft ein „Teamtag“ gestaltet. Dort wurde neben einem Fußballtraining auch über das Anliegen des Turniers gesprochen und jedem Team eines der 32 Teilnehmerländer der Fußball-WM 2010 zugelost. Die Kinder sollten sich mit diesem Land näher beschäftigen, in den Trikots dieses Landes beim Turnier auflaufen und im fairen Wettstreit ihr Bestes geben. Jedes Team gestaltete im Rahmen des Projektes eine Wandzeitung über „sein“ Land und präsentierte diese vor seinen Spielen. Nach acht Vorrunden- und vier Zwischenrundenturnieren war am 24. Juni der Tag des Finalturniers mit den besten acht Teams auf den schönen Rasenplätzen beim KICK – Standort Treptow. Im Endspiel besiegte Kamerun (Hausotter-GS) die Mannschaft von Argentinien (Lemgo-GS) mit 2:0 und sicherte sich den WM-Pokal und die Goldmedaillen. Alle Beteiligten waren sich am Ende einig – das war ein sehr gelungenes Projekt! G. Keil

Foto: KICK Treptow

Erster Heimkampf für SV Luftfahrt
In den nächsten Wochen und Monaten ist in Berlin bester Ringkampfsport zu erleben. Garanten dafür sind zum Einen die gemeinsame Deutsche Meisterschaft der weiblichen Jugend und der A-Jugend Freistil im Februar 2011. Zum Anderen die Tatsache, dass der Berliner Ringerverband nach mehrjähriger Pause wieder ein Team in der 1. Bundesliga hat. Am 14. August um 19 Uhr startet für den SV Luftfahrt der erste Heimkampf in der 1. Bundesliga. In der Sporthalle Adlershof, Merlitzstraße 16-18, will man der starken Konkurrenz vom ASV Hof einen großen Kampf liefern. Da es in der Halle auf jeden Fall heiß hergehen wird, gibt es auf jede Eintrittskarte ein Freigetränk. Marco Mütze

17. Internationales Müggelseeschwimmen
Am 22. August findet das 17. Internationale Müggelseeschwimmen statt. Der Start erfolgt um 11 Uhr im Hafen der Seglergemeinschaft am Müggelsee, Müggelschlößchenweg 70. Nach 3,5 km quer über den Müggelsee ist das Ziel im Strandbad Müggelsee erreicht. Die Strecke ist mit Bojen markiert und wird durch Rettungsschwimmer abgesichert. Das Tragen von Neoprenanzügen ist ab einer Wassertemperatur von 20° C verboten und führt zur Disqualifikation. Die Zeitmessung erfolgt elektronisch mit einem Transponderchip, der am Handgelenk getragen wird. Die Transponder müssen im Ziel zurückgegeben werden. Es gibt Siegerehrungen für alle Altersklassen, Pokale für die Gesamtsieger und alle Altersklassengewinner sowie Medaillen und Urkunden für die jeweils drei Erstplatzierten. Im Zielbereich kann sich jeder Teilnehmer seine individuelle Urkunde sofort vor Ort ausdrucken lassen. Des Weiteren stehen die Ergebnislisten auch im Internet. Das Startgeld beträgt 20 €. Anmelden kann man sich bis zum 19. August (spätere Anmeldungen kosten zusätzlich 5 €) unter www.tib1848ev.de oder www.davengo.com bzw. per Post mit einem Anmeldeformular. Im Jahr 2009 erreichten 307 Schwimmer das Ziel. Mit über 300 Teilnehmern ist das Berliner Müggelseeschwimmen eines der größten Langstreckenschwimmen in Deutschland. Am gleichen Tag startet um 14 Uhr das 7. Kinder-Müggelseeschwimmen über 400 m im Strandbad Müggelsee für Mädchen und Jungen von 8 bis 11 Jahren (Die Wassertemperatur muß mindestens 18° C betragen). Die Startgebühr kostet 5 €. Jedes teilnehmende Kind erhält im Ziel eine Urkunde sowie eine Erinnerungsmedaille. Die Anmeldung erfolgt durch einen Erziehungsberechtigten per Post, Internet oder am Veranstaltungstag vor Ort bis 13.45 Uhr. Infos beim Organisationsteam: TiB 1848 e.V., Tel. 61 10 10 0, E-Mail: events@tib1848ev.de

Redaktionsschluß für die Ankündigung sportlicher Termine im September ist am 16. August

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Nr. 196

Volkshochschulprogramm
Die Kurse des neuen Jahresprogramms der Volkshochschule Treptow-Köpenick werden bereits jetzt von vielen Internetnutzern gebucht. Trotzdem mag manch einer lieber die gedruckte Version des Programmheftes, wo man blättern und schmökern kann. Ab 5. August wird das Programmheft der Volkshochschule wieder in Kultureinrichtungen, Freizeitstätten, Bürgerämtern und weiteren Einrichtungen ausliegen. Es darf kostenlos mitgenommen werden. Im August wird u.a. dieser Kurs angeboten:

Von der Schule in den Beruf
Der Kurs „Bewerbungstraining Vorstellungsgespräch, Fragen in für Ausbildungsplatzsuchende“ Bewerbungsgesprächen, Kompehat das Ziel, Schulabgänger(in- tenztraining, Einstellungstest und nen) bei der Ausbildungsplatz- Körpersprache sowie Erstellen suche zu unterstützen – angefan- einer Bewerbungsmappe (formale gen von der Auseinandersetzung Anforderungen an ein Anschreimit den eigenen Fähigkeiten, den ben, Initiativbewerbung, LebensStärken und Schwächen, bis hin lauf). Zu dem Kurs vom 23. bis 27.8. zur praktischen Erstellung der individuellen Bewerbungsunter- jeweils von 10-14 Uhr in der Volkshochschule, Baumschulenlagen am PC. Kursinhalte sind: Stellensuche, str. 79-81 bitte einen leeren USBprofessionell telefonieren, das Stick mitbringen. Informationen zu den vielfältigen Angeboten der Volkshochschule unter www.vhs-treptow-koepenick.de oder telefonisch: 90297-4055

Foto: Anna-Seghers-Schule

Weltmeister aus Adlershof
Das RoboCup-Team der AnnaSeghers-Schule ist als gemeinsamer Weltmeister mit Portugal und Indien nach Berlin zurückgekehrt. An dem Turnier in Singapur hatten insgesamt 60 Teams teilgenommen. „Wir sind alle ganz stolz auf unsere Kleinen – 4 Schüler(innen) der 2. Klasse – und Großen – 5 Abiturient(inn)en“, freut sich Schulleiterin Angelika Jurczyk. Den Sponsoren, die die weite Reise für das RoboCupTeam ermöglicht haben – darunter auch Leser der Adlershofer Zeitung – soll zur Einweihungsfeier des neuen Grundschulgebäudes am 31. August herzlich gedankt werden. Reiseeindrücke und weitere Informationen zur Schule im Internet unter www.anna-seghers-os.de

STERNEN-Beratung in Adlershof
STERNENFISCHER – das Freiwilligenzentrum TreptowKöpenick – lädt am Montag, dem 9. August, zu einer STERNEN-Beratung in Adlershof ein. Angesprochen sind Personen, die am Engagement interessiert sind. Man trifft sich von 15-17 Uhr im Außenstandort Adlershof, c/o Selbsthilfezentrum Eigeninitiative, Genossenschaftsstraße 70, am Markt. Weitere Informationen unter Tel. 24 35 85-76 oder unter www.sternenfischer.org

Das Deutsche Rote Kreuz ruft die Adlershofer im Alter von 18 bis 65 Jahren auf, sich an seiner

Blutspendeaktion
am 3. August von 11.30 - 16.30 Uhr im WISTA-Gebäude, Rudower Chaussee 17, und am 12. August von 15.30 - 19.30 Uhr beim DRK Kreisverband, Radickestr. 48, zu beteiligen.
(Personalausweis und ggf. Blutspendepass nicht vergessen!)

Information zur Existenzgründung
Für viele ist die Selbstständigkeit eine echte Alternative zur Arbeitslosigkeit. Bevor man diesen Schritt geht, sollte man sich ausgiebig vorbereiten. Die Existenzgründerhilfe führt vom 10. bis 12. August ein Seminar für Gründer in der Pfarrer Goosmann Str. 19 in Adlershof durch. Angehende Unternehmer werden über Themen informiert, die für eine erfolgreiche Gründung relevant sind. Im Anschluss an das Seminar können sich die Teilnehmer bei der Existenzgründerhilfe individuell beraten lassen. Weitere Informationen erhält man unter 0800/ 400 40 10 (kostenfrei) oder www.existenzgruenderhilfe.de

Info-Telefon: 80 68 11 22 oder 0800-11 949 11

DIE LINKEN eröffnen Programmdebatte in Adlershof
In die Alte Schule hatte am 7.7. DIE LINKE unter dem Titel „Woher wir kommen, wer wir sind ...“ zu einer Gesprächsrunde über den Programmentwurf der Partei eingeladen. Prof. Dr. Christa Luft und Dr. Axel Troost sollten miteinander ihre Eindrücke aus der Zeit des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik Deutschland austauschen. Leider musste Prof. Dr. Luft kurzfristig absagen und wurde von Minka Dott, MdA, und von Katina Schubert, Mitglied des Parteivorstandes und pers. Referentin der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Carola Bluhm, vertreten. Sehr schnell kam das Gespräch auf das Thema Bildung. Alle Teilnehmer waren sich einig in der Forderung zur Fortsetzung des Projektes Gemeinschaftsschule. Ein gemeinsames Lernen ohne Selektion ist Dr. Axel Troost unterstrichen die Wichtigkeit, den Programmentwurf mit der Lebenswirklichkeit abzugleichen, sich aktiv in diese Diskussion einzubringen und korrigierend auf den Programmentwurf einzuwirken. Katina Schubert betonte, dass es wichtig sei, die fachliche Kompetenz der Partei besonders in ökologischen Fragen deutlich zu machen. Bei der CO2-Reduzierung hat die LINKE in ihrer Regierungsmitverantwortung schnell gehandelt. Beim Bau eines Heizkraftwerkes hat die LINKE Senatorin Lompscher ökologische Kriterien durchgesetzt. Auch beim Klimaschutzgesetz ist die Berliner LINKE aktiv in der Durchsetzung ökologischer Überzeugungen. Viel zu schnell ging der Abend zu Ende – mancher hätte gerne diese Diskussion vertieft. Martin Schmidt-Bugiel

Foto: Christine Bugiel

Auf dem Podium: Katina Schubert, Martin Schmidt-Bugiel (Moderation), Minka Dott und Dr. Axel Troost

ein Prinzip linker Bildungspolitik. Dr. Troost erläuterte den Begriff Neoliberalismus aus linker Sicht und bedauerte, dass auf den Hochschulen keine Alternativen zum jetzigen Wirtschafts- und Finanzsystem gelehrt werden. Es kamen aus dem Publikum interessante Fragen hinsichtlich

der Schuldenbewältigung von Staaten. Auch die nicht rühmliche Rolle von Sparkassen und Banken, die durchaus staatlicher Kontrolle bzw. Einfluss unterliegen und der damit verbundenen Forderung des Programmentwurfes war Gegenstand der Diskussion. Minka Dott, Katina Schubert und
        
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