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Periodical volume

Full text: Geschäftsbericht Issue 2011

Berliner Energieagentur GmbH
Geschäftsbericht 2011

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Grußwort der Geschäftsführung
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Berliner Energieagentur (BEA) hat auch im Jahr 2011 die erfolgreiche Geschäftsentwicklung der letzten Jahre fortgesetzt. Unsere Gesamterträge sind im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 11.200 T€ gestiegen. Die Bundesregierung hat unter dem Eindruck des Reaktorunfalls in Fukushima den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Bis 2022 sollen alle Atomkraftwerke vom Netz sein und durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden. Bei diesem Umbauprozess kommt der Steigerung der Energieeffizienz eine tragende Rolle zu. Auch die Sanierung und Modernisierung von Gebäuden und Anlagen tragen zu einer rationelleren Nutzung der Energie bei. Das Geschäft der BEA mit umsetzungs- und planungsnaher Beratung zu Energiesparen, Energieeffizienz, dem Einsatz erneuerbarer Energien und vor allem auch durch eigene, investitionsbasierte Energiedienstleistungen wird dementsprechend weiter ausgebaut. Der Geschäftsbereich Contracting ist mit der klaren Ausrichtung auf objektbezogene Energieversorgungsprojekte im Berliner Gebäudebestand sowie mit Photovoltaik (PV)-Dachanlagen auch im Jahr 2011 stark gewachsen. Neben dem Einsatz von Blockheizkraftwerken (BHKW) in Verbindung mit effizienten Kesselanlagen in der Berliner Wohnungswirtschaft wurden in 2011 auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) neun PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von fast 900 kWp auf Wohn- und öffentlichen Gebäuden in Berlin errichtet. Damit setzte die BEA Zeichen – nicht nur für Energieeffizienz, sondern auch für die Kombination mit erneuerbaren Energien. Die Kernkompetenzen des Geschäftsbereiches Consulting, Energiedienstleistungsberatung sowie bedarfsgerechte Informationsdienstleistungen zu Energiesparen und Energieeffizienz, konnten regional wie national weiter ausgebaut und erfolgreich platziert werden. So haben wir die Berliner Informationsstelle Klimaschutz (BIK) initiiert und mit dem „Energiekonzept 2020 für Berlin“ einen Orientierungsrahmen für eine langfristig angelegte Energie-, Umwelt- und Klimaschutzpolitik für die Hauptstadt erarbeitet. Der Geschäftsbereich Internationaler Know-how-Transfer konnte sich erfolgreich weiterentwickeln, insbesondere auf Märkten in Lateinamerika. Mithilfe von Projekten wie der Durchführung einer Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)-Machbarkeitsstudie für Krankenhäuser in Chile und die Unterstützung des Aufbaus einer nationalen Energieagentur in El Salvador, übertragen wir die bisher in Deutschland gemachten Erfahrungen der effizienten Energienutzung in außereuropäische Länder und erweitern so die Einsatzmöglichkeiten von KWK. Wir werden uns im Jahr 2012 weiterhin für einen zuverlässigen, nachhaltigen Energiemix in Berlin und Deutschland einsetzen, der auch ohne Atomkraft auskommt. Die Förderung von Energieeffizienz, Energiesparen und die Integration erneuerbarer Energien stehen dabei im Mittelpunkt und sind Fokus unserer Geschäftstätigkeit. Als unabhängiges und innovatives Energiedienstleistungsunternehmen wollen wir unsere Energieberatungs- und Dienstleistungsmodelle in 2012 am Berliner Markt weiter ausbauen. Mit freundlichen Grüßen

Profil der Berliner Energieagentur GmbH
Die Berliner Energieagentur (BEA) wurde 1992 auf Initiative des Berliner Abgeordnetenhauses gegründet. Als privatwirtschaftlich organisierter Energiedienstleister soll die BEA Energiesparpotenziale erschließen und den Einsatz regenerativer Energien vorantreiben. Gesellschafter sind zu gleichen Teilen das Land Berlin, die Vattenfall Europe Wärme AG, die GASAG Berliner Gaswerke AG und die KfW Bankengruppe. 2011 waren 53 Mitarbeiter bei der BEA beschäftigt. Die erwirtschaftete Gesamtleistung liegt bei 11,2 Millionen Euro.

Leistungsspektrum
	 Entwicklung von Strategien zur Erschließung von Einsparpotenzialen 	 Umsetzung von Beratungsund Managementkonzepten 	 Konzeption von Contracting	Dienstleistungen 	Realisierung eigener KWKund Photovoltaik (PV)Projekte

Tätigkeitsfelder
Energie rational zu nutzen und damit den Bedarf zu senken, das ist das Ziel der BEA. Dieses erreicht sie zum Beispiel durch den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) oder die Entwicklung wirtschaftlicher Nutzungskonzepte für regenerative Energien. Das Unternehmen realisiert eigene Projekte und ist dabei Vorbild im wachsenden Markt profitabler Dienstleistungsmodelle. National und international erarbeitet die BEA darüber hinaus Strategien zu Energiesparpotenzialen, setzt Beratungs- und Energiemanagementkonzepte um und entwickelt Contracting-Dienstleistungen. Unsere Partner sind Industrieunternehmen und Gewerbebetriebe, die Wohnungs- und Gebäudewirtschaft sowie staatliche Institutionen.

Wirtschaftliche Entwicklung
Die BEA hat im Jahr 2011 ihre Marktposition weiter gefestigt. Der Jahresabschluss 2011 weist einen neuen Höchststand bei Umsatz und Gewinn aus. Aufgrund ihrer Kompetenz, langjährigen Expertise und wettbewerbsfähigen Produktpalette besitzt die BEA weiterhin sehr gute Marktchancen. Insbesondere in Berlin gilt das Unternehmen als der Ansprechpartner in Sachen Energieeffizienz und Kosteneinsparung in Gebäuden und Liegenschaften. Als neutrales Energiedienstleistungsunternehmen besitzt das Unternehmen das Vertrauen von Kunden und Partnern in Industrie, Gewerbe und Immobilienwirtschaft. Die BEA plant vor diesem Hintergrund, ihre Beratungsleistungen und vor allem ihre Investitionen im eigenen Energiedienstleistungsgeschäft deutlich auszubauen.

Michael Geißler
Geschäftsführer der Berliner Energieagentur

Im August 2011 hat die BEA ihre 17. PV-Anlage auf dem Dach des Mutter-Kind-Zentrums des Vivantes Klinikums Neukölln in Betrieb genommen. Bei der Vorstellung der neuen Anlage waren auch Berlins erstes Solarbaby Paul, seine Eltern, die damalige Umweltsenatorin Katrin Lompscher und BEA-Geschäftsführer Michael Geißler mit dabei. Auf dem Dach des Krankenhauses wurden insgesamt 266 polykristalline Module des deutschen Herstellers Sovello installiert. Die Anlage erzielt eine Spitzenleistung von 50 kW. Sie erzeugt rund 46 MWh Strom und spart 30 Tonnen CO2 pro Jahr.

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Profil der Berliner Energieagentur GmbH
Das Management
Michael Geißler Geschäftsführer der Berliner Energieagentur (BEA) Michael Geißler ist ehrenamtlicher Generalsekretär der FEDARENE, des europäischen Netzwerkes der regionalen Energie- und Umweltagenturen, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) e. V. und Mitglied im Klimaschutzbeirat des Landes Berlin.

Die Gesellschafter
Land Berlin (vertreten durch die Senatsverwaltung für Finanzen) KfW Bankengruppe Vattenfall Europe Wärme AG GASAG Berliner Gaswerke AG

Die Mitarbeiter
Die BEA hatte 2011 durchschnittlich 53 Mitarbeiter, u.a. aus den Fachgebieten Wirtschaftswissenschaften, Maschinenbau, Energie-, Verfahrens- sowie Elektrotechnik, Geistes,- Kultur- und Sprachwissenschaften.

Der Aufsichtsrat
Vorsitz Professor Dr. Benjamin-Immanuel Hoff Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Berlin (bis 05. Dezember 2011) Stellvertretender Vorsitz Andreas Prohl GASAG Berliner Gaswerke AG Weitere Mitglieder Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt, Land Berlin (bis 13. Dezember 2011) Olaf Czernomoriez, GASAG Berliner Gaswerke AG Christoph Tiskens, KfW Bankengruppe (seit 23. November) Olaf Weber, KfW Bankengruppe Dr. Frank May, Vattenfall Europe Wärme AG Rainer Knauber, Vattenfall Europe AG

Das Unternehmen
Die BEA ist in drei Unternehmensbereiche gegliedert: Consulting: Wir beraten in allen Fragen des effizienten Energieeinsatzes – vom modernen Energiemanagement bis zur Entwicklung energetischer Sanierungskonzepte und dem Einsatz erneuerbarer Energien. Contracting: Wir realisieren umweltfreundliche Versorgungslösungen im eigenen Risiko zu wirtschaftlichen Preisen. Internationaler Know-how-Transfer: Wir übertragen erfolgreiche Modelle zur rationellen Energienutzung und zum Einsatz erneuerbarer Energien auf neue Märkte. Unterstützt werden die Geschäftsbereiche von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Personal, Rechnungswesen und Sekretariat.

BIK

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Auszug aus dem Lagebericht 2011
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Nach starkem Wachstum im Vorjahr hat sich der konjunkturelle Aufholprozess der deutschen Wirtschaft im Jahr 2011 weiter fortgesetzt. Mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,0 % wurde das Vorkrisenniveau im abgelaufenen Jahr überschritten. Die Entwicklung ist auf Wachstumsimpulse im In- und Ausland zurückzuführen. Der Außenbeitrag, die Bruttoinvestitionen und vor allem die inländischen Konsumausgaben zeigen eine positive Entwicklung. Die Preisentwicklung liegt mit 2,3 % deutlich höher als in den beiden Vorjahren. Der Anstieg ist wesentlich durch Steigerungen der Energiepreise geprägt (+10 %). Neben dem starken Anstieg bei leichtem Heizöl (+24,5 %) wurde auch bei anderen Haushaltsenergien ein Preiszuwachs verzeichnet (z.B. Strom: +7,3 %; Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: +8,0 %).

Gewinn- und Verlustrechnung 2011
Jahr 2011 in T€ 1. Umsatzerlöse 10.960 -227 87 362 11.182 5.515
4.978 536

Vorjahr in T€ 8.742 138 181 390 9.449 4.315
3.894 421

2. Bestandsveränderung an unfertigen Leistungen 3. andere aktivierte Eigenleistungen 4. sonstige betriebliche Erträge Gesamtleistung 5.
5.a 5.b

Materialaufwand
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren Aufwendungen für bezogene Leistungen

Geschäftsverlauf
Die Berliner Energieagentur (BEA) hat im Jahr 2011 die erfolgreiche Geschäftsentwicklung der letzten Jahre fortgesetzt. Das Unternehmen ist im Umfeld der guten konjunkturellen Entwicklung und der nationalen Förderkulisse planmäßig gewachsen. Der Geschäftserfolg konnte durch Beratungen zu Energiesparen, Energieeffizienz und zum Einsatz erneuerbarer Energien sowie vor allem auch eigene, investitionsbasierte Energiedienstleistungen mit Blockheizkraftwerken (BHKW) und Photovoltaik (PV)-Anlagen konsequent weiter ausgebaut werden. Umfassende technisch-wirtschaftliche Kompetenz in allen Fragen rund um das Thema Energie und Gebäude, gepaart mit strikter Ziel- und Kundenorientierung bei allen Dienstleistungen, sind die Erfolgsfaktoren für einen wiederum gewachsenen Kundenstamm der BEA. Insgesamt hat die BEA im Geschäftsjahr 2011 ein Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) von 834 T€ erreicht. Das Ergebnis nach Steuern beträgt 436 T€. Der Geschäftsbereich Contracting ist mit der klaren Ausrichtung auf objektbezogene Energieversorgungsprojekte im Berliner Gebäudebestand sowie mit PV-Dachanlagen auch im Jahr 2011 erwartungsgemäß stark gewachsen. Der Umsatz des Geschäftsbereiches liegt mit einem Plus von rd. 27 % und somit 8.011 T€ deutlich über Vorjahresniveau. Der Geschäftsbereich Consulting hat den verbesserten nationalen Förderrahmen zum Ausbau der Beratungsaktivitäten genutzt. Die Gesamterträge (inkl. Bestandsveränderungen) des Geschäftsbereiches sind um rd. 14 % auf 2.424 T€ angestiegen und liegen deutlich über Vorjahresniveau (rd. 2.136 T€). Der Geschäftsbereich Internationaler Know-how-Transfer hat bei weiterhin hoher Produktivität, allerdings zeitweise eingeschränkter Beraterkapazitäten, Gesamterträge inkl. Bestandsveränderungen von 430 T€ erzielt (Vorjahr: rd. 586 T€).

Rohergebnis 6. Personalaufwand
6.a Löhne und Gehälter 6.b soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung

5.667 2.494
2.079 414

5.134 2.484
2.069 415

7.

Abschreibungen

960 1.378 75 215 245 436

754 1.341 78 148 181 304

8. sonstige betriebliche Aufwendungen 9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 11. Steuern 12. Jahresüberschuss

Bilanz zum 31.12.2011
Aktiva
Anlagevermögen
1. 2. 3. Immaterielle Vermögensgegenstände Sachanlagen Finanzanlagen (Beteiligungen)

Jahr 2011 in T€ 10.477
81 10.392 4

Vorjahr in T€ 7.887
11 7.865 11

Passiva
Eigenkapital Gezeichnetes Kapital 1. Gewinnrücklagen

Jahr 2011 in T€

Vorjahr in T€

2.557 158 832 436 3.982 359 1.870 9.409
6.502 107 1.863 936

2.557 158 628 304 3.647 422 799 8.189
4.694 766 1.978 752

Zukünftige Entwicklung
Der in 2011 politisch beschlossene umfassende Umbau des Energiesystems in Deutschland, wie auch die weltweit steigenden Preise für Rohstoffe und Energie, sind Herausforderungen und Chance zugleich für die weitere Entwicklung. Zur Erreichung der Ziele der Energiewende sind kurz- bis mittelfristig bereits erhebliche gesellschaftliche Anstrengungen in den Themenfeldern Energiesparen, Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien zu leisten. Der Ausbau dezentraler wie erneuerbarer Energieversorgung einerseits sowie andererseits die energieeffiziente Modernisierung von Gebäuden und Anlagen stehen dabei deutlich im Fokus. Angesichts der mit der Energiewende einhergehenden, erheblichen finanziellen Herausforderungen im Energiesektor sowie im Bereich öffentlicher Einrichtungen, werden Energiedienstleistungsmodelle unter Einbindung privaten Kapitals zunehmend an Bedeutung gewinnen. Für das Geschäftsjahr 2012 plant die Geschäftsführung Investitionen auf hohem Niveau, verbunden mit einem mittelfristig weiter steigenden Unternehmensergebnis.

Umlaufvermögen
1. 2. 3. Vorräte Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

4.868
139 2.195 2.534

4.835
602 1.651 2.583

2. Gewinnvortrag 3. Jahresüberschuss 4. Eigenkapital insgesamt Sonstige Sonderposten

Rechnungsabgrenzungsposten Aktiver Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung

139 183

154 181 Rückstellungen Verbindlichkeiten

Summe Aktiva

15.667

13.057

1. 2. 3. 4.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen sonstige Verbindlichkeiten

Summe Passiva

15.667

13.057

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Der Geschäftsbereich Consulting
Im Geschäftsfeld Consulting berät die Berliner Energieagentur (BEA) hinsichtlich der Entwicklung und Umsetzung eines modernen Energiemanagements und setzt Veranstaltungen und Kampagnen um.

Der Geschäftsbereich Contracting
Im Geschäftsfeld Contracting hat sich die Berliner Energieagentur (BEA) darauf spezialisiert, Objekte mittels Klein- und Kleinst-Blockheizkraftwerken (BHKW) mit Energie zu versorgen. Diese finanziert und betreibt sie als Contractor selbst. Bis Ende 2011 sind bereits 47 solcher Anlagen in Betrieb genommen worden. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen für eine Reihe von Mehrfamilienhäusern und Dienstleistungsgebäuden die Wärmeversorgung übernommen und die Heizzentralen in den entsprechenden Objekten modernisiert. von rund 27% und somit 8.011 T€ deutlich über Vorjahresniveau (rund 6.314T€).

Strategische Ausrichtung 2012
Der Geschäftsbereich Consulting plant, seine Marktposition vor dem Hintergrund der nationalen wie internationalen Förderkulisse auszubauen. Die Beratungsangebote basieren weiterhin und konsequent auf den langjährigen und erfolgreich platzierten Kernkompetenzen und Produkten: dezentrale und erneuerbare Energiesysteme, energiesparendes Beschaffen, Bauen und Betreiben, Energiesparpartnerschafts- und -contractingmodelle. Insbesondere ist dabei vorgesehen, den Beratungsumfang um Energiedienstleistungsmodelle und um Fragen der baulichen Sanierung sowie des Energiedatenmanagements zu erweitern. Die langjährigen und stabilen Kundenbeziehungen zu Politik, Verwaltung sowie Gebäude- und Energiewirtschaft werden schrittweise um Gewerbe- und Industrieunternehmen erweitert. Bei steigendem Energiepreisniveau setzt der Beratungsbereich zudem auf Basis des in vorausgegangenen Förderprojekten gewonnenen Know-hows auch die erfolgreiche Platzierung von standardisierten Informations- und Beratungsangeboten zum Energiesparen im Gewerbe und in privaten Haushalten fort. Das Beratungsgeschäft bleibt deutschlandweit ausgerichtet und setzt weiterhin auf bewährte Kooperationen mit lokal verankerten Partnern.

Consulting umfasst
		 Analyse und Konzeption 		 Ausschreibung und Vergabe 		 Gutachten und Prognose 	 Veranstaltung und Kampagnen 	

Strategische Ausrichtung 2012
Für den Geschäftsbereich Contracting ist vorgesehen, die Errichtung sowie den Betrieb von Klein- und Kleinst-BHKW auf weiterhin hohem Niveau am Markt zu platzieren. Die erfolgreich praktizierte Stromvermarktung im Objekt bleibt dabei Bestandteil des Konzepts. Zunehmend ist vorgesehen, auf erneuerbare Energieträger einerseits wie höchste Anlagenwirkungsgrade andererseits in der Objektversorgung zu setzen. Der Einsatz innovativer Technologien und Anlagenkonzepte wie auch die Erschließung neuer, sehr kleiner Leistungsbereiche wird u.a. vor dem Hintergrund des Mikro-KWK-Impulsprogramms forciert. Auch der Bau und Betrieb von Dach- bzw. fassadenintegrierten PV- wie auch Solarthermieanlagen ist vorgesehen und wird weiterhin zielgerichtet ausgebaut. Die Vermarktung des solarerzeugten Stroms/Wärme direkt im Objekt wie auch die Einbindung von Speichern unter Nutzung neuer Förderbedingungen ist dabei geplant. Das Unternehmen begegnet damit aufkommenden Wettbewerb weiterhin durch Innovation, eigene Leistungsstärke und Bonität. Das Wachstumspotenzial wird nicht zuletzt durch neue Projekte mit dem gewachsenen Berliner Kundenstamm erschlossen.

Contacting umfasst
	 Konzeption und Planung 	 Investition und Finanzierung 	 Bau und Betrieb 	Wartung und Instandhaltung 	Kontrolle und Abrechnung

Entwicklung 2011
Der Geschäftsbereich Consulting hat den verbesserten nationalen Förderrahmen zum Ausbau der Beratungsaktivitäten genutzt. Die Kernkompetenzen Energiedienstleistungsberatung sowie bedarfsgerechte Informationsarbeit zu Energiesparen und Energieeffizienz konnten regional wie national weiter ausgebaut werden. Mit dem Ausbau der Berliner Informationsstelle Klimaschutz (BIK) sowie der Fortsetzung des Berliner Energienetzwerkes (NetzwerkE) für Technologieentwicklung und -beratung im Auftrag des Landes Berlin wurden die Kernkompetenzen regional erfolgreich platziert. Die Gesamterträge (inkl. Bestandsveränderungen) des Geschäftsbereiches sind um rund 14 % auf 2.424 T€ angestiegen und liegen deutlich über Vorjahresniveau (rund 2.136 T€).

Entwicklung 2011
Der Geschäftsbereich Contracting ist mit der klaren Ausrichtung auf objektbezogene Energieversorgungsprojekte im Berliner Gebäudebestand sowie mit Photovoltaik (PV)-Dachanlagen auch im Jahr 2011 erwartungsgemäß stark gewachsen. Der Fokus auf dem Einsatz von BHKW in Verbindung mit effizienten Kesselanlagen in der Berliner Wohnungswirtschaft hat sich erfolgreich bewährt. 2011 wurden auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) neun PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 900kWp auf Wohn- und öffentlichen Gebäuden in Berlin errichtet. Die gesamte Investitionstätigkeit in neue, fertiggestellte Anlagen in 2011 befindet sich mit rund 3.700 T€ auf einem Rekordniveau. Der Umsatz des Geschäftsbereiches liegt mit einem Plus

Projektbeispiele 2011
Vivantes Wenckebach-Klinikum
Um den Energiebedarf und damit die Energiekosten von öffentlichen Gebäuden zu senken, sind Effizienz und Sparen unerlässlich. Das Vivantes WenckebachKlinikum Berlin setzt beides zusammen mit der EnBW Vertrieb GmbH im Rahmen einer Energiesparpartnerschaft um. Durch ein so genanntes Energiespar-Contracting reduziert das Klinikum zusätzlich 35 Prozent seiner bisherigen CO2-Emmissionen. Die BEA hat das Ausschreibungsverfahren als Projektmanager durchgeführt, den Vertrag vorbereitet und begleitet auch die Umsetzung der Einsparmaßnahmen. Das Energiedienstleistungsunternehmen EnBW Vertrieb GmbH garantiert für die nächsten zwölf Jahre, dass 40 Prozent der Energiekosten im Wenckebach-Klinikum eingespart werden. Das Wenckebach-Klinikum kann dadurch jährlich den CO2-Ausstoß um 1.800 Tonnen verringern und spart jährlich 380.000 Euro an Energiekosten ein.

Projektbeispiele 2011
BIK | Berliner Informationsstelle Klimaschutz
Die Berliner Informationsstelle Klimaschutz (BIK) unterstützt das Land Berlin bei der Erreichung der Klimaschutzziele, mehr als 40 Prozent der CO2Emissionen bis zum Jahr 2020 gegenüber 1990 zu senken. Die BIK wurde bei der Berliner Energieagentur eingerichtet. Sie geht auf eine Initiative der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zurück und wird von den Unternehmen GASAG und Vattenfall Europe gefördert. Sie ist die neutrale Berliner Klimaschutzplattform auf der Basis starker, lokal engagierter und klimabewusster Partner. Aufgabe der BIK ist es, über die Ressortgrenzen von Senats- und Bezirksverwaltungen hinweg Informationen zum Klimaschutz zu sammeln, allgemeinverständlich aufzubereiten und einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Zentrales Instrument der BIK ist die Internetplattform. Darüber hinaus veröffentlicht die BIK Publikationen zu klimaschutzrelevanten Themen.

Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM)
2011 hat die BEA fünf Projekte in Kooperation mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) realisiert. So wurden PV-Anlagen auf den Dächern der Bereitschaftspolizei, des Oberstufenzentrums Farbtechnik und Raumgestaltung, des Finanzamtes für Körperschaften, des Finanzamtes Spandau und des Deutsches Technikmuseums installiert. Insgesamt wurden 1796 Module mit einer elektrischen Gesamtleistung von 366 kWp installiert. Die Solarmodule erzeugen rund 343 MWh Strom pro Jahr.

Wohngebäude Olbersstraße
Die BEA hat 2011 im Wohngebiet Olbersstraße im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ein modernes BHKW installiert und betreibt dieses für den Zeitraum von zehn Jahren. Die Liegenschaft umfasst 120 Wohneinheiten, mit einer Gesamtwohnfläche von ca. 8.240 m². Eigentümerin der Gebäude ist die Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG. Das BHKW liefert über das gesamte Jahr gerechnet über 705 MWh Energie in Form von Wärme und Strom. Der vom BHKW erzeugte Strom wird als Haus- bzw. Mieterstrom direkt im Objekt vermarktet, überschüssiger Strom fließt in das öffentliche Netz. Die CO2Minderung beläuft sich, gegenüber einer konventionellen Stromerzeugung, auf ca. 152Tonnen jährlich.

Energieeffizient und kostensparend: Das Vivantes WenckebachKlinikum ist eine Energiesparpartnerschaft mit der EnBW Vertrieb GmbH eingegangen, die von der BEA koordiniert wird.

Im Wohngebiet Olbersstraße hat die BEA 2011 ein modernes BHKW in den Gebäuden der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Steglitz eG installiert.

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Der Geschäftsbereich Internationaler Know-how-Transfer
Internationaler Knowhow-Transfer umfasst
		 Politikberatung 		 Beratung zu Energiesparcontracting 		 Markterschließung für KraftWärme-Kopplung und erneuerbare Energien 	 Veranstaltung und Kampagnen 	 Im Geschäftsfeld Internationaler Know-howTransfer werden die bisher in Deutschland gemachten Erfahrungen der effizienten Energienutzung zum Beispiel in die Länder Mittelund Osteuropas übertragen. Die Mitarbeiter der Berliner Energieagentur (BEA) beraten nationale Regierungen, internationale Organisationen und Unternehmen bei der Anwendung erfolgreicher Energiedienstleistungsmodelle. In Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Förderorganisationen berät die BEA im Rahmen des Capacity Buildings Regierungen, Ministerien, Energieagenturen und Unternehmen des Finanzsektors bei der Umsetzung von Energieeffizienzstrategien. werden. Zu den Länderschwerpunkte zählenvor allem Lateinamerika und Südosteuropa mit bekannten Fördermittelgebern wie GIZ, EBRD und KfW Bankengruppe.

Notizen

Strategische Ausrichtung 2012
Mit dem Geschäftsbereich Internationaler Know-how-Transfer plant die BEA weiterhin ihre national wie regional entwickelte und am Markt nachweislich anerkannte Kompetenz konsequent und erfolgreich zu vermarkten. Das Beratungsangebot bleibt im Wesentlichen auf die stark nachgefragten Themenbereiche dezentrale und erneuerbare Energiesysteme sowie Energiedienstleistungsmodelle ausgerichtet und wird um das Themengebiet Institutionalisierung von Energiesparen und Klimaschutz zielgerecht ergänzt. Wesentliche Erfolgsbasis des Internationalen Know-howTransfers sind die weitere Zusammenarbeit mit bundesdeutschen Fördermittelgebern sowie der Ausbau der erzielten ersten Erfolge bei internationalen Gebern. Auf Basis der erfolgreichen Beratungen der jüngsten Vergangenheit, z.B. in Lateinamerika, ist dabei vorgesehen, den Fokus der BEA auf weitere Schwellenländer auszudehnen.

Entwicklung 2011
Der Geschäftsbereich Internationaler Knowhow-Transfer hat bei weiterhin hoher Produktivität, allerdings zeitweise eingeschränkter Beraterkapazitäten, Gesamterträge inkl. Bestandsveränderungen von 430 T€ erzielt (Vorjahr: rd. 586 T€). Weiterhin Kernprodukt des Bereiches, das auch in 2011 international sehr erfolgreich vermarktet wurde, ist Energiedienstleistungsberatung mit dem Transfer des bestehenden Unternehmens-Know-hows. Darüber hinaus konnte mit Strategie- und Organisationsberatung zu Gründung und Etablierung von Klimaschutz- und Energieagenturen ein neues Beratungsfeld erfolgreich erschlossen

Impressum
Herausgeber
Berliner Energieagentur GmbH Französische Straße 23 10117 Berlin U-Bhf. Französische Straße Fon: +49(0)30-293330-0 Fax: +49(0)30-293330-99 E-Mail: office@berliner-e-agentur. de Internet: www.b-e-a.de

Projektbeispiele 2011
KWK-Studien für Krankenhäuser in Chile
Im Rahmen eines deutsch-chilenischen Projektes zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Energieeffizienz in öffentlichen Krankenhäusern haben Experten der BEA eine Machbarkeitsstudie für ein Krankenhaus in Punta Arenas, im äußersten Süden Chiles in der Region Magallanes sowie in Coyhaique (Region Aysén) durchgeführt. Die Studie für das Krankenhaus sieht die Installation eines erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerks (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von 300 kW und einer thermischen Leistung von 380 kW vor. Die Region Magallanes verfügt im Vergleich zu anderen Regionen über einen sehr geringen Erdgaspreis, dank staatlicher Subventionen für das dort gewonnene nationale Erdgas. Eine KWK-Anlage wäre deshalb dort sehr wirtschaftlich zu betreiben.

Nationale Energieagentur El Salvador
Die BEA hat 2011 im Rahmen des Programms „Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Zentralamerika“, das von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt wird, den Aufbau einer nationalen Energieagentur in El Salvador unterstützt. Das Projekt zielt darauf ab, Strategien zur Verbreitung erneuerbarer Energien umzusetzen, Energieeffizienzmaßnahmen zu verbessern und Investitionen in Projekte mit erneuerbaren Energien und Energieeffizienz zu fördern. Der Energiesektor in El Salvador wird vom Consejo Nacional de Energía (CNE), dem nationalen Rat für Energie verwaltet. Im Bereich der erneuerbaren Energien mangelt es dem zentralamerikanischen Land noch immer sowohl an Know-how als auch an personellen Ressourcen.

Text
Björn Matthiesen Simone Kleeberger Oliver Zernahle

BEA-Geschäftsführer Michael Geißler (4.v.r.) bei einem Treffen mit Amando Flores (5.v.l.) vom Verbraucherschutzamt (DC) und Leslie Quiñones (6.v.l) vom Technischen Sekretariat in El Salvador im Juli 2011.

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