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Full text: Nachhaltigkeitsbericht ... Issue Erneuerbar, effizient, innovativ : mit Weitblick gestalten

Erneuerbar, effizient, innovativ: Mit Weitblick gestalten.

Nachhaltigkeitsbericht 2014

Gestaltungskonzept Diagramme und Tabellen Die Darstellungen von Diagrammen und Tabellen entsprechen dem Konzept „EINFACH, EINHEITLICH, EINDEUTIG“ von Roman Griesfelder (aspektum gmbh). Sie orientieren sich an den Empfehlungen von Prof. Rolf Hichert.

Säulen-/Balkenbreite Breite Säulen oder Balken stellen physisch zählbare Messgrößen dar. Beispiele: MW, GWh, Mitarbeiter/-innen Mittelbreite Säulen oder Balken stellen aggregierte Werte dar. Beispiele: Tsd. €, Mio. €, Mrd. € Schmale Säulen oder Balken stellen Werte in Euro pro Einheit dar. Beispiele: €/Aktie, €/MWh Linien oder Punktlinien stellen Anteile, Quotienten oder Indizes dar. Beispiele: Dividendenrendite in %, Aktienkurs indexiert, BIP-Wachstum in % Farben Aktuelles Jahr Neutral Vorjahre Planwerte VERBUND

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT

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VERBUNDNachhaltigkeitsbericht 2014

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT

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Inhalt
Vorwort des Vorstands ........................................................................................................................................... 4 Wichtige Kennzahlen.............................................................................................................................................. 6 Wichtige Ereignisse 2014 ....................................................................................................................................... 8 VERBUND-Unternehmensstrategie .................................................................................................................... 11 VERBUND-Nachhaltigkeitsstrategie ................................................................................................................... 12 Das Unternehmen VERBUND ............................................................................................................................... 13 VERBUND-Konzernüberblick ........................................................................................................................ 13 Mitgliedschaften ............................................................................................................................................. 13 Produkte und Leistungen ............................................................................................................................ 14 Corporate Governance ................................................................................................................................. 20 Wirtschaft .................................................................................................................................................................. 24 Ergebnisentwicklung .................................................................................................................................... 25 Kommentare zur Entwicklung einzelner Wirtschaftskennzahlen ............................................. 25 Aktie und Kursentwicklung ........................................................................................................................ 28 Ausgewählte Themen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt ........................................................... 29 Umwelt ....................................................................................................................................................................... 37 Kommentare zur Entwicklung einzelner Umweltkennzahlen .................................................... 40 Ausgewählte Themen mit Schwerpunkt Ökologie ........................................................................... 43 Innovation, Forschung und Entwicklung ..................................................................................................... 47 Ausgewählte Themen mit Schwerpunkt Innovation ....................................................................... 47 Soziales ....................................................................................................................................................................... 52 Unsere Verantwortung als Arbeitgeber ................................................................................................. 53 Gesundheit und Sicherheit......................................................................................................................... 58 Unsere Verantwortung für die Gesellschaft ......................................................................................... 61 VERBUND-Ziele .......................................................................................................................................................... 65 Zum Bericht .............................................................................................................................................................. 70 GRI Index 2014 ........................................................................................................................................................ 77 Ernst & Young Unabhängiger Bestätigungsbericht .................................................................................. 81 Zertifizierte VERBUND-Kraftwerke.............................................................................................................................................................. 83 Zertifizierte Netzanlagen .................................................................................................................................................................................... 85

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Vorwort des Vorstands
Geschätzte Leserin, geschätzter Leser!

Aufgrund der fortgesetzten Konjunkturschwäche ging die Stromnachfrage in den meisten europäischen Ländern zurück. Die subventionierten neuen erneuerbaren Energien, niedrige Kohle- und CO2-Preise sowie Überkapazitäten führten zu weiter gesunkenen Strom-Großhandelspreisen und setzten die gesamte konventionelle, nicht geförderte Stromerzeugung unter Druck. Wir haben daher im Geschäftsjahr 2014 mit zahlreichen Maßnahmen eine positive Entwicklung für unser Unternehmen gestaltet. Dabei folgten wir konsequent unserem Anspruch der EcoExcellence – durch Spitzenleistungen und Nachhaltigkeit in allen Geschäftsbereichen Mehrwert für unsere Stakeholder zu schaffen.
Effizienz gesteigert, Kosten gesenkt

Ein wichtiger Schritt im abgeschlossenen Geschäftsjahr war die Restrukturierung der Stromerzeugung aus Wärmekraft: Das ölbefeuerte Fernheizkraftwerk Neudorf-Werndorf II wurde geschlossen, für das Steinkohlekraftwerk Dürnrohr sind die Schließungsmaßnahmen aktuell in der Umsetzung. Das Steinkohlekraftwerk Mellach dient der vertraglich bis 2020 gesicherten Fernwärmelieferung an die Stadt Graz; aufgrund einer gerichtlichen einstweiligen Verfügung muss das Gas-Kombikraftwerk Mellach als zusätzliche Ausfallsreserve bereitgehalten werden. Im Oktober 2014 haben wir die Verträge über den Verkauf der französischen Gas-Kombikraftwerke Pont-sur-Sambre und Toul sowie der Windkraftanlagen in Bulgarien unterschrieben. Darüber hinaus haben wir den Ausstieg aus der italienischen Beteiligung Sorgenia fixiert. Das bringt uns dem Ziel einer CO2-freien Stromerzeugung näher und verringert künftige Cash-Abflüsse aufgrund von nicht rentablen Anlagen. Unser Investitionsprogramm haben wir 2014 erneut gestrafft: Der Hauptteil der Investitionen fließt in den Ausbau des regulierten österreichischen Hochspannungsnetzes. Zudem investieren wir in die Effizienz bestehender Anlagen und die Fertigstellung laufender Wasser- und Windkraftwerksprojekte. Um den wirtschaftlichen Erfolg langfristig abzusichern, werden wir das seit zwei Jahren laufende interne Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm weiterführen und bis Ende 2015 kumuliert mehr als 130 Mio. € einsparen. Bei den Maßnahmen, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreffen, legen wir großen Wert auf die soziale Verträglichkeit und bemühen uns, für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter eine individuelle, gute Lösung zu finden. Ein interner Arbeitsmarkt vermittelt Kapazitäten, sodass wir die erforderlichen Reduktionen bis 2020 ohne Kündigungen erreichen werden.
Mit energienahen Services kundenorientiert in die Zukunft

2014 haben wir sowohl unsere Marktoffensive im Privat- als auch im Businesskundenbereich fortgesetzt und neue Dienstleistungen auf Basis erneuerbarer Energien angeboten. Unserer wachsenden Anzahl an Privatkundinnen und Privatkunden für Strom und Gas bieten wir leistbare und innovative Lösungen: zum Beispiel die VERBUND-Eco-Pakete oder seit dem Quartal 4/2014 neu die „plusGas“-Produktpalette mit klimaneutralem Gas. Zudem entwickeln wir laufend innovative energienahe Services für Industrie und Gewerbe wie den VERBUND-Power-Pool oder das virtuelle Kraftwerk. In der VERBUND GETEC Energiecontracting GmbH, einem Joint Venture mit GETEC heat & power AG, entsteht ab 2015 vor allem für energieintensive Industriebetriebe ein maßgeschneidertes Energieversorgungskonzept. Außerdem führen wir unsere Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität mit SMATRICS fort. Gemeinsam sind wir zudem Partner im größten europäischen Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Green eMotion“ und arbeiten an grenzüberschreitenden Lösungen für Elektromobilität. Zum Angebot von neuen Dienstleistungen in Deutschland haben wir die AQUANTO GmbH, ein Joint Venture mit dem deutschen Energiekonzern EnBW, ins Leben gerufen. Damit erschließen wir neue

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Vorwort des Vorstands

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Geschäftsfelder für unser Unternehmen und fokussieren uns auf Österreich und Deutschland. Künftig sollen diese zu einer wichtigen Säule des Geschäftsmodells werden, sie tragen Erfolg versprechende Ertragspotenziale in sich.
Green Bond erfolgreich platziert

Dass wir auf dem richtigen Weg sind, zeigt auch die erfolgreiche Platzierung unseres ersten Green Bonds, der Vorreiter im deutschsprachigen Raum ist. VERBUND ist es im November 2014 gelungen, eine Unternehmensanleihe mit 500 Mio. € Volumen und einer Laufzeit von zehn Jahren mit 1,5 % Verzinsung am Kapitalmarkt bei dreifacher Überzeichnung erfolgreich zu platzieren. Besonders große Nachfrage kam von umwelt- und sozialverantwortlich agierenden Investoren, welche zwei Drittel der Emission zeichneten. Der Emissionserlös wird ausschließlich für die Finanzierung und Refinanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen und Projekten im Bereich erneuerbarer Energien in Österreich und Deutschland herangezogen.
Einsatz für sozial Benachteiligte

Schwierige Zeiten hindern uns nicht daran, unser gesellschaftliches Engagement weiterzuführen. Der VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas feierte heuer sein fünfjähriges Bestehen, ebenso der VERBUNDEmpowerment-Fund der Diakonie. Mit diesen Projekten helfen wir Menschen, die gerade in der heutigen Zeit Unterstützung brauchen. Die nächste Generation auf die Zukunft vorzubereiten, ist uns ein besonderes Anliegen. Die VERBUNDKlimaschule freute sich 2014 über den 10.000sten wissbegierigen Schüler bzw. die Schülerin, und die VERBUND-Stromschule brachte ein Lesebuch für Volksschulen heraus.
Das Resümee des Jahres 2014: Nachhaltigkeit zahlt sich aus.

Nicht nur für die nächste Generation, sondern schon heute: Auch unter schwierigen Rahmenbedingungen haben wir als nachhaltig agierendes Unternehmen eine sichere Basis. Sie ermöglicht uns die Konzentration auf die notwendigen Schritte, um die Energiewende zu unterstützen.
Gestalten wir gemeinsam die erfolgreiche Zukunft von VERBUND!

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Wichtige Kennzahlen
Wirtschaft Konzernergebnis1 in Mio. € Free Cashflow nach Dividende2 in Mio. € EBITDA1 in Mio. €

546,7 389,3 2012 579,6 126,1 2013 2014 -164,4 2012 2013 -133,6 2014

1.235,4

1.301,4 808,8

2012

2013

2014

Umwelt Erzeugung Wasserkraft3 in GWh
30.485 30.943 31.188 90 78 92

Erzeugung Wärmekraft in GWh

Anteil ISO-14001 und EMAS-Anlagen in %

4.500

4.031

2.031 2014 2012 2013 2014

2012

2013

2014

2012

2013

Soziales Mitarbeiter/-innen4 in Personen
3.200 3.339 3.265 36,8 38,4 29,6 9 13 14

Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in in h

Unfallrate5

2012

2013

2014

2012

2013

2014

2012

2013

2014

1

Die Kennzahlenwerte wurden an die im Jahr 2012 angewendete Änderung der Bilanzierungsmethode für Leistungen an Arbeitnehmer gem. IAS 19 (2011) angepasst. Die Änderung erfolgte gemäß IAS 8
2

retrospektiv mit Wirkung vom 1.1.2011. // Deutschland

Die Berechnung wurde im Geschäftsjahr 2013 retrospektiv angepasst.// 3 inkl. Bezugsrechten // 4 arbeitsrechtlicher Personalstand per 31.12.2014, ohne Vorstände und

Mitarbeiter/-innen im Vorruhestand, Anstieg 2013 v.a. durch Zukauf Grenzkraftwerke GmbH und Innwerk AG // 5 Anzahl Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiter/-innen an VERBUND-Standorten in Österreich und

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Wichtige Kennzahlen

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Wirtschaft
Einheit Konzernergebnis EBITDA1 Free Cashflow nach Dividende2 Net Debt / EBITDA ROCE
1 1

2012 389,3 1.235,4 – 164,4 2,7 6,3 0,60

2013 579,6 1.301,4 546,7 2,8 4,8 1,00

2014 126,1 808,8 – 133,6 5,0 3,2 0,29

Mio. € Mio. € Mio. € % €

(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie

Umwelt
Einheit Erzeugung Wasserkraft Erzeugung Wärmekraft Spezifische THG-Emissionen (Scope 1– 3, Gesamterzeugung)4 Emissionsvermeidung durch Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern5 Anteil ISO-14001- und EMASStandorte 6 t CO2e/GWh 131 118 90
3

2012 30.485 4.500

2013 30.943 4.031

2014 31.188 2.031

GWh GWh

kt %

24.890 78

25.523 90

25.921 92

Soziales
Einheit Mitarbeiter/-innen Unfallrate8 Frauenanteil Durchschnittliche Dauer der Unternehmenszugehörigkeit Fluktuationsrate9
1

2012 3.200 36,8 9 19,0 17,3 2,0

2013 3.339 38,4 13 18,4 17,7 2,6

2014 3.265 29,6 14 17,8 17,0 2,7

7

Personen Stunden ‰ % Jahre %

Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in

Die Kennzahlenwerte wurden an die im Jahr 2012 angewendete Änderung der Bilanzierungsmethode für Leistungen an Arbeitnehmer gem. IAS 19 (2011) angepasst. Die Emissionen werden sowohl für Eigenerzeugung als auch für Bezugsrechte ausgewiesen. 2014: Erweiterung um vorgelagerte Emissionen aus Einsatz von fossilen Brennstoffen,
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Änderung erfolgte gemäß IAS 8 retrospektiv mit Wirkung vom 1.1.2011. // 2 Die Berechnung wurde im Geschäftsjahr 2013 retrospektiv angepasst. // 3 inkl. Bezugsrechten //
4

daher Neuberechnung 2012 und 2013. Alle Daten verifiziert gem. ISAE 3000; Geschäftsbericht 2014 enthält abweichend dazu vorläufige Werte vor Prüfung. // 5 Die Berechnung der vermiedenen Emissionen erfolgt auf Basis der Emissionswerte eines modernen Steinkohlekraftwerks (Typ Dürnrohr). // Standorte der vollkonsolidierten Gesellschaften, ausgenommen Solaranlagen, Windkraft unter 20 MW sowie Standorte mit <51 % VERBUND-Anteil, bei denen die Betriebsführung durch einen anderen Miteigentümer wahrgenommen wird; Stand zum 31.12. // 7 Arbeitsrechtlicher Personalstand per 31.12.2014, ohne Vorstände und Mitarbeiter/-innen im Vorruhestand, Anstieg 2013 v.a. durch Zukauf Grenzkraftwerke GmbH und Innwerk AG // 8 Anzahl Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiter/-innen an VERBUND-Standorten in Österreich, inkl. Innwerk AG und Grenzkraftwerke GmbH // 9 inkl. Abgängen in der Probezeit

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Wichtige Ereignisse 2014
Jänner
28. Jänner
VERBUND gewinnt zum zweiten Mal in Folge das goldene Siegel der Best Recruiters-Studie in der Kategorie „Branche Energie“.

April
8. April
VERBUND und die Tageszeitung „Die Presse“ verleihen die EDUARD-Bildungspreise im Wert von insgesamt 50.000 €. 99 Schulen hatten Projekte zum Thema „Wasser“ eingereicht.

8. Mai
Spatenstich für den Bau von sieben Windkraftanlagen in den Gemeinden Bruck an der Leitha und Göttlesbrunn in Niederösterreich.

9. Mai
2.500 Interessierte besuchen beim „Tag der offenen Tür“ das steirische Wasserkraftwerk Kalsdorf an der Mur.

Februar
12. Februar
Beim „Energieforum Alpenraum: Zukunftschancen nützen“ in München bringt VERBUND als Partner sein Know-how für eine Energiestrategie 2030 für den Alpenraum ein.

10. April
Im Rahmen der TU-Jobmesse „TUday14“ vergibt VERBUND zum sechsten Mal das Frauenstipendium an drei herausragende Studentinnen der TU Wien.

27. Mai
Die VERBUND-Stromschule präsentiert die besten Geschichten aus dem Wettbewerb „Lizzy macht ein Buch über Wasserkraft“ in einem Lesebuch für Volksschüler.

19. Februar
„smart energy, smart home, smart job“: Bei der 7. Schüler/innenUni der TU Wien informieren sich Jugendliche über erneuerbare Energien, Lösungen für „clevere“ Häuser und smarte Berufsbilder bei VERBUND.

24. April
Beim Wiener Töchtertag lernen Töchter von VERBUND-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern sowie ihre Freundinnen zum elften Mal unterschiedliche Arbeitsplätze bei VERBUND kennen.

28. Mai
Die VERBUND-Kampagne „Danke, Wasserkraft!“ erhält den Staatspreis Werbung 2014.

Juni
16. Juni
VERBUND lädt zum EnergieFrühstück „Gemeinsame Preiszone: Kernelement des Strommarktes vor neuen Herausforderungen?“. Zu Gast sind Prof. Marc Oliver Bettzüge, Leiter des Energiewirtschaftlichen Instituts in Köln, Christoph Riechmann, Direktor von Frontier Economics, und Walter Boltz, Vorstand der E-Control.

März
7. März
Der VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex (VÖNIX) bewertet VERBUND wieder mit „B+“ und führt das Unternehmen damit weiterhin im Index.

30. April
Käuferinnen und Käufer eines Renault ZOE erhalten ab sofort eine SMATRICS-Ladekarte dazu. Sie „tanken“ ein Jahr lang kostenlos an allen öffentlichen SMATRICS-Ladestationen in ganz Österreich. SMATRICS ist ein Joint Venture von VERBUND und Siemens.

27. März
Der VERBUND-E-Novation Award (VERENA) geht an die burgenländische smartflower energy technology GmbH aus Güssing und das AIT Austrian Institute of Technology GmbH für das Projekt smartflowerTM, das weltweit erste Plug-and-play-Solarkraftwerk.

Mai
8. Mai
VERBUND wird Partner von Green eMotion – dem größten europäischen E-MobilityForschungs- und -Entwicklungsprojekt für einen komfortablen grenzüberschreitenden Verkehr mit Elektroautos.

16. Juni
Energji Ashta erhält den ersten Nachhaltigkeitspreis Albaniens. Das albanische Wirtschaftsministerium, UNDP Albania und das albanische CSR-Netzwerk zeichnen das Joint Venture von VERBUND und EVN aus.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Wichtige Ereignisse 2014

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23. Juni
VERBUND Solutions GmbH, die neue Leitgesellschaft für energienahe Dienstleistungen, startet operativ. Sie bietet ConvenienceServices, dezentrale Anlagen für die Erzeugung und Speicherung von Strom sowie EnergieOptimierung an.

15. Juli
VERBUND setzt die strategische Kooperation mit der TU Wien „TUtheTop“ fort: Zum siebten Mal können ausgewählte Studentinnen und Studenten das Unternehmen näher kennenlernen.

7. August
Studie „The Best to Start 2014: Die mehr als 25.000 registrierten Userinnen und User der JobPlattform „absolventen.at“ zeichnen VERBUND mit dem zweiten Platz der attraktivsten Arbeitgeber Österreichs aus.

19. Juli 27. Juni
Mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler aus Kärnten, Salzburg und Tirol kommen zum zweiten Fest der VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern nach St. Jakob in Defereggen/ Osttirol. Am „Tag der Wasserkraft“ im Innkraftwerk Neuötting in Bayern nehmen mehr als 1.000 Bürgerinnen und Bürger teil. Sie informieren sich über VERBUND-Strom aus Wasserkraft, die VERBUNDStromschule und die VERBUNDLehrlingsausbildung.

10. August
Das VERBUND-Maskottchen „Lizzy“ feiert unter dem Motto „Natur und Technik erleben für die ganze Familie“ ein großes Kinderfest am Mooserboden in der Kraftwerksgruppe Kaprun in Salzburg.

11. August
Elf Auszubildende der VERBUNDLehrwerkstätte Töging/Bayern schließen ihre Ausbildung als „Maschinen- und Anlagenführer“ mit herausragendem Erfolg ab.

Juli
24. Juli 1. Juli
AQUANTO – das Joint Venture von Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) und VERBUND – startet den Vertrieb von Grünstrom-Lösungen für B2BKundinnen und Kunden in Deutschland. VERBUND entscheidet, das Engagement in Italien zu beenden und seine Beteiligung von 45,66 % am Energieunternehmen Sorgenia abzugeben.

24. Juli
14 Lehrlinge der VERBUNDLehrwerkstätte Kaprun schließen ihre Ausbildung in „Elektrotechnik und Metalltechnik“ mit herausragendem Erfolg ab.

September
5. September
Nach zweijähriger Sanierung geht der Lärchwand-Schrägaufzug in der Kraftwerksgruppe Kaprun in Salzburg wieder in Betrieb. Er ist Europas größte offene Standseilbahn.

3. Juli
VERBUND erreicht bei der „Trendence-Studie“ in der Rubrik „Ingenieurwissenschaften und Informationstechnologie“ den 17. Platz unter Europas Top-100Unternehmen. Die Studie misst die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber.

August
4. August
Die Errichtung des Ausleitungskraftwerks am Oberen Inn/Tirol beginnt. An der Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH sind künftig VERBUND (10 %), TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG (76 %) und Engadiner Kraftwerke AG (14 %) beteiligt.

5. September
Österreichs Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner und Bayerns Staatsministerin für Wirtschaft, Medien, Energie und Technologie Ilse Aigner unterzeichnen in Kaprun eine Erklärung zur energiepolitischen Zusammenarbeit.

7. Juli
Die VERBUND Services GmbH wird für die Initiative „Ökostandards bei Betriebsküche und Catering“ beim 22. ATGA Facility Kongress ausgezeichnet.

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15. September
VERBUND stellt eines von fünf europäischen Teams der Green eMotion Elektroauto-Sternfahrt nach Brüssel. Die Aktion zeigt, dass die Ladeinfrastruktur und die damit verbundenen Dienstleistungen in der gesamten Europäischen Union zur Verfügung stehen.

Pont-sur-Sambre und Toul an KKR, eine weltweit führende Investmentfirma.

4. November
Die VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern feiert die Teilnahme von 10.000 Schülerinnen und Schülern seit ihrer Gründung im Sommer 2010.

17. Oktober
Bei den CDP Climate Leadership Awards in München ist VERBUND bestes Unternehmen der Branche in der D-A-CHRegion und wird wieder in den CDP Climate Performance Leadership Index aufgenommen.

13. November
Die VERBUND-Kampagne „Danke, Wasserkraft!“ mit Stermann & Grissemann wird mit dem Effi Award für wirkungsvolle Werbung ausgezeichnet.

Oktober
3. Oktober
VERBUND erhält den „Lebensraum-Wasser-Preis“ des Landes Kärnten für die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen beim Kraftwerk Reißeck II an der Möll.

21. Oktober
Die VERBUND-Lehrwerkstätte in Ybbs an der Donau/Niederösterreich wird mit dem AntonBenya-Preis ausgezeichnet.

13. November
VERBUND platziert als erstes Unternehmen im deutschsprachigen Raum einen Green Bond zur Finanzierung und Refinanzierung nachhaltiger Projekte.

22. Oktober
Bei der Verleihung des Austrian Sustainability Reporting Awards (ASRA) erzielt der VERBUNDNachhaltigkeitsbericht 2013 den dritten Platz.

7. Oktober
VERBUND erringt bei den amaZone-Awards für die Förderung von Frauen in der Lehrlingsausbildung den ersten Platz in der Kategorie „Öffentliche und öffentlichkeitsnahe Unternehmen“.

21. November
Der VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas feiert sein fünfjähriges Bestehen: 2.600 Haushalte mit 6.700 armutsgefährdeten Bewohnerinnen und Bewohnern wurden seit 2009 unterstützt.

27. Oktober
VERBUND erhält den „Lebensraum-Wasser-Preis“ des Landes Kärnten für die längste technische Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Rosegg-St. Jakob an der Drau.

8. Oktober
Die Entwicklung der Elektromobilität macht einen bedeutenden Schritt: Im Rahmen des Projekts „Central European Green Corridors“ (CEGC) wird bis Ende 2015 in Österreich, Slowenien und der Slowakei ein dichtes Schnellladenetz mit Einbindung von München und Zagreb errichtet.

Dezember
17. Dezember
Mit dem Tausch des ersten Laufrads im Kraftwerk YbbsPersenbeug/Niederösterreich beginnt die Modernisierung von Österreichs ältestem Donaukraftwerk. In den kommenden Jahren werden sechs Turbinen getauscht. Das bringt künftig 77 GWh Strom mehr pro Jahr.

30. Oktober
VERBUND fixiert den Verkauf seines 16-MW-Windparks an der bulgarischen Schwarzmeerküste an Inwind SpLtd.

9. Oktober
Die VERBUND-Klimaschule wird erneut mit dem Salzburger Regionalitätspreis in der Kategorie „Bildung und Forschung“ ausgezeichnet.

November
4. November
VERBUND erweitert sein Produktportfolio: Mit dem klimaneutralen „plusGas“ heizen und kochen Privatkundinnen und -kunden nachhaltig.

23. Dezember
Die betriebsführende Abteilung von drei österreichischen Windparks wird nach ISO 14001 zertifiziert.

13. Oktober
VERBUND unterzeichnet den Vertrag zum Verkauf der französischen Gas-Kombikraftwerke

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT VERBUND-Unternehmensstrategie

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VERBUND-Unternehmensstrategie
Die Vision von VERBUND lautet „Mit sauberem Strom und innovativen Lösungen geben wir der Zukunft Energie“. Diesem Leitbild folgend, überarbeiten wir regelmäßig unsere Unternehmensstrategie und passen diese an die geänderten Rahmenbedingungen an. Wir verfolgen bei VERBUND die angeführten strategischen Grundsätze.

Strategische Grundsätze
Im Mittelpunkt unserer unternehmerischen Tätigkeit stehen wirtschaftliches und profitables Handeln sowie finanzielle Stabilität und Nachhaltigkeit. Investitionen in Forschung & Entwicklung bilden die Basis für unsere künftigen Geschäftsmodelle. Wir erweitern unsere Wertschöpfungskette mit energienahen Anwendungen und Dienstleistungen zur effizienten Energienutzung für verantwortungsvolle Menschen.

Märkte
Österreich und Deutschland sind unsere wichtigsten Märkte.

Stromerzeugung
Wasser- und Windkraft sind unsere wichtigsten Erzeugungstechnologien. Wir investieren ausschließlich in CO2-freie Erzeugungstechnologien. Unser Ziel ist eine 100 % CO2-freie Stromerzeugung bis 2020.

Stromübertragung
Mit unserem leistungsfähigen Übertragungsnetz sichern wir die Stromversorgung Österreichs. Wir bekennen uns zum nationalen Netzentwicklungsplan.

Energiehandel , -vertrieb und Services
Unsere Aktivitäten im Stromhandel dienen primär der Absicherung und Vermarktung der Eigenerzeugung. Innovative Grünstrom- und Flexibilitätsprodukte steigern die Wertigkeit unseres Stroms. Wir entwickeln neue kundennahe Handelsprodukte und bauen unsere Dienstleistungen aus. Unsere Kundinnen und Kunden erhalten sauberen Strom sowie energienahe Angebote und innovative Lösungen zur effizienten Energienutzung.

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VERBUND-Nachhaltigkeitsstrategie
Nachhaltigkeit ist Kern der Marke VERBUND: Wir streben auf allen Wertschöpfungsstufen der Energie und energienaher Angebote nach ökonomischer und ökologischer Exzellenz und schaffen dadurch Mehrwert für Kundinnen und Kunden und andere Stakeholder. Wir bewerten unsere Nachhaltigkeitsmaßnahmen regelmäßig und veröffentlichen die von Expertinnen und Experten geprüften Ergebnisse in jährlichen Berichten.

Umwelt

Wirtschaft

Gesellschaft

Unser Ziel ist, alle unsere Anlagen umweltschonend zu errichten und zu betreiben sowie unsere Kundinnen und Kunden mit umweltfreundlichen Produkten zu beliefern.
In Österreich und international setzen wir in der Stromerzeugung auf die Energieträger Wasser und Wind. Wir arbeiten weiter an der Reduktion unserer Emissionen. Mit einem starken Übertragungsnetz und Pumpspeicherkraftwerken ermöglichen wir die Integration der neuen erneuerbaren Energieträger. Wir vermeiden und verringern die ökologischen Auswirkungen unserer Anlagen und optimieren das Umweltmanagement an allen unseren Standorten. Ein konzerneinheitliches Umweltdatenmanagement ist die fundierte Entscheidungsgrundlage für unsere Vorhaben. Wir setzen alles daran, mit Strom effizient und sparsam umzugehen. Nicht nur innerhalb des Unternehmens, sondern auch außerhalb durch Information und innovative Lösungen. Unsere Initiativen zum Klimaschutz sind mit konkreten Kennzahlen und Zielen hinterlegt. Der Fokus unserer Forschung liegt auf der aktiven Mitgestaltung der Energiesysteme der Zukunft durch innovative und zukunftsorientierte Lösungen.

Unser Ziel ist die Steigerung des Unternehmenswertes durch langfristiges und profitables Wachstum.
Klima- und umweltschonende Stromerzeugung ist das Rückgrat unseres wirtschaftlichen Erfolgs. Wir wachsen in Österreich und Deutschland auf Basis unserer Kernkompetenz: Strom auf allen Wertschöpfungsstufen. Mit unserer Tätigkeit erhöhen wir die Produktivität in vielen Lebensbereichen und tragen zur regionalen Wertschöpfung bei. Mit optimierter Betriebsführung und aktivem Kostenmanagement in unseren Projekten und Prozessen steigern wir die Effizienz und erhalten unsere Wettbewerbsfähigkeit. Faire Geschäftspraktiken und die Prinzipien der Nachhaltigkeit sind für uns selbstverständlich. Darauf legen wir auch bei unseren Lieferanten und anderen Geschäftspartnern Wert.

Unser Ziel ist, unsere Unternehmenstätigkeit mit sozialer Ausgewogenheit auszuüben.
Wir übernehmen Verantwortung gegenüber den Menschen und der Gesellschaft, für die Strom ein wesentlicher Faktor ihrer Lebensqualität ist. Wir kommunizieren aktiv, offen und respektvoll mit Interessengruppen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Wir hören zu und informieren umfassend. Unser Erfolg liegt in kundenorientierten Leistungen mit ökologischer Ausrichtung und kompetenter, freundlicher Betreuung. Wir bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive und sichere Arbeitsplätze und legen großen Wert auf den Erhalt und die Weiterentwicklung ihres Know-hows. Die gesetzliche Mitbestimmung der Arbeitnehmerschaft und die Einhaltung der Grundsätze der International Labour Organization sind für uns selbstverständlich. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben für uns einen hohen Stellenwert. Mit unserer umfangreichen Lehrlingsausbildung sorgen wir für die Fachkräfte der Zukunft. Durch die Förderung der Mitarbeitervielfalt bringen wir unterschiedliche Sichtweisen ins Unternehmen ein. Wir übernehmen gesellschaftliche Verantwortung auch, indem wir karitative Organisationen unterstützen und unser Wissen an Schulen und Universitäten weitergeben.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Das Unternehmen VERBUND

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Das Unternehmen VERBUND
VERBUND ist Österreichs führendes Stromunternehmen und einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Wir können 40 % des heimischen Strombedarfs decken, und rund 90 % unseres Stroms stammen aus erneuerbarer Wasserkraft. Unser Ziel ist, die Position von VERBUND als umweltfreundlicher Energiedienstleister weiter auszubauen. Dafür erbringen wir auf allen Wertschöpfungsstufen ökonomische und ökologische Spitzenleistungen.

VERBUND AG Hauptverwaltung 1010 Wien, Am Hof 6a www.verbund.com info@verbund.com Unternehmensgegenstand: Erzeugung, Transport, Handel mit und Vertrieb von elektrischer Energie in Europa

VERBUND-Konzernüberblick
Energie Netz

Stromaufbringung Stromabsatz Stromvertrieb Gasvertrieb Energiedienstleistungen
Beteiligungen

Die Austrian Power Grid AG (APG), die unabhängig agierende Netztochter von VERBUND, betreibt das Übertragungsnetz in Österreich und ist eine wichtige Schaltstelle im europäischen Stromtransport

Aktionärsstruktur in % Streubesitz TIWAG
< 20
>5

Republik Österreich

Das Beteiligungsportfolio von VERBUND wird seit 2012 konsequent bereinigt. 2014 wurden die Verträge über den Verkauf der französischen Gas-Kombikraftwerke Pont-sur-Sambre und Toul sowie der Windkraftanlagen in Bulgarien unterschrieben, das Closing erfolgte im Quartal 1/2015. Auch der Ausstieg aus der Beteiligung an der italienischen Sorgenia wurde fixiert, das Closing dieser Transaktion wird im ersten Halbjahr 2015 erwartet.

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> 25

Syndikat EVN und Wiener Stadtwerke

Mitgliedschaften
ist in nationalen Interessenvertretungen ebenso vertreten wie in wissenschaftlichen Einrichtungen und Fachverbänden. Bei der Interessenvertretung sind für uns Transparenz, Klarheit und Verantwortung von besonderer Bedeutung. Mitgliedschaften von VERBUND haben daher auch mit dem Unternehmensleitbild und den Grundsätzen für eine verantwortungsvolle Interessenvertretung in Einklang zu stehen.
VERBUND

Die detaillierte Konzernstruktur mit allen Beteiligungen finden Sie im VERBUNDGeschäftsbericht 2014 auf Seite 232.

Oesterreichs Energie Global Reporting Initiative: Organizational Stakeholder Transparency International respACT Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Austrian Mobile Power Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband Industriellenvereinigung Österreichs European Federation of Energy Traders Österreichisches Nationalkomitee des Weltenergierates

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Produkte und Leistungen
Weitere Informationen zur Stromerzeugung: www.verbund.com > Geschäftsbereiche
VERBUND ist als eines der klimafreundlichsten Energieunternehmen Europas Vorreiter bei der Dekarbonisierung der Stromerzeugung. Neben einer nachhaltigen Stromerzeugung nahezu ausschließlich aus Wasser- und Windkraft setzt VERBUND auf Handel, Vertrieb und Transport von Strom, wie auch auf den Vertrieb von klimaneutralem Gas. Die Kernmärkte unserer Geschäftstätigkeit sind Österreich und Deutschland.

Stromerzeugung Wasserkraft
VERBUND zählt zu den wertvollsten Stromerzeugern aus Wasserkraft in Europa. 2014 wurden 92 % unserer Erzeugungsmenge aus klimafreundlicher, erneuerbarer Wasserkraft gewonnen. Wasserkraft hat bei der Stromerzeugung viele Vorteile: sie ist erneuerbar, sauber, zuverlässig und flexibel. Wasserkraft stellt zudem eine der kostengünstigen Formen der Stromerzeugung aus regenerativen Energien dar. Im Unterschied zu den neuen erneuerbaren Energien Wind und Photovoltaik kommt die Großwasserkraft bereits heute ohne finanzielle Förderungen aus. In dem derzeit vorherrschenden herausfordernden Marktumfeld ist die starke Wasserkraftbasis von VERBUND ein absoluter Wettbewerbsvorteil. VERBUND-Strom aus Wasserkraft stammte 2014 aus 94 Lauf- und 21 Speicherkraftwerken. Dazu kamen Bezugsrechte an zwölf Laufwasserkraftwerken der Ennskraftwerke AG. Per 31.12.2014 betrug die Engpassleistung (maximale Dauerleistung) der Stromerzeugung aus Wasserkraft 7.746 MW. Das Regelarbeitsvermögen – die Erzeugungsmöglichkeit mit durchschnittlichem Wasserdargebot innerhalb eines Jahres (Regeljahr) – belief sich auf 28.761 GWh.

Windkraft

Im Jahr 2014 kam es bei VERBUND zu einem weiteren Zuwachs in der Erzeugung aus Windkraft in Österreich. Im Quartal 3/2014 gingen die Windparks Hollern II (15 MW) und Petronell-Carnuntum II (21 MW) erfolgreich ans Netz. Damit verfügen wir nunmehr über 19 Windparks in vier Ländern mit insgesamt 413 MW Leistung. Zwei Photovoltaikparks in Spanien (3 MW) runden das erneuerbare Erzeugungsportfolio ab.
Wärmekraft

betreibt noch drei Wärmekraftwerke, deren Engpassleistung sich per 31.12.2014 auf insgesamt 1.499 MW belief. Wärmekraftwerke sind von den drastischen Marktverwerfungen hart betroffen. Vor allem die Situation von Gaskraftwerken ist prekär. Aufgrund hoher Gaspreise und niedriger Strompreise können bei Gaskraftwerken die laufenden Betriebskosten nicht gedeckt werden. VERBUND hat daher frühzeitig auf diese geänderte Situation reagiert: Anfang Oktober 2014 einigte sich VERBUND mit dem internationalen Investor KKR über den Verkauf der französischen Gas-Kombikraftwerke Pont-sur-Sambre und Toul. Das ölbefeuerte Fernheizkraftwerk Neudorf-Werndorf II wurde geschlossen, für das Steinkohlekraftwerk Dürnrohr sind die Schließungsmaßnahmen aktuell in der Umsetzung. Das Steinkohlekraftwerk Mellach dient der vertraglich bis 2020 zugesicherten Fernwärmelieferung an die Stadt Graz; aufgrund einer gerichtlichen einstweiligen Verfügung des Bezirksgerichts Graz-West muss das Gas-Kombikraftwerk Mellach als zusätzliche Ausfallsreserve bereitgehalten werden. HinterVERBUND

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Das Unternehmen VERBUND

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grund der einstweiligen Verfügung ist, dass das Gericht eine mögliche Gefährdung der Grazer Fernwärmeversorgung bei Schließung des Kraftwerks sieht. VERBUND steht zu seinen vertraglichen Verpflichtungen aus dem mit der Energie Steiermark Wärme GmbH bestehenden Wärmeliefervertrag.
Eigenstromerzeugung
Anzahl Engpassleistung MW 7.746 416 1.499 9.661 28.761 Regelarbeitsvermögen GWh 28.761 2012 GWh 30.485 242 4.500 35.228 2013 GWh 30.943 565 4.031 35.539 2014 GWh 31.188 811 2.031 34.030

Wasserkraft1 Wind/Sonne Wärmekraft Summe
1 2

127 21 3 151

2

inkl. Bezugsrechten 19 Windparks in 4 Ländern mit einer Gesamtleistung von insgesamt 413 MW und zwei Photovoltaik-Parks in Spanien mit insgesamt 3 MW.

Fernwärme

Zusätzlich haben wir 2014 in unseren Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen rund 901 GWh Fernwärme erzeugt. Die Fernwärmeauskopplung lag aufgrund der milden Witterung um 8,6 % unter dem Vorjahreswert.
Stromaufbringung

Die Strom-Eigenerzeugung von VERBUND lag 2014 mit 34.030 GWh um 4,2 % unter dem Vorjahr. 31.188 GWh oder 92 % der gesamten Erzeugungsmenge stammten aus Wasserkraftwerken. In diesem Bereich konnte eine Steigerung um 0,8 % im Vergleich zum Jahr 2013 erzielt werden. Lauf-, Laufschwell- und Tagesspeicherkraftwerke produzierten aufgrund des geringeren Wasserdargebots um 1,1 % weniger Strom. Dass dieser Rückgang nicht stärker ausfiel, ist darauf zurückzuführen, dass die im April 2013 von E.ON übernommenen Kraftwerksanteile in Deutschland 2014 erstmalig jahresdurchgängig wirksam wurden. Der Erzeugungskoeffizient – die Maßzahl für die Erzeugung aus Lauf- und Laufschwellkraftwerken – lag mit 1,02 um 2 % über dem langjährigen Durchschnitt, jedoch um 5 Prozentpunkte unter dem Wert aus dem Jahr 2013. Jahresspeicherkraftwerke produzierten jedoch um 12,1 % mehr Strom als im Vorjahr. Hauptgründe dafür waren höhere Zuflüsse, ein höherer Abstau und der höhere Pumpwälzbetrieb. Weitere 2 % der VERBUND-Eigenerzeugung kamen aus Wind- und Sonnenkraft und 6 % aus Wärmekraft. Insgesamt wurden 63 % des VERBUND-Stroms selbst erzeugt, 37 % stammten aus Fremdbezug. Diese dienten vor allem der Vermarktung und Absicherung der Eigenerzeugung bzw. der Rückdeckung von Wholesale-Geschäften an der Börse und an den OTC (Over the Counter)-Märkten. Sie erlauben keine Rückschlüsse auf die physikalisch geflossenen Strommengen. Tatsächlich lag der Anteil der VERBUNDStromimporte an allen österreichischen Importen 2014 bei lediglich 5%. Österreich importierte 2014 insgesamt 26,7 TWh Strom, auf VERBUND entfielen davon nur 1,4 TWh.

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Stromaufbringung Konzern
2013 Wasserkraft1 Windkraft/Sonne Wärmekraft Eigenerzeugung Fremdbezug Handel2 Fremdbezug Verlust- und Regelenergie3 Stromaufbringung
1 2

GWh

2014 31.188 811 2.031 34.030 16.801 3.527 54.359

Veränderung 0,8 % 43,5 % – 49,6 % – 4,2 % 13,0 % 11,1 % 1,4 %

30.943 565 4.031 35.539 14.874 3.175 53.589

inkl. Bezugsrechten // Die Fremdbezugsmengen stellen die Vermarktung und Absicherung der Eigenerzeugung und die Rückdeckung von Wholesale-Geschäften (Börse/OTC)

dar. Sie erlauben keine Rückschlüsse auf 2013 und 2014 tatsächlich physikalisch geflossene Strommengen. // 3 Seit 1.1.2011 beschafft die Austrian Power Grid AG (APG) die Netzverlustenergiemengen für teilnehmende Verteilnetzbetreiber.

Transparente Stromkennzeichnung in Österreich und Deutschland

Die Stromkennzeichnung für Österreich ist auf der Stromrechnung für Endkundinnen und Endkunden angegeben: Im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe liefern wir Strom seit jeher aus 100 % Wasserkraft. Die Stromkennzeichnung für das Segment Business und Industrie setzte sich im Jahr 2013 folgendermaßen zusammen: 26,4 % bekannte erneuerbare Energieträger, 0,2 % Erdgas und 73,4 % Strom unbekannter Herkunft (E-Control Stromkennzeichnungsbericht 2014)1. In Österreich bilden das am 3.7.2013 novellierte Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) und die Stromkennzeichnungsverordnung 2014 die Rechtsgrundlagen der Stromkennzeichnung. Mit der Novellierung des ElWOG wurde u. a. festgelegt, dass sämtliche Stromlieferungen mit Herkunftsnachweisen zu belegen sind. Für Lieferungen an Endkundinnen und Endkunden, die keine Haushaltskunden sind, gilt dies ab 1.1.2015. Ab diesem Zeitpunkt darf kein Strom unbekannter Herkunft mehr ausgewiesen werden. Im Rahmen der vollständigen Kennzeichnung aller Lieferungen muss nunmehr auch Strom, der an Pumpspeicherkraftwerke geliefert wird, gekennzeichnet werden. In Deutschland war die Kennzeichnung im Jahr 20131 wie folgt: 8,3 % erneuerbare Energien gefördert nach dem EEG, 1,6 % erneuerbare Energien mit Herkunftsnachweisen, 5,3 % sonstige fossile Energieträger, 12,4 % Erdgas, 53,0 % Kohle und 19,4 % Kernenergie. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Stromkennzeichnung sind in Deutschland in folgenden Gesetzen geregelt: im § 42 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) für den gelieferten Strom und im § 54 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für den zwingend auszuweisenden Anteil des nach EEG geförderten Stroms.
Stromnetz

Weitere Informationen zum Stromnetz: www.apg.at

Das Übertragungsnetz unserer eigenständig agierenden Tochtergesellschaft Austrian Power Grid AG (APG) bildet das Rückgrat der österreichischen Stromversorgung. Es ist außerdem Teil des gesamteuropäischen Übertragungsnetzes der Regional Group Continental Europe von ENTSO-E (vormals UCTE). Das Netz umfasst rund 3.500 Kilometer Trassen, die Spannungsebenen sind 380, 220 und 110 kV. Ein leistungsfähiges Übertragungsnetz ist die Grundvoraussetzung für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Erfüllung der österreichischen und europäischen Klimaschutzziele. Im APG-Masterplan 2030 ist die langfristige strategische Netzausbauplanung definiert. Ihr liegen die energiewirtschaftlichen Entwicklungen in Europa zugrunde. Ein wesentlicher Teil der darin enthaltenen Projekte wurde von der Europäischen Kommission als besonders dringlich eingestuft und ist Teil des Zehn-Jahres-Netzausbauplans von ENTSO-E. Besonderes Augenmerk liegt darauf, die Versorgungs1

Bei Redaktionsschluss lagen noch keine aktuelleren Werte vor.

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sicherheit zu gewährleisten. Die Fertigstellung des 380-kV-Rings, die Verstärkung wichtiger Leitungen sowie ein umfangreiches Investitionsprogramm für den Neubau und die Erweiterung von Umspannwerken ermöglichen erst den laufenden und weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien.
Netzdaten
Spannungsebene 380 kV 220 kV 110 kV Summe Leitungen Trassenlänge in km 1.150 1.612 660 3.422 Leitungen Systemlänge in km 2.578 3.216 1.183 6.977 63 Umspannwerke/ Netzschaltanlagen

Handel und Vertrieb

Österreich ist unser Kernmarkt für den Stromvertrieb. Im Segment Haushalt, Landwirtschaft und Gewerbe konnten wir unsere Kundenbasis ausbauen und halten einen Marktanteil von 7 %. Seit Anfang November 2014 hat VERBUND ein neues Geschäftsfeld: Als erster Anbieter versorgen wir in ganz Österreich private Haushalte und Gewerbebetriebe bis 400.000 kWh Jahresverbrauch zusätzlich zu umweltfreundlichem Strom auch mit klimaneutralem Gas. Im Segment Business und Industrie konnten wir unsere Position mit rund 20 % Marktanteil trotz verschärften Wettbewerbs halten. Im Grünstrombereich sind wir seit Jahren mit unseren innovativen Produkten höchst erfolgreich: • H2Ö, Strom aus TÜV-SÜD-zertifizierten österreichischen VERBUND-Wasserkraftwerken sowie • Strom aus TÜV-SÜD-zertifizierten deutschen VERBUND-Wasserkraftwerken. Angesichts der aktuellen Marktentwicklungen stehen nunmehr die Vermarktung erneuerbarer Energien und flexibler Erzeugungseinheiten sowie das Anbieten von energienahen Service- und Vermarktungsdienstleistungen in unserem Fokus.
Stromvertrieb

Weitere Informationen zu Handel und Vertrieb: www.verbund.com > Geschäftsbereiche

Seit dem Einstieg ins Kleinkundengeschäft (Haushalte/Landwirtschaft und Gewerbe) zählt VERBUND zu den preislich attraktivsten Anbietern am österreichischen Markt – und dies trotz der Belieferung mit Premiumstrom aus österreichischer TÜV-SÜD-zertifizierter Wasserkraft. VERBUND ist österreichweit die bekannteste Marke in der Strombranche und kann seine führende Position als Stromanbieter aus 100 % Wasserkraft behaupten. Die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden über alle Segmente liegt auf einem sehr guten Niveau und bildet eine ideale Basis für den weiteren Ausbau des Kundenstocks. Die Anzahl der Kundinnen und Kunden ist 2014 weiter gestiegen: Zum Jahresende bezogen im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe bereits rund 322.000 Kundinnen und Kunden VERBUNDStrom aus 100 % österreichischer Wasserkraft. Im Haushaltskundensegment halten wir mittlerweile einen Marktanteil von rund 7 %. Verantwortlich für diesen Erfolg sind die im Frühjahr und Herbst 2014 durchgeführte Vertriebsoffensive mit dem attraktiven Neukundenangebot „4 Monate Gratisstrom“ und der wirksamen Werbekampagne „Danke Wasserkraft“. Der Ausbau des Gewerbekundenstocks mit einem Strombedarf bis 100.000 kWh wurde sowohl im Frühjahr als auch im Herbst 2014 forciert. Ein attraktives Preismodell stand als zentraler Wechselanreiz im Mittelpunkt der Kommunikationsarbeit.

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Das Wettbewerbsumfeld im Business- und Industriekundensegment in Österreich und Deutschland hat sich im abgeschlossenen Geschäftsjahr weiter verschärft. Die Konzentration auf die eigenen Heimmärkte ist bei vielen Anbietern erkennbar. Das Halten der führenden Marktposition von VERBUND von rund 20 % bei österreichischen Industriekunden und der Ausbau der Marktanteile in Deutschland erfolgen über das zusätzliche Angebot von Serviceleistungen und innovativen Produkten. VERBUND ist als erfahrener und zuverlässiger Dienstleister positioniert.
Grünstrom-Lösungen für Deutschland

Anfang 2014 haben wir mit EnBW das Joint-Venture AQUANTO gegründet. AQUANTO mit Firmensitz in Unterföhring bei München vertreibt Grünstromlösungen für B2B-Kundinnen und Kunden in Deutschland. Die angebotenen Dienstleistungen umfassen u.a. die Belieferung mit Grünstrom aus zertifizierten Anlagen sowie spezifische Energiedienstleistungen im Bereich der Energieeffizienz. Damit wird die Vertriebskompetenz von EnBW mit dem Wasserkraftportfolio von VERBUND gebündelt.
Gasvertrieb
VERBUND erweiterte im November 2014 sein attraktives Haushaltsportfolio um das klimaneutrale Produkt „plusGas“. Somit ist VERBUND der erste Energiedienstleister in ganz Österreich, der Haushaltskundinnen und -kunden klimaneutrales Gas und Strom aus 100 % österreichischer Wasserkraft aus einer Hand anbietet. Mit dem klimaneutralen Produkt plusGas heizen und kochen Privatkundinnen und -kunden nachhaltig. Die bei der Verwendung von Erdgas entstehenden Emissionen werden bei plusGas durch die Förderung und den Ausbau von erneuerbaren Energien kompensiert. Das wird offiziell von TÜV Nord, einer unabhängigen, renommierten Prüfgesellschaft aus Deutschland, bestätigt. Jeder neue plusGas-Kunde fördert somit aktiv den Umweltschutz. Der Produktname plusGas steht für die drei Plus: ein Plus für die Kostenersparnis, ein Plus für die Umwelt und ein Plus für den Service Strom und Gas aus einer Hand von VERBUND.

Stromhandel

Unsere Schwerpunkte im Stromhandel sind der optimale Einsatz der VERBUND-Kraftwerke, die bestmögliche Vermarktung der konzerneigenen Erzeugung (Asset Based Trading) und die optimale Strombeschaffung für den Vertrieb. Im Proprietary Trading (Eigenhandel) werden strengste Risikorichtlinien eingehalten. Durch den Stromhandel hat VERBUND eine starke Präsenz auf den wichtigsten außerbörslichen OTC (Over the Counter)-Märkten sowie auf den Börsenplätzen Europas. Dies ist auch für unser Kerngeschäft Stromerzeugung ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Das gewonnene Know-how stärkt unsere Position am Strommarkt und ermöglicht uns, auf Veränderungen am Markt unmittelbar zu reagieren. Mit der fortschreitenden Integration der europäischen Strommärkte und dem Anstieg der Erzeugung aus erneuerbaren Energien erhält der Stromhandel immer mehr Gewicht. Der Energiemarkt verändert sich laufend und wird dynamischer. Daher werden sowohl die kurzfristige Vermarktung als auch die optimale Steuerung der Kraftwerkskapazitäten zunehmend wichtiger. Der Spotmarkt und besonders der kurzfristige Intraday-Handel sowie der Regelenergiemarkt gewinnen an Bedeutung. VERBUND hat diesen Trend frühzeitig erkannt und bereits Anfang 2012 den Intraday-Handel personell verstärkt. Die Entwicklung auf den Energiemärkten und an den Börsen hin zu immer kurzfristigeren Geschäften bestätigt diesen Schritt.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Das Unternehmen VERBUND

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Im Rahmen des Stromhandels bieten wir eine umfassende Palette an Produkten und Dienstleistungen an, welche wir laufend an geänderte Marktanforderungen anpassen. Das Spektrum reicht vom Marktzugang (Market Access) für Dritte über flexible Vermarktungs- und Absicherungsangebote bis zu Prognose-Dienstleistungen. Unsere innovativen, maßgeschneiderten Produkte entsprechen den individuellen Kundenanforderungen. Beispiele dafür sind: Optionsprodukte, virtuelle Kraftwerke und die Direktvermarktung erneuerbarer Energien. Das Portfolio von VERBUND umfasst zudem den Handel mit Emissionszertifikaten und Nachweisen über die Stromherkunft. Damit tragen wir dem steigenden Bewusstsein für die Produktionsart und den Ursprung der Energie Rechnung. Zu unseren Kundinnen und Kunden zählen vor allem europäische Großhandelspartner, andere Energiehandelsunternehmen, Weiterverteiler und Stadtwerke sowie Netz- und Kraftwerksbetreiber. Im Bereich Stromhandel kam es 2014 zu einer organisatorischen Änderung bzw. Anpassung des Geschäftsmodells. Die VERBUND Trading GmbH war bisher im Namen und auf Rechnung der VERBUND AG tätig und führte für diese die Stromhandelsaktivitäten durch. Seit 1.9.2014 tritt die VERBUND Trading GmbH direkt am Markt auf und schließt Verträge im eigenen Namen und auf eigene Rechnung ab.
Beteiligungen Auslandsbeteiligungen

Die italienische Beteiligung Sorgenia S.p.A. (Group) war seit Ende 2013 als „zur Veräußerung gehalten“ eingestuft. Die Entscheidung zum Verkauf war eine Folge der strategischen Fokussierung von VERBUND auf Mehrheitsbeteiligungen mit dem Schwerpunkt auf Stromerzeugung aus Wasserkraft und auf den österreichischen und deutschen Markt. Am 23.7.2014 unterschrieben VERBUND, CIR Compagnie Industriali Riunite S.p.A. und die Gläubigerbanken der Sorgenia S.p.A. (Group) eine Vereinbarung zur Restrukturierung der Beteiligung: Bei der Sorgenia S.p.A. (Group) wird eine Kapitalerhöhung durch die Gläubigerbanken durchgeführt. VERBUND und CIR haben sich an dieser Kapitalerhöhung nicht beteiligt. Die Beteiligung von VERBUND an der Sorgenia S.p.A. (Group) reduziert sich dadurch auf unter 1 %. Im Anschluss an diese Transaktion ist die Veräußerung der Anteile von VERBUND vorgesehen. In Frankreich wurde ab Mai 2014 die temporäre Einmottung der beiden Gas-Kombikraftwerke Toul und Pont-sur-Sambre (842 MW Gesamtleistung) vorbereitet, um die marktbedingten Verluste zu minimieren. Obwohl die Anlagen hochmodern und effizient sind (Wirkungsgrad: 57,7 %), waren sie im schwierigen französischen Marktumfeld zu den aktuellen Konditionen nicht dauerhaft wettbewerbsfähig. Parallel zu den Vorbereitungsmaßnahmen für die Einmottung der Kraftwerke wurde ein Verkaufsprozess für die beiden 100%igen VERBUND-Töchter Toul Power S.A.S. und Pont-sur-Sambre Power S.A.S. vorangetrieben, der im Oktober 2014 letztlich zu einer Vertragsunterschrift führte. Der Abschluss des Verkaufsprozesses (Closing) erfolgte im Quartal 1/2015. Der Verkauf der Solaranlagen in den französischen Überseeterritorien (7,1 MW) gelang im Mai 2014 zu attraktiven Konditionen für VERBUND. Aufgrund der hohen regulatorischen Unsicherheiten in Bulgarien wurde ein Verkaufsprozess für den Windpark Haos (16 MW) durchgeführt. Die Unterzeichnung des Kaufvertrages im Oktober 2014 war ein wichtiger Meilenstein in diesem Prozess.

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Inlandsbeteiligungen

Die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft konnte ihren Beitrag zum Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen in Höhe von 33,9 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2013: 34,0 Mio. €) stabil halten. Die anteilige Dividende für VERBUND betrug 14,1 Mio. €. Im Sinne der Umsetzung der wertorientierten Wachstumsstrategie auf Basis erneuerbarer Energien erwarb KELAG im Jahr 2014 zwei Windparks in Österreich. VERBUND war per 31.12.2014 mit 35,17 % an der KELAG beteiligt.

Corporate Governance
Österreichischer Corporate Governance Kodex
Der Österreichische Corporate Governance Kodex: www.corporategovernance.at

Der Gestaltungsrahmen für die Corporate Governance von VERBUND ergibt sich aus dem österreichischen Recht – insbesondere aus dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, dem Unternehmensgesetzbuch und den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung, der Gesellschaftssatzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie schließlich aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK). VERBUND bekennt sich vorbehaltlos zum ÖCGK. Die aktive Umsetzung der Anforderungen des Kodex soll eine verantwortliche, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle des Unternehmens sicherstellen und ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder schaffen. Auch im Geschäftsjahr 2014 sahen es Vorstand und Aufsichtsrat als vorrangige Aufgabe, allen Regeln des Kodex bestmöglich zu entsprechen und die hohen unternehmensinternen Standards zu halten und weiterzuentwickeln. Details dazu finden Sie im Corporate Governance Bericht 2014 im Geschäftsbericht und auf der VERBUND-Website (www.verbund.com > Corporate Governance).
Organe der Gesellschaft Der Vorstand
Name Geburtsjahr Generaldirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Generaldirektor-Stellvertreter Dr. Johann Sereinig Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner Vorstandsdirektor Dr. Peter F. Kollmann 1956 1952 1953 1962 Datum Erstbestellung 1.1.2009 1.1.1994 1.4.2011 1.1.2014 Ende der laufenden Funktionsperiode 31.12.2018 31.12.2018 31.12.2018 31.12.2018

Details zur Arbeitsweise und Geschäftsverteilung des Vorstands sowie zu seiner Vergütung finden Sie im Corporate Governance Bericht 2014. Der Vorstand führt die Geschäfte und vertritt das Unternehmen nach außen. Zu seiner Unterstützung erteilt er mit Zustimmung des Aufsichtsrats an leitende Angestellte eine Vertretungsvollmacht, die gesetzlich geregelt ist und umfassenden Inhalt hat (Prokura) oder auf einen bestimmten Wirkungskreis beschränkt ist (Handlungsvollmacht). In der Konzernobergesellschaft VERBUND AG gibt es derzeit sieben Prokuristinnen und Prokuristen und fünf Handlungsbevollmächtigte. Auch in den großen Tochtergesellschaften bestehen derartige Vollmachten.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Das Unternehmen verbund

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Die wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Verantwortung von VERBUND wird im Rahmen einer konzernweiten Nachhaltigkeitsorganisation wahrgenommen. An deren Spitze steht der Konzernvorstand, der auch bezüglich des Nachhaltigkeitsmanagements die Letztverantwortung trägt. Weitere wichtige Organe sind die Nachhaltigkeitsbeauftragte, der Nachhaltigkeitsrat und das Nachhaltigkeitsarbeitsteam. Der Nachhaltigkeitsbericht wird vom Vorstand geprüft und freigegeben.
Der Aufsichtsrat – Kapitalvertreterinnen und Kapitalvertreter
Name Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender Dkfm. Peter Püspök 1. Vorsitzender-Stellvertreter Mag. Dr. Reinhold Süßenbacher 2. Vorsitzender-Stellvertreter Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel Mag. Harald Kaszanits Mag. Herbert Kaufmann Mag. Dr. Martin Krajcsir Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dr. Gabriele Payr Christa Wagner Ing. Siegfried Wolf Datum Erstbestellung 16.3.2000 16.3.2000 7.4.2010 16.3.2000 7.4.2010 26.3.2008 9.4.2014 13.4.2011 13.4.2011 7.4.2010 16.3.2000 Ende der laufenden Funktionsperiode o. HV 2015 o. HV 2015 o. HV 2015 o. HV 2015 o. HV 2015 o. HV 2015 o. HV 2015 o. HV 2015 9.4.2014 o. HV 2015 30.6.2014

Der Aufsichtsrat – Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertreter
Name Anton Aichinger Vorsitzender der Konzernvertretung der Arbeitnehmer/-innen Kurt Christof Zentralbetriebsratsvorsitzender Ing. Wolfgang Liebscher Zentralbetriebsratsvorsitzender Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Betriebsratsvorsitzende Ing. Joachim Salamon Zentralbetriebsrat Datum Erstbestellung Entsendet von der

seit 25.10.2006 seit 8.3.2004 seit 1.11.2013 seit 29.8.2006 seit 25.10.2006

Arbeitnehmervertretung Arbeitnehmervertretung Arbeitnehmervertretung Arbeitnehmervertretung Arbeitnehmervertretung

Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter durch die Konzernvertretung gilt unbefristet und kann jederzeit widerrufen werden.

Genaue Angaben zur Arbeitsweise, den Sitzungen und der Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, zur Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder und ihrer Vergütung sowie zur Selbstevaluierung des Aufsichtsrats und der Behandlung von Interessenkonflikten finden Sie im Corporate Governance Bericht 2014.

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In der Hauptversammlung, die mindestens einmal jährlich stattfindet, haben alle Aktionärinnen und Aktionäre im Rahmen ihres Auskunfts- und Antragsrechts die Möglichkeit, mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat in Dialog zu treten und ihre Stellungnahmen abzugeben bzw. ihre Anliegen vorzubringen. Das gilt auch für NGOs, die als Aktionärinnen und Aktionäre an der Hauptversammlung teilnehmen. Eine Beurteilung der Leistung des Aufsichtsrats findet jährlich in der ordentlichen Hauptversammlung statt, in der die Aktionäre über die Entlastung des Aufsichtsrats abstimmen. Darüber hinaus evaluiert der Aufsichtsrat jährlich seine Tätigkeit auch selbst. Im abgelaufenen Jahr wurde diese Selbstevaluierung mit einem Fragebogen durchgeführt, dessen Auswertung in der darauf folgenden Aufsichtsratssitzung eingehend erörtert wurde. Der Aufsichtsrat erhält jedes Jahr im Zuge der Abschlussprüfung einen gesonderten Bericht des Abschlussprüfers über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements. Darin sind Nachhaltigkeitsrisiken ebenso berücksichtigt wie in den schriftlichen Quartalsberichten über das operative Risikomanagement, die der Aufsichtsrat in jeder seiner Sitzungen behandelt.

Die Wirtschaft nachhaltig zu gestalten ist eine Sache der Vernunft.
Die Bedingungen für Energieversorger haben sich weiter verschärft. Deshalb stellen wir die Weichen. Wir reduzieren unsere CO2-Emissionen, straffen Investitionen und sparen Kosten ein. Denn wir wissen: Wer heute mutig vorangeht, wird morgen Erfolg haben.

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Wirtschaft
Kontakt Investor Relations: Mag. Andreas Wollein Tel. +43(0)50313-52604 investor-relations@ verbund.com

Kennzahl
Umsatzerlöse1

Einheit Mio. €

2012 3.174,3

20135,6 3.266,5

20145 Kommentar Entwicklung 2013 – 2014 2.834,8 Geringere Stromerlöse aufgrund gesunkener durchschnittlicher Absatzpreise 808,8 Gesunkene Absatzpreise sowie insgesamt positive Einmal-Effekte in 2013 bzw. negative Einmal-Effekte in 2014 889,6 EBITDA bereinigt um wesentliche Einmal-Effekte 384,4 Anstieg aufgrund hoher Wertminderungen in 2013 126,1 2013 positiv beeinflusst durch hohe Einmal-Effekte aus dem Asset-Swap mit E.ON 216,0 Konzernergebnis bereinigt um wesentliche Einmal-Effekte 5,0 Anstieg der Nettoverschuldung bei rückläufigem EBITDA
–

EBITDA2

Mio. €

1.235,4

1.301,4

Bereinigtes EBITDA4 Operatives Ergebnis (EBIT)2 Konzernergebnis2

Mio. € Mio. € Mio. €

1.277,9 900,2 389,3

1.159,6 148,3 579,6

Bereinigtes Konzernergebnis4 Net debt/EBITDA Free Cash Flow nach Dividende3 ROCE2

Mio. € X Mio. € %

625,4 2,7 – 164,4 6,3

384,2 2,8 546,7 4,8

133,6 Geringerer operativer Cashflow; Sonderdividende für 2013 3,2 NOPAT 304,1 Mio. € (2013: 462,1 Mio. €); durchschnittliches Capital Employed 9.499,2 Mio. € (2013: 9.724,2 Mio. €). 0,29 Dividende orientiert sich an einer Ausschüttungsquote von rund 50 % (für 2014: 46,7 %), bezogen auf das um Einmal-Effekte bereinigte Konzernergebnis 79,9 Berechnung bezieht sich auf das berichtete Konzernergebnis 1,9 Sonderdividende in 2013 15,30 Performance 2014: – 1,4 % (ATX : -15,2 %)

(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie

€

0,60

1,00

Ausschüttungsquote2 Dividendenrendite Schlusskurs VERBUND-Aktie 31.12. Stromabsatz1

% % € GWh

53,5 3,2 18,76 47.483

59,9 6,4 15,52 50.276

50.823 Höherer Absatz an Händler und Weiterverteiler; Rückgang bei Endkunden

1

Die Kennzahlenwerte wurden an die Änderung der Bilanzierungsmethode für Energiederivate im Wholesale-Portfolio angepasst. Die Änderung erfolgte im Jahr 2012 gemäß IAS 8 retrospektiv mit Wirkung vom 1.1.2011. Die Anpassung der Vorjahreswerte unterblieb aus Kosten-Nutzen Gesichtspunkten. Die Kennzahlenwerte wurden an die im Jahr 2012 angewendete Änderung der Bilanzierungsmethode für Leistungen an Arbeitnehmer gem. IAS 19 (2011) angepasst. Die Änderung erfolgte gemäß IAS 8 retrospektiv mit Wirkung vom 1.1.2011. Die Berechnung wurde im Geschäftsjahr 2013 retrospektiv angepasst. Bereinigt um außergewöhnliche Effekte Für die Berechnung der Kennzahlen wurde das Ergebnis nach Ertragsteuer aus nicht fortzuführenden Aktivitäten (entspricht dem Ergebnis nach Steuern, das den zur Die Vergleichsinformationen wurden aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 retrospektiv angepasst.

2

3 4 5

Veräußerung gehaltenen französischen Gas-Kombi-Kraftwerken Pont-sur-Sambre und Toul zuzurechnen ist) miteinbezogen.
6

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Wirtschaft

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Ergebnisentwicklung
Die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2014 war, wie schon die Ergebnisentwicklung 2013, massiv von Einmal-Effekten beeinflusst. Die Einmal-Effekte im Jahr 2014 betrafen insbesondere Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen, Effekte in Zusammenhang mit der Veräußerung von 100 % der Anteile an der Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und Toul Power S.A.S. sowie Effekte in Zusammenhang mit der Restrukturierung des thermischen Bereichs. Das um Einmal-Effekte bereinigte Ergebnis war insbesondere durch gesunkene Absatzpreise und eine im Vergleich zum Vorjahr geringere Wasserführung beeinflusst. Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA verringerte sich daher um 270,0 Mio. € auf 889,6 Mio. €, das bereinigte Konzernergebnis verringerte sich um 168,2 Mio. € auf 216,0 Mio. €. Das berichtete EBITDA sank um 492,6 Mio. € auf 808,8 Mio. €, das berichtete Konzernergebnis sank um 453,5 Mio. € auf 126,1 Mio. €. Zu den Bereinigungen von EBITDA und Konzernergebnis zählen Auswirkungen aus Restrukturierungsaufwendungen aus einem konzernweiten Einsparungsprogramm sowie sonstige Aufwendungen und Erträge mit einmaligem beziehungsweise seltenem Charakter im operativen Ergebnis. Darüber hinaus wird beim bereinigten EBITDA das operative Ergebnis aus nicht fortzuführenden Aktivitäten berücksichtigt. Das EBITDA ist unsere wichtigste interne Ergebniskennzahl und Indikator für die nachhaltige Ertragskraft unserer Geschäfte.
Dividende und Ausblick für 2015

Bei der Hauptversammlung am 22.4.2015 werden wir für das Geschäftsjahr 2014 entsprechend unserer Dividendenpolitik eine Dividende von 0,29 € pro Aktie vorschlagen. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis beträgt 2014 somit 46,7 %. Auch für das Geschäftsjahr 2015 planen wir bezogen auf das um Einmal-Effekte bereinigte Konzernergebnis eine Ausschüttungsquote von rund 50 %. Auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasserkraft erwarten wir für das Geschäftsjahr 2015 ein EBITDA von rund 770 Mio. € und ein Konzernergebnis von rund 180 Mio. €.

Kommentare zur Entwicklung einzelner Wirtschaftskennzahlen
Der ROCE betrug in 2014 3,2 % (2013: 4,8 %). Dieser löst den EVA® als wertorientierte Kennzahl ab, an Hand derer VERBUND bis 2014 die Geschäftstätigkeit gesteuert hat. Der ROCE zeigt die Rentabilität des im Konzern betrieblich gebundenen Vermögens und soll bis 2020 größer als 7,5 % sein. Die Berechnung der Kennzahl erfolgt durch Division des Net Operating Profit After Tax (NOPAT) durch das durchschnittliche Geschäftsvermögen (Capital Employed). Der NOPAT bezeichnet den operativen Gewinn vor Finanzierungskosten inklusive Beteiligungsergebnis und nach Berücksichtigung pauschaler Ertragsteuern. Im Geschäftsjahr 2014 betrug der NOPAT 304,1 Mio. € (2013: 462,1 Mio. €). Er reduzierte sich auf Grund der beim EBITDA angeführten Effekte. Das Geschäftsvermögen (Capital Employed) entspricht dem durchschnittlichen Gesamtvermögen abzüglich der Vermögenswerte, welche noch nicht zur Leistungserstellung und -verwertung beitragen und abzüglich unverzinslicher Schulden. Das durchschnittliche Capital Employed betrug 2014 insgesamt 9.499,2 Mio. € (2013: 9.724,2 Mio. €). Die Konzernrendite blieb damit in 2014 deutlich unter jener der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) des Konzerns (derzeit 5,5 %).

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Der Personalaufwand sank um 9,8 Mio. € auf 361,6 Mio. €. Der Aufwand im Bereich des aktiven Personals ist im Geschäftsjahr 2014 um 3,7 Mio. €, insbesondere aufgrund der personalwirtschaftlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm, gesunken. Der Aufwand für Abfertigungen und Altersversorgung verringerte sich um 6,0 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf den Wegfall eines Einmaleffekts im Geschäftsjahr 2013 (Vorsorge aufgrund des Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramms für Altersteilzeitantritte) in Höhe von 28,4 Mio. € zurückzuführen. Gegenläufig wirkten 2014 Erstdotationen für Sozialplan-Maßnahmen im Zuge der Restrukturierung des thermischen Bereichs (– 21,8 Mio. €).
Mittelherkunft und Mittelverwendung in Mio. €
Mittelherkunft 2.542 Verwendungszweck 2.542 Nettozinszahlungen 184 Sonstiges 130 Ertragsteuern Kapitalveränderung, Aufnahme 1.168 von Fremdmitteln und Liquidität Zuflüsse aus Devestitionen und Abgängen von Beteiligungen Sonstige 46 Empfänger 2.542 Gesellschaft 46 (Steuerleistung) 300 Mitarbeiter/-innen

Dividenden und Entnahmen 418

Personal 300 59 148 Tilgungen 979 von Fremdmitteln 1.581 Kapitalgeber

Deckungsbeitrag 1.166

Investitionen 484

614 Lieferanten

2014

2014

2014

Pensionsverpflichtungen

Wir fühlen uns unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch nach ihrem Berufsleben verpflichtet und leisten Pensionszahlungen. Zum Teil erfolgt dies auf Basis von Betriebsvereinbarungen und individuellen Verträgen mit einem leistungsorientierten System. 1996 wurde auf ein beitragsorientiertes Pensionssystem umgestellt, in dem der überwiegende Teil der Beschäftigten erfasst ist.

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Pensionsverpflichtungen
2012 Barwert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen Zeitwert des Planvermögens Nettowert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen Barwert der nicht durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen Pensionsähnliche Verpflichtungen Barwert der nicht durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen Nicht durch Fondsvermögen gedeckte Verpflichtungen 120,5 359,7 134,6 481,5 190,4 – 155,7 34,7 204,5 239,2 2013 206,4 – 154,6 51,8 295,1 346,9

in Mio. €

2014 253,5 – 161,8 91,7 340,1 431,8 165,4 597,2

Die leistungsorientierten Verpflichtungen von VERBUND sind teilweise durch Pensionskassenvermögen gedeckt, das für diesen Zweck gebunden ist. Für jene Verpflichtungen, die nicht durch Fondsvermögen gedeckt sind, hält VERBUND Wertpapiere. Soweit diese durch die Pensionskasse zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung des Arbeitgebers. Weiters profitieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einer Krankenzusatzversicherung. Für diese leisten sowohl der Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Prämien. Die nach Pensionsantritt zu leistenden Arbeitgeberzuschüsse zu den Prämien werden von VERBUND als pensionsähnliche Verpflichtungen bilanziert.

Stromabsatz und Eigenbedarf Konzern
2013 Endkunden Weiterverteiler Händler Stromabsatz Eigenbedarf Regelenergie Summe aus Stromabsatz und Eigenbedarf 10.093 21.601 18.583 50.276 2.685 627 53.589 2014 9.485 22.105 19.232 50.823 2.943 593 54.359

in GWh

Veränderung – 6,0 % 2,3 % 3,5 % 1,1 % 9,6 % – 5,5 % 1,4 %

Stromabsatz nach Ländern
2013 Österreich Deutschland Frankreich Rumänien Sonstige Stromabsatz 24.722 22.433 2.252 286 583 50.276 2014 25.891 22.491 1.541 451 449 50.823

in GWh

Veränderung 4,7 % 0,3 % – 31,6 % 57,7 % – 23,0 % 1,1 %

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Aktie und Kursentwicklung
Internationales Kapitalmarktumfeld

Das Aktienjahr 2014 war von einer uneinheitlichen weltweiten Konjunkturentwicklung, Unsicherheiten bezüglich der Politik der Notenbanken und politischen Krisen geprägt. Das Wirtschaftswachstum in Europa blieb hinter den Erwartungen zurück. Zudem hat die Ukraine-Russland-Krise einzelnen Branchen bzw. Ländern wirtschaftlich geschadet und die Stimmung an den Börsen massiv gedrückt. Relativ robust war der Konjunkturverlauf in den USA. Dem entsprechend zählten die US-Börsen zu den Gewinnern in 2014. Der US-Börseindex Dow Jones Industrial zeigte 2014 neuerlich eine beeindruckende Entwicklung und legte um 7,5 % zu. Weit weniger dynamisch entwickelte sich der Eurostoxx 50. Er konnte im Jahresverlauf nur um 1,2 % gewinnen und beendete das Jahr 2014 mit 3.146,43 Punkten. Im Gegensatz zum DJI war der Eurostoxx 50 von den in den Jahren 2000 und 2007 erzielten Höchstständen weit entfernt. Von historischen Höchstständen ebenfalls weit entfernt war der japanische Aktienindex Nikkei 225. Allerdings konnte er im Jahr 2014 mit plus 7,1 % (auf einen Ultimowert von 17.450,77 Punkten) deutlich zulegen. Höchst unterschiedlich entwickelten sich die Börsen im Jahr 2014 in den Emerging Markets: starken Zuwächsen an asiatischen Börsen standen Verluste in Osteuropa und in Südamerika gegenüber. Nach einem guten Start der Wiener Börse erreichte der ATX Mitte Jänner 2014 mit 2.729,07 Punkten den Jahreshöchststand. Die Sorge um die weltweite Konjunkturentwicklung und die UkraineRussland-Krise haben in Folge zu einer volatilen, rückläufigen Kursentwicklung geführt, die Mitte Oktober 2014 in einem Jahrestief von 2.032,13 Punkten kumulierte. Dank einer Gegenbewegung in den Folgewochen konnte ein Ultimostand von 2.160,08 Punkten erreicht werden. Insgesamt gab der ATX im Jahr 2014 um 15,2 % nach.
VERBUND-Aktie

Die VERBUND-Aktie entwickelte sich 2014 sehr volatil. Nach einem kurzen Aufwärtstrend zu Beginn des Jahres kam es nach der Veröffentlichung des Ergebnisausblicks im Februar 2014 und dem ExDividendentag Mitte April 2014 zu deutlichen Kurskorrekturen. Im August und September des abgeschlossenen Geschäftsjahres konnten diese Rückgänge aufgrund der positiven Berichte der Analysten mehr als ausgeglichen werden. Im vierten Quartal 2014 war eine schwankende Seitwärtsbewegung der Aktie zu konstatieren. Die VERBUND-Aktie schloss zum 31.12.2014 mit einem Kurs von 15,3 € und lag damit um 1,4 % unter dem Kurs vom 31.12.2013. Der Branchenindex DJ STOXX Utilities verzeichnete im Vergleich einen Anstieg um 13,3 % – bedingt vor allem durch die positive Entwicklung der regulierten und spanischen Utilities.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Wirtschaft

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VERBUND-Aktie: Relative Kursentwicklung 2014

120 DJ STOXX Utilities 110 ATX +13,3%

100 –1,4% 90 VERBUND 80 1.1. 1.2. 1.3. 1.4. 1.5. 1.6. 1.7. 1.8. 1.9. 1.10. 1.11. 1.12. –15,2%

Nachhaltigkeitsindizes
VERBUND war 2014 in folgenden Nachhaltigkeitsindizes gelistet: VÖNIX Österreichischer Nachhaltigkeits-Index ESI Excellence Europe FTSE4GOOD Europe Index, FTSE4Good Global Index

Die Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research hat uns erneut den Status eines „Prime“-Investments zuerkannt.

Ausgewählte Themen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt
Erster Green Bond

Im November 2014 hat VERBUND den ersten Green Bond eines Unternehmens im deutschsprachigen Raum mit einem Volumen von 500 Mio. € und einer Laufzeit von 10 Jahren erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Mit dem Emissionserlös der Anleihe werden ausschließlich Energieeffizienzmaßnahmen in österreichischen Wasserkraftwerken sowie Windkraftwerken in Österreich und Deutschland finanziert bzw. refinanziert. Die Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research hat die Nachhaltigkeit dieser Projekte im Hinblick auf umweltrelevante Aspekte, Stakeholder-Dialog, Arbeitssicherheit beim Bau und im Betrieb sowie hinsichtlich der Vermeidung von CO2-Emissionen überprüft und als Second Party Opinion bestätigt. Für den Investor bietet diese Anlageform den Zusatznutzen, in zukunftsfähige Projekte zu investieren. Das EMEA Finance Magazin hat den Green Bond von VERBUND als “Best Green Bond 2014” ausgezeichnet. Die Transaktion hat sich damit gegen viele andere große und namhafte Emissionen durchgesetzt.

Green Bond von VERBUND: www.verbund.com > Investor Relations > Finanzierung > Anleihen

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Investitionsplan 2015–2017
Investitionsplan in Mio. € 309 280 281

Der Investitionsplan von VERBUND wurde 2014 erneut an die geänderten Rahmenbedingungen am europäischen Strommarkt angepasst: Im Zeitraum 2015–2017 werden 870 Mio. € investiert. Davon entfallen rd. 430 Mio. € auf Wachstumsinvestitionen und rd. 440 Mio. € auf Instandhaltungen. Der Hauptteil der Wachstumsinvestitionen fließt in den Ausbau des regulierten österreichischen Hochspannungsnetzes (rd. 330 Mio. €). Zudem investieren wir in die Effizienz bestehender Anlagen und die Fertigstellung laufender Wasser- und Windkraftwerkprojekte. Die Investitionen betreffen fast ausschließlich unsere Heimmärkte Österreich und Deutschland. Im Geschäftsjahr 2015 planen wir insgesamt rd. 280 Mio. € zu investieren – davon rd. 140 Mio. € in Wachstum und rd. 140 Mio € in Instandhaltungen.
Neue Bauprojekte im Plan, Effizienz bestehender Anlagen erhöht

15E

16E

17E

Beim Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II in Kärnten wurde Ende 2014 der Einbau der Maschinensätze abgeschlossen. 2015 wird die Anlage schrittweise in Betrieb genommen. Die Turbinenleistung der Kraftwerksgruppe Malta/Reißeck wird sich um 430 MW auf 1.459 MW erhöhen. Im Fokus standen weiter Effizienzsteigerungen bei bestehenden Kraftwerken. In Österreichs ältestem Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug wurde 2014 die erste von sechs Maschinensätzen modernisiert: damit steigt das Regelarbeitsvermögen um rund 77 GWh. Die von außen nicht sichtbaren Maßnahmen haben keinerlei Einfluss auf das Ökosystem der Donau, erbringen aber eine zusätzliche Stromerzeugung, die dem Jahresverbrauch von 22.000 Haushalten entspricht.
Ausbau der Windkraft in Österreich

Mit der Ergänzung der Windkraftanlagen im Bezirk Bruck an der Leitha schließen wir unser Ausbauprogramm der Windenergie in Niederösterreich ab. Die neuen Windparks Petronell II und Hollern II gingen im Jahr 2014 in Betrieb, der Windpark Bruck-Göttlesbrunn wird Mitte 2015 Strom liefern. Die neu installierte Leistung beträgt insgesamt 57 MW, womit wir unsere Wind-Kapazität in der Region verdoppeln.
Projekte im Bereich Wärmekraft Bereinigung des Wärmekraftportfolios

Das Gas-Kombikraftwerk Mellach/Steiermark war als modernstes und leistungsstärkstes Wärmekraftwerk Österreichs seit 2012 in Betrieb. Es könnte zur erforderlichen Flexibilisierung des Kraftwerksparks beitragen. Der Einsatz dieses hocheffizienten und klimafreundlichen Gaskraftwerks ist jedoch unwirtschaftlich. Gründe dafür sind der geförderte Ausbau der neuen erneuerbaren Energien und ein nicht marktkonformer und wettbewerbswidriger Gasliefervertrag. Aufgrund einer gerichtlichen einstweiligen Verfügung des Bezirksgerichts Graz-West muss das Gas-Kombikraftwerk Mellach als zusätzliche Ausfallsreserve bereitgehalten werden. Die Situation der französischen Gas-Kombikraftwerke Toul und Pont-sur-Sambre blieb im vergangenen Jahr ebenso schwierig. Daher wurde im Quartal 4/2014 der Verkaufsbeschluss umgesetzt. Im September 2014 wurde das steirische Fernheizkraftwerk Neudorf-Werndorf II stillgelegt. Weiters hat VERBUND die Stilllegung des Dampfkraftwerks Dürnrohr/Niederösterreich für das Quartal 2/2015 beschlossen.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Wirtschaft

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Fernheizkraftwerk Mellach: Weiterentwicklung von Technik und Brennstoffen

Die 2013 erneuerte Prozessleittechnik im Fernheizkraftwerk Mellach hat sich bewährt. Zu den Vorteilen zählen kürzere Anfahrzeiten und eine anlagenschonendere Betriebsweise. Im Jahr 2014 wurde ein innovatives Verfahren zur Regenerierung der Entstickungskatalysatoren umgesetzt. Die Reinigung (trocken und durch Waschen) und die anschließende chemische Reaktivierung der Katalysatoren erfolgten im eingebauten Zustand. Damit wurde ein kostenintensiver Aus- und Wiedereinbau vermieden. Nach Vor- und Kleinversuchen wurden im Mai 2014 versuchsweise knapp 40 Tonnen torrefizierte (getrocknete und teilpyrolisierte) sowie brikettierte Biomasse mitverbrannt. Bei entsprechender Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit wäre das in Zukunft eine interessante Option für einen zusätzlichen biogenen Brennstoff.
Projekte im Bereich Netz Netzentwicklungsplan: Netzausbau für neue Energien

Um die Stromversorgung Österreichs auch in Zukunft sicherzustellen, ist eine umsichtige Planung erforderlich. Die APG (Austrian Power Grid AG) erstellt und veröffentlicht dafür jährlich einen Netzentwicklungsplan (NEP) gemäß ElWOG 2010 § 37. Dieser basiert auf den langfristigen strategischen Planungen des APG-Masterplans 2030 und umfasst alle erforderlichen Netzausbauten. Die Grundlagen dafür bilden detaillierte Netzanalysen und die bei der APG angefragten Netzanschlussprojekte. Der Netzentwicklungsplan listet die beschlossenen Investitionen sowie Projekte auf, die binnen der nächsten drei Jahre verpflichtend umzusetzen sind. Zudem zeigt er die Ausbauplanung für die nächsten zehn Jahre. Der aktuelle Netzentwicklungsplan (NEP 2014) umfasst 45 Netzausbauprojekte – davon zwölf zur Integration von Windkraft – im Planungszeitraum 2015 bis 2024. Er wurde von der Regulierungsbehörde E-Control am 27.11.2014 genehmigt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden fünf neue Projekte eingereicht. Der geplante Ausbau umfasst rund 370 Kilometer neue Leitungen und rund 610 Kilometer Upgrades bestehender Leitungen. Dazu kommen der Neubau und die Erweiterung von zahlreichen Umspannwerken mit rund 170 neuen Schaltfeldern und 45 neuen Transformatoren. Kern der Netzausbauplanung und des APG-Masterplans ist die Schaffung des 380-kV-Rings. Dieser wird alle großen Lastzentren (Großstädte) mit den Erzeugungseinheiten (konventionellen Kraftwerken und Anlagen mit erneuerbaren Energien) verbinden. Auch der Ausbau leistungsfähiger Verbindungen von Ost- nach Westösterreich und zu den Nachbarstaaten steht im Fokus.
Salzburgleitung: Lückenschluss für sichere Versorgung

Den NEP 2014 und den APG-Masterplan 2030 finden Sie auf: www.apg.at/netzausbau

Die neue Salzburgleitung ist Teil des 380-kV-Sicherheitsrings in Österreich und eine wichtige Voraussetzung für die Energiewende. Die Vorbereitungen für den Lückenschluss zwischen den Netzknoten St. Peter und Tauern schreiten voran. Für den Abschnitt vom Umspannwerk Salzburg zum Netzknoten Tauern (Länge: 114 Kilometer) läuft das UVP-Genehmigungsverfahren. Zusätzlich ist eine 14 Kilometer lange Leitung zur verkürzten Einbindung der von Weißenbach kommenden 220-kV-Leitung im Umspannwerk Pongau/Salzburg geplant. Die neuen Umspannwerke Wagenham/Oberösterreich und Pongau stützen die 110-kV-Verteilernetze ab, was die lokale Versorgung absichert. Ein wichtiger Schritt ist die Demontage von 193 Kilometern Freileitungen mit 220 kV und 110 kV. Das betrifft unter anderem die 220-kV-Leitungen von Tauern bis Salzburg sowie von Tauern bis in den Bereich Reitdorf/Wagrain. Dadurch werden wertvolle Flächen in den Talböden frei, und das Natura-2000Gebiet im Hagengebirge wird nachhaltig entlastet. Vor und während des Baus sind umfangreiche öko-

Informationen zur 380-kV-Salzburgleitung: www.apg.at/projekte

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logische Begleitmaßnahmen vorgesehen, nach Abschluss der Arbeiten ist mit einer deutlichen Verbesserung der ökologischen Bedingungen im Bereich der Strominfrastruktur in Salzburg zu rechnen. Im UVP-Verfahren sind jedoch Verzögerungen entstanden. Anfang Juni 2014 fand die mündliche Verhandlung in erster Instanz statt. Derzeit erfolgen Ergänzungen des Umweltverträglichkeitsgutachtens durch die Behördensachverständigen. Der erstinstanzliche Bescheid wird im Frühjahr 2015 erwartet. Die APG führt in der Zwischenzeit die Verhandlungen mit Grundeigentümern fort. Zudem erfolgen Detailplanungen für den Bauablauf sowie weiterführende Projektvorbereitungen. Aufgrund der Komplexität dieses großen Leitungsbauvorhabens, zahlreicher Beschränkungen der Bauzeiten und dem Instanzenlauf im Genehmigungsverfahren ist mit einem Baubeginn frühestens 2017 zu rechnen.
Netz-Einbindung der Windkraft in Ost-Österreich

Für Niederösterreich, das Burgenland und den Großraum Wien ist der Ausbau der Windenergie um rund 1,5 GW geplant. Dies übersteigt den regionalen Verbrauch teils um ein Vielfaches. Daher muss die Windkraft in das 380-kV-Netz der APG eingespeist und zu Verbrauchszentren und Pumpspeicherkraftwerken transportiert werden. Um die Integration ins Netz zu ermöglichen, sind bis 2016 umfangreiche Ausbauten der 380-kV-Umspannwerke Bisamberg/Niederösterreich, Sarasdorf/Niederösterreich und Zurndorf/Burgenland erforderlich. Mehrere 380-/110-kV-Transformatoren (je 300 MVA) werden errichtet. Zudem muss im nördlichen Weinviertel bis 2018 ein Einspeisepunkt vom 110-kV-Verteilernetz von Netz Niederösterreich in das APG-Übertragungsnetz geschaffen werden. Die 220-kV-Leitung von Bisamberg ins Weinviertel wurde teilweise in den Kriegsjahren errichtet und ist seit 1958 in Betrieb. Sie müsste in den nächsten Jahren umfangreich saniert werden. Dazu kommt, dass die Transportkapazität für die bekannten Windraft-Potenziale nicht ausreicht. Daher wird alternativ ein Ersatz-Neubau überlegt.
Das neue Energieeffizienzgesetz

Das Bundes-Energieeffizienzgesetz (EEffG) zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2012/27 in Österreich wurde am 9.7.2014 im Nationalrat beschlossen. Ziele sind unter anderem die Verbesserung der Endenergieeffizienz, die Effizienzsteigerung der Energienutzung durch Unternehmen und Haushalte sowie eine Stärkung der Nachfrage nach Energiedienstleistungen. VERBUND ist von den Bestimmungen des neuen EEffG sowohl als „Energielieferant“ als auch als „großes Unternehmen“ betroffen. Als Energielieferant sind wir verpflichtet, von 2015 bis 2020 jährlich eine Reduktion von 0,6 % des im Vorjahr an Endkunden gelieferten Energieabsatzes durch Energieeffizienzmaßnahmen nachzuweisen. Anstelle dieses Nachweises kann auch ein Ausgleichsbetrag bezahlt werden. Beispiele für anrechenbare Maßnahmen sind zum Beispiel der Austausch herkömmlicher Beleuchtungsmittel auf LED, das Angebot energieeffizienter Haushaltsgeräte oder spezieller Heizungssysteme. Nach den Vorgaben für große Unternehmen müssen an österreichischen VERBUND-Standorten Energie-Audits gemäß den Kriterien des EEffG vorgenommen werden. In den Energie-Audits können Potenziale erkannt werden, die zu Energieeinsparungen und noch effizienterem Einsatz unserer Anlagen führen. Die Audits werden im Laufe des Jahres 2015 erstmalig durchgeführt und dann nach jeweils vier Jahren wiederholt.

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Umfrage zur Kundenloyalität zeigt hohe Zufriedenheit
VERBUND führt jährlich eine Befragung seiner Kundinnen und Kunden zur Zufriedenheit und Loyalität durch. Dadurch können Produkte, Dienstleistungen und Services kontinuierlich verbessert und an die Kundenbedürfnisse angepasst werden. Die im Frühjahr 2014 durchgeführte Umfrage zeigt wieder ein positives Ergebnis: Gesamtzufriedenheit und Wiederwahl liegen weiterhin auf sehr hohem Niveau. Nahezu alle Kundinnen und Kunden würden sich wieder für VERBUND als Stromanbieter entscheiden und sind mit den Leistungen von VERBUND sehr zufrieden.

Kundenclub
VERBUND-Kunden können auch Mitglieder des „VERBUND-EcoClub“ werden und Punkte sammeln. Diese können in weiterer Folge gegen verschiedene attraktive Vorteilsleistungen diverser Kooperationspartner eingelöst werden. Die Anmeldung zum „VERBUND-EcoClub“ erfolgt in einem eigenen Bereich auf der Kundenplattform. VERBUND belohnt treue Kunden und besonders aktive Kunden, z.B. für den Bezug von plusGas oder im Rahmen der Aktion „Kunden-werben-Kunden“.

Compliance-Management-System

Uns ist es wichtig, faire, transparente und nachhaltige Geschäftspraktiken anzuwenden. Aus diesem Grund wurde schon vor einigen Jahren ein konzernweites Compliance-Management-System eingerichtet. Basis dieses Systems ist der Verhaltenskodex von VERBUND. In diesem Teil des Leitbilds legen wir die wesentlichen Werte und Prinzipien fest und definieren unser Verhalten gegenüber Stakeholdergruppen. Das Compliance-Management-System soll helfen, diesen Verhaltenskodex umzusetzen und Vorschriften einzuhalten. Es enthält Compliance-Richtlinien, die den Verhaltenskodex präzisieren. Außerdem sieht es eine Compliance-Organisation für den gesamten Konzern vor. Darin werden Informations- und Meldestellen, Kommunikationsmaßnahmen sowie Verfahren für Berichte und Meldungen festgelegt, um Fehlverhalten zu vermeiden. Diese Organisation wird von einem konzernweiten Compliance-Team mit einem hauptamtlichen Compliance-Verantwortlichen an der Spitze getragen.
Schulung, Beratung und Information

Den Schwerpunkt der Tätigkeit des Compliance-Verantwortlichen bildeten 2014 wiederum Schulungen und Vorträge, viele individuelle Beratungen sowie Auskünfte zu konkreten Fragen. Daran zeigt sich, wie sensibel Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Compliance-Themen umgehen. Um die Sicherheit im Umgang damit weiter zu stärken, wurden die Compliance-Regelungen in einem umfangreichen Schulungsprogramm im gesamten Konzern behandelt. Alle Führungskräfte sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den betroffenen Bereichen (zum Beispiel Key Account Management, Handel, Einkauf) mussten verpflichtend ein E-Learning-Programm im Intranet absolvieren. Dazu kam eine Reihe von Präsenzschulungen zur Korruptionsprävention, vor allem für Führungskräfte der Tochterunternehmen, für Betriebsräte sowie für alle neu eingetretenen Konzernangehörigen. Das jährliche Online-Compliance-Training für alle verpflichteten Personen wird auch 2015 angestrebt.

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Korruptionsprävention, Compliance-Vorfälle

Die Vermeidung von Korruption zählt zu den Schwerpunkten unserer Compliance-Arbeit. Bei der Umsetzung der Antikorruptionsrichtlinie achtet der Compliance-Verantwortliche insbesondere auf die genaue Einhaltung der Regelungen zur Annahme und Gewährung von Zuwendungen, Geschenken und Einladungen. Er überprüft regelmäßig, ob die vorgeschriebenen Wertgrenzen und Genehmigungsvorbehalte eingehalten und die verpflichtenden Dokumentationen geführt werden. Dabei wird er von Beauftragten in den Konzerngesellschaften unterstützt. Im Jahr 2014 gab der ComplianceVerantwortliche in mehr als 150 Fällen die Annahme oder Gewährung von Einladungen und die Teilnahme an Veranstaltungen frei beziehungsweise lehnte er diese in einigen Fällen ab. Drei Compliance-relevante Verdachtsfälle wurden bekannt und eingehend untersucht (zum Teil unter Einbeziehung der internen Revision und externer Experten). In zwei Fällen hat VERBUND wegen Missachtung interner Vorschriften gegen die betroffenen Mitarbeiter disziplinäre Schritte (Ermahnung, Verweis) gesetzt und organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung künftigen Fehlverhaltens getroffen. Darüber hinaus wurden keine Fälle von Korruption oder Verstöße gegen die internen Antikorruptionsvorschriften wahrgenommen oder gemeldet.
Externer Compliance-Check

In Abstimmung mit dem Aufsichtsrat wurde das Compliance-Management-System 2014 einer Kurzbeurteilung durch einen externen Gutachter unterzogen. Der Bericht über die Prüfung und die darin enthaltenen Empfehlungen sind eine wertvolle Grundlage für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Systems. Die Umsetzung der Empfehlungen wurde bereits in Angriff genommen.
Geschäftspartner-Compliance

Wir verpflichten uns nicht nur selbst zu hohen Standards für ein sauberes und faires Verhalten – auch von unseren Geschäftspartnern erwarten wir die Einhaltung unserer Grundsätze. Um den hohen Integritätsanspruch von VERBUND zu dokumentieren, enthalten alle Verträge eine entsprechende Korruptionsklausel. Unsere Handelstochter VERBUND Trading GmbH führt seit Anfang 2014 Checks der Geschäftspartner mit einer externen Software durch. Für eine konzernweite Umsetzung wurden auf der Basis eines risikoorientierten Ansatzes „Grundsätze für Geschäftspartner-Compliance“ ausgearbeitet. Diese legen fest, welche Geschäftspartner auf welche Weise geprüft werden. Damit sollen gesetzliche Anforderungen erfüllt und die Unternehmensreputation sichergestellt werden.
Transparente Interessenvertretung
VERBUND bildet das Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz sowie das Korruptionsstrafrechtsänderungsgesetz in einem Verhaltenskodex für Lobbyingtätigkeiten ab. Dieser fasst die wichtigsten Grundsätze einer klaren und transparenten Vorgehensweise aus unserer internen Richtlinie für eine verantwortungsvolle Interessenvertretung zusammen. Der Kodex ist auf der VERBUND-Website veröffentlicht. Unsere Inhouse-Lobbyisten haben wir im öffentlichen Lobbying- und Interessenvertretungs-Register eingetragen. Dort finden sich auch externe Beraterinnen und Berater, die Serviceleistungen im Bereich Public Affairs/Lobbying für VERBUND erbringen. Über unser Büro in Brüssel sind wir auch im Transparenz-Register der EU-Institutionen aufgeführt. Darin sind unter anderem Personal, Budgetrahmen und relevante Sachgebiete auszuweisen.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Wirtschaft

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Stellungnahmen von VERBUND zu Regelungsaktivitäten der öffentlichen Hand werden auf den Websites der jeweiligen Institutionen veröffentlicht – beispielsweise vom Österreichischen Parlament, von EU-Institutionen oder der E-Control.
Nachhaltige Beschaffung

Im Unternehmensleitbild verpflichten wir uns zu nachhaltigem Wirtschaften. Auch von unseren Lieferanten und Geschäftspartnern verlangen wir die Einhaltung der Qualitätsstandards und Nachhaltigkeitsprinzipien. Seit 2012 werden alle größeren Ausschreibungen über die Lieferantenplattform ASTRAS abgewickelt. Bei der Registrierung füllen potenzielle Lieferanten einen Fragebogen zu Nachhaltigkeit, Compliance, Umweltschutz und Arbeitssicherheit aus – erst dann können sie an einem Ausschreibungsverfahren teilnehmen. Im Jahr 2014 wurden die Antworten der Top-150-Lieferanten analysiert. Jene 28 Unternehmen, welche die Fragen nicht ausreichend beantworten konnten, wurden aufgefordert, ein sogenanntes „VERBUND-Werte-Agreement“ zu unterzeichnen. Darin sind unsere Grundsätze zu Umwelt, Arbeitssicherheit, Nachhaltigkeit, Compliance und Anti-Korruption zusammengefasst. Darüber hinaus weisen wir in den Bestellbedingungen auf unsere nachhaltige Orientierung hin, erläutern diese im Detail und fordern unsere Lieferanten zur Einhaltung dieser Grundsätze auf. Im Jahr 2014 wurden mehr als 90 % der Bestellungen in den Heimatmärkten Österreich und Deutschland beauftragt, davon rund zwei Drittel bei österreichischen und ein Drittel bei deutschen Lieferanten. Insgesamt erteilte VERBUND Aufträge über rund 600 Mio. € an rund 5.000 Lieferanten in folgenden 32 Ländern: Albanien, Australien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Iran, Irland, Italien, Kanada, Kroatien, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Serbien, Sierra Leone, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und USA.

Umweltschutz bedeutet, Lebensräume nachhaltig zu gestalten.
Jedes Kraftwerk und jede Stromleitung ist ein Eingriff in die Umwelt. Verantwortungsvolles Handeln ist hier besonders wichtig, um Natur und Klima zu schützen. Denn wir wissen: Man sägt nicht an dem Ast, auf dem wir alle sitzen.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Umwelt

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Umwelt
Kennzahl
Stromerzeugung (netto, gesamt) aus Wasser aus Wind/Sonne aus Biomasse aus Steinkohle aus Erdgas2 aus Öl Anteil erneuerbare Erzeugung
1

Einheit GWh GWh GWh GWh GWh GWh GWh %

2012 35.228 30.485 242 2 2.568 1.927 5 87

2013 35.539 30.943 565 2 2.312 1.685 32 89

2014 Kommentar 34.030 31.188 811 2 Mitverfeuerung Klärschlamm 1.755 272 3 94 Wasser, Wind, Sonne, Klärschlamm 901 43.957 APG Netzebene 1 602 APG Netzebene 1 1,37 APG Netzebene 1

Kontakt Umwelt: Dipl.-Ing. Regina Scholtze Tel. +43(0)50313-53916 umwelt@verbund.com

Erzeugung Fernwärme Transportierte Strommenge im Übertragungsnetz Netzverluste Anteil der Netzverluste an der transportierten Menge Einsatz Materialien Einsatz Brennstoffe

GWh GWh GWh %

882 42.144 615 1,46

985 43.137 595 1,38

t t

1.108.529 1.092.222

1.067.831 1.053.733

711.507 699.144 Details siehe direkter Energieeinsatz aus Brennstoffen 1.239 Diesel- und Benzinverbrauch Fuhrpark 11.089 Einsatzstoffe für Rauchgasreinigung und Instandhaltung 35 Papierverbrauch

Einsatz Treibstoffe Einsatz Hilfs- und Betriebsmittel Einsatz Büromaterialien Direkter Energieeinsatz3 Direkter Energieeinsatz aus Brennstoffen Steinkohle Braunkohle Öl Erdgas Biomasse und Ersatzbrennstoffe Diesel Benzin Direkter Energieeinsatz Strom (Netzbezug) 4
1

t t

1.286 14.982

1.191 12.868

t

39

38

GJ GJ GJ GJ GJ GJ GJ GWh

20.307.894 0 7.417 8.863.874 20.569 49.307 3.597 2.455

20.801.275 17.686.331 0 169.636 11.221.064 14.065 46.269 2.779 2.543 0 59.640 1.938.823 17.463 48.842 2.158 2.798 Pumpaufwand, Ausgleich Netzverluste, Kraftwerksbetrieb

Für den Anfahrtbetrieb der Anlagen wird zusätzlich Erdgas in geringen Mengen verwendet. // 2 Die Gas-Kombikraftwerke Pont-sur-Sambre (PSS) und Toul sind per 1.11.2012

vollkonsolidiert. Die Erzeugung von PSS gilt ab diesem Zeitpunkt als Eigenerzeugung, davor als Strombezugsrecht. // 3 Eigener Energieeinsatz in allen Geschäftsbereichen. Energieeinsatz für Erzeugung, die über Bezugsrechte zur Verfügung steht, wird nicht ausgewiesen. Die Mengenangaben beziehen sich auf den Anlieferungszustand, d.h. bei Biomasse auf feuchtes Material. // 4 Netzverluste, d.h. Strombezug der Austrian Power Grid (APG) für das gesamte von der APG betriebene Übertragungsnetz (alle Netzebenen), Geschäftsbericht 2014 enthält abweichend dazu vorläufige Werte vor Prüfung.

38

Kennzahl
Emissionen in die Luft (spezifisch)5 CO SO2 NOX Staub Treibhausgasemissionen (absolut)6 Gesamte Treibhausgasemissionen (Scope 1– 3)

Einheit

2012

2013

2014 Kommentar

t/GWh t/GWh t/GWh t/GWh

0,02 0,10 0,31 0,02

0,01 0,10 0,32 0,02

0,01 0,15 0,47 0,04

kt CO2e

4.604

4.203

3.053 Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen (durch Unternehmenstätigkeiten unter eigener Kontrolle) 1.761 Direkte Emissionen (durch Unternehmenstätigkeiten unter eigener Kontrolle) 1.760 Seit 1.11.2012 inkl. vollkonsolidierte Gas-Kombikraftwerke Pont-sur-Sambre und Toul 0 Bis 1.11.2012 Gas-Kombikraftwerk Pont-sur-Sambre 1 SF6 (nachgefüllte Mengen) 1.016 Indirekte Emissionen 728 Stromverbrauch u.a. aus Pump- und Kraftwerksbetrieb 288 Emissionen aus Stromverbrauch zum Ausgleich von Netzverlusten des APG-Netzes 276 Sonstige indirekte und vorgelagerte Emissionen <1 275 Emissionen aus Gewinnung und Transport von fossilen Brennstoffen

Scope 1

kt CO2e

3.087

2.777

Emissionen aus direkter Verbrennung: eigene Kraftwerke Emissionen aus direkter Verbrennung: Bezugsrechte Flüchtige Emissionen Scope 2 Emissionen aus Eigenbedarf Emissionen aus Netzverlusten7 Scope 3 Emissionen aus Flugreisen Vorgelagerte Emissionen aus Brennstoffeinsatz

kt CO2e

2.859

2.777

kt CO2e

228

0

kt CO2e kt CO2e kt CO2e kt CO2e

<1 1.053 736 317

<1 985 666 319

kt CO2e kt CO2e kt CO2e

464 1 463

441 <1 440

Treibhausgasemissionen (spezifisch)6 Scope-1-Emissionen, bezogen auf Gesamterzeugung Scope-1-Emissionen, bezogen auf thermische Erzeugung Scope 1– 3, bezogen auf Gesamterzeugung t/GWh t/GWh t/GWh 88 686 131 78 689 118 52 866 90

5

Ab 1.11.2012 inkl. vollkonsolidierter Gas-Kombikraftwerke Pont-sur-Sambre und Toul; spezifische Emissionen bezogen auf thermische Erzeugung. Absolute Werte sinken, spezifi-

sche Werte steigen wegen unregelmäßigen Betriebs der GDK-Anlagen in Österreich und Frankreich sowie bereits behobener Schwachstellen bei der Rauchgasreinigung. // 6 Emissionen werden sowohl für Eigenerzeugung als auch für Bezugsrechte ausgewiesen. 2014: Erweiterung um vorgelagerte Emissionen aus Einsatz von fossilen Brennstoffen, daher Neuberechnung 2012 und 2013. "Emissionen aus Eigenbedarf" enthält 2014 auch CO2-neutrale zertifizierte Strommengen. Alle Daten verifiziert gem. ISAE 3000; Geschäftsbericht 2014 enthält abweichend dazu vorläufige Werte vor Prüfung. // 7 Strombezug der APG für das gesamte von der APG betriebene Übertragungsnetz (alle Netzebenen).

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Umwelt

39

Kennzahl
CO2-Emissionsrechte Zuteilung CO2Emissionsrechte Menge zugekaufter CO2Emissionsrechte Emissionsvermeidung durch erneuerbare Erzeugung8 CO2 Abfälle und Reststoffe Gefährliche Abfälle aus laufendem Betrieb aus Großmaßnahmen Nicht gefährliche Abfälle aus laufendem Betrieb aus Großmaßnahmen Rechengut Wasserkraftwerke9 Reststoffe Wärmekraftwerke
10

Einheit

2012

2013

2014 Kommentar

kt kt

2.318 406

136 1.239

116 Ab 2013 gratis Allokationen nur für Fernheizkraftwerke 988 CER und EUA für thermische Kraftwerke in Österreich

kt

24.890

25.523

25.921 Faktor 810 g/kWh

t t t t t t t t

767 465 302 18.439 4.681 13.758 29.865 125.282

1.153 1.027 126 32.586 11.345 21.241 37.982 110.735

1.398 662 736 2014: Entsorgung von Transformatoren, Sanierungen 50.710 12.550 38.160 2014: Abbrucharbeiten bei Kraftwerksbauten, Sanierungen 41.553 84.249 Grob- und Flugasche, Entschwefelungsprodukte

Wasser-Input und -Output11 Wasserentnahme nach Quellen aus Grund- und Brunnenwasser aus öffentlicher Wasserversorgung aus Oberflächengewässer 1.000 m3 1.000 m3 1.000 m3 1.000 m3 456.900 6.855 127 449.918 398.500 6.605 120 391.775 290.109 6.504 vorwiegend Verwendung als Brauchwasser 116 vorwiegend Verwendung als Trinkwasser 283.489 vorwiegend Verwendung als Kühlwasser 290.109 184 42 7.236 282.567 0,2 80

Wasserabgabe über flächige Versickerung über Verdampfung in die Luft als behandeltes Abwasser in Oberflächengewässer als unbelastetes Kühlwasser in Oberflächengewässer an externe Entsorger in öffentliche Kanalisation
8

456.900 1.000 m3 1.000 m3 1.000 m3 1.000 m3 1.000 m3 1.000 m3 142 110 3.988 452.582 0,1 78

398.500 184 139 4.161 393.931 0,1 85

Biodiversität Wert im Geschäftsbericht 2014, da Erzeugung aus Klärschlamm nicht berücksichtigt // 9 Rechengut: insbesondere von Wasserführung im Berichtszeitraum abhängig, nicht
abhängig, Großteil der Reststoffe (seit 2010 mehr als 99 %) wird verwertet. // 11 Anpassung der Werte 2012 und 2013 aufgrund von Auditempfehlungen

Die Berechnung der vermiedenen Emissionen erfolgt auf Basis der Emissionswerte eines modernen Steinkohlekraftwerks (Typ Dürnrohr), 2014 geringe Abweichung (2kt) zum

durch Kraftwerksbetrieb verursacht und somit vom Betreiber weder beeinfluss- noch verhinderbar // 10 Reststoffe: von eingesetzten Brennstoffen und produzierter Strommenge

40

Kennzahl
Biodiversität Anlagenflächen in Schutzgebieten12 in Biosphärenreservaten in Landschaftsschutzgebieten in Natura-2000-Gebieten in Nationalparks in Naturschutzgebieten in Naturparks in Ramsargebieten in sonstigen Schutzgebieten Umweltstrafen Umweltkosten (gesamt) davon für Umweltmanagement und Vorsorge davon für Anlagen und Projekte davon Umwelterträge
12

Einheit

2012

2013

2014 Kommentar

ha ha ha ha ha ha ha ha T€ Mio. € Mio. €

98 2.134 2.299 67 1.320 399 620 24 0 75,5 6,8

98 2.134 2.299 67 1.320 399 620 25 0 67,7 3,9

98 2.134 2.299 67 1.320 399 620 24 0 66,5 2,6

Mio. € Mio. €

83,8 – 15,1

85,4 – 21,7

79,5 – 15,6

Werte enthalten Flächen im Eigentum und Flächen im Servitutsstreifen der Leitungstrassen. Werte 2012 und 2013 wurden entsprechend angepasst.

Kommentare zur Entwicklung einzelner Umweltkennzahlen
Treibhausgasemissionen

Die Erzeugung von VERBUND-Strom verursacht nur sehr geringe Emissionen und selbst diese Menge konnten wir 2014 weiter signifikant reduzieren: Der absolute Ausstoß direkter Emissionen betrug rund 1,76 Mio. Tonnen CO2e (2013: 2,78 Mio. t CO2e). Die Stromerzeugung aus Wasserkraft erhöhte sich auf 31.188 GWh. Diese stellt damit einen Anteil von 92 % an unserer Gesamterzeugung. Deutlich angestiegen ist 2014 auch die Produktion von Strom aus Windkraft: von 565 GWh im Vorjahr auf 811 GWh. Mit der Errichtung zusätzlicher Windparks, insbesondere in Österreich, wird sich die Erzeugung aus Windkraft weiter erhöhen. Im Jahr 2014 war das mit Schweröl befeuerte Fernheizkraftwerk Neudorf-Werndorf II/Steiermark nur noch wenige Stunden in Betrieb. Der Anteil der Wärmekraft an der Eigenerzeugung sank somit 2014 auf 6 % (2013: 11 %). Aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energien von 94 % an der Erzeugung gehört VERBUND zu den umweltfreundlichsten Energieunternehmen in Europa. Die spezifischen direkten und indirekten Treibhausgasemissionen sanken 2014 auf 90 Tonnen pro GWh (2013: 118 t/GWh). 2014 wurde die Kennzahl um den Bereich der vorgelagerten Emissionen aus dem Einsatz von fossilen Brennstoffen erweitert, daher wurde eine Neuberechnung für 2012 und 2013 zu Vergleichszwecken durchgeführt.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Umwelt

41

Unser strategisches Ziel ist die Umstellung der Erzeugung auf 100 % erneuerbare Energien bis zum Jahr 2020. Damit wird eine enorme Reduktion der spezifischen Treibhausgasemissionen auf weniger als 10 Tonnen pro GWh verbunden sein.
Berichterstattung im Carbon Disclosure Project ausgezeichnet

Unsere Emissionsdaten zu Treibhausgasen publizieren wir seit 2006 über das Carbon Disclosure Project (CDP) – die weltweit größte Initiative zur Klimaberichterstattung. Das Benchmarking im deutschen Sprachraum weist uns wieder als eines der besten Unternehmen bei Treibhausgasemissionen, der Beherrschung möglicher Klimarisiken beziehungsweise der Nutzung von Chancen sowie dem Erreichen von Reduktionszielen aus. VERBUND wurde 2014 erstmalig in den Performance Leadership Index sowie erneut in den Carbon Disclosure Leadership-Index der 350 größten Unternehmen der D-A-CHRegion (Deutschland, Österreich und Schweiz) aufgenommen. Wir steigerten uns auf das hervorragende Ergebnis von 99 A (von 100 A–E zu erreichenden Punkten). VERBUND ist als Leader und bestes Unternehmen im Sektor Energieversorger in der D-A-CH-Region sowie als Country Leader Österreich und Index Leader (ATX) gereiht. Im internen Reporting berichten wir quartalsweise über die Entwicklung der Treibhausgasemissionen. Die Daten sind in die Unternehmenssteuerung integriert und werden seit dem Berichtsjahr 2011 extern überprüft. Aufbauend auf der bisherigen Erfassung haben wir 2014 das konzernweite Treibhausgas-Accounting und -Reporting ausgebaut und verbessert. Dazu wurden in den indirekten und vorgelagerten Emissionen (Scope 3) weitere Positionen aufgenommen und mit öffentlich verfügbaren Faktoren standardisiert.
Brennstoffeinsatz

Auszeichnung 2014 für Berichterstattung im Carbon Disclosure Project: www.cdp.net .

Im Jahr 2014 sank die Verwendung von Steinkohle in den Wärmekraftwerken aufgrund der geringeren Betriebsstunden um 21 % auf 648.093 Tonnen. Im Fernheizkraftwerk Neudorf-Werndorf/Steiermark wurden noch 1.480 Tonnen „Heizöl schwer“ verwendet. Die eingesetzte Erdgasmenge reduzierte sich von 313.067 Nm3 auf 53.856 Nm3. Grund war die verringerte Stromerzeugung in den GasKombikraftwerken in Frankreich.
Wasser-Input und -Output

Der Einsatz von Wasser wird in allen Konzernbereichen überwacht. Im Jahr 2013 wurde die Berichterstattung vereinheitlicht. Die Wasserentnahme wird nach Quellen (Grundwasser, Oberflächenwasser, öffentliche Wasserversorgung) und die Wasserabgabe nach Senken berichtet (in Oberflächengewässer, öffentliche Kanalisation etc.). Die Zahlen stehen nun erstmalig in der Dreijahresreihe nach der neuen Systematik zur Verfügung. Die Verwendung von Wasser ist vor allem bei unseren Wärmekraftwerken relevant. Dort dient es hauptsächlich zur Kühlung und wird anschließend chemisch unverändert in das Gewässer zurückgegeben. In geringeren Mengen wird Wasser auch im Prozess eingesetzt, zum Beispiel für die Rauchgasentschwefelung oder für die Nassentschlackung.

42

Umweltmanagementsystem

Im Jahr 2014 wurde das Umweltmanagementsystem erneut erweitert, und die betriebsführende Abteilung von drei österreichischen Windparks wurde erstmalig nach ISO 14001 zertifiziert. Unser Ziel ist es, in allen Erzeugungs- und Netzanlagen unserer vollkonsolidierten Gesellschaften im In- und Ausland Umweltmanagementsysteme zu implementieren und diese nach ISO 14001 zu zertifizieren. Dieses Ziel umfasst alle vollkonsolidierten Gesellschaften, ausgenommen sind Solaranlagen sowie Standorte mit einem VERBUND-Anteil geringer als 51 %, bei denen die Betriebsführung durch einen anderen Miteigentümer wahrgenommen wird. Neue Anlagen werden nach Inbetriebnahme sobald wie möglich in das Umweltmanagementsystem eingebunden. Bisher wurden Umweltmanagementsysteme bei rund 92 % der Standorte zertifiziert. Damit sichern wir unseren hohen Anspruch an Umweltschutz bei bestehenden und neuen Anlagen im In- und Ausland.
Standorte mit zertifiziertem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 oder EMAS1
2012 Anteil der zertifizierten Standorte gesamt Anzahl der zertifizierten Standorte Wasserkraftwerke Wärmekraftwerke Windkraftwerke Umspannwerke und Netzschaltanlagen Bürostandorte 78 2013 90 2014 92 Prozentanteil bezogen auf Zielwert Anzahl 159 92 3 0 61 184 114 4 0 62 186 114 3 3 2014 Erst-Zertifizierung von drei Windparks in Österreich 62 integriertes Managementsystem Qualität, Umwelt, Gesundheit und Informationssicherheit 4 VERBUND- und APG-Zentrale Wien, Power Grid Control, VERBUND Umwelttechnik Klagenfurt

3

4

1

Standorte der vollkonsolidierten Gesellschaften, ausgenommen Solar-Anlagen, Windkraft unter 20 MW sowie Standorte mit <51 % VERBUND-Anteil, bei denen die

Betriebsführung durch einen anderen Miteigentümer wahrgenommen wird; Stand zum 31.12.

Strom-Herkunftszertifizierung
Details zur EnergieZertifizierung durch TÜV SÜD: www.tuev-sued.de >Energiezertifizierung
VERBUND

ist Vorreiter bei der Strom-Herkunftszertifizierung. Seit 1999 lässt VERBUND als erstes österreichisches Stromunternehmen die gesamte Wasserkraftproduktion von TÜV SÜD zertifizieren. Damit haben wir die Kennzeichnung der Stromherkunft in Österreich wesentlich mitentwickelt. Mit seinem Gütesiegel bestätigt TÜV SÜD als neutrale Institution, dass der von Endkundinnen und -kunden bestellte Grünstrom in der entsprechenden Qualität und Menge in den Wasserkraftwerken von VERBUND erzeugt und ins Netz eingespeist wird. Insgesamt 127 Wasserkraftwerke in Österreich und in Bayern erfüllen die Kriterien EE und EE+. Die Erzeugungszertifizierung des TÜV SÜD bezieht sich auf konkrete Erzeugungsquellen. Sie garantiert der Kundin oder dem Kunden die Herkunft des Stroms aus erneuerbaren Energien. Der Standard „Erzeugung EE“ teilt sich auf in „allgemeine Anforderungen“ an das Unternehmen des Zertifikatnehmers, in „spezielle Anforderungen“ an die Produktion und Produktionserfassung der Anlagen und in „optionale

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Umwelt

43

Anforderungen“. Letztere sind definiert für die Zusicherung von Arbeits- und Leistungszusagen (Modul „Erzeugung EE+“) sowie für den Nachweis als Neuanlage (Modul „Erzeugung EEneu“). Die TÜV-SÜD-Erzeugungs- bzw. Herkunftszertifizierung ist ein in vielen Ländern gebräuchlicher Herkunftsnachweis und wird auch von der E-Control für die Stromkennzeichnung anerkannt. Seit 2004 sind auch die Wärmekraftwerke von VERBUND in Österreich von TÜV SÜD hinsichtlich eines Herkunftsnachweises zertifiziert.
Energiezertifizierung bei VERBUND
Zertifizierung Anlagenart Anzahl Anlagen Engpassleistung in MW Für Vermarktung 2014 zur Verfügung gestandene Erzeugung in GWh 24.379 1.499

TÜV SÜD 100 % Wasserkraft TÜV-SÜD-EnergieHerkunftsnachweis

Wasserkraftwerke Wärmekraftwerke

127 3

Im Jahr 2014 standen VERBUND 24.379 GWh Strom aus TÜV-SÜD-zertifizierter Wasserkraft zur Verfügung.1 Unsere innovativen Produkte • H2Ö-Strom aus TÜV-SÜD-zertifizierten österreichischen Wasserkraftwerken sowie • Strom aus TÜV-SÜD-zertifizierten deutschen Wasserkraftwerken sind seit Jahren erfolgreich am Markt. Mit ihnen haben wir uns frühzeitig auf die Energiewende eingestellt, wovon unsere Kundinnen und Kunden – Stadtwerke, Weiterverteiler, Industrie-, Gewerbe- und Haushaltskundinnen und -kunden – bereits heute nachweisbar profitieren. Unsere führende Rolle als Grünstromanbieter in Österreich und Deutschland werden wir weiter ausbauen.

Ausgewählte Themen mit Schwerpunkt Ökologie
Investition in Ökologie und Artenvielfalt

Die Nachrüstung mit Fischwanderhilfen in Kombination mit Renaturierungsmaßnahmen ist uns ein wichtiges Anliegen. Auch unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen werden die Projekte weiterverfolgt. Im LIFE+ Projekt Traisen, Österreichs bislang größter Renaturierung, wurde 2014 der erste Bauabschnitt fertiggestellt. Beim Donaukraftwerk Ottensheim wird im Rahmen des LIFE+ Netzwerk Donau die mit 14 Kilometern längste Fischwanderhilfe Europas entstehen. Baubeginn ist Frühjahr 2015. Beim Kleinwasserkraftwerk Retznei an der Sulm/Steiermark erproben wir einen neuen Fischlift. Der Probebetrieb wird ab Frühjahr 2015 von der Universität für Bodenkultur mit einem Monitoring-Programm begleitet. Im Zuge der Errichtung des Pumpspeicherkraftwerks Reißeck II wurde ein 3 Kilometer langer Themenweg „Wasserkraft-Natur-Fischerei“ errichtet. Der neue Themenweg mit Informationstafeln veran-

1

Vorläufiger Wert auf Basis der Fast-Close-Daten des Geschäftsberichts 2014, da die Berechnung des TÜV SÜD immer im Nachhinein erfolgt (zweites Quartal des Folgejahres).

Wert gemäß TÜV-SÜD-Nettoberechnung (im Wesentlichen Bruttoerzeugung Wasserkraft minus Eigenbedarf minus Servitute minus Lieferung an Kraftwerksbeteiligte minus Pump- und Wälzaufwand).

44

schaulicht das Zusammenspiel von Wasserkraft, Natur und Fischerei und wertet sowohl das Naherholungsgebiet rund um den Stausee Rottau als auch den Mölltalradweg auf. Zusätzlich zum Themenweg wurde an der Einmündung der Möll in den Stausee Rottau ein neues Stillgewässer errichtet. Es umfasst eine Fläche von rund 1 Hektar und ist bis zu 5 Meter tief. Dazu ermöglicht das sanft abfallende Ufer Kindern und Jugendlichen einen sicheren Zugang zur Fischerei. Als weitere Öko-Maßnahme erhielt der Oberwasserkanal des Kraftwerks Malta-Unterstufe – ursprünglich als betoniertes Trapezgerinne ausgeführt – naturnah gestaltete Dammböschungen. Durch den Rückbau der Kanalufer wurde zusätzlich ausreichend Platz für eine standorttypische Ufervegetation und wertvolle Rückzugsbereiche für Wasservögel, Amphibien, Reptilien und auch Libellen geschaffen. Das Stillgewässer Reißeck wurde Anfang Oktober 2014 mit dem „Lebensraum-Wasser-Zeichen“ des Landes Kärnten ausgezeichnet. An der Wehranlage St. Martin beim Draukraftwerk Rosegg-St.Jakob wurde eine nach den neuesten Erkenntnissen ausgestattete Fischwanderhilfe angelegt. Diese verbindet über eine Länge von 500 Metern den Wasserlauf der natürlichen Drau im Bereich der Wehranlage St. Martin mit dem 16,9 Meter höher liegenden Oberwasserkanal des Kraftwerks und ist die längste technische Umgehungsstrecke in Kärnten. In rund einem Jahr Bauzeit entstanden insgesamt 130 Pools mit 17 Ruhe- und Laichzonen, durch die Karpfen, Forelle, Huchen, Hecht und Co. das Kraftwerk umschwimmen können. Die Bezeichnung "Fischwanderhilfe" gibt nur einen Teil der Funktionsfähigkeit wieder, denn das Bauwerk dient allen aquatischen Lebewesen als Wanderhilfe. Der Untergrund im Fischaufstieg ist auch ein wertvoller Lebensraum für Mikroorganismen und Kleinstlebewesen wie Larven und Fischnährtiere – daher sprechen Expertinnen und Experten oft von einem "Migrationskorridor". Auch diese Fischwanderhilfe wurde im Oktober mit dem „Lebensraum-Wasser-Zeichen“ des Landes Kärnten ausgezeichnet.
Industrieunfallverordnung für die Werksgruppe Mellach/Neudorf-Werndorf

Aufgrund neuer und verschärfter rechtlicher Vorgaben wurden 2014 für die gesamte Werksgruppe Mellach/Neudorf-Werndorf neue interne Notfallpläne und Sicherheitsberichte erarbeitet. Diese wurden mit den Behörden für den übergeordneten externen Notfallplan abgestimmt.
Fernheizkraftwerk Mellach: Neue Tropfenabscheider bei der Rauchgasentschwefelungsanlage

Im Fernheizkraftwerk Mellach/Steiermark wurden nach der Nassentschwefelungsanlage neue Tropfenabscheider mit verbesserter Technologie und höheren Wirkungsgraden eingebaut. Dies hilft, das Anlagern von Gips im Kamin und den Auswurf von Tröpfchen zu vermeiden.
Bearbeitung von Flugasche im Wärmekraftwerk Dürnrohr

Im Wärmekraftwerk Dürnrohr/Niederösterreich wurde vor der Silogruppe eine Möglichkeit zur Verschneidung von Flugasche installiert. Damit wird die in den beiden Kraftwerksblöcken von VERBUND und EVN anfallende Flugasche weiter homogenisiert, damit sie normkonform verkauft werden kann.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Umwelt

45

Schonung von Ressourcen durch Regeneration von Transformatorenölen
VERBUND betreibt am Standort Obersielach in Kärnten ein chemisch-physikalisches Prüflabor. Dieses ist auf die Analyse und Diagnose von Isolierölen in Geräten der Hochspannungstechnik spezialisiert. Seit mehreren Jahren werden hier in Kooperation mit einem deutschen Partnerunternehmen auch Isolieröle regeneriert, die in Transformatoren eingesetzt werden. Isolieröl in Transformatoren ist hohen thermischen und elektrischen Belastungen ausgesetzt. Das führt im Lauf der Zeit dazu, dass sich in den Ölen Alterungsprodukte bilden. Erreicht die Konzentration solcher Produkte ein bestimmtes Niveau, ist die Betriebssicherheit des Transformators gefährdet. In diesem Fall wäre das Isolieröl auszuwechseln. Ein Austausch führt jedoch dazu, dass die Anlage temporär außer Betrieb ist. Zudem entstehen aufgrund der großen Volumina hohe Kosten für Neuöl sowie die Entsorgung des Altöls. Daher setzt sich zunehmend die Regeneration von Isolierölen anstelle des Öltauschs durch. Diese erfolgt bei VERBUND durch den Einsatz einer mobilen Transformatoren-Regenerationsanlage. Vor Ort und bei laufendem Betrieb der Transformatoren werden die Alterungsprodukte aus dem Isolieröl entfernt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Kostenintensive Abschaltungen sind nicht mehr erforderlich, die erreichte Neuölqualität erhöht die Lebensdauer, und natürliche Ressourcen werden geschont. Seit 2011 konnten in Österreich und Bayern unternehmensintern, aber auch bei externen Partnern mehr als 30 Leistungstransformatoren mit in Summe über 400 Tonnen an Isolierölen regeneriert werden.

Mit innovativen Lösungen gestalten wir die Zukunft.
Innovative Produkte für Haushalte und Industriebetriebe erhöhen die Energieeffizienz, senken Kosten und schonen die Umwelt. Denn wir wissen: Neuen Herausforderungen begegnet man nicht mit alten Konzepten.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Innovation, Forschung und Entwicklung

47

Innovation, Forschung und Entwicklung

Kennzahl Anzahl Projekte Projektvolumen gesamt in Mio. €1 davon EU-Projekte in Mio. €
1

2012 81 149,8 93,3 14,3 5,2

2013 82 203,2 125,4 15,8 6,1

2014 71 131,0 97,5 17,8 4,3

VERBUND-Anteil gesamt in Mio. €1 Jährliche VERBUND-Aufwendungen in Mio. €
1

Kontakt Forschung: Dipl.-Ing. Mag. Wolfgang Pell Tel. +43(0)50313-53920 wolfgang.pell@verbund.com

über die gesamte Laufzeit der Projekte

Der Innovationsbereich von VERBUND ist eine wichtige Säule der Unternehmensentwicklung. Von hier aus werden die Forschungs- und Technologie-Entwicklung sowie die Umwelt- und Klima-Agenden des Konzerns gesteuert. Darauf aufbauend, erschließen operative Tochtergesellschaften neue Märkte mit innovativen Produkten und Dienstleistungen. Wir fühlen uns der Erneuerung des Stromsystems in Österreich und Europa verpflichtet und setzen auf Strom aus erneuerbaren Energieträgern und dessen energetische Anwendungen sowie auf größtmögliche Effizienz. Dabei konzentrieren wir uns auf schlaue Stromerzeugung und -nutzung, klimaschonende Elektromobilität und intelligente Stromnetze. Wir identifizieren menschen- und umweltfreundliche Technologien mit Potenzial, ergreifen Marktchancen, entwickeln neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen und machen diese reif für die Anwendung: smart energy – smart generation – smart mobility – smart grid.

Ausgewählte Themen mit Schwerpunkt Innovation
Wasserkraft: Innovation für saubere Kleinwasserkraft

Gemeinsam mit Partnern testet VERBUND seit mehr als zwei Jahren eine vielversprechende Innovation der Kleinwasserkraft-Technik: Die in Österreich entwickelte StreamDiver®-Turbine wird komplett mit Wasser statt mit Öl geschmiert. Die Entwickler beginnen nun mit der internationalen Vermarktung. Die Turbine der Kössler GmbH verzichtet auf wartungsintensive Dichtsysteme und Schmiermittel. Sie macht geringe Fallhöhen nutzbar und ist damit für Restwasser- und Wehrkraftwerke geeignet. Das Erzeugungspotenzial liegt allein in Österreich beim Strombedarf von mehr als 100.000 Privathaushalten. Um das Verschleiß- und Langzeitverhalten der wassergeschmierten Lagerung weiter zu beobachten, wurde das Forschungsprojekt bis Mitte 2015 verlängert.
Kooperationen mit Universitäten

Große Bedeutung für VERBUND hat die europäische Wasserrahmenrichtlinie. In diesem Zusammenhang erforschen wir zusammen mit der Wiener Universität für Bodenkultur den Schwall und Sunk von Wasserkraftwerken, der die Fauna und Flora in und an Fließgewässern betrifft. Zudem unterstützen wir gemeinsam mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik die Erfassung der historischen und rezenten Erdbebentätigkeit in Tirol. Dieses sechsjährige Projekt zielt auf einen erstmals wissenschaftlich fundierten Informationsstand ab und ist für künftige Bauprojekte und Speicheranlagen in Tirol wesentlich.

48

Windkraft: Ausbau der Produktivität

Die VERBUND-Windkraftanlagen können bereits mehr als 270.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Um ihre Produktivität weiter zu steigern, setzen wir auf die innovative Weiterentwicklung der Betriebsführungssoftware. So integrieren wir in der Software-Entwicklung ein Analysetool zur lückenlosen Quantifizierung der Erzeugungsverluste. Damit können fehleranfällige Turbinenkomponenten identifiziert und frühzeitig Gegenmaßnahmen getroffen werden. Mit innovativen LaserMessgeräten werden Windfelder und Turbulenzen vermessen, wodurch die Effizienz der Anlagen weiter steigt.
Wärmekraft: Neues Verfahren zur Reinigung von Katalysatoren

Entstickungsanlagen in kohlebefeuerten Kraftwerken verlieren im Betrieb an Wirksamkeit. Um die gesetzlichen Auflagen für Stickoxid-Emissionen einzuhalten, sind periodische Maßnahmen erforderlich. Beim Standardverfahren werden die Katalysatorelemente ausgebaut, gereinigt und reaktiviert, danach erfolgt der Wiedereinbau. 2014 haben wir erstmals eine Reaktivierung des Katalysators im eingebauten Zustand vorgenommen – eine Novität. Im Herbst 2014 wurde das Forschungsprojekt „DeNOx-Reaktivierung in-situ“ im VERBUND-Fernheizkraftwerk Mellach/Steiermark abgeschlossen. Die Auswertung der Messungen wird im Quartal 1/2015 vorliegen.
Stromhandel: Strategien für ein Marktumfeld im Umbruch

Die aktuellen Gegebenheiten am Strommarkt – mit volatilen Strompreisen im Umfeld der Integration erneuerbarer Energien – erfordern permanente Innovation und Anpassungen der Handelsstrategien. Wir entwickeln Optimierungs- und Prognoseinstrumente und eine verbesserte Modellierung der Strompreisprozesse. Darüber hinaus treiben wir die Entwicklung von neuen Produkten permanent voran. Folgende Beispiele zeigen die Bandbreite: • Fundamental-Analysen und Vermarktung neuer erneuerbarer Energien in den Kernmärkten: Vermarktung von Windkraft in Deutschland, Österreich und Rumänien sowie von Kleinwasserkraft und Photovoltaik in Deutschland und Österreich • Erweiterungen der Zertifikatsvermarktung (Produkt HKN+): Ausweitung des Premiumprodukts H2Ö. Partner können finanziell zu zweckgebundenen Maßnahmen bei Kraftwerken beitragen. • Klimaneutralisierung für Endverbraucherinnen und -verbraucher (CO2+): Klima-Fußabdruck für Unternehmen (bzw. einzelne Produkte/Dienstleistungen) mit einem Verifizierungspartner • Vermarktung virtueller Pumpspeicher: Erweiterung der Absicherung im Bereich Jahresspeicher in Form von Speicheroptionen • Forcierte Vermarktung im Bereich Intraday-Handel: Ausbau des Intraday Desk
Stromnetz: Forschung und Innovation für ein effizientes Übertragungsnetz

Im Jahr 2014 engagierte sich die unabhängige VERBUND-Netztochter APG (Austrian Power Grid AG) wiederum intensiv im Bereich Forschung und Innovation, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Vier der insgesamt 27 Forschungsprojekte wurden erfolgreich abgeschlossen.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Innovation, Forschung und Entwicklung

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Einen Schwerpunkt bildeten energiewirtschaftliche Szenarien. Durch die Teilnahme an Projekten wie „Grid Tech“, „e-Highway 2050“ oder „Merit Order der Energiespeicherung 2030“ werden laufend Erkenntnisse über den Einsatz neuer Technologie-Anwendungen und deren Wirkung auf Netzinfrastruktur und Markt erlangt. Dies bildet die Grundlage für einen gezielten Netzausbau. Ein weiterer Fokus liegt auf der Netzüberwachung und Systemführung. Dabei geht es darum, kritischen Lastflusssituationen mit wirksamen Maßnahmen zu begegnen. Für die Netzsicherheit werden künftig verstärkt hochdynamische Monitoring-Systeme angewendet und weiterentwickelt. In dem von der Europäischen Kommission geförderten Projekt „Umbrella“ wird beispielsweise eine Toolbox zur frühzeitigen Erkennung von kritischen Netzzuständen und zu deren Bekämpfung mit grenzüberschreitenden Notmaßnahmen erstellt. Dabei werden 2014 Kriterien für schwerwiegende Netzfehler mit Kaskadengefahr festgelegt und Methoden entwickelt, um diese rechtzeitig zu erkennen.
Neue Services für Privatkundinnen und -kunden, Mehrwert für Businesskundinnen und -kunden

Durch neue kombinierte Dienstleistungen und Produkte kommen wir näher zu den Kundinnen und Kunden. Ein Beispiel sind die VERBUND-Eco-Pakete: Haushalte nutzen mit der Kombination aus Photovoltaik-Anlage plus Speicher mit einer Wärmepumpe die selbst erzeugte Energie einfach, effizient und günstig. Zwei weitere innovative Lösungen – VERBUND-Power-Pool und VERBUND-Eco-Net – reduzieren die Energiekosten und erhöhen die Energieeffizienz bei heimischen Unternehmen. VERBUND-Power-Pool ist das erste virtuelle Großkraftwerk Österreichs. Der Pool startete Anfang Dezember 2014 mit mehreren Industrie- und Gewerbekunden. Gemeinsam bündeln wir deren individuelle Verbrauchs- und Erzeugungsflexibilität und vermarkten diese am Regelenergiemarkt. So wird Flexibilität zum Produkt am Strommarkt. Zugleich unterstützt das Projekt die Stabilität des Stromnetzes und damit die Versorgungssicherheit. Die teilnehmenden Betriebe können durch die flexible Steuerung ihres Energieverbrauchs die Energiekosten senken und Zusatzerlöse generieren. Allein für die Bereitschaft, im Bedarfsfall flexibel zu reagieren, werden Erlöse erzielt. Optimal nutzen lässt sich Power-Pool in Verbindung mit Energieeffizienzmaßnahmen. Ein anderes Beispiel ist VERBUND-Eco-Net, ein neuartiges Energiesparnetzwerk für Industriebetriebe und Großverbraucher, das auf einer Entwicklung des Fraunhofer-Instituts beruht. Das erste Netzwerk startete im Herbst 2014 mit acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Gemeinsam mit VERBUND können die Unternehmen in den kommenden vier Jahren eine zwei- bis dreimal höhere Effizienzsteigerung als der Industriedurchschnitt erreichen. Die bessere Energiebilanz bringt einerseits Wettbewerbsvorteile, andererseits werden dadurch auch wesentliche Grundlagen für die Zertifizierung des Energiemanagementsystems nach ISO 50001 erfüllt.
E-Mobilität in Mitteleuropa

Um die individuelle Elektromobilität zu fördern, bedarf es unter anderem der entsprechenden Ladeinfrastruktur. Dabei nimmt VERBUND seit Jahren eine Vorreiterrolle ein. Die gemeinsam mit Siemens im Herbst 2012 gegründete E-Mobility Provider Austria GmbH & Co KG (bekannt als SMATRICS) arbeitet an einem flächendeckenden Hochleistungs-Ladenetz, das heute bereits 170 Ladepunkte in Distanzen von rund 60 Kilometern in ganz Österreich umfasst – und wöchentlich werden es mehr.

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Das von der Europäischen Union geförderte Projekt „Central European Green Corridors“ wird von VERBUND koordiniert, es ist ein Hebel zur beschleunigten Implementierung von Ladeinfrastruktur. Bis Ende 2015 werden 115 Schnellladepunkte in Mitteleuropa errichtet. Davon entfallen 61 auf Österreich, die weiteren auf Deutschland, Slowenien, Kroatien und die Slowakei. Partner sind unter anderen OMV, BMW, Nissan, Renault und VW. Wir arbeiten auch engagiert bei „Green eMotion“ mit, dem größten europäischen Forschungs- und Entwicklungsprojekt für Elektromobilität. Dabei wird untersucht, welche Voraussetzungen in der EU erfüllt sein müssen, um einen komfortablen grenzüberschreitenden Verkehr mit E-Autos zu realisieren. Vor allem werden europaweit einheitliche Prozesse und Standards definiert, um daraus IT-Lösungen – wie Roaming über den projekteigenen Marktplatz – zu entwickeln.
Energie-Contracting mit dem Marktführer

Seit Anfang 2015 tritt ein neuer Energie-Contracter am österreichischen Markt auf: Das im Herbst 2014 gegründete Joint Venture VERBUND GETEC Energiecontracting GmbH bietet Industriekunden maßgeschneiderte Energiekonzepte an. Das Unternehmen übernimmt die Entwicklung, Planung und Finanzierung sowie den Bau und Betrieb von Wärme-, Kälte-, Dampf-, Strom-, Druckluft- oder anderen Erzeugungsanlagen. Der Partner GETEC ist Marktführer für Energiecontracting-Dienstleistungen in Deutschland und hat mehr als 20 Jahre Markterfahrung.

Soziales Handeln gestaltet Raum für Entwicklung und Gemeinschaft.
Wir glauben an Menschen, besonders in schwierigen Zeiten. Deshalb bilden wir Lehrlinge aus, sind für unsere Kundinnen und Kunden da und helfen, wo wir können. Denn wir wissen: Wer heute Bedürfnisse ernst nimmt, gestaltet die Gesellschaft von morgen.

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Soziales
Kontakt Soziales Mag. Dr. Georg Westphal Tel. +43(0)50313-54100 georg.westphal@verbund.com
Kennzahl Personalstand
1

Einheit Personen

2012 3.200

2013 3.339

2014 Kommentar 3.265 Anstieg 2013: durch Zukauf Grenzkraftwerke GmbH und Innwerk AG. Reduktion 2014: Trotz Teilkonsolidierung Ennskraft AG zeigen personalwirtschaftliche Maßnahmen aus dem Projekt VERBUND 2015 sowie der Rückzug aus dem thermischen Bereich deutlich Wirkung. 2.860 394 188 Anpassung an Bedarf für die Sicherung des Kraftwerksbetriebs in der Zukunft 17,8 Niedrige Frauenquote bei Ennskraft AG senkt Konzernkennzahl leicht. 0,0 2012 Wechsel von Dr. Ulrike BaumgartnerGabitzer in den Vorstand der unabhängigen Netztochter APG 9,6 Rückgang durch Restrukturierungsmaßnahmen 21,4 110 Rückgang aufgrund der Restrukturierung, Nachbesetzung von betriebsnotwendigen Positionen nach Abgängen (überwiegend Pensionierungen), Aufnahme 2014 v.a. von Lehrlingen, Arbeiter/innen und Mitarbeiter/-innen in der APG 22,7 Besetzung überwiegend technischer Positionen. 35 Anpassung der Lehrlingsanzahl an Bedarf für die Sicherung des Kraftwerksbetriebs in der Zukunft 2,7 Trotz leichten Anstiegs weiterhin hohe Loyalität der Mitarbeiter/-innen 6,8 Steigende Anzahl von Pensionierungen aufgrund der Altersstruktur 17,0 Leichter Rückgang durch Pensionierung von Mitarbeiter/-innen mit langer Unternehmenszugehörigkeit 44,2 93,4 Leichter Rückgang durch Übernahme Grenzkraftwerke GmbH und Innkraftwerk AG, trotzdem auf hohem Niveau 29,6 Durch Restrukturierung geringeres Ausmaß an Weiterbildung, nach wie vor hohes Niveau 64,0 Durch Restrukturierung geringeres Ausmaß an Weiterbildung, nach wie vor hohes Niveau und intensive Weiterbildung der Führungskräfte vor allem durch individuelle Entwicklungsmaßnahmen

davon in Österreich davon in Deutschland davon Lehrlinge Frauenanteil gesamt Frauenanteil im Vorstand Frauenanteil bei Führungskräften Akademikerquote Neuaufnahmen

Personen Personen Personen % %

2.965 197 184 19,0 25,0

2.897 407 198 18,4 0,0

% % Personen

11,7 22,3 190

11,8 21,6 144

davon Frauenanteil davon Lehrlingsaufnahmen Fluktuationsrate2 Fluktuationsrate3 Dauer der Unternehmenszugehörigkeit

% Personen % % Jahre

28,9 48 2,0 4,9 17,3

25,7 51 2,6 6,3 17,7

Durchschnittsalter der Jahre Mitarbeiter/-innen Mitarbeitergesprächsquote Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in Weiterbildung pro Führungskraft %

43,9 96,9

44,1 93,7

Stunden Stunden

36,8 79,8

38,4 81,4

1

Arbeitsrechtlicher Personalstand per 31.12.2014, ohne Vorstände und Mitarbeiter/-innen im Vorruhestand // 2 ohne Pensionierungen, Vorruheständen, Altersteilzeit, Todesfällen

inkl. Abgängen in der Probezeit // 3 inkl. Pensionierungen, Vorruheständen, Altersteilzeit, Todesfällen, inkl. Abgängen in der Probezeit

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Soziales

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Kennzahl Meldepflichtige Arbeitsunfälle1 Summe Krankentage infolge von meldepflichtigen Arbeitsunfällen Unfallrate2 Unfallschwere
1

Einheit Anzahl Anzahl

2012 27 1.319

2013 37 750

2014 Kommentar 43 Anstieg wegen 3 schwerer Unfälle mit insg. 367 Krankentagen 1.064 Anstieg wegen 3 schwerer Unfälle mit insg. 367 Krankentagen 14 24,7

9,0
3

13 20,3

Tage
2

50,7

Unfälle mit mehr als 3 Ausfallstagen // Anzahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiter/-innen an VERBUND-Standorten in Österreich, inkl. Innwerk AG und

Grenzkraftwerke GmbH // 3 Krankentage pro meldepflichtigem Arbeitsunfall

Unsere Verantwortung als Arbeitgeber
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung von VERBUND. Ihr Know-How und Engagement sind insbesondere im derzeitigen herausfordernden energiewirtschaftlichen Umfeld für die Stromversorgung entscheidend. Um das Unternehmen für die Zukunft fit zu halten, haben wir den 2013 begonnenen Kurs der Kosteneinsparung konsequent fortgesetzt. Dies inkludiert den externen Personalaufnahmestopp und das interne Reorganisationsprogramm. Erforderliche Personalanpassungen werden in Abstimmung mit der Belegschaftsvertretung sozial verträglich umgesetzt. Die Weiterbeschäftigung der von der Restrukturierung betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht dabei im Vordergrund. Notwendige Umschulungen und Weiterqualifizierungen werden gemeinsam mit der Personalentwicklung definiert, um die Beschäftigten optimal auf neue Funktionen vorzubereiten. Die Besetzung offener Planstellen erfolgt über den 2013 eingeführten internen Arbeitsmarkt. Natürliche Abgänge – vor allem durch Pensionierungen – werden nicht nachbesetzt, Aufgaben werden zusammengelegt. In den nächsten fünf Jahren werden 6,3 % der Belegschaft in Pension gehen, in zehn Jahren 28 %. Eine strukturierte Nachfolgeplanung sichert den Wissenstransfer. Neben den Führungskräften, dem Personalmanagement und der Arbeitnehmervertretung stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rahmen unseres Employee-Assistance-Programms auch professionelle Beraterinnen und Berater zur Verfügung. Bereits seit einigen Jahren bieten wir unseren Beschäftigten sowie ihren nächsten Angehörigen damit anonyme und kostenfreie Beratungen in beruflichen und privaten Angelegenheiten.
Vielfalt und Chancengleichheit

Als Unterzeichner und Premium-Mitglied der „Charta der Vielfalt“ bekennt sich VERBUND zur Steigerung von wechselseitigem Respekt und Toleranz gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die „Charta der Vielfalt“ ist eine Initiative zur Förderung der Wertschätzung gegenüber allen Mitgliedern der Gesellschaft. Sie ist ein öffentliches und freiwilliges Bekenntnis und basiert darauf, dass Vielfalt ein Merkmal Europas ist – seiner Geschichte ebenso wie seiner Gesellschaft. Vielfalt ist essenziell für das Wachstum und den Erfolg von VERBUND. Nur so können wir als Unternehmen innovativ bleiben und uns in einem dynamischen wirtschaftlichen Umfeld an die künftigen Rahmenbedingungen anpassen. Derzeit beschäftigen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus mehr als 20 Nationen. Auch sind 123 Menschen mit Behinderungen bei VERBUND tätig. Die in Österreich und Deutschland vorgegebenen

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Quoten für die Einstellung von Menschen mit Behinderungen übererfüllen wir in beiden Ländern um mehr als 30 %. Zur Sicherstellung der Barrierefreiheit im gesamten VERBUND-Konzern wurde 2014 eine AccessibilityManagerin etabliert. Eine ihrer Hauptaufgaben ist die Analyse der bestehenden baulichen Gegebenheiten. So soll ein Konzept erarbeitet und umgesetzt werden, das alle Bereiche der Barrierefreiheit umfasst. Die Gleichbehandlung aller Beschäftigten ist für uns selbstverständlich. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter erhält eine marktgerechte und leistungsorientierte Entlohnung. Die angebotenen freiwilligen Sozialleistungen – wie eine Pensionskasse, eine Krankenzusatzversicherung oder vergünstigtes Mittagessen – können Vollzeit- und Teilzeitbeschäftige gleichermaßen nutzen. Zudem steht es jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter frei, sich einer Gewerkschaft anzuschließen.
Diversity-Management bei VERBUND

Um die nachhaltige Verankerung und den Aufbau des betrieblichen Diversity-Managements im Konzern sicherzustellen, werden seit 2014 Gleichbehandlungsagenden umfassend von der Diversity-&Inclusion-Managerin wahrgenommen. Sie bündelt alle konzernweiten Aktivitäten und konzentriert sich neben der Entwicklung, Implementierung und Umsetzung auch auf die regelmäßige Dokumentation der Gleichstellungsziele und -maßnahmen. Im ersten Schritt werden Diversitätsdimensionen behandelt, die traditionell im Fokus der betrieblichen Auseinandersetzung stehen: Geschlecht, Behinderung und Alter. Mittel- und langfristig sollen schrittweise weitere Dimensionen einbezogen werden. VERBUND übernimmt auch hier gesellschaftspolitische Verantwortung durch Kooperationen mit überbetrieblichen Initiativen wie dem Integrationsfonds, dem AMS, der Wirtschaftskammer Österreich sowie diversen Bundesministerien.
Initiativen für Frauen

Der Anteil von Frauen ist in einem technisch geprägten Unternehmen wie dem VERBUND traditionell eher gering. Deshalb setzen wir Maßnahmen, den aktuellen Anteil von 17,8 % bis zum Jahr 2020 auf 25 % zu erhöhen. Dazu zählt die Förderung von Studentinnen in technischen Fachrichtungen ebenso wie ein internes Frauennetzwerk, in dem die Mitarbeiterinnen durch Bündelung der Interessen, gegenseitige Unterstützung und Coaching in Karrierefragen Verbesserungen ihrer Arbeitssituation erreichenkönnen. Das bereits 2012 gegründete VERBUND-Frauennetzwerk hat sich gut etabliert. Es leistete 2014 im Rahmen der internen Restrukturierungsprojekte einen wertvollen Beitrag zur Sensibilisierung des Managements und der Führungskräfte. So setzt sich das Frauennetzwerk mit der laufenden Entwicklung einer nachhaltigen Strategie zum Thema Frauenförderung im Unternehmen auseinander. Der Anteil weiblicher Lehrlinge konnte seit 2010 von 5,0 % auf 10,1 % erhöht werden. Für die Förderung von Frauen in der Lehrlingsausbildung erhielt VERBUND am 7.10.2014 den amaZone-Award und erreichte damit den ersten Platz in der Kategorie „Öffentliche und Öffentlichkeitsnahe Unternehmen“ . Ausschlaggebend für die Jury waren vor allem das aktive Streben nach Chancengleichheit, die bewusste mädchenfördernde Haltung, die hervorragende Qualität in der Lehrausbildung, der Anstieg an weiblichen Lehrlingen sowie die Vielzahl der Maßnahmen, um den Anteil weiblicher Fachkräfte zu erhöhen. Die Auszeichnung ist eine weitere Bestätigung unseres hohen Engagements für die Ausbildung von Frauen in handwerklichen und technischen Berufen.

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Work-Life-Balance

Bei VERBUND ist Familienfreundlichkeit eine gelebte Einstellung. Der Spagat zwischen Familie und Beruf ist oft groß – sowohl für Frauen wie für Männer. Kindererziehung, die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen und die Karriere unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer leicht. Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ernst. Wir bieten unter anderem Kinderbetreuung in den Ferien, Tele-Arbeitsplätze an und fördern Väter-Karenz.
Kontinuierlich weiterentwickelte Themen und Projekte Personalmarketing Der erste Schritt zur Wettbewerbsfähigkeit ist, geeignete Bewerber und Bewerberinnen auf VERBUND aufmerksam zu machen. TUtheTOP seit 2007 Das High-Potential-Programm der TU Wien gewährt den TUtheTOPTeilnehmer/-innen Einblick ins Unternehmen und ermöglicht einen persönlichen Austausch und Dialog mit unseren Mitarbeiter/-innen. VERBUND bietet ein abwechslungsreiches Programm mit Exkursionen, Workshops, Führungen und Präsentationen. Im Studienjahr 2013/14 war VERBUND zum achten Mal Partner des TUtheTOPProgramms. Auch diesmal konnten rund 30 Studierende für VERBUND begeistert werden. Wie jedes Jahr boten wir ein abwechslungsreiches Programm mit Exkursionen, Workshops, Führungen und Präsentationen an. Besonderen Anklang fand wiederum die Möglichkeit, sich mit unseren Top-Expert/-innen auszutauschen. 2014

Frauenförderung Frauen sind eine wichtige Zielgruppe auf dem Arbeitsmarkt. Durch gezielte Förderung sollen sie für VERBUND gewonnen werden. Frauenstipendium seit 2009 VERBUND vergibt diese Auszeichnung jährlich gemeinsam mit dem Career Center der TU Wien. Ziel ist es, mehr qualifizierte Frauen, darunter vor allem Technikerinnen, als Mitarbeiterinnen für das Unternehmen zu gewinnen. Im April 2014 wurde zum sechsten Mal das VERBUND-Frauenstipendium an drei herausragende Studentinnen der TU Wien vergeben. Jede Stipendiatin erhielt 5.000 € als Unterstützung für ihre Ausbildung. Im Oktober 2014 fand das zweite AlumniTreffen für alle 16 VERBUND-Frauenstipendiatinnen statt. Bereits zwei Stipendiatinnen absolvierten erfolgreich das VERBUND Trainee-Programm und wurden als Mitarbeiterinnen übernommen. An einem Infostand an der TU Wien informierten VERBUND-Role-Models Interessierte über unterschiedliche, vor allem technische Berufsbilder im Unternehmen. Im Jahr 2014 nahmen acht Mädchen und Frauen an einer Exkursion ins Kraftwerk Freudenau/Wien teil und konnten so mehr über das Berufsbild Kraftwerkerin erfahren. VERBUND nahm 2014 bereits zum elften Mal am Wiener Töchtertag teil. Zwölf Mädchen waren dabei und erfreuten sich an einem vielfältigen Programm rund um die Themen „Smart Home“ und „Smart Jobs“.

FIT – Frauen in die Technik seit 2009

FIT weckt das Interesse von Mädchen für technische Berufe, motiviert Maturantinnen zum Technikstudium und stellt erfolgreiche Frauen in technischen Berufen als Role Models vor. Damit sollen Hemmschwellen und Berührungsängste vor technischen oder naturwissenschaftlichen Ausbildungen abgebaut werden. VERBUND beteiligt sich seit Jahren am Wiener Töchtertag. Diese Aktion der Stadt Wien, der Wirtschaftskammer Wien und des Wiener Stadtschulrats bringt Mädchen Technikberufe näher.

Töchtertag seit 2004

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Kontinuierlich weiterentwickelte Themen und Projekte

2014

Mitarbeiterbindung Um die Produktivität lange zu erhalten, erleichtern wir den Umgang mit Alltagssorgen. Dadurch stärken wir die Bindung an VERBUND. Initiative „Fit & Gesund“ seit 2008 Die Initiative „Fit & Gesund“ bei VERBUND soll einen gesunden Lebensstil fördern. Die Mitarbeiter/innen werden motiviert, auf freiwilliger Basis etwas für ihre Gesundheit zu tun. Mit Seminaren zum Thema „Mentale Fitness“ rückte die psychosoziale Gesundheit 2014 weiter in den Vordergrund. Darüber hinaus waren Ernährung und Bewegung, Stressmanagement und aktives Muskelcoaching wichtige Schwerpunkte in der Gesundheit. Der direkte Zusammenhang zwischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit in einem sich ständig wandelnden Arbeitsumfeld wird dabei ins Bewusstsein gerufen. Im Rahmen der Umsetzung des Audits bot der Betriebsrat im Sommer 2014 zum zweiten Mal eine Ferien-Kinderbetreuung in Wien und Villach an.

Audit „Beruf und Familie“ seit 2008

Das Audit „Beruf und Familie“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend. Es ist ein Managementinstrument zur Optimierung einer familienbewussten Unternehmenspolitik. Bereits 2009 erhielt VERBUND das Grundzertifikat, 2012 das Voll-Zertifikat. VERBUND unterstützt auch die Charta „Vereinbarkeit Familie und Beruf“.

Erhalt und Ausbau des Wissens Die langjährige Schwerpunktsetzung im Bereich Aus- und Weiterbildung sichert den Erhalt des Wissens der hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Trainee-Programm seit 2000 Das VERBUND-Trainee-Programm wendet sich an Absolvent/-innen von technischen und betriebswirtschaftlichen Studienrichtungen. Die Teilnehmer/-innen arbeiten im Laufe ihres Traineeships in mehreren Abteilungen. So können sie im Training-on-the-Job verschiedene Tätigkeiten bei VERBUND kennenlernen. Sie erhalten einen individuellen Entwicklungsplan auf Basis einer Potenzialanalyse sowie eine umfassende Ausbildung in Energiewirtschaft. Das 2012 gestartete Trainee-Programm für Techniker/-innen endete Mitte 2014. Den Abschluss bildete ein eintägiges Development-Center. Danach wurden individuelle Abschlussberichte mit Empfehlungen für den Karriereverlauf erstellt. Trotz Kostenreduktion und Einsparungsplan konnten neun von zehn Trainees als Mitarbeiter/-innen übernommen werden.

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Kontinuierlich weiterentwickelte Themen und Projekte Lehrlingsausbildung seit 1948 VERBUND bietet bereits seit 1983 als eines der ersten Unternehmen eine vierjährige Doppellehre für Elektro- und Metalltechnik an. Derzeit können Lehrlinge bei VERBUND eine Lehre zum Elektro- und Metalltechniker bzw. zum Elektronik- und Elektrotechniker absolvieren. Dabei handelt es sich um gefragte Doppelberufe mit ausgezeichneten Zukunftschancen. VERBUND verfügt über topausgebildete Mitarbeiter/-innen. Um diesen hohen Standard zu halten, investiert das Unternehmen seit jeher viel in Aus- und Weiterbildung. 1994 haben wir begonnen, diese zu institutionalisieren und laufend weiterzuentwickeln. Die Kompetenzen, die sie dadurch erwerben, ihre Leistungsbereitschaft und ihre Vielseitigkeit tragen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei.

2014 Im Jahr 2014 wurden 35 Lehrlinge aufgenommen, davon vier Frauen. Die hohe Qualität der Lehrlingsausbildung zeigten nicht nur die ausgezeichneten Erfolge bei den Lehrabschlussprüfungen. VERBUND erhielt den amaZone-Award für die Förderung von Frauen in der Lehrlingsausbildung.

Aus- und Weiterbildung seit 1994

2014 nahm jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter durchschnittlich 3,7 Tage an Bildungsmaßnahmen teil. Schwerpunkte der Personalentwicklung waren die technische und sicherheitstechnische Qualifizierung sowie SAP- und ITSchulungen. Im Rahmen des internen Reorganisationsprogramms ist Weiterbildung wesentlich für die sozial verträgliche Umsetzung der Maßnahmen. Unter anderem schaffen gezielte Umschulungen Perspektiven und neue Aufgabenfelder für die von der Restrukturierung betroffenen Mitarbeiter/-innen. Im Jahr 2014 wurde die aktuelle Liste der Kandidat/-innen für die Nachfolgeplanung einem Review unterzogen. Dabei wurden die Daten ergänzt und das individuelle Führungspotenzial in Potenzialevaluierungen überprüft. Maßgeschneiderte und individuelle Bildungsmaßnahmen unterstützen die Nachfolgekandidat/-innen bei ihrer Entwicklung.

Nachfolgeplanung seit 2009

Eine strukturierte Nachfolgeplanung ist die Basis für die Nachbesetzung wichtiger Führungspositionen bei VERBUND. Gleichzeitig erhalten Mitarbeiter/-innen damit die Chance zur kontinuierlichen Weiterentwicklung.

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Volunteering

Im Oktober 2014 führte die Abteilung Informatik und Organisation ein Teamseminar unter dem Motto „Einander besser kennenlernen, miteinander reden, miteinander arbeiten“ durch. Da in der IT häufig mit abstrakten und „virtuellen“ Objekten gearbeitet wird und auch die Arbeitsergebnisse häufig „virtuell“ sind, war ein sichtbares, angreifbares und erlebbares Ergebnis der Zusammenarbeit wichtig. Das Seminar fand im Caritas-Flüchtlingshaus St. Gabriel in Wien statt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen soziale Verantwortung mit höchstem persönlichem Engagement wahr. Unter Anleitung von Profis wurden beispielsweise der dringend benötigte Weg zum Eingang fertiggestellt, die Eingangsbereiche wurden frisch ausgemalt und gestaltet, ein Holzboden im Fitnessraum wurde verlegt und zwei große Parkbänke mit Tischen wurden gezimmert. Das Sperrmülllager wurde entrümpelt und dabei eine 24 Kubikmeter fassende Mulde der MA 48 gefüllt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bauten außerdem eine gemütliche Sitzecke für Mütter mit Kleinkindern und setzten im gesamten Hof Blühsträucher. Dies passierte mit tatkräftiger Unterstützung von Bewohnerinnen und Bewohnern des Heims.

Gesundheit und Sicherheit
Zur Aufrechterhaltung einer stabilen und zuverlässigen Stromversorgung müssen sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich potenziell unfallgefährlichen Tätigkeiten aussetzen. Deshalb sorgt VERBUND seit Jahrzehnten vor und widmet dem Thema „Arbeitssicherheit“ große Aufmerksamkeit. Maßnahmen zur Verhinderung von Arbeitsunfällen müssen alle Betroffenen erreichen, von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern angenommen werden und finanzierbar sein. Den Rahmen dafür geben die entsprechenden Gesetze und Verordnungen vor.
Sicherheitsfachkräfte für Arbeitnehmerschutz

Langjährig erfahrene Sicherheitsfachkräfte beraten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, organisieren und überwachen Maßnahmen in den Kraftwerks- und Netzanlagen. Da sie die Arbeitgeberpflichten für die Führungskräfte operativ umsetzen, werden Synergien in den einzelnen Gesellschaften optimal genutzt. Die Sicherheitsfachkräfte von VERBUND arbeiten auch in externen Gremien mit. Dazu zählen beispielsweise der Normungsausschuss, der Ausschuss „Sicherheit“ sowie der Arbeitskreis „Sicherheitsingenieure österreichischer EVU“ der Interessenvertretung Oesterreichs Energie. Von unseren Auftragnehmern verlangen wir ebenso ein sicherheitsbewusstes und gesetzeskonformes Verhalten. Nicht nur die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch jene von Fremdfirmen werden vor Antritt der Arbeit sicherheitstechnisch unterwiesen. In sämtlichen Aufträgen verpflichten wir alle Fremdfirmen, unsere Regeln für Arbeitnehmerschutz und Sicherheit einzuhalten. Dies wird auch von unseren geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehrfach kontrolliert.
Praxisbezogene Sicherheitsschulungen

Die Maßnahmen zur Prävention basieren auf der Analyse der VERBUND-Arbeitsunfallstatistik. Den Schwerpunkt der jährlichen Schulungen bildete 2014 das Thema „Arbeitsstoffe“. Bei diesen Unterweisungen wurde in Vorträgen und praktischen Übungen speziell der Umgang mit Arbeitsstoffen im Allgemeinen und jener mit gefährlichen im Besonderen trainiert. Um das Wissen zu vertiefen und den

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Transfer in die Praxis sicherzustellen, wurde das Gefahrenpotenzial von besonders heiklen Stoffen, wie z.B. Reinigungsmitteln, Schmierölen oder Zement, in Versuchen anschaulich demonstriert. Weiters wurde auch der Umgang mit der persönlichen Schutzausrüstung zu diesem Thema geübt. An allen Erzeugungsstandorten wurden nahezu alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in jeweils halbtägigen Veranstaltungen insgesamt 23.717 Stunden geschult. Nachdem 2013 persönliche Erstunterweisungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Bürostandorten Am Hof und am Westbahnhof/Wien sowie in Graz und Peggau/Steiermark, Villach/Kärnten, Schwarzach/Salzburg, Töging und Simbach /Bayern durchgeführt worden waren, wurden die Inhalte 2014 über E-Learning für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereitgestellt und sind jährlich zu absolvieren. Persönliche Unterweisungen werden alle drei bis fünf Jahre durchgeführt. Die Schulungsprogramme „Arbeitsstoffe“ und „Gefahrguttransporte“ setzten wir 2014 plangemäß fort. Speziell für die Beauftragten für Abfall und Gefahrstoffe wurden umfangreiche Schulungen geplant, vorbereitet und durchgeführt.
Unfallgeschehen

Beginnend mit 1.1.2014 sind in der konsolidierten Unfallstatistik des Konzerns auch die Grenzkraftwerke GmbH und die Innkraftwerk AG inkludiert. Dadurch erhöht sich der arbeitsrechtliche Personalstand um 264 auf 3.162 Personen (VERBUND-Mitarbeitende in Deutschland und Österreich, ohne Ennskraftwerke AG), und infolgedessen steigt auch die Anzahl der Krankentage. Das Unfallgeschehen bei VERBUND liegt nach wie vor stabil auf niedrigem Niveau. Die Unfallkennwerte im Konzern entsprechen etwa dem Mittelwert der Kennwerte der österreichischen EVU. Für die Interpretation des Unfallgeschehens müssen die absoluten Zahlen der Unfälle in Relation zur Unfallrate und zur Unfallschwere gesetzt werden. Die Unfallrate spiegelt die Unfälle eines Jahres bezogen auf den Personalstand wider, mit der Unfallschwere wird das durchschnittliche Ausmaß je Unfall anhand der Anzahl der Krankentage beschrieben. Wegunfälle werden in einer separaten Statistik geführt: 2014 ereigneten sich zehn Unfälle mit 289 Ausfallstagen. Zu den Wegunfällen zählte auch der schwerste Unfall im Konzern mit 188 Ausfallstagen: ein Stolperunfall an einer Gehsteigkante, der zu einem Bruch des Sprunggelenks führte. Für solche Fälle können kaum präventive Maßnahmen gesetzt werden. Vergleiche mit der Unfallrate im Bauwesen (40) und in der Metall- und Elektroindustrie (35) zeigen: Die Unfallrate im VERBUND-Konzern liegt mit 14 Unfällen pro 1.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch immer weit unter den Vergleichskennwerten. Auch die österreichischen Energieversorger weisen im Durchschnitt mit 15,15 eine höhere Unfallrate auf (Quelle: Unfallstatistik Oesterreichs Energie). 2014 wurden erstmals auch die Unfälle bei Lieferfirmen erhoben: Es ereigneten sich 28 Unfälle, davon 26 auf der Baustelle zum Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II. Diese sind nicht in der KonzernUnfallstatistik enthalten.

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Personalstand1 in Köpfen Unfallrate2 Unfallhäufigkeit3
3.339 Personalstand 3.009 in Köpfen 2.898 2.815 2.860

Krankentage aus meldepflichtigen Unfällen4 Unfallschwere5

Anzahl meldepflichtige Unfälle6

43 Krankentage 1.319 aus meldepflichtigen Unfällen 1.064 1.000 5 schwer 38 3 34 5 8 13 9 750 7 11 27 1(†) 37 3 10 mittel

14 Unfallrate 12 Unfallhäufigkeit 13

14

967

11 10 9 9 8

7 26 22 Unfallschwere 26 28 50 12 20 25 20 28 leicht

2010

2011

2012

2013

2014

2010

2011

2012

2013

2014

2010

2011

2012

2013

2014

1

Alle Werte beziehen sich auf Mitarbeiter/-innen an den VERBUND-Standorten in Österreich // 2 Anzahl Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiter/-innen // 3 Unfälle ab 1 Krankentag pro

1 Mio. Arbeitsstunden // 4 Kalendertage // 5 Krankentage pro meldepflichtigem Unfall // 6 Unfälle mit mehr als 3 Krankentagen - leicht: 4– 19 Krankentage, mittel: 20– 45 Krankentage, schwer: > 45 Krankentage

Aus der Analyse jedes einzelnen Unfalls im Konzern werden Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Wie in den Jahren zuvor, konnte auch im Jahr 2014 bei keinem Unfall Fremdverschulden oder ein organisatorischer Mangel als Ursachen identifiziert werden. Dies zeigt, dass der Sicherheitsstandard im Konzern sehr hoch ist, und die Arbeitnehmerschutzmaßnahmen optimal umgesetzt werden. Die Ziele für die nächsten Jahre bestehen weiterhin darin, das Selbstverständnis für die persönliche Sicherheit weiter auszubauen und eine „Sicherheitskultur“ zu etablieren. Ein wichtiges Element ist dabei die Vorbildwirkung der Führungskräfte für das sicherheitsbewusste Denken und Handeln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Befragung zur Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

Ein weiterer Aspekt der Sicherheit, der in den letzten Jahren an Bedeutung gewinnt, ist die psychische Belastung am Arbeitsplatz. Basierend auf einer gesetzlichen Forderung, müssen arbeitsbedingte psychische Belastungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untersucht werden. Ziel ist es, mögliche Fehlbelastungen am Arbeitsplatz zu erkennen, um anschließend durch Maßnahmen gezielte Verbesserungen einzuleiten. Im September 2014 hat VERBUND in Zusammenarbeit mit dem renommierten Institut für empirische Sozialforschung IFES eine Befragung zu den psychischen Belastungen durchgeführt. Rund 58 % der

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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich an der Befragung beteiligt. Eine erste Analyse zeigt, dass es keine Belastungselemente gibt, die einheitlich für alle Mitarbeitenden im ganzen Konzern vorliegen. Deshalb wurde für Arbeitsplätze, bei denen erhöhte Belastungen festgestellt wurden, noch 2014 die sogenannte „Belastungsmatrix“ erstellt. Davon wurden Handlungsfelder abgeleitet, die seit Ende 2014 in Workshops bearbeitet werden. Unter Leitung einer Arbeitspsychologin werden Maßnahmenvorschläge entwickelt und anschließend umgesetzt. 2015 wird die Bearbeitung der Ergebnisse für Arbeitsplätze, bei denen sich geringere Belastungen gezeigt haben, weitergeführt.

Unsere Verantwortung für die Gesellschaft
Als führendes österreichisches Stromunternehmen und wichtiger Akteur am europäischen Strommarkt nehmen wir unsere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft ernst. VERBUND sichert die Versorgung von Millionen Menschen mit Strom. Wir pflegen den Dialog mit unseren Stakeholdern, engagieren uns für benachteiligte Menschen und fördern das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen für Umweltund Klimaschutz. Mit unserem fachlichen Know-how engagieren wir uns außerdem aktiv für die Energiezukunft Österreichs.
Hohe Versorgungssicherheit Maßnahmen zur Absicherung des Netzes

Die aktuelle energiewirtschaftliche Situation stellt den Übertragungsnetzbetreiber vor immer größere netzbetriebliche Herausforderungen. Der Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken führt in den Stromnetzen immer häufiger zu kritischen Situationen: Plötzlich ist viel mehr oder viel weniger Strom vorhanden, als gerade verbraucht wird. In den letzten Jahren musste die VERBUND-Netztochter APG (Austrian Power Grid AG) daher sehr oft steuernd in den Netzbetrieb eingreifen, um die Versorgung zu sichern. 2014 musste die APG rund 1.200 Stunden den kurzfristigen Stromhandel aussetzen (2013: rund 820 Stunden). Diese Maßnahme ist die letzte Option, um die Sicherheit des Netzbetriebs gewährleisten zu können. Sie wird erst dann gesetzt, wenn zuvor sämtliche anderen netztechnischen Handlungen ausgeschöpft sind. In den letzten Jahren ist ein beträchtlicher Anstieg dieser Kennzahl zu verzeichnen: Die Zunahme von 2013 auf 2014 beträgt mehr als 45 %. Im Jahr 2014 kam es im Netz der APG zu keiner einzigen Versorgungsunterbrechung mit Auswirkungen auf Endverbraucher. Die Auswirkung eines Versorgungsausfalls im APG-Netz kann nur über die „nicht gelieferten MWh“ vergleichbar gemacht werden. Im Jahr 2014 transportierte die APG rund 43.137 GWh auf Netzebene 1, nicht geliefert werden konnten 0 MWh, also 0 % der transportierten Menge (2013: eine Unterbrechung, 1,19 MWh nicht geliefert, das sind 0,000003 % der transportierten Menge; 2012: eine Unterbrechung, 0,83 MWh nicht geliefert, das sind rund 0,000002 % der transportierten Menge).
Europaweite Simulation von Krisenfällen

Im Herbst 2014 wurde europaweit Neuland bei der Simulation von Krisenfällen betreten. Die Übungsannahme war ein massiver Cyberangriff auf europäische Infrastrukturen. Erstmals trainierten die österreichische E-Wirtschaft sowie weitere österreichische und europäische Unternehmen und Organisationen über die Unternehmensgrenzen hinweg diesen Ernstfall unter Steuerung der Europäischen Union und des Bundeskanzleramtes.

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Bei VERBUND wird seit vielen Jahren intensiv an vielen Szenarien gefeilt. Eine außergewöhnliche Hochwassersituation gehört zu den Standard-Szenarien. Eine übergeordnete Störung der Leittechnik, gepaart mit unerklärlichen Netzschwankungen, überfordert ein einzelnes Unternehmen. Die ENISA (European Union Agency for Network and Information Security) spielt deshalb seit Jahren verschiedene grenzübergreifende Szenarien der Cyberbedrohung durch. Heuer standen im Rahmen der „Cyber Europa“ Planspiele für den Energiesektor auf dem Programm. Die Vorbereitungen bei VERBUND liefen in der Abteilung Informatik und Organisation und dem Konzern-Risikomanagement zusammen. Gesteuert wurde die Übung von Oesterreichs Energie. Der Regelzonenführer APG als Übertragungsnetzbetreiber und die Verteilnetzbetreiber waren ebenso eingebunden wie die Stromerzeugung, die Einsatzoptimierung und der Stromhandel. VERBUND-Anlagen sind über ganz Österreich verteilt. Das Unternehmen könnte daher eine besondere Rolle spielen, zum Beispiel wenn nach einem totalen Stromausfall einzelne Regionen ihre Stromversorgung im „Inselbetrieb“ wieder aufbauen.
Erfolgsfaktor: Richtig kommunizieren

Die teilweise zeitintensiven Übungen sind fixer Bestandteil der VERBUND-Strategie zur Krisenvorbeugung. Bereits im Frühjahr 2014 wurde erstmals gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von EControl, Innenministerium und Wirtschaftsministerium das Vorgehen bei einem großflächigen Stromausfall geübt. Neben der Klärung von Zuständigkeiten und technischen Möglichkeiten haben solche Übungen noch ein wichtiges Element: Die handelnden Personen lernen ihre Ansprechpersonen, deren Aufgaben und deren Fachsprache besser kennen. Die effiziente Kommunikation über das Unternehmen hinaus ist die Grundsäule der erfolgreichen Krisenbewältigung.
Stakeholder-Dialog 2014

Im Rahmen des Dialog-Formats „Energie-Frühstück“ diskutierte VERBUND 2014 mit hochkarätigen Vortragenden und Gästen Fragen zu den künftigen Rahmenbedingungen für den Strommarkt, der gemeinsamen Preiszone mit Deutschland und der Vereinbarkeit eines ambitionierten Klimaschutzes mit einem starken Wirtschaftsstandort. Neben etablierten Dialogrunden, wie Round-Table-Diskussionen mit Umweltorganisationen oder dem Wasserkraft-Dialog mit den Landräten in Bayern, fanden 2014 erstmals auch ein parlamentarischer Abend im Bayerischen Landtag sowie eine Ideenwerkstatt zur Energiezukunft in München statt.
VERBUND-Ideenwerkstatt zur Energiezukunft

Mit der Ideenwerkstatt führte VERBUND 2014 ein neues, interaktives Veranstaltungsformat ein, bei dem Lösungsvorschläge zu konkreten energiepolitischen Fragen erarbeitet werden. Im November 2014 organisierte VERBUND gemeinsam mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium, der TU München und Advantage Austria die Ideenwerkstatt „Versorgungssicherheit gemeinsam gewährleisten“ in München. Dabei wurden Antworten auf zentrale Fragen wie „Wie können Bayern und Österreich gemeinsam die Versorgungssicherheit im neuen Energiezeitalter gewährleisten?“ erarbeitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren ausgewählte Studierende, die von Expertinnen und Experten aus der Energiewirtschaft unterstützt wurden. Die Ergebnisse wurden beim Energiekongress Bayern-Österreich am 1.12.2014 in München präsentiert. Sie sind auch als Kurzfilme auf der VERBUND-Webseite verfügbar. Die Umsetzung der Ideenwerkstatt erfolgte nach der „Design thinking“-Methode, die ihren Ursprung an der US-Universität Stanford hat. VERBUND führt mit der Ideenwerkstatt den innovativen Weg im Dialog mit seinen Stakeholdern fort und versucht, kreative Ideen für die Energiezukunft sowie neue Ant-

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worten auf aktuelle Fragestellungen zu generieren. Die teilnehmenden Studentinnen und Studenten sowie Expertinnen und Experten waren vom neuen Format sowie der Art und Weise, wie VERBUND an die Ideenfindung für schwierige Aufgaben herangeht, begeistert.
Soziales Engagement VERBUND-Klimaschule und -Stromschule

Mit der VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern und der VERBUND-Stromschule engagieren wir uns aktiv für die nächste Generation. Im Rahmen der VERBUND-Stromschule veranstalteten wir 2014 gemeinsam mit der Tageszeitung „Die Presse“ zum dritten Mal den Schulwettbewerb EDUARD. Mit dem Preisgeld von insgesamt 50.000 € wurden Energieprojekte von Schulklassen aus ganz Österreich gefördert. In diesem Jahr nahmen 99 Klassen daran teil. Im Rahmen der VERBUND-Stromschule nutzen mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler pro Jahr die Möglichkeit zu Kraftwerksexkursion. Im Jahr 2014 nutzten 3.500 Schülerinnen und Schüler das Programm der VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern, weitere 1.000 Schülerinnen und Schüler nahmen am jährlichen Klimaschulfest teil. Jüngste Kooperation im Bildungsbereich ist der „Lerngarten Arnstein“, eine Initiative von VERBUND und dem Energieforum Lipizzanerheimat, der im ersten Jahr seines Bestehens von 1.000 Schülern besucht wurde.
Stromhilfe für Menschen in besonderen Situationen

Seit 2009 unterstützen wir gemeinsam mit der Caritas und der Diakonie Menschen in schwierigen Situationen in Österreich: Im Jahr 2014 zogen beide Initiativen Bilanz über fünf erfolgreiche Jahre. Der VERBUND-Empowerment Fund der Diakonie konnte in den vergangenen fünf Jahren bereits rund 9.000 Menschen mit Behinderungen in Österreich helfen, durch Einsatz modernster Technologien ein selbstbestimmtes Leben zu führen. In den Jahren 2009 bis 2014 konnten mithilfe des Einsatzes von 1,155 Mio. € Hilfsmittel und assistierende Technologien für rund 1.650 Menschen angeschafft werden. Zusätzlich konnten 7.350 Menschen zu dieser Problemlage beraten werden. Der VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas bietet finanzielle Soforthilfe zur Begleichung offener Stromrechnungen, eine professionelle Energieberatung im Haushalt der Betroffenen und den Austausch alter, stromfressender Elektrogeräte. Seit Beginn des Projekts hat der VERBUND-Stromhilfefonds mit einem Gesamtvolumen von 1,266 Mio. € 2.600 Haushalte finanziell unterstützt – und das unabhängig vom Stromanbieter. 1.760 Haushalte bekamen bisher kostenlose Vor-Ort-Energieberatungen. 1.200 Haushalte erhielten stromsparende Geräte wie etwa Waschmaschinen, Kühl-Gefrier-Kombis oder Elektroherde. Damit konnte ein Volumen von 3.415 MWh eingespart werden.
Weitere soziale Aktivitäten

Bereits seit den 1950er-Jahren besteht unsere Patenschaft für das Haus Schwalbennest im SOSKinderdorf in der Hinterbrühl/Niederösterreich. Im Jahr 2014 haben wir diese ebenso fortgesetzt wie die Patenschaft für die Hans-Radl-Schule für Kinder mit körperlichen Behinderungen in Wien. Im Sommer 2014 wurde die VERBUND-Wasserarena auf der Donauinsel in Wien eröffnet. Mit Wasser aus der Donau und Strom aus dem VERBUND-Kraftwerk Freudenau bietet die neue, künstliche Wildwasserstrecke stabile Trainingsbedingungen für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler ebenso wie eine leicht erreichbare Freizeitdestination für Breitensportlerinnen und Breitensportler.

Mehr zur VERBUND-Wasserarena: www.vienna-wildwasser.at

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Ziele

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT VERBUND-Ziele

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VERBUND-Ziele
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die in der Wesentlichkeitsanalyse nach GRI-G4 ermittelten wesentlichen VERBUND-Themen, die strategischen Ziele von VERBUND bis 2025 und die zugeordneten operativen Ziele für das Jahr 2014. Der Zielerreichungsrad per 31.12.2014 ist farblich als Ampelsystem dargestellt: Grün = erreicht, Gelb = teilweise erreicht, Rot = noch nicht erreicht. Die rechte Spalte zeigt die Zielwerte für 2015.
Wesentliche Strategische Ziele Themen
Versorgungssicherheit Leistungsfähiges ÜberErrichtung der 380-kV-Salzburgleitung Netzknoten tragungsnetz zur Integration St. Peter - Netzknoten Tauern: UVP-Bescheid erneuerbarer Energien 1. Instanz Errichtung der 380-kV-Leitung St. Peter Deutschland: UVE eingereicht UW Schwarzenbach sowie 3. und 4. System Dürnrohr-Sarasdorf in Betrieb Wertsteigerung des Unternehmens Finanzielle Stabilität: Net debt/EBITDA < 3,0 FFO/net debt > 31 % Kapitalrentabilität: ROCE > 7,5 % Wachstum in den Wertschöpfungsstufen: … in der Erzeugung Investitionen 2015 – 2017: 870 Mio. € Effizienz-Steigerung der hydraulischen Erzeugung: Revitalisierung Ybbs Revitalisierung Kaprun Hauptstufe Revitalisierung Mayrhofen und Roßhag Revitalisierung Weinzödl Ausbau der Wasserkraftnutzung: PSP-KW Reißeck II: Kraftabstieg Ausbau der Windkraftnutzung: Windpark Petronell-Carnuntum II: Inbetriebnahme Windpark Hollern II: Inbetriebnahme Windpark Bruck-Göttlesbrunn: Infrastruktur inkl. Fundamenten … im Netz … in Handel und Vertrieb Markenbekanntheit > 70 % ungestützt Imagewert > 2,0 neu neu Umsetzung des APG-Masterplans 2030 neu Abgeschlossen Abgeschlossen Anlagen fertiggestellt Siehe "Versorgungssicherheit" Anlage fertiggestellt 1. Maschinensatz modernisiert Sämtliche Gewerke vergeben Arbeiten abgeschlossen 2. Maschinensatz modernisiert 140 Mio. € in Wachstum und 140 Mio. € in Instandhaltungen investiert UVP-Bescheid 1. Instanz liegt öffentlich auf UVP-Genehmigungsverfahren gestartet Leitungs- und Umspannwerk-Projekte lt. NEP fristgerecht umgesetzt Operative Ziele 2014 Zielwert 2015

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Wesentliche Strategische Ziele Themen
Kundenzufriedenheit > 1,8

Operative Ziele 2014 neu Neue Rabatt- und Bonussysteme entwickelt Optimiertes Online Service-Angebot VERBUND-E-Autos zu 90 % ausgelastet. Entwicklung von Angeboten im Bereich ElektroMobilität Kombinationen von dezentraler Energieversorgung mit anderen Angeboten

Zielwert 2015

Kundenbindungs-Programm erweitert Kostenfreie Energieberatung auch für Nicht-VERBUND-Kunden Abgeschlossen ECO-Home mit integrierter Ladebox zur besseren Nutzung der PV-Eigenerzeugung Steuersystem ECO-Home zur Optimierung von Eigenerzeugung und Verbrauch neu neu neu neu Absatz um 50 % gesteigert Produkt eingeführt ECO-Net aufgebaut Präqualifikation der Industrieanlagen der Pool-Teilnehmer zur Teilnahme am Regelenergiemarkt durch APG Einige Projekte gestartet Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut Ein Use Case entwickelt Abgeschlossen

Innovative Energiedienstleistungen ECO-Pakete (PV/Wärmepumpe) Smart Site Systems VERBUND-ECO-Net (LEEN) Demand Response: VERBUND Power Pool

Energie Contracting E-Mobility Smart Grids - Flexiciency Umwelt- und Klimaschutz Klima- und umweltschonende Stromerzeugung zu 100 % aus erneuerbaren Energieträgern Strategien gegen den Klimawandel: Mittelfristige Zielwerte neu festgelegt

neu neu neu

Energie-Effizienz- Maßnahmen an den Standorten einheitlich erfasst und berichtet Fischpassierbarkeit von Fließgewässern: KW Altenwörth: plangemäßer Rückbau der Traisenmündung (LIFE+-Projekt) KW Altenwörth: Varianten für Adaptierung Fischwanderhilfe KW Feistritz-Ludmannsdorf: Hochwasser- und Sedimentmanagement durch Gestaltungsmaßnahmen KW Malta: Erste Monitoringergebnisse für Fischwanderhilfe Rottau KW Rosegg: Erste Monitoringergebnisse zur Fischwanderhilfe St. Martin KW Abwinden-Asten: Vorbereitung für Fischwanderhilfe

Maßnahmen für Erfüllung des Energieeffizienz-Gesetzes festgelegt Bauabschnitt Mitte Ost fertiggestellt, Bauabschnitt Ost im Zeitplan Projektstart auf 2016 verschoben Weitere Gestaltungsmaßnahmen umgesetzt (Fertigstellung 2020) Abgeschlossen Erste Monitoring-Ergebnisse Projektstart Ende 2015

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT VERBUND-Ziele

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Wesentliche Strategische Ziele Themen

Operative Ziele 2014 Förderung der Biodiversität: Nistkästen für Sakerfalke, Kaiseradler und Habichtskauz entlang der Leitungstrassen der APG KW Malta: Renaturierung Oberwasserkanal Rottau

Zielwert 2015

31 Sakerfalken-Paare brüten in den Nisthilfen der APG. Abgeschlossen Spezifische THG-Emissionen unter 65 g CO2e/kWh Abgeschlossen Abgeschlossen

Spezifische Emissionen < 10 g CO2e/kWh Zertifiziertes Umweltmanagementsystem ISO 14001: alle VERBUNDStandorte zertifiziert

Stabilisierung der spezifischen Gesamt-THG-Emissionen durch neue Windkraft-Erzeugungskapazitäten Einheitliche Erhebung Wasserdaten Auditierung Windparks der VERBUND Wind Power Austria GmbH

Zertifizierung der VHP-Grenzkraftwerke nach ISO 14001 Dialog mit Stakeholdern Aktive und offene Kommunikation Regelmäßiger Dialog mit Stakeholder-Gruppen: 3 "Energie-Frühstücke" und 3 Dialogveranstaltungen 3 Maßnahmen zu "Regionalität" und "Innovation" Studienprojekt zum volkswirtschaftlichen Nutzen der Wasserkraft Verantwortung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: Unfallrate im Konzern unter 12 pro 1.000 Mitarbeiter/-innen Stabilisierung der Unfallrate im Konzern unter 15 pro 1.000 Mitarbeiter/-innen Verbesserung der Sicherheitskultur, Vorbildwirkung von Führungskräften durch Workshops Optimierte Erfassung und Dokumentation: interne Regelung ZASA 30, Pilotprojekt abgeschlossen Evaluierung Befragungsergebnisse zur psychischen Belastung Erfassung Unfälle bei Fremdfirmen 3 Maßnahmen zum Schwerpunktthema "Mentale Fitness"

neu

Vorbereitungen für die Zertifizierung 2016

Fortsetzung der Dialog-Formate mit besonderem Augenmerk auf ThemaSetting Etablierung eines neuen Formats; Stakeholder-Aktivitäten zu "Innovation" Kommunikation der Studienergebnisse auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene

Unfallrate unter 15 pro 1.000 Mitarbeiter /-innen Maßnahmen festgelegt Pilotprojekt abgeschlossen, Ausrollung begonnen neu neu Projekt abgeschlossen, alle Maßnahmen festgelegt Alle Unfälle bei Fremdfirmen erfasst 3 Maßnahmen sind durchgeführt

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Wesentliche Strategische Ziele Themen
Fluktuationsrate < 5 %

Operative Ziele 2014

Zielwert 2015

Attraktive und sichere Arbeitsplätze: Pilotversuch Führungsfeedback Einheitlicher Wiedereinstiegsprozess nach Karenzzeiten Know-how-Erhalt und Lehrlingsausbildung: 4,8 Bildungstage pro Mitarbeiter/-in 35 neue Lehrlinge pro Jahr Ausbildung von 148 Lehrlingen, Neuaufnahme von 45 Lehrlingen Übernahme Trainees Konzept Wissensmanagement VERBUND Streamlining Förderung von Frauen im Unternehmen Frauenanteil 25 % Erhöhung des Frauenanteils auf 19 % 6. Frauenstipendium an drei Studentinnen der TU Wien Teilnahme am Wiener Töchtertag und an "FIT - Frauen in die Technik" Compliance und Transparenz Faire Geschäftspraktiken auf allen Wertschöpfungsstufen Umsetzung internes Compliance-System: 5 Schulungen, 2 Teamsitzungen, 2 Berichte an Vorstand und Aufsichtsrat; interne UmsetzungsPrüfung Durchführung externes Compliance-Audit Informationssystem für Business-Partner-Checks Aktualisierung E-Learning-Tool zu ComplianceGrundsätzen, 50 % der verpflichteten Mitarbeiter/innen haben Kurse absolviert. Neues MonitoringSystem ist implementiert. Beschaffung NH-Analyse der Top-150-Lieferanten, definierte Eskalationsstufen Jährliche Aktualisierung Main Suppliers nach Auftragsvolumen Integration weiterer NH-Aspekte in Beschaffungsvorgänge neu ASTRAS-Angaben der Top-150-Lieferanten auf Vollständigkeit, besonders auf Umweltzertifizierungen hin analysiert Main Suppliers nach aktuellem Auftragsvolumen aktualisiert. Fokus auf Main Suppliers 5 Schulungen, insb. zu Kartellrecht, 5 Dialoge mit Holdingbereichen und Tochtergesellschaften, 2 Teamsitzungen, 2 Berichte an Vorstand und Aufsichtsrat durchgeführt Empfehlungen aus dem Compliance Quick Check umgesetzt Informationssystem implementiert und von allen verpflichteten Bereichen genutzt 100 % der verpflichteten Mitarbeiter /-innen haben Online-Schulung absolviert. 19 %1 7. Frauenstipendium an 3 Studentinnen der TU vergeben Am Wiener Töchtertag und an "FIT Frauen in die Technik" teilgenommen VERBUND Streamlining neu 4,8 Bildungstage 30 Lehrlinge aufgenommen Kein Ziel für 2015 auf 2015 verschoben: Gesamtkonzept Wissensmanagement liegt vor Bis 2020 weitere 250 Stellen sozialverträglich abgebaut Fluktuationsrate < 5 %, Führungsfeedback auf weitere Bereiche ausgerollt auf 2015 verschoben: Wiedereinstiegsprozess implementiert

1

2014: Die niedrige Frauenquote bei der Ennskraft AG verhindert die vollständige Zielerreichung 2014.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT VERBUND-Ziele

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Wesentliche Strategische Ziele Themen

Operative Ziele 2014 Persönliche Gespräche mit wichtigen Lieferanten neu

Zielwert 2015 Mit 5 wichtigen Lieferanten persönliche Gespräche zur Weiterentwicklung der NH geführt Jede/r Mitarbeiter/-in im Bereich Beschaffung hat 2-stündige Weiterbildung zu den NH-Themen besucht Weitere 500 Haushalte unterstützt Weitere 1.200 Beratungen durchgeführt Teilnehmerzahlen wieder erreicht Pädagogisches Konzept für Schulführungen in den Standorten Ybbs-Persenbeug, Freudenau und Arnstein auf junge Zielgruppen erweitert

Bewusstsein für NH bei Mitarbeitern im Beschaffungsbereich erhöhen Gesellschaftliches Engagement Engagement im Sozialund Bildungsbereich VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas: Hilfe für weitere 500 Haushalte VERBUND-Empowerment-Fund der Diakonie: weitere 1.200 Beratungen Klimafest für 700 Schüler/-innen; 3.000 Schüler/innen besuchen VERBUND-Klimaschule VERBUND-Stromschule: Evaluierung EDUARD und Kommunikation Siegerprojekte

neu

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Zum Bericht
Der jährlich erscheinende Nachhaltigkeitsbericht von VERBUND gibt einen Überblick über die Auswirkungen unserer Tätigkeiten in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Basis sind die VERBUND-Prinzipien im Unternehmensleitbild und in der Nachhaltigkeitsstrategie. Der Bericht umfasst die Aktivitäten aller Gesellschaften, die in der Konzernbilanz konsolidiert sind, dies gilt auch für die Key Performance Indicators. Veränderungen in diesem Bereich sind in den jeweiligen Kapiteln angeführt. Wichtige Ereignisse in nicht konsolidierten Unternehmen werden ebenfalls dargestellt, um ein vollständiges Bild des Unternehmens zu geben. Der Berichtszeitraum ist das letzte abgeschlossene Kalenderjahr. Über besondere Ereignisse bei VERBUND, die nach dieser Frist stattgefunden haben und von besonderem öffentlichem Interesse sind, wird ebenfalls berichtet, um Aktualität zu gewährleisten.
GRI-Standard

Die Erstellung erfolgte in Übereinstimmung mit den G4-Richtlinien und dem Sector Supplement für Electric Utilities der Global Reporting Initiative (GRI) zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten. In diesem Bericht wird der Application Level „Core“ angewendet. Standorte, an denen wir Bezugsrechte haben, sind mit ihren Erzeugungs- und CO2-Daten im Bericht berücksichtigt, aber nicht in den anderen GRI-Kennzahlen.
Der Identifizierungsprozess wesentlicher Themen für VERBUND Stakeholder-Identifikation

Aufbauend auf der bereits vor Jahren vorgenommenen Stakeholder-Analyse nach Wichtigkeit und Nähe zum Unternehmen wurden die relevanten Stakeholder-Gruppen identifiziert und beschrieben. Es erfolgte eine Analyse der Beziehungen von VERBUND zu den einzelnen Gruppen.

Branchen & Fachverbände

Anrainer/ -innen

Kundinnen und Kunden Eigentümer Mitarbeiter/ -innen VERBUND
Aufsichtsrat Lieferanten und Lieferantinnen Geschäftspartner/ -innen Politik und Behörden
Wissenschaft/Forschung Fachinstitutionen

NGO Kapitalmarkt

Medien

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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Wir legen großes Gewicht auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie auf eine ausgewogene Work-Life-Balance. Eine offene Kommunikation und wertschätzende Diskussionskultur bilden das Fundament für ein konstruktives und erfolgreiches Miteinander. Wichtige Kommunikationskanäle sind neben dem persönlichen Gespräch auch Informationsveranstaltungen, das Intranet und die Mitarbeiterzeitung „kontakt“.
Kundinnen und Kunden

beliefert Privathaushalte, Landwirtschafts- und Gewerbebetriebe in ganz Österreich mit sauberem Strom aus Wasserkraft. Darüber hinaus versorgen wir Kundinnen und Kunden im Segment Business und Industrie zuverlässig mit Elektrizität und seit November 2014 auch mit klimaneutralem Gas. Auch in Deutschland bieten wir Marktpartnern sowie Geschäftskundinnen und -kunden maßgeschneiderte Produkte an. Die Kundenplattform auf unserer Website und das Callcenter sind die Medien, über die unsere Kundinnen und Kunden bevorzugt mit uns in Kontakt treten. Dazu kommen ein regelmäßiger Newsletter sowie persönliche Kontakte in unserem Shop in Wien und auf Messen.
VERBUND

Aktionärinnen und Aktionäre

Mehrheitseigentümer von VERBUND ist die Republik Österreich mit 51 %, gefolgt vom Syndikat EVN AG & Wiener Stadtwerke Holding AG mit mehr als 25 % sowie der TIWAG mit mehr als 5 %. Weniger als 20 % der Aktien befinden sich in Streubesitz. Regelmäßige Aktionärsinformationen, Roadshows und die jährlich stattfindende Hauptversammlung werden als Kommunikationsinstrumente speziell für diese Stakeholder-Gruppe eingesetzt.
Lieferantinnen und Lieferanten

Neben dem persönlichen Kontakt mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Einkauf trägt das neue Lieferantenportal ASTRAS auf unserer Website dazu bei, Ausschreibungen und Auftragsvergaben effizient abzuwickeln.
Projektgemeinden, Anrainerinnen und Anrainer

Infrastrukturprojekte, die die Lebensräume von Menschen direkt berühren, sind besonders sensibel. Um die Qualität unserer Kommunikation sicherzustellen, haben wir die Grundregeln in Form einer Richtlinie festgehalten. Wichtige Elemente sind die frühzeitige und ausführliche Information der Betroffenen, die Einrichtung von Hotlines für dringende Fragen sowie die Einladung zu einem offenen Dialog bei Bürgerforen.
NGOs und Interessenvertretungen

Wir bemühen uns intensiv um einen offenen Dialog mit NGOs und Interessenvertretungen. VERBUND lädt regelmäßig Vertreterinnen und Vertreter der größten Umweltschutzorganisationen zu einem Round Table ein. Dabei werden aktuelle Themen diskutiert, gemeinsame Interessen ausgelotet und weiterführende Initiativen vereinbart. Ebenso pflegen wir ein offenes und vertrauensvolles Verhältnis zu Konsumentenschützerinnen und Konsumentenschützern sowie zu Arbeitnehmervertretungen.

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Politik und Verwaltung

Zu wichtigen Fragen beziehen wir klar Stellung – im aktiven Dialog mit Politik und Behörden auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene sowie mit den Institutionen der Europäischen Union.
Gesellschaft

Wir setzen uns für den sparsamen und effizienten Umgang mit der wertvollen Energieform Strom ein. Daher engagieren wir uns auch für die Bildung junger Menschen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz. Seit 2010 gibt es die VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern und die VERBUNDStromschule. Gemeinsam mit der Caritas lindern wir Energiearmut in Österreich, und mit der Diakonie unterstützen wir Menschen, die in ihrer Kommunikation auf assistierende Technologien angewiesen sind. VERBUND steht jedem Interessierten auch in den Social Media zur Verfügung.
Medien

Als größtes Stromunternehmen Österreichs steht VERBUND immer wieder im Zentrum medialer Berichterstattung zu Themen wie Wasserkraft, Stromerzeugung oder Strompreis. Unser Ziel ist, die Medien stets mit aktuellen und umfassenden Informationen zu unseren Aktivitäten bei Pressekonferenzen und mit Aussendungen zu versorgen.
GRI-Wesentlichkeitsanalyse bei VERBUND

Der Einladung von GRI folgend, die wichtigsten Themen für Energieversorgungsunternehmen zu erheben, gab es im Oktober 2012 eine interne Analyse der Wertschöpfungskette. Diese diente als Basis für einen bereichsübergreifenden internen Workshop zur Feststellung der wichtigsten Themen aus Innensicht. Aus der Liste aller genannten Themen wurden die wichtigsten im Dezember 2012 an GRI übermittelt. Diese Themen sollten aus unserer Sicht im Nachhaltigkeitsbericht eines Stromanbieters jedenfalls angesprochen werden: • Künftige Rahmenbedingungen, Marktentwicklung und daraus abgeleitete Unternehmensstrategie • Gewährleistung der Versorgungssicherheit • Gegenwärtiger und geplanter Aufbringungsmix • Darstellung der Emissionen plus deren Entwicklung • Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Unternehmen und bei Kundinnen und Kunden • Maßnahmen zur Stärkung der Kundenbeziehung • Stakeholder-Dialog, vor allem mit Anrainerinnen und Anrainern von bestehenden und geplanten Standorten
Stakeholder-Befragung

Der nächste Schritt zur Identifizierung der wesentlichen Themen war eine Befragung unserer Stakeholder im Jahr 2013. Von knapp 1.000 eingeladenen Vertreterinnen und Vertretern relevanter interner und externer Stakeholder-Gruppen in Österreich und Bayern nahmen fast 400 an der Online-Befragung teil. In der Folge wurden in Österreich 33 und in Bayern 29 Tiefeninterviews durchgeführt. Die Fragen betrafen einerseits die Erwartungen an den Stakeholder-Dialog von VERBUND und andererseits die Aktivitäten des Unternehmens im Bereich Nachhaltigkeit. Als wesentliches Ergebnis zeigte sich, dass VERBUND sein Know-how in den Bereichen Stromtransport und erneuerbare Energien noch stärker in Konzepte für das künftige Energiesystem einbringen soll. Aus der Detailanalyse aller Handlungsfelder und der Gegenüberstellung der externen und internen Sicht-

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Zum Bericht

73

weise ergibt sich folgende Wesentlichkeitsmatrix: Alle dargestellten Themen wurden von den Befragten als „wichtig“ bis „sehr wichtig“ beurteilt. Sie sind nicht nur wesentliche Kommunikationsthemen, sondern auch zentrale Angelpunkte für die interne Bearbeitung und Weiterentwicklung.
Wesentlichkeitsmatrix

sehr wichtig

Wichtigkeit für externe Stakeholder

Sichere Stromversorgung

Umweltund Naturschutz Klimaschutz Innovation

Wertsteigerung des Unternehmens

Kundenbeziehungen

wichtig

Dialog mit Stakeholdern Gesellschaftliches Förderung von Engagement Frauen im Unternehmen Compliance Verantwortung für und Transparenz Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Beschaffung

wichtig Wichtigkeit für interne Stakeholder

sehr wichtig

Medien-Analyse

Die Ergebnisse aus der Stakeholder-Befragung wurden mit den wichtigsten in den Medien behandelten VERBUND-Themen ergänzt. Die Relevanz wurde anhand der Anzahl der Beiträge zum jeweiligen Thema gemessen und ergab für 2014 einen eindeutigen Schwerpunkt auf wirtschaftlichen Aspekten wie der Reduktion der thermischen Erzeugungsanlagen (ca. 540 Beiträge), der Gewinnwarnung aufgrund sinkender Marktpreise (ca. 380 Beiträge), den Bericht des Rechnungshofs und die Neunmonatszahlen (ca. 350 Beiträge) sowie das fortgesetzte Sparprogramm (ca. 320 Beiträge).
Zusammenführung der Ergebnisse

Am Beginn des jährlichen Themenfindungsprozesses steht die Sammlung der Inhalte im Nachhaltigkeitsarbeitsteam anhand der wesentlichen Themen, gefolgt von der Analyse der aktuellen StakeholderDialoge und ergänzt durch Medienberichterstattung und aktuelle Trends. Der Nachhaltigkeitsrat bewertet anschließend die gesammelten und vorselektierten Inhalte nach den Kriterien „Relevanz“, „Aktualität“ sowie „Präsenz in der öffentlichen Diskussion“. Er schlägt dem Vorstand jene Themen vor, anhand derer sich Nachhaltigkeit bei VERBUND im Berichtsjahr am besten darstellen lässt. Die Ergebnisse aus der Stakeholder-Befragung wurden mit den aktuellen Beiträgen aus der Medienanalyse abgeglichen und mit dem Management-Feedback unserer externen Auditoren ergänzt. Im Folgenden sind die wesentlichen Themen der VERBUND-Nachhaltigkeitsberichterstattung und die zugeordneten GRI-Indikatoren dargestellt:

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Wesentliches Thema
Sichere Stromversorgung

Beispiele für Unterthemen
Langfristige Kraftwerksplanung sowie Grid-Design und -Planung Qualität des Services Stromversorgung und gleichbleibende Spannung

GRI-KPI
EU1, EU2, EU10, EU30 EU4 EU28, EU29 EC1, EN31

Zusätzliche VERBUND-KPI

• Bandbreite des Ausfallsrisikos in der Erzeugung aus Wasser und Wind • Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern • Erzeugung aus Wärmekraft • Diverse Bilanzkennzahlen • Emissionsvolumen

Wertsteigerung des Unternehmens

Wirtschaftliche Entwicklung

Reorganisation des Kraftwerksparks auf 100 % erneuerbare Energieträger Green Bond Umwelt- und Naturschutz Umsetzung Wasserrahmenrichtlinie

EU10

EN11, EN12, EN13

• Qualitativer Indikator: Durchgängigkeit, Fischaufstiegshilfen • Anteil der ISO-14001-zertifizierten Standorte

Ressourceneinsatz Klimaschutz EU-Energie- und -Klimaziele (strategische VERBUND-Ziele) Kundenzufriedenheitserhebung Crossing Borders (E-Mobility Joint Ventures)

EN1 EC2, EU5, EU11, EU12, EN3, EN15-19, EN21 PR5, EU3, EU27 • Anzahl der F & E-Projekte • Projektvolumen gesamt, davon EU-Projekte • VERBUND-Anteil gesamt • jährlicher VERBUND-Aufwand • Emissionsvermeidung durch erneuerbare Erzeugung • SO2-Emissionen aus Kohle

Kundenbeziehungen Innovation

Neue Prosumer-Produkte für Haushalte und Industrie Dialog mit Stakeholdern Verantwortung für Mitarbeiter/-innen Beschaffung Compliance und Transparenz Förderung von Frauen im Unternehmen Gesellschaftliches Engagement Frauenquote Fünf Jahre VERBUND-Empowerment-Fund der Diakonie Fünf Jahre VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas (EU23), EU27 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, attraktive und sichere Arbeitsplätze, Aus- und Weiterbildung G4-10, EC3, LA1, EU15, LA6, LA9 EU18, EC9 SO3-SO5, SO7, SO8, PR3, PR9 LA12, LA13

• Anzahl Kunden pro Produktkategorie • Imagewert • Neuaufnahmen, davon Frauen und Lehrlinge • Akademikerquote

• Anzahl angeschaffter Geräte • Anzahl durchgeführter Beratungen • Anzahl unterstützter Haushalte • erzielte Einsparung • Anzahl Teilnehmer/-innen • Anzahl Führungen

VERBUND-Klimaschule VERBUND-Stromschule

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Zum Bericht

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Neue Datenerfassung

Für eine zeitnahe und auditierbare Datensammlung haben wir 2013 ein zentrales Datenerfassungssystem für alle Nachhaltigkeitskennzahlen eingerichtet. Dieses wurde 2014 für die G4-Indikatoren adaptiert. Die strukturierte Erhebung mit einheitlichen Definitionen und nachvollziehbaren Prozessen für alle Konzernstandorte verringert die Fehlerquellen und erhöht die Transparenz. Durch die Übernahme aus Vorsystemen sinkt der Arbeitsaufwand für die Erhebung und Überprüfung von Daten. Dies ist die Basis für eine hohe Qualität und Glaubwürdigkeit der berichteten Zahlen. Weitere Vorteile des neuen Systems sind die größere Datensicherheit und schnellere Zugriffszeiten -- eine wesentliche Erleichterung bei der Erstellung von verschiedenen Berichten und der Überprüfung des Nachhaltigkeitsberichts durch externe Auditorinnen und Auditoren.
Weiterführende Dokumente

Der vorliegende Bericht baut zum Teil auf den Inhalten der Nachhaltigkeitsberichte 2002 bis 2013 auf. Um die Lesbarkeit zu erhöhen, stellen wir die aktuellen Projekte und Ereignisse kompakt dar und verweisen für Details und Hintergrundinformationen auf weitere Quellen. Auf unserer Website www.verbund.com finden sich weitere Informationen zu Themen im Bereich Nachhaltigkeit und zur wirtschaftlichen Performance, außerdem Umwelt- und Forschungsdaten sowie Projektbeschreibungen. Die aktuellen Rahmenbedingungen für die Geschäftsfelder von VERBUND – energie- und marktwirtschaftliche Entwicklung, Rohstoffpreise, regulatorische Rahmenbedingungen – sind im VERBUNDGeschäftsbericht 2014 dargestellt. In den Tabellendarstellungen können bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben Rundungsdifferenzen auftreten.
Nachhaltigkeitsmanagement bei VERBUND
VERBUND

Weitere Informationen zu Nachhaltigkeit: www.verbund.com > Nachhaltigkeit .

hat im Jahr 2003 ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem eingerichtet. Die höchste Instanz für Nachhaltigkeit ist der Konzernvorstand. Er entscheidet über die Ziele in diesem Bereich und schafft die erforderlichen Rahmenbedingungen zu deren Umsetzung. Ein Mitglied des Konzernvorstands führt den Vorsitz im Nachhaltigkeitsrat, in dem die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der großen Tochtergesellschaften, die Leiterinnen und Leiter der relevanten Holdingbereiche und die Nachhaltigkeitsbeauftragte vertreten sind. Die Aufgaben des Nachhaltigkeitsrates sind vor allem: die Festlegung von Schwerpunkten im Bereich Nachhaltigkeit, die Weitergabe von Impulsen aus den Tochtergesellschaften an das Nachhaltigkeitsarbeitsteam, die Vermittlung der Prinzipien der Nachhaltigkeit an Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der von ihm vertretenen Tochtergesellschaften und die Genehmigung des Grundkonzepts für die Publikationen.

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Das Nachhaltigkeitsarbeitsteam besteht aus Expertinnen und Experten von VERBUND zu Sozialem, Umwelt, Wirtschaft, Forschung und Kommunikation sowie einem Arbeitnehmervertreter unter der Leitung der Nachhaltigkeitsbeauftragten des Konzerns. Das Team koordiniert konzernweite Tätigkeiten, erstellt den Nachhaltigkeitsbericht und schlägt Ziele und Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit vor. Die Koordination aller Nachhaltigkeitsaktivitäten wird von der Nachhaltigkeitsbeauftragten wahrgenommen. Eine interne Richtlinie weist alle Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens an, die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales – in alle Entscheidungen und Handlungen einzubeziehen.
GRI-G4-Index

Der folgende GRI-Index enthält alle berichteten Indikatoren, jedoch keine, die als nicht relevant identifiziert wurden. Die Angabe "DMA" bezeichnet das von GRI geforderte "Disclosure of Management Approach", das auf der VERBUND-Website unter www.verbund.com > Verantwortung > Nachhaltigkeitsberichte zu finden ist. "EU-DMA" bezeichnet spezifische Ergänzungen für den Sektor "Electric Utilities", "NHB" steht für Nachhaltigkeitsbericht, "GB" für Geschäftsbericht.

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT GRI Index 2014

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GRI Index 2014
G4 ALLGEMEINE STANDARDANGABEN G4– 1 G4– 2 G4– 3 bis G4– 9 G4– 10 bis G4– 11 G4– 12 G4– 13 EU1 EU2 EU3 EU4 EU5 G4– 14 bis G4– 15 G4– 16 G4– 17 G4– 18 bis G4– 23 Stellenwert von Nachhaltigkeit im Unternehmen Wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen des Unternehmens sowie Chancen und Risiken Organisationsprofil Mitarbeiterkennzahlen Lieferkette Veränderungen im Berichtszeitraum Installierte Kapazitäten nach Energieträgern Stromproduktion netto Anzahl der Endkunden Länge des Übertragungsnetzes Zuteilung von CO2-Emissionsrechten Vorsorgeprinzip und Unterstützung von externen Intitiativen Mitgliedschaften Einbezogene Unternehmenseinheiten Wesentliche Aspekte und Berichtsgrenzen: G4-21 „KPI außerhalb der Organisation“: EU17 „Arbeitstage von Lieferanten und Sublieferanten“; alle anderen KPI gelten für alle vollkonsolidierten Unternehmen Stakeholdereinbindung Berichtsprofil und GRI-Index Externe Prüfung des Berichts Struktur der Unternehmensführung, Kontrollorgan, Vergütungen Ethik und Integrität Wo wird berichtet? (Seite) NHB 2014 – Vorwort (4) Verweis auf Chancen- und Risikomanagement im GB (47) NHB 2014 – Kapitel „Das Unternehmen VERBUND“ (13) und „Wichtige Kennzahlen“ (6) NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Soziales“ (52) und Personalmanagement im DMA (24) DMA (19) Fußnoten bei KPIs (6, 24, 37, 52) NHB 2014 – Kapitel „Das Unternehmen VERBUND“ (15) NHB 2014 – Kapitel „Das Unternehmen VERBUND“ (15, 37) 309.000 Haushalte, 11.300 Gewerbebetriebe 1.994 landwirtschaftliche Betriebe, 107 Industriebetriebe NHB 2014 – Kapitel „Das Unternehmen VERBUND“ (16) NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Umwelt“ (39) NHB 2014 – Kapitel „Nachhaltigkeitsstrategie“ (12) DMA (14) NHB 2014 – Kapitel „Zum Bericht“ (70), Fußnoten bei KPIs (6, 52) NHB 2014 – Kapitel „Zum Bericht“ (70)

G4– 24 G4– 28 bis G4– 32 G4– 33 G4– 34 bis G4– 55 G4– 56 bis G4– 58

NHB 2014 – Kapitel „Zum Bericht“ (70) und DMA (8) NHB 2014 – Kapitel „Zum Bericht“ (77) NHB 2014 – Kapitel „Bestätigungsbericht“ (81) DMA (5), Corporate Governance Bericht im GB 2014 (214) DMA (28)

GRI G4 SPEZIFISCHE STANDARDANGABEN WIRTSCHAFTLICH Wirtschaftliche Leistung Verfügbarkeit und Verlässlichkeit (vorm. EU6, jetzt DMA) Demand-Side Management (vorm. EU7, jetzt DMA) Forschung und Entwicklung (vorm. EU8, jetzt DMA) G4-EC 1 G4-EC 2 G4-EC 3 G4-EC 4 EU10 EU11 Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert Finanzielle Folgen des Klimawandels und andere Risiken und Chancen Deckung der Verpflichtungen aus dem leistungsorientierten Pensionsplan Finanzielle Unterstützung von Seiten der Regierung Anteil geplanter Erzeugungskapazität an der langfristig prognostizierten Entwicklung des Strombedarfs Durchschnittliche Wirkungsgrade der thermischen Kraftwerke

Wo wird berichtet? (Seite)

DMA (15) NHB 2014 – Kapitel „Innovation, Forschung und Entwicklung“ (47) NHB 2014 – Kennzahlentabelle „Wirtschaft“ (24) GB 2014 – Chancen- und Risikomanagement (48) NHB 2014 – Kapitel Kennzahlen „Wirtschaft“(27) 1.182,000 € für LIFE- und gewässerökolog. Projekte NHB 2014 – Kapitel Kennzahlen „Wirtschaft“ (30) Kraftwerk Dürnohr: 41,4 % (Kohle, keine Fernwärme) // Mellach : durchschn. Wirkungsgrad elektrisch: Gas: 40,5 % Kohle: 40,0 %; mit Fernwärme: max. 70 % für max. 230 MW thermisch; GDK Mellach: inkl. Fernwärme 81 %. // Neudorf-Werndorf 2: durchschn. Wirkungsgrad elektrisch:: Gas: 40,5 %, Öl: 40,0 %; mit Fernwärme: max. 82 % für max. 210 MW thermisch NHB 2014 – Kennzahlentabelle „Umwelt“ (37) DMA (28) DMA (19) DMA (20), Projektdarstellungen in den NHB und auf www.verbund.com > Verantwortung > Wirtschaft 80,0 %

EU12 Marktpräsenz G4-EC 5 G4-EC 7 G4-EC 8 Beschaffung G4-EC 9

Verluste im Übertragungs- und Verteilnetz Verhältnis der Standardeintrittsgehälter zum lokalen Mindestlohn Entwicklung und Auswirkungen von Infrastrukturinvestitionen und geförderten Dienstleistungen Erhebliche indirekte wirtschaftliche Auswirkungen

Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen

Anteil der Ausgaben für lokale Lieferanten an Hauptgeschäftsstandorten

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GRI G4 SPEZIFISCHE STANDARDANGABEN ÖKOLOGISCH Materialien G4-EN 1 EU-DMA Energie G4-EN 3 G4-EN 4 G4-EN 6 G4-EN 7 Wasser EU-DMA G4-EN 8 G4-EN 10 G4-EN 9 Biodiversität G4-EN 11 G4-EN 12 EU-DMA G4-EN 13 EU13 G4-EN 14 Emissionen G4-EN 15 bis G4-EN 21 Abwasser und Abfall G4-EN 22 G4-EN 23 EU-DMA G4-EN 24 G4-EN 25 G4-EN 26 G4-EN 27 Compliance G4-EN 29 G4-EN 31 Transport Bewertung der Lieferanten hinsichtlich ökologischer Aspekte G4-EN 32 G4-EN 33 G4-EN 34 Prozentsatz neuer Lieferanten, die nach ökologischen Kriterien überprüft wurden Ökologische Auswirkungen in der Lieferkette Formelle Beschwerden über ökologischer Auswirkungen Bußgelder und nicht monetäre Strafen wegen Nichteinhaltung von Umweltvorschriften Aufwendungen und Investitionen für Umweltschutz Gesamtmenge der Abwassereinleitung Gesamtvolumen des Abfalls Inklusive Reststoffe aus thermischer Stromerzeugung und PCBs Signifikante Verschmutzungen Gefährliche Abfälle Signifikant von Abwassereinleitungen und Oberflächenabfluss betroffene Gewässer Verringerung der ökologischen Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen Treibhausgasemissionen Standorte in Schutzgebieten und Gebieten mit hohem Biodiversitätswert Auswirkungen auf die Biodiversität in Schutzgebieten und Gebieten mit hohem Biodiversitätswert Auswirkungen auf die Biodiversität entlang von Leitungstrassen Geschützte oder renaturierte Lebensräume Biodiversität von Ersatzflächen Gefährdete Arten auf der Roten Liste und auf nationalen Listen Wassermanagement Gesamtwasserentnahme nach Quelle Aufbereitetes und wiederverwendetes Wasser Wesentlich betroffene Wasserquellen Energieverbrauch innerhalb der Organisation Energieverbrauch außerhalb der Organisation Verringerung des Energieverbrauchs Senkung des Energiebedarfs für Produkte und Dienstleistungen Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen langfristiger Ausstieg aus PCBs

Wo wird berichtet? (Seite)

NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Umwelt“: Brennstoffe (37) DMA (18) NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Umwelt“ (37) NHB 2014 –Tabelle und Text im Kapitel „Umwelt“ (37) NHB 2014 – „Innovative Produkte“ im Kapitel „Innovation, Forschung und Entwicklung“ (47) DMA (23) NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Umwelt“ (39) keine Wasserquellen beeinträchtigt NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Umwelt“ (40) DMA (23) DMA (23) NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Umwelt“ (40) DMA (22) Wird in UVP-Verfahren für Projekte erhoben und zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt. NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Umwelt“ (38)

NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Umwelt“ (39)

keine Verschmutzungen NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Umwelt“ (39) keine Abwassereinleitungen DMA (21) NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Umwelt“ (40)

Produkte und Dienstleistungen

DMA (19) nicht erhoben keine Beschwerden

Beschwerdeverfahren hinsichtlich ökologischer Aspekte

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GRI G4 SPEZIFISCHE STANDARDANGABEN GESELLSCHAFTLICH ARBEITSPRAKTIKEN UND MENSCHENWÜRDIGE BESCHÄFTIGUNG Beschäftigung EU-DMA G4-LA 1 G4-LA 2 EU15 EU17 EU18 Know-how-Erhalt (vorm. EU 14, jetzt DMA) Sicherheit und Gesundheit von Mitarbeitern und Lieferanten (vorm. EU16, jetzt DMA) Neu eingestellte Mitarbeiter sowie Personalfluktuation Betriebliche Leistungen, die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt werden Anteil der Mitarbeiter, die in fünf bzw. zehn Jahren in Pension gehen Arbeitstage von Lieferanten und Sublieferanten Anteil von Lieferanten und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings erhalten haben Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen Programme zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Todesfälle nach Region und Geschlecht Bericht über Arbeitssicherheitsmaßnahmen für Mitarbeiter von Lieferanten Arbeiter mit hoher Erkrankungsrate oder -gefährdung Vereinbarungen mit Gewerkschaften zu Gesundheits- und Sicherheitsthemen Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter Programme für Kompetenzmanagement und lebenslanges Lernen Regelmäßige Beurteilung von Leistung und Karriereentwicklung Zusammensetzung von Kontrollorganen und Belegschaft nach Diversitätsindikatoren Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zu jenen von Männern Neue Lieferanten, die im Hinblick auf Arbeitspraktiken überprüft wurden Formelle Beschwerden über Arbeitspraktiken

Wo wird berichtet? (Seite)

DMA (23ff) NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Soziales“ (52) NHB 2014 – Kapitel „Soziales“ – „Unsere Verantwortung als Arbeitgeber“ (54) NHB 2014 – Kapitel „Soziales“ – „Unsere Verantwortung als Arbeitgeber“ (53) In Bearbeitung, Plan für 2015 DMA (27)

Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis G4-LA 4 G4-LA 5 G4-LA 6 EU-DMA G4-LA 7 G4-LA 8 G4-LA 9 G4-LA 10 G4-LA 11 G4-LA 12 G4-LA 13 G4-LA 14 G4-LA 16 MENSCHENRECHTE Investitionen Gleichbehandlung G4-HR 3 G4-HR 4 GESELLSCHAFT Lokale Gemeinschaften EU-DMA G4-SO 1 G4-SO 2 EU-DMA Stakeholderbeteiligung (vorm. EU 19, jetzt DMA) Maßnahmen zur Einbindung lokaler Gemeinschaften Erhebliche negative Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften Krisenmanagement (vorm. EU 21, jetzt DMA) DMA (8) DMA (10) DMA (10) DMA (30) Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen Vereinigungsfreiheit keine Vorfälle DMA (28) Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen DMA (28) DMA (26) NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Soziales“ (53) und im Textabschnitt „Sicherheit und Gesundheit“ (58ff) DMA (27) nicht zutreffend DMA (26) NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Soziales“ (52) DMA (24) NHB 2014 – Kennzahlentabelle im Kapitel „Soziales“ (52) GB 2014 – Corporate Governance Bericht (214) 92,5 % DMA (20) keine Beschwerden Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Aus- und Weiterbildung

Vielfalt und Chancengleichheit Gleicher Lohn für Frauen und Männer Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Arbeitspraktiken Beschwerdeverfahren hinsichtlich Arbeitspraktiken

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GRI G4 SPEZIFISCHE STANDARDANGABEN Korruptionsbekämpfung G4-SO 3 G4-SO 4 G4-SO 5 Politik G4-SO 6 G4-SO 7 Compliance G4-SO 8 Signifikante Bußgelder und nicht-monetäre Strafen wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften Neue Lieferanten, die hinsichtlich Auswirkungen auf die Gesellschaft überprüft wurden Formelle Beschwerden über gesellschaftliche Auswirkungen in der Lieferkette Politische Spenden Verfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten, Kartell- und Monopolbildung Risikoerhebung hinsichtlich Korruption Korruptionsbekämpfung Bestätigte Korruptionsfälle und ergriffene Maßnahmen

Wo wird berichtet? (Seite)

100,0 % 60,0 % der Mitarbeiter/-innen keine Vorfälle 0 keine Verfahren 165.400 € Verfahren 1. Instanz Finanzmarktaufsicht

Wettbewerbswidriges Verhalten

Bewertung der Lieferanten hinsichtlich gesellschaftlicher Auswirkungen G4-SO9 G4-SO 11 DMA (20) keine Beschwerden Beschwerdeverfahren hinsichtlich gesellschaftlicher Auswirkungen

PRODUKTVERANTWORTUNG Kundengesundheit und -sicherheit EU-DMA G4-PR 1 G4-PR 2 EU-DMA EU-DMA EU25 EU26 EU27 EU28 EU29 EU30 Gesundheitsrisiken für die Gemeinschaft Produkt- und Dienstleistungskategorien, deren Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit geprüft werden Nichteinhaltung von Vorschriften für Produkte und Dienstleistungen hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit Zugang zu Elektrizität (vorm. EU 23, jetzt DMA) Beseitigung von Barrieren für den Zugang zu Elektrizität (vorm. EU 24, jetzt DMA) Unfälle und Todesfälle von Dritten Nicht belieferte Bevölkerung in Versorgungsgebieten Abschaltungen wegen Nicht-Bezahlung Stromausfälle resp. nicht gelieferte Strommenge Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke „Elektrische Felder“ im DMA (13) DMA (13) keine Vorfälle DMA (13) DMA (13) keine Vorfälle nicht anwendbar 1.447 NHB 2014 – Kapitel „Soziales“ – „Unsere Verantwortung für die Gesellschaft“ - „Versorgungssicherheit“ (61)) Wasser Ö: 90,4 %, Wasser D: 91,7 % Wind: 91,8 %, Thermisch: 86,0 % NHB 2014 – Kapitel „Das Unternehmen VERBUND“ – „Stromvertrieb“ (16) keine Vorfälle NHB 2014 – Kennzahlen „Wirtschaft“ – „Kundenzufriedenheit“ (33) nicht anwendbar keine Klagen

Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen G4-PR 3 G4-PR 4 G4-PR 5 Marketing G4-PR 6 G4-PR 7 Verkauf verbotener oder umstrittener Produkte Verstöße gegen Vorschriften oder freiwillige Verhaltensregeln für Werbung, Verkaufsförderung und Sponsoring Begründete Beschwerden über Verletzung des Datenschutzes Erhebliche Bußgelder wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften bezüglich Produkten und Dienstleistungen Kennzeichnungspflicht von Produkt- und Dienstleistungen Verstöße gegen Vorschriften oder freiwillige Verhaltensregeln zur Kennzeichnungspflicht Umfragen zur Kundenzufriedenheit

Schutz der Privatsphäre von Kunden G4-PR 8 Compliance G4-PR 9 keine Bußgelder keine Beschwerden

VERBUND-NACHHALTIGKEITSBERICHT Unabhängiger Bestätigungsbericht

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Unabhängiger Bestätigungsbericht
An den Vorstand der VERBUND AG Unabhängige Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts 2014 der VERBUND AG
Auftragsgegenstand

Wir wurden von der VERBUND AG mit der Durchführung einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit (nachfolgend „Prüfung“) des vorliegenden „VERBUND-Nachhaltigkeitsbericht 2014“ (nachfolgend „Bericht”) beauftragt. Die Prüfung umfasste den Nachhaltigkeitsbericht nach der GRI G4 KERN-Option. Unsere Prüfung bezog sich auf direkt im GRI Index angegebene Links, jedoch nicht auf darüber hinaus gehende weitere Verweise, sowie nicht auf im Nachhaltigkeitsbericht direkt angeführten Links. Unsere Prüfungshandlungen wurden gesetzt, um eine begrenzte Prüfsicherheit als Grundlage für unsere Beurteilung zu erlangen. Der Umfang der Prüfungshandlungen zur Einholung von Prüfungsnachweisen ist geringer als jener für hinreichende Prüfsicherheit (wie beispielsweise bei einer Jahresabschlussprüfung), sodass ein geringerer Grad an Prüfsicherheit gegeben ist. Gemäß der „Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhandberufe“1 ist unsere Haftung beschränkt. Demnach haftet der Berufsberechtigte nur für vorsätzliche und grob fahrlässig verschuldete Verletzungen der übernommenen Verpflichtungen. Im Falle grober Fahrlässigkeit beträgt die maximale Haftungssumme gegenüber der VERBUND AG und etwaigen Dritten insgesamt EUR 726.730.
Einschränkungen des Prüfauftrages

• Zahlen, die aus externen Studien entnommen wurden, wurden nicht geprüft. Es wurde lediglich die korrekte Übernahme der relevanten Angaben und Daten in den Berichten überprüft. • Die im Rahmen der Jahresabschlussprüfung geprüften finanziellen Leistungsindikatoren und Aussagen wurden von uns keiner Prüfung unterzogen. Wir überprüften lediglich die GRI-konforme Darstellung dieser Daten im Bericht. • Die Prüfung zukunftsbezogener Angaben war nicht Gegenstand unseres Auftrags.
Kriterien

Wir beurteilten die Informationen im Bericht auf Basis der folgenden für das Geschäftsjahr 2014 maßgeblichen Kriterien (nachfolgend „die Kriterien“): • GRI G4 Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung2. Wir gehen davon aus, dass diese Kriterien für die Durchführung unseres Prüfauftrags angemessen sind.
Verantwortung des Managements

Das Management der VERBUND AG ist für die Erstellung des Berichts sowie für die darin enthaltenen Informationen in Über einstimmung mit den oben genannten Kriterien verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Entwicklung, Implementierung und Sicherstellung von internen Kontrollen. Diese sind für die Erstellung der Berichterstattung maßgeblich, um wesentliche falsche Angaben auszuschließen.
Unsere Verantwortung

Unsere Verantwortung besteht darin, ein Urteil über die Informationen im Bericht auf Basis einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit abzugeben. Wir haben unseren Prüfauftrag unter Beachtung des „International Federation of Accountants’

1

Fassung vom 21. Februar 2011, herausgegeben von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Kapitel 8, http://www.kwt.or.at/de/PortalData/2/Resources/downloads/downloadcenter/AAB_2011_de.pdf

2 https://www.globalreporting.org/reporting/g4/Pages/default.aspx

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ISAE 3000“-Standards3 sowie des von der „International Federation of Accountants“ (IFAC) herausgegebenen „Code of Ethics for Professional Accountants“ - worin Regelungen zu unserer Unabhängigkeit enthalten sind - geplant und durchgeführt.
Unsere Vorgehensweise

Wir haben alle erforderlichen Prüfungshandlungen durchgeführt, um eine ausreichende und geeignete Basis für unser Urteil sicherzustellen. Die Prüfung wurde am Hauptsitz der Gesellschaft in Wien durchgeführt. Wesentliche Prüfungshandlungen von uns waren: • Erlangung eines Gesamtüberblicks zur Unternehmenstätigkeit sowie zur Aufbau- und Ablauforganisation des Unternehmens; • Durchführung von Interviews mit Unternehmensverantwortlichen, um relevante Systeme, Prozesse und interne Kontrollen, welche die Erhebung der Informationen für den Bericht unterstützen, zu identifizieren und zu verstehen; • Durchsicht der relevanten Dokumente auf Konzern-, Vorstands- und Managementebene, um Bewusstsein und Priorität der Themen im Bericht zu beurteilen und um zu verstehen, wie Fortschritte überwacht werden; • Erhebung der Risikomanagement- und Governance-Prozesse in Bezug auf Nachhaltigkeit und kritische Evaluierung der Darstellung im Bericht; • Durchführung analytischer Prüfungshandlungen auf Unternehmensebene; • Stichprobenartige Überprüfung der Daten und Prozesse, um zu erheben, ob diese auf Konzernebene angemessen übernommen, konsolidiert und berichtet worden sind. Dies umfasste die Beurteilung, ob die Daten in genauer, verlässlicher und vollständiger Art und Weise berichtet worden sind; • Bewertung der Berichterstattung zu wesentlichen Themen hinsichtlich Kernthemen welche im Rahmen von Stakeholderdialogen angesprochen worden sind, über welche in externen Medien Bericht erstattet worden ist und zu welchen wesentliche Wettbewerber in ihren ökologischen und gesellschaftlichen Berichten Bezug nehmen; • Stichprobenartige Überprüfung der Aussagen im Bericht auf Basis der GRI G4 Berichtsgrundsätze und • Beurteilung, ob für die KERN-Option die GRI G4 Leitlinien konform angewendet wurden.
Unsere Bestätigung

Auf Grundlage unserer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Prüfsicherheit sind uns keine Sachverhalte bekannt, die uns zu der Annahme veranlassen, dass die Informationen im Bericht nicht in Übereinstimmung mit den oben definierten Kriterien sind. Wien, 27. März 2015 ERNST & YOUNG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. Brigitte Frey e.h. ppa. Christine Jasch e.h.

3

International Federation of Accountants’ International Standard for Assurance Engagements Other than Audits or reviews of Historical Financial Information (ISAE3000) effective for assurance statements dated after

January 1, 2005

Zertifizierte VERBUND-Kraftwerke

21

Zertifizierte Netzanlagen

CZ
Slavetice Sokolnice

Pleinting Pirach Altheim Simbach

BISAM-

BERG
DÜRNROHR SARAS-

SK

ST. PETER
Ranshofen Wagenham Hausruck Salzburg Ybbsfeld

DORF

WIENSÜDOST
Neusiedl

ERNSTHOFEN

Györ Györ

D
Memmingen Leupolz

Salzach
Stromnetz Steiermark GmbH

Oberösterreich Netz GmbH

Weißenbach

Stromnetz Steiermark GmbH

Ternitz

TAUERN
Zell am Ziller Bürs Oststeiermark Südburgenland Pongau Hessenberg

H

WESTTIROL
Malta

Stromnetz Steiermark GmbH

KAINACHTAL

CH
Pradella

I

OBERLIENZ

SIELACH

Soverzene Podlog

Maribor

SLO

Anlagen im Hoch- und Höchstspannungsnetz der Austrian Power Grid AG
380-kV-Leitung 380-kV-Salzburgleitung 220-kV-Leitung 110-kV-Leitung APG-Umspannwerk APG-Netzknoten

IMPRESSUM Herausgeber: VERBUND AG Am Hof 6a, 1010 Wien Nachhaltigkeitsbeauftragte von VERBUND: Renate Pretscher Redaktion: Karin Kichler Dieser Nachhaltigkeitsbericht wurde inhouse mit FIRE.sys produziert. Diagramm- und Tabellenkonzept: Roman Griesfelder, aspektum gmbh Kreativkonzept und Design: Brainds Konzept und Beratung: Grayling Übersetzung und Sprachendienst: Austria Sprachendienst International Druck: Lindenau Productions Kontakt: VERBUND AG Am Hof 6a, 1010 Wien, Österreich Telefon: +43(0)50313-0 Fax: +43(0)50313-54191 E-Mail: sustainability@verbund.com Homepage: www.verbund.com Konzernkommunikation: Beate McGinn Telefon: +43(0)50313-53702 E-Mail: media@verbund.com

UW 790 – gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ des Österreichischen Umweltzeichens
        
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