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Ostkreuz

Full text: Ostkreuz

STADTUMBAU OST
1 	 Mildred-Harnack-Oberschule
Pankow Lichtenberg

5 	 Umgestaltung des Nöldnerplatzes
Der Nöldnerplatz liegt im Übergangsbereich zwischen Innenstadt und Stadtrand, hier grenzen die Victoriastadt und der Weitlingkiez aneinander. Die Planungen zur Umgestaltung des Nöldnerplatzes basieren auf einem 2003 entschiedenen landschaftsarchitektonischen Wettbewerb zur Schaffung eines angemessenen städtebaulichen Umfeldes für den kulturhistorisch bedeutenden Schulbau von Max Taut. Mit dem Umbau wurde ein Gelände mit neuen Nutzungsmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen geschaffen. Der Durchgangsverkehr wurde durch Einengung der Lückstraße eingeschränkt. Auf dem Platz wurden neue Leuchten installiert. Der Baumbestand blieb weitgehend unangetastet, wurde nur teilweise ergänzt. Es entstand ein „Platz im Platz“, der sich für Veranstaltungen nutzen lässt. Die Fläche wurde mit unterschiedlichen Materialen befestigt, die vorhandenen Linden in die Platzfläche integriert und die angrenzende Rasenfläche durch zwei erhöht liegende Rasenpodeste strukturiert.

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Kant-Gymnasium

tkreu Os
Friedrichshain Kreuzberg

z

MarzahnHellersdorf

Neukölln

für die Hosen TASCHE
Liebe Bürgerinnen und Bürger, mit dem Bund-Länderprogramm „Stadtumbau Ost“ wird seit 2002 der Stadtteil Ostkreuz in Lichtenberg aufgewertet. Entstehen soll ein „innerstädtisches generationenübergreifendes Wohnquartier mit guter Infrastruktur und hohem Grünanteil“. Dafür müssen die Zentren gestärkt, die Infrastruktureinrichtungen erneuert, das Wohnumfeld verbessert und die verschiedenen Wohngebiete vernetzt werden, um die Stabilisierung des Quartiers weiter zu unterstützen. Im Gebiet ist in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme der Gesamtbevölkerung zu erkennen. Festzustellen ist allerdings ein deutlicher Alterungsprozess der Gesamtbevölkerung und auch ein Zuzug von jungen Familien mit einer Zunahme von Kindern unter 6 Jahren. Bei der Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen des Stadtumbaus wird gezielt auf die Bedürfnisse der jungen wie auch der zunehmend älteren Bewohnerinnen und Bewohner eingegangen. In den letzten Jahren wurde vor allem der öffentliche Raum im Gebiet Ostkreuz aufgewertet: Plätze, Promenaden, Grünflächen, Quartiersparks und Spielflächen, z.B. die Neugestaltung des Nöldnerplatzes. Darüber hinaus werden verstärkt auch Einrichtungen der sozialen Infrastruktur - meist ungenutzte Schulen und Kitas - gefördert. Im vorliegenden Faltplan „Stadtumbau für die Hosentasche“ stellen wir Ihnen eine kleine Auswahl der bisher realisierten Projekte und Maßnahmen im Quartier Ostkreuz in Lichtenberg vor. Der Faltplan möchte Sie zum Besuchen, Verweilen und Nutzen der entstandenen Einrichtungen und öffentlichen Anlagen anregen - ein Spaziergang entlang der Fußabdruckroute lohnt sich. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen interessante Ein- und Ausblicke und uns allen einen nachhaltigen Erfolg im Bemühen, ein „innerstädtisches generationenübergreifendes Wohnquartier mit guter Infrastruktur und hohem Grünanteil“ weiter zu entwickeln.

2 	 Kiezspinne FAS
Seit 1993 ist die Kiezspinne als Nachbarschaftsverein in der Großsiedlung Frankfurter Allee-Süd aktiv und zu einem zentralen Anlaufpunkt für die Bewohnerschaft geworden. Der Verein knüpft ein Netz zwischen den verschiedenen Initiativen, Projekten, Trägern, öffentlichen Einrichtungen und engagierten Menschen im Kiez, darüber hinaus hält er Kontakte zu Politik, Verwaltung und Wirtschaft, um gemeinsam etwas für den Kiez zu bewegen.

8 	 Nachbarschaftsgarten Lichte Weiten
Hinterhöfe in Berlin haben viele Gesichter. Größere Flächen sind oft mit Garagen belegt, wirken ungestaltet und ohne Qualität. Der Verein „Lichte Weiten e.V.“ sanierte an der Wönnichstraße 104 ein Wohnhaus und etablierte ein sozial und ökologisch ausgerichtetes Muster-Wohnprojekt für Menschen aller Generationen. In diesem Zusammenhang initiierte der Verein für die Bewohner der angrenzenden Häuser der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH und die Nachbarn aus dem Kiez ein weiteres Projekt: den Pocketpark 26. Die HOWOGE hat die Flächen dem Verein kostenlos zur Nutzung übergeben. Es entstand ein urbaner Garten als Kieztreff mit Spielangeboten, Nutzgarten und einer Pflanzenkläranlage für das Wohnhaus. Der Nachbarschaftsgarten mit alten heimischen Obstbäumen und Sträuchern steht unter dem Motto „Essbare Gärten“. Daneben gibt es verschiedene Biotop-Zonen wie ein Feuchtbiotop, trockene Hügel und Wildbienenwände. Auf einer Bühne finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Weitere Informationen unter www.lichte-weiten.de

© Wohnstatt

Ein weiterer Baustein des Projektes war die denkmalgerechte Sanierung des Innenbereiches der bestehenden alten Turnhalle. Der Umbau ermöglicht nun auch eine Mehrzweckzwecknutzung als Sporthalle und Aula für schulische Veranstaltungen.

© Planergemeinschaft

Mit den eingesetzten Fördermitteln wurden der Schulhof und die alte Turnhalle der Mildred-Harnack-Oberschule aufgewertet. Rechteckige Betonblöcke dienen nun als Sitzmöglichkeiten, große Metallschirme spenden im Sommer Schatten. Auf einem multifunktionalen Ballplatz kann Fußball ebenso wie Basketball gespielt werden. Bei der Umgestaltung des Schulhofs zu einer großzügigen und freien Aufenthaltslandschaft sind die Wünsche der Schüler eingeflossen. Eine abgeschlossene Pflegevereinbarung mit der Schule unterstützt die Nachhaltigkeit der Maßnahme.

Die Schule aus den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts besteht aus zwei Gebäudeteilen mit dazwischen liegendem Hof sowie zwei Turnhallen. Trotz einzelner Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen bestand erheblicher Modernisierungs- und Instandsetzungsbedarf der sanitären Anlagen, der Fassaden, des gesamten Verwaltungsbereichs sowie der Grundriss- und Erschließungssituation, insbesondere im Zusammenhang mit den Turnhallen. In einem ersten Bauabschnitt wurden die Sanitärräume erneuert und die Fassade des Gebäudes an der Lückstraße einschließlich der Fenster saniert. Im zweiten Bauabschnitt - gefördert durch das Programm Stadtumbau Ost - wurden die Fassaden und Fenster des Gebäudeteils an der Leopoldstraße saniert. Weiterhin wurden der Informatikbereich und das Lehrerzimmer vergrößert sowie der Verwaltungsbereich und der Bereich um die Turnhallen im Erdgeschoss des Gebäudes Lückstraße neu geordnet und modernisiert.

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Neugestaltung Bahnhofsvorplatz Lichtenberg

© Planergemeinschaft

Finanziert aus dem Programm Urban II fiel die Entscheidung zugunsten eines maßgeschneiderten Neubaus an der Stelle des alten Schulgebäudes. Schon bei der Diskussion um den Neubau haben sich viele aus dem Wohngebiet beteiligt, später dann auch beim Bauen, Malern, Saubermachen und beim Pflanzen. Das Haus konnte ein positives Signal im Quartier setzten und bietet viel Platz für generationsübergreifende Freizeit-, Kultur-, Bildungs- und Beratungsaktivitäten für alle Altersgruppen. Bis zu 5.000 Besucher pro Monat lockt die Kiezspinne. Neben einem offenen Bürgertreff mit Sozialberatung und regelmäßigen Angeboten wie Computerkursen, Schachgruppen und Spielgruppen für Eltern und Kinder, gibt es feste Veranstaltungsreihen und einmalige Events. Die Photovoltaikanlage konnte im Rahmen von Stadtumbau-Ost realisiert werden.

3 	 Künstlerische Zeichen in der Victoriastadt
Die Victoriastadt wird über die Pfarr-, Kaskel-, Stadthaus-, Markt- und Karlshorster Straße an die Nachbarquartiere angebunden. 1997 entwickelte ein Bewohner daraus die Idee, diese fünf Ein- und Ausgänge künstlerisch zu inszenieren. Mit Urban II kofinanziert, bot sich schließlich eine Chance, die Kunstaktion zu finanzieren. Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur unterstützte das Vorhaben und führte 2002-2003, unter Beteiligung der Bewohnerschaft, mit 36 Kunstschaffenden einen Wettbewerb mit dem Titel „1/4 auf 5 Wegen“ durch. Zehn Beiträge wurden von einer Jury für eine zweite Phase ausgewählt. Um das Verständnis für die Kunst in der Bevölkerung zu vermitteln, begleiteten Kunstvermittlerinnen das Verfahren. Die Wettbewerbsbeiträge wurden vorgestellt und mit interessierten Bürgern diskutiert. Die Jury wählte vier unterschiedliche Lichtinstallationen zur Umsetzung aus. Auf eine Inszenierung der fünften Brücke über der Stadthausstraße wurde im Nachhinein verzichtet, da diese im Zuge von Bauarbeiten der Bahn durch einen Neubau ersetzt wurde. Realisiert wurden die Kunstwerke „Grüne Wege“ an der Unterführung Pfarrstraße/Wiesenweg von Kerstin Wichmann, „Die rote Form“ von Josefine Günschel & Margund Smolka an der Unterführung der Kaskelstraße zum S-Bahnhof Nöldnerplatz, die „Lichtlinien“ von Gunda Förster an der Brücke Karlshorster Straße und die „Atmosphären“ von Veronika Kellndorfer an der Markt-/Boxhagener Straße. Die Lichtinstallationen wurden am 17. Februar 2005 feierlich der Öffentlichkeit übergeben.

4 	 S-Bhf. Nöldnerplatz 	 - Zugang von der Kaskelstraße
Der Weg vom S-Bahnhof Nöldnerplatz in die Victoriastadt war wenig einladend. Hauptärgernis war die völlig marode, mit Graffiti übersäte Stützwand des Bahndamms, die den schmalen Weg auf der einen Seite einfasste, sowie die unzureichende und regelmäßig ausfallende Beleuchtung. Um Lösungen für eine interessante Gestaltung des Zugangs zu finden, die über die bloße Erneuerung der Fahrbahnbereiche und der Beleuchtung hinausgingen, veranstaltete der Bezirk in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin ein diskursives Entwurfsverfahren mit Architektur-Studierenden. Gesucht war eine einfache aber starke Idee, die der städtebaulichen Situation und dem Charakter des Quartiers Victoriastadt gerecht wurde. Die Aufgabe umfasste die Gestaltung der Oberflächen, die Abgrenzung zum Bahndamm sowie eine differenzierte Lichtführung von der Unterführung bis zum S-Bahneingang.

Weiterhin wurde ein Spielhain mit Spielgeräten, Spielskulpturen, Ballspielfeld, Skater-Anlage und Tischtennisplatten realisiert. Die Idee entstand während eines Workshops mit Kindern der Umgebung. Die Rasenfläche zwischen Nöldnerstraße und Schlichtallee erhielt eine Begrenzung aus Basaltpflaster. In Beton eingelassene, durch Sträucher abgeschirmte Holzsitzflächen vor dem Polizei-Dienstgebäude bilden eine weitere Ruhezone. Der Kreuzungsbereich Nöldnerstraße/Schlichtallee wurde komplett umgebaut sowie ein Gehweg zur Sportanlage in der Fischerstraße hergerichtet.

© Planergemeinschaft

Der Umbau des Bahnhofvorplatzes Lichtenberg erfolgte über einen langen Zeitraum in mehreren Bauabschnitten. Das Dach über der Treppe bzw. Rampe zur U-Bahn einschließlich des Zwischengeschosses wurde durch die BVG realisiert, den Neubau des Daches entlang der Bahnkante mit Kiosken hat das Land Berlin in Auftrag gegeben.

6 	 Neugestaltung des Vorplatzes der 	 Max-Taut-Schule
Vor der Aula des heutigen Oberstufenzentrums entstand im Bereich der kleinen Verbindungsstraße zwischen Schlichtallee und Fischerstraße eine platzartige Vorfahrt. Das Reihenpflaster der Fahrbahn wurde zum großen Teil erhalten, jedoch bis kurz unter die Oberkante der vorhandenen Granitborde angehoben. Damit ist die Trennung zwischen Gehweg und Straßenbelag weitestgehend aufgehoben. Die Vorfahrt soll ausschließlich für den beliebten Veranstaltungsort MaxTaut-Aula genutzt werden. Große Sitzbänke an der, durch Basalt eingefassten Rasenfläche, laden zum Verweilen ein.

Der Busverkehr mit den Haltestellen wurde zum Erhalt einer freien zusammenhängenden Platzfläche an den Rand der Weitlingstraße verlegt. Für die Eingänge sowie die Überleitung von der Bushaltestelle über die bestehende Rampe zur S- und U-Bahn wurde ein großes, schwebendes Dach geplant. Entlang der Bahnkante wurde ein lang gestrecktes Vordach angebracht, passend zum leicht geschwungenen Dach über dem Eingangsbereich zur U- und S-Bahn. Unter dem Dach wurden drei separate Kioske errichtet, zwei davon nutzen Imbisse. Zwischen den Kiosken sind Fahrradständer angeordnet.
© A. Stahl

Platzseitig erhielt die Stützmauer eine neue Fassung durch eine vorgesetzte Stahlkonstruktion mit farbigen Stahlblechen.

Andreas Geisel
Stellvertretender Bezirksbürgermeister und 	 Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt und Verkehr

9 	 Kiezgarten HeinrichTreff
Im Weitlingkiez gibt es noch immer relativ wenig Grünflächen und Freizeitangebote. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Berlin Lichtenberg (EFG) entschloss sich deshalb, auf dem brachliegenden Grundstück Heinrichstraße 32 einen Kiezgarten aufzubauen. Interessierte Gemeindemitglieder brachten ihre Wünsche und Anregungen in den Entwurf ein. Für die Bauarbeiten wurden u.a. 8 Arbeitslose aus der Region befristet beschäftigt. Neben Wegen, Plätzen und Grünflächen wurde der Garten mit Bänken, Pergolen, Fitness- und Spielgeräten bestückt und somit viel Platz für Erholung und Begegnung geschaffen. Cafébetrieb angeboten, freitags gibt es bei den HeinrichKids besondere Angebote für Kinder. Abends und am Wochenende kann der Garten gemietet werden.

Impressum
Herausgeber: Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, FB Stadtplanung Alt-Friedrichsfelde 60, 10315 Berlin Ansprechpartner: Martina Becker, Tel. 030/90296-6421, Martina.Becker@lichtenberg.berlin.de Clemens Radke, Tel. 030/90296-6431, Clemens.Radke@lichtenberg.berlin.de Werner Schmitz, Tel. 030/90296-6469, werner.schmitz@lichtenberg.berlin.de Redaktion & Layout: Planergemeinschaft Dubach, Kohlbrenner, Lietzenburger Str. 44, 10789 Berlin Ellen Daßer, Winfried Pichierri, Annika Meyer, Katja Scheinig

© BA Lichtenberg

Weitere Informationen: www.berlin.de/ba-lichtenberg/buergerservice/bauen/bauen014.html

Der Siegerentwurf wurde von Vertretern der Universität, der Senats- sowie Bezirksverwaltung und Anwohnervertretern auswählte. Er sah als wesentliches Gestaltungselement eine Verkleidung der Stützmauer mit einer Gabionenwand und eine darin integrierte Beleuchtung vor. Die Umsetzung wurde über das Programm Urban II kofinanziert.

© Planergemeinschaft

© BA Lichtenberg

© BA Lichtenberg

Die Bewirtschaftung und Betreuung organisiert die Gemeinde ab Mai 2011 in Eigenregie und ehrenamtlich. An den Wochentagen ist der Kiezgarten vormittags nach Anmeldung für Kindergruppen reserviert, von 14 bis 19 Uhr steht er offen für alle. Mittwochs wird zusätzlich ein kleiner

© EFG Berlin-Lichtenberg

© A. Stahl

STADTUMBAU OST für die Hosen TASCHE

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	 	 Mildred-Harnack-Oberschule

	 Kiezspinne FAS

	 Künstlerische Zeichen in der 	 Victoriastadt 	 S-Bhf. Nöldnerplatz - Zugang von der 	 	 Kaskelstraße 	 Umgestaltung des Nöldnerplatzes

	 Neugestaltung des Vorplatzes der 	 Max-Taut-Schule 	 Kant-Gymnasium

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	 Nachbarschaftsgarten Lichte Weiten

	 Kiezgarten HeinrichTreff

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Neugestaltung Bahnhofsvorplatz Lichtenberg Weitere Aufwertungsmaßnahmen

	

Ehemalige Gebietsgrenze
        
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