Path:
Periodical volume

Full text: Ecke Issue 2016,6

ecke

nr. 6 – oktober 2016

müllerstraße

Ch. Eckelt

Seite 3: Der Platz vorm Jobcenter wird nicht fertig Seite 6/7: Leopoldplatz im Rückfall?
Seite 9: Möbliertes Studentenwohnen bringt Rendite Seite 10: himmelbeet mit neuem Vorschlag

Zeitung für das »Aktive Zentrum« und Sanierungsgebiet Müllerstraße. Erscheint achtmal im Jahr kostenlos.
Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung

Termine

Bilderrätsel: Gewinner gesucht!
Ch. Eckelt

Runder Tisch Leopoldplatz

Dienstag, 1. November 2016, 19 Uhr, Volks­
hochschule Wedding,
Antonstraße 37, Raum 302 oder 202

Obenunten­
Drunterdrüber
Der »Elise-und-Otto-Hampel-Platz«
kommt ein Jahr später als geplant.

Händlerfrühstück des Geschäfts­
straßenmanagements und der
­StandortGemeinschaft

Mittwoch, 2. November, 7.30 Uhr, Ort: bitte
erfragen unter Telefon 88 59 14 36, www.plan­
ergemeinschaft.de
Ch. Eckelt

Sitzung der Stadtteilvertretung
­Müllerstraße mensch.müller

An jedem ersten Donnerstag im Monat jeweils
um 19 Uhr im Vor-Ort-Büro Triftstraße 2

Sprechstunde der Stadtteilvertretung

montags 18–20 Uhr, Vor-Ort-Büro Triftstraße 2

Welche Ecke?

ecke im Netz

Wo wurde dieses Foto aufgenommen? Wer es weiß, schicke die Lösung bitte mit genauer Absender­
adresse an die Redaktion: ecke müllerstraße, c/o Ulrike Steglich, Elisabethkirchstraße 21, 10115
Berlin oder per Mail an: eckemueller@gmx.net. Unter den Einsendern verlosen wir einen Kinogut­
schein für zwei Personen für das Kino Alhambra. Einsendeschluss ist Montag, der 24. Oktober.
Unsere letzte Rätselecke wurde auf dem Parkdeck auf dem Dach von Karstadt aufgenommen. Viele
Einsender wussten die Lösung. Gewinnerin ist diesmal Emina Hodzic. Herzlichen Glückwunsch!
Der Preis wird Ihnen zugesandt. Für alle anderen: Das Rätselraten geht weiter.

Neue Mieterberatung

Leitlinien zur Bürgerbeteiligung

An jedem Montag zwischen 10 und 12 Uhr
sowie an jedem Donnerstag zwischen 16 und
18 Uhr gibt es ab sofort im Vor-Ort-Büro des
Aktiven Zentrums in der Triftstraße 2 eine
Mieterberatung für die Milieuschutzgebiete
im Wedding statt.
Insbesondere bei Modernisierungs- und In­
standsetzungsmaßnahmen sowie bei Um­
wandlungen von Miet- in Eigentumswohnun­
gen finden Mieter hier kompetente Ansprech­
partner. Betroffen sind die Sozialen Erhal­
tungsgebiete (Milieuschutzgebiete) Sparrplatz
(Sprengelkiez), Leopoldplatz (zwischen See-,
Oudenarder, Reinickendorfer, Gericht- und
Müllerstraße) und Seestraße (Brüsseler Kiez
und nördlich angrenzendes Gebiet bis zur
Kongostraße). Die Beratung wird von erfahre­
nen Mitarbeitern der Mieterberatung Prenz­
lauer Berg durchgeführt und ist kostenfrei.
Man muss nicht Mitglied in einer Mieterver­
einigung sein, um sie in Anspruch nehmen zu
können.
In den Gebieten sind u.a. Modernisierungs­
maßnahmen und Umwandlungen in Mietwoh­
nungen genehmigungspflichtig.
Termine und Adresse der Mieterberatung
finden Sie im Adressteil auf der letzten Seite
dieser Zeitung.

Der Bezirk Mitte entwickelt derzeit eigene
»Leitlinien zur Bürgerbeteiligung« und hat
dazu eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung,
Politik und Bürgerschaft gegründet. In einer
öffentlichen Bürgerwerkstatt am 25. Novem­
ber werden Bürgerinnen und Bürger die Mög­
lichkeit haben, ihre Erfahrungen einzubrin­
gen. Außerdem soll ein Online-Dialog einge­
richtet werden, an dem man sich beteiligen
kann. Die Ergebnisse sollen dann in einen
Entwurf für die Leitlinien einfließen, der
schließlich von der BVV und vom Bezirksamt
beschlossen werden soll.
Dazu wurden bereits umfangreiche Vorarbei­
ten durchgeführt, z.B. eine 50-seitige Broschü­
re zur »Entwicklung der Bürgerbeteiligungs­
kultur im Bezirk Mitte«. Man kann sie im
Internet herunterladen, genauso wie die Pro­
tokolle der AG-Sitzungen. Allerdings ist die
entsprechende Seite nicht gerade einfach zu
finden:
www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwal­
tung/service-und-organisationseinheiten/
sozialraumorientierte-planungskoordination/
leitlinien-zur-buergerbeteiligung

2

Im Internet findet man alle bisher erschiene­
nen Ausgaben der ecke ­müllerstraße unter
www.muellerstrasse-aktiv.de /oeffentlichkeits­
arbeit/zeitung-ecke-muellerstrasse

Die nächste Ausgabe
erscheint Anfang November, Redaktions­
schluss: 24. Oktober.

Das Titelbild dieser Ausgabe
zeigt die »BVG-U-Bahn-Hauptwerkstatt
S­ eestraße« in der Müllerstraße 49

Impressum
Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin,
Stadtentwicklungsamt
Redaktion: Christof Schaffelder,
Ulrike Steglich
Redaktionsadresse:
»Ecke Müllerstraße«, c /o Ulrike Steglich,
Elisabethkirchstraße 21, 10115 Berlin
Tel (030) 44 01 06 05, eckemueller@gmx.net
Fotos: Christoph Eckelt, eckelt@bildmitte.de
Entwurf und Gestaltung:
capa, Anke Fesel, www.capadesign.de
Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH,
www.berliner-zeitungsdruck.de
V.i.S.d.P.: Ulrike Steglich
Für den Inhalt der Zeitung zeichnet nicht
der Herausgeber, sondern die Redaktion
verantwortlich.

Die Neugestaltung des Platzes zwischen der neuen Schiller-Bibliothek
und dem alten Rathaus Wedding wird rund ein Jahr länger in An­
spruch nehmen als ursprünglich geplant. Statt zu Ende diesen Jahres
wird die Fertigstellung erst Ende 2017 erwartet.
So sollte der erste Bauabschnitt, die Neugestaltung des Platzteiles vor
dem jetzigen Jobcenter, eigentlich schon im Januar abgeschlossen
sein. Jetzt ist er, wenn alles gut geht, zu Jahresende fertig. Özlem
Özmen-Eren, die Betreiberin des Cafés »Simit Evi« im Pavillon an
der Müllerstraße, hat das in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht: Das Sommergeschäft draußen im Garten konnte sich kaum
entfalten: »Wenn ständig Sand und Staub von der Baustelle ins Essen
weht, setzt sich dort doch keiner hin«, klagt die Gastronomin. Dabei
zeigt das Beispiel des Zeppelinplatzes um die Ecke, dass die Neugestaltung öffentlicher Räume auch zügig vorankommen kann. Obwohl
dort deutlich später begonnen wurde, konnte der erste Bauabschnitt
im Zeitplan beendet werden. Beide Maßnahmen werden im Aktiven
Zentrum Müllerstraße aus denselben Städtebaumitteln gefördert,
beide wurden mit breiter Bürgerbeteiligung geplant.

Viele Köche …
Doch nicht die Bürgerbeteiligung war für die Verzögerungen am Rathaus Wedding verantwortlich. Dort verkomplizierten vielmehr unterschiedliche administrative Zuständigkeiten die Planung. Probleme waren also bereits im Vorfeld der Maßnahme angelegt: Schon die
Klärung der Verfügungsgewalt über die verschiedenen Teilbereiche
des Platzes nahm viel Zeit in Anspruch. Einerseits mussten sich verschiedene Fachabteilungen und Stadträte des Bezirkes einigen – zuständig sind sowohl das Straßen- und Grünflächenamt unter Carsten
Spallek (CDU), das Amt für Weiterbildung und Kultur unter Sabine
Weißler (die Grünen), als auch die Serviceeinheit Facilitiy-Management unter Sabine Smentek (SPD) – und anderseits war der ehemalige Rathausneubau im Zentrum des Platzes an das landeseigene
»Berliner Immobilien-Management« (BIM) übertragen worden, das
ihn wiederum an das Jobcenter weitervermietet. Alle Beteiligten
brauchten lange, bis sie sich auf die Neuordnung der Grenzen ihrer
Grundstücksanteile einigten. Der Bezirk hätte dabei am liebsten
möglichst alles der BIM übertragen, um spätere Bewirtschaftungs­
kosten zu sparen. Man einigte sich gerade noch vor Baubeginn. Doch
die beschlossene neue Zuordnung der Grundstücksgrenzen erzwang
auch eine Neuordnung der unterirdisch angelegten Entwässerung
des Platzes.

Die Berliner Wasserbetriebe forderten, das Regenwasser von den versiegelten Platzflächen der BIM nicht einfach so in die Berliner
Mischwasser-Kanalisation abzuleiten. Damit Mischwasser bei starken
Regenfällen nicht ungeklärt in die Berliner Gewässer läuft, werden
derzeit überall in der Innenstadt unterirdische Zwischenspeicher angelegt, die das Regenwasser sammeln und zeitverzögert abgeben. Vor
dem Jobcenter konnte man im Frühjahr den Bau dieses Speichers beobachten. Doch seitdem der fertig ist, stand die Baustelle still. Denn
es hatte sich herausgestellt, dass das Wasser vom Zwischenspeicher
nicht in die Kanalisation der Müllerstraße geleitet werden kann, wie
die Wasserbetriebe ursprünglich planten. Dem hätten die Leitungen
anderer Versorgungsbetriebe im Weg gelegen, die unter dem Bürgersteig dort verlaufen, das Gefälle wäre zu schwach ausgefallen. Jetzt
wird das Regenwasser über die alte Limburger Straße in die Kanalisation der Genter Straße geleitet – eine Variante, die im Vorfeld zwar
von den Landschaftsarchitekten angeregt, von den Wasserbetrieben
aber verworfen wurde. Die notwendigen Abstimmungen und die
Umplanungen kosteten den kompletten Sommer.

»Beamtenlaufbahn« immer noch da
Andere Schwierigkeiten treten hinzu. So haben etwa die ausgereizten Kapazitäten im Betonbau inzwischen zu deutlichen Preissteigerungen geführt. Für kleinere Aufträge wie die Herstellung von Fundamenten für umfriedete Müllstandorte der Bibliothek und des Jobcenters finden sich kaum noch Anbieter. Und der zweite Bauabschnitt,
die Herstellung des Verbindungswegs auf der ehemaligen Limburger
Straße entlang des Rathauses Wedding, wird zudem durch die »Beamtenlaufbahn« behindert. Unter ihr passen größere Baufahrzeuge
nicht hindurch. Die inzwischen funktionslose Verbindungsbrücke
zwischen Jobcenter und Rathaus sollte zwar abgerissen werden, wie
es schon in der Auslobung des Wettbewerbs für die Neugestaltung
des Platzes im Jahr 2013 angekündigt war und mittlerweile auch vom
Bezirksamt beschlossen wurde.
Das Stadtplanungsamt blockiert aber die Umsetzung der Entscheidung – obwohl dieser Verbindungsgang die Sichtbeziehung auf dem
Platz stark einschränkt und somit die gewünschte klare Verbindung
zwischen Müllerstraße und Beuth-Campus eindeutig stört.
Ob der Platz tatsächlich zum Jahresende 2017 fertig wird, hängt unter anderem vom Winter ab: Wird dieser lang und hart, treten vermutlich weitere Verzögerungen auf. Sicher ist jedoch, dass der ursprüngliche Kostenrahmen nicht eingehalten werden kann. 
cs

3

Ch. Eckelt

Leserpost

Obrigkeitsstaatliche
­Verbotsermächtigung?

Ch. Eckelt

Die Dichte steigt
Der öffentliche Raum braucht keine soziale Feuerwehr,
sondern verlässliche Aufmerksamkeit – und einen Etat

zu ecke 5 /2016: Wie gefährlich ist der neue Zeppi?
In der August-Ausgabe der Ecke Müllerstraße veröffentlichten wir ei­
nen Leserbrief, in dem unter anderem mehr Hinweisschilder auf das
Hundeverbot auf Spielplatz und Liegewiese des neugestalteten Zep­
pelinplatzes gefordert wurden. In einem begleitenden Text wiesen wir
darauf hin, dass der im Brief erhobene Vorwurf, Hundebesitzer um­
gingen »mit einer totalen Ignoranz« das Hundeverbot, überwiegend
nicht zutrifft: Sowohl Erzieherinnen von Kindergruppen, die den
Spielplatz häufig nutzen, als auch Stadtteilvertreter bestätigten uns,
dass das Problem nicht so gravierend sei.
Inzwischen wurden durch Unbekannte die meisten Hinweisschilder
auf das Hundeverbot entfernt, lediglich direkt am Spielplatz wurden
sie an ihrem Standort belassen. Zugleich erreichte uns ein Leserbrief,
der Aufschluss über die Denkweise hinter diesem mehrfachen Dieb­
stahl gibt. Der Leserbrief war mit vollem Namen, Adresse und Tele­
fonnummer gezeichnet. Wir haben ihn anonymisiert, da wir den
Schreiber nicht dem Verdacht aussetzen wollen, eine Straftat began­
gen zu haben.

Kommentar

Verehrter Herr W.,
ich kenne die Perspektive eines Hundehalters aus eigener (WG-)Erfahrung. Ich kenne allerdings auch die Perspektive eines Kleinkindes,
das vor einem auf ihn zu rennenden, fremden und aus Kindersicht
gleich großem Hund schreiend vor Angst in die elterlichen Arme
flüchtet. Weder mein Kind noch mich vermochten in solchen Situationen die üblichen Worte von Herrchen oder Frauchen zu beruhigen: »Der will doch nur spielen.«
Ich gestehe: Ich gehöre zu jener »aktiven Minderheit«, die, wo immer sie einen Hund auf einem Spielplatz erblickt, auf den Hundehalter zugeht und ihm zu erklären versucht, warum dieser Platz für
Hunde tabu zu sein hat: Weil es nämlich Kinder gibt, deren Angst vor
Hunden zwar irrational erscheinen mag, aber gleichwohl so mächtig
ist, dass sie Spielplätze für Kinder zu No-Go-Areas machen kann. Da
sollten Spielplätze doch lieber No-Go-Areas für Hunde sein!
Gute Erfahrungen haben wir dagegen an Hundeauslaufgebieten gemacht: Dort konnten die Kinder geschützt durch einen Zaun die
spielenden Hunde beobachten, sich an ihnen freuen und dabei ihre
Ängste abbauen. Und seit dem Frühjahr gibt es auch in Mitte, dank
des Einsatzes des Vereins »Mensch und Hund Moabit e.V.« im FritzSchloß-Park ein Hundeauslaufgebiet.

Der öffentliche Raum ist – trotz Facebook und Google – essentiell für
Städte, das heißt: für die Menschen, die sich darin nach wie vor analog bewegen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Privatisierung öffentlichen Raumes heiß debattiert wurde: Weil es eben nicht
egal ist, ob ein Platz, eine Straße, ein Park der Stadt gehört oder dem
Investor XY, der dann kraft privater Security-Trupps bestimmt, wer
sich an diesem Ort aufhalten darf und wer nicht. (Versuchen Sie mal,
am Lageso oder auf dem Vorplatz der Spandau Arcaden zu fotogra­
fieren.)
Heute stellen sich noch ganz andere Fragen. Berlin wächst, und damit teilen sich auch immer mehr Menschen den öffentlichen Raum.
Anwohner. Migranten aus Stuttgart, Spanien, England oder Rumä­
nien. Touristen. Kriegs- oder Armutsflüchtlinge, Obdachlose. Man
könnte das soziologisch sicher feiner differenzieren. Unbestritten ist
jedoch, dass der vorhandene öffentliche Raum nicht größer wird, obwohl sich immer mehr Menschen darin bewegen. Physikalisch ausgedrückt: die Dichte steigt.
Dabei gibt es sehr unterschiedliche Interessen und Ansprüche: Touristen erwarten einen möglichst hohen Erlebnisfaktor, Anwohner
wollen einfach ihren Alltag bewältigen, Zuzügler ihr neues Umfeld
kennenlernen. Und dann gibt es jene, die schlicht auf den öffentlichen Raum angewiesen sind: Weil sie keine Wohnung mehr haben
oder aus anderen sozialen Rastern gefallen sind, weil sie Gesellschaft
und Kommunikation brauchen, sich aber keine Café- oder Kneipenbesuche leisten können, oder weil sie als Geflüchtete Orientierung
suchen in der großen Stadt.

Nicht zuletzt: Mit dem Touristengeschäft brummt auch die Dealer­
szene. Inzwischen steht in jedem Reiseführer zur sexy Metropole, wo
die Hotspots sind, wenn man sich mal einen Kick verschaffen will:
Görli, Kotti, RAW … Die Abnehmer sind da und damit auch der
Markt und die Händler.
Der öffentliche Raum ist Arena und zugleich Spiegel der Gesellschaft.
Und weil Berlin eine Stadt voller Kontraste und auch Konflikte ist,
bleibt auch der öffentliche Raum nicht konfliktfrei. Immer dann,
wenn irgendwo eine Situation zu eskalieren droht (ob am Görli, Kotti
oder Alex, am Leo, U-Bahnhof Turmstraße oder an der Köpenicker
Straße) werden ad hoc Interventionsteams beauftragt. Dann tagen
Runde ­Tische; Polizei, Präventionsbeauftragte, Mediatoren und Sozialarbeiter werden losgeschickt, letztere meist mühsam über
unterschied­liche Töpfe finanziert.
Streetworker, Sozialarbeiter und Mediatoren sind aber keine gesellschaftliche Feuerwehr, die man immer mal dann rufen kann, wenn
es gerade brennt. Man sieht es am »Leo«: Geduldige Kontinuität und
Verlässlichkeit erzeugen Vertrauen und Erfolge. Entsteht ein auch
nur kurzzeitiges Vakuum, weil eine »Fördermaßnahme« zu Ende ist
und es auch gerade anderswo brennt, können die nächsten Sozial­
arbeiter wieder von vorn anfangen.
Es reicht nicht, wenn die Bezirke immer wieder hier und da in ihren
ohnehin knappen Etats herumstochern müssen, um die »soziale Feuerwehr« irgendwie zu bezahlen, für zwei oder drei Jahre. Es wäre
wichtig, dass das Land Berlin den öffentlichen Raum als Pflichtauf­
gabe anerkennt und einen verlässlichen, kontinuierlichen Etat für
Sozialarbeit bereithält. Immerhin sprudeln die Steuereinnahmen
auch durch Tourismus im öffentlichen Raums kräftig. Es wäre angebracht, dieses Geld zu reinvestieren: für Befriedung öffentlicher Plätze, für das Kümmern um jene, die auf diesen offenen Raum angewiesen sind, für gestresste Anwohner. Eine Stadt, die mit ihrer Weltoffenheit und Diversität wirbt, hat auch die Pflicht, sich zuverlässig um
die Verträglichkeit im öffentlichen Raum zu kümmern. Dazu gehört
übrigens auch eine nicht kaputtgesparte Polizei – denn es kann nicht
die Aufgabe von Sozialarbeitern sein, sich der Dealerszene entgegenzustellen. 
us

Mit freundlichen Grüßen, Christof Schaffelder

in Ihrem Artikel behaupten Sie, »mit etwas gesundem Menschenverstand« könne man sich vorstellen, dass durch einen Hundespaziergang am Spielplatz Konflikte entstünden. Diese Konflikte aber hat
eine aktive Minderheit heraufbeschworen, die eine irrationale Angst
vor Hunden schürt und das jahrzehntelang friedliche Zusammensein
zwischen Hundebesitzern und anderen Grünflächennutzern auf dem
Zeppelinplatz zerstört hat: Durch eine obrigkeitsstaatliche Verbotsermächtigung, wie sie Law- und Order-Kleinbürgern am liebsten ist.
Die Wahrheit ist, dass Kontakte zwischen kleinen Kindern sowie
­Jugendlichen und Hunden gesundheitsstabilisierend sind. Wie Sie
als gewiss wahrheitsliebender Mensch zwanglos feststellen können,
ist die reale Mensch-Hund-Beziehung (…) wissenschaftlich gut erforscht. Was ich praktiziere, ist der Austausch zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und den Generationen und nicht deren
gegenseitige Isolation, wie sie derzeit von einer trendigen ApartheidUrbanistik betrieben wird!!
Mit freundlichen Grüßen, Matthias W.

4

Wieder Wildschweine im Gehege
Das Wildschweingehege im Volkspark Rehberge steht nicht mehr leer.
Nach dem Tod des letzten vorherigen Bewohners im Mai 2015 waren die
Anlage erneuert und umfangreiche Baumarbeiten durchgeführt worden.
Am 10. August zogen zunächst zwei ca. einjährige Schweine ein, am 19.
September folgten zwei rund sechs Monate alte Bachen. Alle vier Wild­
sauen waren Geschenke der Revierförsterei Tegelsee des Forstamtes
Tegel. Das Füttern der Tiere ist verboten, denn es gefährdet deren Ge­
sundheit.

Bildecke

Ch. Eckelt

Verehrter Herr Schaffelder,

Baumfällungen notwendig
Am Leopoldplatz, im Schillerpark und im Volkspark Rehberge mussten
leider insgesamt vier Bäume gefällt werden. Bei Baumpflegearbeiten
auf dem Leopoldplatz wurde an einem Ahorn direkt am Kinderspiel­
platz ein beginnender Riss in der Krone festgestellt. Er war damit eine
Gefahrenstelle. Im Schillerpark wurde auf der Schülerwiese eine abge­
storbene Linde gefällt und am Uferweg des Möwensees im Volkspark
Rehberge war an zwei Buchen ein starker Pilzbefall festgestellt worden.
Auch sie mussten deshalb kurzfristig gefällt werden.

5

Die Bänke sind leer. Drei Jahre nach der
feier­lichen Eröffnung des neugestalteten
Leopoldplatzes wird der Aufenthaltsbereich
für die »Szene« kaum noch genutzt. Sie
nimmt den von ihr selbst mitgeplanten Ort
nicht mehr an. Gründe dafür sind die neu
auflebende Drogenszene, enttäuschte Hoff­
nungen, erlittene Kränkungen und vielleicht
auch Angst vor der eigenen Courage. Hinzu
kommt ein Rückgang an behördlicher Auf­
merksamkeit und politischem Handlungs­
willen, nachdem der Platz aus den NegativSchlagzeilen verschwunden war: Der Leo­
poldplatz ist sozusagen allmählich auf dem
Dienstweg versandet.

Ein Netzwerk von Akteuren
Die Neugestaltung des Leopoldplatzes war
eine der ersten und vielleicht die bedeutsamste Aufgabe im Aktiven Zentrum und
Sanierungsgebiet Müllerstraße. Der zentrale
Weddinger Stadtplatz wurde zwischen 2010
und 2013 baulich umgestaltet und sollte zugleich sozial befriedet werden. Eine dringend notwendige Intervention, denn der
Leo galt bis dahin öffentlich als ein verkommener Ort, den man besser mied; als
»Schandfleck«, der auf den gesamten Stadtteil ausstrahlte.
»Am schönen alten Leopoldplatz geht Berlin
stinkend im Alkohol unter«, so hatte im Oktober 2009 die BZ drastisch getitelt. Dabei
konnte sie sich auf Anwohner berufen, die
gegen die Zustände auf dem vorderen Platzteil protestiert hatten: mit Demos, Unterschriftensammlungen und bei diversen Bürgerversammlungen. Im Zentrum des Unmuts stand dabei die lokale Trinkerszene,
die sich an diesem Ort ständig und in großen
Gruppen aufhielt und den Platz klar dominierte.
Damals entstand unter großem Engagement
vieler Anwohner am Runden Tisch Leopoldplatz ein neuer Lösungsansatz: Bei der Platz-

6

Ch. Eckelt

Der Leopoldplatz im Rück­
fall: Es mangelt auch an der
Aufmerksamkeit der Bezirks­
verwaltung

neugestaltung sollten »Problemgruppen«
nicht verdrängt werden. Vielmehr wurde ge­
meinsam mit ihnen eine Planung entwickelt
und umgesetzt, in der sie auch einen eigenen Aufenthaltsbereich mitgestalteten: mit
Tischtennisplatte, Überdachung, Toilette.
Ebenso wichtig wie die Beteiligung der Anwohner am Runden Tisch war aber auch die
Einrichtung der »Praktikerrunde«, in der
sich Mitarbeiter des Bezirks, der Sanierungsbeauftragten, des Polizeiabschnitts, der BVG,
des Leopoldcenters, des Marktbetreibers, der
Kirchengemeinde und die Sozialarbeiter regelmäßig zusammenfanden. Das vom Bezirk
beauftragte »Soziale Platzmanagement« von
Gangway e.V. mit Sozialarbeitern und einer
Konfliktmediatorin vermittelte dort mehr
als nur die Sichtweise der Szene.
»Es dauerte ungefähr ein Jahr, bis wir im
September 2011 die Runde zusammenhatten«, erzählt die Mediatorin Dr. Franziska
Becker. »Allein mit dem neugebauten Aufenthaltsbereich und der Straßensozialarbeit
wären die Probleme nicht in den Griff zu
bekommen gewesen. Man braucht auch ein
Netzwerk von Akteuren im Umfeld, die sich
zusammen dafür einsetzen, dass die vereinbarten Regeln auch eingehalten werden.«
Heute jedoch trifft sich die lokale Trinker­
szene statt am Leo lieber auf der gegenüberliegenden Seite der Müllerstraße: am Rathaus Wedding und vor dem U-Bahn-Eingang
am Leopold-Center, oder auch etwas weiter
entfernt am »schwarzen Netto« neben dem
S-Bahnhof Wedding. Einige haben sich auch
nach Moabit abgesetzt, in den Kleinen Tiergarten. Auf den vorderen Leopoldplatz ist
die Szene nicht wieder zurückgekehrt, je-

denfalls nicht so stark wie in den Jahren vor
der Platzerneuerung.
Hier sieht man inzwischen ein ganz buntes
Publikum: Studenten der benachbarten
Beuth-Hochschule verweilen auf den langen
Bänken und am Wasserspiel ebenso wie
Flüchtlinge aus dem Heim in der Pank­
straße, Familien, Frauen mit oder ohne
Kopftuch, Anwohner aller Altersklassen und
Herkünfte. Manchmal sind auch kleinere
Gruppen der »klassischen Trinker« darunter
– aber sie dominieren den Platz nicht mehr.

Die Szene verlässt ihren Aufenthalts­
bereich
Im Winter 2013 /2014 hatten (wohl überwiegend osteuropäische) Kleindealer den Aufenthaltsbereich entdeckt. Kurz zuvor war
hier anstelle provisorischer Dixi-Klos eine
neue dauerhafte Toilettenanlage der Firma
Ströer aufgestellt worden. Diese war von allen Beteiligten gefordert worden, um dem
unerträglichen Urinieren im öffentlichen
Raum, insbesondere an der Kita auf dem Gelände, ein Ende zu setzen. Auch die Szenegrüppchen selbst hatten eine solche feste
Toilette gewünscht. Das geräumige Bauwerk
wurde jedoch bald auch von Heroinsüchtigen genutzt, die sich hier oft zu mehreren
einschlossen und Heroin (»Folie«) rauchten. Es kam gelegentlich zu Konflikten zwischen Trinkern und Dealern. Als im Frühjahr 2015 das Landeskriminalamt gezielt
Razzien am Aufenthaltsbereich durchführte,
eskalierte die Situation.
Bei einer solchen Razzia wurde nämlich ein
Depot mit Heroinkügelchen auch auf dem
Außengelände des »Trinkraums Knorke«
entdeckt. »Knorke« war ein Projekt, mit

dem engagierte Gemeindemitglieder der
Nazarethkirchengemeinde die Situation auf
dem Leo sehr positiv beeinflusst hatten: Im
Hintergebäude des Gemeindehauses wärmte sich die Szene nicht nur auf – man traf
sich auch dort, es wurde gekocht und man
konnte Sozialarbeiter um Rat fragen. Das
»Knorke« erhielt keine staatliche Unterstützung, die Gemeinde finanzierte lediglich
eine halbe Sozialarbeiterstelle. Praktisch
wurde das Projekt zu einem großen Teil von
der Szene selbst organisiert. Mehrere Jahre
lang ging das auch gut. Doch nach dem Drogenfund kam der Gemeindekirchenrat zu
dem Schluss, dass der weitere Betrieb nicht
mehr verantwortbar sei und der Trinkraum
umgehend geschlossen werden müsse. Für
viele in der Szene war das ein heftiger
Schlag, den sie bis heute noch nicht verarbeitet haben.
Gleichzeitig häuften sich die Razzien am
Aufenthaltsbereich. Mit konzentrierten Repressionskampagnen sollten nach der üblichen Polizeitaktik des LKA die Dealer vom
Ort vertrieben werden. Das klappte nur
kurzfristig – nachhaltig vertrieben wurde lediglich die Trinkerszene. »Wir wurden hier
ständig kontrolliert und kriminalisiert«, begründete ein Szenevertreter am Runden
Tisch den Wegzug. Seitdem halten sich die
Grüppchen an anderen Ecken auf.

Klares Signal wäre notwendig
Zum Jahreswechsel 2015/2016 kam es darüber hinaus zum Trägerwechsel des Sozialen
Platzmanagements am Leo. Das war neu
ausgeschrieben worden, nachdem die Verantwortlichkeit und Finanzierung von der
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an
den Bezirk Mitte übertragen worden war.
Das neue Sozialarbeiterteam von »Fixpunkt
e.V.« bringt dabei auch Erfahrungen aus dem
Kleinen Tiergarten ein, wo es ein ähnliches
Projekt betreut. Und es kennt sich gut am
Leo aus, weil es dort auch schon zuvor mit
seinem »Präventionsmobil« präsent war.
Das langjährig gewachsene Vertrauensverhältnis ihres Vorgängers konnten sie aber
natürlich nicht auf Anhieb ersetzen.
»Die Szene am Leo hat nicht alle Verbindungen zu dem Aufenthaltsbereich abgebrochen,« sagt der Sozialarbeiter Ralf Köhnlein
von Fixpunkt e.V. »Wenn wir dort besondere
Angebote machen, zum Beispiel zusammen
kochen und Essen ausgeben, dann kommen
auch alle – das ist überhaupt kein Problem.«
Nur im Normalfall kommt eben kaum einer
mehr zum Aufenthaltsbereich. Es ist fast so,
als ob die »Szene« auf ein Signal warten
würde. So ein Signal könnte beispielsweise
eine bauliche Änderung der Toilettenanlage

sein. »Darüber reden wir schon seit Monaten in der Praktikerrunde«, erzählt Ralf
Köhnlein. »Man müsste ja eigentlich nur
­einen Rauchmelder einbauen, der Alarm
schlägt und die Türen öffnet, wenn Rauch
entsteht. Die Firma Ströer als Betreiberin
reagiert aber einfach nicht auf unsere Anfragen.« Ähnliche Probleme mit Heroin-Rauchern gibt es übrigens auch an der StröerToilette am Alexanderplatz.

Kein Ansprechpartner beim
­Ordnungsamt
Mitglied der Praktikerrunde ist auch wieder
Dr. Franziska Becker, die diese maßgeblich
mit aufgebaut hatte. Fünf Jahre später sieht
sie einen deutlichen Rückzug des Bezirks:
»Dem Leopoldplatz fehlt vor allem die Aufmerksamkeit der Bezirksverwaltung. Am
Anfang waren ja das Straßen- und Grünflächenamt und vor allem auch das Ordnungsamt intensiv an den Runden beteiligt. Jetzt
wissen wir noch nicht einmal, wer beim
Ordnungsamt überhaupt unser Ansprechpartner sein könnte.«
Die Stelle des Präventionsbeauftragten im
Bezirk Mitte, der die Praktikerrunde koordiniert, wurde bei der personellen Neu­
besetzung 2015 in der Zuständigkeit neu zugeordnet und ist nicht mehr direkt beim Bezirksbürgermeister angebunden. Franziska
Becker bedauert das. »Der neue Präventionsbeauftragte darf jetzt nicht mehr von
sich aus Kontakt zu den Amtsleitern der Bezirksverwaltung aufnehmen. Er muss sich
an den offiziellen Dienstweg halten. Und der
ist oft lang und beschwerlich.«

Dagegen lobt sie den Polizeiabschnitt 35:
»Die haben kein bisschen nachgelassen in
ihrem Engagement.« In Kreuzberg sind ihre
Erfahrungen genau entgegengesetzt. Dort
ist der Bezirk sehr engagiert dabei, wenn es
darum geht, am Kotti oder im Görlitzer Park
gemeinsam mit unterschiedlichsten Nutzergruppen nach Lösungswegen für die Konflikte zu suchen. Dafür sei aber die Polizei
weit weniger dazu bereit, sich an diesem
Prozess zu beteiligen: »Da gab es bislang
sehr starke Einflussnahmen von der übergeordneten Leitungsebene.«
Am Leopoldplatz scheinen dagegen die bezirklichen Energiereserven aufgebraucht zu
sein. Der Platz wird nicht mehr als Problemzone wahrgenommen – obwohl die Problem­
lagen im Stadtraum wahrlich nicht kleiner
geworden sind. Müssen erst neue Skandalberichte erscheinen, um das zu ändern?
Die könnte es schon bald geben. Auf der anderen Straßenseite verschärfen sich nämlich
die Konflikte, so berichten es auch Anwohner: Dort, auf dem Platz vor dem Jobcenter,
konkurrieren nun Trinkerszene, JobcenterKunden und Migrantengruppen rund um
die staubige Baustelle um die wenigen Sitzgelegenheiten. Im Frühjahr soll hier der
­erste Bauabschnitt des künftigen »Eliseund-Otto-Hampel-Platzes« fertig werden.
Wenn man nicht aufmerksam ist, könnte
sich hier bald Ähnliches abspielen wie auf
dem Leopoldplatz vor seiner Erneuerung.

Christof Schaffelder

Ch. Eckelt

Auf dem
Dienstweg
versandet?

Zu geräumig: Den behindertengerechten Teil der Toilettenanlage am »Aufenthaltsbereich«
­missbrauchen immer wieder Drogenabhängige zum »Folienrauchen«.

7

Ch. Eckelt

Bis April aus
dem Stadtbild
­verschwunden?
Von den jetzigen Spielcasinos dürfte
kaum eines übrig bleiben – laut
Gesetz

als beim Vorgänger. Offensichtlich lassen sich in diesem Marktsegment phantastische Gewinne erzielen.
Deshalb dürfte es nicht überraschen, dass auch im Aktiven Zentrum
Müllerstraße so ein Apartmenthaus entsteht: an der Ecke Müller-/
Utrechter Straße haben die Baumaßnahmen schon begonnen. Von
ähnlichen Projekten hört man immer wieder, etwa in der Nazarethkirchstraße, spruchreif sind sie allerdings noch nicht.

Ch. Eckelt

Bis April 2017 sollten eigentlich die meisten Spielhallen mit Geldspielgeräten aus dem Straßenbild im Bezirk verschwunden sein.
Denn nun greift ein Berliner Gesetz von 2011, das den Betrieb von
Spielhallen streng reglementiert. Eine Übergangsfrist von fünf Jahren für bereits bestehende Spielhallen ist Ende Juli abgelaufen. Und
damit endeten offiziell auch deren Konzessionen. Zwar haben die
meisten Betreiber neue beantragt. Bis Ende September wird aber
wohl ein Großteil davon versagt, dann müssten sie bis zum Frühjahr
schließen.
In Berlin ist jetzt ein Mindestabstand von 500 Metern zwischen zwei
Hallen mit Geldspielgeräten und von 200 Metern bis zur nächsten
weiterführenden Schule vorgeschrieben. Die Spielhallen verteilen
sich aber nicht gleichmäßig über den Bezirk, sondern konzentrieren
sich vor allem in den Nebenstraßen und den Randbereichen großer
Geschäftsstraßen wie der Turm- oder der Müllerstraße, beispiels­
weise in der Umgebung des Bahnhofs Wedding oder in der Stromstraße. In solchen Ballungen dürfte also laut Gesetz nur jeweils eine
Spielhalle überleben.

Wie der Casino-Boom entstehen konnte
Das Phänomen der Spielcasinos, die in den späten 2000er Jahren wie
Pilze aus dem Boden schossen, gründet zum einen auf der Änderung
der bundesweiten Spielverordnung im Jahr 2005. Diese erleichterte
das Aufstellen von Geldspielautomaten deutlich und bescherte der
Automatenindustrie einen regelrechten Wachstumsboom. Gleich­
zeitig gerieten traditionelle Geschäftsstraßen in die Krise – um die
Jahrtausendwende durch die Konkurrenz unzähliger Shopping-Center und später auch durch den Online-Handel. Mehr und mehr alteingesessene Geschäfte gaben auf. Viele Lebensmittel- und DrogerieDiscounter mittlerer Größenordnung zogen zudem in neue Leichtbauhallen mit angeschlossenem Parkplatz, die damals vielerorts auf
städtischem Brachland errichtet wurden. Deshalb fanden Spielhallenbetreiber vor allem in Stadtteilen mit geringer Kaufkraft ein großes Angebot an leer stehenden Gewerberäumen.
Im Wedding und in Moabit war der Protest vehement: Viele Anwohner sahen die Spielhallen als Signal für den Niedergang ihrer Kieze.
Auf Bürgerversammlungen in den Aktiven Zentren Müller- und
Turm­straße war deren Ausbreitung eines der am häufigsten genannten Probleme.

8

Als erstes Bundesland beschloss Berlin im Jahr 2011 schließlich ein
eigenes Spielhallengesetz, das im ersten Schritt die weitere Ausbreitung von Spielhallen verhinderte. Nun, nach dem Ablauf der fünfjährigen Übergangsfrist, beginnt Phase 2, in der auch etliche der vorhandenen Spielhallen schließen sollen.

Nicht nur Ordnungsgelder drohen
Das wollen deren Betreiber natürlich nicht. Insgesamt wurden in
Berlin 498 Anträge auf Weiterbetrieb gestellt, mehr als ein Viertel
davon (nämlich 132) im Bezirk Mitte. Die Gewerbeämter sollten nun
bis Ende September letztlich per Losverfahren bestimmen, welche
(wenigen) von ihnen länger als sechs Monate weitermachen dürfen.
Die übrigen müssen im Frühjahr schließen. Die Bezirke müssen mit
Klagen rechnen, denn es geht um viel Geld: Rund 200 Millionen
Euro Umsatz pro Jahr machte die Branche zuletzt in Berlin, wovon
rund 40 Millionen als Vergnügungssteuer an das Land abgeführt
wurden.
Bisher hat das Land Berlin alle Klagen gegen das Spielhallengesetz
gewonnen. Zuletzt hatte das Amtsgericht Tiergarten bestätigt, dass
das Ordnungsamt beim unerlaubten Betrieb einer Spielhalle nicht
nur Ordnungsgelder verhängen, sondern auch illegal erzieltes Vermögen abschöpfen kann. Im konkreten Fall einer Weddinger Spielhalle musste der Geschäftsführer 1500 Euro Ordnungsgelder zahlen
– und darüber hinaus auch 40.000 Euro entrichten, die das Gericht
als »Verfallssumme« festsetzte.

Gewerberaum wieder nachgefragt
Viele befürchten, dass anstelle der Spielcasinos jetzt Wettbüros in die
Läden einziehen werden. Das wird aber zumindest in den Sanierungsgebieten Turm- und Müllerstraße schwer gemacht. Denn neue
Gewerbemietverträge und Nutzungsänderungen benötigen hier einer sanierungsrechtliche Genehmigung nach § 144 BauGB, die im
Falle von Wettbüros auch durchaus versagt wird.
Außerhalb der Sanierungsgebiete gibt es diese Möglichkeit zwar
nicht. Aber anders als noch vor wenigen Jahren, ist Gewerberaum
auch in den einstigen Problemzonen der Innenstadt wieder sehr gefragt – es gibt also Alternativen für die Vermieter. Insbesondere im
Dienstleistungsbereich sind viele Unternehmen auf der Suche nach
Räumen.
cs

Im den ehemaligen Schwimmhallen des Stadtbad Wedding fanden bis
zum letzten Jahr viele kulturelle Veranstaltungen statt. Dann musste
das »Stattbad« schließen, weil die Betreiber Brandschutzauflagen nicht
einhielten. Jetzt wird es abgerissen. Dem Antrag, der bereits im Mai
eingegangen ist, kann der Bezirk nicht widersprechen, weil das Stadt­
bad nicht unter Denkmalschutz steht.

Möblierte Mikro-Apartments
statt Stadtbad
Studentenwohnungen für Kleinanleger liegen voll
im Trend
Das ehemalige Stadtbad Wedding in der Gerichtstraße wird abgeris­
sen. Der neue Eigentümer des Grundstücks, die Lambert-Unterneh­
mensgruppe aus Regensburg, möchte an der Stelle des ehemaligen
Schwimmbades ein privates Studentenwohnheim errichten.
Erfahrungen in diesem Geschäft hat sie, und genügend Eigenkapital
dürfte sie auch mitbringen: Die Lambert-Gruppe entwickelte zuletzt
das »Studio B« in der Nähe des Alexanderplatzes mit rund 400
Apartments von rund 20 Quadratmetern, die sie inzwischen nach eigenen Angaben schon komplett als Eigentumswohnungen verkauft
hat. Dabei wurde den Kapitalanlegern »Inflationsschutz, riesige
Nachfrage, 4,9 % Rendite« versprochen. Eine möblierte 24-Quadratmeter-Wohnung sollte eine Netto-Mieteinnahme von 470 Euro im
Monat abwerfen, also fast 20 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommen
Neben-, Verwaltungs- und Instandhaltungskosten, die Warmmiete
müsste deshalb deutlich mehr als 600 Euro im Monat kosten.
Diese Angabe stammen aus einer Werbebroschüre vom Frühjahr
2014, inzwischen sind die Mieten für solche Wohnformen sogar noch
in die Höhe gegangen: Private Studentenwohnheime wie etwa »THE
FIZZ« in der Köpenicker Straße verlangen auch schon mal 700 Euro
für 20 Quadratmeter im Monat und haben dennoch keinerlei Vermietungsprobleme. Deshalb ist es kein Wunder, dass gegenwärtig in
Mitte überall Projekte für möblierte »Mikro-Wohnungen« entstehen
und meist schon vor Fertigstellung an Kleinanleger verkauft sind.
So wird derzeit unweit des Bahnhofs Gesundbrunnen auf dem ehemaligen Hertha-Gelände (»Plumpe«) der »Campus Viva Berlin«
­fertig gestellt. Die rund 400 Apartments sind schon verkauft, 20
Quadratmeter kosteten dabei etwa 90.000 Euro, also 4.500 Euro/qm.
Das Nachfolgeprojekt »Campus Viva Berlin II« soll im Sommer 2018
bereit stehen, verlangt werden dabei allerdings schon 129.000 Euro
für eine 20-qm-Bude, das sind knapp 6.500 Euro/qm – gut 40% mehr

Die Zielgruppe »Studenten« sollte man jedoch nicht allzu genau
nehmen. Anders als bei öffentlich geförderten Wohnheimen wie des
Studentenwerks gibt es bei privaten Projekten keine Beschränkungen
der Nutzergruppe. Streng genommen handelt es sich also um möblierte »Mikro-Apartments«. Für die Vermarktung an Kleinanleger
eignet sich die Behauptung von Studentenwohnungen hervorragend.
Denn das spricht die Elterngeneration an, in der derzeit viele um ihre
Alterssicherung besorgt sind und nach vermeintlich sicheren Anlageformen im »Betongold« suchen. Zudem wird eine sozial stabile Bewohnerschaft suggeriert, die den Eigentümern wenige Probleme bereitet. Die Frage ist allerdings, ob in zwei oder drei Jahren, wenn die
jetzt geplanten Apartments auf den Markt gehen, die Nachfragen
noch so groß ist wie jetzt – oder ob sich hier nicht eine Blase bildet:
Einige der jetzt als Studentenapartments angebotenen Investments
könnten sich dann zu Hartz-IV-Ghettos entwickeln. 
cs

»Baumhaus« offiziell eröffnet
Auf der dem Stadtbad Wedding gegenüberliegenden Straßenseite hat
jetzt das »Baumhaus« eröffnet. In einer ehemaligen Galerie in der
­Gerichtstraße 23 stehen ab sofort 140 Quadratmeter als »Sozial-Öko­
logischer Projektraum für Nachbar*innen und Weltverbesserer*innen«
zur Verfügung, die sich für nachhaltiges Wirtschaften engagieren.
Jeden Donnerstag findet hier zum Beispiel zwischen 17 und 22 Uhr ein
»NachbarschaftsNachmittag« statt.
Die Kosten für die Miete und den Betrieb des Projektraumes sollen über
die stunden- und tageweise Vermietung der Räume hereinkommen,
ein ca 25 Quadratmeter großer Seminarraum gehört zum Angebot, zu­
dem sind Kooperationen mit dem noch etwas größeren »Art Loft Berlin«
(360 qm) im Hinterhaus möglich.
Der Name »Baumhaus« verweist auf eine zweite Ebene, die in den
­hohen Räumen eingezogen wurde. Das Projekt wurde drei Jahre lang
mit vielen Beteiligten geplant und entwickelt und ist bereits seit etwa
einem Jahr im provisorischen Baustellen-Betrieb.
Mehr Information: www.baumhausberlin.de, www.facebook.com /
baumhausberlin

9

himmelbeet-Vorschlag zur
Bebauung des ­Geländes
­Ruheplatzstraße
Ein Bolzplatz auf dem Dach? Nach der Vor­
stellung des interkulturellen Gemeinschafts­
gartens himmelbeet könnte es so etwas in
einigen Jahren auch im Wedding geben:
oben auf der neuen Dreifach-Sporthalle
­neben der Volkshochschule. Dafür könnte
dann himmelbeet im Wesentlichen an der
Stelle verbleiben, wo es auch jetzt schon an­
gesiedelt ist.
Auf und neben der Fläche des Gemeinschaftsgartens möchte, wie schon berichtet,
der gemeinnützige AMANDLA EduFootball
e.V. ein Bildungszentrum mit KunstrasenKleinspielfeldern errichten. Ähnlich wie in
dessen »SafeHubs« in Südafrika soll auch im
Wedding ein Sportprojekt für Kinder und Jugendliche entstehen, das die Integrationskraft des Fußballs pädagogisch nutzt. Prominentester Unterstützer ist Oliver Kahn, dessen Stiftung auch finanziell zum Projekt
beitragen will.

Vorbilder im Nachbarbezirk
Der Bezirk plant zudem, auf dem Gelände
an der Volkshochschule und der Musikschule eine Dreifach-Sporthalle zu bauen, die so-

wohl für den Schulsport als auch für den
Breitensport im Gebiet dringend erforderlich ist. Nach der Idee von AMANDLA könnte der interkulturelle Gemeinschaftsgarten
von himmelbeet dann auf das Dach dieser
Sporthalle ziehen. Bei himmelbeet wurde
dies zunächst kontrovers diskutiert, zum
Schluss aber eine Kooperation mit AMANDLA begrüßt: Der Gemeinschaftsgarten an
der Ruheplatzstraße war von Anfang an als
Zwischenlösung gedacht, ursprünglich sollte er auf das Dach des »Schillerpark-Centers« ziehen, was jedoch an unerfüllbaren
baulichen Auflagen zum Brandschutz scheiterte.
Dem Entwurf von AMANDLA hat himmelbeet jetzt einen eigenen Vorschlag entgegengestellt. Beide Konzepte sind dabei zunächst
einmal reine Gedankenspiele, eine Machbarkeitsstudie für den Standort muss noch
erstellt werden, wobei vor allem der Lärmschutz für die benachbarten Wohnhäuser,
aber auch die Musikschule geprüft werden
soll. In der Version von himmelbeet ist dabei
einer der drei Bolzplätze auf das Dach der
Mehrfachsporthalle verlegt. Das klingt zunächst ungewöhnlich, hat aber Vorbilder in
Berlin. In Friedrichshain gibt es schon seit
zehn Jahren einen Sportplatz auf dem Dach
des Metro-Großmarktes am Ostbahnhof, in
Kreuzberg seit zwei Jahren einen auf dem
Dach des neuen Hellweg-Baumarktes am
Bahnhof Yorckstraße. Man braucht also keine weiten Wege, um sich mit der Idee vertraut zu machen: Technisch und baurechtlich dürfte sie umsetzbar sein.

Garten müsste nicht umziehen
Dabei entstünden, so himmelbeet, sogar
niedrigere Baukosten. Die Statik und der
Brandschutz des Neubaus müssten dann
nämlich nicht mehr den hohen Anforderungen für Versammlungsstätten genügen, wie

sie das ursprüngliche Urban-Gardening-Projekt auf dem Shopping-Center zum Scheitern gebracht hatten. Allerdings sind auch
Sportstätten auf dem Dach aufwändig: Das
Dach des Hellweg-Baumarktes in Kreuzberg
jedenfalls ist für eine statische Traglast von
bis zu 500 kg /qm ausgelegt und damit deutlich stabiler als übliche Flachdächer.
Der eigentliche Vorteil für himmelbeet bestünde aber darin, dass der Gemeinschaftsgarten während der Bauphase nicht umziehen müsste. Ihm würde lediglich am Rand
ein kleiner Teil weggenommen, wo das Gebäude für den Sport-Jugendclub entstünde.
Wenn schließlich auch noch die Sporthalle
fertig wäre (der Verein rechnet frühestens
mit dem Jahr 2020), könnte ein »grünes
Band« rund um Sportanlage die Projekte
miteinander verbinden. »Das Ziel ist ein
barrierefreier Austausch von Sportlern, Zuschauern und Gärtnern. Die Naturbühne ist
die Grenze zwischen Sportplatz und Gartenprojekt, die ohne Zaun auskommt und verbindet statt trennt«, so heißt es in der Projektskizze.
Der Vorschlag von himmelbeet dürfte auch
für die Bezirkspolitik durchaus reizvoll sein.
Ansonsten stünde sie nämlich in der Verantwortung, für die Zeit der Bauarbeiten eine
temporäre Ersatzfläche für den interkulturellen Gemeinschaftsgarten zu finden. Die
Urban-Gardening-Bewegung ist in Berlin
sehr einflussreich und angesichts der rasanten Verdichtung der Stadt ein wichtiger grüner Hoffnungsträger, an dem die Politik
nicht so einfach vorbei planen kann. Brachliegende Grundstücke in kommunaler Verfügungsgewalt, die bis mindestens zum Jahr
2020 in Berlin-Mitte zur Verfügung stehen,
sind dagegen Mangelware, das wurde spätestens bei der Suche nach Standorten für
temporäre Flüchtlings-Containerdörfer klar.
Und nach Tegel oder Tempelhof ließe sich
himmelbeet auch nicht so einfach auslagern: Wichtig ist das Projekt hier im Wedding.
cs

So stellen sich »Raumstar-Architekten« die
künftige Mehrfachsporthalle samt »Safe-Hub«
an der Ruheplatzstraße vor: Ein Bolzplatz
entsteht auf dem Dach, himmelbeet bleibt im
wesentlichen da, wo es auch jetzt schon ist.

10

Ch. Eckelt

Auf dem Dach
kicken statt
gärtnern?

Gebietsfonds 2017: Abgabefrist
endet am 25. Oktober
Auch im Jahr 2017 werden wieder insgesamt 20.000 Euro im Gebietsfonds des »Aktiven Zentrums Müllerstraße« bereit gestellt. Damit können Projekte, die den Entwicklungsprozess im Gebiet unterstützen, mit bis zu 50% der übernahmefähigen Kosten gefördert werden. Eine Jury mit Mitgliedern der Stadtteilvertretung, der
»StandortGemeinschaft Müllerstraße« und der Sanierungsverwaltung trifft die Auswahl. Bis zum 25. Oktober müssen entsprechende
Anträge beim Geschäftsstraßenmanagement Müllerstraße abgegeben werden.
Sollten in dieser ersten Runde jedoch die Fördergelder nicht ausgeschöpft werden (oder, wie es immer mal wieder vorkommt, ein bewilligtes Projekt doch nicht zustande kommen), sind neuerdings
auch weitere Antragstellungen im Jahr 2017 möglich. In diesem Fall
sollte man sich direkt ans Geschäftsstraßenmanagement wenden
und nachfragen: Die Entscheidungsgremien werden dann kurzfristig
im Ad-Hoc-Verfahren einberufen. Die Projekte müssen aber in jedem
Fall bis Dezember 2017 durchgeführt und abgerechnet werden.
Förderfähig sind dabei auch kleinere Baumaßnahmen, beispielsweise
barrierefreie Zugänge oder neugestaltete Eingangsbereiche von Geschäften. Unterstützt werden auch Aktionen, Feste, Schaufenstergestaltungen, Werbeaktionen, kulturelle Veranstaltungen, Konzerte
oder fachbezogene Workshops. Dabei ist es von Vorteil, wenn sich
mehrere Akteure beteiligen und eine Vernetzung stattfindet.
Bewerben können sich Gewerbetreibende, Vereine, Kulturschaffende, Eigentümer oder soziokulturelle Einrichtungen aus dem Gebiet
Müllerstraße.
Ansprechpartner ist das Geschäftsstraßenmanagement Müllerstraße
(Frau Isenberg-Holm, Herr Pichierri, Frau Yasar, Telefon 88 59 14 32,
w.pichierri@planergemeinschaft.de)
Weitere Informationen und Antragsformulare erhalten sie auf der
Website des Aktiven Zentrums: www.muellerstrasse-aktiv.de
cs

Starker Zuzug nach Mitte
Berlins Einwohnerzahl wächst merklich. Al­
lein im ersten Halbjahr 2016 verzeichnet das
Einwohnermelderegister einen Zuwachs von
42.800 Personen – soviel wie im gesamten
Jahr 2015. Dazu gehören nicht nur Flüchtlin­
ge, die meist erst in diesem Jahr von den Mel­
deregistern erfasst wurden, sondern auch viele
neue Zuzügler aus dem europäischen Raum:
So zog es zum Beispiel innerhalb eines Jahres
ca. 500 französische Staatsbürger in die deut­
sche Hauptstadt.
Besonders stark wächst der Bezirk Mitte: seit
2011 um über 40.000 Einwohner, das heißt,
um mehr als ein Achtel. Im ersten Halbjahr
2016 kamen ca. 5.000 neue Bewohner hinzu
– was den Bezirk vor große Herausforderun­
gen stellt, insbesondere hinsichtlich der Infra­
struktur, die bereitgestellt werden muss.

Adventskalender der StandortGemeinschaft
Die StandortGemeinschaft Müllerstraße wird auch in diesem Jahr
­wieder einen gemeinschaftlichen Müllerstraßen-Adventskalender in der
»Berliner Woche« schalten. In einer ganzseitigen Anzeige weisen Ein­
zelhändler aus der Geschäftsstraße in 24 Türchen auf ihre speziellen
Angebote und Aktionen hin. Wer sich an dieser Aktion beteiligen möch­
te, soll sich bis spätestens 31. Oktober an die StandortGemeinschaft
wenden, am besten per mail an: info@muellerstrasse-wedding.de

Adventsfest der StandortGemeinschaft
Auch in diesem Jahr soll ein kleines, von der StandortGemeinschaft
initiiertes Adventsfest stattfinden – diesmal am Sonntag, dem 27. No­
vember. Dabei sucht der Zusammenschluss von Gewerbetreibenden im
Aktiven Zentrum Müllerstraße noch freiwillige Helfer, die aktiv mitma­
chen und kreative Ideen einbringen wollen.
Das Fest fand erstmals im vergangenen Jahr am Nikolaustag auf dem
Leopoldplatz statt und war wirklich ein besonderes Erlebnis: Mit Lager­
feuer und Glühwein kann auch die dunkle Jahreszeit draußen richtig
Spaß machen! Wer mitmachen will, melde sich bitte unter:
info@muellerstrasse-­wedding.de

3D-Druck in der Schiller-Bibliothek
In der Schiller-Bibliothek findet an jedem Dienstag zwischen 16 und 19
Uhr ein 3D-Druck-Workshop statt. Unter fachkundiger Anleitung kann
man dort die Möglichkeiten des »MakerBot Replicator 2« ausprobieren,
den die Bibliothek installiert hat.
Der kostenlose 3D-Druck-Workshop ist dabei nur der Auftakt für eine
ganze Reihe weiterer Workshops, die die Schiller-Bibliothek in ihrem
neuen »Makerspace« bis mindestens Ende 2018 durchführt, einem
»Labor zum (Sich-)Ausprobieren in digitalen und medialen Themen­
bereichen«.
Vorreiter für solche öffentlich zugänglichen Erfahrungswerkstätten
­waren Bibliotheken im angelsächsischen Raum, in Skandinavien und
den Niederlanden. Ihre Erfahrungen zeigen, dass Bibliotheken und die
Do-it-yourself-Bewegung gut zusammenpassen.
Der »Makerspace« wird durch Zuwendung aus Mitteln der Europä­
ischen Union im Rahmen des Programms »Bibliotheken im Stadtteil II«
ermöglicht.

11

Schillerpark
Rehberge
Stadtteilzentrum Paul Gerhardt Stift

Informationen und Dokumentationen
zum Aktiven Zentrum Müllerstraße
sowie frühere Ausgaben dieser Zeitung
finden Sie auf der Website:
www.muellerstrasse-aktiv.de

Seestraße

Rathaus
Rehberge

BeuthHochschule

Volkshochschule

Leopoldplatz

Veranstaltungsorte
Müllerstraße

Vor-Ort-Büro

Programmkulisse
Aktives Stadtzentrum

Virchow-Klinikum / Charité

Sanierungsgebietsgrenze
Wedding

Adressen
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen,
Wirtschaft und Ordnung: Carsten Spallek
Müllerstraße 146/147, 13353 Berlin
(030) 90 18-446 00
baustadtrat@ba-mitte.berlin.de
Stadtentwicklungsamt,
Fachbereich Stadtplanung
Müllerstraße 146, 13353 Berlin
Fachbereichsleiterin: Frau Laduch,
Zimmer 106, (030) 90 18-458 46
stadtplanung@ba-mitte.berlin.de
Vorbereitende Bauleitplanung,
Städtebauförderung
Müllerstraße 146, 13353 Berlin
Sprechzeiten: dienstags, 9.00–12.00 Uhr,
donnerstags, 15.00–18.00 Uhr
stadtplanung@ba-mitte.berlin.de
Gruppenleiter: Stephan Lange
(030) 90 18-436 32
Aktives Zentrum und Sanierungsgebiet
Müllerstraße
René Plessow (030) 9018 45409
rene.plessow@ba-mitte.berlin.de
Claudia Jahns (030) 9018 45463
claudia.jahns@ba-mitte.berlin.de

Prozessmanagement
Jahn, Mack und Partner
Alt Moabit 73, 10555 Berlin
Karsten Scheffer, Frederik Sommer
(030) 85 75 77 26
muellerstrasse@jahn-mack.de
www.jahn-mack.de
Geschäftsstraßenmanagement
Planergemeinschaft
Lietzenburger Straße 44, 10789 Berlin
(030) 88 59 14-0, (030) 88 59 14 32
Gabriele Isenberg-Holm
g.isenberg@planergemeinschaft.de
Winfried Pichierri
w.pichierri@planergemeinschaft.de
www.planergemeinschaft.de
Stadtteilvertretung Müllerstraße
Sprecher: Sabine Schmidt, Walter Frey,
Peter Arndt
Vor-Ort-Büro Triftstraße 2
Sprechstunde: jeder 1. und 3. Montag im
Monat, 18–20 Uhr
(030) 34 39 47 80 (AB), (0174) 701 35 94
menschmueller@stadtteilvertretung.de
www.stadtteilvertretung.de
Wenn Sie per E-Mail Informationen der
­Stadtteilvertretung erhalten möchten,
dann senden Sie eine E-Mail an:
mitteilungen@stadtteilvertretung.de

StandortGemeinschaft Müllerstraße
c/o Steuerberatung bpw
Müllerstraße 138b, 13353 Berlin
info@muellerstrasse-wedding.de
www.muellerstrasse-wedding.de
Runder Tisch Leopoldplatz
Thorsten Haas, Präventionsrat
Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin
(030) 90 18-325 70
Quartiersmanagement Pankstraße		
Prinz-Eugen-Straße 1, 13347 Berlin
(030) 74 74 63 47
qm-pank@list-gmbh.de
www.pankstrasse-quartier.de
Quartiersmanagement Sparrplatz
Burgsdorfstraße 13 A, 13353 Berlin
(030) 46 60 61 90
qm-sparrplatz@list-gmbh.de
www.sparrplatz-quartier.de
Mieterberatung
für Bewohner der Milieuschutzgebiete
Sparrplatz, Leopoldplatz und Seestraße
Mo 10–12 Uhr, Do 16–18 Uhr
Vor-Ort-Büro Triftstraße 2
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.