Path:
Periodical volume

Full text: Ecke Issue 2016,2

ecke

nr. 2 – märz /april 2016

müllerstraße
Ch. Eckelt

Seite 3: Gemeinschaftsgärten in Grünanlagen? Seite 4: Weg mit der »Beamtenlaufbahn«!
Seite 6/7: Wohnungen für Flüchtlinge – ein Interview Seite 8: Runder Tisch Tourismus Mitte

Zeitung für das »Aktive Zentrum« und Sanierungsgebiet Müllerstraße. Erscheint achtmal im Jahr kostenlos.
Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung

Termine
Runder Tisch Leopoldplatz

Dienstag, 19. April 2016, 19 Uhr, Volkshoch­
schule Wedding, Antonstraße 37, Raum 302
oder 202

Händlerfrühstück des Geschäfts­
straßenmanagements und der
­StandortGemeinschaft

Mittwoch, 5. April 7.30 Uhr, Ort wird von
­Geschäftsstraßenmanagement noch bekannt
gegeben.

Ch. Eckelt

Sitzung der Stadtteilvertretung
­Müllerstraße mensch.müller

Sprechstunde der Stadtteilvertretung

montags 18–20 Uhr, Vor-Ort-Büro Triftstraße 2

ecke im Netz
Im Internet findet man alle bisher erschiene­
nen Ausgaben der ecke ­müllerstraße unter
www.muellerstrasse-aktiv.de /offentlichkeits­
arbeit/zeitung-ecke-muellerstrasse

Die nächste Ausgabe
erscheint Anfang Mai.

Begleiter für
Quartiersratswahl
Flüchtlinge gesucht Pankstraße
Das Ehrenamtsbüro des Bezirksamtes Mitte
sucht weitere ehrenamtliche Wohnbegleiter
und Wohnbegleiterinnen für Flüchtlinge
und Flüchtlingsfamilien. Wenn diese aus
den Sammelunterkünften ausziehen und einen regulären Mietvertrag unterschreiben,
sind sie oft auf Hilfe angewiesen. Die Wohnbegleiter sollen die neuen Mieter bei Behördengängen und Anträgen unterstützen, die
im Rahmen des Einzugs zu erledigen sind,
sowie bei auftretenden Missverständnissen
Ansprechpartner für den Vermieter sein und
mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten.
Das Projekt wurde von Stadtrat Stephan von
Dassel vor einigen Monaten ins Leben gerufen. Wer es mit seinem Engagement unterstützen möchte, ist herzlich zum nächsten
Treffen der Wohnbegleiter eingeladen – am
Montag, dem 11. April um 16 Uhr im Begegnungszentrum der Volkssolidarität, Torstraße 203, U-Bahnhof Oranienburger Tor. Weitere Informationen erteilt das Ehrenamts­
büro Mitte: Telefon 901 84 33 61.

2

Das Quartiersmanagement Pankstraße sucht
Kandidaten für die Neuwahlen des Quartiersrats und des Vergabebeirats im Juli
2016. Der Quartiersrat bestimmt die Schwer­
punkte der Arbeit des Quartiersmanagements mit und entscheidet über die Vergabe
der Mittel des Programms »Soziale Stadt«
mit. Mitglieder des Quartiersrats sind mehrheitlich Bewohner des Kiezes, aber auch z.B.
Vertreter der Schulen oder Gewerbetreibende. Der Quartiersrat trifft sich ca. einmal im
Monat. Der Vergabebeirat entscheidet über
die Vergabe der Mittel aus dem Aktionsfonds des Programms »Soziale Stadt«. Für
Projekte und Aktivitäten der Nachbarschaft
stehen hier jeweils maximal 1.500 Euro pro
Projekt zur Verfügung, für 2016 insgesamt
10.000 €. Der Vergabebeirat trifft sich ca.
alle zwei Monate.
Die Kandidaten sollen im Quartier Pankstraße leben oder arbeiten und mindestens 16
Jahre alt sein. Anmeldeschluss ist der 30.
Juni 2016. Den Anmeldebogen findet man
auf www.pankstrasse-quartier.de.

Das Straßen- und Grün­
flächenamt widerspricht
­Gemeinschaftsgärten am
Centre Francais

An jedem ersten Donnerstag im Monat jeweils
um 19 Uhr im Vor-Ort-Büro Triftstraße 2

Welche Ecke?
Wo wurde dieses Foto aufgenommen? Wer es weiß, schicke die Lösung bitte mit genauer Absender­
adresse an die Redaktion: ecke müllerstraße, c/o Ulrike Steglich, Elisabethkirchstraße 21, 10115
Berlin oder per Mail an: eckemueller@gmx.net. Unter den Einsendern verlosen wir einen Kinogut­
schein für zwei Personen für das Kino Alhambra. Einsendeschluss ist Montag, der 25. April 2016.
Unsere letzte Rätselecke zeigte ein Detail der Terrassenanlage des Schiller-Denkmals im Schiller­
park. Wir danken allen Teilnehmern! Gewinnerin ist diesmal Annette Sidibé. Herzlichen Glück­
wunsch! Der Preis wird Ihnen zugesandt.

Da könnte
ja jeder
­kommen …

Ch. Eckelt

Bilderrätsel: Gewinner gesucht!

Redaktionsschluss
ist Freitag, der 22. April.

Impressum
Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin,
Stadtentwicklungsamt
Redaktion: Christof Schaffelder,
Ulrike Steglich
Redaktionsadresse:
»Ecke Müllerstraße«, c /o Ulrike Steglich,
Elisabethkirchstraße 21, 10115 Berlin
Tel (030) 44 01 06 05, eckemueller@gmx.net
Fotos: Christoph Eckelt, eckelt@bildmitte.de
Entwurf und Gestaltung:
capa, Anke Fesel, www.capadesign.de
Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH,
www.berliner-zeitungsdruck.de
V.i.S.d.P.: Ulrike Steglich
Für den Inhalt der Zeitung zeichnet nicht
der Herausgeber, sondern die Redaktion
verantwortlich.

»Gemeinschaftsgärten sind grundsätzlich positive Vorhaben, wenn
diese auf privatem Grund ausgeführt werden. In öffentlichen Grünund Erholungsanlagen sind sie aber nicht genehmigungsfähig.«
Florian Fangmann staunte nicht schlecht, als er am 25. Februar diese
Nachricht vom Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks Mitte erhielt. Der Geschäftsführer des Centre Francais de Berlin hatte keine
Probleme erwartet, als er den Bezirk um die Genehmigung für die
Einrichtung eines kleinen Gemeinschaftsgartens am Centre Francais
gebeten hatte. Der soll in diesem Jahr in zwei internationalen Workcamps mit Jugendlichen aus Berlin, Frankreich und Mazedonien aufgebaut und dann von Schulen, Kitas und Senioreneinrichtungen aus
der Nachbarschaft genutzt werden: »Unser direkter Nachbar, das
Seniorenheim Domizil, will ihn unbedingt. Auch die Gartenarbeitsschule Wedding des Schul-Umwelt-Zentrums hier in der Nähe unterstützt das Projekt.« Finanziert wird es unter anderem mit Mitteln für
den deutsch-französischen Jugendaustausch, aber aus dem Gebietsfonds des Aktiven Zentrums Müllerstraße.
Das Straßen- und Grünflächenamt jedoch tut sich damit schwer und
schreibt: »Private Eingriffe, auch wenn dadurch ein positiveres Erscheinungsbild der Anlage entsteht, sind unzulässig, weil dann jeder
Bürger mit gleichem Recht einen Eingriff vornehmen kann.« Dabei
ignoriert es jedoch, dass der schmale Grünstreifen zwischen dem
Kulturzentrum und seinem Parkplatz auch jetzt schon vom Centre
Francais gepflegt wird: »Wir mähen und wässern den Rasen und halten die Anlage sauber, selbst die Bäume haben wir schon beschneiden lassen. Und wenn der hölzerne Miniatur-Eiffelturm vorn an der
Müllerstraße beschädigt wird, dann reparieren wir ihn auf unsere
Kosten – und die sind durchaus nicht gering«, so Florian Fangmann.
Jetzt würde er gern auf dem hinteren Teil neben dem City-Kino Wedding Hochbeete aufstellen, auf denen gemeinschaftlich gegärtnert
werden kann. »Es wird keine Privatbeete geben und der Verbindungsweg zur Themsestraße bleibt frei, die Anlage bleibt selbstverständlich öffentlich zugänglich.« Der negative Bescheid des Amtes
wird ihn auch nicht davon abhalten: »Ein Teil des Rasens gehört ja
zum Centre Francais, da können wir uns gerne darüber streiten, ob
die Grenze ein oder zwei Meter vom Weg entfernt verläuft. Und im
Notfall können wir ja auch noch unseren Parkplatz dafür nutzen.«
Die Workcamps finden also auf jeden Fall statt.

Eine zufriedenstellende Lösung wäre das aber nicht. Fangmann
könnte sich vorstellen, dass das Centre Francais die Grünanlage komplett übernimmt und dabei das öffentliche Wegerecht zugesteht. Die
Grünanlage wurde ja ganz offensichtlich im Zusammenhang mit
dem ehemaligen Kulturzentrum der französischen Alliierten eingerichtet – nicht nur Lage und Wegeführung verweisen darauf, sondern
auch die Boule-Plätze im vorderen Bereich mit dem Eiffelturm.
Einfacher wäre es freilich, wenn das Straßen- und Grünflächenamt
das Centre mit der Pflege der Fläche beauftragen und dafür auch bezahlen würde – mit einem symbolischen Preis unterhalb der Schwelle, für die bei öffentlichen Aufträgen Ausschreibungen notwendig
werden. Dabei könnte das Amt gleichzeitig die Rahmenbedingungen
für den Betrieb eines Gemeinschaftsgartens definieren. Das wäre
durchaus im Sinne des Berliner Grünanlagengesetzes. Denn dort
werden Grünanlagen als »gärtnerisch gestaltete Anlagen« definiert,
die »der Erholung der Bevölkerung dienen«. Wenn die Bevölkerung
sich bei der Pflege der Grünanlage erholt, kann man das durchaus als
eine reguläre Nutzung ansehen und braucht dafür keine Sondergenehmigung zu verlangen.
In anderen Bezirken jedenfalls geht das. Der »Interkulturelle Garten
Rosenduft« zum Beispiel, der vom südost Europa Kultur e.V. im Park
am Gleisdreieck betrieben wird – auf einer Fläche, die gleichfalls als
öffentliche Grünanlage gewidmet ist – scheint das kein Problem zu
sein. Michael Kraft, der Geschäftsführer des Vereins, lacht nur über
die Frage, ob er eine Sondergenehmigung hat: »Wir wurden bei der
Planung des Parks direkt angesprochen, man hat damals aktiv Partner gesucht, die solche Gemeinschaftsgärten betreiben.« Das Konzept sei übrigens toll aufgegangen, der interkulturelle Garten jetzt
gar nicht mehr aus dem Park weg zu denken.
Noch im September 2014 stöhnte der Bezirk über die drastischen
Stellenstreichungen, die er auf Weisung des Finanzsenators vornehmen musste. Überlegt wurde damals, 40 Stellen für Gartenarbeiter
wegfallen zu lassen und die Pflegearbeiten in Grünanlagen fortan
privaten Firmen zu überlassen. Das hätte freilich zu Mehrkosten von
fast 2 Millionen Euro im Jahr geführt. Der Finanzsenator wechselte
im Dezember 2014, unter Matthias Kollatz-Ahnen entspannte sich
das Verhältnis zu den Bezirken. Das entbindet den Bezirk freilich
nicht von der Pflicht, weiter nach Möglichkeiten zu suchen, Kosten
in der Grünpflege zu senken. Gemeinschaftsgärten, nicht nur am
Centre Francais, könnten das leisten – und dabei auch die Qualität
der Grünanlagen deutlich erhöhen.
cs

3

Der Platz am Rathaus Wedding soll jetzt
doch in »Elise-und-Otto-Hampel-Platz« umbenannt werden. Das Bezirksamt Mitte beschloss Anfang März, das landeseigene Berliner Immobilien Management (BIM) um
einen entsprechenden Antrag zu bitten, der
dann von den Ämtern geprüft wird. Die BIM
ist Eigentümerin des Hochhauses mit dem
Jobcenter auf dem Platz sowie der davor liegenden Grundstücksflächen und hatte vom
Bezirksamt eine eindeutige Willensbekundung zur Platzumbenennung erbeten.
Das Ehepaar Elise und Otto Hampel waren
einfache Arbeiter aus der Amsterdamer
­Straße, die mit Flugblättern gegen die Nationalsozialisten kämpften und dafür hingerichtet wurden. Ihr Schicksal bildete den
realen Hintergrund für den Roman »Jeder
stirbt für sich allein« von Hans Fallada.
Stadtteilvertretung, Bezirksverordnetenversammlung und viele Bürger hatten sich für
die Umbenennung eingesetzt. Das Stadtentwicklungsamt hatte sich jedoch zunächst
gegen eine offizielle Benennung ausgesprochen, da der Platz stadträumlich keine verbindende Wirkung entfalte. Genau die soll
er allerdings nach Abschluss der Umgestaltungsmaßnahmen bekommen, die derzeit
beginnen. Vor der neuen Schiller-Bibliothek
und neben dem Rathaus Wedding werden
beleuchtete Wegeverbindungen entstehen,
die den Campus der Beuth-Hochschule mit
der Müllerstraße verbinden.

4

Kommentar

Falsch verstandener
Denkmalschutz
Warum die »Beamtenlaufbahn«
weg kann
Sie wird nicht mehr gebraucht, und sie stört:
Der Verbindungsgang zwischen dem Rathaus Wedding und dem jetzigen Jobcenter,
ironisch »Beamtenlaufbahn« getauft, block­
iert die Blickachse zwischen Müllerstraße
und dem Campus der Beuth-Hochschule für
Technik. Er zerschneidet die Limburger
Straße, die in den 1960er Jahre noch erfahrbar am Rathaus Wedding in die Müllerstraße
mündete – bis zwischen 1964 und 1966 der
Rathausneubau samt Verbindungsbrücke gebaut wurde, die Mitarbeitern und Besuchern
einen einfachen Übergang zwischen Altund Neubau gewährleistete.
Diese Brücke ist jetzt nicht mehr erforderlich. Ein Abriss wäre nur konsequent, auch
weil der öffentliche Raum, den der Gang

Bodenpreise binnen zweier Jahre
verdoppelt

Im vergangenen Jahr sind die Grundstückswerte in Berlin wieder extrem gestiegen – in
den Wohngebieten der Innenstadt um rund
50%. Auch im Jahr zuvor war der Anstieg
schon erheblich: In den letzten beiden Jahren zusammen haben sich die Bodenpreise
der Innenstadt rundweg verdoppelt. Das ist
eine alarmierende Entwicklung, denn unter
anderem wird Wohnungsneubau dadurch
eher verhindert. Die Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Umwelt will jetzt
handeln und mehr Bauland ausweisen. Doch
wo?
Ende Februar jeden Jahres veröffentlicht der
»Gutachterausschuss für Grundstückswerte
in Berlin« eine aktuelle Karte mit den Boden­
richtwerten der Stadt. Darin sind die aktuellen Werte der Grundstücke (ohne die der
darauf befindlichen Gebäude) eingetragen,
die auf der Grundlage der Verkäufe des Vorjahres ermittelt wurden.
In den Wohngebieten um die Müllerstraße
zum Beispiel stiegen die Werte von 370
Euro/qm am 1. Januar 2014 auf 750 Euro/qm
am 1. Januar 2016, in Moabit nördlich der
Turmstraße von 510 auf 1000 Euro /qm, in
der Nördlichen Luisenstadt von 1000 auf

2000 Euro /qm. Im dortigen Sanierungsgebiet, das als Mischgebiet mit einem »aus­
gewogenen Verhältnis zwischen Dienstleis­
tungs- und Wohnnutzung« charakterisiert
ist, kletterte der Bodenrichtwert in den zwei
Jahren von 700 auf 1600 Euro /qm und hat
sich damit sogar mehr als verdoppelt.
Dort gibt es mehrere größere, noch unbebaute Grundstücke, für die alle auch schon
Bauvorbescheide oder gar Baugenehmigungen erteilt wurden – im Sanierungsgebiet
wird darüber regelmäßig der Betroffenenvertretung berichtet. Tatsächlich gebaut
wurde aber kaum. Fragt man nach den Ursachen, so zucken die Experten mit den Achseln: Wenn unbebaute Grundstücke so rapide im Wert steigen wie jetzt, dann warten
etliche Eigentümer lieber ab. Warum das
Risiko einer Investition auf sich nehmen,
wenn der nächste »Investor« schon bereit
steht und einem den ursprünglichen Einsatz
verdoppelt oder verdreifacht?
»Wohnen muss bezahlbar bleiben, deshalb
müssen wir die Bodenspekulation verhindern,« sagt der für Wohnen zuständige
Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup:
»Berlin muss schnell mehr Bauland ausweisen.« Eine »Planungs-Task-Force« mit 50
zusätzlichen Stellen, 20 davon in den Bezirken, werde aufgebaut, damit mehr Bebauungspläne in kürzerer Zeit bearbeitet wer­
den könnten. Ob das ausreicht, sei dahingestellt. Denn die große Frage ist: Auf welchen
Flächen soll dieses neue Bauland denn so
massenweise entstehen? Wo hat die Stadt
noch wesentliche Reserven, die für diesen
Zweck eingesetzt werden könnten?

Deutlich schwächer stiegen dagegen die Bodenwerte in Gewerbegebieten. So hat sich
zum Beispiel der Grundstückswert des
­Geländes von Bayer HealthCare (ehemals
Schering) im Wedding in den beiden Jahren
nur von 400 auf 500 Euro /qm erhöht, der
des Gasturbinenwerkes von Siemens und
der des Großmarkts in Moabit von 90 auf
110 Euro /qm. Natürlich kann man nicht
einfach diese Gebiete zu Bauland für Wohnungen umwandeln, aber man könnte
durchaus die Gewerbegebiete der Stadt nach
geeigneten Flächen durchsuchen. Beispielsweise werden bald viele Betriebe das Umfeld
des Flughafens Tegel verlassen, die jetzt
noch für den Flughafen arbeiten.
Eine solche Strategie wird jedoch auf Widerstand in der Senatsverwaltung für Wirtschaft und der Berliner Industrie- und Handelskammer stoßen. Die Lobby derer, die von
einer neuerlichen Industrialisierung Berlins
träumen, ist stark und Flächen, die für Gewerbeansiedlungen zur Verfügung stehen,
werden von ihr eisern verteidigt. Zusätzliche Jobs entstanden dort in den vergangenen Jahren aber nicht gerade. Auch Büroflächen sind trotz Jobwachstums nicht knapp
geworden und werden oft sogar in Wohnungen umgewandelt. Immer mehr Menschen
arbeiten im »home office« in der eigenen
Wohnung: Auch darauf sollte sich die Stadt
einstellen und ihre Flächennutzungsplanung entsprechend korrigieren.
cs
Die Karte mit den Berliner Bodenrichtwerten
der vergangenen Jahre findet man im Internet
unter http://fbinter.stadt-berlin.de /boris

Bildecke

Ch. Eckelt

Erster Bauabschnitt schon im
­Sommer fertig

Der erste Bauabschnitt der Maßnahme, der
Platz unmittelbar vor dem Jobcenter, soll
schon im Sommer weitgehend fertig gestellt
werden. Die anderen Abschnitte folgen bis
Ende 2017.
Noch unklar ist, was mit dem Verbindungsgang zwischen Jobcenter und Rathaus passiert. Zwar gibt es bereits einen Beschluss
des Bezirksamtes zum Abriss, nach wie vor
aber wehrt sich die Denkmalschutzbehörde
dagegen (siehe Kommentar).
cs

Woher neues
­Bauland nehmen?

Ch. Eckelt

Ch. Eckelt

Elise-und-OttoHampel-Platz

zerschneidet, derzeit neu geordnet und gestaltet wird. Das »Bildungsband«, das sich
vom Zeppelinplatz über den Platz am Rathaus (»Elise-und-Otto-Hampel-Platz«) bis
zum Leopoldplatz ziehen soll, wird hier unterbrochen. Für die Entfernung dieser Barriere plädierten nicht nur die Landschafts­
architekten, die die Planungen für das neue
Rathausumfeld entwickelten, sondern auch
die meisten Bürger, die an den Workshops
und Informationsveranstaltungen teilnahmen.
Der Denkmalschutz jedoch sieht das anders.
Für ihn gehört die »Beamtenlaufbahn« zum
schützenswerten Ensemble aus Rathausneubau und altem Weddinger BVV-Saal, das von
Fritz Bornemann entworfen wurde. Bornemann war der vielleicht wichtigste Architekt
der Westberliner Nachkriegsmoderne. Er
entwarf die Amerika-Gedenkbibliothek, die
Deutsche Oper, die Freie Volksbühne, die
Museen in Dahlem – und auch die Dankeskirche am Weddingplatz, die man unbedingt
besichtigen sollte. Der Architekt starb im
Jahr 2007 im Alter von 95 Jahren.
Man kann ihn also nicht mehr befragen. Es
ist aber nur schwer vorstellbar, dass Bornemann einem Abriss in dieser konkreten Situation widersprechen würde. Der Leitspruch der Moderne »Form follows function« galt nämlich auch für ihn. Ornamente
mochte er nicht – und zum bloßen Ornament ist die »Beamtenlaufbahn« ohne konkrete Funktion degradiert, auch wenn man
sie mit Lichtinstallationen aufhübschen
würde, wie einige vorschlagen. Dagegen lag
Bornemann sehr viel am freien Blick. Die
Deutsche Oper zum Beispiel ist berühmt dafür, dass man auch auf den billigsten Plätzen
eine gute Sicht auf die Bühne und eine gute
Akustik hat. Begriffe wie »demokratische
Architektur«, »freiflutende Räume«, »durch­
sichtige Architekturen« und »dienende Architektur« werden mit Bornemann in Verbindung gebracht.
Es ist wichtig und richtig, die unterschied­
lichen historischen Epochen im Stadtbild
sichtbar zu halten und schützenswerte Bauten und Ensembles zu bewahren – gerade
die Nachkriegsmoderne war in den letzten
20 Jahren vielen aggressiven Attacken ausgesetzt und musste verteidigt werden. Aber es
wäre ein Fehler, Denkmalschutz nur um des
Prinzips willen gegen alle Abwägungen,
­Argumente und neue Situationen durchzuexerzieren. Denn dann läuft die Denkmalpflege Gefahr, nur noch als Hindernis wahrgenommen zu werden und an Überzeugungskraft zu verlieren.

Christof Schaffelder

5

Ch. Eckelt

»Ohne die Aufnahmebereitschaft der Berliner wird
es nicht gehen«

Besteht nicht die Gefahr, dass sich damit soziale Brennpunkte bilden?
Wir bemühen uns sehr darum, die Standorte möglichst über die
­ganze Stadt zu verteilen, und nutzen dazu landeseigene Grundstücke
oder solche landeseigener Unternehmen. Auch der evangelische
Friedhofsverband stellt Standorte auf Wirtschaftsflächen, die nicht
mehr benötigt werden, zur Verfügung. Die einzelnen Standorte sollen jeweils rund 500 Bewohner aufnehmen können und sind etwa so
groß wie ein bis zwei Fußballfelder. Es ist aber auch klar, dass es
schwieriger ist, in der dicht bebauten Innenstadt solche Grundstücke
zu finden.

Ephraim Gothe über Flüchtlings­unterkünfte in Berlin­

Ephraim Gothe war bis 2011 Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung in
Mitte und danach bis 2014 Berliner Staatssekretär für Wohnen. In­
zwischen ist er im »Landesweiten Koordinierungsstab Flüchtlingsma­
nagement« für die künftige Unterbringung der Flüchtlinge zuständig.
Herr Gothe, es heißt, im vergangenen Jahr seien ca. 80.000 Flüchtlinge
in Berlin angekommen. Berlin ist aber nur dazu verpflichtet, etwa
5 % der Flüchtlinge unterzubringen, die insgesamt nach Deutschland
kommen. Bei insgesamt 1,1 Millionen wären das nur 55.000. Wie ­erklärt
sich der Unterschied?
Addiert man die einzelnen Tagesankünfte, so kommt man tatsächlich
auf eine Summe von rund 80.000. In den verschiedenen Einrichtungen wurden jedoch nur etwa 52.000 untergebracht. Denn viele, die
zum Beispiel in Sonderzügen aus Bayern hergeschickt wurden, zogen
anschließend sofort weiter – zu Verwandten in anderen deutschen
Städten zum Beispiel oder in Nachbarländer wie Schweden oder Holland.
Mit wie vielen Flüchtlingen rechnen Sie in diesem Jahr? Der Bund will
ja dafür sorgen, dass sich die Zahl deutlich reduziert ...
Keiner kann das seriös abschätzen. Der Senat geht aber für Berlin
von weiteren 50.000 in diesem und nochmals so vielen im nächsten
Jahr aus. Das ist jedenfalls die Zahl, auf die wir uns einrichten. Denn
es werden außer neuen Flüchtlingen auch noch nachziehende Familienangehörige jener, die bereits hier sind, dazu kommen. Und mit
einer Aufenthaltserlaubnis wird vielen Flüchtlingen ja auch die Freizügigkeit innerhalb Deutschlands gewährt. Etliche werden dann in
die Ballungsräume, also auch nach Berlin ziehen.

nutzt werden können, etwa als Studentenwohnheime oder auch als
normale Wohnungen. Es wird sehr flexible Varianten geben, wir sind
da sehr gespannt.

Werden auch im Bezirk Mitte solche modularen Unterkünfte e­ ntstehen?

Aber Berlin will ja auch bauen. Kurzfristig zum Beispiel neue Con­
tainerdörfer – dabei hieß es noch vor einigen Monaten, der Markt
für solche Container sei in Deutschland absolut leergefegt.
Das hat der Weltmarkt inzwischen reguliert: Bei uns gehen genügend
Angebote aus allen Teilen der Erde ein, zuletzt zum Beispiel über 500
Wohncontainer, die ursprünglich für die Erdölexploration in Sibirien
gefertigt wurden, wegen des Ölpreisverfalls jetzt aber nicht eingesetzt
werden. Wir wollen in diesem Jahr rund 12.000 bis 15.000 Plätze in
solchen Wohncontainern einrichten und verhandeln mit den Bezirken über die Standorte. Dazu kommen dann noch weitere ungenutzte Bürogebäude wie etwa das Rathaus Friedenau.
Am ehemaligen Flughafen Tempelhof werden rund 4.000 zusätz­
liche Plätze in Hallen eingerichtet. Hier entsteht dann der zentrale
Ort des Ankommens, an dem auch die Behörden vertreten sein werden: das LaGeSo, die Ausländerbehörde und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, aber auch das Jobcenter. Wir müssen so
schnell wie möglich von den Sporthallen wegkommen. Das ist die
schlechteste aller Varianten – für die Berliner, für die Flüchtlinge
selbst, aber auch für die Finanzen der Stadt: Nichts ist so teuer wie
die Notunterbringung in Sporthallen, weil man hier besonders viel
Personal benötigt.

Klar ist noch nichts. Bisher ist nur ein einziger Standort im Gespräch:
auf dem Gelände der Wiesenburg in der Weddinger Wiesenstraße.
Dabei will die DEGEWO zusammen mit dem Verein Wiesenburg e.V.
an die historische Nutzung als Obdachlosenasyl anknüpfen. Es gibt
auch schon spannende Vorschläge, bei denen etwa auch Werkstätten
in die Unterkünfte integriert werden.
In Mitte könnten aber auch zwei andere Standorte für Container zumindest temporär genutzt werden: zum einen der Parkplatz am Haus
der Statistik in der Nähe des Alexanderplatzes (Otto-Braun-Straße)
und zum anderen ein Gelände unweit des Flughafens Tegel: beim
Zentralen Festplatz, der wie viele gar nicht wissen, ja auch zum Bezirk Mitte gehört.
Sie waren in letzter Zeit viel auf Reisen und haben sich angeschaut, wie
andere Städte in Deutschland mit dem Problem umgehen. Was können
wir in Berlin noch lernen?
Große Städte wie München, Hamburg, Köln oder Frankfurt wissen ja
schon viel länger als Berlin, dass sie eine Wachstumsperspektive haben. Dort geht man dementsprechend auch mit Liegenschaften ganz
anders um. Zwar hat sich auch in Berlin die Liegenschaftspolitik in
den letzten Jahren grundsätzlich verändert – man verkauft nicht

mehr einfach kommunale Grundstücke an den Meistbietenden, sondern achtet darauf, was mit den Grundstücken später passiert. In vielen anderen Städten betreibt die Kommune aber darüber hinaus eine
aktive Liegenschaftspolitik: Sie kauft also strategisch auch Grundstücke auf, die in Zukunft gebraucht werden können. Dazu müssten
wir in Berlin auch kommen.

Interview: Christof Schaffelder

Stadtforum am 4. April
Das nächste Berliner Stadtforum steht unter dem Motto: »Berlins
neue Gründerzeit: Alle wollen wohnen.« Die Wohnungspolitik ist
derzeit eines der dringlichsten Themen der Stadt.
Der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Andreas Geisel, lädt
ein, über das Thema gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern
aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft sowie der Berliner
Stadtgesellschaft zu debattieren.
Wie kann das Leben und Wohnen im wachsenden Berlin gestaltet
werden? Was bedeutet die neue, dritte Gründerzeit für Berlin? Was
bedeuten das städtische Wachstum und das schnelle Bauen für die
Quartiere und das Zusammenleben? Welche Architektur, welcher
Städtebau, welche sozialräumlichen Konzepte sind erforderlich, um
lebenswerte und nachhaltige Quartiere zu schaffen, die zu einer gelingenden Integration der Neu-Berlinerinnen und Neu-Berliner beitragen? Wie und wo werden Transformation und neue Quartiere organisiert?
Über die Frage »Alle wollen wohnen: Wie kann Berlin das schnell
und gut schaffen?« kann außerdem online schon jetzt diskutiert werden: seit Ende Februar 2016 ist die aktualisierte Seite www.berlin.de/
stadtforum als Forum freigeschaltet, bereits jetzt finden sich dort viele
Beiträge. Dort ist auch das Programm des Abends einsehbar.
Stadtforum Berlin, 4. April, 18.00–20.30 Uhr, Ort: Tempodrom,
­Möckernstraße 10, 10962 Berlin
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
www.berlin.de /stadtforum

Und wo sollen sie untergebracht werden?

6

Was ist mit den »MUFs«, den »Modularen Unterkünften für Flüchtlin­
ge« von denen so oft die Rede ist?
Wir rechnen damit, dass bis Jahresende die ersten 3.000 bis 4.000
Plätze fertig sind, der größte Teil wird aber erst 2017 folgen. Diese
industriell vorgefertigten Systeme lassen sich deutlich schneller bauen als konventioneller Wohnraum, darin liegt der große Vorteil. Die
Kosten dagegen sind meist nicht niedriger – obwohl es bei Holzkonstruktionen mit bis zu drei Geschossen sehr interessante Angebote
gibt.
Diese »MUFs« dienen dann als Gemeinschaftsunterkünfte für Familien oder Wohngemeinschaften von Flüchtlingen. In der Standardversion der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung haben sie Gemeinschaftsküchen. Der Großteil dieser modularen Bauten wird allerdings von den sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften
und der ebenfalls landeseigenen Immobiliengesellschaft Berlinovo
errichtet, wobei diese sich nicht an die Standardversion halten müssen. Da die Gebäude ja dauerhaft stehen bleiben sollen, werden sie so
geplant, dass sie ohne großen Aufwand auch für andere Zwecke ge-

»Wir müssen so schnell wie möglich
von den Sporthallen wegkommen.
Das ist die schlechteste aller Vari­
anten – für die Berliner, für die
Flüchtlinge selbst, aber auch für
die Finanzen der Stadt.«

Ch. Eckelt

Um es gleich zu sagen: Ohne die Bereitschaft der Berlinerinnen und
Berliner, Flüchtlinge bei sich aufzunehmen, wird es nicht gehen. Wir
haben das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk EJF damit beauftragt, Flüchtlinge aus Gemeinschaftsunterkünften in Wohnungen zu
vermitteln. Mehr als 2000mal ist das im vergangenen Jahr auch
schon gelungen. In diesem Jahr sollte die Zahl fünfstellig werden. Es
haben sich auch schon rund ein Dutzend Initiativen in diesem Bereich gebildet, wie zum Beispiel »Flüchtlinge Willkommen«, die Zim­
mer in Wohngemeinschaften vermittelt. Auch die Bezirke bauen jetzt
solche Vermittlungsplattformen auf, in Mitte ist Stadtrat Stephan
von Dassel da sehr aktiv. Viele Berlinerinnen und Berliner wohnen in
großen Wohnungen und hätten durchaus die Möglichkeit, noch
­jemanden aufzunehmen. Die Kosten werden dann bis zu den am
Mietspiegel ausgerichteten Obergrenzen der »Ausführungsvorschrift
Wohnen« übernommen, die auch für Hartz-IV-Empfänger gelten.
Dabei können sie sogar bis zu 10 % darüber liegen, weil die Flüchtlinge akut von Obdachlosigkeit bedroht sind. Über all dies berät auch
das EJF in seiner Beratungsstelle am LaGeSo.

7

»Runder Tisch Tourismus« und
der Erfahrungsaustausch »Stadtver­
träglicher Tourismus« diskutieren
Handlungsoptionen

Ch. Eckelt

Im vergangenen Jahr wurden in Berlin erstmals mehr als 30 Millionen touristische
Übernachtungen gezählt – mehr als dreimal
soviel wie 1999. Touristen bringen viel Geld
in die Stadt: visitBerlin, die offizielle Tourismusorganisation der Stadt, schätzt den Umsatz der Branche auf über 10 Milliarden
Euro im Jahr, vor allem im Gastronomiegewerbe, im Einzelhandel und bei den Dienstleistungen. Ein Großteil davon wird im Bezirk Mitte erwirtschaftet.
Dort wird das allerdings nicht von allen als
Segen empfunden. Rund 30 % der Bewohner
des Altbezirks Mitte fühlen sich vom Tourismus eher gestört, so ergab eine Umfrage im
vergangenen Jahr im Auftrag von visitBerlin.
In ganz Berlin antworteten nur 15 % so – unter anderem, weil sie die illegale Vermietung
von Wohnungen als Ferienwohnungen als
bedrohlich empfinden. In Alt-Mitte jedoch
spüren viele die Auswirkungen ganz konkret: Wenn manche Straßen ständig von
­Reisebussen verstopft sind, wenn sich Menschenmengen auf Bürgersteigen stauen oder
sich der Einzelhandel im Gebiet nur noch an
den Bedürfnissen der Touristen orientiert,
nicht mehr an denen der Anwohner. Andererseits empfinden viele ein belebtes Wohnumfeld auch ausdrücklich als positiv. Problematisch wird es jedoch vor allem, wenn die-

8

se Belebung in der Nacht stattfindet und
sich das Umfeld zur Partyzone entwickelt.
Zum zweiten Mal traf sich am 29. Februar
der »Runde Tisch Tourismus« im Rathaus
Mitte, einberufen von der Wirtschaftsförderung des Bezirks. Die Teilnehmer bestanden
zum Großteil aus Profis: Gewerbetreibende
aus der Branche, Polizisten, etliche Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bezirksverordnete sowie der auch
für Wirtschaft zuständige Bezirksstadtrat
Carsten Spallek. Konkret betroffene Anwohner waren jedoch eindeutig die Minderheit.
Das ausgegebene Ziel, »einen Beitrag zur
weiteren Unterstützung der touristischen
Entwicklung des Bezirks sowie zur Erhöhung der Akzeptanzhaltung der Bevölkerung in Hinblick auf negative Auswirkungen
des Tourismus« zu leisten, schien die Bevölkerung nicht besonders anzusprechen.
Die organisiert sich unterdessen andernorts:
Wenige Tage zuvor hatten sich mehrere Initiativen, vornehmlich aus FriedrichshainKreuzberg, im Roten Rathaus zum berlinweiten Erfahrungsaustausch »Stadtverträglicher Tourismus« getroffen und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog verabschiedet: Darin enthalten sind Vorschläge für
striktere Regelungen der Baunutzungsverordnung und der Lärmschutzverordnung,
Forderungen wie die Einführung einer »PipiSteuer« für Getränkeverkäufer zur Finanzierung öffentlicher Toiletten und eines Pfandsystems für Wegwerfverpackungen oder die
Etablierung von »Tourismusbeauftragten«
auf Landes- und Bezirksebene.
So konkrete Vorschläge lieferte der »Runde
Tisch Tourismus« noch nicht. Immerhin
konnte man erfahren, dass es Überlegungen
gibt, eine Art »Regionalmanagement« rund
um den Alex anzustoßen. Ein solches exi-

stiert bereits in der City West: Dort kümmert sich ein von der Senatsverwaltung
Wirtschaft, Forschung und Technologie finanzierter Regional­manager um die Standortpflege, allerdings in Zusammenarbeit mit
dem »Aktiven Zentrum City West«, das auch
Zugriff auf Städtebaufördermittel gewährleistet. Die stünden einem »Regionalmanagement Mitte« nicht zur Verfügung, so dass
noch ziemlich unklar blieb, mit welchen
Mitteln sich das Management um was genau
kümmern soll. Nach dem vorliegenden
­Organigramm lägen die Schwerpunkte in
den Bereichen Kultur, soziales Platzmanagement und Wirtschaft (»City-Management«).
Noch nicht klar sind zudem die lokalen Gebietsgrenzen: »Wir gehen bisher von der Bezirksregion Alexanderplatz aus«, erklärte
Beate Brüning von der Wirtschaftsförderung
Mitte, »werden das aber noch einmal überprüfen.« Die Bezirksregion erstreckt sich
von der Charité über die Spandauer Vorstadt
bis zur Karl-Marx-Allee und die Nördliche
Luisenstadt, spart aber die Friedrichstadt
aus (Bezirksregion »Regierungsviertel«)
und damit auch wichtige touristischen Hotspots.
Einen starken Praxisbezug erreichte der
Runde Tisch jedoch über die Beiträge des
Präventionsbeauftragten des lokalen Polizeiabschnitts und der anwesenden Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes. Denn natürlich sind die Touristengebiete auch Operationsfelder organisierter Kriminalität. Derzeit
sind etwa am Alex verstärkt falsche Spendensammler unterwegs. Das Perfide dabei:
Die Trickbetrüger stecken sich nicht nur die
Bargeld-Spenden in die eigene Tasche, sondern arbeiten mit Taschendieben zusammen, die genau darauf achten, wo die Geldbörse verstaut wird, um sie anschließend zu
stehlen.
An diesem Punkt zumindest blitzte eine
Idee davon auf, wie sich ein funktionierendes lokales Netzwerk aus Gastronomen, Einzelhändlern und Dienstleistern positiv auswirken könnte – wenn die ihre Kunden entsprechend informierten und an gezielten
mehrsprachigen
Aufklärungskampagnen
teil­­nähmen. Ob Ähnliches auch zur »Erhöhung der Akzeptanzhaltung der Bevölkerung« denkbar wäre? Dazu müsste man aber
auch anerkennen, dass es auch negative Auswirkungen des Tourismus gibt und dass
langfristig alle davon profitieren würden,
wenn es gelänge, diese in gewissen Grenzen
zu halten.
cs
Die Maßnahmenvorschläge zum stadtverträg­
lichen Tourismus findet man unter anderem
auf der Website www.lokal-leben.org (Aktuel­
les, 2. Berlinweiter Erfahrungsaustausch).

Ch. Eckelt

Die zwei Seiten
des Tourismus

Was steckt im Max-Josef-­
Metzger-Platz?
Vermutlich auch Kampfmittel aus dem Zweiten
­Weltkrieg
Der Max-Josef-Metzger-Platz wird derzeit von Fachfirmen auf noch
vorhandene Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht.
Und es scheint gut möglich, dass dort auch etwas gefunden wird.
Denn im Zweiten Weltkrieg befand sich auf dem »Courbièreplatz«,
wie er bis 1994 hieß, ein Feuerlöschteich. Gegen Ende des Krieges
wurden hier sogenannte Splittergräben gegraben, zick-zack-förmige
Schützengräben, die auch gegen Splitterbomben schützen sollten.
In Berlin kamen bei den heftigen Bodenkämpfen kurz vor Kriegsende
große Mengen an Waffen und Munition aller Art und Kaliber zum
Einsatz, die oft noch während der Kampfhandlungen in den Lösch­
teichen entsorgt wurden. Und auch in der unmittelbaren Nachkriegszeit wurden Kampfmittel oft einfach in alten Schützengräben oder
Bombentrichtern vergraben. Auch nach Jahrzehnten der Lagerung
dieser Kriegsaltlasten im Boden ist die Gefahr, die von ihnen ausgeht,
noch nicht gebannt.
Oft werden bei Bauarbeiten noch Kampfmittel gefunden und dann
von Spezialisten der Polizei entsorgt und entschärft. Berlin ist zudem
die europäische Stadt, die die meisten Luftangriffe und große Mengen an Abwurfmunition während des Zweiten Weltkrieges über sich
ergehen lassen musste. Zuletzt wurde im Oktober in Kreuzberg eine
250 Kilo-Bombe gefunden, 11.000 Anwohner mussten während der
Entschärfung ihre Wohnungen verlassen.
Generell sind die Grundstückseigentümer bzw. die jeweiligen Ver­
fügungsberechtigten für die Erforschung und die Beseitigung von
Gefahren durch Kampfmittel selbst verantwortlich. Das gilt natürlich
vor allem, wenn auf den Grundstücken Erdarbeiten anstehen. Die
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bietet ihnen für
die Erforschung eine »ordnungsbehördliche Stellungnahme« zu den
in der Senatsverwaltung vorhandenen Informationen an: im Wesentlichen Luftbilder aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, die auf das
Vorhandensein von spezifischen Merkmalen und Anhaltspunkten
hin geprüft werden. Die Senatsverwaltung erteilt keine Bescheinigungen über die Kampfmittelfreiheit von Grundstücken.

Tempo 30 wegen Diesel?
Bürgerinitiative siegt vor Verwaltungsgericht
An vielen Hauptverkehrsstraßen Berlins müsste eigentlich ganztägig
eine Tempo-30-Begrenzung eingeführt werden. Das zumindest wäre
die Konsequenz eines Verwaltungsgerichtsurteils vom 4. Januar
2016, das einem Anwohner der Berliner Allee in Weißensee Recht
gab.
Dort befindet sich ein Standort des Berliner Luftgüte-Messnetzes. An
28 von insgesamt 29 Messstationen an Berliner Hauptverkehrsstraßen war im Jahresmittel 2014 eine Überschreitung des zulässigen
Grenzwertes für Stickstoffdioxid registriert worden. Der beträgt 40
Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, an der Berliner Allee wurden im
Mittel 50 Mikrogramm gemessen.
Der vom Senat beschlossene Berliner Luftreinhalteplan sieht in solchen Fällen diverse Maßnahmen vor, u.a. die Reduzierung der Geschwindigkeit. Das Verwaltungsgericht gab der Klage des in einer
Bürgerinitiative engagierten Anwohners auf eine ganztägige Tempo
30-Anordnung statt und ließ auch keine Berufung zu. Gegen diese
Nichtzulassung der Berufung klagt jetzt der Senat vor dem Oberverwaltungsgericht.
Stickstoffdioxid ist hochgiftig und entsteht vor allem durch Dieselmotoren. Zwar sollte die Belastung durch die Einführung strengerer
Normen für die Automobilindustrie zurückgehen. Doch wie inzwischen allgemein bekannt ist, wurde von der Industrie die tatsächliche
Reduzierung in der Praxis trickreich umgangen. Die größte Belas­
tung in Berlin wurde an der Messstation Leipziger Straße mit 69 Mikrogramm Stickstoffdioxid gemessen, in der Beusselstraße wurden
49 Mikrogramm, in Alt-Moabit 56 Mikrogramm und in der Badstraße
51 Mikrogramm Stickstoffdioxid erfasst.
Die Klage wurde vom Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) Berlin
unterstützt. Der fordert vom Senat, auch an anderen Standorten mit
Grenzwertüberschreitung Tempo 30 anzuordnen: »Falls nicht, stehen die nächsten Anwohner, die klagen möchten, schon bereit.«  cs

9

Voraussichtlich Ende März wird sich entscheiden, wer künftig mit welchem Konzept
das jetzige »Café Leo« betreiben wird. Der
alkoholfreie Imbiss auf dem vorderen Leopoldplatz soll dann für weitere vier Jahre
eine Ausnahmegenehmigung zur Nutzung
eines Teils der dortigen Grünanlage erhalten. Dem ging eine breite öffentliche Auseinandersetzung voraus: mit diversen Resolutionen von Stadtteilvertretung und Rundem Tisch Leopoldplatz, Beschlüssen der
Bezirksverordnetenversammlung Mitte und
zuletzt auch direkten Aussprachen am
­Runden Tisch mit Bezirksbürgermeister
Christian Hanke im Januar und dem zuständigen Bezirksstadtrat Carsten Spallek im Februar. Spallek sicherte sowohl dem Runden
Tisch als auch der Stadtteilvertretung zu, jeweils einen Vertreter in die Auswahlkommission zu entsenden, die unter den in einem Interessenbekundungsverfahren eingereichten Konzepten das Beste auswählt.
Der Imbiss steht seit 2011 dort, wo sich vor
der Umgestaltung des Leopoldplatzes zum
großen Missfallen vieler Anwohner und Gewerbetreibender die lokale Trinkerszene
ver­sammelt hatte. Dabei sollte er zunächst
nur als Provisorium dienen: In den ersten
Konzepten zur Neugestaltung des Platzes
war dort noch ein fester Pavillon geplant.
Doch das wurde später verworfen – unter
anderem, weil dadurch die Sichtachse der
Promenade entlang der Nazarethkirchstraße
zerstört worden wäre.

10

Jetzt stellt sich freilich die Frage, ob es nicht
sinnvoller wäre, den Platzteil zur Verkehrsfläche (öffentliches Straßenland) umzuwidmen. Dann könnten nämlich Sondergenehmigungen künftig problemlos erteilt werden, ohne dass sich gleich der ganze Bezirk
damit auseinandersetzen müsste. 
cs

Spielhallen bleiben
länger
Abgeordnetenhaus berät noch
»Mindestabstandsumsetzungs­
gesetz«
Eigentlich sollten zum 1. August diesen Jahres viele Spielcasinos aus dem Straßenbild
verschwinden. In Wirklichkeit wird es aber
länger dauern, denn erst muss noch ein Gesetz verabschiedet werden. Am 31. Juli 2016
endet die Übergangsfrist, nach der alte
Spielhallen mit Geldspielgeräten auch ohne
Konzession nach dem Berliner Spielhallengesetz betrieben werden können. Die neue
Konzession darf aber nur erteilt werden,
wenn die nächste Spielhalle mindestens 500
Meter weit entfernt ist. Von den jetzigen ca
500 Spielhallen in Berlin dürften Schätzungen zufolge dann nur noch ca 150 weiter betrieben werden.
Irgendwie muss nun entschieden werden,
welche Spielhalle bleiben darf und welche
geschlossen werden muss. Dazu gibt es jetzt
einen Entwurf der Regierungsparteien SPD
und CDU für das »Mindestabstandsumsetzungsgesetz (MindAbstUmsG)«, das am 18.

Spannende Menschen treffen
Einmal im Monat: Erzählcafé Wedding
Eigentlich braucht es keine große Öffentlichkeitsarbeit. Das »Erzählcafé Wedding« findet jetzt schon viele Jahre Monat für Monat im
Bürgersaal der Berliner Baugenossenschaft (bbg) in der Malplaquetstraße 14/15 statt und hat sein Stammpublikum längst gefunden.
Dort stellt die Schriftstellerin Regine Scheer nämlich immer interessante Menschen vor, die man befragen kann und die aus ihrem Leben
erzählen oder aus ihren Texten lesen.
Am Samstag, dem 19. März um 15 Uhr kommt zum Beispiel Christian
Herwartz. Er war LKW-Fahrer, Möbelpacker, Fabrikarbeiter. Und er
kennt das Leben auf der Straße. Christian Herwartz wurde nach seinem Theologiestudium Jesuit, wie Papst Franziskus. Lange arbeitete
er als Arbeiterpriester in Frankreich und Deutschland. Was er hat,
teilt er mit anderen. Sein Bett steht in Berlin-Kreuzberg neben fünf
anderen in einer von ihm mitbegründeten Jesuiten-Gemeinschaft.
Einen eigenen Raum beansprucht er nicht für sich. Wer an die Tür
klopft, wird aufgenommen, egal ob Christ, Jude, Moslem oder Atheist.
Oft bitten Entwurzelte, Kranke, Drogenabhängige um Aufnahme.
Manchmal sind es Flüchtlinge. Manche bleiben eine Nacht, andere
Jahre.
Seit 1984 hat Christian Herwartz hier mit Menschen aus 70 Nationen
zusammengelebt. Manchmal kommen auch jüngere Ordensleute zu
ihnen. Sie nehmen an gemeinsamen Exerzitien auf der Straße teil,
beten gemeinsam, reden miteinander. Sie gehen zu Obdachlosen, in
Abschiebegefängnisse, auch in Moscheen und türkische Cafés, veranstalten Info-Abende und leben so ihre Überzeugungen. Nach über
vierzig Jahren wird Christian Herwartz die Leitung der WG in jüngere
Hände geben und weiterziehen, sich vom Leben tragen lassen. Er
wird erzählen, wie er der wurde, der er ist und wie er seinen Glauben
und wie er Gerechtigkeit versteht.
Einen Monat später, am 23. April, wird sich Hilde Schramm vorstellen. Die ehemalige Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses ist vielen bekannt, als AL-Politikerin, engagierte Aktivistin der Friedensbewegung und anderer sozialer Bewegungen, als Preisträgerin des Moses-Mendelssohn-Preises und Gründerin der Stiftung »Zurückgeben«,
die jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen in Deutschland unterstützt. Oder als Tochter von Albert Speer, des »Architekten Hitlers« und späteren Rüstungsministers.

Hilde Schramm hat es sich nie leicht gemacht und lebt ihr Leben in
Übereinstimmung mit ihren Überzeugungen. 2012 veröffentlichte
sie ein Buch über ihre jüdische Lehrerin Dora Lux, die sie von 1953
bis 1955 in Heidelberg zum Abitur begleitete. Im Jahr 2015 nahm sie
zwei syrische Flüchtlinge in ihr Haus auf.
cs

Fußballfilmfestival im City Kino
Das City Kino Wedding ist eines von drei Filmtheatern im Berlin, die
zwischen dem 18. und dem 21. März das dreizehnte »Internationale
Fußballfilmfestival 11mm« ausrichten. Dabei steht das Kino im Centre
Francais ganz im Bann der kommenden Fußball-Europameisterschaft:
hier werden die Highlights des französischen Fußballfilms gezeigt, in
denen es meist auch um Themen wie Integration, Immigration, Diver­
sität und soziales Engagement geht.
So steht das Engagement von fünf Fußballprofis im Zentrum des Eröff­
nungsfilms »Les Rebelles du foot«, der von Eric Cantona produziert
wurde. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion werden der Regisseur
des Films, Gilles Rof, Europas Fußballerin des Jahres Célia Sasic, der
ehemalige deutsche Nationalspieler Dieter Müller sowie der Fußballfan
Daniel Cohn-Bendit eine mutmaßlich interessante Debatte führen.
Insgesamt werden im City Kino acht französische Fußballfilme gezeigt,
meist in Originalfassung mit Untertiteln, der Eintritt kostet 6 Euro
pro Film. Die weiteren Filme des Festivals laufen im Kino Babylon und
im Filmtheater am Friedrichshain.
Ausführlich informiert die Website www.11-mm.de.
»Faulheit« im Silent Green
Im Kulturquartier »Silent green« im ehemaligen Krematorium Wedding
findet zwischen dem 18. März und dem 8. Mai die Ausstellung »WHAT
THE TORTOISE MURMURS TO ACHILLES« statt. Darin setzen sich
unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler mit diversen Konzepten
von »Faulheit, Zeitökonomie und Produktivität« aus dekolonialen Per­
spektiven auseinander. Kuratiert wird die Ausstellung vom Team »Savvy
Contempory« mit dem künstlerischen Leiter Bonaventure Soh Bejeng
Ndikung. Sie ist mittwochs bis sonntags zwischen 14 und 19 Uhr geöffnet,
samstags finden um 14 Uhr Führungen statt. Der Eintritt kostet 2 Euro.

Ch. Eckelt

Ch. Eckelt

Entscheidung
am Monatsende:
Café Leo

Februar erstmals im Abgeordnetenhaus beraten und in den Ausschuss für Wirtschaft,
Forschung und Technologie verwiesen wurde. Sollte das Gesetz rechtskräftig werden,
sollen die Spielhallenbetreiber demnach drei
Monate Zeit haben, einen Antrag auf eine
neue Betriebserlaubnis einzureichen. Diesen Unternehmen wird die alte Konzession
automatisch verlängert, und zwar bis zu
sechs Monate nach der Bekanntgabe der
Entscheidung im Sonderverfahren. Man
darf davon ausgehen, dass das noch mindestens bis zum Ende des Jahres dauern wird,
vermutlich aber noch länger.
Beim Sonderverfahren soll unter allen beantragten Standorten, die die Bedingungen erfüllen (etwa ein Mindestabstand zur nächsten Oberschule von 200 Metern) und deren
Betreiber alle notwendigen Unterlagen
rechtzeitig und vollständig eingereicht haben, zunächst einmal ausgerechnet werden,
wie viele Standorte maximal genehmigt werden können. Gibt es mehrere Varianten, wie
diese Kapazität erreicht werden kann, soll
das Los entscheiden. Mathematisch sind solche Optimierungsprobleme anspruchsvoll,
aber endlich, mit Hilfe von Rechnern also
lösbar. Pikant ist dabei, dass Lizenzen für legales Glücksspiel letztlich verlost werden
und irgendjemand dabei die Glücksfee spielen muss.
Etliche Casinos im Wedding beherbergen
bis­her mehrere Spielhallen, die durch Raumteiler getrennt direkt nebeneinander z.B. in
ehemaligen Supermärkten untergekommen
sind. In diesen »Mehrfachkomplexen« darf
sich aber nur eine Halle mit maximal acht
Geldspielgeräten um die Genehmigung bewerben, selbst wenn die Spielhallen offiziell
von verschiedenen Betreibern geführt werden.
Andere Neuerungen des Gesetzes betreffen
etwa den Bußgeldrahmen, der von jetzt maximal 50.000 Euro auf dann 500.000 Euro
verzehnfacht werden soll. Denn bislang zahlen Spielhallenbesitzer die verhängten Ordnungsgelder oftmals aus der Portokasse.
Auch sollen Spielsüchtige besser geschützt
werden. Dafür soll ein landesweites Sperrsystem aufgebaut werden, in das sich die Spieler selbst eintragen lassen können oder in
das sie von Dritten wie z.B. Familienangehörigen eingetragen werden. Dann sind die
Spieler vom Besuch jeder Spielhalle in Berlin ausgeschlossen.
cs

Auffallen, aber wie?

Wie können Einzelhändler attraktive Schau­
fenster gestalten? Ein dreistufiger Workshop
der StandortGemeinschaft Müllerstraße e.V.
und des Geschäftsstraßenmanagements Mül­
lerstraße führte Anfang März zu konkreten
Ergebnissen: Unter Anleitung von Profis ge­
stalteten die Teilnehmer mehrere Ladenfenster
des Montessori-Zentrums in der Seestraße 89.
Zuvor hatten sie die Grundlagen der Schau­
fenstergestaltung und Außendarstellung von
Geschäften anhand von Beispielen besprochen
und konkrete Konzepte entwickelt.

11

Schillerpark
Rehberge
Stadtteilzentrum Paul Gerhardt Stift

Informationen und Dokumentationen
zum Aktiven Zentrum Müllerstraße
sowie frühere Ausgaben dieser Zeitung
finden Sie auf der Website:
www.muellerstrasse-aktiv.de

Seestraße

Rathaus
Rehberge

BeuthHochschule

Volkshochschule

Leopoldplatz

Veranstaltungsorte
Müllerstraße

Vor-Ort-Büro

Programmkulisse
Aktives Stadtzentrum

Virchow-Klinikum / Charité

Sanierungsgebietsgrenze
Wedding

Adressen
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen,
Wirtschaft und Ordnung: Carsten Spallek
Müllerstraße 146/147, 13353 Berlin
(030) 90 18-446 00
baustadtrat@ba-mitte.berlin.de
Stadtentwicklungsamt,
Fachbereich Stadtplanung
Müllerstraße 146, 13353 Berlin
Amtsleiterin: Frau Laduch, Zimmer 106
(030) 90 18-458 46
stadtplanung@ba-mitte.berlin.de
Vorbereitende Bauleitplanung,
Städtebauförderung
Müllerstraße 146, 13353 Berlin
Sprechzeiten: dienstags, 9.00–12.00 Uhr,
donnerstags, 15.00–18.00 Uhr
stadtplanung@ba-mitte.berlin.de
Gruppenleiter: Stephan Lange
(030) 90 18-436 32
Aktives Zentrum und Sanierungsgebiet
Müllerstraße
René Plessow (030) 9018 45409
rene.plessow@ba-mitte.berlin.de
Claudia Jahns (030) 9018 45463
claudia.jahns@ba-mitte.berlin.de

Prozessmanagement
Jahn, Mack und Partner
Alt Moabit 73, 10555 Berlin
Karsten Scheffer, Frederik Sommer
(030) 85 75 77 26
muellerstrasse@jahn-mack.de
www.jahn-mack.de
Geschäftsstraßenmanagement
Planergemeinschaft
Lietzenburger Straße 44, 10789 Berlin
(030) 88 59 14-0, (030) 88 59 14 32
Gabriele Isenberg-Holm
g.isenberg@planergemeinschaft.de
Winfried Pichierri
w.pichierri@planergemeinschaft.de
www.planergemeinschaft.de
Stadtteilvertretung Müllerstraße
Sprecher: Sabine Schmidt, Walter Frey,
Peter Arndt
Vor-Ort-Büro Triftstraße 2
Sprechstunde: jeder 1. und 3. Montag im
Monat, 18–20 Uhr
(030) 34 39 47 80 (AB), (0174) 701 35 94
menschmueller@stadtteilvertretung.de
www.stadtteilvertretung.de
Wenn Sie per E-Mail Informationen der
­Stadtteilvertretung erhalten möchten,
dann senden Sie eine E-Mail an:
mitteilungen@stadtteilvertretung.de

StandortGemeinschaft Müllerstraße
c/o Steuerberatung bpw
Müllerstraße 138b, 13353 Berlin
info@muellerstrasse-wedding.de
www.muellerstrasse-wedding.de
Soziales Platzmanagement Leopoldplatz
Team Leo, Schumannstr. 5, 10117 Berlin
(030) 28 30 23 15
teamleo@gangway.de
Axel Illesch (0172) 202 61 82
Runder Tisch Leopoldplatz
Thomas Haas, Präventionsrat
Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin
(030) 90 18-325 70
Quartiersmanagement Pankstraße		
Prinz-Eugen-Straße 1, 13347 Berlin
(030) 74 74 63 47
qm-pank@list-gmbh.de
www.pankstrasse-quartier.de
Quartiersmanagement Sparrplatz
Burgsdorfstraße 13 A, 13353 Berlin
(030) 46 60 61 90
qm-sparrplatz@list-gmbh.de
www.sparrplatz-quartier.de
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.