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Periodical volume

Full text: Ecke Issue 2015,03

ecke

nr. 3 – mai 2015

müllerstraße

Seite 3: Spatenstich am Tag der Städtebauförderung Seite 4: Max-Josef-Metzger-Platz Seite 6/7: Ach wie schön ist Istanbul Seite 10: Abenteuerspielplatz TELUX

Zeitung für das »Aktive Zentrum« und Sanierungsgebiet Müllerstraße. Erscheint achtmal im Jahr kostenlos. Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung

Ch. Eckelt

Runder Tisch Leopoldplatz

Dienstag 26. Mai, 19 Uhr, Volkshochschule W ­ edding, Antonstraße 37, Raum 302

Händlerfrühstück des Geschäftsstraßenmanagements

Mittwoch, 3. Juni, 7.30 Uhr: Ort bitte beim Geschäftsstraßenmanagement erfragen

Am 9. Mai ab 11 Uhr in der neuen S ­ chiller-Bibliothek
In diesem Jahr findet zum ersten Mal bundesweit der »Tag der Städte­ bauförderung« statt, Der Aktionstag ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Deutschem Städtetag sowie Deutschem Städteund Gemeindebund. Etwa 570 Gemeinden in ganz Deutschland beteiligen sich und organisieren am Samstag, dem 9. Mai, zahlreiche Diskussionsrunden, Führungen, Feste und Infostände, um über die Förderprogramme zu informieren, ohne die in vielen Kommunen kaum noch Investitionen möglich wären. In Sachen Veranstaltungen ist der Bezirk Mitte ganz vorn: hier finden gleich zehn Veranstaltungen statt – so viele wie sonst nirgendwo in einem Berliner Bezirk oder in einer anderen deutschen Großstadt.
Das hat natürlich damit zu tun, dass es im Bezirk Mitte sehr viele Stadt­ äume gibt, in denen Städtebauförderprogramme umgesetzt r werden. Neben den drei Sanierungsgebieten (Müller- und Turmstraße im Programm »Aktive Stadtzentren« sowie Nördliche Luisenstadt, die durch das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz gefördert wird) gibt es ja auch (noch) acht Quartiersmanagementgebiete (Programm »Soziale Stadt«) – und in all diesen Gebieten gibt es Stadtteil- und Betroffenenvertretungen oder Quartiersräte sowie eine reichhaltige Erfahrung mit der Beteiligung von Bürgern an Projekten der Stadtentwicklung. Dazu kommt in Moabit ein großes Gebiet mit vier Teilbereichen, in dem Mittel aus dem Programm »Stadtumbau West« investiert werden, dabei stehen allerdings Gewerbegebiete (Moabit West, Nordring), ein Park (Sportpark Poststadion) und ein Neubaugebiet (Heidestraße) im Fokus, sodass hier andere Beteiligungsverfahren wirken.

Sitzung der Stadtteilvertretung M ­ üllerstraße mensch.müller

An jedem ersten Donnerstag im Monat jeweils um 19 Uhr im Walther-Rathenau-Saal, R ­ athaus Wedding, Müllerstraße 146 /147

Sprechstunde der Stadtteilvertretung
Ch. Eckelt

Montags 18–20 Uhr, Vor-Ort-Büro Triftstraße 2

men den Spatenstich am Rathausplatz Wedding vornehmen und um 13.30 Uhr den Auftakt-Workshop zum neuen Spreeuferweg in der Nördlichen Luisenstadt eröffnen.

Begehung Max-Josef-Metzger-Platz
Samstag, 30. Mai, 14 Uhr (Seite 4), Treffpunkt: Große Wiese

Gelegenheit zur kompakten Auseinandersetzung
Dadurch verpasst er natürlich leider die Veranstaltungen, die am 9. Mai außerdem im Foyer der noch nicht ganz fertiggestellten neuen Schiller-Bibliothek stattfinden, und muss sich auf die Besichtigung der Ausstellung beschränken. Im fast fertigen Neubau werden nämlich die aktuellen Projekte am Ort von den Architekten präsentiert: Um 11 Uhr stellt die Landschaftsarchitektin Sofia Petersson die Planungen vor, die ihr Büro ANNABAU zur Neugestaltung des Rathausplatzes erarbeitet hat, um 14 Uhr wird die Landschaftsarchitektin Birgit Teichmann zum aktuellen Stand der Planung zur Neugestaltung des Zeppelinplatzes reden und um 15 Uhr wird Albert Urig vom Büro AV1 Architekten den Neubau der Schiller-Bibliothek vorstellen. Allen, die sich für die Entwicklung des Kiezes oder auch nur allgemein für Architektur und Städtebau interessieren, seien diese Veranstaltungen ans Herz gelegt: Es ist eine seltene Gelegenheit, sich vor Ort direkt mit Planungen, Planern und der Resonanz der Anwohner auseinanderzusetzen!  cs Weitere Veranstaltungen zum Tag der Städtebauförderung im Bezirk Mitte (alle am 9. Mai): 11.00–13.00 Uhr, Huttenstraße 3: Führung zu Projekten zum Schutz des Klimas im Gewerbegebiet Moabit West 11.00 Uhr, Senkgarten im Kleinen Tiergarten: Wiederinbetriebnahme des Wasserspiels, Führung und Erläuterung von Klaus Lingenauber (Landesdenkmalamt Berlin) 11.00–16.00 Uhr, Kleiner Tiergarten, östlich der Stromstraße: Infostand des Geschäftsstraßenmanagements Turmstraße 13.00–15.00 Uhr, Stadtgarten Moabit, Siemenstraße 27: Filme im Stadtgarten, 15.00 Uhr: Führung Stadtgarten, 15:30 Uhr Führung Quartier 13.00–16.00 Uhr, Lübecker Straße 6: Gestaltung des Wohnumfeldes am Obdachlosenhaus 13.30–15.00 Uhr, Haupteingang Fritz-Schloß-Park (Mini-Golfanlage): Führung durch das SportPark-Areal 13.30–16.30 Uhr, Stadtteilladen Dialog 101, Köpenicker Straße 101, Auftakt-Workshop zum Spreeuferweg 14.00–18.00 Uhr, vor dem QM-Büro Pankstraße, Prinz-Eugen-Straße 1, Fest mit Musik und Snacks 15.00–19.00 Uhr, vor der ehemaligen Hugo-Heimann-Bibliothek, S ­ winemünder Straße 80: Lesefest mit Flohmarkt und Bilderbuchkino

Welche Ecke?
Wo wurde dieses Foto aufgenommen? Wer es weiß, schicke die Lösung bitte mit genauer Absenderadresse an die Redaktion: ecke müllerstraße, c/o Ulrike Steglich, Elisabethkirchstraße 21, 10115 Berlin oder per Mail an: eckemueller@gmx.net. Neu: Unter den Einsendern verlosen wir einen Kinogutschein für zwei Personen für das Kino Alhambra. Einsendeschluss ist Freitag, der 22. Mai. Unsere letzte Rätselecke zeigte die Turiner Straße 25 (Ecke Utrechter Straße). Wir danken den Teilnehmern! Gewinner ist diesmal Moritz Mertens. Herzlichen Glückwunsch! Der Preis wird Ihnen zugesandt.

Das Titelbild wurde auf der Eröffnungsfeier der »Bewegten Terasse« am Stattbad Wedding aufgenommen (siehe auch Seite 11) ecke im Netz: Im Internet findet man alle bisher erschienenen Ausgaben der ecke m ­ üllerstraße unter www.muellerstrasse-aktiv. de /zeitung-ecke-muellerstrasse Nächster Redaktionsschluss: Freitag, 22. Mai. Die neue Ausgabe erscheint Anfang Juni

Auf dem Leopoldplatz:
Begehung am 17. Mai In diesem Sommer wird eine Broschüre zum Leopoldplatz erscheinen, die dokumentiert, wie der Platz in den letzten Jahren mit reger Beteiligung vieler Anwohnerinnen und Anwohner umgestaltet wurde. Darin sollen die Erfahrungen aus diesem oft konfliktreichen, aber auf jeden Fall innovativen Prozess auf­ gearbeitet und weitervermittelt werden. Mit der Erstellung der Broschüre wurde das Redaktionsteam der ecke müllerstraße beauftragt. Zu Wort kommen natürlich auch die verschiedenen Nutzer des Platzes. Deshalb veranstaltet das Redaktionsteam zusammen mit dem Runden Tisch Leopoldplatz am Sonntag, dem 17. Mai, eine Platzbegehung. Treffpunkt ist das Café Leo um 14 Uhr. Käffchen am Pfingstsonntag Am Pfingstsonntag dem 24. Mai, veranstaltet die Nazarethkirchgemeinde auf dem Leopoldplatz vor der Alten Nazarethkirche ab ca 14 Uhr ein öffentliches Kaffeetrinken. Ziel ist es, ins nachbarschaftliche Gespräch zu kommen. Es gibt natürlich auch Tee und Kuchen!

Kiez-Cup am 12. Mai Am Dienstag, dem 12. Mai findet zwischen 16 und 19 Uhr auf dem Bolzplatz des hinteren Leopoldplatzes ein Mädchen-Fußballturnier statt. Acht Teams mit jeweils sechs jungen Spielerinnen aus unterschiedlichen Einrichtungen wetteifern um den den »Kiez-Cup«. Iftar am 8. Juli Am Mittwoch, dem 8.Juli findet auf dem L ­ eopoldplatz wieder ein öffentliches Fastenbrechen (Iftar) statt. Dabei wartet man zusammen auf das Ende des Sonnenuntergangs und isst anschließend zusammen zu Abend. Viele Muslime haben den Tag über gefastet, denn wir befinden uns im Fastenmonat Ramadan. Das Iftar findet auf dem Leo nunmehr zum vierten Mal statt, es wird vom Gebietsfonds des Aktiven Zentrums und aus zahlreichen Spenden finanziert, zudem wirken viele Ehrenamtliche aus Moscheevereinen, Kirchengemeinden und weltlichen Einrichtungen mit. Das Spendenkonto lautet: Kulturen im Kiez e.V. IBAN DE23 1007 0024 0253 6357 04
BIC DEUTDEBBER

Impressum
Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin, Stadtentwicklungsamt Redaktion: Christof Schaffelder, Ulrike Steglich Redaktionsadresse: »Ecke Müllerstraße«, c /o Ulrike Steglich, Elisabethkirchstraße 21, 10115 Berlin Tel (030) 44 01 06 05, eckemueller@gmx.net Fotos: Christoph Eckelt, eckelt@bildmitte.de Entwurf und Gestaltung: capa, Anke Fesel, www.capadesign.de Druck: Henke Druck, info@henkepressedruck.de V.i.S.d.P.: Ulrike Steglich Für den Inhalt der Zeitung zeichnet nicht der Herausgeber, sondern die Redaktion verantwortlich.

Politiker werden aufmerksam
Die Stadtteilvertretung Müllerstraße konnte sich jüngst davon überzeugen, dass die Erfahrungen der Bürger in Mitte mit ihrer Beteiligung an der Stadtentwicklung auch bundesweit von großem Interesse sind. Sie erhielt Besuch vom Parteivorstand der Bundes-SPD: eine Delegation unter der Führung des schleswig-holsteinischen SPD-Vorsitzenden Ralf Stegner diskutierte zwei Stunden lang über die Arbeit der Stadtteilvertretung und Fragen von »Neuer Verantwortlichkeit« bzw. »Neuen Bürgerthemen«. Die Ergebnisse werden jetzt in die SPD-Programmgestaltung einfließen. Aber auch in der Berliner Politik scheint die Arbeit im »Aktiven Zentrum Müllerstraße« sich einiger Wertschätzung zu erfreuen. Denn der neue Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Engelbert LütkeDaldrup, hatte gewiss eine große Auswahl, bevor er sich dafür entschied, vor dem offiziellen »ersten Spatenstich« für die Neugestaltung des Platzes am Rathaus Wedding eine Rede zu halten. Die Schippe wird er sich anschließend mit Bezirksstadtrat Carsten Spallek teilen, der an diesem Tag eine Rundreise durch den Bezirk unternimmt: Um 11 Uhr wird Spallek das Wasserspiel im Moabiter Kleinen Tiergarten in Betrieb nehmen, um 12 Uhr mit Lütke-Daldrup zusam-

Verwendungszweck: Spende Iftar

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Ch. Eckelt

Bilderrätsel: Gewinner gesucht!

Termine

Heraus zum Tag der Städtebau­ örderung! f

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Aus für das Müllerstraßenfest?
Stadtteilvertretung setzt sich durch
Ein Müllerstraßenfest in der traditionellen Weddinger Ausprägung wird es wohl nicht mehr geben. Denn der Bezirk Mitte hat sich dazu entschlossen, die Müllerstraße und zugleich auch die Turmstraße in Moabit in den »Postiv- /Negativkatalog« des Bezirks aufzunehmen. Erst so erhält der Bezirk die Möglichkeit, über die Durchführung von Straßenfesten dort mitzuentscheiden: bisher war für die Müllerstraße als Hauptverkehrsstraße nur die Genehmigung der Verkehrslenkung Berlin notwendig, die dem Senat untersteht und die dabei rein technische Kriterien anwendet.
Die kommerziellen Straßenfeste, wie sie jahrelang in der Müller- und der Turmstraße stattfanden, waren paradoxerweise zwar gut besucht, stießen andererseits auch auf viel Kritik der Anwohner: zu billig, zu beliebig, zu laut, zu viel Verkehrsbelastung in den Nebenstraßen. Der Postiv- / Negativkatalog des Bezirks regelt detailliert, welche Art von Veranstaltungen im Bezirk an welchen Orten durchgeführt werden dürfen. Zum Beispiel dürfen auf dem Pariser Platz und dem Platz vor dem Brandenburger Tor nur Genehmigungen für Veranstaltungen von »herausragender politischer, kultureller oder sportlicher Bedeutung« erteilt werden. Die meisten Örtlichkeiten des Katalogs befinden sich denn auch im historischen Zentrum: Gendarmenmarkt,

Unter den Linden, Bebelplatz, der Alexanderplatz, Potsdamer Platz, auch der Europaplatz am Hauptbahnhof gehören dazu. Die Verwaltung des Bezirks arbeitet derzeit daran, in kurzen Sätzen auszuarbeiten, welche Art von Veranstaltungen künftig auf der Müllerstraße möglich sein sollen. Dabei berücksichtigt sie auch die Anregungen der Stadtteilvertretung, die dazu bereits einen recht umfassenden Forderungskatalog erarbeitet hat. Die Schwierigkeit besteht natürlich darin zu definieren, welche Art Veranstaltungen geeignet sind, eine »positive Außenwirkung« auf die Geschäftsstraße auszuüben. Die traditionellen Müllerstraßenfeste gehören für die Stadtteilvertretung mensch.müller jedenfalls nicht dazu: sie gelten ihr als »Ramschmeilen«, die die Geschäftsstraße eher abwerten. Auch kritisiert die Stadtteilvertretung, dass bei den Vollsperrungen der Müllerstraße die Anwohner der benachbarten Kieze erheblich durch den Umleitungsverkehr belästigt werden. Die Forderung der Grünen in der BVV, Genehmigungen so lange zurückzustellen, bis in Abstimmung mit der Stadtteilvertretung mensch.müller ein Konsens gefunden wird, lehnte der Bezirk noch im vergangenen August aus rechtlichen Gründen ab. Jetzt scheint sich also eine andere Lösung anzubahnen. Die hat, noch bevor offiziell in Kraft getreten, schon erste Erfolge im Sinne der Stadtteilvertretung: Die Firma Nareyka, die bisher die meisten der Feste in der Müllerstraße organisierte, meldete für dieses Jahr bislang noch keine derartigen Veranstaltungen an.  cs

Kommentar

Sodom und Gomorrha ohne »begrenzende Seitenstraßen«
Debatten um eine Weddinger Platzbenennung zur Ehrung von Nazi-Gegnern
Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es auf unseren Kommentar vom Februar 2015 eine so starke Reaktion geben würde. Aber so war es: Zahlreiche Leser meldeten sich per Mail, Post, Anrufen und reagierten mit Empörung auf die Nachricht, dass die landeseigene »Berliner Immobilienmanagement GmbH« (BIM) verhindern wollte, den neugestalteten Weddinger Platz neben dem Rathaus Wedding an der Müllerstraße 146 nach Elise und Otto Hampel zu benennen. In Reaktion auf den Artikel gab es sogar Bürgerpetitionen im Internet. Zur Erinnerung: Der Platz nimmt im Zuge der Umgestaltung der B ­ ibliothek und des Hochhauses, in das eine Jobcenter-Filiale einzieht, neue Gestalt an. Als die Weddinger deshalb in dieser Zeitung aufgerufen wurden, Namensvorschläge für den bislang namenlosen Platz einzureichen, gab es auch die Idee, den Platz nach Elise und Otto Hampel zu benennen – einem Weddinger Arbeiter-Ehepaar, das nach dem Tod von Elises Bruder im Zweiten Weltkrieg mutigen zivilen Widerstand gegen die Nazis leistete. Sie verteilten heimlich handgeschriebene Postkarten gegen den Krieg, bis sie von den Nazis unter dem Fallbeil hingerichtet wurden. Hans Fallada widmete ihnen seinen weltberühmten Roman »Jeder stirbt für sich allein«. Viele Bewohner, auch die Stadtteilvertretung »mensch.müller« befür­ worteten den Namensvorschlag, schließlich beschloss auch die BVV Mitte diese Platzbenennung. Nur die BIM, die als hundertprozentige Tochtergesellschaft des Landes Berlin landeseigene Immobilien wie das Jobcenter verwaltet, wollte das plötzlich nicht, sondern die Neubenennung verhindern.

Bürgerbeteiligung M ­ ax-Josef-Metzger-Platz
Öffentliche Begehung am Samstag, 30. Mai, 11 Uhr
Auch der Max-Josef-Metzger-Platz, das grüne Dreieck zwischen G ­ erichts-, Müllerstraße und Jobcenter, soll in den nächsten Jahren saniert werden. Dabei sollen die Wegebeziehungen im Park geordnet und teilweise auch mit Beleuchtung ausgestattet werden: Über den Platz verlaufen wichtige Fußwege, die den Kiez um den Nettelbeckplatz mit dem S- und U-Bahnhof Wedding verbinden. Zudem weist der Spielplatz auf der Grünanlage klare Mängel auf – er wird kaum genutzt. Das Kinder- und Jugendbüro des Jugendamts Mitte führt nun eine Kinder- und Jugendbeteiligung durch, um den Bedarf und die Wünsche der Kinder zu ermitteln. Gespräche finden auch mit den umliegenden Grundschulen statt, die die Möglichkeit erhalten sollen, den Park künftig häufiger zu nutzen. Recht dürftig ist zudem die Ausstattung mit Sitzgelegenheiten: Die verweist an eine noch nicht gar so ferne Vergangenheit, als es im Wedding üblich war, Bänke überall im öffentlichen Raum abzubauen, um »unerwünschte Nutzergruppen« fernzuhalten. Nachdenken muss man schließlich auch über den Umgang mit den Denkmalen auf dem Platz: die »Trümmersäule« des Bildhauers Gerhard Schultze-Seehof aus dem Jahr 1954 zum Gedenken an den Wiederaufbau nach dem Krieg und den Gedenkstein an Max Josef Metzger, den k ­ atholischen Theologen und Pazifisten, der vom Volksgerichtshof 1943 als »Verräter am eigenen Volk« zum Tode verurteilt und 1944 hingerichtet wurde. Bevor der Bezirk drei Landschaftsarchitektur-Büros mit der Erarbeitung von ersten skizzenhaften Grundideen beauftragt, werden Anwohner und Anwohnerinnen über ihre Vorstellungen und Wünsche

Das war, zumal angesichts des 70. Jahrestags der Befreiung von den Nazis, nicht eben sehr sensibel – um es mal vorsichtig auszudrücken. Infolgedessen empörten sich nicht nur viele Bürger berlinweit, auch die Berliner Presse hakte sehr interessiert nach. Aufgrund der zahlreichen Nachfragen und Kommentare sah sich die BIM wohl gezwungen, umgehend eine Pressemitteilung zu veröffentlichen, die allerdings etwas hölzern ausfiel. Darin heißt es u.a.: »Wir haben aus fachlichen Gründen einer Umbenennung der Anschrift an diesem Standort widersprochen. Die Örtlichkeit (»Platz«) wird nicht durch Querstraßen oder Ähnliches von der Müllerstraße abgegrenzt. Die Örtlichkeit ist als eigenständiger Platz gar nicht erkennbar. Daher wird die Adressfindung bei einer Umbenennung erschwert, weil die Adressierung entlang der Müllerstraße, als deren Bestandteil die Örtlichkeit erscheint, unterbrochen würde. Eine Benennung sollte aber der Orientierung dienen.« Man könnte das auch so interpretieren, dass die Weddinger Jobcenter-Besucher zu doof seien, einen Elise- und Otto-Hampel-Platz zu finden (der in Berlin einzigartig wäre) statt der Müllerstraße 147, einfach deshalb, weil der Platz kein Platz ist, denn er hat keine begrenzenden Seitenstraßen. Genau für solche einleuchtenden Klarstellungen haben wir ja Ämter, die in ihrem preußischen Arbeitseifer schlicht unterfordert wären, wenn sie sich nur um die vernünftige Verwaltung städtischer Immobilien kümmern müssten. Und wo kämen wir da hin, wenn die Plätze nicht ordentlich durch Seitenstraßen abgegrenzt werden können! Der Platz gehört teilweise dem Bezirk, teilweise der Landesgesellschaft BIM, weil sie eben auch Liegenschaften hier verwaltet. Solche Absurditäten machen die Lage nicht einfacher. Doch es scheint Lichtblicke zu geben: Nach einem Bericht der taz gibt es – auch dank der Proteste von Anwohnern – offenbar Gespräche zwischen Bezirkspolitikern, Bezirksamt und BIM. Jetzt wird noch diplomatisch taktiert um »offizielle Straßenschilder«. Womöglich wird als Kompromissvariante zwischen Bezirk und Landesverwaltung auch nur ein Hinterhöfchen nach Elise und Otto Hampel benannt. Ach. Vielleicht sollten wir auch wieder mal Postkarten schreiben.  Ulrike Steglich

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Ch. Eckelt

befragt, und zwar in dreifacher Form: Erstens wird im Internetportal »Weddingweiser« (weddingweiser.wordpress.com) ein Forum eröffnet, auf dem man sich zur Platzgestaltung äußern kann. Zweitens werden im Umfeld des Platzes Postkarten verteilt, auf denen man seine Wünsche notieren und die man anschließend z.B. beim Pförtner des Rathauses Wedding abgeben kann. Und drittens findet am Samstag, dem 30. Mai, eine öffentliche Platzbegehung statt: Um elf Uhr trifft man sich auf der großen Wiese und erörtert vor Ort die Situationen auf dem Gelände. Dabei kann man Anregungen sowohl mündlich als auch schriftlich weitergeben. Die Ergebnisse werden in die Aufgabenstellung für die Landschaftsarchitekten einfließen, denen auch die schriftlichen Anregungen vorgelegt werden. Eine Jury, in der auch Stadtteilvertreter mitwirken, wird schließlich den besten Ideenentwurf aus den drei Varianten auswählen. In einer Bürgerversammlung wird das beauftragte Büro dann seine Vorstellungen öffentlich präsentieren und diskutieren. cs

Ch. Eckelt

Bildecke

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Istanbul—Berlin
Ein Blick über den urbanen Tellerrand
Ankunft Planen Sie als Berliner etwas mehr Zeit für Ihre Flugankunft in Istanbul ein. Dort sind die beiden städtischen Flughäfen– nun ja – etwas größer als Alt-Schönefeld und Tegel, und es kommen auch ein paar mehr Flugzeuge und Passagiere an. Da die Türkei bislang nicht in die EU aufgenommen wurde, dauern Pass- und sonstige Kontrollen etwas länger. Sie müssen nach der Ankunft aber nicht wie in Schönefeld ihr Gepäck endlose Strecken zu einem Regionalzug schleppen, der irgendwann alle halbe Stunde fährt, oder zur S-Bahn, die gemütlich alle Stationen zwischen Schönefeld und Innenstadt abzockelt (bitte an das tricky ABC-Ticket denken! Die Zone C gilt zwar nur zwischen Endstation Schönefeld und der vorletzten Station – aber deshalb sind dort besonders viele Kontrolleure unterwegs.) An den Istanbuler Flughäfen halten die Busse zur Innenstadt direkt vorm Flughafen. Sobald einer voll beladen ist, fährt er los – also ungefähr alle zwei Minuten. Sollten Sie pubertierende, ewig hungrige Söhne haben, die ernsthafte Existenzängste befallen, ob man in Istanbul auch nach 22 Uhr noch etwas zu essen oder einzukaufen findet, grinsen Sie einfach still in sich hinein. Der Vermieter wird die Sprösslinge sofort in den nächsten Imbiss schleppen und dazu erklären, dass der Tante-Emma-Laden um die Ecke (einer von dreien in 50 Meter Entfernung, in denen es so ziemlich alles gibt) 24 Stunden nonstop geöffnet ist. Aufwachen Sie brauchen in Istanbul keinen Wecker. Suchen Sie sich einfach ein Quartier mit einer Moschee gleich um die Ecke. Frühaufsteher weckt der Muezzin bei Sonnenaufgang, Langschläfer gegen ein Uhr mittags. Ein schöner Wecker ist auch der herrliche Duft aus der Bäckerei nebenan. Manchmal ist es aber auch eine Baustelle, wie in Berlin. Nur dass die Berliner Baustellen nicht sieben Tage die Woche fast rund um die Uhr arbeiten. Vor allem nicht bei der Straßenbahn oder sonstigen Baustellen der öffentlichen Hand.

Stadtlandschaft Schätzungsweise 15 Millionen Menschen leben in Istanbul. Ein schier endloses Häusermeer erstreckt sich links und rechts des Bosporus, auf der europäischen und der asiatischen Seite. Unterschiedlichste Welten existieren unmittelbar nebeneinander: einfache Wohnviertel mit geflickten alten Wohnhäusern oder Abrisshäusern; schicke Flaniermeilen; alte, orientalisch geprägte Straßen, in denen sich Basar an Basar reiht; eine von Hochhäusern des Wirtschaftszentrums geprägte Skyline; Trabantenstädte mit dicht an dicht gereihten Hochhäusern. Das berühmte Altbauviertel Beyoglu ist übrigens ein Part˘ nerbezirk von Berlin-Mitte. Zu den Berliner Bebauungsdebatten (Traufhöhe! Freiflächen! Frischluftschneisen!) würde man in Istanbul einfach nur höflich, aber etwas verständnislos lächeln. In Istanbul wird ununterbrochen gebaut – schließlich müssen die Menschen, die stetig in die prosperierende Metropole strömen, auch irgendwo unterkommen. Hochhäuser, überhaupt irgendwelche Neubauten, sind dagegen in Berlin sehr verpönt, vor allem gleich neben der eigenen Haustür. Nicht erst seit dem Tempelhofer Feld ist das Argument der »Frischluftschneisen« sehr beliebt. Deutsche lieben auch in die Breite gestreute Eigenheime, Baugruppenprojekte und Doppelhaushälften in Frischluftschneisen, außerdem Biotope und Grünflächen, möglichst wildwüchsig. – Wer über Berlin fliegt, sieht einen Flickenteppich mit unglaublich viel Grün, Wald, Parks, Schrebergärten und einen Potsdamer Platz, der aussieht wie ein abgesägtes Möchtegern-Manhattan im Lego-Format. Wer Istanbul überfliegt, sieht das Meer, die Inseln, das Häusermeer. Eine Metropole. Parks und Freiflächen Tempelhof-Areale mit verbrannter Wiese kann man sich in Istanbul eher schwer vorstellen. Es gibt nicht viele Parks in Istanbul – aber das Grün im öffentlichen Raum ist sehr gepflegt, selbst die kunstvoll blumenbepflanzten Baumstreifen entlang vielbefahrener Hauptstraßen. Dafür genießen die Parks auch besondere Bedeutung. Hier geht man spazieren, toben Kinder auf bemerkenswert ausgestatteten Spielplätzen, gibt es Cafés, öffentliche Toiletten und kleine Hundeauslauf­ flächen. Als der beliebte Gezi-Park nach dem Willen des türkischen Staatschefs Erdogan einem Shoppingcenter weichen sollte, protestierten 2013 viele Istanbuler auf dem benachbarten Taksim-Platz. Darüber formulierte sich vor allem auch Protest gegen ein politisches System. The Sound of Istanbul Kommen Sie nicht auf die verrückte Idee, in Istanbul Auto fahren zu wollen – jedenfalls nicht als Berliner. Istanbuler erklären, dass es grundsätzlich nur eine wichtige Verkehrsregel gibt: an einer roten Ampel muss man halten – aber auch nur dann, wenn sie nicht als überflüssige Schmuckampel erachtet wird. Da sich jeder Istanbuler unerschrocken in sein Auto stürzt und damit viele Staus verursacht, ist das permanente, lustvolle Hupen auf den Straßen sozusagen der »Sound of Istanbul«. Man weiß zwar nicht, warum gehupt wird, weil es das Weiterkommen auch nicht befördert – aber für Fußgänger sind die Staus die beste Verkehrsberuhigung überhaupt. Auch wenn Ihre Fußgängerampel rot zeigt (manche Ampeln zeigen sogar die Sekunden bis zur nächsten Grünphase an): Entdecken Sie den verschütteten anarchischen Geist in sich und stürzen Sie sich getrost mit den Istanbulern ins Getümmel, wenn die Autos mal wieder im Stau ­ tecken. Es ist die s sicherste Methode, ans andere Straßenufer zu kommen. Notfalls wird gehupt – extra für Sie. Istanbuler Straßen sind vorwiegend gelb (durch die Unmengen von Taxis) und blau (Unmengen von Linien-

U. Steglich (3)

bussen). Grundsätzlich ist bemerkenswert, wie stressfrei sich die unzähligen Verkehrsteilnehmer arrangieren. Liegt vielleicht am entspannenden Hupen. Öffentlicher Nahverkehr Vergessen Sie alle verwirrenden Berliner AB-, ABC- oder BC-Tarife, Ermäßigungs-, Gruppen-, Schüler-, Tageskartentarife, kaputte Fahrkartenautomaten, Abstempelautomaten und was das schöne Berliner Verkehrssystem noch an Chaosstiftendem zu bieten hat. Kaufen Sie sich in Istanbul einfach an Verkehrsstationen, am nächsten Obstoder Zeitungsladen eine Istanbul-Card: eine Chipkarte, die in unterschiedlichem Geldwert aufgeladen wird. An der Metro, der Straßenbahn, dem Bus, auf den Fährschiffen, die quasi als Wasserbusse über das Goldene Horn und den Bosporus ihre Linien fahren, halten Sie einfach die Chipkarte an die Eingangssperre – der Fahrpreis (umgerechnet ca 80 Cent) wird automatisch abgebucht. Ist die Karte leer, wird sie an Automaten nach Belieben wieder mit Guthaben aufge­ laden. Unkomplizierter, nerven- und kostensparender geht’s nicht. Kein Ärger über verpasste Bahnen, weil der Automat mal wieder endlos den Fahrschein druckt oder partout passende Münzen fordert. Die Istanbul-Card dient übrigens auch zum Eintritt in manche ö ­ ffentlichen (und bemerkenswert sauberen) Toiletten. Davon gibt es erstaunlich viele, auch kostenlos in Moscheen. Ein Zustand, von dem viele Berliner unterwegs (beispielsweise in Parks oder auf Spielplätzen) nur träumen. Geschäftsstraßen Sie beschweren sich darüber, dass der Weddinger oder Moabiter B ­ olu-Markt bei Ihnen um die Ecke mit seinen Obst- und Gemüse­ auslagen etwa die Hälfte des ca. 3 Meter breiten Bürgersteigs beansprucht? Reisen Sie nach Istanbul – das entspannt. Dort sind die Bürgersteige in den Altstadtstraßen oft nur 70 Zentimeter breit, und trotzdem funktioniert alles: Geschäftsbetrieb, Fußgänger, Lieferverkehr. Hier geht alles: Gleich zwei Lieferfahrzeuge quetschen sich in engen ­ assen aneinander vorbei (dahinter entsteht wieder der beG rühmte fußgängerfreundliche, hupende Stau), während ein Ladeninhaber, der gerade Pakete auspackt, mal kurz seinen Hintern einziehen muss, damit die dicken Autos aneinander vorbeikommen. »Lieferzonen«, auch ein schönes deutsches Wort, gibt es hier nicht. Fußgänger weichen oft flexibel von klitzekleinen Bürgersteigen auf die kleinen Straßen aus. Wenn ein Lieferwagen oder Reinigungsfahrzeug sich durch eine Fußgängerzone quält, ist das gar kein Problem

– der stetige Fußgängerstrom macht sekundenlang Platz, und schon geht der Betrieb weiter. Das Geheimrezept ist die freundliche Eleganz und Toleranz, mit der die Istanbuler miteinander umgehen. Handel Stellen Sie sich vor, Sie stehen in Berlin plötzlich mitten im strömenden Regen und haben keinen Schirm dabei. Um Sie herum tauchen aber wie aus dem Nichts fliegende Verkäufer auf, die Ihnen Regenschirme anbieten. Das ist jahrhundertealte, orientalische, klassische Marktwirtschaft mit Nachfrage und Angebot – entwickelt, noch bevor Ludwig Erhard oder Angela Merkel überhaupt geboren waren. Haben Sie sich schon mal über die verstopften Gehwege in Berlin beschwert? An einem durchschnittlichen Mittwoch in Istanbuler Basarvierteln muss man sich schon ziemlich durchschlängeln. An Samstagen allerdings traut man sich in das Getümmel kaum noch hinein: dann sind die Straßen so voll, dass man sich fragt, wie man sich dort überhaupt bewegen, geschweige denn einkaufen kann. Es gibt lange Gassen, in denen nur Kopftücher verkauft werden, oder Männerschuhe, oder nur Fernbedienungen. Dass Sie sich auf einem Basar befinden, merken Sie erst, wenn Sie dort sind. Wenn sich beispielsweise in einer Ladenzeile ein Fischhändler an den anderen reiht, die frische Fische mit rotglänzenden Kiemen anpreisen, imposante Rochen, kleine Sardinen und Riesenfische, perfekt dekoriert. Und gleich nebenan die Fische braten. Tiere Vielleicht gibt es deshalb – neben zahllosen Möwen – auch so viele Katzen in Istanbul. Sie sehen gepflegt aus, schlafen entspannt auf Treppenstufen, Verkaufswaren, Mofas, bevölkern jeden Park, es gibt Futterautomaten und Katzenhäuschen. Katzen scheinen in Istanbul einen wichtigen Status zu genießen. Selbst in der »Hagia Sophia« liegt träge eine und erträgt die Touristen-Kameras mit ­ inem Blick, e der eindeutig klarstellt: Uns gibt es schon seit über tausend Jahren an diesem Ort. – Könnte sich jemand einen deutschen Dackel auf den Stufen des Pergamonaltars vorstellen? Zurück in Berlin fragt man sich: Warum ist hier alles so still, lang­ weilig, leer? Warum braucht man so lange ins Zentrum? Und fährt die Bahn überhaupt? us

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Krise der Stadt­ entwicklungspolitik
Das Stadtforum tagte zum Thema ­ ohnungsneubau W
Berlin braucht mehr Wohnungsneubau, kaum einer zweifelt daran. Allerdings wehren sich viele Berliner, wenn der in ihrer Nachbarschaft stattfinden soll. Oft formiert sich Widerstand – zuletzt etwa in der GethsemaneKirche in Prenzlauer Berg, wo nahezu tausend Anwohner der Michelangelostraße den Planungen zur Nachverdichtung ihres Quartiers überwiegend ablehnend begegneten.
Andreas Geisel, der neuen SPD-Senator für Stadtentwicklung, trat beim Stadtforum am 14. April im übervollen Tempodrom offensiv auf: Berlin wachse viel schneller als angenommen (»… und das ist gut so«), deshalb sei Neubau unerlässlich, wenn sich die Wohnungsknappheit nicht weiter ständig verschärfen solle. Dafür erntete er zwar vereinzelte böse Zwischenrufe, aber auch breiten Applaus. Im Publikum dominierte die Fach­ öffentlichkeit – und der ist die Dringlichkeit von Wohnungsneubau wohl bewusst. Hilmar von Lojewski, Leiter des Dezernats Stadtentwicklung beim Deutschen Städtetag, verwies in seinem Beitrag auf die allgemeine demografische Entwicklung, die in Zukunft verstärkt zu »schrumpfenden Städten« mit erheblichen Problemlagen führe: »Eine Wachstumsperspektive haben nur ganz wenige unserer Städte.« Dass Berlin zu diesem privilegierten Kreis gehört, ist dabei eine recht neue Entwicklung: Erst seit etwa fünf Jahren steigt hier die Bevölkerungszahl deutlich an. Auch die österreichische Hauptstadt Wien gehört zu den Wachstumszentren und verzeichnet seit über fünfzehn Jahren solche Steigerungsraten. Gast beim jüngsten Stadtforum war auch der Wiener Stadtrat für Wohnen, Dr. Michael Ludwig. Er erklärte die Attraktivität Wiens für junge Leute: In der Donau-Metropole gebe es mehr Studienplätze als im rund doppelt so großen Berlin, zudem wohnten sechs von zehn Wienern in einer der über 420.000 geförderten Wohnungen. Der Bestand wird dort weiterhin ausgebaut, in Größenordnungen (derzeit rund 7.000 Wohnungen im Jahr) von denen Berlin nur träumen kann, und zu Mieten (ab 7,50 Euro warm /qm), die hier im geförderten Neubau unmöglich erscheinen. Die neuen Wiener Wohnsiedlungen entstehen dabei

Ch. Eckelt

Polizeiabschnitt 35:
Warnung von Diebstählen aus Fahrradkörben
Seit März kommt es im Bereich Wedding, insbesondere in der Müllerstraße und der näheren Umgebung, zu einer Anhäufung von Diebstählen aus Fahrradkörben während der Fahrt. Die Geschädigten legten ihre Taschen ungesichert im Fahrradkorb ab, der sich häufig hinten auf dem Gepäckträger befindet, und stellten dann während der Fahrt den Diebstahl ihrer Taschen fest. Die Tat wird häufig nicht bemerkt, eine Täterbeschreibung ist daher nicht vorhanden. Es ist auch nicht bekannt, ob es sich immer um dieselben Täter handelt. Es wird daher von der Polizei empfohlen, die mitgeführten Taschen mittels Umhängung um den Fahrradsattel zu sichern oder den Fahrradkorb vorne am Lenkrad zu befestigen, um eine einfache Wegnahme der Taschen zu verhindern. Das Polizeiabschnittskommissariat 35 hat die Ermittlungen aufgenommen, entsprechende polizeiliche Maßnahmen veranlasst und bittet um Mithilfe. Bei Beobachtungen und Hinweisen zu eventuellen Tätern oder Tätergruppen Mitteilung bitte unter der Telefonnummer 46 64 33 57 00.

Bitte nicht füttern!
Ein neuer Taubenschlag am S-Bahnhof Wedding
Ch. Eckelt

auf ehemaligen Gewerbegebieten, Bahnhöfen und auch einem ehemaligen Flughafen. Ein besonderes Konfliktpotential mit den Anwohnern konnte Ludwig dabei nicht erkennen. Aus Berliner Perspektive wirkten die Schilderungen des Wiener Baustadtrates wie die eines sozialdemokratischen Utopia: Der Soziale Wohnungsneubau muss in Berlin erst mühsam wieder aufgebaut werden. Wien kann sich dagegen auf eine nur durch »die beiden Faschismen« (Ludwig) gebrochene, hundertjährige Tradition stützen. Auch auf dem Höhepunkt des Neoliberalismus, als in den 1990er und 2000er Jahren nicht nur in Berlin vollständige kommunale Wohnungsbaugesellschaften privatisiert wurden, hielt Wien am sozialen Wohnungsbau und am Bestand von »Gemeindewohnungen« fest. Die gegenwärtige Legitimitätskrise der Berliner Stadtentwicklungspolitik hat aber in dieser Zeit ihre Wurzeln. Die Abkehr vom Sozialen Wohnungsbau sowie die Privatisierung von rund 200.000 kommunalen Wohnungen mit dem Höhepunkt des Verkaufs der GSW wird auch von Andreas Geisel als Fehler benannt. Doch noch im Wahlkampf 2011 erzählte uns die damalige Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer die Geschichte von den 100.000 leerstehenden Wohnungen in Berlin. Ihre Nachfolger haben zwar eine klare Kehrtwende vollzogen – mit dem Verlust an Glaubwürdigkeit müssen sie aber umgehen. Der Ausgang des Volksentscheides 100 % Tempelhofer Feld am 25. Mai 2014 war hier ein eindeutiges Signal. Die Stadtentwicklungspolitik steht jetzt vor einem klassischen Dilemma: Einerseits muss sie die Bürger mitnehmen, um erneutes Ver-

trauen aufzubauen. Andererseits muss sie mit der negativen Grundstimmung umgehen, die ihr nun überall entgegenschlägt. Mit dem Verweis auf klassische Verfahren der »Bürgerbeteiligung« kommt sie dabei nicht weiter: die gab es sehr aufwändig auch bei Tempelhof. Jetzt drohen jedoch am Ende solcher Verfahren immer auch Volksabstimmungen. Um bezirklichen Volksentscheiden zu entgehen, hat der Senat ja bereits Genehmigungsverfahren an sich gezogen, etwa in Lichterfelde-Süd oder beim Mauerpark. Wer seine Interessen von Neubauvorhaben bedroht fühlt, der findet derzeit sofort Mitstreiter – auch solche, die gar nicht persönlich betroffen sind. »Bürgerbeteiligung« wird in dieser Situation zum Spießrutenlauf für Politiker und Planer. Elke Pahl-Weber, Professorin für Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin, schlug nun einen neuen Begriff vor: »Kooperative Stadtentwicklung«. Der traf den Nerv der anwesenden Politiker, die spontan zustimmten. Stefanie Frensch von der Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE deutete an, was damit gemeint sein könnte: Es komme darauf an, auch positive Effekte von Nachverdichtungen zu thematisieren: zum Beispiel Wohnangebote für Verwandte und Freunde älterer Bewohner, neue Einkaufsmöglichkeiten, eine dringend benötigte Kita. Frage man gezielt nach den Bedürfnissen der Anwohner, so entwickele sich die Debatte meist konstruktiv.  Christof Schaffelder Das nächste berlinweite »Stadtforum« findet am 22. Juni statt, das Thema lautet: »Öffentlicher Raum in der wachsenden Stadt«.

Spielplatz Sparrplatz erneuert
Nach einer länger andauernden Bauphase ist der Spielplatz auf dem Sparrplatz am 30. April wieder vollständig eröffnet worden. Aus Mitteln des »Kinderspielplatz-Sanierungsprogramms 2014« des Senats konnte er neu gestaltet und mit neuen Spielgeräten ausgestattet werden, er steht jetzt unter dem Motto »Zirkus«.

Schönste Kiezgärten gesucht
Die Grüne Liga sucht die schönsten »grünen Paradiese« in Berlin und hat dazu einen Wettbewerb ausgelobt. Teilnehmen können I ­ nitiativen, die ihr Wohn- oder Arbeitsumfeld gärtnerisch aufwerten, »von der Baumscheibe, dem Firmenhof, über die Brache an der Ecke bis hin zu einer vernachlässigten Grünanlage im öffentlichen Raum«. Es ­ inken Preise im Gesamtwert von über 5000 Euro. Unter ­ w www.grueneliga-berlin.de erfährt man Genaueres. Dort kann man sich auch die Broschüre »Der Garten von nebenan – Leitfaden zur Begrünung im öffentlichen Raum« herunterladen, der Hilfestellungen und Tipps zum Gärtnern im öffentlichen Raum gibt. Er informiert über rechtliche Rahmenbedingungen und beantwortet Fragen wie »Was muss ich bei der Bepflanzung einer Baumscheibe b ­ eachten?«, »Was bedeutet Herstellung der Verkehrssicherheitspflicht?« und »Wer sind meine Ansprechpartner bei den Behörden?«

»Food Assembly« bei himmelbeet
Noch bis Ende Juli wird im Gemeinschaftsgarten himmelbeet (Ruheplatzstraße 12) an jedem Mittwoch die »Food Assembly« zu Gast sein. Dort kann man sich seine zuvor im Internet bestellten Lebensmittel ohne Zwischenhandel direkt von Landwirten und Erzeugern aus der Region abholen. Nähere Informationen unter www.himmelbeet.de.

Die verwilderten, schlecht ernährten und oftmals kranken Tauben am S-Bahnhof Wedding haben ein neues Zuhause. In einem betreuten Taubenschlag erhalten sie täglich Futter und frisches Wasser. Mit Nistmaterial werden sie angeregt, dort auch ihre Brutplätze einzurichten, um weiteren Nachwuchs zu verhindern: Die echten Eier werden dort gegen Imitate ausgetauscht, die Vermehrung wird damit unterbrochen. Zudem verbleiben rund 80 % der Verunreinigung, die die Tiere anrichten, im Taubenschlag und kann gesammelt und entsorgt werden. Die Sauberkeit in der Umgebung steigt sichtbar. Das Füttern von Tauben sollte am S-Bahnhof Wedding ab sofort unterbleiben, damit der Taubenschlag von den Tauben angenommen wird. Grundsätzlich schadet die nicht artgerechte Fütterung mit Haferflocken, Brot oder Backwaren, denn wenn die Tauben anschließend trinken, quillt die Nahrung auf und quält die Tiere. Das Projekt ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Bezirksamt, der Deutschen Bahn AG und dem Jobcenter Berlin-Mitte. Personell betreut wird es durch den Qualifizierungsträger C.U.B.A. gGmbH, fachlich wird es durch den AVIAN Vogelschutz-Verein e.V. begleitet. Tierschützer und Tierschützerinnen können das Projekt z.B. durch ehrenamtliche Mitarbeit insbesondere an den Wochenenden oder durch Spenden für das artgerechte Futter der Tauben unterstützen. Weitere geeignete Standorte für betreute Taubenschläge im Bezirk werden noch gesucht und können dem Projektträger mitgeteilt werden:
C.U.B.A. gGmbH, Projektkoordinator Frank Herzog, Telefon 89 56 00 46

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Sägen, hämmern, bohren – und viel, viel mehr
Auf dem Abenteuerspielplatz TELUX erleben Kinder die Welt noch analog

Bewegte Terrasse
1. Verleihstation am Stattbad W ­ edding
Es gibt sie noch, die versteckten Orte. Wenn sie plötzlich zugänglich werden, löst das einen AHA-Effekt aus: »Das war die ganze Zeit da, und wir haben es nicht gewusst!« So ein Ort ist die »Bewegte Terrasse« am Stadtbad Wedding.
Denn sie liegt prächtig – von ihr aus hat man einen wunderschönen Blick über den Spielplatz Gerichtstraße und die Grünanlage an der Panke. Einst war sie als Sonnenterrasse des Schwimmbads gedacht, sie umspannt über Eck die »Große Halle« des Schwimmbads, das im Jahr 1907 nach Plänen des damaligen Stadtbaurats Ludwig Hoffmann errichtet wurde. Damals führten allerdings noch große Türen in die Halle hinein, doch die wurden später irgendwann beseitigt. »Ich weiß nicht genau, wann das geschehen ist,« erzählt Ute Mai vom Verein BAUFACHFRAU Berlin e.V., »jetzt wäre es natürlich schön, wenn man sie wieder einbauen könnte, aber das wäre aufwändig und letztlich eine Kostenfrage.« So war die Terrasse die ganzen Jahre über nur von einer kleinen Hintertür aus erreichbar – und verschwand aus dem öffentlichen Bewusstsein. Die Betreiber des Stattbades hatten schon einmal versucht, sie durch eine Außentreppe mit dem »Stattgarten« in Hof des ehemaligen Schwimmbades zu verbinden. Aber die Mittel, die im Jahr 2012 der

Die Ecke von Tegeler und Luxemburger Straße gab ihm seinen Namen: Der Abenteuerspielplatz »TELUX« reicht zwar inzwischen bis zur Triftstraße, bei seiner Gründung im Jahr 1973 war das aber noch nicht der Fall. Damals sollten auf dem Brachgelände noch Tennisplätze der Technischen Fachhochschule entstehen, eine Bürgerinitiative sicherte das Gelände jedoch für den Abenteuerspielplatz. Die benachbarte Weddinger Kinderfarm kam zehn Jahre später dazu. Heute existiert am Rand des Sprengelkiezes eine großflächige Spiellandschaft, wie sie in Berlin selten ist. Denn hier können Kinder auch ohne ihre Eltern sägen und hämmern und bohren. Insgesamt 18 Spielhütten stehen dazu zur Verfügung. Um die ausgestalten zu dürfen, können sich die Kinder in Listen eintragen: zwei Wochen lang steht ihnen die Hütte dann zu, diese Frist kann aber auch verlängert werden. Falls keine Hütte mehr frei ist, können sie auch an einer der großen Gemeinschaftshütten werkeln: Sie können sich dafür Werkzeug ausleihen und bekommen Bretter – nur unbehandeltes Holz wird verwendet. Wenn sie neue Nägel brauchen, müssen sie zuvor alte Nägel auftreiben und die dann eintauschen. In den alten Brettern zum Beispiel, die neben dem Lagerfeuerplatz auf einem großen Haufen liegen, stecken oft noch welche. Allerdings kann man etliche alte Nägel auf dem großen Amboss in der Mitte des Platzes auch wieder gerade klopfen. Ein Betreuer zeigt ihnen gern, wie das geht. Drei Hauptamtliche kümmern sich um die Kinder. »Unsere Zielgruppe sind die 6- bis 14-jährigen,« erläutert die pädagogische Betreuerin Ilknur: »Auf sie sind die Angebote ausgerichtet. Die Kleineren können das Gelände aber unter Aufsicht und in der Verantwortung ihrer Eltern nutzen, sie sind gern gesehene Gäste.« Zu schwereren Unfällen ist es noch nie gekommen, kleinere Auas gehören aber bei einem Abenteuerspielplatz dazu: Ohne Pflaster kommt man hier natürlich auch nicht aus.

In einer Werkstatt gibt es Maschinen, mit denen die Kinder unter Aufsicht arbeiten können. »Ich lasse dabei auch die Sechsjährigen an die Stichsäge,« erzählt Hacky, der sich als gelernter Handwerker um die Werkstatt kümmert, »da musst du aber natürlich immer total dicht daneben stehen und aufpassen wie ein Schießhund. Aber nur so lernen die Kinder den Umgang mit den Geräten!« Dabei nutzen auch keinesfalls nur Jungs das Angebot auf dem Bauplatz, wie man angesichts der traditionellen Geschlechterrollen vermuten könnte, Mädchen sind genauso aktiv, die Betreuer können da keine großen Unterschiede entdecken. Neben dem Bauplatz hat TELUX natürlich auch weitere Angebote für Kinder. Besonders beliebt ist Sport. Fußball kann auf einem Bolzplatz gespielt werden, allerdings ist das auf dem Sand recht kräfteraubend: »Den haben wir extra aufgeschüttet, denn auf dem Hartplatz, der da vorher war, schrubbte man sich die Haut beim Hinfallen viel zu schnell auf,« meint Hacky. Besonders beliebt bei Kindern beiderlei Geschlechts ist Tischtennis. Eine Platte ist in einem eigenen Raum untergebracht, so dass man von der Witterung unabhängig spielen kann. Ein ehrenamtlicher Betreuer aus der Nachbarschaft kümmert sich schon seit vielen Jahren um regelmäßiges Training. Solche Ehrenamtliche, aber auch Honorarkräfte bereichern das Angebot auf dem Spielplatz natürlich enorm: Da gibt es regelmäßige Kurse etwa in Töpfern, Kochen, Tanz und Akrobatik, Trommeln und Kerzenziehen, Fußballtraining für Mädchen und Jungs, Tischtennistraining, es gibt eine Fahrradwerkstatt und

ein eigenes Zeitungsprojekt, zudem können Kinder hier auch Beete pflegen und gärtnern. Im Sommer gibt es einen kleinen Pool, in dem man sich abkühlen kann. Und im Winter kann man am Lagerfeuer die alten Bretter verbrennen und sich bei gegrillten Folienkartoffeln aufwärmen. In den Schulferien sorgen Ferienprogramme mit Ausflügen, Spieletagen und besonderen Aktionen für Abwechslung. Aus Mitteln des Städtebauprogramms »Aktive Zentren« sollen in enger Abstimmung mit dem Jugendamt in den Jahren ab 2017 die beiden Hauptgebäude auf dem Abenteuerspielplatz und der Kinderfarm erneuert werden. Noch sind die Pläne jedoch grob, sie müssen mit den Beteiligten noch detaillierter ausgearbeitet werden, aber Finanzmittel für bauliche Maßnahmen sind bereits in der Programmplanung aufgenommen. Schon jetzt kooperieren die benachbarten Einrichtungen intensiv, etwa wenn es um die Nutzung der Gemeinschaftsküche geht. Die Kinderfarm wird dabei von einem gemeinnützigen Verein betrieben, der TELUX ist eine Einrichtung des Bezirks. Der stellt sich mit der Aufnahme des Geländes in die Programmplanung klar hinter die betreuten Spielbereiche auf dem Gelände stellt.  cs Pädagogisch betreuter Abenteuerspielplatz TELUX, Tegeler Straße 28a, Telefon 4629829 Email: asp.telux@berlin.de Öffnungszeiten: Mo–Fr, 13–18 Uhr, in den Ferien: 11–18 Uhr

Gebietsfonds des »Aktiven Zentrums Müllerstraße« für die Einrichtung des Stattgartens zur Verfügung stellten, reichten für die Treppe nicht aus. Im vergangenen Jahr jedoch übernahm das Quartiersmanagement Pankstraße: Im Zusammenhang mit dem Projekt »Auf die Plätze, fertig, los« des Vereins BAUFACHFRAU Berlin e.V.– ein gemein­ nütziger Bildungsträger für Frauen in Bauberufen – übernahm das QM die Hälfte der Kosten für eine Außentreppe, die andere trug das Stattbad. Die Treppe führt jetzt zum Pankegrünzug. Die Terrasse wird zum (halb-) öffentlichen Raum. Zu dem Projekt gehört jedoch noch mehr: Der Verein BAUFACHFRAU entwickelte zusammen mit Anwohnern und Anwohnerinnen auch diverse Spielelemente, die man sich künftig auf der Terrasse ausleihen kann. In dieser »1. Verleihstation« gibt es O d ­ ut­ oor-Schachfiguren, Cross-Minigolf-Anlagen, Krocket, Backgammon, eine Kletterwand und diverse andere Spielelemente, die man einfach mal ausprobieren sollte: auf der Terrasse oder auch unten im Park. Die Verleihstation soll künftig an fünf Tagen in der Woche geöffnet sein, so kündigte J ­ ochen Küpper vom »Stattbad« an. Es besteht aber die Hoffnung, dass sich hier eine eigene Dynamik entfaltet und sie irgendwann auch am Wochenende zugänglich sein wird. Hier finden Familien nämlich geradezu ideale Bedingungen vor, man kann die Terrasse gut auch mit Kindern verschiedener Altersstufen besuchen. Für alle ist etwas da, und bei gutem Wetter scheint die Sonne immer irgendwo auf der »Bewegten Terrasse«. cs

Kinotipp: Die Liebe und Viktor
Am Donnerstag, dem 28. Mai, zeigt das CityKino Wedding um 21 Uhr im Centre Francais de Berlin (Müllerstraße 74) den Film »Die Liebe und Viktor«. Dabei handelt es sich um eine »Very-Low-Budget-Produktion« aus dem Jahr 2009, die zu großen Teilen im Humboldt­ hain gedreht wurde. Der Tagesspiegel kritisierte ihn wie folgt: »Ein Film ohne Förderungen, ohne Sender. Wäre man gemein, könnte man sagen: Das sieht man. Denn das Licht ist oft schlecht und manchmal wackelt das Bild. Man könnte aber auch sagen: Der Film braucht kein Geld … rührend, lakonisch, unglaublich witzig.« Regisseur Patrick Banush ist anwesend. Mehr zum Programm des City-Kino Wedding auf www.facebook.com /citykinowedding

Ch. Eckelt

Kunst, interdisziplinär, Uferstudios
Wer genug hat von der Debatte um Tim R ­ enner und die Volksbühne und sich gerne mal ein »Event« gönnt, der wird auch im Wedding fündig: Vom 30.Mai bis zum 11. Juli findet im Heizhaus der Uferstudios (Uferstraße Ecke Badstraße) das Festival DRECK:EIN APPARAT statt. Unter der künstlerischen L ­ eitung von Stefanie Wenner finden sich hier Künstler, Wissenschaftler und Musiker zusammen. Wöchentlich verhandeln Performances, Konzerte und Vorträge bei freiem Eintritt, was in der Regel ausgeschlossen, unbeliebt oder unsichtbar bleibt – künstlerisch wie gesellschaftlich. Nach dem Auftakt im Wedding wandert der Apparat nach Rijeka, Hamburg und Malmö. An jedem Donnerstag gibt es »lectures & leftover dinners & music«, freitags ist »Open House«. Mehr unter www.dreck-blog.de

Der »Zirkus Internationale« durfte nicht fehlen bei der Eröffnungsfeier der »Bewegten Terrasse« am 24. April. Er hat ganz in der Nähe in der Adolfstraße 12 sein Quartier. Dort können Kinder allerlei lustige Dinge lernen: Einradfahren, Stelzenfußball, Trampolinspringen und Streetdance. Hausaufgabenhilfe gibt es darüber hinaus auch.

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Schillerpark Rehberge Stadtteilzentrum Paul Gerhardt Stift

Seestraße

Informationen und Dokumentationen zum Aktiven Zentrum Müllerstraße sowie frühere Ausgaben dieser Zeitung finden Sie auf der Website: www.muellerstrasse-aktiv.de

Rathaus Rehberge BeuthHochschule Leopoldplatz Vor-Ort-Büro

Volkshochschule

Veranstaltungsorte Müllerstraße Programmkulisse Aktives Stadtzentrum Sanierungsgebietsgrenze

Virchow-Klinikum / Charité Wedding

Adressen
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung: Carsten Spallek Müllerstraße 146/147, 13353 Berlin (030) 90 18-446 00 baustadtrat@ba-mitte.berlin.de Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung Müllerstraße 146, 13353 Berlin Amtsleiterin: Frau Laduch, Zimmer 106 (030) 90 18-458 46 stadtplanung@ba-mitte.berlin.de Vorbereitende Bauleitplanung, Städtebauförderung Müllerstraße 146, 13353 Berlin Sprechzeiten: dienstags, 9.00–12.00 Uhr, donnerstags, 15.00–18.00 Uhr stadtplanung@ba-mitte.berlin.de Gruppenleiter: Stephan Lange (030) 90 18-436 32 Aktives Zentrum und Sanierungsgebiet Müllerstraße René Plessow (030) 9018 45409 rene.plessow@ba-mitte.berlin.de Claudia Jahns (030) 9018 45463 claudia.jahns@ba-mitte.berlin.de

Prozessmanagement Jahn, Mack und Partner Alt Moabit 73, 10555 Berlin Karsten Scheffer, Nadine Fehlert (030) 85 75 77 26 muellerstrasse@jahn-mack.de www.jahn-mack.de Geschäftsstraßenmanagement Planergemeinschaft Lietzenburger Straße 44, 10789 Berlin (030) 88 59 14-0, (030) 88 59 14 32 Gabriele Isenberg-Holm g.isenberg@planergemeinschaft.de Winfried Pichierri w.pichierri@planergemeinschaft.de www.planergemeinschaft.de Stadtteilvertretung Müllerstraße Sprecher: Sabine Schmidt, Walter Frey, Peter Arndt Vor-Ort-Büro Triftstraße 2 Sprechstunde: jeder 1. und 3. Montag im Monat, 18–20 Uhr (030) 34 39 47 80 (AB), (0174) 701 35 94 menschmueller@stadtteilvertretung.de www.stadtteilvertretung.de Wenn Sie per E-Mail Informationen der S ­ tadtteilvertretung erhalten möchten, dann senden Sie eine E-Mail an: mitteilungen@stadtteilvertretung.de

StandortGemeinschaft Müllerstraße c/o Steuerberatung bpw Müllerstraße 138b, 13353 Berlin info@muellerstrasse-wedding.de www.muellerstrasse-wedding.de Soziales Platzmanagement Leopoldplatz Team Leo, Schumannstr. 5, 10117 Berlin (030) 28 30 23 15 teamleo@gangway.de Axel Illesch (0172) 202 61 82 Runder Tisch Leopoldplatz N.N., Präventionsrat Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin (030) 90 18-325 70 Quartiersmanagement Pankstraße		 Prinz-Eugen-Straße 1, 13347 Berlin (030) 74 74 63 47 qm-pank@list-gmbh.de www.pankstrasse-quartier.de Quartiersmanagement Sparrplatz Burgsdorfstraße 13 A, 13353 Berlin (030) 46 60 61 90 qm-sparrplatz@list-gmbh.de www.sparrplatz-quartier.de
        
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