Publication:
2019
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364679
Path:
ecke

nr. 1 – märz /april 2019

turmstraße

Zeitung für das »Aktive Zentrum« und Sanierungsgebiet Turmstraße. Erscheint sechsmal im Jahr kostenlos.

Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung

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12. März

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Ch. Eckelt

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2 —— E CKE TU RM STRA SSE

E CKE TUR MSTR A SSE —— 3

KIEZMOMENT
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—————————————————— I N H A LT
Seite 3 In eigener Sache
Seite 4 Konzepte für die Rathenower Straße 16
Seite 5 Spielplatzerneuerung für die Kita am
Ottopark
Seite 6 Neues von der TIM, Nachrichten
Seite 7 Leser-Ecke
Seiten 8 / 9 Alles zur Neuwahl der Stadtteilver-

tretung Turmstraße
Seite 10 Kultur, Nachrichten
Ch. Eckelt

Seite 11 Sozialbericht für den Bezirk Mitte
Seiten 12 / 13 Interview mit Bezirksbürgermeister

Stephan von Dassel
Seite 14 Stadtfotografie – ohne Menschen?

Die »Ecken« sind neu!
Wie schnell die Zeit vergeht … Ende letzten Jahres war es
wieder so weit, dass der Vertrag für die Stadtteilzeitungen
Ecke Müllerstraße, Ecke Turmstraße und Ecke Köpenicker
von der Verwaltung neu ausgeschrieben und vergeben werden musste. Die Bewerbung von Frau Steglich und ihrer
Redaktion war so überzeugend, dass die »alte Redaktion«
auch die »neue« ist.
Wir freuen uns, die Zusammenarbeit in der bisher guten
Art und Weise, aber auch mit neuen Akzenten fortsetzen
zu können und wünschen der Crew für den Neustart alles
Gute und jede Menge interessierte Leserinnen und Leser.
Natürlich hoffen wir dabei auch, dass Sie als Bewoh­
ner*innen oder an den Entwicklungen interessierte
Bürger*innnen gut informiert werden und den Stadterneuerungsprozess in den Gebieten aktiv begleiten können.
Reinhard Hinz, Sanierungsverwaltungsstelle
(Bezirksamt Mitte)

Seite 15 Gebietsplan und Adressen
Seite 16 Eckensteher

Viele unserer Leserinnen und Leser mochten das Bilderrätsel »Welche Ecke?«, das etliche Jahre auf der Seite 2 dieser Zeitung erschien.
Und viele beteiligten sich rege an der Lösung des Rätsels – die Zuschriften, die wir im Laufe der Jahre erhielten, würden inzwischen
mehrere dicke Aktenordner füllen. An dieser Stelle sei auch das letzte
Bilderrätsel aufgelöst: Unser Foto zeigte den »Focus-Port« zwischen
Spreeufer und Alt-Moabit. Gewonnen hat Katja Rumi. Herzlichen
Glückwunsch! Der Kinogutschein wird Ihnen per Post zugeschickt.
Nun fanden wir, dass man im Zuge der Neugestaltung der Zeitung
auch hier mal etwas Neues ausprobieren könnte. Wir drehen die
­Sache einfach um: Künftig werden nicht mehr wir die Kiezecke fotografieren – sondern Sie! Egal, ob Gelegenheits-, Hobby- oder ProfiFotograf: Senden Sie uns Ihr besonderes Foto aus Ihrem Kiez rund
um die Turmstraße! Das Motiv kann alles Mögliche sein: ein Lieblingsort, ein besonderer Moment, Skurriles, Komisches, Beschau­
liches, Verwirrendes, gern auch Historisches aus den letzten Jahrzehnten … Ihrem Blickwinkel sind keine Grenzen gesetzt! Perfektion
ist kein Kriterium. Das aus unserer Sicht interessanteste Bild wird
dann an dieser Stelle unter der Rubrik »Kiezmoment« veröffentlicht.
Sichten Sie also Ihre Bestände, ziehen Sie los mit der Kamera und
schicken Sie uns die Aufnahmen, am besten per E-Mail im jpg-Format
an: ecketurm@gmx.net
Wir sind gespannt auf Ihre Bilder!

Die nächste Ausgabe

der Ecke Turmstraße erscheint Ende April.
Redaktionsschluss: 22. April
Das Titelbild dieser Ausgabe zeigt die Video­
installation in der Glasvitrine vor dem Rathaus.
Ecken im Web

Sämtliche Ausgaben der »Ecke Turmstraße«
sind als PDF archiviert und abrufbar unter:
www.turmstrasse.de /akteure /ecke-turmstrasse

——
—————————————————— I M P R E S S U M

Alles bleibt anders
Liebe Leserinnen und Leser,
dass wir mit den »Ecken« auch weiterhin die Stadtentwick­
lung in einigen Gebieten von Mitte begleiten dürfen, freut
uns ganz besonders, weil uns in der Arbeit der vergangenen Jahre diese Quartiere und ihre Bewohner sehr ans
Herz gewachsen sind.
Auch künftig wird der Verbund der »Ecken« mit drei Lokalausgaben erscheinen: Die »Ecke Müllerstraße« (Wedding), die »Ecke Turmstraße« (Moabit) sowie die »Ecke
Köpenicker« (Nördliche Luisenstadt). Mit der Neuausschreibung waren jedoch auch einige Veränderungen ver-

Die »Ecke«-Redaktion

Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin,

Stadtentwicklungsamt
Redaktion: Christof Schaffelder,

Autoren gesucht!

Ulrike Steglich

Sie schreiben gern? Und interessieren sich für Stadtentwicklung, Lokalgeschichte, Themen wie Verkehr oder Soziales, Gewerbe oder engagierte Menschen und Projekte?
Sie leben in Mitte oder anderweitig vertraut mit dem Bezirk? Sie arbeiten gern eigenständig, aber nicht einsam
und brauchen auch den Austausch in einer Redaktion?
Vielleicht haben Sie Lust, bei uns an den »Ecken« mitzuarbeiten. Dann melden Sie sich bei uns! Wir freuen uns über
neue Autorinnen und Autoren mit frischem Blick und
Neugier. Unsere Kontaktdaten finden Sie im Impressum
auf S. 2.

Redaktionsadresse:

»Ecke Turmstraße«, c/o Ulrike Steglich,
­Elisabethkirchstraße 21, 10115 Berlin
Tel (030) 283 31 27, ecketurm@gmx.net
Fotoredaktion:

Christoph Eckelt, eckelt@bildmitte.de
Entwurf und Gestaltung:

capa, Anke Fesel, www.capadesign.de
Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH,
www.berliner-zeitungsdruck.de
V.i.S.d.P.: Ulrike Steglich
Für den Inhalt der Zeitung zeichnet nicht der
Herausgeber, sondern die Redaktion verantwortlich.

Ch. Eckelt

Vom Bilderrätsel zum
»Kiezmoment«

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—————————————— I N E I G E N E R S A C H E

bunden: So werden die Zeitungen nicht mehr wie bisher
mit acht, sondern mit sechs Ausgaben im Jahr erscheinen
– also ca. alle zwei Monate. Im Gegenzug wird dafür jede
Ausgabe 16 Seiten haben statt bisher zwölf. Die neue Erscheinungsweise hat einerseits zur Folge, dass wir zwar
weniger aktuell berichten können als bisher – dafür bietet
sie uns mehr Raum für die lokale Berichterstattung, für
vielfältigere Themen und journalistische Formen; Raum
auch für größere Fotos und eine großzügigere Gestaltung.
Die neue Erscheinungsweise war für uns ein guter Anlass,
der Zeitung eine Auffrischung zu gönnen. Wir haben einiges verändert, ohne Bewährtes über den Haufen zu werfen.
Die »Ecken« werden für Sie auch weiterhin erkennbar
bleiben!
Die wohl wichtigste Änderung betrifft die inhaltliche Seitenstruktur. Von Anfang an gab es in den »Ecken« – so war
es auch in jeder Ausschreibung vorgegeben – neben den
Lokalseiten je vier Seiten für gebietsübergreifende Themen, die den gesamten Bezirk Mitte betreffen, ein »Blick
über den Tellerrand« des eigenen Kiezes also. Diese Bezirksseiten sind in allen Lokalausgaben identisch. Bei manchen Lesern sorgte das mitunter für Verwirrung.
Um solche Irritationen künftig zu vermeiden, haben wir zur
besseren Orientierung am oberen Seitenrand eine Kenn­
zeichnung eingeführt. Künftig werden Sie den Bezirksteil
auf den Seiten 11–14 finden. Zudem sollen Rubrikentitel
(wie der »Eckensteher« für Glossen und Kommentare oder
die »Leser-Ecke«)für eine klarere Struktur sorgen.
Auf der Seite 2 bietet jetzt ein Inhaltsverzeichnis einen
schnellen Überblick über die Themen im Heft. Und anstelle des bisherigen Bilderrätsels sind nun in der neuen Rubrik »Kiezmoment« Ihre Fotos gefragt! Die »Bild-Ecke« als
eigenständige Fotorubrik gibt es nun auf der letzten Seite.
Die Gebietskarte, wichtige Kontakte, Sprechstunden und
Ansprechpartner finden Sie dafür jetzt auf der vorletzten
Seite.
Nun sind wir gespannt, wie der neue »Look« bei Ihnen ankommt. Schreiben Sie uns, per Mail oder per Post, wir
freuen uns immer über Ihre Resonanz!

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E CKE TUR MSTR A SSE —— 5

WBM (2)

Kita Otto - Vorentwurf M 1:100

Schuppen 2

"Weidenwäldchen"

Schuppen 1
Maltafeln
Hütte/Zelt
Sitzpodest,
Bestand

Sitzpodest
Rollerbahn

Klinkerfläche,
angepasst

befestigt, WD
Rasen
Sitzmauer

1. Zapfstelle,
Bestand
"Reck"

Beet

2. Zapfstelle
SpielhausKombination

Obst
Garten

Was soll das eigentlich sein:
»Experimentelles Wohnen«?
An der Rathenower Straße 16 ist Wohnungsneubau
für besondere Zielgruppen geplant
Ende Februar wird ein Gutachtergremium aus Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM), Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE), Bezirks- und Nachbarschaftsvertretern
entscheiden, mit welchem städtebaulichen Konzept an der
Rathenower Straße 16 neu gebaut werden soll.
Worum geht es überhaupt? 2011 wurde ein Bebauungsplan
aufgestellt, der den Verkauf des Grundstücks für »höherwertigen« Wohnraum vorsah mit einem neuen Platz als
einladende Eingangssituation in den Fritz-Schloß-Park.
Zuvor waren mehrere Stellen des Bezirksamts aus dem in
den 1970er Jahren erbauten Ensemble zwischen Jugendklub und Kita ausgezogen. Das achtgeschossige Hochhaus,
das flache Riegelgebäude am Hang des Fritz-Schloß-Parks
und der davorliegende künstliche Hügel mit Garagen sollten komplett abgerissen werden. Die GSE schaltete sich
ein, denn viele soziale Träger suchen händeringend Räume.
So konnte der Verkauf gestoppt und Mitte 2015 mit Bezirksamtsbeschluss ein Konzept festgeschrieben werden für
den Erhalt des Hochhauses und die Erweiterung des Standortes für Jugend, Soziales und Kultur, Ateliers, Übungs­
räume, Räume für betreutes Wohnen von Jugendlichen
und Erwachsenen, Seniorenwohnen und sogenanntes Clus­
terwohnen. Damit sind 1- und 2-Zimmer-Wohnungen mit
eigenem kleinen Bad und einer gemeinsamen großen Küche gemeint. Sie ermöglichen gemeinschaftliches Wohnen,
bieten aber wesentlich mehr Rückzugsraum als in der klassischen Wohngemeinschaft.
Ende 2015 gewann die GSE gemeinsam mit acht anderen
Projekten mit einem Konzept von S.E.K. Architektinnen
Fördermittel für das Vorhaben. Das Grundstück wurde
vom Senat aber nicht übertragen. Die WBM musste einspringen und es dauerte einige Jahre, bis die unterschied­
lichen Beteiligten sich einigen konnten. Soweit der Vorlauf
zum jetzigen Verfahren.
An der Bürgerversammlung Ende Januar nahmen etwa 60
Interessierte teil. Drei sehr unterschiedliche Entwürfe

wurden vorgestellt und nach einigen allgemeinen Nachfragen im Plenum in drei Arbeitsgruppen an den jeweiligen
Modellen diskutiert. Nach einiger Zeit wurden die Plätze
getauscht. Alle Anregungen, Wünsche und Beurteilungen
wurden auf Karten geschrieben. Dieses Verfahren war sehr
gut geeignet, viele zu Wort oder zu Stift kommen zu lassen,
anstatt sich in Kontroversen von Wortgewaltigen zu verheddern. Allerdings dürfte es nicht ganz einfach sein,
Kompromisse aus den teils sehr gegensätzlichen Vorschlägen zu erarbeiten. Während die einen dafür plädieren, das
Ensemble entweder komplett aufgrund des Denkmalwertes oder auch nur im hinteren Grundstücksbereich zu erhalten, da es sehr gut an den Geländesprung angepasst ist,
forderte ein anderer Teilnehmer vehement den Komplettabriss. Doch das achtgeschossige »Hochhaus« wird genutzt
und soll stehen bleiben. Das Büro S.E.K. Architektinnen hat
in seinem Entwurf einen kleinen Teil des Flachbaus erhalten und auch die Lage des öffentlichen Platzes gegenüber
den Vorgaben etwas nach Süden verschoben. Das wirkte
auf viele überzeugend, sodass etliche Kärtchen »bester
Entwurf« hier aufgehängt wurden. Die Lage des Platzes an
der Einmündung der Birkenstraße überzeugte viele, während Vertreter der Jugendverwaltung das zusätzliche Gebäude vor Jugendklub und Familienzentrum störte und sie
Schmuddelecken befürchten. Eine überzeugende Lösung
für einen barrierefreien Zugang zum Park, der Platz und
Wohngebäude nicht beeinträchtigt, muss noch gefunden
werden. Während in der Aufgabenbeschreibung nur 10
­Behindertenstellplätze und Fahrradstellplätze vorgesehen
sind, forderte das ansässige »Haus der Weisheit« Parkplätze ein.
Leider ist in dieser Planung überhaupt kein Platz für die
not­wendige Schulerweiterung der anliegenden Kurt-Tucholsky-Grundschule. Nachdem diese Schule schon seit
mehr als 20 Jahren durch Containergebäude in der Kruppstraße erweitert wurde und dort auch kürzlich ein neuer
Schulhof gebaut wurde, soll in den nächsten Jahren das seit
vielen Jahren leerstehende Haus Kruppstraße 14A als Schul­
erweiterung umgebaut werden. Dafür eignet es sich allerdings kaum. Vielleicht sollte man aus heutiger Sicht diese
beiden Planungen, die jahrelang nebeneinander herliefen,
neu überdenken, einen Campus an der Rathenower Straße
planen und die verschiedenen experimentellen und betreuten Wohnformen an der Kruppstraße entwickeln.

Susanne Torka

Holzstämme
Sand
Rollerbahn

N
Rutsche

Schaukel
Sand

0

2

4

6

8

10 m

Spielhaus
planwerkstatt haas-wohlfarth
Garten- und Landschaftsarchitektur
Brunnenstraße 181
10119 Berlin
030.61284605
mail@planwerkstatt.berlin

Eine neue Freifläche
für die Otto-Kita
Die Frei- und Spielfläche der evangelischen Otto-Kita
gleich am Otto-Park ist in die Jahre gekommen: Die Kletterkombination musste teilweise gesperrt werden, andere
Geräte sind durch Nassfäule geschädigt, und die unversiegelten Flächen mit einem Boden-Spielsandgemisch verursachten insbesondere im heißen Sommer 2018 eine enorme
Feinstaubbelastung. Kurz: eine Erneuerung ist dringend
notwendig. Deshalb wandte sich der Träger, der Evangelischen Kirchenkreisverband für Kindertagesstätten Berlin
Mitte-Nord, im vergangenen Herbst an das Bezirksamt mit
der Frage, ob eine Förderung dieser Maßnahme möglich
sei. Das Ergebnis: Ca. 80% der Gesamtkosten könnten aus
dem bezirklichen Begrünungsprogramm finanziert werden, sofern sie einen bestimmten Kostenrahmen nicht
übersteigen, die Gemeinnützigkeit nachgewiesen wird und
die Nutzer sich intensiv beteiligen.
Der Prozesssteuerer des Gebiets, das Büro KoSP, übernahm
die Projektvorbereitung und –koordination. Parallel zur Finanzplanung und Vorbereitung des Fördervertrags wurde
die Landschaftsarchitektin Andrea Haas-Wohlfahrt (Büro
Planwerkstatt) mit dem Gestaltungskonzept beauftragt. In
einem ersten Schritt sammelten dann Erzieher, Kinder und
Eltern ihre Ideen und Wünsche zur Ausstattung der Frei­
fläche. Um die Fülle der Ideen zu ordnen und Prioritäten

zu setzen, folgte im Dezember 2018 eine Planungswerkstatt
mit zwei Elternvertretern, zwei Erziehern und der Kita­
leitung. Auf dieser Basis entwickelte die Landschaftsarchitektin eine Vorentwurfsplanung (siehe Skizze), die den
Beteiligten Mitte Januar vorgestellt wurde. Kernstücke sind
eine gut besonnte Fläche mit robustem, strapazierfähigen
Rasen im nordöstlichen Bereich, der den Staub mindern
soll, sowie ein zentraler Spielbereich mit Kletterkombination, Sandspielplatz, Rutsche und Spielhaus, umgeben von
einer Rollerbahn. Ergänzende Details sind u.a. ein kleines
Weidenwäldchen, Obststräucher, eine Wasserzapfstelle,
Mal­wände. Eine alte Ulme auf dem Areal kann leider nicht
erhalten werden, weil sie inzwischen zu stark geschädigt
ist.
Um Kosten zu sparen, wollen Eltern und Erzieher eine
kleine Arbeitsgemeinschaft bilden, die diverse Vorarbeiten
übernimmt. Und auch die Kinder sollen mit einem kleinen
»Mitmachprojekt« der Gartenbaufirma einbezogen werden.
Die Umbauarbeiten sollen noch in diesem Sommer erfolgen: Dann ist die Kita ohnehin für drei Wochen geschlossen, und die restliche Zeit können die Kinder auf den Spielplatz des Otto-Parks ausweichen.
Das Projekt ist ein gutes Beispiel für den Einsatz des Grünflächenprogramms: Seit Herbst 2015 stehen Fördermittel
des Bezirksamtsamts Mitte zur Verfügung, um Eigen­
tümern, Mietern, Pächtern, Vereinen, Nutzerinitiativen,
sozialen und gemeinnützigen Trägern die Begrünung von
versiegelten bzw. vernachlässigten Höfen, Vorgärten, Bau­
lücken, Brachen und Brandwänden zu ermöglichen.

us

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E CKE TUR MSTR A SSE —— 7

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—
— NEUES VON DER TIM
Die TIM (Turmstraßen-Initiative-Moabit) ist ein Zusammenschluss von engagierten Gewerbetreibenden und weiteren interessierten Akteuren rund um die Turmstraße. Etwa
alle zwei Monate trifft sich das Netzwerk beim gemeinsamen Frühstück im Stadtteilladen Moabit. Das Treffen ist
zentraler Bestandteil der gemeinsamen Arbeit für die Geschäftsstraße und dient als Forum – hier werden persönliche Kontakte gepflegt, aktuelle Themen diskutiert, gemeinsame (Marketing-)Aktionen initiiert sowie Informationen
zu Veranstaltungen und Unterstützungsmöglichkeiten ausgetauscht; auch Fachleute zu relevanten Fragestellungen
kommen regelmäßig hinzu.
Alle Interessierten sind willkommen! Zur Teilnahme am
TIM-Frühstück bitte vorab beim Geschäftsstraßenmanagement Turmstraße melden, Kontakt siehe Seite 15

Schon jetzt beginnen die Vorbereitungen für das 7. Moabiter Kiezfest, das in diesem Jahr am 14. September stattfindet. Die TIM ist, wie schon in den Jahren zuvor, maßgeblich am Fest sowie an der Vorbereitung und Organisation
beteiligt. Wer sich dabei ebenfalls einbringen möchte, melde sich bitte beim Geschäftsstraßenmanagement Turmstraße!

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—————— L E S E R - E C K E

Ch. Eckelt

Kiezfest

ArtMinius

Auch in diesem Jahr wird wieder an einigen Samstagen die
ArTminius stattfinden, der lokale Markt für Kunsthandwerk und Design. Nicht nur bei Moabitern sind diese
Samstage mit Kreativmarkt in der alten Moabiter Markthalle ein beliebtes Vergnügen, wo man an den Ständen stöbern, einkaufen und das kulinarische Angebot in der Halle
probieren kann.
Nächste Termine der ArTminius: 2. März und 6. April, jeweils 10–17 Uhr, im Mittelgang der Arminius-Markthalle
(hinter dem Rathaus Tiergarten)

Das letzte TIM-Frühstück

fand am 16. Januar im Stadtteilladen in der Krefelder Straße 1a statt. Dabei ließ die TIM Projekte und Aktionen des
vergangenen Jahres Revue passieren und sammelte Ideen
und Anregungen für gemeinsame Aktionen für das Jahr
2019 wie beispielsweise für die diesjährige Oster-Aktion
der Gewerbetreibenden. Fensterbilder von grünen Osterhasen werden die Schaufenster der Gewerbetreibenden
rund um die Turmstraße schmücken. Die grüne Farbe der
Osterhasen repräsentiert die Standortgemeinschaft der
TIM. Die Osterhasen können während der Sprechstunden
des Geschäftsstraßenmanagements im Stadtteilladen abgeholt werden. Des Weiteren begrüßte die TIM zum letzten
TIM-Frühstück Vertreter_innen des Schultheiss Quartier,
um den Dialog zwischen allen Beteiligten am Standort zu
fördern und über mögliche Kooperationen zu sprechen.
Am 13. Februar fand im Stadtteilladen das 5. Treffen der AG
Institutionalisierung der TIM statt. Bereits seit 2018 arbeitet die TIM an der Institutionalisierung der Standortgemeinschaft und strebt hierfür die Gründung eines Vereins
an.
Gebietsfonds 2019

Auch in diesem Jahr stehen wieder Mittel aus dem Gebietsfonds zur Verfügung, aus dem Ihre Projekte und investiven
Maßnahmen im Kiez, die zur Steigerung der Attraktivität
des Aktiven Zentrums Turmstraße als Einzelhandels- und
Gewerbestandort beitragen, mit bis zu 50 % der Investitionskosten gefördert werden können. Gewerbetreibende,
die solche Maßnahmen realisieren wollen, können sich
hierfür bewerben. Ansprechpartner ist das Geschäftsstraßenmanagement Turmstraße.
Mehr dazu auf www.turmstrasse.de
Nächstes Frühstück der TIM

Mittwoch, 13. März, um 8.30 Uhr im Stadtteilladen, Krefelder Straße 1a

Veranstaltung zum Verkehrs- und Gestaltungs­
konzept Lübecker Straße

Bereits Anfang Dezember 2017 hatte eine Begehung der
Lübecker gemeinsam mit Anwohnern und anderen Akteuren der Straße stattgefunden, um festzustellen, an welchen
Orten besonderer Veränderungs-, Gestaltungs- und Erneu­
erungsbedarf besteht. Danach waren die Anwohner und
Anrainer der Lübecker Straße am 6. März des vorigen Jahres eingeladen, bei einer Planungswerkstatt ihre Wünsche
und Anregungen zur Umgestaltung der Straße mit den
Fachleuten zu erörtern. Als wesentliche Ziele wurden herausgearbeitet:
– Heraushalten von motorisiertem Fremdverkehr
(Schleichverkehr)
– Lösungen zur Einhaltung verträglicher Fahrgeschwindig­
keiten
– Bessere Nutzbarkeit für Fußgänger, Radfahrer und
­Personen mit eingeschränkter Mobilität
– Verbesserung der Aufenthaltsqualität.
Auf der Basis dieser gemeinsam erarbeiteten Ziele hat das
Planungsbüro LK Argus in Abstimmung mit den zuständigen Fachämtern ein Verkehrs- und Gestaltungskonzept erarbeitet. Am Mittwoch, dem 6. März werden auf einer öffentlichen Veranstaltung die Fachleute dieses Konzept und
den Abwägungsprozess erläutern und zur Diskussion stellen.
Mittwoch, 6. 3., 18 Uhr, Ort: Heilandskirche, Thusnelda-Allee

Betr.: Artikel »Die Bremer Straße 68 und ihre musischen
Studenten« von Susanne Torka in der Ausgabe
Nr. 8 – Dez. 2018 / Jan. 2019 in der »ecke Turmstraße«

Dabei wird leider im Hinblick auf die Lärmbelästigung – oft
bis spät in die Nacht und den frühen Morgen hinein –
überhaupt keine Rücksicht auf uns Nachbarinnen und
Nach­barn genommen. Dies führte z.B. dazu, dass ein Nach­
bar sein Schlafzimmer zur Straßenseite verlegen musste.
Wir sind immer wieder gezwungen, hinüber zu rufen und
um Eindämmung der Lautstärke zu bitten. Auf eine verständnisvolle Reaktion bzw. Entschuldigung hoffen wir dabei vergeblich. Auch unsere wiederholten Briefe an den
Vorstand der musischen Verbindung blieben unbeantwortet. Ebenso verhallten beigefügte Unterschriftenlisten der
betroffenen Nachbarn.
Der im Artikel erwähnte große hohe Saal in der Remise
weist leider keine Schallisolierung auf. Dafür stehen die
Fenster gerade in den Sommermonaten weit offen, sodass
wir beispielsweise das Musizieren oder Singen durch das
Forttragen des Schalles im Innenhof immer ebenso ungefiltert miterleben wie Feierlichkeiten oder andere Veranstaltungen. Dass der Kellerbereich nun schallisoliert ist,
bedeutet sicherlich eine gewisse Verbesserung. Aber wenn
– wie geschehen – das Schlagzeug aus diesem hervorgeholt
und im Hof bespielt wird, nützt die beste Isolierung nichts.
Dies alles ist sehr unangenehm – und Lärmschutz für die
Ohren inzwischen zum stets bereitgehaltenen Utensil geworden.
Dass die Polizei nicht mehr, wie in früheren Zeiten öfter,
gerufen wird, ist ausschließlich unserer (bislang) bestehenden, großen Duldsamkeit und Gutmütigkeit geschuldet.
Man darf insgesamt den Eindruck gewinnen, dass die
Wahrnehmung der Verbindungsmitglieder von Nachbarschaft und die Kontaktaufnahme mit dieser – wie eben beispielsweise im Rahmen des Kiezfestes – leider nur dann
stattfindet, wenn sie der Außendarstellung dient.
Ausdrücklich möchten wir noch darauf hinweisen, dass die
im Erdgeschoss der Remise ansässige Tanzschule »Hofparkett« überhaupt keinen Anlass zur Klage bietet.
Und last but not least: Auch wir lieben Musik.
Ellen Drosd, Katrin Moeskes

Neue Stadträtin im Bezirk Mitte gewählt

Liebe Redaktion,
mit Interesse haben wir Ihren Artikel über die musischen
Studenten der Studentenverbindung »AMVB« in der Bremer Straße 68 gelesen und möchten nun gerne unsere
Sicht auf die Dinge darstellen.
Hängengeblieben sind wir an der Aussage, dass es seit der
vollendeten Schalldämmung des Kellers keine Beschwerden mehr von Nachbarn gebe – und auch nicht mehr wie
früher die Polizei geholt werde.
Wir sind direkte Nachbarn des Hofbereichs, der einen großen klanglichen Resonanzraum darstellt. Dieser wird gerade in der wärmeren Jahreszeit fast täglich genutzt für die
vielen Außenveranstaltungen, Feiern oder sonstigen Zusammenkünfte der Studentinnen und Studenten.

Am 20. 12. 2018 wählte die Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin in ihrer 23. Sitzung Ramona Reiser
als neue Bezirksstadträtin. Die 33-jährige Politikerin der
Partei Die Linke tritt die Nachfolge von Dr. Sandra Obermeyer an und ist künftig für die Abteilung Jugend, Familie
und Bürgerdienste verantwortlich. Am 02. 01. 2019 wurde
sie vereidigt und trat ihr Amt als Bezirksstadträtin an.
Ramona Reiser war vor ihrer Wahl als Bezirksverordnete
für Die Linke im Bezirk aktiv. Sie war Mitglied des Vorstandes der BVV, Vorsitzende des Sportausschusses sowie
Mitglied im Jugendhilfeausschuss und im Ausschuss Bildung und Kultur. Hauptberuflich war sie für die Bundesgeschäftsstelle der Bahnhofsmission tätig.

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E CKE TUR MSTR A SSE —— 9

»Von Anfang an zu
­gering besetzt«

Bei der Wahl am 12. März sind deshalb nicht nur jene gefragt, die kandidieren wollen. Vor allem sollten alle, die sich
für ihren Kiez interessieren, zur Wahlveranstaltung kommen, um über die Kandidatinnen und Kandidaten abzustimmen! Schließlich sind sie es, die in den nächsten zwei
bis drei Jahren Ihre Ansprechpartner und Interessenvertreter sein sollen!

Ein Resümee der letzten Stadtteil­
vertretung Turmstraße zu ihrer Arbeit
von 2017 bis 2018

Was kann und soll eine Stadtteilvertretung?

Zur Wahl der neuen Stadtteilver­
tretung Turmstraße am 12. März
Ende Oktober 2018 hat die bisherige, im Jahr 2017 gewählte
Stadtteilvertretung (STV) ihre Auflösung erklärt (siehe hier­
zu auch nebenstehenden Beitrag der bisherigen STV-Sprecher). Deshalb soll nun eine neue Stadtteilvertretung für das
Fördergebiet Turmstraße gewählt werden.
Kommen Sie zur Wahl am 12. März um 19 Uhr in der Heilandskirche (Thusnelda-Allee). Machen Sie mit! Kandidieren Sie selbst oder wählen Sie die neue Stadtteilvertretung!
Warum eine Stadtteilvertretung?

Eine Stadtteilvertretung (STV) ist ein wichtiger Akteur in
Städtebaufördergebieten wie der Turmstraße. Gerade bei
umfangreichen Erneuerungs- und Gestaltungsmaßnahmen
ist die Stimme der Bürgerinnen und Bürger im Gebiet gefragt – schließlich sind sie es, denen die Verbesserungen in
ihrem Umfeld zugute kommen sollen, und sie sind es, die
ihren Kiez am besten kennen, die wissen, was dringend
verbessert werden müsste, wo die Defizite und Probleme
liegen.
Im Sinne der Bürgerbeteiligung ist deshalb in Städtebaufördergebieten, in denen sich die umfangreichen Maßnahmen ja auf längere Zeiträume erstrecken, eine Interessenvertretung der Bürger vorgesehen, die durch demokratische Wahlen legitimiert und am Erneuerungsprozess
beteiligt ist. Und um der Vielfalt der Gebietsbevölkerung
mit ihren unterschiedlichen Interessen gerecht zu werden,
sollte die Stadtteilvertretung eine möglichst breite Mischung haben: Bewohner, Mieter, Nutzer, Eigentümer, Gewerbetreibende, Vertreter von Bürgerinitiativen, Kirchengemeinden und anderen Institutionen; Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und unterschiedlicher
Herkunft. Sie verbindet, dass sie bereit sind, sich aktiv
ehren­amtlich für den Kiez zu engagieren.

– Infrastruktur: Straßenlaternendefekte, Modernisierung
der Gehwege und des Arminius-Markthallenumfelds,
Fahrradbügel, Straßenbahnneubau vom Hauptbahnhof
zur U-Bahnstation Turmstraße, Gehwegplanung AltMoabit von der Krefelder zur Kirchstraße, Konzept zum
Umbau der Lübecker Straße,
–G
 rünanlagen: Sicherheitskonzept des Präventionsrats
und Gestaltung Kleiner Tiergarten Ost, WC im Ottopark,
Sozial­arbeit von Fixpunkt e.V.,
– J ugendverkehrsschule: Informationsgespräch zur Sanierung und Weiterentwicklung mit Stadtrat für Schule und
Weiterbildung Hr. Spallek, Aktualisierung über die Entscheidungsprozesse auf bezirklicher Ebene
– S tadtentwicklung: ISEK ( integriertes Stadtentwicklungs­
konzept), IEK (integriertes Entwicklungskonzept) Bremer Straße.
Aufgrund einer suboptimalen Einführung zu Themen und
Hierarchieebenen in der Verwaltung und der niedrigen
Anzahl kam die STV nur schleppend voran. Die schwindende Beteiligung Einzelner und die Reduzierung der Gemeinschaft durch Abwesenheit und persönlichen Rücktritt erschwerte die konstruktive Zusammenarbeit der STV untereinander und mit den anderen Akteuren KoSP, Bezirksamt
und Geschäftsstraßenmanagement. Deshalb entschlossen
sich die Mitglieder, die derzeitige STV zum 01. 11. 2018 aufzulösen, um den Weg für Neuwahlen freizumachen, damit
eine neue STV mit mehr Mitgliedern frisch und motiviert
an eine zukünftig produktivere Arbeit gehen kann.
Wir hoffen, dass sich im Bezirk genug interessierte und engagierte BürgerInnen finden, die sich mit ihren Ideen, Vorschlägen und Anregungen konstruktiv, kreativ, motiviert
und konsequent in einen ehrenamtlichen Arbeitsprozess
einfinden, um die Entwicklung unseres Kiezzentrums positiv zu begleiten und zu verändern.

Ch. Eckelt

Die letzte Stadtteilvertretung im Aktiven Zentrum und Sanierungsgebiet in der Turmstraße amtierte vom 30. Mai
2017 bis 31. Oktober 2018. Sie war von Anfang an mit 14
aktiven Mitgliedern zu gering besetzt. Nach einer Findungsphase zur Geschäftsordnung, Homepage, Emailverteilung und Finanzadministration arbeitete sie auf folgenden Themenfeldern:

Ch. Eckelt (2)

Sie sind gefragt!

Eine Stadtteilvertretung ist zwar kein Entscheidungsgremium wie etwa die gewählte Bezirksverordnetenversammlung (BVV), ihre Beschlüsse sind nicht bindend für Politik
und Verwaltung. Eine Stadtteilvertretung arbeitet vielmehr
beratend und gibt Empfehlungen. Aber sie kann viel erreichen: Ihre Aufgabe ist es in erster Linie, das breite Spektrum der Bürgerinnen und Bürger im Quartier zu vertreten, deren Meinungen einzuholen, Kontakt zu ihnen zu
halten und für sie als Ansprechpartner zu Verfügung zu
stehen. Sie hat die Möglichkeit, Informationen von Verwaltung und Politik einzufordern und umgekehrt Meinungsbilder der Bürger zurück in die Verwaltung zu transportieren. Insofern ist sie ein sehr wichtiges Bindeglied
zwischen Bürgern, Politik und Verwaltung. Sie ist Ansprechpartner für die Bürger, ebenso wie für die Verwaltung und die Beauftragten.
Deshalb nehmen die gewählten Sprecher der Stadtteilvertretung an den monatlichen Sitzungen des Sanierungsbeirats teil, bei denen sich die unterschiedlichen Akteure (u.a.
von Bezirk und Senat) über aktuelle Themen austauschen
und diskutieren.
Eine Stadtteilvertretung kann einiges erreichen, wenn sie
sich engagiert einmischt, auch eigene Themen formuliert
und eigene Aktivitäten entwickelt; wenn sie in ihrer Nachbarschaft präsent und bekannt ist, zur Vernetzung lokaler
Akteure beiträgt und mit Verwaltung und Politik kommuniziert. Denn die Stimme einer Stadtteilvertretung hat
auch für die praktische Lokalpolitik mehr Gewicht und
kann sich mehr Gehör verschaffen als einzelne kleine Interessengrüppchen.

Ablauf und Wahlordnung

– Zunächst informieren die Planungsakteure kurz über das
Sanierungs- und AZ-Gebiet Turmstraße und die Ziele im
Fördergebiet, sie stellen sich selbst mit den einzelnen Zuständigkeiten vor und erläutern die wichtigsten Arbeitsstrukturen.
– Anschließend stellt sich auch die bisherige Stadtteilvertretung vor und beschreibt ihr Selbstverständnis, ihre Arbeitsweise, die Aufgaben der STV und die künftig anstehenden
Themen.
– Während der Veranstaltung können Moabiterinnen und
Moabiter, die kandidieren wollen, spontan ihre Kandidatur
anmelden. Eine Vorab-Anmeldung wie in den Vorjahren
entfällt diesmal. Wahlberechtigt sind alle Personen, die
über 16 Jahre alt sind und im Wahlkreis (siehe Karte) bzw.
im Umfeld des AZ-Gebiets wohnen, arbeiten, sich ehrenamtlich engagieren, ein Geschäft betreiben oder Eigen­
tümer sind.
– Melden Sie sich mit Handzeichen beim Moderator der
Wahlveranstaltung. Dieser wird Sie in der Veranstaltung
dem Publikum vorstellen und Sie bitten, auf folgende
­Fragen kurz zu antworten:
– Was ist Ihr Vor- und Nachname?
– Was ist Ihr Gebietsbezug? Wohnen Sie/Arbeiten Sie im
Wahlkreis oder engagieren Sie sich hier in welcher Form
und wie lange schon?
– Was sind Ihre Anliegen, die Sie als Stadtteilvertreter*in
einbringen und verfolgen wollen?
– Wofür stehen Sie als Stadtteilvertreter*in?
– Verfügen Sie über die Zeit, sich mindestens einmal monatlich ehrenamtlich in einer Abendveranstaltung des Stadtteilplenums zu engagieren?
– Maximal 25 Personen können gewählt werden, es sollten
aber mindestens fünf Personen sein.
– Nach der Kandidatenvorstellung erfolgt die Wahl in geheimer Stimmabgabe: Die Stimmzettel werden in einer Urne
gesammelt und anschließend in zwei Gruppen ausgezählt.
In dieser Zeit gibt es auch einen kleinen Pausenimbiss.
– Nach der Auszählung werden die Ergebnisse öffentlich
bekanntgegeben. Dabei gilt als gewählt, wer mindestens die
Hälfte der ausgezählten Stimmen auf sich vereinigt.

10 —— EC KE TU RM STRA SSE

AUS DE M BE ZI R K MI T TE —— 11

Ch. Eckelt

Jugend­lichen die Vielseitigkeit des Bezirks wahrnehmen
und welche Assoziationen sie dazu haben. In einem Workshop integrierten sie zudem kunstvoll Miniaturfiguren in
die Umgebung. »Dabei entstanden abwechslungsreiche
und spannende ­Handyfotos, die im Großformat zu sehen
sind«, sagt der Kunstlehrer des Lessing-Gymnasiums, Oliver Goldacker.
Das Mitte Museum bietet auch nach Ausstellungsende den
entsprechenden Workshop weiter an. Nach einer Führung
haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, mit den Figuren ihre eigene Sichtweise auf Berlin-Mitte darzustellen.
Ausstellung im Rathaus Tiergarten, 2. OG, Mathilde-JacobPlatz 1, Mo–Fr 10–17 Uhr. Eintritt frei.

Mit einer neuen Ausgabe von STADTGESICHTER präsentierten »Kino für Moabit«
und die Künstlerinitiative »nomadicArt« im Februar eine vierwöchige Video­
installation in der Glasvitrine vor dem Rathaus Tiergarten – mit historischen
­Filmdokumenten zu Moabit sowie mit künstlerischen, experimentellen und dokumentarischen Perspektiven auf Stadträume.

Neue Ausstellung in der Galerie Nord: »Membrane«

Vom 7. März bis 20. April präsentiert der Kunstverein Tiergarten die neue Ausstellung »Membrane« mit Arbeiten von
Jörg Brinkmann, Ursula Damm, Adelheid Mers, Rachel
Smith und Moritz Wehrmann. Die fünf Multimediakünstler­
Innen setzen sich auf unterschiedliche Weise mit Wahrnehmung, Lernen und Interaktion sowie mit Methoden und
Technologien künstlicher Intelligenz und neuronalen Netzwerken auseinander.
Eröffnung: Donnerstag 7. März, 19 Uhr
bis 20. April 2019, Di-Sa 13–19 Uhr

Erneuerung der Gedenkstätte Levetzowstraße

Kino für Moabit

In den kommenden Monaten lässt der Bezirk Mitte die
Mahn- und Gedenkstätte an der Levetzowstraße erneuern.
Mit gärtnerischen Maßnahmen in Abstimmung mit den
­entwerfenden Architekten wird das künstlerische Konzept
von 1988 wiederhergestellt und behutsam an die heutigen
Anforderungen angepasst.
Die Restaurierungsarbeiten beginnen bereits jetzt. Die geplanten Kosten in Höhe von 250.000 Euro stammen aus
der Investitionsplanung des Bezirksamts Mitte.
Zur Geschichte des Ortes:
Wo sich heute die Gedenkstätte befindet, weihte die jüdische Gemeinde im Jahr 1914 eine Synagoge ein, die bis 1919
um ein Gemeindezentrum und eine Schule erweitert wurde. Nachdem ein Brandanschlag in der Pogromnacht 1938
misslang, nutzten die Nationalsozialisten das Gebäude als
Sammellager für die Berliner Juden, die von dort aus in die
Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden.
Seit 1988 erinnert hier eine Gedenkstätte an die Verfolgung und Deportation von jüdischen Berlinern. Nach Entwürfen der Künstler Jürgen Wenzel, Peter Herbich und
Theseus ­Bappert entstand das Mahnmal Flammenwand
mit einer Rampe und einem Waggon mit abstrakten eisernen »Menschenpaketen«.

Bis Ende März zeigt das »Kino für Moabit« die Reihe
»Gute Cops, böse Cops«.
22. März: Spielfilm »Die Polizistin« (D 2000, R: Andreas
Dresen, 98 min). Gesprächsgast ist Annegret Held, Autorin
und frühere Streifenpolizistin – der Film beruht auf ihrem
Roman »Meine Nachtgestalten«.
Ort: Rathaus Tiergarten, BVV-Saal (1. OG), Mathilde-JacobPlatz 1, Beginn: 16 Uhr
7. März: Spielfilm »Der Chef« (OT: Un flic, F 1972,
­Jean-Pierre Melville, 95 min, OmU). Ort: NHS Architekten,
Oldenburger Straße 3a, Beginn: 19.30 Uhr
Zudem präsentiert »Kino für Moabit« im Rahmen der
­»Internationalen Wochen gegen Rassismus« (11.–24. März)
in Kooperation mit dem Afrika-Haus den Film »Ein Dorf
sieht schwarz« (Bienvenue à Marly-Gomont, F 2016, R:
­Julien Rambaldi, 96 min, OmU)
14. März, im Afrika-Haus, Bochumer Straße 25
Beginn: 19.30 Uhr (Film), ab 18.00 Uhr ist das Afrika-Haus
geöffnet.
Und am 23. März wird zur Saisoneröffnung im Schulgarten
Moabit der Film »Wild Plants« gezeigt (CH/D 2016,
R: Nicolas Umbert, 104 min, OmU)
Schulgarten Moabit, Birkenstraße 35, Beginn 19 Uhr
Zu allen Filmen ist der Eintritt frei.

Erschreckende
Altersarmut
Jeder achte Rentner in Mitte
­bezieht Grundsicherung
Bereits jeder achte Rentner im Bezirk Mitte ist auf Leistungen aus der Altersgrundsicherung angewiesen. Dabei konzentriert sich die Altersarmut vor allem auf die Stadtteile
mit hohem Migrantenanteil. Und die Zahl der Empfän­
gerinnen und Empfänger dieser Sozialleistung wird sich
weiter erhöhen.

Je jünger, desto prekärer

Im Dezember 2018 veröffentlichte das Bezirksamt Mitte
den Bericht »Basisdaten zur Bevölkerung und sozialen
Lage im Bezirk Berlin-Mitte«, worin auch aktuelle Daten
zur Altersgrundsicherung aufgeführt sind. Die Altersgrundsicherung ist vergleichbar mit dem Arbeitslosengeld
2 (»Hartz IV«), wobei die Empfänger aber nicht nachweisen müssen, dass sie sich aktiv um Arbeit bemühen. Der
Regelsatz beträgt zur Zeit für Alleinstehende 424 Euro pro
Monat zuzüglich »angemessener« Miet- und Heizkosten
und eventuellen Mehrbedarfen zum Beispiel aufgrund einer Behinderung. Die Grundsicherung kann man beim Sozialamt beantragen, die Kosten trägt seit 2014 in vollem
Umfang der Bund.
Starkes West-Ost-Gefälle

Die meisten Rentner sind in der Bezirksregion WeddingZentrum betroffen. Fast jeder fünfte (18,8 %) in der Altersgruppe über 65 Jahre ist dort auf sie angewiesen. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil allerdings fast überall
in den beiden ehemaligen Westbezirken Wedding und

Im Westteil der Stadt war das oft anders. Brüche in der Erwerbsbiografie gab es auch vor der Wende schon häufig,
zudem lange Phasen der Selbständigkeit, in der nicht in
die Rentenversicherung eingezahlt wurde. Besonders betroffen sind jedoch die Zuwanderer, die einst als Gastarbeiter nach Berlin kamen, deren Arbeitsplätze jedoch im Laufe
der Jahre wegfielen. Der Spezialbericht weist das nicht gesondert nach, es fällt aber auf, dass die Regionen mit den
höchsten Anteilen an Grundsicherungsempfängern zugleich auch die mit dem höchsten Ausländeranteil sind.
Weiterhin weisen die Daten darauf hin, dass sich in Zukunft die Anzahl der Grundsicherungsempfänger weiter
erhöht. Denn in der Altersgruppe zwischen 65 und 75 Jahren ist bezirksweit schon fast jeder Sechste (16,4 %) auf die
Sozialleistung angewiesen ist, bei den Über 85-Jährigen
dagegen noch nicht einmal jeder Fünfzigste (1,9 %). Wer in
den goldenen 1950er Jahren ins Arbeitsleben einstieg, ist
heute in Mitte fast zehnmal seltener von akuter Alters­
armut bedroht (oder auch nicht dazu bereit, beim Sozialamt Leistungen zu beantragen), als jemand, der – wie die
meisten »Gastarbeiter« – erst in den 1970er Jahren mit der
Arbeit in Deutschland begann.
Die Deindustriealisierung der 1990er

Ch. Eckelt

Ausstellung im Rathaus Tiergarten verlängert

Die Fotoausstellung »Berlin der kleinen Leute. Ein mu­se­
ums­pädagogisches Projekt«, die in Kooperation des Mitte
Museums mit Berliner Schülerinnen und Schülern entstand, wurde bis Freitag, den 29. März 2019 verlängert.
Im Flur vor dem ehemaligen Bürgermeisterzimmer im Rathaus Tiergarten wird auf 30 Bildern gezeigt, wie die

Tiergarten, lediglich im »Parkviertel« nördlich der Seestraße liegt er mit 9 % zwar unter dem Durchschnitt von
Mitte (12,5 %) aber immer noch deutlich höher als der Berliner Mittelwert (6,2 %). Weit weniger Rentner erhalten
dagegen im ehemaligen Ostteil von Mitte Grundsicherung:
in der »Südlichen Brunnenstraße« (also den Altbauquartieren rund um den Rosenthaler Platz) sind es 5,6 %, in der
Region »Alexanderplatz«, die sich von der Charité bis zur
Köpenicker Straße hinzieht, sogar nur 3,4%. Auch in den
Plattenbauquartieren rund um die Karl-Marx-Allee und die
Heinrich-Heine-Straße, wo im Unterschied zur Rosenthaler oder Spandauer Vorstadt sehr viele ältere Menschen
wohnen, liegt er durchweg unter 5 %. Die alteingesessenen
Bewohner dieser Quartiere haben früher fast ausnahmslos
in Ostberlin gearbeitet und dabei kontinuierlich in die Ren­
tenversicherung eingezahlt.

Besonders zu Buche dürften zudem die 1990er und 2000er
Jahre schlagen. Denn nach der Wende brachen ja nicht nur
im Ostteil der Stadt die Arbeitsplätze weg – auch Westberlin wurde in kurzer Zeit deindustrialisiert, weil die Subventionen für die Industriearbeitsplätze der Inselstadt eingestellt wurden. An den stillgelegten Fließbändern waren
zuvor aber vor allem Migranten beschäftigt, die für diese
Jobs aus ihren Heimatländern geholt worden waren. Deren
Chancen auf eine reguläre Beschäftigung waren nach der
Wende nur sehr gering – die Konkurrenz aus dem Osten
war meist wesentlich besser ausgebildet und hatte zudem
noch sprachlich einen klaren Vorteil. Viele arbeiteten
­deshalb in prekären Verhältnissen, beispielsweise in Familienbetrieben, und zahlten dabei nicht in die Rentenversicherung ein. Oder sie waren arbeitslos und sammelten in
dieser Zeit nicht genug »Rentenpunkte« um jetzt den Anspruch auf eine auskömmliche Rente zu haben. 
cs

12 —— AU S DEM BEZIRK MIT TE

AUS DE M BE ZI R K MI T TE —— 13

Ch. Eckelt

zungsweise zwei Drittel. Einen befristeten Unterbringungsanspruch hat erst einmal jeder Mensch ohne Obdach
– egal woher er kommt, und falls die Hilfeeinrichtungen
voll sind, erfolgt die Unterbringung zur Not auch im Hotel.
Außerdem bieten wir nach dem Sozialgesetzbuch zumindest eine zeitlich befristete Überbrückungshilfe von einem
bis zu drei Monaten: mit Krankenversicherung, Unterkunft
und Geld für den Lebensunterhalt. Aber obwohl wir umfassend helfen könnten, stellt leider kaum jemand solche
Anträge, da man dadurch natürlich im System erfasst wird
und nicht nur dauerhafte Sozialhilfeansprüche geprüft
werden, sondern bei fehlender Arbeitsperspektive unter
Umständen auch, ob für die Person noch die EU-Freizügigkeit besteht. Grundsätzlich muss in Mitte niemand elend
auf der Straße leben und hungern.

»Berlin braucht endlich eine einheitliche
­Regelung«
Es gibt aber – auch in diesem Januar – Kritik bei den Räumun­
gen von wilden Camps …

»Nicht über j­ edes
­Investoren-Stöckchen
­springen«
Ein Gespräch mit Bezirksbürgermeister
Stephan von Dassel

 s mangelt wahrhaftig nicht an brennenden Themen im BeE
zirk Mitte: Mietenexplosion, soziale Kluften, Armutsmigration, Obdachlosigkeit, Baugeschehen, die hohe Zahl von Touristen, Hotels und Ferienwohnungen, Personalnotstand im
Bezirksamt usf. Doch womit geriet Bezirksbürgermeister
Stephan von Dassel Ende letzten Jahres in die Schlagzeilen?
Mit der beiläufigen Bemerkung, er fände den Schlossnachbau
ziemlich »grauslig« (womit er sicher nicht wenigen aus dem
Herzen sprach). Also, Herr Bezirksbürgermeister …
…vorab: Gibt es ein Thema, über das Sie unbedingt reden
möchten?

Ja. Das Schloss! (lacht).
Reden wir lieber über Armutsmigration – auch bei den Obdach­
losen wächst die Zahl osteuropäischer Zuwanderer deutlich,
besonders in Mitte ist das unübersehbar.

Generell nimmt die Zahl der Obdachlosen zu. Das erste
Problem: Wir wissen nicht, wie viele Obdachlose tatsächlich unterwegs sind. Die seit Jahren überfällige Erhebung
soll ja dieses Jahr endlich erfolgen. Das zweite Problem besteht darin, dass der Senat keine Position zu Obdachlosen
ohne Leistungsansprüche hat. Das sind in Mitte schät-

Vor große Probleme stellen uns Menschen, die kein norma­
les Sozialverhalten zeigen, insbesondere suchtkranke Men­
schen aus osteuropäischen Ländern. Gewaltkonflikte oder
auch extreme hygienische Zustände in einigen wilden
Camps können wir nicht einfach hinnehmen. Wir gehen
zwar mit Augenmaß vor, aber bei unzumutbaren Zuständen
müssen wir auch eingreifen. Immer steht das Ordnungsamt vor der schwierigen Frage: Eingreifen oder nicht.
Mit dem Senat ist jetzt vereinbart, dass Ordnungs- und Sozialstadträte gemeinsam überlegen, wie wir den Menschen
helfen können und wann wir ordnungsrechtlich eingreifen
müssen. Einig sind wir uns, dass wir spezifische psychiatrische Hilfen für obdachlose Menschen brauchen und die
Zusammenarbeit mit den zahlreichen Trägern der Straßensozialarbeit besser werden muss. Aktuell aber werden
wir – trotz teilweise bestehender Kooperationsverein­
barungen – weder von Trägern über Feststellungen zum
Thema Obdachlosigkeit im öffentlichen Raum informiert,
noch hat das Bezirksamt bei den Trägern konkrete Ansprechpartner, an die es sich bei konkreten Problemlagen
wenden kann. Oft habe ich den Eindruck, dass die Mitarbeitenden des Ordnungsamtes diejenigen sind, die regelmäßig Kontakt zu den obdachlosen Menschen haben und
auf die Hilfeangebote verweisen.
Nicht wenige soziale Einrichtungen u.a. der Kälte- und Woh­
nungslosenhilfe stehen aber auch selbst vor existentiellen
Problemen, z.B. der Kündigung der angemieteten Räume
durch den Eigentümer, weil sie lukrativer vermietet werden
sollen.

Das ist in der Tat ein echtes Problem, das inzwischen Größenordnungen erreicht hat. Allein in Mitte haben wir dadurch 300 Plätze verloren. Wir brauchen dringend einen
Schutz für Gewerbeimmobilien. Nicht nur soziale Einrichtungen, auch viele Selbstständige und kleine Gewerbebetriebe stehen Mieterhöhungen und Kündigungen machtlos
gegenüber. Sie sind aber für eine gesunde Stadtstruktur
unerlässlich.

»Wir sind kein weltweites Anlagegebiet«
Was uns zum generellen Thema Mieten führt. Gerade in Mitte
– wie auch in Friedrichshain-Kreuzberg – geht es ja immer öf­
ter auch um Hausankäufe und die Ausübung des Vorkaufs­
rechts in Milieuschutzgebieten.

Im letzten Jahr haben wir das Vorkaufsrecht in Milieuschutzgebieten inzwischen dreimal zugunsten städtischer
Wohnungsbaugesellschaften ausgeübt und 16 sogenannte
Abwendungsvereinbarungen mit dem Eigentümer abgeschlossen, durch die Mieterinnen und Mieter umfassend
vor hohen Mieterhöhungen und Luxusmodernisierung geschützt sind. Wir können aber nicht über jedes InvestorenStöckchen springen, das uns hingehalten wird, etwa wenn
das Doppelte des Verkehrswertes verlangt wird.
Wir müssen aber auch bedenken, dass Milieuschutzgebiete
räumlich und zeitlich begrenzt sind. Wir brauchen also
länger tragfähige Ideen für die Sicherung bezahlbaren
Wohnraums. Ich persönlich wäre ja sehr für ein Verbot von
Verkäufen an Immobilienfonds und /oder an ausländische
Kapitalanleger. Mit solchen Eigentümern ist es auch für
uns oft unmöglich, überhaupt ins Gespräch zu kommen –
geschweige denn Dinge zu vereinbaren, die der Nachbarschaft gut tun und die Bewohnerschaft vor Verdrängung
schützen. Andere Länder sind in dieser Frage ja durchaus
rigoroser. Wir müssen nicht Anlagegebiet Nr. 1 für Immobilien sein.
Ferienwohnungen sind immer noch ein Problem, weil sie
Wohnraum dem Mietmarkt entziehen. Auch andere Metro­
polen haben damit zu kämpfen: So will die Pariser Bürgermeis­
terin jetzt juristisch gegen Websites vorgehen, die dafür ver­
antwortlich sind, dass durch illegale Touristenunterkünfte die
ohnehin hohen Pariser Mieten weiter hochgetrieben und Be­
wohner belästigt werden. AirBnB etwa wurde auf eine Strafe
von 12,5 Millionen Euro verklagt. Wie ist der aktuelle Stand in
Berlin und im Bezirk Mitte?

Leider ist die Berliner Rechtslage eine andere als die französische, deswegen ist das Pariser Vorgehen nicht so leicht
auf Berlin zu übertragen. Aber mich ärgert richtig, dass
sich AirBnB beispielsweise der Verpflichtung zu Registriernummern entzieht. Hier müsste der Senat dringend handeln und durchsetzen, dass solche Angebote von der Plattform verschwinden. Und als ersten Schritt ermitteln, wie
viele solcher illegalen Angebote eigentlich im Netz sind.
Der Druck auf AirBnB und ähnliche Unternehmen muss
hoch gehalten werden, auch wenn unsere eigentlichen
Verwaltungsverfahren gegen die illegale Vermietung dann
leider oft alle juristischen Instanzen durchlaufen.

»Wir benötigen mehr Auszubildende und
­Mitarbeiter mit Migrationshintergrund«
Und wie sieht es derzeit mit dem Personalmangel im Bezirk
aus – ist Besserung in Sicht?

Insgesamt hat das Bezirksamt Mitte derzeit mehr als 2800
Mitarbeitende. Im letzten Jahr haben wir 300 neue Leute
eingestellt, dagegen haben uns 200 Mitarbeiter verlassen,
inklusive jener, die in Rente gehen. Es gibt nach wie vor
noch viele freie Stellen, die zu besetzen sind.

Unser großes Problem ist, dass die Verweildauer der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der jeweiligen Stelle deutlich kürzer geworden ist, denn der Senat, das Land Brandenburg und erst Recht der Bund bezahlen besser. Da
­müssen sich auch die Gehaltsstrukturen in den Bezirken
ändern, schließlich sind es die Mitarbeiter in den Bezirken, die den direkten Bürgerkontakt haben, auch in sehr
existentiellen Fragen, und die damit eine große Verantwortung für unseren Staat schultern.
Wir investieren daher sehr stark in verbesserte Arbeitsbedingungen und wollen vor allem für junge Menschen noch
attraktiver werden, schließlich soll sich die Buntheit in unserem Bezirk auch schrittweise in unserer Verwaltung abbilden. Wir bieten inzwischen flächendeckend Plätze für
Schülerpraktika an und wollen zudem längerfristige Qualifizierungspraktika anbieten, damit sich auch junge Menschen aus bildungsfernen Haushalten erfolgreich auf Ausbildungsplätze bewerben. Unter jeder Ausschreibung steht
zwar, Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht, aber leider mangelt es
uns noch an Menschen mit unterschiedlichen kulturellen
Hintergründen. Aber der Wandel der Verwaltung hat ganz
schön Fahrt aufgenommen und ich bin sehr zuversichtlich,
dass sich in ein paar Jahren viel zum Positiven verändert
hat.
Interview: Christof Schaffelder, Ulrike Steglich

—————————
—————— G E G E N D A R S T E L L U N G
In der Ausgabe Nr. 8 Dezember 2018 / Januar 2019 der Zeitung »ecke müllerstraße« behaupten sie in einem Artikel
mit der Überschrift »Wenn unser Haus verkauft wird …«
auf S. 7, dass das Haus Triftstraße 54 in Wedding von der
schwedischen Investmentfirma »Akelius« aufgekauft wurde oder aufgekauft werden solle. Dies ist falsch. Ich habe
das Haus Triftstraße 54 nicht an die schwedische Investmentfirma »Akelius« verkauft und einen solchen Verkauf
auch nie geplant.
Berlin, den 22. 1. 2019
Dr. Reimar-Christian Rothe
Anmerkung der Redaktion:
Herr Dr. Rothe hat Recht. Tatsächlich war in dem benannten Beitrag vielmehr das Haus Triftstraße 56 gemeint, das
von einem möglichen Verkauf betroffen war. Es handelte
sich also hier um einen versehentlichen Tippfehler bei den
Ziffern, der leider auch bei der abschließenden Korrektur
nicht entdeckt wurde.
Wir stellen dies hiermit richtig und bedauern aufrichtig
diesen Flüchtigkeitsfehler und etwaige dadurch entstandene Irritationen.
Für die Redaktion
Ulrike Steglich

Ch. Eckelt

14 —— AU S DEM BEZIRK MIT TE

Stadt ohne Menschen?
Was macht eine Stadt aus? Ihre Sehenswürdigkeiten, ihre
Geschichte? Ihre Bausubstanz? Ihre Kulturorte, Theater,
Museen, Parks? Ihre Clubs, Shoppingmeilen?
Im schottischen Glasgow, einer klassischen Arbeiterstadt,
habe ich den bislang schönsten Slogan einer Stadt gesehen:
Er hieß schlicht »People are Glasgow« – die Menschen sind
Glasgow.
Was Stadt wirklich ausmacht, sind immer die Menschen,
die in ihr leben. Menschen unterschiedlichen Alters und
Geschlechts, unterschiedlicher Herkunft, Sprache und
Haut­farbe, unterschiedlicher Professionen, Einkommen
und Bildung. Menschen, die morgens Kinder zur Kita bringen, Alte, die sich auf der Parkbank unterhalten, Menschen, die nach der Arbeit müde im Bus sitzen, die sich in
Parks sonnen, Pakete oder Essen ausfahren, die die Stadt
sauber halten oder sich auf Straßenfesten amüsieren, die
ohne Wohnsitz oder ohne Arbeit und die ohne Sorgen …
Eine Stadt wird erst durch die vielen Individuen zum
­lebendigen, pulsierenden Organismus.
Wir machen seit vielen Jahren Stadtzeitungen – Zeitungen
für Stadtteile und für die Menschen, die in diesen Kiezen
leben. Für uns sind sie das Wesentliche und das Interessanteste an unserer Arbeit. Zu einer guten Stadtzeitung gehören auch Fotos. Fotografien, die den Stadtteil in seiner
­Lebendigkeit und Vielfalt spiegeln, den Alltag und das
­Besondere, Überraschende. Stadtfotografie ist auch eine
Fotografie des Augenblicks. Stadtfotografie ohne Menschen
ist keine Stadtfotografie, sondern Architekturfotografie,
oder Landschaftsfotografie.
Immer mal wieder blättere ich einem Bildband: »Photographie des 20. Jahrhunderts«. Einige meiner Lieblings­
fotos sind darin. Der kleine Pariser Junge, der stolz zwei
Flaschen Wein in seinen Armen nach Hause trägt – 1958
fotografiert von Cartier-Bresson. Oder »V-Day«, 1945 aufgenommen vom Berliner Fotografen Alfred Eisenstaedt,
ein Schnappschuss: ein Marinesoldat küsst während der
Siegesparade am Times Square überschwänglich eine junge Frau. Könnte man solche Bilder heute noch spontan und
unbefangen machen?

E CKE TUR MSTR A SSE —— 15

Der Beginn des 20. Jahrhunderts war auch die Geburtsstunde der Stadtfotografie. Und Berlin war für Fotografen
ein Eldorado. Noch in den 1990er Jahren war es unkompliziert, auf Straßen und Plätzen oder bei öffentlichen Anlässen zu fotografieren.
Mit dem Einzug des Internets als Massenmedium hat sich
vieles verändert – auch die Bedingungen für die Fotografie.
Der Einzug des Internet in den Alltagsgebrauch begann vor
gerade mal zwanzig Jahren und veränderte die Welt ähnlich revolutionär wie die Gutenbergsche Erfindung des Bücherdrucks. Und wie jede Revolution bringt sie ganz neue
Unsicherheiten und Fragen mit sich. Und viele Extreme.
Die Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit verschwimmen immer mehr. Während einerseits Milliarden
privater Fotos unbekümmert per Instagram und Facebook
veröffentlicht werden, viele bedenkenlos persönliche Daten ins Netz einspeisen und auch die voyeuristische Gafferfotografie, etwa bei Unfällen, dank Smartphone zum Massenphänomen wird, wächst andererseits das Misstrauen
gegenüber den »Datenkraken« und die Angst vor Datenmissbrauch.
Das bekommen auch unsere Zeitungen zu spüren, in allererster Linie unsere Fotografen. Das diffuse Misstrauen, die
Verunsicherung unterscheidet nicht zwischen seriöser
Stadt­fotografie und unseriösen Methoden und Zwecken.
Etliche unserer Fotografen ziehen ihre Konsequenzen. Sie
weigern sich inzwischen, auf Spielplätzen zu fotografieren,
weil sie keine Lust haben, sofort unter KinderschänderGeneralverdacht zu geraten. Sie fotografieren Menschen
im öffentlichen Raum nur noch von hinten oder mit großer Unschärfe, damit man deren Gesichter nicht erkennt.
Oder sie konzentrieren sich stärker auf Gegenständliches,
Unpersönliches: Baustellen, Fassaden, Busse, Parks.
Die Fotografen sehen sich dazu schon aus Selbstschutz gezwungen – um sich nicht langen fruchtlosen Debatten,
misstrauischen Verhören oder gar juristischen Klagen der
Fotografierten auszusetzen. Diesen Einschnitt für den Foto­
journalismus merkt man eben auch den Zeitungen an.
Die Gesetzgebung kann mit dem rasanten Tempo der digitalen Revolution nicht Schritt halten. Und die notwendigen Versuche, neue Regeln für den digitalen Umgang zu
finden und Privatsphären zu schützen, gehen wegen mangelnder Differenzierung teilweise auch an Realitäten und
den eigentlichen Zielen vorbei. Früher galten klare presserechtliche Regeln: Bei mehr als fünf Personen auf einem
Foto muss man nicht mehr jeden um sein Einverständnis
bitten. Das Fotografieren bei öffentlichen Veranstaltungen
war weitgehend ohne Einschränkungen möglich.
Spätestens mit der neuen Datenschutzverordnung hat sich
all das gravierend verändert. Grundsätzlich ist sie gut gemeint. Doch für die Stadtfotografie ist sie eher verheerend.
Schnappschüsse, spontane Momentaufnahmen auf offener
Straße sind so kaum noch möglich, schon wegen des allgemeinen Misstrauens.
Eine Stadtzeitung ohne wirkliche Stadtfotografie ist ein
Widerspruch in sich. Und wer von uns will wirklich, wenn
er in eine Zeitung schaut, Fotos ohne Menschen, ohne den
Blick in Gesichter – oder Gesichter, die nur noch eine Pixel­
masse sind?
Ulrike Steglich

Aktuelle Informationen zum Gebiet finden Sie auch auf www.turmstrasse.de
und zur Entwicklung von Moabit auf www.moabitonline.de

Adressen
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung,
Soziales und Gesundheit: Ephraim Gothe

Müllerstraße 146 /147, 13353 Berlin
(030) 9018-446 00
ephraim.gothe@ba-mitte.berlin.de
Stadtentwicklungsamt,
Fachbereich Stadtplanung

Müllerstraße 146, 13353 Berlin
Fachbereichsleiterin: Frau Laduch,
Zimmer 106, (030) 9018-458 46
stadtplanung@ba-mitte.berlin.de

Prozesssteuerung

Quartiersmanagement Moabit-West

Koordinationsbüro für Stadtentwicklung
und Projektmanagement – KoSP GmbH
Gisbert Preuß (030) 33 00 28 32
preuss@kosp-berlin.de
Uwe Lotan (030) 33 00 28 41
lotan@kosp-berlin.de
Sprechstunden: Di 9.30–12 Uhr,
Do 15.30–18 Uhr im Stadtteilladen,
Krefelder Straße 1a, (030) 23 94 53 39
www.kosp-berlin.de
www.turmstrasse.de

Rostocker Straße 35, 10553 Berlin
(030) 39 90 71 95
qm-moabit@stern-berlin.de
www.moabit-west.de
Quartiersmanagement Moabit-Ost

Wilsnacker Straße 34, 10559 Berlin
(030) 93 49 22 25
team@moabit-ost.de
www.moabit-ost.de
Mieterberatung

Vorbereitende Bauleitplanung,
Städtebauförderung

Müllerstraße 146, 13353 Berlin
Sprechzeiten: dienstags, 9 –12 Uhr,
donnerstags, 15 –18 Uhr
stadtplanung@ba-mitte.berlin.de
Gruppenleiter: Stephan Lange
(030) 9018-436 32
Aktives Zentrum und Sanierungsgebiet
Turmstraße
Zimmer 180 /181
Annett Kufeld (030) 9018-454 36
annett.kufeld@ba-mitte.berlin.de
Dirk Kaden (030) 9018-458 22
dirk.kaden@ba-mitte.berlin.de

Geschäftsstraßenmanagement Turmstraße

die raumplaner
Di 15–18 Uhr, Fr 9–11 Uhr im Stadtteil­
laden, Krefelder Straße 1a, (030) 23 93 85 08
gsm@turmstrasse.de
www.turmstrasse.de
Stadtteilvertretung

Stadtteilladen, Krefelder Straße 1a,
10555 Berlin, (030) 23938828
Öffentliches Plenum an jedem
4. Montag im Monat
stv@stv-turmstrasse.de
www.stv-turmstrasse.de

für Mieter in den Milieuschutzgebieten
Waldstraße und Birkenstraße
Sprechzeiten: Mo 16–18, Do 10–12 Uhr
im Stadtteilladen, Krefelder Straße 1a,
Mieterberatung Prenzlauer Berg
(030) 44 33 81-0
team-moabit@mieterberatungpb.de
www.mieterberatungpb.de

16 —— EC KE TU RM STRA SSE

Ch. Eckelt

BILDECKE

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— ECKENSTEHER

Investoren-Mantra
Ein Gespenst geht um in Berlin, und es heißt nicht Kommunismus. Sondern, zum Beispiel, »Deutsche Wohnen« –
ein Schreckensname für zahllose Mieter.
Der Berliner Wohnungsmarkt ist seit einigen Jahren out of
control und ein wahres Heuschrecken-Eldorado. Doch das
Desaster war zu einem guten Teil auch hausgemacht. Im
großen Stil hatte das Land Berlin vor allem in den 90ern
kommunale Wohnungsbestände privatisiert – und damit
(anders als etwa Wien) leichtfertig ein wichtiges Steuerungsinstrument aus der Hand gegeben.
Doch im Kessel wächst der Druck, wenn immer mehr Anwohner mit schmalen Einkommen aus ihren Quartieren
verdrängt werden und auch andernorts kaum noch Bezahlbares finden. Was, wenn Postboten, Pfleger, Erzieher, Polizisten, Busfahrer sich die Stadt, die ja existentiell auf ihre
tägliche Arbeit angewiesen ist, nicht mehr leisten können
und das Wutpotential steigt?
Angesichts der Mammutaufgabe, halbwegs wieder Herr der
Lage zu werden, ist die Doppelstrategie der rot-rot-grünen
Koalition durchaus sinnvoll: Kommunaler Neubau einerseits, andererseits Bestandssicherung und Mieterschutz,
z.B. durch Ausübung des Vorkaufsrechts in Milieuschutzgebieten oder Rück- bzw. Ankäufe. Das geschieht noch
eher punktuell – von »Enteignung« der großen Player, wie
es ein Volksbegehren fordert, ist das weit entfernt.
Doch schon die paar Wohnungen, die dem Spekulationsmarkt entzogen werden, erzeugen bei der Investorenlobby
Schnappatmung. Das Geld solle man besser in Neubau in-

vestieren, so das Mantra, durch Ankäufe entstünde keine
einzige der dringend benötigten neuen Wohnungen.
Mal abgesehen, dass das auch keiner behauptet hatte – für
wie doof hält man eigentlich die Leute, um ihnen ein so
hirnrissiges Argument anzudrehen? Der Witz an der Sache
ist ja, dass für jeden Mieter, der aus seiner Wohnung nicht
ausziehen muss, eben keine neue Wohnung notwendig ist.
Und wohin sollten denn auch all die Busfahrer, Erzieherinnen etc.pp. ziehen? Für wen ist es ökonomisch sinnvoll,
Mieter A zum Auszug aus seiner (bezahlbaren) Wohnung 1
zu zwingen, der dann in die viel teurere Wohnung 2 ziehen
muss, damit Nutzer B in die inzwischen ebenfalls verteuerte Wohnung 1 ziehen kann? Sie ahnen es …?
Insbesondere die Neuvermietungen treiben die »ortsüblichen Vergleichsmieten« hoch. Jeder Umzug würde auch
mehr Miete verschlingen. Das wiederum ist – zweitens –
stadtökonomisch wichtig: Schützt man Mieter vor exorbitanten Mieten, wandert ein Teil der Einkommen eben nicht
mehr in den Schlund anonymer Kapitalgesellschaften, sondern kann in Lebensunterhalt, Daseinsvorsorge oder lokale
Ökonomie investiert werden.
Drittens hat Neubau räumliche Grenzen. Schon weil der
Boden als Ressource nicht reproduzierbar ist, muss der
­Bestand gesichert und sinnvoll genutzt werden, statt immer mehr flächenfressende monotone Eigenheimsiedlungen hinzupflanzen.
Und viertens geht es um nicht weniger als Gesellschafts­
politik. Wer zulässt, das sich die Stadt spaltet in betuchte
Eigentümer großzügiger Innenstadtlofts und hochverdichtete »Banlieues« an den Rändern, stellt den Konsens der
zivilen Stadtgesellschaft zur Disposition und spielt mit
dem Feuer. Eine Stadt gehört aber nicht nur denen, die sie
sich kaufen und »leisten« können, sondern vor allem jenen, die das Leben der Stadt erst möglich machen. 
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