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Periodical volume

Full text: Ecke Issue 2018,7

ecke

nr. 7 – nov/dez 2018

turmstraße

h. Eckelt

Seite 3: Tordurchgang zum Ottopark wird umgebaut Seite 4: Stadtforum am 12. November
Seite 7: Wieviele Schulstandorte braucht der Bezirk? Seite 10: Die Sternbäckerei in der Turmstraße

Ch. EckeltC

Zeitung für das »Aktive Zentrum« und Sanierungsgebiet Turmstraße. Erscheint achtmal im Jahr kostenlos.
Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung

Ch. Eckelt

Termine
Stadtteilladen, Krefelder Straße 1a

Sprechstunden des Büros KoSP GmbH
(Prozesssteuerer im Aktiven Zentrum
­Turmstraße): Di 9.30–12, Do 15.30–18 Uhr,
Telefon (030) 23 94 53 39
Sprechstunden des Geschäftsstraßen­
managements (die raumplaner):
Di 15–18 Uhr, Fr 9–11 Uhr,
Telefon (030) 23 93 85 08
Öffentliche Mieterberatung
(für Mieter in den Milieuschutzgebieten):
Mo 16–18 Uhr, Do 10–12 Uhr

Plenum der Stadtteilvertretung (STV)
Das nächste öffentliche Plenum der noch amtierenden STV Turmstraße findet am Montag,
26. November um 19 Uhr statt, Ort: Stadtteilladen Krefelder Straße 1a. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
www.stv-turmstrasse.de

Welche Ecke?

Runder Tisch Gentrifizierung

Wo wurde dieses Foto aufgenommen? Wer weiß, wo sich diese Skulptur genau befindet, schicke
die Lösung bitte mit genauer Absenderadresse an die Redaktion: Ecke Turmstraße c/o Ulrike
Steglich, Elisabethkirchstraße 21, 10115 Berlin, oder per Mail an: ecketurm@gmx.net. Einsendeschluss ist Montag, der 10. Dezember. Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir einen
­Büchergutschein der Dorotheenstädtischen Buchhandlung im Wert von 20 Euro. Unser Bilderrätsel in der Ausgabe 6/2018 zeigte die VIP-Box auf dem Gelände des ZK/U an der Siemensstraße.
Das wusste u.a. ­Heide Köhn-Kabalan und hat damit den Gutschein gewonnen – herzlichen
Glückwunsch! Der Preis wird Ihnen per Post zugesandt.

Mitte bekommt
­Beschwerdestelle
im Jobcenter
Wer Probleme mit dem Jobcenter in Mitte
hat, kann sich jetzt an eine Ombudsperson
wenden. Damit gibt es erstmals eine unabhängige Beschwerde- und Schlichtungsstelle
im Bezirk Mitte für Menschen, die vom Jobcenter betreut werden und bei Konflikten
dort nicht weiterkommen. »Sie nimmt Anregungen und Kritik entgegen, erklärt zu
den Verfahren im Jobcenter und versucht
in Konfliktfällen unbürokratisch und unparteiisch eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung ohne langwierige, belastende rechtliche Auseinandersetzungen zu
finden«, teilt Bürgermeister Stephan von
Dassel (Grüne) mit.

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Zunächst gibt es eine Probephase von sechs
Monaten. In dieser Zeit bietet die Ombudsstelle immer dienstags von 9 bis 12.30 Uhr in
der Müllerstraße 16 Sprechzeiten an (allerdings nur nach vorheriger Terminverein­
barung unter Telefon (0152) 22 58 50 32 oder
E-Mail: ombudsstelle.jcbm@gmx.de). Die
Be­ratung ist vertraulich, kostenfrei und der
Kontakt zum Jobcenter erfolgt nur mit dem
persönlichen Einverständnis der Rat oder
Hilfe suchenden Person.
Die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und
Charlottenburg-Wilmersdorf haben bereits
vergleichbare Stellen.
Die nächste »Ecke Turmstraße«
erscheint kurz vor Weihnachten.
Sämtliche Ausgaben der »Ecke Turmstraße«
sind als PDF archiviert und abrufbar unter:
www.turmstrasse.de /oeffentlichkeitsarbeit/
stadtteilzeitung.html

Jeden 2. Dienstag im Monat, 19–21 Uhr,
­Treffpunkt: Kontaktstelle PflegeEngagement,
Lübecker Straße 19. Alle interessierten
Mieter sind herzlich eingeladen! Mehr unter
www.wem-gehoert-moabit.de. Dort finden sich
auch die Protokolle der bisherigen Runden
Tische.

Stadtteilplenum QM Moabit-West

Das Plenum, organisiert vom Moabiter
­Ratschlag e.V. und dem QM Moabit West,
tagt jeden dritten Dienstag im Monat im
Stadtschloss Moabit, Rostocker Straße 32b.
Mehr unter Telefon (030) 39 90 71 95 oder
www.moabitwest.de

Grünes Licht
für den Tordurchgang
Der Durchgang Turmstraße
83 zum Ottopark wird umgebaut und künftig beleuchtet
Seit Jahren war der Tordurchgang der Turmstraße 83 zum Ottopark für viel ein Ärgernis.
Es roch unangenehm nach Urin, die unzureichend gesicherten Mülltonnen zogen Ungeziefer und Ratten an, die Rampe ins Obergeschoss hatte ihre Funktion verloren, weil
die dortige Plattform nicht mehr als Parkdeck genutzt wurde, auch dort stapelte sich
Unrat. Durch die gut frequentierte Sprachschule im 2. Obergeschoss des Hauses gab es
viel Besucherverkehr, Anwohner dagegen
mieden – vor allem bei Dunkelheit – den
düs­te­ren Durchgang.
Angesichts der Situation suchten der Bezirk
und das Büro KoSP als Gebietsbeauftragter
den Kontakt zum Eigentümer, und nun kam
Bewegung in die Sache – für Berliner Verhältnisse ziemlich schnell. Der Eigen­tümer
plante einen umfassenden Umbau im 1.
Obergeschoss, die sanierungsrechtliche Genehmigung dazu wurde unter der Bedingung erteilt, dass der Eigentümer Abhilfe
für Missstände wie Müll und Uringeruch
schafft. Mit ihm konnte der Bezirk ein Ge-

Impressum
Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin,
Stadtentwicklungsamt
Redaktion: Christof Schaffelder,
Ulrike Steglich
Redaktionsadresse:
»Ecke Turmstraße«, c/o Ulrike Steglich,
Elisabethkirchstraße 21, 10115 Berlin
Tel (030) 283 31 27, ecketurm@gmx.net
Fotos: Christoph Eckelt, eckelt@bildmitte.de
Entwurf und Gestaltung:
capa, Anke Fesel, www.capadesign.de
Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH,
www.berliner-zeitungsdruck.de
V.i.S.d.P.: Ulrike Steglich
Für den Inhalt der Zeitung zeichnet nicht
der Herausgeber, sondern die Redaktion
verantwortlich.

staltungskonzept entwickeln und nun auch
eine Kooperationsvereinbarung schließen.
Schließlich ist der Durchgang auch von allgemeinem Interesse, weil es sich um einen
der Zugänge zu einem öffentlichen Park
handelt. Der Umbau wird, soweit er die Öffentlichkeit betrifft, mit Fördermitteln teilweise bezuschusst.
Derzeit wird das erste Obergeschoss komplett umgebaut – hier soll künftig der muslimische Verein Arressalah die Räume nutzen.
Die Rampe wird vollständig abgerissen, an
der linken Vorderfront entsteht eine kleine
Gewerbeeinheit mit ca. 15 Quadratmetern.
Dahinter schließt sich ein abgeschlossener
Müllraum an. Im straßenseitigen rechten
Eingangsbereich wird ein Leuchtkasten u.a.
für Mitteilungen und Informationen aus
dem AZ-Gebiet montiert.
Der Clou aber ist ein Beleuchtungskonzept,
das von der Künstlerin Anne Boissell entwickelt wurde. Hauptbestandteil sind grüne
Leuchtstreifen, die sowohl am Boden als
auch an der Decke zum Park hin führen, die
Leuchtstreifen verändern dabei ihren Farbton von grün bis fast weiß. So soll aus dem
bisherigen »Angstraum« ein wirklicher Eingang zum Park werden. Zudem sollen die
Streifen aus besonders bruchsicherem Material gefertigt werden, um sie gegen Vandalismus zu schützen.
Auf der Rückseite des Gebäudes soll, wenn
möglich, die Fassade begrünt werden. Zudem werden dort Fahrradständer installiert.
In der Kooperationsvereinbarung ist zudem
festgehalten, dass der Eigentümer für die
Unterhaltung der gesamten Anlage Sorge
trägt.

Der neue Mieter der Räume im ersten Geschoss, der Verein »Arresalah«, betreibt in
Berlin mehrere Standorte. Neben Arabischund Koranunterricht und Gebetsräumen
bietet der Verein nach eigener Auskunft Beratung für Familien und Jugend­liche sowie
eine ehrenamtliche soziale Beratung »Lösungen zu sozialen Konflikten«, es gibt eine
Frauengruppe und eine Jugendgruppe, in
der Sport und Kunst gefördert werden. Bekannt ist der Verein u.a. aus der Brunnenstraße 70 in Mitte, wo er auch im Quartiersrat des Quartiersmanagements Brunnenviertel aktiv war. 
us

Leser-Ecke
Zum Beitrag »Halbzeit der Erneuerung«,
in der Ecke Turmstraße Nr. 6/2018
Bedauerlich, dass der /die geneigte Leser /in
im Artikel »Halbzeit der Erneuerung – Bürgerbeteiligung für die Fortschreibung des
Entwicklungskonzepts für Moabit bis 21.
Oktober verlängert« leider nicht erfährt,
wem die Bürger*innen zu verdanken haben,
dass der Konzeptentwurf auch ins Netz gestellt wurde und eine Onlinebeteiligung erfolgt, was das Bezirksamt eigentlich nicht
geplant hatte. Es ist umso bedauerlicher, als
dass der Redaktion durch die Kenntnis des
Protokolls der StV vom 27.8. 2018 (aus dem
wird ja im Artikel zur Auflösung der StV zitiert wird) ja bekannt war, dass es Kritik der
StV gab, da eigentlich nicht geplant war, die
Bürger*innen umfassend über den Konzeptentwurf zu informieren und eine Onlinebeteiligung zu ermöglichen.
So ist es mal wieder nur eine Jubelarie geworden.
Frank Bertermann
(Frank Bertermann ist einer der stellvertretenden Sprecher der Stadtteilvertretung Turmstraße, die sich kürzlich aufgelöst hat, und
Mitglied der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen
in der BVV.)

Ch. Eckelt

Bilderrätsel: Gewinner gesucht!

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Nächstes Stadtforum am Montag, 12. November
Die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher,
lädt am 12. November zum Stadtforum »StadtUmland! Gemeinsam
wachsen« ins Auditorium Friedrichstraße ein.
Berlin wächst – und das Wachstum der Stadt hört an der Landesgrenze nicht auf. Die Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam ist nur
wenige Bahnminuten entfernt. Immer mehr Menschen pendeln tagtäglich über die Landesgrenze, es gibt zahlreiche wirtschaftliche und
Verkehrsverflechtungen. Nach der gescheiterten Länderfusion 1995
ist es nun längst überfällig, Berlin und das Brandenburger Umland als
eine gemeinsame Region mit gemeinsamen Chancen, Zielen und
Aufgaben zu verstehen.
Eine integrierte stadtregionale Betrachtung ist eine wichtige Voraussetzung, um die gesamte Region nachhaltig zu stärken. Wo wären
beispielsweise geeignete Orte, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen? Welche Verbesserungen und Erweiterungen braucht das öffentliche Regionalbahnnetz? Welche erfolgreichen Kooperationsformate
gibt es bereits heute und welche braucht es zukünftig zwischen den
unterschiedlichen Akteuren, wie den Ländern Berlin und Brandenburg, den Bezirken, Kommunen und Landkreisen?
Im Stadtforum diskutieren Akteure aus Berlin und Brandenburg zu
den Schwerpunkten Wohnen, Mobilität und Freiraum und nehmen
dabei die Herausforderungen sowie Chancen des Wachstums der
Großstadtregion in den Fokus.
Nach Einführungsvorträgen und einem kleinen Podiumsgespräch
kann in drei Foren diskutiert werden, wie die Zukunft der Großstadtregion gestaltet werden kann. Deren Themen sind: »Durch Orte zum
Leben die Stadtregion weiterentwickeln«, »Durch Mobilität die Stadt­
region nachhaltig verbinden« und »Durch Freiraum mehr Lebensqualität in der Stadtregion schaffen«. Zum Abschluss widmet sich ein
Podiumsgespräch der Frage: »Vom wir zum WIR! Wie kommen wir
zu mehr Kooperation zwischen Berlin und Brandenburg?«
Das Stadtforum ist, wie immer, eine öffentliche Veranstaltung, eine
Anmeldung ist nicht erforderlich.
Diskutieren Sie mit am 12. November 2018 ab 18 Uhr im Auditorium
Friedrichstraße! 
us
Auditorium Friedrichstraße, 10117 Berlin, Friedrichstraße 180, 4. OG
Mehr zum Thema unter:
www.stadtentwicklung.berlin.de /planen /stadtforum /de

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Aktuelle Baumaßnahmen im öffentlichen Straßenland
Ein Ende der Erneuerung und Umgestaltung des Straßenraums rund
um die Arminius-Markthalle ist nun absehbar. Derzeit läuft mit dem
Umbau der Arminiusstraße vor der Markthalle die letzte Bauphase
der Gesamtmaßnahme. Die Straße wird künftig für den PKW-Verkehr
­gesperrt, neu gepflastert und zum Aufenthaltsbereich gestaltet, nur
Rettungsfahrzeuge dürfen dann noch passieren. Die Maßnahme soll
im Dezember 2018 abgeschlossen werden.
Auch entlang der Turmstraße geht die Erneuerung der Seitenbereiche
(sprich: Gehwege) weiter. Derzeit sind die Abschnitte zwischen Waldund Beusselstraße auf der Nordseite sowie zwischen Gotzkowsky- und
Beusselstraße auf der Südseite der Turmstraße in Arbeit. Dabei werden
die Gehwege vor allem neu gepflastert. Auf der Südseite wurde b­ ereits
die Bushaltestelle verlegt.

Nachrichten aus dem Bezirk
Neue Besetzung im Bezirksamt
Nun ist es offiziell: Sandra Obermeyer (parteilos, für die Linke), bisher
Stadträtin für Jugend, Familie und Bürgerdienste und damit auch zuständig für das Thema Zweckentfremdung von Wohnraum, wechselt
zum 1. Dezember zu Senatorin Katrin Lompscher (Linke) in die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Dort wird Sandra
Obermeyer die seit Monaten unbesetzte Leitung der für Wohnungsbau,
Stadterneuerung und Soziale Stadt zuständigen Abteilung IV über­
nehmen.
Ihr Nachfolger im Bezirksamt soll der langjährige BVV-Verordnete Sven
Diedrich (Linke) werden. Bisher war der 54-Jährige, der früher etliche
Jahre in der Mieterberatung arbeitete, noch als persönlicher Referent
in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen für Bürger­
beteiligung zuständig. Der neue Stadtrat wird voraussichtlich in der
Bezirksverordnetenversammlung Ende Dezember gewählt.

Kommentar

Zwischen 1918 und 1938
Zwei runde Jahrestage geben mehr denn je Anlass
zum Nachdenken
Dieser 9. November 2018 ist ein besonderer Gedenktag: Denn zwei
gravierende deutsche Ereignisse haben an diesem Datum einen »runden« Jahrestag. Die Novemberrevolution von 1918 und die Ausrufung
der ersten deutschen Republik jähren sich zum 100. Mal, die Pogrome am 9. November 1938 zum 80. Mal. Gerade im heutigen Bezirk
Mitte gibt es viele Orte, die mit diesen Ereignissen verknüpft sind: in
den Mietskasernen der Armenviertel in Moabit, im »roten Wedding«
oder Alt-Mitte, in Quartieren des Elends und ewigen Existenzkampfes, lebten viele, die sich dem Aufstand der Arbeiter, Soldaten und
Matrosen 1918 anschlossen. In Mitte tobten etliche Straßenkämpfe,
von hier aus wurde die Republik verkündet.
Mitte war aber auch ein wichtiges Zentrum jüdischen Lebens, und
gerade in den Armenvierteln, etwa in der Nähe des Alexanderplatzes
und der Synagoge in der Oranienburger, aber auch in Moabit und
Wedding lebten viele jüdische Berliner, betrieben kleine Läden oder
Betriebe. Hier gab es eine aktive jüdische Gemeinde mit sozialen
Einrichtungen und kleinen Synagogen, wüteten die Nazipogrome exzessiv. In Mitte, in der Großen Hamburger Straße befand sich später
eines der berüchtigten großen Sammellager für jüdische Berliner, die
deportiert wurden. Vom Moabiter Güterbahnhof in der Levetzowstraße aus fuhren die Deportationszüge direkt in die Vernichtungs­
lager.

In Mitte, aber auch in anderen Bezirken, wird mit zahlreichen Veranstaltungen des Novemberpogroms 1938 und der Verfolgung und
­Ermordung der jüdischen Bevölkerung gedacht. Neben vielen kleineren Veranstaltungen, auch mit Schulen in Mitte, wird es in der
­Levetzowstraße eine große Gedenkkundgebung geben, gefolgt von
der Demonstration eines breiten antifaschistischen Bündnisses.
Es ist, natürlich, eine dreiste Provokation, dass die rechte Organisation »Wir für Deutschland« ausgerechnet an diesem Tag zu einem
»Trauermarsch« unter dem Motto »Für die Opfer der Politik« aufruft, Ort: Mitte, Start am Washington-Platz hinter dem Hauptbahnhof. Und zu Recht wird von vielen gefordert, diesen Aufmarsch gar
nicht erst zuzulassen. Sollte dies doch geschehen, ist an diesem Tag
mit vielen Protesten und Gegendemonstranten zu rechnen. Was für
ein 9. November, an dem Nazis wieder auf die Straße gehen!
Auffällig ist allerdings auch, dass an das andere gravierende Ereignis,
die Novemberrevolution vor 100 Jahren, doch eher verhalten erinnert wird – ganz anders als beispielsweise 500 Jahre Reformation, die
2017 durchaus üppig begangen wurden. Doch auch wenn die Revolution und die Weimarer Republik letztlich scheiterten, war es immerhin die erste demokratische Republik in Deutschland. Gerade jetzt
ist ein genauer Blick auf die Vergangenheit wichtig – vor allem auf
die Zeitspanne zwischen 1918 und 1938. Denn lediglich zwanzig
­Jahre liegen zwischen beiden Jahrestagen, zwischen den Hoffnungen
der jungen Demokratie und dem Beginn der Barbarei. Gerade jetzt,
in Zeiten in denen Antisemitismus und Fremdenhass ganz offen zutage treten, in denen nahezu überall in Europa rechte Nationalisten
und Populisten nach der Macht drängen, muss man daran erinnern,
wie dünn der Firnis der Zivilisation ist und dass auch eine vermeintlich stabile Demokratie immer wieder neu gelebt und verteidigt werden muss.
us

Bildecke
Ch. Eckelt

Ch. Eckelt

StadtUmland!

Seit über zwei Jahren besteht die Forderung, dass die öffentlichen
­Toiletten in der Arminiushalle behindertengerecht und barrierefrei
­umgebaut werden. Damit befasste sich sogar schon die Bezirksverordnetenversammlung und forderte die Eigentümer der Halle, die Zunft AG,
per BVV-Beschluss dazu auf, endlich den behindertengerechten Umbau
vorzunehmen. Fördermittel aus dem Programm »Aktive Zentren«
­stünden ebenfalls bereit. Doch trotz vieler Bereitschaftserklärungen der
Eigentümer und bei allem Entgegenkommen ist bislang nichts passiert.
Der Bezirk muss sich nun überlegen, wie sich die Maßnahme endlich
durchsetzen lässt.

Neuer Amtsleiter
Seit Mai war die wichtige Stelle des bezirklichen Schul- und Sportamts
nicht besetzt – die letzte Amtsleiterin hatte nach einer sechsmonatigen
Probezeit ihr Rückkehrrecht in die Senatsverwaltung und Sport wahr­
genommen. Daraufhin musste die Stelle neu ausgeschrieben werden, es
folgte die obligatorische langwierige Prozedur samt Auswahlverfahren.
Neuer Amtsleiter wird nun Thorsten Lüthke, der im Bewerbungsverfahren als bester Kandidat beurteilt wurde. Lüthke war zuvor seit der Wahl
von Stephan von Dassel zum Bezirksbürgermeister dessen persönlicher
Referent im Rathaus. Erfahrungen mit seinem neuen Ressort und der
Verwaltung sammelte er zuvor als langjähriger Verordneter der SPD in
der BVV Mitte.

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Abschied
vom alten
DiesterwegSchulbau?

Grundstücke
sind wie
Goldstaub

Ob am ehemaligen Standort des Diesterweg-Gymnasiums im Brunnenviertel ein Pionierprojekt realisiert werden kann, ist derzeit
höchst ungewiss. Zwar kümmert sich seit über sechs Jahren die Initiative »ps wedding« um den Erhalt des markanten Schulbaus aus
den 1970er Jahren und dessen Umbau zu einem lokalen Nachbarschaftszentrum inklusive kostengünstigem Wohnraum. In den letzten zwei Jahren tritt das Projekt aber spürbar auf der Stelle und jetzt
scheint sein Ende eingeläutet zu sein: Im Bezirk werden derzeit der
Abriss und die Errichtung eines neuen Schulgebäudes auf einem Teil
des Grundstücks geprüft.
Im Sommer 2011 zog das Gymnasium in einen frisch sanierten Altbau in der Böttgerstraße, seitdem steht das alte Schulgebäude an der
Swinemünder Straße weitgehend leer. Die Sporthalle ist zwar offiziell noch in Betrieb, aber baufällig und immer wieder geschlossen.
Die Musikschule nutzt noch einen Ergänzungsbau als Ausweichquartier, während ihr Standort in der Weddinger Ruheplatzstraße renoviert wird. Doch zurück bleibt ein leer stehender, in die Jahre gekommener Schulbau, der den Geist der bildungsreformerischen Aufbruchszeit nach 1968 atmet: »demokratische Schulen für eine
demokratische Gesellschaft«. Die Berliner Architekten Pysall, Jensen
und Stahrenberg hatten hier ursprünglich ein Oberstufenzentrum
geplant mit flexiblen Klassenräumen und verschiebbaren Wänden,
großzügigen Gemeinschaftsflächen und öffentlichen Nutzungen wie
der Stadtteilbibliothek und der Volkshochschule. Damit sollte die
Schule mit dem Quartier verflochten werden, allerdings zu dem Preis
hoher Betriebskosten und einem hohen Flächenverbrauch pro Schüler, der das Schulgebäude in den »roten Nullerjahren« der 2000er
auf die Abschussliste der Schulpolitik katapultierte.
Im Jahr 2011 lag der Bodenwert im Brunnenviertel noch bei 380 Euro
pro Quadratmeter. Als sich zwei Jahre später das Projekt »ps wedding« formiert hatte, stand er bei 420 Euro. Dessen Idee, in dem
Schulgebäude ein Nachbarschaftszentrum mit Wohnanteil aufzubauen, fand im Bezirk viele Freunde. Das »Mietshäusersyndikat« war
mit von der Partie und auch die Schweizer »Stiftung Edith Maryon«
war bereit, mit Stiftungskapital einzutreten – sowohl das wirtschaftliche und architektonische Knowhow als auch das notwendige Startkapital waren also vorhanden. 2014 beschloss das Bezirksamt Mitte
einen neuen Bebauungsplan aufzustellen, der an dieser Stelle auch
Wohnungen ermöglichen sollte. Die BVV Mitte votierte einstimmig
für das Projekt. Damals war noch diskutiert worden, das Max-Planck-

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Gymnasium unweit der Jannowitzbrücke zu schließen, weil der Senat vorgegeben hatte, eine zusätzliche Oberschule im Bezirk Mitte
dicht zu machen. Dem Tagesspiegel gegenüber hatte sich der damals
für Stadtentwicklung zuständige Bezirksstadtrat Carsten Spallek
(CDU) zum Diesterweg-Bau wie folgt geäußert: »Eine Weiternutzung als Schule können wir ausschließen.«
Anfang 2016 war der Bodenwert schon auf 900 Euro pro Quadratmeter gestiegen und sollte sich bis Jahresende auf 1.800 Euro verdoppeln. Unter anderem durch die Flüchtlinge war inzwischen klar geworden, dass Berlin viel zu wenig Schulen hat. Bei der Überarbeitung
der Schulentwicklungsplanung stellte sich heraus, dass zusätzlich zu
den alten Annahmen bis zum Schuljahr 2022 /2023 in Mitte fast
2000 Grundschüler und rund 800 Oberschüler mehr unterkommen
müssen. Die Verhandlungen mit der Initiative »ps wedding« liefen
zwar offiziell weiter, die vereinbarte Übertragung des Grundstücks
wurde aber hinausgezögert. Der Bezirk gab die Flächen nicht frei.
Auf dem Grundstück bestünden noch bezirkliche Fachnutzungen –
die Sporthalle, die erst aufgegeben werden könne, wenn auf dem Gelände der benachbarten Vineta-Grundschule eine neue Sporthalle
fertiggestellt sei. Und die Musikschule müsste nach einer Übertragung des Grundstücks etwa 1.400 Euro mehr Miete im Monat entrichten, so begründete die zuständige Stadträtin Sabine Smentek im
Dezember 2015 diese Haltung.
Am 1. Januar 2018 stand der Bodenwert im Brunnenviertel bei 2500
Euro /qm – sechseinhalb mal so viel wie Anfang 2011. Bauflächen in
Berlin sind inzwischen extrem rar – auch für Vorhaben der öffent­
lichen Hand. Im Februar tauchte der Standort auf einer Liste des
­Senats für den Bau von Modularen Unterkünften für Flüchtlinge
(MUF) auf. Zwar fanden im Juli noch offizielle Besprechungen zu den
Modalitäten der Grundstücksvergabe mit der Initiative statt. Im August wurde aber ein Schreiben der Staatssekretärin für Finanzen
Margaretha Sudhof bekannt, wonach die Planung mit ps wedding
durch den Beschluss zur Errichtung des MUF-Standortes überholt
sei. Nach einem erneuten Wassereinbruch im Keller der Sporthalle
erklärte Bezirksstadtrat Spallek der Presse gegenüber schließlich,
eine Sanierung des Gebäudes komme nicht mehr in Frage. Es folgten
öffentliche Proteste, eine Kundgebung und kritische Nachfragen
auch in der BVV. Dort fand sich zuletzt eine Mehrheit aus SPD, CDU,
AfD und FDP, die den Abriss des Schulgebäudes mitträgt. 
cs

Ch. Eckelt

Ch. Eckelt

Wie viele Schulen braucht
­Mitte?

Der Zuzug nach Berlin schwächt sich allmählich ab. Das zeigen die
neuesten Zahlen des Landesamtes für Statistik und das sagen die Demoskopen schon seit längerem voraus. Brauchen wir also doch nicht
so viele Schulen? Oder steht der Bezirk Mitte tatsächlich unter enormem Druck, in den kommenden Jahren möglichst viele zusätzliche
Schulstandorte zu entwickeln?
Tatsächlich wuchs Berlin zwischen Juli 2017 und Juli 2018 »nur« um
rund 35.000 Bewohner, also deutlich schwächer stark als noch im
Jahr 2016, als noch gut 60.000 zusätzliche Einwohner registriert
worden waren. Verglichen mit den Jahren vor der Flüchtlingskrise
zeigt der Trend allerdings nicht so stark nach unten – damals wuchs
Berlin in jedem Jahr um etwa 40.000 Bewohner. Ob der von den Demoskopen prognostizierte allmähliche Rückgang der Zuwanderung
tatsächlich eintrifft, kann man daher noch nicht genau sagen. Sie argumentieren, dass außer in Frankreich, Großbritannien und Skandinavien überall in der EU die »mobilen Jahrgänge« der jungen Erwachsenen am Ende ihrer Berufsausbildung Jahr für Jahr dünner
werden. Es gibt also immer weniger EU-Bürger um die 30, die nach
Berlin ziehen könnten. Im Bezirk Mitte jedenfalls wächst die Bevölkerung nicht mehr so schnell wie vor einigen Jahren – zuletzt »nur«
noch um rund 5.500 Bewohner (wovon rund 5.000 keinen deutschen
Pass haben). Im Jahr 2012, als es hier noch vergleichsweise reichlich
bezahlbaren Wohnraum gab, kamen noch rund 8.000 zusätzliche
Einwohner hinzu.
Der starke Zuzug junger Erwachsener der Vergangenheit wirkt sich
jedoch auf die Zahl der Kinder aus, die in Mitte groß werden. So wurden im Bezirk zu Anfang des Jahrzehnts jährlich noch etwa 3.400 bis
3.500 neu geborene Kinder gemeldet – aktuell sind es etwa 3.900 bis
4.000 pro Jahr. Und diese starken Jahrgänge machen den Schulplanern große Probleme. Zwar ziehen etliche Familien mit Kindern im
Vorschulalter aus Mitte auch wieder weg, aber dieser Rückgang fällt
heutzutage tendenziell schwächer aus als noch vor einigen Jahren.
Man findet eben einfach nicht mehr so leicht eine Familienwohnung
in Außenbezirken. Zudem sind viele der Zuwanderer aus dem Ausland aus ihrer alten Heimat enge Wohnverhältnisse gewohnt.
Ohne diese Zuwanderung jedenfalls ging in den 2000er Jahren die
Zahl der Kinder, die in Mitte eingeschult wurden, zurück. In Mitte
wurden deshalb etliche Schulen geschlossen. Doch diese Entwick-

lung hat sich inzwischen komplett umgekehrt. Wurden zum Beispiel
im Jahr 2009 noch etwa 2.700 Kinder in Mitte schulpflichtig, so waren es 2017 schon mehr als 3.300, also etwa 600 Kinder mehr – etwa
so viele, wie eine komplette vierzügige (also große) Grundschule aufnehmen kann. Und in den nächsten Jahren werden es eher noch
mehr. Der Geburtsjahrgang 2016 umfasst in Mitte 4.200 Kinder und
dürfte unter den Schulplanern regelrecht Panik auslösen. Wahrscheinlich spielt hier aber auch der Sondereffekt des Flüchtlingssommers 2015 eine Rolle, denn 2017 wurden wieder nur etwa 3.900 Neugeborene registriert. Dennoch steht die Bezirkspolitik stark unter
Druck, neue Schulstandorte zu schaffen.
Die Welle drängt inzwischen von den Kindergärten in die Grundschulen, wo neue Kapazitäten geschaffen werden. Wo noch Platz auf
dem Schulgelände ist, entstehen industriell gefertigte »Modulare Ergänzungsbauten«. Alte Grundschulstandorte werden reaktiviert
(Adalbertstraße, Zwinglistraße), neue kommen hinzu (Europacity,
Reinickendorfer Straße), es wird aufgestockt und angebaut, wo es
nur geht. Klar ist zudem, dass sechs Jahre nach den Grundschulen
auch die Oberschulen in Raumnöte kommen werden. Zwei neue
Standorte sind schon in Planung: in der Sellerstraße auf dem landeseigenen Gelände der Werksfeuerwehr von Bayer, sowie in der Pankstraße 70, wo die ehemalige Oberschule am Brunnenplatz reaktiviert
werden soll (gegenwärtig leben hier Flüchtlinge in einer Notunterkunft). Dennoch fehlen nach den Berechnungen des Bezirks mittelfristig fast 2.000 zusätzliche Schulplätze in Integrierten Sekundarschulen (ISS). Das sind vier vollständige Schulen für die Klassenstufen 7–10. Geprüft wird derzeit, das Seniorenpflegeheim des Jüdischen
Krankenhauses in der Schulstraße 97 abzureißen und dort einen
Schulbau zu errichten. Doch ausreichen wird das nicht. Deshalb
steht die Reaktivierung des alten Standortes des Diesterweg-Gymnasiums auch wieder auf der Tagesordnung. Dass die meisten der neuen
Schulstandorte im Altbezirk Wedding angesiedelt sind, mag dabei
Zufall sein. »Das Bezirksamt ist auf das Vorhandensein entsprechender Grundstücke angewiesen«, teilte uns der für Schule zuständige
Bezirksstadtrat Carsten Spallek mit. »Gerade in der Mitte der Mitte
sind unbebaute und verfügbare Grundstücke mit einer Größe von
mindestens 12.000 qm fast wie Goldstaub.« 
cs

7

Der Verein »Radeln ohne Alter«
lädt die Bewohner von Senioren­
heimen zu kostenlosen Ausflügen ein
Frau Fischer kommt mit leuchtenden Augen
von ihrem kleinen Ausflug zurück. Es ist einer dieser fast unwirklichen Herbsttage im
Oktober: sommerwarm, blitzblauer Himmel, das Laub leuchtet in Herbstfarben. Eine
Stunde war Frau Fischer, eine muntere Frau
mit weißem Haar, in den Rehbergen unterwegs und hat das sichtlich genossen. Es ist
ihre alte Heimat: Sie ist im Wedding geboren und aufgewachsen. Für ihr Alter ist sie
sehr fit, sie ist früher viel Fahrrad gefahren
und ging gern schwimmen. Sie liebt den
Park, die Rehberge und den Plötzensee.
In ihrer alten Heimat ist sie geblieben – nur
lebt sie inzwischen im Diakonischen Pflegewohnheim Schillerpark in der Weddinger
Müllerstraße und solche Ausflüge wie heute
würde sie nicht mehr allein bewältigen können. Aber in Klaus Vagts Rikscha sitzt sie
komfortabel, mit freiem Blick nach vorn,
und kann die Fahrt entspannt genießen.
Klaus Vagt ist einer von derzeit drei »Rik­
scha­piloten«, die regelmäßig jede Woche
das Pflegewohnheim besuchen, um interessierte Bewohner zu kleinen Rikscha-Ausflügen in die Umgebung mitzunehmen. Und
das zu jeder Jahreszeit – im Winter dann
eben schön warm eingemummelt. Die Ausflüge dauern ca. anderthalb Stunden und
sind ganz individuell, je nachdem, wohin es
den Fahrgast gerade zieht – in den Park, entlang der Panke, zum Plötzensee oder auch
mal zu jenem Haus, in dem sie lange wohnten.
Das ehrenamtliche Projekt gibt es seit Mai
2017 für das Pflegewohnheim und es erfreut
sich großer Beliebtheit – so sehr, dass die
Nachfrage die zeitlichen Kapazitäten der
RikschafahrerInnen deutlich übersteigt. Sie
bräuchten dringend Verstärkung und hoffen, durch etwas Öffentlichkeit den einen
oder anderen Mitstreiter dafür zu gewinnen.
Es ist eine Initiative des Vereins »Radeln
ohne Alter«, das auch in anderen Städten
Standorte hat, in Berlin sind es derzeit fünf.
Der Verein stellt auch die Christania-Rikschas.
Für alle ist es ein Gewinn: in erster Linie­
­natürlich für die Menschen, die hier ihren

8

Lebensabend verbringen. Viele von ihnen
kommen aus eigener Kraft kaum vor die Tür,
ganz zu schweigen von Ausflügen, etliche
sind körperlich beeinträchtigt, auf Rollatoren angewiesen. Die Ausfahrten ermöglichen ihnen einen viel größeren Bewegungsradius im Kiez und in der Natur.
Auch Bettina Kowalski, die im Pflegewohnheim als Ergotherapeutin die Bewohner betreut, freut sich über das Projekt: »Sie sind
auf uns zugekommen und wir haben das
gern angenommen. Für die Bewohner hier
ist es eine echte Bereicherung.« Denn auch
hier ist das Personal mit der täglichen Arbeit
mehr als ausgelastet, für solche zusätzlichen
Angebote bliebe gar keine Zeit.
Und der Rikschafahrer selbst? Klaus Vagt hat
sichtlich Spaß an dieser ehrenamtlichen Arbeit. Auch er genießt trotz körperlicher Belastung und der hohen Verantwortung die
Ausfahrten in der frischen Luft und die Weddinger Natur. Er mag seine Fahrgäste und
lernt ganz unterschiedliche Charaktere kennen, und natürlich hört er auch viele Geschichten seiner Fahrgäste.
Und die haben einiges zu erzählen, auch in
der kleinen Runde, in der sie gerade im Aufenthaltsraum zusammensitzen. Die meisten
von ihnen haben sehr lange im Wedding gelebt. Da ist der Herr, der früher so gern gekocht hat, und dem sie per Modernisierung
die Miete seiner langjährigen Wohnung von
650 auf 1150 Euro erhöhten. Eine Summe,
die er unmöglich zahlen konnte. Die Wohnung im Soldiner Kiez, in die er dann zog,
wurde während seiner Krankenhausaufenthalte zweimal ausgeraubt. Da ist die ältere
Dame, die seit 40 Jahren im Wedding lebt
und wunderbare Erinnerungen daran hat,

wie es früher in den Rehbergen war: das
Wildgehege, das Café, in dem man zu Mittag
essen konnte, die beliebte Freilichtbühne,
wo sie oft Aufführungen von Stücken oder
Musik erlebte. Und Frau ­Fischer zieht es natürlich oft zum Strandbad Plötzensee, wo sie
immer schwimmen ­gehen möchte, wenn das
ginge. Einmal, kichert sie, sind sie sogar am
Nacktbadestrand vorbeigefahren, sie fand
das lustig.
Klaus Vagt erzählt liebevoll von seinen Fahrgästen, mit denen er manches Lustige erlebt
– etwa mit dem Mann, den er durch eine
Kleingartenanlage fuhr und vergeblich versuchte, ihn für die Flieder- und Jasminpracht
zu begeistern. Doch der Mann wollte hier
nur eines, nämlich nochmal den Mazda bewundern, den er hier gesehen hatte. Und
manches stimmt auch traurig, wie jene alte
Dame, die vor dem Haus, in dem sie so lange
gewohnt hatte, sagte: »Ich komme wieder …«
Denn natürlich, so schön das Pflegewohnheim mit seinem grünen Hof und so gut die
Betreuung auch ist – es ist eben doch nicht
dasselbe wie die Autonomie in den eigenen
vier Wänden. Die Rikscha-Ausflüge ermöglichen es ihnen aber immerhin, geliebte und
vertraute Orte aufzusuchen und in Kontakt
mit ihrem Kiez zu bleiben.	
us
Wer mehr wissen und vielleicht auch ehrenamtlicher »Rikschapilot« werden möchte, kann
sich auf der Website www.radelnohnealter.de
ausführlich informieren. Dort gibt es auch
Tutorials für Interessierte, die noch keine
Rikscha gefahren sind.
Berliner Projektkoordination: Diro Orth,
diro@radelnohhnealter.de

Neues von der TIM

Kunstmarkt in der Arminiushalle

Regelmäßig treffen sich Gewerbetreibende der Turmstraße und andere Engagierte beim gemeinsamen Frühstück der TIM (TurmstraßenInitiative-Moabit). Dabei werden neue Projekte und Themen, gemein­
same Aktionen, Termine, Veranstaltungen und Neuigkeiten aus dem
Moabiter Zentrum ausgetauscht und besprochen.
Auf dem letzten TIM-Frühstück im Oktober wurden u.a. das Moabiter Kiezfest ausgewertet sowie die aktuellen Anträge im Gebietsfonds
besprochen, bei dem die TIM maßgeblich an der Jury beteiligt ist.
Ein Hauptpunkt des TIM-Treffens war die beabsichtigte Institutionalisierung als Standortgemeinschaft, um eine eigene finanzielle Abwicklung von Aktionen gewährleisten zu können und damit über die
Förderung bzw. die Koordination durch das Geschäftsstraßenmanagement hinaus handlungsfähig zu sein. Derzeit wird die Gründung
eines Vereins als juristische Form diskutiert. Die eigens dafür ein­
gerichtete Arbeitsgruppe ist auf weitere Mitwirkende angewiesen.
Interessierte können sich beim Geschäftsstraßenmanagement Turmstraße melden.
Besprochen wurde auch die diesjährige gemeinsame Weihnachts­
aktion der TIM. Beabsichtigt ist, in der Adventszeit mit beleuchteten
Weihnachtssternen vor vielen Geschäften im Moabiter Kiez für vorweihnachtliche Atmosphäre zu sorgen.

TIM-Frühstück und Kiezkarte
Das nächste Frühstück der TIM findet am Mittwoch, dem 28. November
statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
28. 11., 8.30 Uhr, im Stadtteilladen Krefelder Straße 1a
Bei Interesse wird um Rückmeldung gebeten:
Geschäfts­straßenmanagement Turmstraße /die raumplaner,
Telefon (030) 23 93 85 08, Mail: gsm@turmstrasse.de
Die Kiezkarte, auf der zahlreiche Läden und Geschäfte sowie wichtige
Orientierungspunkte auf der Moabiter Insel verzeichnet sind, erfreut
sich großer Nachfrage und wurde daher in diesem Jahr aktualisiert und
neu aufgelegt. Die Kiezkarte in benutzerfreundlichem P­ ocket-Format ist
in diversen Moabiter Geschäften erhältlich sowie im Stadtteil­laden
Krefelder Straße 1a zu den Öffnungs- und Sprechzeiten (siehe S. 2).
Seit August hat die Initiative »Moabit hilft
e.V.« ein festes Domizil auf dem Gelände des
GSZM in der Turmstraße gefunden – genau
dort, wo im Sommer 2015 mit der Ankunft
zahlreicher Flüchtlinge alles begonnen hatte.
Im Haus R (Turmstraße 21) steht nun von
montags bis freitags jeweils von 10 bis 17 Uhr
die Tür für alle Interessierten und U
­ nter­stützer offen.
Zudem wurde dort ein Sprachcafé e­ röffnet,
das immer freitags für Englisch und Deutsch
angeboten wird. Sprachcafé deutsch: 14–16
Uhr, Sprachcafé englisch: 12–14 Uhr. Interessierte Deutsch- oder Englischsprechende, die
sich gern engagieren möchten, sind herzlich
willkommen.
Da die Arbeit des Vereins ausschließlich über
Spenden finanziert werden muss, sind Spenden und Fördermitglieder immer willkommen.
Mehr Informationen finden Sie auf
www.moabit-hilft.com

Weihnachten rückt unerbittlich näher, und Umsichtige halten jetzt
schon Ausschau nach kleinen Geschenken. Da bietet sich der Moabiter
Kreativ- und Kunstmarkt ArTminius an, der am Samstag, dem 17. Novem­
ber, von 10–17 Uhr wieder in der Arminius-Markthalle stattfindet.
Hier ist eine gute Gelegenheit, an den Ständen von Künstlern und
Kunsthandwerkern, Designern und Kreativen zu stöbern und Originelles, Handgefertigtes, kleine Kunstwerke oder Kulinarisches zu entdecken. Und für all jene Kurzentschlossenen, die ihre Vorbereitungen immer erst auf den letzten Drücker erledigen, gibt es noch einmal kurz
vor Weihnachten eine Gelegenheit: der Kreativmarkt ArTminius findet
dann am Samstag, dem 15. Dezember, wieder von 10 bis 17 Uhr statt.
ArTminius in der Arminius-Markthalle, Arminiusstraße 2–4, hinter
dem Rathaus Tiergarten
Weitere Informationen unter: http://artminius21.wordpress.com

Kino im Kiez
Im November setzt »Kino für Moabit« seine Filmreihe »Schafe (und
Hirten)« mit folgenden Veranstaltungen fort.
11. November Kinocafé: »Wolf And Sheep« (AFG 2016, R: Shahrbanoo
Sadat, Original (Hazaragi) mit dt. UT, 86 min)
Ort: Musikschule Fanny Hensel, Konzertsaal, 3. OG, Turmstraße 75,
Beginn: 19 Uhr, Eintritt frei.
16. November Kinocafé: »Der Himmel ganz nah« (ROU/ D 2010,
R: Titus Faschina, s /w, 97 min)
Ort: Rathaus Tiergarten, BVV-Saal, Mathilde-Jacob-Platz 1,
Beginn: 16 Uhr
Gesprächsgast: Eckhard Fuhr, Journalist, Jäger, Autor, u.a. von
»Schafe. Ein Porträt« (2017). Eintritt frei.
20. November – neu: Kino in der Kirche: »Die Nacht des Jägers«
(Orig. »The Night of the Hunter«, USA 1955, R: Charles Laughton,
s/w, DF, 90 min)
Im Anschluss Gespräch mit Pfarrer Sascha Gebauer. Moderation:
Oliver Sturm (Autor und Regisseur u.a. des Hörspiels »Minutentexte«
über »The Night of the Hunter«.
Ort: Heilandskirche, Thusneldaallee 1, Beginn: 19 Uhr, Eintritt: 5 Euro
Kontakt: info@kinofuermoabit.de, www.moabiter-filmkultur.de

Ch. Eckelt

Ch. Eckelt

Mit der Rikscha
durch den Kiez

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Die SternBäckerei
in der Turm­
straße

Literarische Veranstaltungen in der Buchhandlung
Auch im November und der Vorweihnachtszeit lädt die traditions­
reiche Dorotheenstädtischen Buchhandlung wieder zu vielfältigen
Veranstaltungen ein.

Ch. Eckelt

Neue Ausstellung in der
­Galerie Nord

Ein kleiner Backshop: unscheinbar, unaufgeregt, wie so viele andere
auch. Fragt man jedoch Nachbarinnen und Nachbarn aus der näheren Umgebung, dann ist dieser kleine Laden eine enorm wichtige
»Institution« im Kiez. Ein Besuch bei Sevim Ortak.
Verabredet bin ich im Backshop mit der diesjährigen Klara-FrankePreisträgerin Sedanur Karaca, die sich beim Treffpunkt für Frauen in
der Pritzwalker Straße und vielen anderen Kiezprojekten engagiert
hat. Sie hat angeboten zu übersetzen: »Wenn wir Frauen aus der
Nachbarschaft nicht alleine frühstücken wollen, dann können wir
uns hier treffen«, erklärt sie. Sevim Ortak hat zunächst zwei Jahre in
der Bäckerei mitgearbeitet, bevor sie den Laden vor fünf Jahren in
Eigenregie übernahm: »Meine Schwester konnte aus gesundheit­
lichen Gründen nicht mehr weiterarbeiten. Ich habe mich sehr gerne
selbstständig gemacht. So kann ich etwas Eigenes aufbauen«, so die
Ladenbetreiberin Sevim. Schon seit 40 Jahren gibt es in der Turmstraße 13 eine Bäckerei. Später wurde der Laden geteilt, nebenan gibt
es polnische Spezialitäten bei »U Zosi«. Kaum ausgesprochen, schon
kommt die Nachbarin herein zum Geldwechseln und berichtet empört, dass nachts bei ihr eingebrochen wurde. Eine Kundin ergänzt:
»Auch auf dem Minigolfplatz wurde kürzlich eingebrochen.« Eine
Neueste-Nachrichten-Tauschbörse im Kiez, ganz unabhängig vom
gut gefüllten Zeitschriftenständer von der B.Z. bis zur Süddeutschen.
Sevim ist 48 Jahre alt, lebt in Kreuzberg und hat zwei Kinder im Teenageralter, die sie seit der Trennung vor zehn Jahren alleine großzieht.
»Eigentlich bin ich Schneiderin von Beruf, aber wegen der Kinder
habe ich früher nur nebenbei gearbeitet, da und dort geputzt. Als sie
größer waren, konnte ich die Arbeit hier im Laden anfangen und das
hat mir sehr gut gefallen. Wenn es den Kunden schmeckt, dann
macht mich das froh.« Brot, Kuchen und süße Stückchen bezieht sie
von einer Großbäckerei, die Brötchen und günstigen Schrippen werden aufgebacken, wie das heute so üblich ist. Aber typisches türkisches Gebäck wie Börek und Pohaca oder Apfeltaschen mit Mürbeteig backt sie selbst. Beliebt bei den Kunden ist auch Kisir, Bulgur­
salat. Viele kommen in der Mittagspause aus dem Gericht oder der
Verwaltungsakademie. »Seit die vor vier Jahren gegenüber in das alte
Schulgebäude eingezogen ist, ist der Umsatz steil in die Höhe gegangen«, freut sich Sevim.
Mittlerweile hat sich ein älterer Herr zu uns gesetzt, dem früher ein
Import-Export-Geschäft in der Nähe gehörte. Er hört zu, wie Sedanur und Sevim sich über die vielen Hilfsangebote für die Nachbar-

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schaft unterhalten. Der kleine Laden ist nicht nur Treffpunkt und
Postannahmestelle der Nachbarschaft. Wenn jemand mal sein Geld
vergessen hat, kann später bezahlt werden: »Da wurde ich noch nie
enttäuscht, die Leute kommen wieder und bezahlen.« So geben einige Nachbarinnen und Nachbarn sogar ihre Umweltkarte ab, um sie
mit jemandem zu teilen, oder sie vertrauen Sevim Geld zur Übergabe
an Bekannte oder das Reisebüro an, wenn dort geschlossen ist. Das
zeigt, welch großes Vertrauen sie genießt, »nicht nur bei uns Türken«, bekräftigt Sedanur. »Hier ist ein kleines Sozialamt«, so der ältere Nachbar am Tisch.
Was abends übrig bleibt, gibt Sevim an Bedürftige: »Bei mir gibt es
nichts vom Vortag billiger, das verschenke ich lieber alles.« Die Backwaren liegen dann auf der Zeitungsbox oder Sedanur bringt sie direkt
zu Obdachlosen im Park. Auch an der Verpflegung der wartenden
Geflüchteten vor dem Lageso hat sie sich im »Sommer der Migration« nach Kräften beteiligt.
Seit mehr als einem Jahr steht auch ein Koffer unter Sevims Theke,
ein besonderer Koffer. In dem verwahrt jene in Moabit bekannte
Frau ihr Bettzeug, die oft am U-Bahnhof Turmstraße anzutreffen ist
und die nicht nur Plakate an Litfaßsäulen, sondern alle möglichen
Flächen mit Druckbuchstaben in polnischer Sprache beschreibt –
mehr oder weniger wirr. Bei Kälte ist sie fast täglich in Sevims Backshop anzutreffen. »Meine Nachbarin vom polnischen Laden warnte
mich, darauf solle ich mich nicht einlassen, aber wie kann ich diese
Hilfe verweigern?«, fragt Sevim. Sie sprechen keine gemeinsame
Sprache, aber Menschen können sich auch ohne viele Worte verständigen. Theresa hat manchmal auch etwas zurückgegeben, Sevim erzählt: »Sie ist für mich einkaufen gegangen. Ich habe ihr einen Einkaufszettel in Türkisch und das Geld mitgegeben und sie hat mir die
Sachen gebracht. Aber momentan muss sie arbeiten, hat sie mir gesagt.« So sieht konkrete Überlebenshilfe aus, die sich eine kleine
Selbstständige leistet, während der Investor HGHI vom SchultheißQuartier Eigenwerbung macht mit einer Bildergeschichte. 

Susanne Torka

»Penelope Wehrli: I see myself standing at the deck
of a ship …«
Penelope Wehrli arbeitet an den Schnittstellen von Raum, Performance, Theater, Film und Medienkunst. Für ihre erste Einzelausstellung in Berlin erschafft die Szenographin und Medienkünstlerin
über alle Räume und Fensterfronten der Galerie Nord einen Bogen
raumbildnerischer Arbeiten, die poetische Forschung mit sprach­
lichen, visuellen, physischen und klanglichen Bewegungen zusammenbringen.
Theater- und Tanzfreunden ist Penelope Wehrli bereits durch ihre
spektakulären Bühnenräume bekannt. Seit Jahrzehnten experimentiert sie zudem in ihren »Raumpartituren« mit vielfältigen Modulen,
den jeweiligen Realräumen sowie der Anwesenheit der Besucher/innen.
Ihre Installationen und Inszenierungen entstehen meist in enger Kooperation mit anderen Künstlern, Komponisten, Performern und
Musikern.
»I see myself standing at the deck of a ship …«, die titelgebende zentrale Arbeit dieser Ausstellung, entwickelte Wehrli exklusiv für die
Galerie und deren urbane Position. Flankiert wird die neue Installation von früheren Arbeiten, die Wehrli für die Galerie Nord weiterentwickelt und räumlich adaptiert hat.
Ausstellung: bis 24. November 2018, Di–Sa 13–19 Uhr, Eintritt frei
Begleitende Veranstaltungen:
Do 8. November, 19 Uhr: Die Ausdehnung der Seele – Gespräch
­zwischen ­Penelope Wehrli und Johannes Odenthal über Körper,
­Bewegung und Raum
Do 22. November, 19 Uhr: Der Raum als Mitspieler – Gespräch
­zwischen ­Penelope Wehrli, Veronika Witte (Kuratorin) und N. N.
(Abbildungsnachweis: ©Penelope Wehrli, 2018)

»300 Jahre Moabit«: Buchpremiere
»300 Jahre Moabit. Zur Geschichte eines Berliner Stadtteils. Von der
hugenottischen Gründung 1718 bis zur Eingemeindung nach Berlin
1861«, so lautet der Titel eines von Bernd Hildebrandt nun vorgelegten
umfangreichen Werkes. Hildebrandt, ehemaliger Leiter des Regionalmuseums Tiergarten, hat die »Moabiter Chronik« von Wilhelm Oehlert
aus dem Jahre 1910 (die bislang grundlegende Quelle Moabiter Geschichtsforschung, in vielfältiger Weise ergänzt und erweitert. In der
Dorotheenstädtischen Buchhandlung, Turmstraße 5, 10559 Berlin wird
das Buch am 17. November um 17 Uhr vorgestellt.

Mi., 14. November 2018: Melancholie und Frohsinn
Konzept und Harfenspiel: Thomas Siener
Musik und Texte aus der Renaissance
Do., 15. November 2018: Lasst uns reden
Einblicke in eine sadistische Sekte
Frauenprotokolle aus der Colonia Dignidac
Herausgegeben von H. Rittel und J. Karwelat
Mo., 19. November 2018: Brechts Berlin
Michael Bienert (Stadtführer und Literaturdetektiv)
Literarische Schauplätze
Do., 29. November 2018: Schmetterlingsjunge
Max Bentow
Psychothriller. Berlin-Kreuzberg – Kommissar Nils Trojan ermittelt
Ein Mörder hinterlässt bizarre Kunstwerke auf den Körpern seiner
­Opfer.
Mo., 3. Dezember 2018: Gescheiterte Globalisierung
Heiner Flassbeck und Paul Steinhardt
Ungleichheit, Geld und die Renaissance des Staates
Di., 4. Dezember 2018: Heile Welt fürs kranke Gemüt
Saskia Kästner alisa Schwester Cordula
Mehr als eine Lesung! Schauspielerische Kur für eine Krankenschwester
und einen Groschenroman.
Akkordeon: Langzeit-Zivi Dirk
Voranmeldung unbedingt erforderlich. Sonderfall: 10 Euro Eintritt.
Für Stammkunden der Buchhandlung kostenlos
Alle Veranstaltungen finden um 20 Uhr in der Dorotheenstädtischen
Buchhandlung statt. Wenn nicht anders angegeben, ist der Eintritt frei.
Dorotheenstädtische Buchhandlung
10559 Berlin, Turmstraße 5 (gegenüber des Kriminalgerichts)
Telefon (030) 394 30 47
Mo–Fr 9.30–19.00 Uhr, Sa 9.30–14.00 Uhr
www.dorotheenstaedtische-buchhandlung.de

Fotoausstellung im Rathaus Tiergarten
Das Mitte Museum präsentiert bis zum 25. Januar 2019 die Fotoausstellung »Jörg Winde. Bürgermeisterzimmer in Deutschland« im historischen Bürgermeisterbüro im Rathaus Tiergarten. Mit dieser Ausstellung
beteiligt sich das Mitte Museum am Europäischen Monat der Fotografie
Berlin (EMOP Berlin).
Der Bochumer Fotograf Jörg Winde hat sieben Jahre lang an der typologisch angelegten Serie »Bürgermeisterzimmer in Deutschland« gearbeitet und annähernd 120 Zimmer in präzise ausformulierten Gesamtansichten fotografiert. Sie zeigen einen Querschnitt deutscher Amtsstuben
in den Städten quer durch die Bundesrepublik. Die entstandenen Zeitdokumente geben über Formempfinden und Präsentationswillen der
Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ebenso Auskunft wie über ihr
vielfältiges Verhältnis zu Kultur und Tradition. Aber auch Gemeinsamkeiten offenbaren sich im vergleichenden Betrachten der Fotografien.
Jörg Winde, geboren 1956, lehrt Fotografie am Fachbereich Design an
der FH Dortmund und ist freischaffender Fotograf im Bereich Architektur- Interieur- und Industriefotografie.
Die Fotoausstellung ist im Rathaus Tiergarten, 2. OG, Mathilde-­­
Jacob-Platz 1, 10551 Berlin-Moabit, Mo–Fr von 10–17 Uhr zu sehen.
Der Eintritt ist frei.

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Adressen
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung,
Soziales und Gesundheit: Ephraim Gothe
Müllerstraße 146 /147, 13353 Berlin
(030) 9018-446 00
ephraim.gothe@ba-mitte.berlin.de
Stadtentwicklungsamt,
Fachbereich Stadtplanung
Müllerstraße 146, 13353 Berlin
Fachbereichsleiterin: Frau Laduch,
Zimmer 106, (030) 9018-458 46
stadtplanung@ba-mitte.berlin.de
Vorbereitende Bauleitplanung,
Städtebauförderung
Müllerstraße 146, 13353 Berlin
Sprechzeiten: dienstags, 9 –12 Uhr,
donnerstags, 15 –18 Uhr
stadtplanung@ba-mitte.berlin.de
Gruppenleiter: Stephan Lange
(030) 9018-436 32
Aktives Zentrum und Sanierungsgebiet
Turmstraße
Zimmer 180 /181
Annett Kufeld (030) 9018-454 36
annett.kufeld@ba-mitte.berlin.de
Dirk Kaden (030) 9018-458 22
dirk.kaden@ba-mitte.berlin.de

Aktuelle Informationen zum Gebiet finden Sie auch auf www.turmstrasse.de
und zur Entwicklung von Moabit auf www.moabitonline.de

Prozesssteuerung
Koordinationsbüro für Stadtentwicklung
und Projektmanagement – KoSP GmbH
Gisbert Preuß (030) 33 00 28 32
preuss@kosp-berlin.de
Uwe Lotan (030) 33 00 28 41
lotan@kosp-berlin.de
Sprechstunden: Di 9.30–12 Uhr,
Do 15.30–18 Uhr im Stadtteilladen,
Krefelder Straße 1a, (030) 23 94 53 39
www.kosp-berlin.de
www.turmstrasse.de
Geschäftsstraßenmanagement Turmstraße
die raumplaner
Di 15–18 Uhr, Fr 9–11 Uhr im Stadtteil­
laden, Krefelder Straße 1a, (030) 23 93 85 08
gsm@turmstrasse.de
www.turmstrasse.de
Stadtteilvertretung
Stadtteilladen, Krefelder Straße 1a,
10555 Berlin, (030) 23938828
Öffentliches Plenum an jedem
4. Montag im Monat
stv@stv-turmstrasse.de
www.stv-turmstrasse.de

Quartiersmanagement Moabit-West
Rostocker Straße 35, 10553 Berlin
(030) 39 90 71 95
qm-moabit@stern-berlin.de
www.moabit-west.de
Quartiersmanagement Moabit-Ost
Wilsnacker Straße 34, 10559 Berlin
(030) 93 49 22 25
team@moabit-ost.de
www.moabit-ost.de
Mieterberatung
für Mieter in den Milieuschutzgebieten
Waldstraße und Birkenstraße
Sprechzeiten: Mo 16–18, Do 10–12 Uhr
im Stadtteilladen, Krefelder Straße 1a,
Mieterberatung Prenzlauer Berg
(030) 44 33 81-0
team-moabit@mieterberatungpb.de
www.mieterberatungpb.de
        
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