Path:
Periodical volume

Full text: Grünes Blatt Berlin Issue 2018,9

Pflanzenschutzamt Berlin
Grünes Blatt Berlin 09-2018
Fachinformation Pflanzenschutz für den Dienstleistungsgartenbau

vom 12.12.2018

Die Witterung der letzten Wochen war zwar der Jahreszeit angepasst, eher kühl, grau und feucht,
aber ausreichende Niederschläge haben wir bislang noch immer nicht bekommen. In Dahlem sind bis
Ende November nur knapp 310 mm gemessen worden, normal sind in unserer Region im gesamten
Jahr knapp 598 mm. Die oberste Bodenschicht (10 bis 20 cm) ist inzwischen leicht feucht, aber darunter ist es noch immer zu trocken. Flachwurzelnde Gehölze, besonders immergrüne sollten bis zum
ersten durchgehenden Frost ausreichend mit Wasser versorgt werden.
Pflanzungen von Gehölzen
Solange sich die Temperaturen noch im Plusbereich bewegen, können Pflanzarbeiten durchgeführt
werden. Dabei sollte jedoch auf eine ausreichende Bodenfeuchte geachtet werden, sodass ein Anwachserfolg sichergestellt wird. Besonders bei der Pflanzung von immergrünen Gehölzen. Sie verbrauchen auch während der Wintermonate Wasser und reagieren bei unzureichender Bodenfeuchte
mit Wintertrockenschäden. Je nach Bodenbeschaffenheit (Abb. 2) und Bepflanzung sollten die
Standorte in den folgenden Wochen von Zeit zu Zeit auf einen ausreichend durchfeuchteten Boden
hin überprüft werden. Bei anhaltender Trockenheit und frostfreier Witterung sind zusätzliche Wassergaben erforderlich.
Hallimasch bei Baumkontrollen

Abb. 1: Hallimasch, alte Fruchtkörper an Eiche

Abb. 2: Alte Fruchtkörper an Kiefer

Noch können recht gut alte Fruchtkörper des Hallimaschs (Armillaria sp.) an befallenen Bäumen entdeckt werden. Diese sind in ihrer Zersetzung bereits deutlich vorangeschritten und dunkel. Solange
die Fruchtkörper jedoch noch nicht zerlaufen sind, kann bei genauerer Betrachtung noch gut der charakteristische Ring am Stiel entdeckt werden. Der Hallimasch zählt zu den aggressiven holzzersetzenden Pilzen und tritt vorwiegend an der Stammbasis und im Wurzelbereich in Erscheinung. Weitere
Informationen entnehmen Sie bitte unserem Merkblatt „Hallimasch – geschätzt und gefürchtet“ unter
folgendem Link:
https://www.berlin.de/senuvk/pflanzenschutz/merkblaetter/de/download/hallimasch.pdf

Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin
E-Mail: pflanzenschutzamt@senuvk.berlin.de
Internet: www.berlin.de/senuvk/pflanzenschutz

Weitergabe bitte nur im Original.

Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin

Pflanzenschutzamt Berlin, Grünes Blatt Berlin 09-2018 vom 12.12.2018

Seite 2 von 3

Kaninchen
Gegen mögliche Fraßschäden durch Kaninchen ist jetzt der richtige Zeitpunkt um diesen vorzubeugen. Flächige Bestände können sehr gut mit Kaninchendraht umzäunt werden. Die Anbringung von
Stammschutzmanschetten gegen Wildverbiss ist insbesondere bei Jungbäumen sinnvoll.

Abb. 3: Fraßschäden von Kaninchen

Abb. 4: Draht als Schutz vor Kaninchenfraß

In Gärten können ggf. auch Wildverbissmittel im Streich- und Sprühverfahren zum Schutz der Rinde
ausgebracht werden. Frostfreie und trockene Witterungsbedingungen sind bei der Ausbringung notwendig. Die Wirkungsdauer ist jedoch begrenzt, sodass es sein kann, dass je nach Länge des Winters ein ausreichender Schutz nicht gewährleistet ist.
Maulwurf
Die Wühltätigkeit des Maulwurfs (Abb. 5) ist in Gärten und Parkanlagen deutlich sichtbar. Viele frische
Maulwurfshaufen können derzeit beobachtet werden (Abb. 6). Bei milder Witterung muss er seine
„Lieblingsspeise“ – Regenwürmer – nicht in tieferen (vor Frost geschützten) Bodenschichten suchen.
Von seiner intensiven Grabtätigkeit sind nicht wenige Flächen, u. a. auch Sportanlagen betroffen und
schwierig oder gar nicht bespielbar.

Abb. 5: Maulwurf

Abb. 6: Maulwurfshaufen

Weitergabe bitte nur im Original.

Pflanzenschutzamt Berlin, Grünes Blatt Berlin 09-2018 vom 12.12.2018

Seite 3 von 3

Der Maulwurf steht unter Artenschutz und darf nicht, bzw. nur in Ausnahmefällen (Beispiel: Sportplatz) und mit einer Ausnahmegenehmigung (§ 44 (1) 1 BNatSchG, Ausnahmegenehmigung vom Tötungsverbot) durch die Oberste Naturschutzbehörde der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und
Klimaschutz bekämpft werden.
Algen und Flechten an Bäumen
Zunehmend sind auf der Süd- oder Westseite der Stämme rostschutzfarbene Überzüge zu sehen.
Verursacher sind Grünalgen, deren eingelagerter brauner Farbstoff die Oberfläche rostbraun erscheinen lässt. Erwähnenswert sind Arten der Gruppe Trentepohlia, die aus wärmeren und wintermilden
Regionen bekannt sind. Die Verbreitung erfolgt ähnlich wie bei Pilzen über Sporen. Sie sitzen als Belag nur auf der Oberfläche und bilden keine Verbindung zum lebenden Gewebe. Eine Schädigung der
betroffenen Gehölze ist nicht zu befürchten.
https://www.berlin.de/senuvk/pflanzenschutz/merkblaetter/de/download/algen_flechten.pdf

Abb. 7: Rostbraune Färbung durch Trentepohlia

Abb. 8: Gewöhnliche Gelbflechte

Dies war das letzte Grüne Blatt Berlin im Jahr
2018!
Herzlichen Dank für Ihr Interesse.

Wir wünschen allen Lesern ein
frohes Weihnachtsfest
und
einen guten Start ins Jahr 2018!
Ihr Team vom Pflanzenschutzamt Berlin

Weitergabe bitte nur im Original.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.