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Full text: Grünes Blatt Berlin (Rights reserved) Issue2017,1 (Rights reserved)

Pflanzenschutzamt Berlin Grünes Blatt Berlin 01-2017 Fachinformation Pflanzenschutz für den Dienstleistungsgartenbau vom 21.02.2017 Die Witterung der letzten Wochen war, der Jahreszeit angepasst, winterlich. Der Januar war sonniger als im langjährigen Mittel, brachte jedoch auch Schnee. Die sonnigen Tage der letzten Woche haben an geschützten Standorten die ersten Winterlinge und Schneeglöckchen blühen lassen. Die Böden konnten bislang nur oberflächig auftauen. Schneebruch Gehölze Schnee hat in diesem Winter nur vereinzelt zu Bruchschäden an Gehölzen geführt. Besonders die Schneefälle Ende Abb. 1: Erste Frühlingsboten an geschützten Standorten Januar mit recht feuchtem Schnee haben zum Schneebruch geführt (Abb. 2). Bei Schäden an Gehölzen wie in Abb. 2 bleibt entweder ein radikaler Rückschnitt mit Neuaufbau des Gehölzes über mehrere Jahre oder eine komplette Rodung übrig. Bei Schneebruchschäden am Astwerk sind abgebrochene Äste sauber auf Astring nachzuschneiden. Abb. 2: Schneebruch an Scheinzypresse Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senuvk.berlin.de Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz Weitergabe bitte nur im Original. Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Pflanzenschutzamt Berlin, Grünes Blatt Berlin 01-2017 vom 21.02.2017 Seite 2 von 3 Rußrindenkrankheit an Ahorn – neue Standorte Abb. 3: Schwarzer Sporenstaub des Erregers unter der Rinde Abb. 4: Abblätternde Rinde mit Schwarzfärbung durch den Sporenstaub des Erregers am Bergahorn Anfang Februar konnte an drei Spitzahornen (Acer platanoides) mit Symptomen der Rußrindenkrankheit auch deren Erreger Cryptostroma corticale festgestellt werden. Es handelte sich um Bäume innerhalb eines Gehölzstreifens am Rande einer Parkanlage am südlichen Stadtrand. Dies ist die erste Diagnose der Rußrindenkrankheit an Spitzahorn im Stadtgebiet. Bisherige Fälle der Erkrankung konnten nur Bergahorn (Acer pseudoplatanus) nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass zukünftig bei Baumkontrollen auch verstärkt auf Symptome der Rußrindenkrankheit an Spitzahorn geachtet werden soll. Neben Welkesymptomen in der Krone während der Vegetationsperiode, zählt dazu eine verstärkte Neutriebbildung (Stresstriebe) im Stammbereich. Auffälligstes Merkmal ist jedoch das Abblättern der Rinde und das durch den Sporenstaub des Pilzes schwarz gefärbten Holzes (Abb. 3 u. 4). Die aktuell befallenen Bäume werden noch innerhalb der Fällsaison bis Ende Februar entfernt. Gegenwärtig handelt es sich um den dritten Standort im Stadtgebiet an dem der Pilz an absterbenden Ahornen festgestellt wurde (Abb. 5). Abb. 5: Übersichtskarte zum Auftreten der Rußrindenkrankheit Weitergabe bitte nur im Original. Pflanzenschutzamt Berlin, Grünes Blatt Berlin 01-2017 vom 21.02.2017 Seite 3 von 3 Streichbehandlungen bei der Neupflanzung von Bäumen Bei Baumpflanzungen (besonders von Eichen und Kiefern), die noch in den kommenden Wochen durchgeführt werden und die aufgrund ihres geplanten Standortes (Altbäume in der Umgebung, Waldrandnähe etc.) einem höheren Risiko durch die Besiedelung mit Borkenkäfern ausgesetzt sind, können noch rechtzeitig Insektizidbehandlungen durchgeführt werden. Je nach Witterungsverlauf und Gehölzart sollte die Behandlung bis Mitte März (Kiefern) bzw. spätestens Anfang/Mitte April (Eichen) erfolgen. Im öffentlichen Grün auf Flächen, die für die Allgemeinheit zugänglich sind (§17 PflaSchG) sind folgende Präparate zugelassen:  Fastac Forst (Wirkstoff: Alpha-Cypermethrin)  Karate Zeon (Wirkstoff: Lambda-Cyhalothrin). Regelungen des Natur-, Landschafts- und Wasserschutzes sind jedoch zu beachten bzw. entsprechende Genehmigungen einzuholen. Die Anwendung erfolgt im Streichverfahren. Die Gebrauchsanleitung und die Anwendungsbestimmungen sind zu beachten und einzuhalten. Soll ebenfalls ein Stammschutz mit Baumfarbe erfolgen, dann ist eine Insektizidbehandlung im Streichverfahren erst nach dem Auftragen der Stammfarbe durchzuführen. Grundsätzlich ist nach der Pflanzung auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten. Trockene und geschwächte Gehölze werden zuerst befallen. Düngung von Gehölzen Der Austrieb von Bäumen und Gehölzen sollte dazu genutzt werden, um gezielte Nährstoffgaben zu verabreichen. Umhüllte Depotdünger sind empfehlenswert, da diese eine langsame Nährstofffreisetzung gewährleisten und somit eine zu schnelle Freisetzung von Stickstoff vermieden wird. Besonders vor dem Hintergrund möglicher Spätfröste im April/Mai kann das Risiko von Schäden minimiert werden. Abb. 6: Düngung von Straßenbäumen Abb. 7: Dünger auf der Baumscheibe Besonders bei Straßenbäume an streusalzbelasteten Standorten können die negativen Auswirkungen von NaCl durch eine verbesserte Nährstoff- und Wasserversorgung reduziert, und dadurch die Vitalität der Bäume verbessert werden. Hier können Sie den Newsletter abbestellen! Weitergabe bitte nur im Original.
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