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Full text: Berliner Gartenbrief (Rights reserved) Ausgabe 2023,7 (Rights reserved)

Pflanzenschutzamt Berlin Berliner Gartenbrief Nr. 07-2023 vom 10.05.2023 Baumpilze an Obstbäumen, Teil 1 Baumpilze sind Schwächeparasiten. Sie besiedeln ihre Wirtspflanzen an Wurzeln, Stämmen oder auch Ästen und bauen als Weißoder Braunfäuleerreger das Holz ab. Sie werden auch als holzzersetzende Pilze bezeichnet. Unterschiedlich geformte Fruchtkörper sind meist gut sichtbar. Sie treten artspezifisch zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr auf. Gesunde Bäume können in der Regel Infektionen erfolgreich abwehren. Durch Bodenverdichtung, Trockenheit, Unterversorgung oder auch Staunässe gestresste Bäume sind anfälliger. Auffällig sind im Freizeitgarten der Pflaumen-Feuerschwamm, die Schmetterlingstrameten und auch der Honiggelbe Hallimasch. An stark geschwächten Obstbäumen tritt dann vermehrt Borkenkäferbefall auf. Dies führt in der Folge zum akuten Absterben gesamter Astpartien. Info : Holzzerstörende Pilze - Berlin.de Der Pflaumenfeuerschwamm ist vorwiegend an Pflaumen und Zwetschgen, Blutpflaume, Pfirsich, Schlehen und manchmal an Kirschen zu finden, erkennbar an zimtbraunen korkartigen 4-5 mm Röhren-Poren. Typisch ist oft das treppenartige Wachsen der Pflaumenfeuerschwamm, treppenFruchtkörper (Bild). Die Fruchtkörper sind mehrjährig. artige Fruchtkörperentwicklung Es handelt sich um einen Schwächeparasiten. Befallene Bäume können durchaus noch etliche Jahre alt werden. Es ist bei den Befallsstellen auf die Verkehrssicherheit zu achten, diese Stellen können brechen. Das Entfernen der Fruchtkörper verhindert die Infektion von anderen Bäumen. Auch der Gemeine Spaltblättling ist an unseren Gartenbäumen anzutreffen. Ockerfarbene bis weißlich muschelförmig ungestielte kleine Fruchtkörper wachsen im Herbst auf dem Holz. Er ist meist ein Wundparasit, teilweise aber auch ein Schwächeparasit. Er kann deshalb an lebendem und totem, verbautem Holz (z.B. an Holzkübeln, Treppen) durch eine Weißfäule Schäden anrichten. Er zählt zu den verbreiteten Baumschwämmen in Europa. Vorbeugend sollten an Obstbäumen Verletzungen und auch Rissbildung verhindert werden. Er tritt häufig an Stämmen mit Sonnenbrandschäden - bevorzugt an der sonnenexponierten Seite - auf. Gemeiner Spaltblättling; weiß zottig Der Striegelige strukturierte Oberseite; Unterseite Schichtpilz be- mit Lamellen siedelt vorrangig Totholz von geschwächten Obstgehölzen und tritt zunehmend als Schwächeparasit auf. Die Fruchtkörper sind klein, wachsen dachziegelartig und überlappen. Die Oberseite ist gelblich, der Rand meist heller. Er verursacht eine Weißfäule, baut Zellulose ab. Es kann dann vorzeitig zum Astbruch kommen (Verkehrssicherung!). Striegeliger Schichtpilz Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senuvk.berlin.de Internet: www.berlin.de/senumvk/pflanzenschutz Weitergabe bitte nur im Original. Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Pflanzenschutzamt Berlin, Berliner Gartenbrief Nr. 07-2023 Seite 2 von 3 Pilzinfektionen an Gehölzen Das feuchte Wetter fördert in diesem Jahr auch die Pilzinfektionen an Gehölzen. Forsythien, die jetzt nach der Blüte nicht durchtreiben, haben Grauschimmel (Botrytis). Mit kräftigem Rückschnitt kann die Infektion beseitigt werden. Diese Maßnahme führt außerdem zu kompaktem Wuchs und fördert die Blühfreude, da die Knospen fürs nächste Jahr an den diesjährigen Trieben gebildet werden. Neben dem Mandelbäumchen und den Süß- und Sauerkirschen können weitere Gehölze MoniliaSpitzendürre bekommen. Die Symptome treten auch auf an den Triebspitzen von Aprikose und Pflaume, Scheinquitte (Chaenomeles) und Wildrosen. Später im Jahr wird ggf. der Befall mit MoniliaSpitzendürre an Apfelbäumen in Form vertrockneter Blütenbüschel sichtbar, was zu Verwechslungen mit Feuerbrand führen kann. Für eine Behandlung ist es jetzt zu spät, befallene Triebe müssen großzügig bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten und über den Hausmüll entsorgt werden. Grauschimmel an Forsythie Monilia-Spitzendürre an Scheinquitte und Kirsche Tierische Schaderreger an Rosen aktiv Rollen sich die Rosenblätter nach unten innen ein, ist der Verursacher die Rosenblattrollwespe. Sie legt am Blattrand unterseits ihre Eier ab. Danach sticht sie das Blatt mehrmals in der Nähe der Mittelrippe an, wodurch es sich einrollt und sich die später schlüpfende Larve geschützt entwickeln kann. Es entsteht nur ein optischer Schaden. Wenn sich auch nicht in jedem eingerollten Blatt eine Rosenblattrollwespe entwickelt, so kann man die auffälligen Blätter entfernen, damit möglichst wenige Blattwespenlarven im Sommer zur VerSaugschäden durch Zikaden puppung und Überwinterung in den Boden gelangen und sich der Befall über die Jahre in Grenzen hält. Symptom der Rosenblattrollwespe Im Mai treten die ersten Rosenzikaden auf. Sie bleiben zunächst unbemerkt, da sie sich auf den Blattunterseiten aufhalten. Erst die helle Sprenkelung der Blätter, beginnend an der Mittelrippe, verrät ihr Weitergabe bitte nur im Original. Pflanzenschutzamt Berlin, Berliner Gartenbrief Nr. 07-2023 Seite 3 von 3 Vorhandensein. Die Zikaden sind gelblichgrün und springen bei Störung weg, die flugunfähigen Larven sind heller und laufen schräg über die Blattunterseiten, wo sich auch die weißen Häutungsreste befinden. Im Spätsommer legt die zweite Generation ihre Eier an die Rosentriebe. Der Befall lässt sich durch den Rückschnitt der Triebe im Frühjahr reduzieren. Sonnenexponierte Lage und stickstofflastige Düngung vermeiden. Vogelfraß an Kartoffeln- und Gemüsejungpflanzen verhindern Bewährte Vogelscheuche für den Schutz von Jungpflanzen im Garten Inzwischen ist ein Teil der Gemüsejungpflanze auf den Gartenbeeten. Abdecken mit Netzen schützt vor Vogelfraß an KohlrabiJungpflanzen Zunehmend findet auch die Vogel- Vogelfraß welt in den Gärten diese Jungpflanzen schmackhaft. Leider können sich die Gemüse- und auch Kartoffeljungpflanzen durch das Abfressen und Ausreißen nicht gut weiterentwickeln. Es kommt zu erheblichen Wachstumsverlusten. Deshalb ist es ratsam, jetzt die Pflanzen, sofern es trocken bleibt, mit Netzen abzudecken bzw. altbewährte Vogelscheuchen aufzustellen. Mähfreier Mai Unter diesem Motto rufen auch in diesem Jahr die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft und die Gartenakademie Rheinland-Pfalz dazu auf, die Biodiversität im Garten zu fördern. Besonders im Mai brauchen viele Insekten die Wildkräuter als Nahrungsgrundlagen, je vielfältiger, umso besser. Der Umsetzung dieser Initiative sind keine Grenzen gesetzt. Entscheidend ist, dass pollen- und nektarreiche Wildkräuter vor und während der Blüte nicht abgemäht werden. Höhere Schnittlänge und größere Mähintervalle sind ein Anfang. „Wilde“, möglichst sonnige Gartenecken haben großen Nutzen ohne viel Arbeit. Blühinseln im Rasen locken Insekten an. Nur am Rand gemähte Blühflächen vermitteln den Ein- Am Rand gemähte Blumenwiese Ende Juni im Pflandruck von der immer noch oft erstrebten Ordnung zenschutzamt im Garten, bieten aber trotzdem die Vorteile einer Blumenwiese. Eine Wildkräutervielfalt zieht nicht nur Insekten tags und nachts an, sondern lockt auch Vögel in den Garten. Im Zusammenspiel mit bereitgestellten Nistmöglichkeiten eine gute Kombination, um Vögel als Schadinsekten-Vertilger im Garten zu etablieren. Tipps zur erfolgreichen Anlage von Blumenwiesen: Blumenwiese statt Rasen Weitergabe bitte nur im Original.
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