Path:
Volume

Full text: Berliner Gartenbrief (Rights reserved) Ausgabe 2022,1 (Rights reserved)

Pflanzenschutzamt Berlin Berliner Gartenbrief Nr. 01-2022 vom 19.01.2022 Christrosen – ein Gartenschatz bei richtiger Pflege Mit Beginn der Adventszeit werden seit einigen Jahren in großem Umfang Christrosen als Topfkultur vermarktet, die dann nach dem Fest mitunter ein trauriges Dasein als Zimmerpflanze fristen. Christrosen (Helleborus sp.) sind winterharte Stauden fürs Freiland und brauchen daher zwingend auch als Topfpflanze einen kühlen Standort. Durch die Einkreuzung verschiedener Arten (Schnee- und Lenzrosen) sind viele neue Sorten mit unterschiedlichen Blütenformen, -farben und -strukturen am Markt, die sie gefühlt als Zimmerpflanze erscheinen lassen. Sie müssen aber ihren Standortbedürfnissen gemäß in kühlen Räumen stehen, um langlebige Blüten, kompakten Wuchs und Krankheitsresistenz zu erhalten. Ideal sind z. B. kühle Wintergärten oder schattige, geschützte Plätze an Hausein- Reichblühender Helleborus-Hybrid gängen. Nach dem Winter werden sie zur Weiterkultur in den Garten gepflanzt. Sie bevorzugen warme, halbschattige, nährstoffreiche Standorte mit natürlicher Mulchdecke und humosen und kalkhaltigen Boden. Christrosen sind sehr langlebige Stauden, die an geeigneten Standorten über die Jahre große Exemplare werden, wenn sie nicht gestört werden. Die Blüten vieler Sorten sind bis in den Frühsommer eine Zierde, weil die Hüllblätter bis zur Samenreife nur leicht verblassen. Die immergrünen großen Blätter haben vor allem im Winter inmitten eingezogener Stauden einen Blütenansatz bei Helleborus niger hohen Schmuckwert. Besonders die weißblütige Christrose (Helleborus niger i.S.) neigt zu Blattfleckenkrankheiten. Dabei handelt es sich um die Schwarzfleckenkankheit (Coniothyrium hellebori), ein Pilz, der auf den Blättern konzentrische dunkle Flecken verursacht, die häufig am Blattrand beginnen. Besonders an feuchten Standorten breitet sich der Pilz rasch aus. Befallene Blätter oder Blattsegmente sollten konsequent und umgehend Schwarzfleckenkrankheit an Christrosenentsorgt werden, beblättern vor auch die Stängel und Blüten befallen werden. Zu niedriger pH-Wert und Staunässe sind zu vermeiden. Eine eher trockene Kulturführung Schwarzfleckenkrankheit auf Christim Sommer fördert zusätzlich den Blütenansatz der Christrosen. rosenblüte (links) Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senuvk.berlin.de Internet: www.berlin.de/senuvk/pflanzenschutz Weitergabe bitte nur im Original. Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Pflanzenschutzamt Berlin, Berliner Gartenbrief Nr. 17-2021 Seite 2 von 3 Winterschutz im Garten überprüfen Der Winterschutz bei Stauden und Rosen sollte jetzt überprüft werden, weil es weiterhin nachts merklichen Frost geben kann. Auch bei raschem Wechsel zwischen Bodenfrost und Tauperioden kommt es nicht selten zu Wurzelschäden, die durch ein Abdecken des Bodens mit Reisig oder Mulch verhindert werden können. Immer- oder wintergrüne Stauden wie Sonnenröschen, Steinbrech, Polsterphlox, Grasnelken und Thymian sollten von nassem Falllaub befreit werden, weil sonst leicht Fäulnis an den Pflanzen entstehen kann. Bei intensiver Sonneneinstrahlung mit leichtem Reisig schützen. Geeignet sind Triebe von Buchs, Taxus und anderen Koniferen. Sollte der Boden nochmals frieren, käme es ohne Abdeckung zu Trockenschäden, weil die Stauden dann kein Wasser aufnehmen können, über die Blätter aber trotzdem Wasser verdunstet. Für alle anderen Stauden, die derzeitig eingezogen sind, ist es wichtig, geschützt unter Mulch, feinem (Holz-)häcksel oder trockenem Laub zu bleiben. Stauden und insbesondere Gräser werden erst mit Immergrüne Stauden unter Kiefernreisig Austriebsbeginn zurückgeschnitten. Trockene Triebe, Blätter und Halme dienen als Winterschutz, beherbergen viele Nützlinge und bewahren insbesondere die Gräser vor zu viel Nässe im Inneren. Rosen leiden unter Kahlfrösten besonders dann, wenn ihre Rinde noch grün und weich ist. Entstehende Risse in der Rinde sind später häufig Eintrittspforten für Pilzkrankheiten. Der Winterschutz sollte jetzt kontrolliert und ggf. ergänzt werden. Details dazu können im letzten Gartenbrief von Dezember 2021 nachgelesen werden. Mit zunehmender Sonnenintensität bei ggf. gefrorenen Böden ist Schattierung bei winter- und immergrünen Gehölzen ratsam. Auf der Sonnenseite erwärmt sich die Gehölzrinde und trocknet aus. Notwendiges Wasser kann aber aus dem gefrorenen Boden nicht nachgeliefert werden. Hält diese Wettersituation länger an, kommt es zu starken Trockenschäden. Sichtbar werden die Schäden erst im Frühjahr. Braune oder anfangs rötlich verfärbte Blätter sind erste Anzeichen hierfür. Das ganze Ausmaß der Schäden zeigt sich erst im April an vertrockneten Trieben und Blättern. Solche Gehölze werden in der Folge leicht von Borkenkäfern oder Holz zerstörenden Pilzen befallen. In frostfreien Perioden ist an zusätzliche Wassergaben zu denken. Hortensienkübel mit Winterschutz Auch ausgetriebene Blumenzwiebeln können mit Reisig geschützt werden, um ihre grünen Spitzen vor Sonnenbrand zu schützen und damit späteren Pilzinfektionen vorzubeugen. Springschwänze im Blumentopf Kurz nach dem Gießen wimmelt es an kleinen, weißen Tieren auf der Bodenoberfläche der Zimmerpflanzen, mitunter hüpfen sie auch. Diese Auffälligkeiten treten jetzt verstärkt auf, weil besonders die Zimmerpflanzen in Erdsubstrat jetzt besonders warm stehen (höhere Bodentemperaturen) und immer feucht sind. Die 2 mm langen Springschwänze (Collembolen) ernähren sich von verrotteter toter organischer Substanz im Topf und unter den genannten Bedingungen ist ihre Vermehrungsrate besonders hoch. Weitergabe bitte nur im Original. Pflanzenschutzamt Berlin, Berliner Gartenbrief Nr. 17-2021 Seite 3 von 3 Sie schädigen die Pflanzen nur selten, als Humusbildner haben sie eine wichtige ökologische Funktion im Stoffkreislauf. Wenn sie im Blumentopf lästig werden, kann man die Erde kurz überschwemmen und dann die auf der Wasseroberfläche schwimmenden Springschwänze abgießen. Wird danach das Substrat trockener gehalten, ggf. mit einer dünnen Sandschicht abgedeckt, verschwinden sie wieder. Springschwänze im Kompost und in Nahaufnahme Blattläuse an Zimmerpflanzen, an Kräutern in der Küche, in der Überwinterung Sehr unterschiedliche Blattlaus-Arten profitieren jetzt von den gegebenen Licht- und Temperaturbedingungen in Räumen. Die sehr lichtarme Zeit der vergangenen Wochen hat erheblich dazu beigetragen, dass das Pflanzengewebe sehr weich geworden ist und damit Blattläuse eine sehr gute Nahrungsbasis und in Folge eine hohe Vermehrungsquote haben. Die Blattläuse sind pflanzenspezifisch, sie unterscheiden sich in der Größe und auch in der Farbe. Nicht immer ist der Befall gleich erkennbar, zuerst stellt man klebrige Blätter fest, manchmal mit Häutungsresten der Blattlauspopulation. Die lebenden Tiere verstecken sich oft blattunterseits oder an der Triebspitze. Die Blattläuse lassen sich gut mechanisch abwischen, abwaschen. Einige Pflanzen vertragen auch einen Rückschnitt, sodass die Tiere gleichzeitig mit entfernt werden können. Nur im Ausnahmefall sollten Pflanzenschutzmittel angewendet werden. Es ist dringend bei der Behandlung weicher Pflanzen darauf zu achten, dass ölhaltige Produkte zu Blattschäden führen können. Vor einer Applika- Durch Häutungsreste und Honigtau vertion ist die Gebrauchsanleitung zu lesen oder eine Bera- schmutzte Zimmerpflanze nach Blattlausbefall tung im Fachhandel empfehlenswert. Basilikum stark mit Blattläusen besiedelt Blattläuse besiedeln mit Vorliebe weiche Triebspitzen und Neutriebe Weitergabe bitte nur im Original. Knospen sind ein beliebter Lebensraum für Blattläuse
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.