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Periodical volume

Full text: Berliner Gartenbrief Issue 2019,6

Pflanzenschutzam t Berlin Berliner Gartenbrief Nr. 06-2019 vom 30.04.2019 Gespinstmotte an Gehölzen in Position Auch in diesem Jahr muss mit einem auffallenden Befall durch Gespinstmotten an diversen Sträuchern gerech-net werden. Die Larven sind geschlüpft und beginnen jetzt die Gespinste anzulegen. In den nächsten Wochen werden sie die Büsche kahl fressen und einspinnen. Die Wetterlage wird dazu führen, dass eingesponnene Sträu-cher überall im Stadtgebiet auffallen Gespinstmottenbefall und Raupennester an unterschiedlichen Gehölzarten werden. Die Raupen verpuppen sich bis Anfang Juni, dann treiben die Büsche wieder neu durch. Dieser Raupenbefall ist nicht allergieauslösend und nicht mit dem Befall durch den Eichenprozessionsspinner zu verwechseln. Bei sehr starkem Befall können die Gespinste einschließlich Raupen abgekärchert und anschließend entsorgt werden. Blattlausaktivität groß - Ameisen aussperren Blattläuse entwickeln sich gut an Gehölzen, Obstbäumen, Stauden, Gemüse und Kräutern. Die Trockenheit und Wärme der vergangenen Tage hat die Entwicklung der im Garten anzutreffenden WegAmeise gefördert. Diese Ameisen-Art ernährt sich vom Honigtau der Blattläuse. Um ihre Apfelfaltenlaus jetzt präsent Nahrungsquellen zu schützen, verhindern sie die Ansiedlung von Nützlingen. Daher ist es sinnvoll, die Wegameisen aus läusebefallenen Pflanzen fernzuhalten. Symptome nach Befall durch Johannisbeerblasenlaus U.a. ist dies möglich, indem um Baumstämme Leimbarrieren gelegt werden. Bewährt und preiswert sind „Gürtel“ aus (Frischhalte-)Folie, die sich eng anlegen lassen. Anschließend wird die Folie mit Raupenleim eingestrichen. Damit wird der Weg zur Futterquelle gekappt. Die Ameise müssen neue Futterquellen erschließen und die Blattläuse an der ehemaligen Futterquelle werden von Nützlingen reduziert. Auch können blattlausbefallene Triebe abgeschnitten oder auch mit Wasser abgespült werden. Nur im Ausnahmefall sollten zugelassene Insektizide angewendet werden. Vor jeder Anwendung ist die Gebrauchsanleitung dringend zu lesen und zu beachten. Ameisen hüten Blattsauger in einer Apfelblüte Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin Weitergabe bitte nur im Original. E-Mail: pflanzenschutzamt@senuvk.berlin.de Internet: www.berlin.de/senuvk/pflanzenschutz Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Pflanzenschutzamt Berlin, Berliner Gartenbrief Nr. 06-2019 Seite 2 von 3 Rindenläuse an Tannen Seit rund 20 Jahren tritt die aus Nordamerika stammende Tannenrindenlaus in Deutschalnd auf. Sie ist auffallend groß, mattschwarz und bevölkert in großen Kolonien mit tausenden Tieren die Rinde. Befallen werden neben der Colorado-Tanne auch Korea- und Blautannen. Die Läuse scheiden in größeren Mengen Honigtau aus, der in Kombination mit Rußtaupilzen lästig werden kann. Honigtau dient aber auch der Ernährung anderer Insekten und die Läuse werden von heimischen Singvögeln als NahCinara curvipes an der Rinde saugend rungsquelle genutzt. Der Saftentzug, der durch das Saugen entsteht, ist in der Regel nicht so groß, dass eine Bekämpfung gerechtfertigt wäre. So sind die Rindenläuse nur als Lästlinge anzusehen, mit einem scharfen Wasserstrahl lassen sie sich dezimieren. Blattfraß von Raupen an Obstgehölzen An Apfel, Birne, Quitten sowie Steinobst kann man jetzt zusammengesponnene oder zusammengerollte Blätter mit Fraßspuren durch Raupen z.B. vom Fruchtschalenwickler finden. Um die Fraßschäden an Früchten in der Sommergeneration zu begrenzen, ist es ratsam, erkennbaren Raupenbefall abzusammeln. Eine chemische Bekämpfung ist nicht notwendig. Skelettier- bzw. Fensterfraß an Blättern durch Raupen Aprikosen mit Spitzendürre Die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen führt auch in diesem Jahr dazu, dass die Pflanzen bereits jetzt nicht genug Wasser zur Verfügung haben. Absterbende immergrüne Gehölze fallen auf. Aber auch Aprikosen zeigen in großem Umfang tote Zweige mit verdorrten Blüten. Hierbei handelt es sich um Monilia laxa, die Spitzendürre. Diese Pilzerkrankung infiziert Aprikosen, wenn zum Zeitpunkt der Blüte Niederschläge auftreten. Dafür reicht auch leichter Nieselregen aus, wie er in der letzten Märzwoche – fast unmerklich – vom Himmel kam. Die Pilzsporen infizieren über die Narbe und den Fruchtknoten und dringen rasch und kontinuierlich in die Zweige ein, was zu einem schlagarteigen Welken und Absterben der Blüten und Blätter führt. Spitzendürre an Aprikose Eine Behandlung mit Fungiziden ist nur vor und während der Blüte möglich. Jetzt ist ein Vordringen der Pilzinfektion unbedingt zu verhindern. Daher müssen befallene Triebe umgehend bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten und entsorgt werden. Das kann durchaus drastisch sein, ist aber für den Erhalt des Aprikosenbaumes zwingend nötig. Der gute Fruchtansatz an gesunden Triebn kann einwenig darüber hinweg trösten… Die Krankheit kann bei feuchter Witterung auch an (Sauer-)Kirschen auftreten, in diesem Jahr hat das aber die Trockenheit verhindet. Weitergabe bitte nur im Original. Pflanzenschutzamt Berlin, Berliner Gartenbrief Nr. 06-2019 Seite 3 von 3 Wacholderblasenrost jetzt – Gefahr für Birnengitterrost Die vereinzelten Niederschläge in den vergangenen Tagen haben dazu geführt, dass der Wacholderblasenrost auffallend sporuliert, d.h. seine Sporen freisetzt. Trockene Witterungsabschnitte mit Wind werden die Sporen über größere Entfernungen verbreiten. Wer Birnen vor Birnengitterost schützen möchte, muss in den nächsten Tagen die Pflanzen mit einem Fungizid auf der Wirkstoffbasis von Difenoconazol behandeln. Dabei ist dringend die Gebrauchsanleitung zu beachten! Wacholderblasenrost am Holz, die Quelle für Birnengitterrost-Infektionen Anwendungen von alternativen Produkten müssen zeitnah durchgeführt werden, damit die Myzelschläuche des Krankheitserregers nicht in das Blatt eindringen können. Bei anhaltenden Niederschlägen sind diese Alternativen wiederholt bis Ende Mai anzuwenden. Frostschäden sichtbar Mitte April haben Nachttemperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt je nach Lage dafür gesorgt, dass an einigen Kulturen Frostschäden entstanden, die jetzt deutlich sichtbar sind. Hortensienblätter sind braun und nekrotisch. Auch Blüten früher Birnenund Erdbeersorten haben Schaden genommen, was aber durch die unbeschädigt gebliebenen Knospen kompensiert wird. Frostschaden an Hortensie Übringens… …aufgrund der Trockenheit in den letzten Wochen haben sich besonders Kröten im Garten an feuchten Stellen versteckt. Bitte jetzt aufpassen beim Räumen von Kübeln, beim Ausputzen von Hecken und Gruben, dass die Tiere nicht verletzt werden und ihr Lebensraum unbedingt erhalten bleibt. Weitergabe bitte nur im Original.
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