Path:
Volume

Full text: Berliner Gartenbrief (Rights reserved) Issue2019,12 (Rights reserved)

Pflanzenschutzam t Berlin Berliner Gartenbrief Nr. 12-2019 vom 30.07.2019 Fachgerechte Beerenobstpflege Stachel- und Johannisbeeren sind jetzt abgeerntet. Durch die hohen Temperaturen und die intensive Sonneneinstrahlung waren viele Früchte „verkocht“ und Blätter verbrannt. Insgesamt helles Blattwerk deutet auf Nährstoffmangel hin. Häufiges Bewässern hat die Nährstoffe aus dem Boden ausgespült. Spinnmilben sind Profiteure der heiß-trockenen Tage, kleine Räupchen der nächsten Generation Johannisbeerblattwespen fressen an den Blättern. An der schwarzen Johannisbeere wird die Blattfallkrankheit beginnen. Kalimangel an schwarzer Johannisbeere verkochte Johannisbeeren starker Nährstoffmangel an Himbeeren Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um durch gezielte Pflege die Sträucher schon jetzt auf die nächste Saison vorzubereiten.  alte, vergreiste Triebe bodennah entfernen, zu lange Triebe einkürzen. Ziel: max. 8-10 gesunde Triebe im Alter bis drei Jahre. Lockerer und luftiger Aufbau der Sträucher für gute Durchlüftung und Blattabtrocknung  auch für den Verzehr ungeeignete Früchte abernten, um Fruchtfliegenbefall vorzubeugen  weiterhin tiefgründig wässern: weniger oft, dafür kräftig  krankes Falllaub entfernen  Blattwespenlarven absammeln oder mit Wasserstrahl mehrmals abspülen  Triebspitzen mit Mehltau bei Stachelbeeren rausschneiden  bis Monatsende kalibetonten Dünger geben  Gießränder und kleine „Baumscheiben“ schaffen, dort das Unkraut entfernen, dabei die Wurzeln der Sträucher schonen (Flachwurzler!)  2 cm Häcksel auftragen, bei Holzhäcksel vorher eine Handvoll Hornspäne streuen Reifende Himbeeren und Brombeeren sind jetzt Ziel der Kirschessigfliege.  Beeren komplett abernten und bis zum Verzehr kühlen  Vertrocknete/verkochte/verdorbene Früchte in geschlossenen Tüten über den Hausmüll entsorgen, ebenso mit Brombeergallmilben befallene  abgeerntete und kranke Ruten bodentief herausschneiden. Bei Himbeeren bleiben 10 bis 12 Ruten auf den laufenden Meter, diesjährige Ruten auf etwa 150 cm einkürzen. Bei Brombeeren bleiben 4-5 Triebe pro Pflanze, Seitentriebe der diesjährigen Ruten auf 10 cm einkürzen  für unkrautfreien Boden im Bestand sorgen, um Wasser- und Nährstoffkonkurrenten zu beseitigen, Achtung: Flachwurzler! Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin Schäden durch Himbeerrutenkrankheit und Himbeergallmücke Weitergabe bitte nur im Original. E-Mail: pflanzenschutzamt@senuvk.berlin.de Internet: www.berlin.de/senuvk/pflanzenschutz Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Pflanzenschutzamt Berlin, Berliner Gartenbrief Nr. 12-2019 Seite 2 von 3 Heidelbeeren haben es zurzeit besonders schwer. Intensiver Sonnenschein und hohe Temperaturen führen zu massiven Schäden: Beeren vertrocknen oder werden notreif, Triebspitzen trocknen ein, Blätter sind stark chlorotisch und fallen verfrüht ab. Heidelbeeren stellen hohe Anforderungen an die Pflege, die die Basis für die Gesunderhaltung ist. Sie bevorzugen halbschattige Standorte und brauchen als Moorbeetpflanzen zwingend sauren Boden. Idealerweise sollten sie nur mit Regenwasser gegossen werden. Auch die erforderliche gleichmäßige Bodenfeuchte ist zurzeit schwer zu realisieren.  bis Ende des Monats bei Mangelsymptomen Rhododendrondünger geben  ggf. Blattdüngung mit eisenhaltigen Düngern  vergreiste und trockene Triebe herausschneiden  „Baumscheibe“ mit Häcksel mindert die Verdunstung und fördert die gleichmäßigere Bodenfeuchte Baumscheibe mit Häcksel, hier bei Johannisbeere Eingesponnene Felsenmispeln Cotoneaster, die von sehr feinen, dünnen Gespinsten überzogen sind, sind von der Weißdornmotte befallen. Die langen, schlanken Larven sind gelborange bis rotbraun mit weißer Behaarung. Sie fressen gesellig in den Gespinsten und produzieren dabei große Kotmengen. Bei starkem Befall werden die Felsenmispeln kahl gefressen und treiben nur noch schwach wieder aus. Weißdornmotten gehören zur Familie der Gespinstmotten, deren Vertreter im Frühsommer u.a. auch an Pfaffenhütchen und Traubenkirsche durch dichte Gespinste auffallen. Bei geringem Befall können die Gespinste herausgeschnitten werden. Mehrmals ein kräftiger Wasserstrahl mindert den Befall. eingesponnene Felsenmispel, Raupe im Detail Schrotschuss – eine Pilzkrankheit am Steinobst An Pflaumen, Pfirsich, Aprikosen und auch Kirschen sind einige Blattpartien sehr stark durchlöchert. Zuerst konnten 2-8 mm große rotviolette Flecken festgestellt werden: In der Folge bildet sich zum gesunden Gewebe eine klare Trennschicht und die nekrotischen Blattteile fallen aus, die markante Lochbildung. Der Befall kann unter Umständen auf die Zweige und Früchte übergehen. Da die Witterungsbedingungen nicht homogen sind, ist die Infektion an den Bäumen z.T. nur in bestimmten Partien festzustellen. Um die Ausbreitung zu verhindern, sollte keine Überkronenberegnung erfolgen. Eine Kronenauslichtung sorgt für eine gute Durchlüftung. Da der Pilz u.a. auch an Schrotschusskrankheit an Pflaumen den Blättern überwintert, ist bei starkem Befall das Laub im Herbst nicht unter dem Baum zu belassen sondern kann kompostiert werden. Diese Pilzkrankheit kann auch am Kirschlorbeer, einer immer häufiger verwendeten Strauchpflanze auftreten. Die Symptome der Schrotschusskrankheit können mit Viruskrankheiten u.a. der Nekrotischen Ringfleckenkrankheit verwechselt werden. Unter besonderen Umständen kann eine Labordiagnose Aufschluss geben. Weitergabe bitte nur im Original. Pflanzenschutzamt Berlin, Berliner Gartenbrief Nr. 12-2019 Seite 3 von 3 Witterungsbedingte Schadprobleme am Gemüse Auch Gemüsepflanzen haben mit diesem Extremwetter Probleme. So treten bei Sommersalaten, Rettichen u.a. verstärkt Schosser auf. Die Pflanzen gehen in eine vorzeitige Blüte und sind für den Verbrauch meist nicht mehr geeignet. Heiße Bodentemperaturen und regelmäßiges Wässern können besonders bei Kräutern Welkekrankheiten im Wurzelbereich begünstigen, teilweise kommt es zum Totalausfall z.B. bei Petersilie, Schnittlauch. Sobald die hohen Temperaturen vorbei sind, sollte über eine Neuaussaat entschieden werden. Auch wärmeliebende Schädlinge wie Rostmilben, Minierfliegen, Weiße Fliegen besiedeln jetzt Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen in und außerhalb von Gewächshäusern. Meist ist es ausreichend, den Erstbefall gut zu erkennen und mechanisch zu entfernen. Befallene Pflanzenteile sollten nicht im Pflanzenbestand verbleiben Sommersalat geschossen und immer abgedeckt kompostiert werden. Minierfliegenbefall an Tomaten Eingetrocknetes Tomatenblatt nach Befall durch Rostmilben Chlorotisches Verfärben der Petersilie durch beginnende Wurzelfäule Wildbienen im Pflanzenschutzamt Berlin (3) Kornblume Duftnessel Hohes Eisenkraut Indianernessel Sonnenblume Rudbeckie Insektenfreundliche Distelblüten in der Blumenwiese Auch in den vergangenen 14 Tagen besuchten viele Insekten die Blumenwiese und das spezielle Staudenbeet. Besonders auf dem Teil der Blumenwiese, wo ein Schröpfschnitt vor 6 Wochen stattfand, ist das Blühangebot für die Insekten lockend. Nach wie vor ist die Kornblume beliebt für Bienen, Wespen, Käfer, Schwebfliegen. Aber auch blühende DistelArten werden häufig besucht. Auf dem z.Z. reich blühenden Staudenbeet sind weniger Favoriten, viele Blüten werden genutzt. Diesmal konnte die Indianernessel, neben Sonnenblumen vermehrt Insekten anlocken. Blumenwiese: rechts sechs Wochen nach Weitergabe bitte nur im Original. dem Schröpfen, links geschröpft Ende Juli 2019 - verbessert das Blütenangebot nachweislich
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.