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Periodical volume

Full text: Berliner Gartenbrief Issue 2016,5

Pflanzenschutzamt Berlin
Berliner Gartenbrief Nr. 05

vom 06.04.2016

Nacktschnecken in Warteposition

Wegschnecke mit Eigelege

Nasses Holzbrett zum Abfangen
von Nacktschnecken

Jungtiere von Nacktschnecken aller Arten befinden sich an
den Überwinterungsplätzen wie Kompost, unter altem Holz,
an und in Kübeln und auch in Hochbeeten. Zusätzlich sind
auch noch Eierablagen der Schnecken vorhanden, die in
den nächsten Wochen schlüpfen werden. Diese Ausgangssituation ermöglicht es den Nachtschnecken über längere
trockne Witterungsabschnitte ihre Population zu sichern und
damit Pflanzen immer wieder zu schädigen. Deshalb ist es
jetzt wichtig, dass vor dem Pflanzen und Auflaufen schneckengefährdeter Kulturen wie Bohnen, Kräuterarten, Dahlien, Studentenblumen etc. der Besatz von Nacktschnecken
auf Beeten kontrolliert und falls notwendig reduziert wird.
Unter den jetzigen Witterungsbedingungen sind die Schnecken sehr mobil. Somit können sie mittels feuchter Bretter
oder Lappen aus ihren Verstecken gelockt werden. Trockenfischfutter erhöht den Anlockeffekt. Auch die bekannten
Bierfallen sind dazu geeignet, Nacktschnecken ausfindig zu
machen und dann zu vernichten. Ist der Befall besonders
stark, ist die Anwendung von Schneckenkorn entsprechend
der Gebrauchsanleitung vor dem Pflanzen bzw. Auflaufen
empfehlenswert.

Leim- und Wellpappringe jetzt entfernen

Leimring zur Reduzierung
von Frostspannern

Leimringe gegen Frostspanner und Wellpappringe gegen Apfelwickler sind bewährte Alternativen zur Dezimierung dieser Schädlinge. Zum jetzigen Zeitpunkt ist ihre Funktion
erfüllt. Sie müssen entfernt werden, da die
Überwinterungsstadien
des Apfelwicklers in der
Pappe verpuppt sind
und bei günstigen Bedingungen
schlüpfen
werden. Die entfernten
Ringe sind über den
Hausmüll zu entsorgen. Wellpappring mit verpupptem Apfelwickler

Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin
E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de
Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz

Weitergabe bitte nur im Original.

Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin

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Schädlingsbesatz am Buchsbaum kontrollieren

Larvenfraß und Puppe vom Buchsbaumzünsler

Spinnmilbenbefall am
Buchsbaum

Pilzkrankheit am Buchsbaum

Alle bekannten Krankheiten und Schädlinge des Buchsbaums
überdauern im Winter am Gehölz. Um die Schädigungen in der
kommenden Saison zu reduzieren, ist es jetzt wichtig, den Befall
durch Schaderreger wie Buchsbaumzünsler, Spinnmilben,
Buchsbaumblattfloh aber auch durch die gefürchteten Pilzkrankheiten zu erkennen, um dann die geeigneten Maßnahmen einzuleiten. Weiterführende Hinweise finden Sie im Merkblatt: „Buchsbaum“ des Pflanzenschutzamtes Berlin.

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/merkblaetter/de/download/buchsbaum.
pdf
Alte Stachelbeersorten schneiden
Der Amerikanischen Stachelbeermehltau entwickelt sich besonders bei schönem Wetter
im Frühjahr stark und gefährdet die Beerenernte von Stachelbeeren teilweise auch Johannisbeeren. Besonders alte Sorten sind mehltauanfällig. Die Sporen des Pilzes überwintern an
den Triebspitzen, von dort aus geht die Infektion auf Blätter und Früchte über. Ein Rückschnitt der Triebspitzen um ca. 8-10 cm zum jetzigen Zeitpunkt kann den Befall für die bevorstehende Saison erheblich reduzieren. An Stachelbeeren, wo der Befall in den vergangenen
Jahren besonders stark war, könnte ggf. auch eine Behandlung mit Schwefel (z.B. THIOVIT
JET), zur Befallsreduzierung beitragen. Zusätzlich sollten die Gehölze gut ausgelichtet werden. Dabei sind auch Triebe mit dem Rotpustelpilz unbedingt zu entfernen, um auch diese
Pilzinfektion, die ein Triebsterben zur Folge haben kann, zu eliminieren.

Amerikanischer Stachelbeermehltau

Echter Mehltau an Triebspitzen
der Stachelbeeren
Rotpustelkrankheit
an Stachelbeere

Weitergabe bitte nur im Original.

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Kirschen und Birnen vor Pilzinfektionen schützen
Kühles und regenreiches Wetter begünstigt im Frühjahr die Infektion verschiedener Pilzkrankheiten. Insbesondere die Monilia-Spitzendürre an
Ziermandel und früh blühenden Kirschen wie auch Schorf am Kernobst können so zum Problem werden.
Da besonders der Monat April von stark wechselhaftem Wetter mit häufigen
Schauern geprägt ist, zeitgleich aber in geschützten Lagen die Süß- und
Sauerkirschen ihre Blüten öffnen werden, sollte kurz vor der Blüte vorbeugend gegen Monilia-Spitzendürre behandelt werden.

Monilia in Kirschblüte

Bleibt es regnerisch, ist eine zweite Behandlung während der Vollblüte nötig,
da die Pilze über Narbe und Stempel in die Blüten eindringen.
Die vorbeugenden Behandlungen sind jedoch nur sinnvoll, wenn durch sachgemäßen Schnitt für lichte und luftige Kronen gesorgt wird. Befallene Astpartien und auch Fruchtmumien müssen nach der Blüte durch einen Rückschnitt
ins gesunde Holz entfernt werden, um Befallsherde (Abb. rechts) zu beseitigen.
Befallsherd Fruchtmumien

An geschützten Standorten werden die Knospen der Apfel- und Birnbäume bereits locker. Schorfanfällige Sorten können jetzt bereits mit den Sporen des Obstschorfes aus dem Falllaub des Vorjahres
infiziert werden. Deshalb ist es wichtig, jetzt altes Laub unter den Bäumen zu entfernen. Besonders
anfällige Sorten können anschließend mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden.

Infektionsverlauf Schorf: von der Knospe über das Blatt auf die Früchte

Werden Birnbäume gegen Schorf behandelt, können erste Infektionen durch den wirtswechselnden Wacholderrost/Birnengitterrost
mit erfasst werden. Die Sporenlager des Wacholderrostes werden
jedoch erst nach wiederholten Niederschlägen aktiv und entlassen
die Sporen Richtung Birnbäume. Deshalb sind bei anhaltend feuchtem Wetter wiederholte Behandlungen bis Anfang Mai ratsam.
Wacholderrost Ende März

Weitergabe bitte nur im Original.

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Handelspräparat

Indikation

Wartezeit
in Tagen

Zugelassen
bis

Duaxo-Universal Pilzspritzmittel
Bayer Obst-Pilzfrei Teldor ,
Monizin Obst-Pilzfrei

Schorf an Kernobst, Birnengitterrost,
Monilia-Spitzendürre am Steinobst

28

31.12.2019

Monilia-Spitzendürre Süß- und Sauerkirsche

3

31.12.2021

Flint

Schorf an Kernobst

7

30.06.2016

Erdbeerbeete für die neue Saison vorbereiten

Methoden der Bodenabdeckung: Strohmulch und Holzfasern (Erdbeerwolle)

Erdbeerinfektionen: Blattfleckenerrger und Grauschimmel

Ansteigende Bodentemperaturen lassen auch Erdbeerpflanzen wieder wachsen. Teilweise
erkennt man schon die Blütenknospen. Jetzt ist es Zeit alte Blätter zu entfernen, um die Ausbreitung mancher Pilzkrankheiten zu unterbinden. Sowohl Blattfleckenerreger als auch Grauschimmel überdauern an alten Blättern. Eine schwache Düngung kann folgen. Durch eine
Abdeckung der Erde zwischen den Pflanzen mit Vlies, Folie oder Stroh bzw. Holzfasern
(Erdbeerwolle) können Neuinfektionen deutlich einschränkt werden.
Kartoffeln im eigenen Garten
Der Kartoffelanbau erfreut sich im Freizeitgarten nach wie
vor großer Beliebtheit. Wer jedoch Kartoffeln aus dem
Lebensmittelhandel als Pflanzgut verwendet, riskiert den
Befall durch Krankheiten und Schädlinge (Virus, Nematoden, Bakterien).
Nur geprüfte Pflanzkartoffeln garantieren Befallsfreiheit.
Der Fachhandel (Gartencenter, Versandhandel) bietet
gesunde Pflanzware und umfangreiche Informationen zu
Sorteneigenschaften, Reifezeitpunkt und Widerstandsfähigkeit der Kartoffeln.

Weitergabe bitte nur im Original.
        
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