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Periodical volume

Full text: Berliner Gartenbrief Issue 2016,15

Pflanzenschutzamt Berlin
Berliner Gartenbrief Nr. 15

vom 23.08.2016

Buchsbaum gesund erhalten – eine gärtnerische Herausforderung
Buchs ist nach wie vor eine beliebte Pflanze mit vielfältiger Verwendung: als begrenzendes Element
oder Raumteiler in Gärten, als niedrige Hecke in historischen Parkanlagen und auf Friedhöfen oder in
Kübeln auf Terrasse und Balkon. Nachdem die Zahl der Pflanzen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, führte dies unweigerlich zur Potenzierung der typischen Schaderreger am Buchsbaum.
Jetzt im Spätsommer treten Infektionen mit dem pilzlichen Erreger des Buchsbaumsterbens (Cylindrocladium buxicola) auf. Die Blätter haben orangebraune Flecken, an den Trieben zeigen sich
schwarze Streifen. Der Blattfall setzt rasch ein. Erkrankte Pflanzen, abgefallene Blätter und die oberste Bodenschicht müssen entfernt werden, weil die Dauersporen jahrelang überleben und erneut den
Buchs infizieren würden. Daher ist es nicht ratsam am gleichen Standort erneut Buchs zu pflanzen.

Raupenfraß des Buchsbaumzünslers
Buchsbaumsterben

Buchsbaumzünslerraupe

Vorbeugend sollten weitere Hygienemaßnahmen konsequent eingehalten werden: dazu gehört auch
die Desinfektion von Schnittwerkzeugen, wenn nacheinander Buchs-Solitäre geschnitten werden. Die
Bewässerung sollte nicht über Kopf erfolgen. Luftige, windoffene Standorte sind zu bevorzugen.
Jeder Zukauf unbekannter Herkunft birgt die Gefahr der Verschleppung von Krankheiten und Schädlingen. Billige Pflanzen aus Massenproduktion werden häufig in kurzen Intervallen mit Fungiziden behandelt, um das Ausbrechen der Krankheit zu unterdrücken. Diese Maßnahmen sind im eigenen Garten dann nicht mehr möglich – und auch nicht gewollt.
Neben einem Zukauf aus Markenbaumschulen vor Ort besteht auch die Möglichkeit, Buchsbaum
durch Stecklinge jetzt selber zu vermehren. Ausgereifte, junge Triebe machen bis zum Winter noch
Wurzeln.
Auch der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis, syn. Diaphania p.) wird durch Zukauf verschleppt. Er ist im Cottbuser Raum etabliert und mehrfach auch in Berlin (Heiligensee, Tegel) gemeldet worden. Die Raupen dieses Schmetterlings verursachen massiven Blattfraß an Buchsbäumen,
der zum Absterben der Gehölze führen kann. Die Junglarven überwintern eingesponnen im Innern
der Gehölze und überstehen auch sehr lange, kalte Winter. Die Raupen haben eine auffällige Körperzeichnung. Je nach Befallsstärke können sie Kahlfraß verursachen. Erworbene Buchsbaumpflanzen
sollten auf Raupenbefall mit mehr oder weniger dichten Gespinsten – vor allem im Innern der Gehölze – kontrolliert werden. Beginnender Befall kann durch Absammeln und Herausschneiden bekämpft
werden.

Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin
E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de
Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz

Weitergabe bitte nur im Original.
Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin

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Aber nicht alle Auffälligkeiten am Buchs müssen durch Schaderreger verursacht werden. Bronzefarbige bis kupferbraune Blätter
treten wetterbedingt häufig ausgangs des Winters auf. Mit guter
Wasser- und Nährstoffversorgung wächst sich das schnell aus.
Bleiben die Symptome übers Jahr, können die Ursachen u.a.
Nährstoffmangel, Bodenverdichtung, falscher pH-Wert oder zu
feuchter Standort sein. Auch auffällig helle Blattränder sind nichtparasitäre Schäden, deren Ursache nicht eindeutig geklärt ist.

Blattrandnekrose

Umfangreiche Informationen zu weiteren Krankheiten und Schädlingen am Buchsbaum entnehmen
Sie bitte den Ausführungen unter:
http://stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/merkblaetter/index.shtml

Erdbeeren ausputzen oder neu pflanzen
Niederschlagreiches Wetter im August förderte an Erdbeerblättern die Rotfleckenkrankheit. An den Blättern sind kleine
rotbraune Flecken sichtbar. Färbt sich das Zentrum weiß,
handelt es sich um die ebenfalls durch einen Pilz verursachte Weißfleckenkrankheit. Ein lichter und luftiger Bestand
sorgt für rasche Abtrocknung des Laubes und verhindert
weitgehend Neuinfektionen. Deshalb sollten die Pflanzen
ausgeputzt, Ranken und Unkraut entfernt werden. Im Hausund Kleingarten ist der Wirkstoff Difenoconazol (z. B. im
Präparat Duaxo-Universal-Pilzspritzmittel, Zulassungsstand
Juli 2016) zur Nacherntebehandlung und bei Neupflanzung Rotfleckenkrankheit an Erdbeerblatt
zugelassen.
Zudem gibt es unter den verschiedenen Erdbeersorten unterschiedliche Anfälligkeiten. Deshalb sollte
bei einer Neupflanzung ggf. auch über einen Wechsel der Erdbeersorte nachgedacht werden. Bis
spätestens Ende August können diese Pflanzarbeiten noch ausgeführt werden. Auf genügenden Abstand zwischen den Erdbeerreihen muss geachtet werden, damit Feuchtigkeit rasch abtrocknen kann.
Zudem ist zu beachten, dass Erdbeeren keine staunassen, kalten Böden in Schattenlage vertragen.
Für gesunde Pflanzen mit guten Ernten sollten die Kulturen maximal zweijährig geführt werden. Danach muss eine 3-4 jährige Anbaupause auf demselben Beet eingehalten werden, um die Etablierung
bodenbürtiger Krankheitserreger zu verhindern. Besonders in feuchten Jahren sollte nach der Blüte
mit Bodenabdeckung durch Stroh oder Holzwolle gearbeitet werden, um Grauschimmelinfektionen zu
reduzieren.

Neupflanzung Erdbeeren

Strohmulch im Erdbeerbeet
Weitergabe bitte nur im Original.

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Welke fleckige Blätter an Stauden, Sommerblumen und Beerenobst
Der Wechsel zwischen Hitze, Trockenheit und gelegentlichen Gewitterschauern führt an Stauden und
Gehölzen zu gelben oder fleckigen Blättern. Trockenheit ist nicht immer die Ursache. Auch verschiedene pilzliche Blattflecken- und Welkeerreger zeichnen hierfür verantwortlich. Gründliches Ausputzen
oder Entfernen befallener Sommerblumen und Teilrückschnitte betroffener Stauden und Gehölze reduzieren den Befall. Zusätzlich sollte die Bodenfeuchte überprüft und verbessert werden.

Blattfallkrankheit an
Johannisbeere

Sternrußtau und Rost an Rosenblättern

Welke an Zinnien

pilzliche Blattfleckenerreger an Storchschnabel, Iris, Chrysantheme und Phlox

Weiße Fliege/Mottenschildläuse an Gewächshauskulturen(Tomate/Gurke/Zierpflanzen)
Schwülwarmes Wetter im Juli und August hat besonders im Gewächshaus die Vermehrung der Weißen Fliege gefördert. Soweit Tomaten,
Gurken oder Paprika noch eine anhaltende Ernte erwarten lassen, und
Temperaturen von über 20 °C erreicht werden, lohnt ggf. noch der Einsatz von nützlichen Schlupfwespen.

Befall durch Weiße Fliege
an Tomate

Sollen die Gemüsepflanzen jedoch nach abgeschlossener Ernte gerodet
werden, ist eine gründliche Beseitigung befallener Pflanzenreste und eine Reinigung des Innenraums ratsam, besonders wenn eine vorübergehende Unterbringung holziger Kübelpflanzen anschließend im Gewächshaus geplant ist. Hibiskus, Schönmalve oder Wandelröschen werden
sonst rasch durch die verbliebenen Weißen Fliegen besiedelt, die später
im Überwinterungsquartier schlecht bekämpfbar sind.

Um auch andere Schädlinge nicht mit ins Winterquartier zu nehmen, sollten Kübelpflanzen jetzt noch einmal gründlich auf Befall hin kontrolliert werden. Die zurzeit noch hohen Temperaturen sichern die Wirksamkeit evtl. notwendiger Insektizide.

Weitergabe bitte nur im Original.

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Apfelbäume und Pflaumenbäume mit reichlich Behang abstützen
Der Fruchtbehang an Apfel- und Pflaumenbäumen ist vielerorts
recht hoch. Besonders dort, wo keine Fruchtausdünnung vorgenommen wurde, drohen einzelne Äste durch die Last der Früchte
zu brechen. Damit der gute Fruchtansatz auch bis zur erhofften
Ernte „durchhält“, lohnt ein sinnvolles Abstützen betroffener
Bäume.

gestützter Obstbaum

Keine Brache auf abgeernteten Gemüsebeeten
Jetzt ist Haupterntezeit auch beim Gemüse. Tomaten, Salat, Zwiebeln und Bohnen können geerntet
werden. Damit sich Zwiebeln lange halten, müssen sie nachgetrocknet und dann geputzt werden.
Sind die Beete leergeräumt, kann noch einmal eine Spätkultur wie Radies, Feldsalat, Spinat oder
Rauke eingesät werden. Wer dies nicht möchte, sollte die Fläche aber nicht brach liegen lassen. Um
noch vorhandene Nährstoffe sinnvoll zu nutzen und Bodenfeuchte und Bodenleben zu erhalten, sollte
Gründüngung eingesät werden. Besonders geeignet für alle Böden ist Phacelia, auch Bienenfreund
genannt.

geputzte und trocken gelagerte
Zwiebeln

Gründüngung mit Phacelia, blühend mit Hummel

Weitergabe bitte nur im Original.
        
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