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Periodical volume

Full text: Berliner Gartenbrief Issue 2015,12

Pflanzenschutzamt Berlin
Berliner Gartenbrief Nr. 12 Sommerliche Rasenpflege
Die starke Trockenheit in diesem Frühjahr hat vielerorts schon zu sichtbaren Schäden geführt. Auch Rasenflächen, die nicht zusätzlich gewässert wurden, zeigen jetzt kein „sattes“ Grün mehr sondern gelbgrüne oder bräunliche trockene Flecken. In jedem Fall braucht der Rasen jetzt Wasser und Nährstoffe. Die Frühjahrsdüngung im März/April ist aufgebraucht. Düngen Sie auf trockenen Rasen und wässern dann ein, wenn nicht ergiebige Niederschläge zu erwarten sind. Wie intensiv und häufig Rasen bewässert werden muss, hängt, außer von der Witterung, besonders vom Unterboden ab. Lehmige Böden speichern Feuchtigkeit zwar länger, neigen aber bei Vernässung eher zu Bodenverdich- trockener Rasen mit Unkraut tung und Erzeugung von Wurzelschäden. Leichte, sandige Böden nehmen rasch Wasser auf und leiten es ohne Stau in den Unterboden ab. Sie trocken aber eher aus, was Sonne, Wärme und Wind noch zusätzlich fördern. Darum sollte nicht erst beregnet werden, wenn die Gräser bereits braun sind. Der Rasen sollte entweder in den frühen Morgenstunden oder am Nachmittag durchdringend bis in die Wurzelzone bewässert werden. Zu häufige, geringe Wassergaben bewirken ein sehr flaches Wurzelwachstum. In extremen Trockenzeiten verbrennt die Grasnarbe dann. Besonders sandige Böden mit geringem Wasserspeichervermögen neigen dazu. Eine Beregnung spät abends bewirkt anhaltend hohe Feuchte bis in die Morgenstunden. In Zeiten mit ohnehin hoher Luftfeuchte kann dies jedoch pilzliche Schaderreger fördern. Dort wo der Rasen repräsentativen Zwecken dient, stören vielfach Unkräuter jeglicher Art. Dann wird gern zu Rasenherbiziden oder Rasendüngern mit Unkrautvernichtern gegriffen. Doch Vorsicht! Diese Herbizide wirken als Wuchsstoffe nicht nur auf die zu bekämpfenden Unkräuter, sondern verteilen sich bei sehr warmem Wetter durch die Thermik ggf. auch auf benachbarte Pflanzen im Beet. Hierdurch entstehen nicht selten Verdrehungen oder Missbildungen an Stauden, Sommerblumen oder Herbizidschaden an Eiche Gehölzen.

vom 16.06.2015

Derzeit auffällige Schadbilder an Rosen
Die trockene Schönwetterperiode im Frühjahr und zurzeit milde Frühsommertage bieten verschiedenen Schädlingen und Krankheiten optimale Entwicklungsbedingungen. Viele Rosenpflanzungen zeigen einen starken Befall mit echtem Mehltau. Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzen benötigt er als klassischer „Schönwetterpilz“ kein tropfbares Wasser. Trockene Sommertage und kühle Nächte mit Tau fördern die Infektion.

Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz

Weitergabe bitte nur im Original.

Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin

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Das Pilzmycel breitet sich als abwaschbarer Belag zunächst auf der Blattoberseite aus, danach werden Stiele und Knospen befallen. Die Triebspitzen wachsen nicht weiter, die Blätter rollen sich ein, verfärben sich rot und fallen später ab. Dichte Pflanzenbestände begünstigen die Entwicklung. Eine überhöhte Stickstoffversorgung der Pflanzen (weiches Gewebe) fördert den Befall. Eine Bekämpfung mit Fungiziden ist nur mit mehrfachen Spritzungen ab Befallsbeginn erfolgreich. Für die Anwendung im Freizeitgartenbau stehen mehr als 30 Fungizide (mit den Wirkstoffen Myclobutanil, Tebuconazol, Difenoconazol, Triticonazol, Kupferoktanoat, (Stand Juni 2015) zur Verfügung.

Echter Mehltau an Rosen

Bei Neupflanzung empfiehlt es sich, auf weniger anfällige Qualitätssorten (ADR-Rosen) zurückzugreifen. Aber auch der Standort ist entscheidend: Rosen benötigen Sonne und Wärme an einem luftigen Platz. Der Boden muss humos und tiefgründig sein, Staunässe und Bodenverdichtung sind unbedingt zu vermeiden. Stark mit Mehltau befallene Triebspitzen sollten jetzt herausgeschnitten werden, da die Knospen nicht mehr aufblühen. Damit lassen sich auch tierische Schaderreger, die gegenwärtig an den Rosen saugen bzw. fressen, dezimieren. Dazu zählen Blattläuse, die bei starkem Befall die Triebspitzen lückenlos besetzen können. Eine Reihe von Nützlingen, wie die Larven von Marienkäfer, Florfliege und Gallmücke, ernähren sich von den Läusen. Schlupfwespen parasitieren die Läuse, in dem sie ihre Eier in die Läuse legen. Im naturnahen Haus- und Kleingarten ist deshalb der Einsatz von Insektiziden meist nicht nötig. Zusätzlich brechen die Blattlauspopulationen mit Beginn des Hochsommerwetters ein.

Gallmücken- und Marienkäferlarven

Larven der Schwarzen Rosenblattwespe

Larven der Rosenbürstenblatthornwespe

Triebspitzen, die verbräunen und abknicken, können vom Rosentriebbohrer befallen sein. Die Larven fressen triebauf- oder -abwärts. Ein Herausschneiden der befallenen Triebspitzen vor dem Abwandern der Larven zur weiteren Entwicklung im Boden reduziert den Befall im nächsten Jahr. Neben dem Rosentriebbohrer gibt es weitere Blattwespenarten, die die Rosen schädigen: Die Larven der Schwarzen Rosenblattwespe verursachen Schabefraß an den Blättern, die der Rosenbürstenblatthornwespe Blattrandfraß. Auch hier ist im Haus- und Kleingarten das Absammeln dem Insektizideinsatz vorzuziehen. Brütende Singvögel wie Meisen und Rotschwänze versorgen ihren Nachwuchs mit dieser eiweißreichen Kost.

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Abgeknickte Rosenknospen sind vom Blütenstecher befallen. Der kleine Rüsselkäfer, der auch an Himbeeren und Erdbeeren vorkommt, legt seine Eier in die Knospen und nagt danach den Stiel ein wenig an. Rechtzeitiges Absammeln der befallenen Knospen und – mit viel Glück – auch der Käfer kann den Befall im nächsten Jahr reduzieren. Hinweis: Rosenrost und Sternrußtau an Rosen treten sortenbedingt bereits vereinzelt auf. Bedingung für den Ausbruch dieser beiden Pilzerkrankungen ist feucht kühles Wetter. Einem frühzeitigen Befall kann vorgebeugt werden, indem die Rosenblätter beim Gießen – besonders in den Abendstunden – nicht benetzt werden.

Blütenstecherschaden

Extreme Trockenheit
Nach dem milden Winter trockneten die Böden kontinuierlich aus. In den Monaten März, April und Mai fiel nur knapp die Hälfte der Regenmenge, die nach dem langjährigen Mittel für unsere Region typisch wäre. Auch der Juni brachte bislang keine Besserung. Darüber kam es an 12 Tagen über das übliche Maß (langjähriges Mittel) hinaus zu erheblichem Wind (im Schnitt Windstärken zwischen 6 und 8). Auch dies führte zu erheblicher Austrocknung der Böden. Mit der Bodentrockenheit einher geht eine mangelhafte Nährstoffversorgung. Dies führt jetzt auffällig sichtbar zum Abwerfen verschiedener Pflanzenteile: An Apfel und Sauerkirsche fallen viele kleine herabgefalle- vorzeitiger Fruchtfall an Sauerkirsche ne Früchte auf (Junifruchtfall). Immergrüne Gehölze, vor allem Eibe, Ilex und Lebensbaum zeigen zahlreiche gelbe Nadeln, Blätter oder Schuppenzweige. Die Pflanzen reagieren auf die Mangelversorgung. Um den Trockenstress aufzuhalten, gilt es sofort gründlich zu wässern. Dabei sollten Regner, Sprühschläuche oder Beregnungsanlagen solange an einem Tag Wasser abgeben, dass pro Quadratmeter wenigsten 10, besser 20 Liter verteilt werden. Das bedeutet im Schnitt pro Beregnungsort wenigsten 30 bis 60 Minuten „Wasser marsch“! Um genaue Kenntnis über den Feuchtezustand des Bodens zu haben, durch Trockenheit abgestoßene Kirschblätter sollte mit Spaten oder Schaufel nachgegraben werden.

Apfelwicklerbekämpfung Ein leichter Flughöhepunkt setzte in der 23. Kalenderwoche und am vergangenen Wochenende ein. Bisherige Kontrollen ergaben aktuell nur sehr vereinzelte Eiablagen. Das lag sicher an den momentan doch recht niedrigen Abendtemperaturen. Sofern die Temperaturen gegen Abend in den nächsten Tagen über 15°C liegen, muss mit Eiablagen gerechnet werden. Deshalb kann es sinnvoll sein, ab dieser Woche (25. Kalenderwoche) erste Spritzmaßnahmen vorzunehmen. Nach 10 bis 14 Tagen sollte eine Wiederholungsbehandlung erfolgen. Genaue Bekämpfungshinweise entnehmen Sie bitte folgendem Link: http://stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/aktuelles/index.shtml
Weitergabe bitte nur im Original.

Apfelwicklerbefall am Apfel
        
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