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Periodical volume

Full text: Berliner Gartenbrief Issue 2015,09

Pflanzenschutzamt Berlin
Berliner Gartenbrief Nr. 9
Birnen droht bei Regen Birnengitterrost

vom 05.05.2015

Aufgequollener Wacholderrost

Befall auf Birnenblättern

Typische "Körbchen" auf der Blattunterseite

Die Infektion junger Birnenblätter erfolgt durch die Sporen des wirtswechselnden Wachholderrostes. Zahlreiche Wacholderarten, insbesondere der Sadebaum (Juniperus sabina) und der Chinesische Wacholder (J. chinensis) zeigen während feuchter Wetterlagen an ihren spindelförmig verdickten Zweigen zahlreiche orangefarbene kleine Zäpfchen, die sich nach Niederschlägen zu gallertartigen Gebilden auswachsen. Die dort gebildeten Sommersporen werden über 500 m und mehr mit dem Wind verfrachtet. Sie infizieren zunächst optisch unbemerkt junge Birnenblätter. Erst im Juni werden erste orangefarbene Flecken auf den Blättern der Birnen sichtbar. Die Regenfälle der letzten Tage haben die Sporenbildung am Wacholder ausgelöst. Um den Befall an den Birnen zu reduzieren, muss man jetzt mit zugelassenen Mitteln die Birnbäume behandeln. Ein wiederholter starker Befall mit Birnengitterrost führt zur Schwächung der Bäume, Früchte werden vorzeitig abgeworfen. Zur Behandlung ist das nachfolgende Mittel zugelassen. Sofern das Wetter bis Ende Mai weiter regnerisch sein sollte, sollten 2 Wiederholungsbehandlungen folgen. Wirkstoff Difenoconazol Präparatname Duaxo-Universal-Pilzspritzmittel Indikation Birnengitterrost u.a.

Blattschäden durch gefräßige Larven an Lilien
Auf den Blättern verschiedener Liliengewächse wie Kaiserkrone, Tigerlilie oder auch Schachbrettblume fallen derzeit angefressene Blattränder oder Löcher auf. Sofern nicht Schnecken die Verursacher sind, haben die Larven der Lilienhähnchen diese Fraßschäden verursacht. Am günstigsten ist es, die Larven, die sich von eigenem Kot einhüllen, um sich vor Feinden zu schützen, abzusammeln. Eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gegen beißende Insekten ist im Allgemeinen nicht notwendig.
Lilienhähnchenlarven

Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz

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Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin

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Schnecken in Warteposition auf frisches Grün
Diverse Bodenorganismen sind jetzt aktiv. Sie ernähren sich noch von diversem totem organischen Material, so auch die Schnecken. Die meisten sind bereits geschlüpft. Da der Winter mild war, konnten sie sich geschützt unter altem Holz, im Mulch, unter Steinen und an Stauden entwickeln. Nacktschnecken sind Allesfresser und die Jungtiere lieben besonders weiches Pflanzenmaterial. So kann man schon jetzt Fraßschäden an Stiefmütterchen, Tulpen, Schwertlinien und Kräutern feststellen. Ausgepflanzte Jungpflanzen wie Kohlrabi und Salat stehen ebenso auf ihrem Speisezettel.

Fraßschäden im Frühjahr

Gemeine Gartenwegschnecke Jungschnecken der Spanischen Wegschnecke

Die gut über den Winter gekommene Schneckenpopulation wird sich gut weiterentwickeln. Noch ist genügend Feuchtigkeit im Boden, in Trockenperioden können sie in Verstecken gut überleben. Deshalb ist es jetzt wichtig, bevor die Lieblingspflanzen wie Kräuter, Bohnen, Dahlien, Studentenblumen oder auch Erdbeerfrüchte von den Nacktschnecken geschädigt werden, die überwinterte Schneckenpopulation zu dezimieren. Gut geeignet ist das Absammeln der Tiere. Dafür sollten Rückzugsflächen der Tiere ausfindig gemacht werden. Auch Anlocken mittels attraktiven Futters (z.B. Trockenfischfutter) ist effektiv, dazu sind alte Holzbretter auszulegen, mit Futter zu bestücken und täglich sind die Tiere abzusammeln. Ähnliche Ergebnisse sind mit den bekannten Bierfallen zu erreichen. Schneckengefährdetere Kulturen können geschützt auf Hochbeeten oder in dichten Netzen angepflanzt werden. Wer regelmäßig große Probleme mit Nacktschnecken im Garten hatte, kann auch das im Handel verfügbare zugelassene Schneckenkorn anwenden. Es sollte vor dem Erscheinen der Lieblingspflanzen auf den Beeten angewendet werden. Dabei ist unbedingt auf die Hinweise in der Gebrauchsanleitung zu achten. Besonders Zuwanderungswege der Schnecken in den Garten sollten erkannt werden, um gezielt die Population einschränken zu können. Nicht alle Schneckenarten haben ein Potential als Pflanzenschädlinge. Besonders hohe Populationsdichten an Nacktschnecken führen zu massiven Schäden in Garten.

Weitergabe bitte nur im Original.

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Eingerollte Rosenblätter
An den frisch ausgetriebenen Rosen rollen sich die Blätter entlang der Blattrippe ein. Verursacher ist die Rosenblattrollwespe. Der Schlupf der wenige Millimeter langen schwarzen Insekten hat in der Zeit um den 1. Mai schlagartig eingesetzt. In den kühlen frühen Morgenstunden ruhen die Wespen häufig auf den Blättern. Im Inneren dieser Rollen entwickeln sich die kleinen grünen Raupen des Schädlings. Diese Blattrollwespe kann noch bis Ende Mai aktiv sein. Werden einzelne eingerollte Blätter entdeckt, können diese entfernt und entsorgt werden. Kommt es insbesondere an Heckenrosen alljährlich zu starkem Befall, kann jetzt vor der Blüte mit einem syste- Symptom der Rosenblattrollmisch wirkenden Präparat, z.B. mit „Careo-Schädlingsfrei“ oder wespe „Bayer-Garten-Kombi-Rosen-Schädlingsfrei“ gespritzt werden, um die in den Blattrollen sich entwickelnden Larven abzutöten, damit möglichst wenige Blattwespenlarven im Sommer zur Überwinterung und Verpuppung in den Boden gelangen.

Information:
Im Rahmen der Veranstaltungen zur transparenten Verwaltung stellt sich das Pflanzenschutzamt Berlin vor. Am 19. Mai 2015 um 15:30 Uhr lädt Senator Andreas Geisel Bürgerinnen und Bürger in das Pflanzenschutzamt Berlin in die Mohriner Allee 137 in Berlin Britz ein, unter dem Motto „Was macht eigentlich… das Pflanzenschutzamt Berlin?“ Infos und Anmeldung unter: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/wir_ueber_uns/fokus/transparente_verwaltung/de/pflanzenschut zamt.php

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