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Periodical volume

Full text: Berliner Gartenbrief Issue 2015,08

Pflanzenschutzamt Berlin
Berliner Gartenbrief Nr. 8 Schädlinge an Johannisbeeren vom 21.04.2015

Knospengallmilben

Schadbild der Blasenläuse

Blasenläuse blattunterseits

Schwarze Johannisbeertriebe zeigen mitunter Knospen, die nicht austreiben. Sie sind kugelrund und die Blättchen entfalten sich nicht. Dieses Schadbild wird durch winzig kleine (0,2 mm) Gallmilben verursacht, die in den Knospen den Winter überdauern und frühzeitig ihre Saugtätigkeit aufnehmen. Während der Hauptwanderzeit zu Blühbeginn treten sie in Massen auf und verursachen an den Blättern Saugschäden. Sie werden durch Wind, Regen, bestäubende Insekten aber auch durch sich berührende Büsche weiter verbreitet. Im Juni/Juli dringen die Milben in die neuen Knospenanlagen ein, in deren Schutz sie sich rasch vermehren und weiterentwickeln. Bereits im Winter schwellen die befallenen Knospen an. Die Rundknospen sollten ausgebrochen und entsorgt werden, der beste Zeitpunkt dafür wäre vor dem Austrieb gewesen. Stark befallene Triebe sollten zurückgeschnitten werden. Vielerorts fallen oberseits blasig aufgewölbte Blätter auf, die sich bei Roten Johannisbeeren rot, bei Weißen und Schwarzen Johannisbeeren gelblich färben. Auf der Blattunterseite findet man wenige hellgrüne Läuse. Es handelt sich um den Befall durch die Johannisbeerblasenlaus. In den blasigen Verformungen sind die Läuse gut geschützt. Spritzbehandlungen sind schwierig, weil die Läuse kaum getroffen werden. Im Allgemeinen verhindert eine Vielzahl von Nützlingen die Massenvermehrung. Diese Läuseart wandert spätestens im Juni auf krautige Pflanzen, wie z.B. auf Taubnessel und Ziest über. Von hier aus besiedeln die Läuse im August/September erneut die Johannisbeersträucher und legen Wintereier ab. Eine effektive Bekämpfung der Johannisbeerblasenlaus erreicht man im zeitigen Frühjahr mit einer Austriebspritzung der Beerensträucher. Rapsölpräparate sind hierfür besonders geeignet. Bei beginnendem Befall können betroffene Blätter jetzt ausgepflückt werden.

Eine aktuelle Liste aller zugelassenen (und vertriebenen) Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingarten finden Sie auf der Internetseite des Pflanzenschutzdientes von Sachsen-Anhalt: http://www.isip.de/isip/servlet/contentblob/47420/Dokument/39935,property=Dokument.pdf

Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz

Weitergabe bitte nur im Original. Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin

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Kirschen vor Pilzinfektionen schützen
Mit steigenden Temperaturen und längerem Sonnenschein wird die Vollblüte der Kirschen einsetzen. Auch wenn Niederschläge nicht prognostiziert sind, können Tau und Frühnebel schon ausreichen, um die Infektionsgefahr für Monilia-Spitzendürre zu erhöhen. Die Pilze dringen über Narbe und Stempel in die Blüten der Süß- und Sauerkirschen ein. Auch die jetzt blühenden Mandelbäumchen sind sehr anfällig. Im Haus- und Kleingarten können vorbeugend z.B. „Pilzfrei Ectivo“ oder „Duaxo Universal Pilzspritzmittel“ gegen Monilia-Spitzendürre eingesetzt werden. Die Behandlungen sind jedoch nur sinnvoll, wenn durch einen sachgemäßen Schnitt für eine lichte und luftige Krone gesorgt wird. Um Befallsherde zu beseitigen, müssen befallene Astpartien nach der Blüte durch einen Rückschnitt ins gesunde Holz entfernt werden. Es gibt große Unterschiede in der Befallsstärke einzelner Sorten. Besonders die ’Schattenmorelle’ ist sehr anfällig. Aber auch die neueren – als resistent oder widerstandsfähig beschriebenen – Sauerkirschsorten bleiben bei länger anhaltender Monilia-Spitzendürre Blattnässe nicht befallsfrei. Pflanzenstärkungsmittel können die Widerstandsfähigkeit gegen Monilia- an Sauerkirsche Spitzendürre erhöhen, wenn sie rechtzeitig vorbeugend und wiederholt angewandt werden.

Säubern der Erdbeerbeete, um dem Grauschimmelbefall vorzubeugen
Die überwinterten Erdbeerpflanzen sind von welkem Laub zu befreien. Auch Blätter mit Blattflecken, den Symptomen der Weiß- und Rotfleckenkrankheit, sind zu entfernen, da auf ihnen die Pilze überwintern. Günstig ist ein luftiger Bestand! Dichte Bestände fördern das Ausbreiten der Grauschimmelfäule (Botrytis) während der Ernte. Das Auslegen von Unkrautvlies oder Stroh in die Reihen führt zum schnellen Abtrocknen nach Niederschlägen. Sollten Bewässerungsmaßnahmen notwendig sein, ist unbedingt das schnelle Abtrocknen des Bestandes erforderlich. Tropfbares Wasser ist eine Grundvoraussetzung für das Überleben und Ausbreiten des Grauschimmelpilzes. Der Anbau von Erdbeeren im Hochbeet kann den Befall von Grauschimmel in feuchten Gärten nachhaltig eindämmen, auch der Befall mit Schnecken kann gut eingeschränkt werden.

Blattbefall mit Weißfleckigkeit

Stroheinlagen

Erdbeeren im Hochbeet

Weitergabe bitte nur im Original.

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Bienenschutz im Freizeitgarten
Auch wenn die ersten Blattläuse auf Rosen und Schneeball zu finden sind, brauchen dagegen keine Insektizide eingesetzt zu werden. Zeitversetzt bauen sich Nützlingspopulationen auf. Marienkäfer, die Larven von Schlupfwespen, Florfliegen und Gallmücken reduzieren nachhaltig den Befall. Für Meisen und Co. sind Läuse und Insektenlarven willkommenes Futter bei der Jungenaufzucht. Die Zahl der Bienenvölker ist in den letzten Jahren erschreckend zurückgegangen. Deshalb gilt den Bienen unser besonderer Schutz. Jetzt blühen zahlreiche Frühjahrsblumen und Wildkräuter wie Taubnessel, Löwenzahn und Gänseblümchen. Sie dienen als Pollen- und Nektarspender für hungrige Honigbienen, Wildbienen und Hummeln. Wer jetzt Insektizide in seinem Garten anwendet, schadet nicht nur den fleißigen Blütenbestäubern sondern auch sich selbst, denn der Ertrag von Baum- und Strauchobst ist entscheidend abhängig von der Aktivität dieser Insekten.
Apfelblüte mit Hummelbesuch üppig blühende Aprikose

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