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Full text: Berliner Gartenbrief (Rights reserved) Ausgabe 2015,06 (Rights reserved)

Pflanzenschutzamt Berlin Berliner Gartenbrief Nr. 6 Rosen schneiden und gesund erhalten „Wenn die Forsythien blühen, können die Rosen geschnitten werden.“ Diese alte Gärtnerregel kann jetzt beherzigt werden, denn mit starken Frösten ist nicht mehr zu rechnen und die Rosen zeigen deutlich ihre Austriebsbereitschaft. So lassen sich jetzt abgestorbene Triebe problemlos erkennen, ebenso Triebverfärbungen durch die pilzliche Rindenfleckenkrankheit. Nur kräftige, gesunde Triebe sollten stehen bleiben. Die Art des Schnittes hängt von der Wuchsart der Rosen ab: Beet- und Edelrosen sowie mehrfach blühende Strauchrosen werden jetzt auf vier bis sechs Augen zurückgenommen, ebenso die Kronentriebe der Hochstammrosen. Dabei fördert starker Rückschnitt starken Austrieb, schwacher Rückschnitt bewirkt schwachen Austrieb. Bei Kletter- und einmalblühende Strauchrosen werden vergreiste und kranke Triebe entfernt, bei Bedarf erfolgt ein Verjüngungsschnitt, um sie in Form zu halten und die Blüh- Rindenfleckenkrankheit freude anzuregen. Der Schnitt wird mit einer sauberen und scharfen Rosenschere einen halben Zentimeter über einem möglichst nach außen weisenden Auge ausgeführt, schräg vom Auge weg. Ausgelichtete Rosen sind weniger krankheitsanfällig, weil das Laub schneller abtrocknet und den Pilzen schlechtere Infektionsbedingungen bietet. Falllaub sollte jetzt aus den Rosenbeständen entfernt werden, weil Falscher Mehltau, Rosenrost und Sternrußtau darauf überdauern. Durch den milden Winter haben besonders Kletter- und Wildrosen zum Teil noch restliche Blätter an ihren Trieben, die häufig krank sind. Auch sie sollten im Rahmen des vorbeugenden Pflanzenschutzes abgeschnitten oder vorsichtig abgezupft werden. Steigende Temperaturen und viel Sonnenschein können dazu führen, dass bereits zu Ostern die ersten Läuse auf den zarten Rosentrieben zu finden sind. Wird der Befall rechtzeitig erkannt, helfen mechanische Maßnahmen (abstreifen/abspülen). Die Nützlinge brauchen etwas länger, bald lassen sich dann aber auch die Larven von Gallmücken, Schweb- und Florfliegen beobachten. Nehmen Sie Ersatzpflanzungen im Rosenbeet vor, ist zu beachten, dass dies nur möglich ist, wenn Sie den Boden großzügig in doppelter Pflanzlochgröße und mindestens zwei Spaten tief austauschen, weil einseitige Nährstoffentnahme und Wurzelausscheidungen durch die alte Rose zu sogenannter Bodenmüdigkeit führen. vom 24.03.2015 Blattläuse Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz Weitergabe bitte nur im Original. Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Pflanzenschutzamt Berlin, Berliner Gartenbrief Nr. 4-2015 Seite 2 von 2 Grundsätzlich brauchen Rosen Sonne und Wärme an einem luftigen Standort. Der Boden muss humos und tiefgründig sein, Staunässe und Bodenverdichtung sind unbedingt zu vermeiden. Achten Sie bei der Sortenwahl auf das Qualitätssiegel ADR (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung), das geprüften Rosensorten u.a. Winterhärte, Reichblütigkeit, Wirkung der Blüte, Duft oder Wuchsform und vor allem Gesundheit bescheinigt. Heimische Baumschulen verkaufen diese Rosen in reicher Auswahl. Eindämmung von Unkräutern In diesem Winter konnten sich diverse ein- und zweijährige Unkräuter gut entwickeln. Zum Beispiel blüht die Vogelmiere jetzt sehr schön im Garten. Eine Pflanze kann bis zu 15 000 Samen bilden, die bis zu 60 Jahre keimfähig bleiben können. Diese Überlebensstrategien sind für viele Problemunkräuter charakteristisch. Deshalb sollten diese Pflanzen jetzt rechtzeitig und regelmäßig entfernt werden. Die Samenunkräuter sollten zur Minderung ihrer Ausbreitung nicht kompostiert werden. Auch die Staudenunkräuter wie das Schöllkraut sind schon gut im Garten erkennbar. An diesen Pflanzen überwintert z.B. die Kohlmottenschildlaus. Dieser Schädling geht dann sehr schnell auf junge Kohlrabioder Kohlpflanzen über. Durch Entfernen des Schöllkrautes ist es möglich, den Befall durch die Kohlmottenschildlaus vorbeugend etwas einzudämmen. Unkräuter sind Wildkräuter und haben im Naturhaushalt wichtige Funktionen, u.a. als Nektar- und Pollenspender für Insekten. Deshalb muss immer abgewogen werden, wo Unkräuter in großen Dichten Probleme bereiten könnten und damit regelmäßig zu entfernen sind. Vogelmiere in Blüte Schöllkraut Kontrolle zum Borkenkäferbefall an Obstgehölzen wichtig Verschiedene Borkenkäferarten wie der Große und Kleine Obstbaumsplintkäfer, der Ungleiche und Kleine Holzbohrer können Obstgehölze nachhaltig schädigen. Meist werden zuerst alte Obstbäume, besonders Apfel, Kirsche und Pflaume befallen. In der Folge geht der Befall besonders auf Neupflanzungen über, da diese Bäume im sogenannten Pflanzstress sind. Der Erstbefall ist an Starkästen zu sehen, über mehrere Jahre kann der gesamte Baum absterben. Der Befall ist durch 1 mm große Bohrlöcher am Ast bzw. Stamm erkennbar. Die Schädigung entsteht dadurch, dass die Tiere zwischen Rinde und Splint bzw. auch im Splint fressen und damit den Wasser- und Stofftransport stark reduzieren. Von befallenen Bäumen (Brutbäume) können sich die Käfer schnell in der Gartenanlage ausbreiten. Deshalb sollten jetzt Äste mit auffallender Löcherung (Bild) schnellst möglich abgeschnitten werden und nicht in der Gartenanlage gelagert werden. Borkenkäferbefall am Ast Weitergabe bitte nur im Original.
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