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Full text: Berliner Gartenbrief (Rights reserved) Ausgabe 2013,35 (Rights reserved)

Pflanzenschutzamt Berlin Berliner Gartenbrief Nr. 35 Winterquartier für Kübelpflanzen vom 20.11.2013 Schönmalve (Abutilon) Calamondin-Orange (X Citrofortunella microcarpa) Bleiwurz (Plumbago) Die schon recht niedrigen Nachttemperaturen der letzten Tage verleiten zu voreiligem Aktionismus, die vermeintlich kälteempfindlichen Kübelpflanzen schon jetzt in die Winterquartiere zu räumen. Viele dieser über die Saison wärmeliebenden Arten vertragen durchaus sehr niedrige Temperaturen, wie sie auch in ihrer meist mediterranen Heimat vorkommen. In Berlin treten im November immer mal wieder in klaren Nächten leichte Bodenfröste auf, gefolgt von längeren milden Witterungsabschnitten bis weit in den Dezember hinein. Kübelpflanzen sollten so spät wie möglich ins Winterquartier genommen werden, um die Überwinterungszeit unter meist nicht optimalen Bedingungen möglichst kurz zu halten. Rosmarin, Lorbeer, Oliven, Oleander und Fuchsien vertragen leichte Nachtfröste bis –5 °C. Kritisch wird es jedoch bei Kübelpflanzen, die noch sehr spät gedüngt wurden. Die Triebspitzen sind hier noch nicht vollständig ausgereift und können bei ersten Frösten durchaus Schaden nehmen. Die meisten Kübelpflanzen können mit wärmeisolierender Noppenfolie, durchlässigem Gewebe oder mit Vlies über Nacht vor kurzfristigen BoOlivenbaum mit Früchten denfrösten geschützt werden. Ein Standort an der Hauswand gibt zusätzlichen Schutz. Kühle Temperaturen fördern die notwendige Holzreife und bremsen das Wachstum. Wurzelballen sollten nur mäßig feucht sein, weil Nässe zu Fäulnis führt. Ein Abtrocknen ist zu diesem Zeitpunkt und auch später im kühlen Winterquartier kompliziert, ggf. kann der Topf mit Folienabdeckung vor Regen geschützt werden. Das Winterquartier sollte hell, luftig und kühl (bei 5–10 °C) sein. Diese idealen Bedingungen finden sich nur in Wintergärten oder beheizbaren Gewächshäusern. So müssen meist KomPflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin Weitergabe bitte nur im Original. E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Pflanzenschutzamt Berlin, Berliner Gartenbrief Seite 2 von 2 promisse eingegangen werden, dabei gilt: je heller ein Raum ist, umso wärmer darf er sein; ein dunkler Raum muss kühl sein. Bougainvillea, Enzianstrauch (Solanum rantonnetti), Kartoffelstrauch (Solanum jasminoides), Dattelpalme, Rosmarin, Olivenbaum, Myrte, Oleander, Wandelröschen (Lantana), Bleiwurz (Plumbago), Schmucklilie (Agapanthus), Zylinderputzer (Callistemon), Fuchsien, Veilchenbaum (Tibouchina), Gewürzrinde (Cassia), Schönmalve (Abutilon) Roseneibisch (Hibiscus), Schönmalve (Abutilon), Palisanderbaum (Jacaranda), Strauchmargeriten, Duftpelargonien, Fuchsien, Zitrus. Bis 18 °C wird vertragen, dann aber keine Winterpause, das Reinräumen kann schon jetzt erfolgen. Feigenbaum (Ficus carica), im zeitigen Frühjahr aber hell stellen! Engelstrompete (Brugmansia), Granatapfel (Punica), Gewürzrinde (Cassia), Wandelröschen (Lantana), Bleiwurz (Plumbago), Fuchsien 5–10 °C hell 10–15 °C 0 °C dunkel 5–10 °C In dunklen Überwinterungsquartieren verlieren die Pflanzen ihre Blätter und stellen den Stoffwechsel fast ein, deswegen darf nur so viel gegossen werden, dass der Ballen nicht komplett austrocknet. Zu weiche, sparrige Langtriebe können vor dem Einräumen eingekürzt werden. Der eigentliche Rückschnitt der Kübelpflanzen erfolgt erst im Frühjahr, um über Winter Eingetrocknetes zu entfernen und ggf. die Pflanzen durch Schnitt in Form zu bringen. Oleander mit Blattläusen Oleander mit Schildläusen Fuchsie mit Grauschimmel Das Ausputzen von kranken und mit Schädlingen behafteten Pflanzenteilen ist wichtig, um ein Einschleppen von Schadorganismen ins Winterquartier zu vermeiden, wie Weiße Fliege und Läuse. Weitgehend unbeobachtet würden sie sich auch bei nur mäßig warmen Temperaturen vermehren. Sichere Anzeichen für Blatt- und Napfschildlausbefall sind klebrige Honigtauablagerungen und schwarze Rußtaupilze. Sollen nach dem mechanischen Entfernen der Schädlinge Insektizide eingesetzt werden, sind bei den derzeit kühlen Temperaturen um 10 °C nur Kontaktmittel auf der Basis von Rapsöl wirksam. Regelmäßiges Lüften der Überwinterungsräume hält die Luftfeuchtigkeit niedrig und beugt einem Pilzbefall mit beispielsweise Grauschimmel (Botrytis) vor. Übrigens: …schon jetzt kann die alljährliche Schneckenplage im Frühjahr bekämpft werden. Eigelege mit 20 bis 50 kugelrunden weißlichen Eiern finden sich unter Topfstapeln und Pflanzcontainern, unter Rasenmulch und abgelegten Totholzstämmen. Ein Freilegen reicht aus, damit Nützlinge oder der Frost die Eier zerstören. Weitergabe bitte nur im Original. Eier der spanischen Wegschnecke
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