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Full text: Berliner Gartenbrief (Rights reserved) Ausgabe 2013,29 (Rights reserved)

Pflanzenschutzamt Berlin Berliner Gartenbrief Nr. 29 Herbstlicher Blatt- und Nadelfall In vielen Gärten fallen fast überall gelbe und braune Blätter auf. Auch an Nadelgehölzen wie Kiefer, Lebensbaum und Fichten findet man zunehmend braune Nadeln. Nicht alles lässt sich auf die Trockenheit und Hitze im August zurückführen. Immergrüne Gehölze, wie Rhododendron, Kiefern oder Lebensbaum stoßen einmal im Jahr die ältesten Blätter oder Nadeln ab. Diesen Vorgang nennt man physiologisches „Putzen“. Deutlich wird dies besonders im inneren Bereich der Gehölze. Besonders stark fällt diese Reaktion bei vorangegangener Trockenheit aus. Auch damit verbundener Nährstoffmangel herbstliches Putzen an Kiefer befördert derartiges putzen. Dünger darf aber erst wieder im nächsten Jahr gegeben werden, weil die Gehölze sonst nicht ausreifen und zur Ruhe kommen würden, um den Frost im Winter gut zu überstehen. Wichtig ist jetzt die gute Wasserversorgung der immergrünen Gehölze. Es empfiehlt sich bis zum endgültigen Durchfrieren des Bodens wiederholt tiefgründig zu wässern. Gießmulden oder Gießringe sorgen für ein langsames Versickern des Wassers und fördern das gleichmäßige Durchfeuchten des Wurzelbereiches. Mangelhafte Wasserversorgung der Immergrünen im Herbst führt zwangsläufig zu winterlichen Trockenschäden. herbstliches Putzen am Rhododendron vom 11.09.2013 An Kiefern zeigen sich jedoch auch im Spitzenbereich der Triebe braune Nadeln, oder ganze Triebspitzen sterben ab. Hierfür ist meist eine Infektion durch das DiplodiaTriebsterben verantwortlich. Dieser Erreger befällt Kiefern schon seit einigen Jahren auch in Berlin und Brandenburg, immer dann, wenn durch krassen Wetterwechsel, z.B. nach kühl-feuchtem Frühjahr ein trocken-heißer Sommer, die Bäume unter Stress geraten. Neben Kiefern können auch Tannen, Lärchen und Douglasien befallen werden. Da es sich hier zumeist um hohe Bäume handelt, ist eine Bekämpfung schwierig. Der Erreger überdauert als Saprophyt an Trieben, Nadeln oder Zapfen am Boden. Erst wenn die Infektionsbedingungen günstig sind und die Bäume entsprechend vorgeschädigt wurden, kommt es zu Neuinfektionen. Diplodia-Triebsterben Bei niedrigen Kiefernarten wie z.B. Krüppel- oder Zwergkiefern können befallene trockene Triebspitzen herausgeschnitten werden. Besonderer Wert ist auf eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen zu legen. Pelargonienrost An Pelargonienblättern findet man zurzeit dunkelbraune ringförmig angeordnete schorfige Stellen auf der Unterseite. Diese Blätter werden rasch gelb und sterben ab. Pelargonienrost Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Die Weitergabe an Dritte, auch auszugsweise, ist nicht gestattet. Pflanzenschutzamt Berlin Seite 2 von 2 Auffällig ist der Befall an stehenden Sorten, wohingegen die hängen Sorten und Arten (Hängepelargonien) vom Befall verschont bleiben. Befallene Pflanzen sollten ausgeputzt und nur noch sehr sparsam gegossen werden. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln lohnt jetzt kaum mehr. Die Überwinterung solcher befallenen Pflanzen ist fragwürdig, da die staubfeinen Sporen der Pilzkrankheit an fast allen Teilen der Pflanzen überwintern und bei feuchten Witterungsbedingungen im Folgejahr erneut die Blätter infizieren können. Soweit der Befall frühzeitig im Sommer erkannt wird, können die meist auch für Rosenkrankheiten zugelassenen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Schorfige Pflaumen Schäden durch Gallmilben im Sommer Gallmilbenbefall, Herbstsymptome Saugschäden an Trieben Bei der Pflaumenernte fallen Früchte mit schorfiger Fruchthaut auf, die z.T. aufgeplatzt oder deformiert sind. Hier handelt es sich um Spätschäden eines Gallmilbenbefalls (wahrscheinlich handelt es sich um die Art Aculus fockeui) im Frühsommer. Die winzigen Gallmilben saugen zu Sommerbeginn an den noch unreifen Früchten. Das Gewebe verschorft hier und wächst in der Folgezeit nicht weiter. Mit Größenzunahme der Früchte entstehen Spannungsrisse. Auch an den im Frühsommer noch weichen Triebspitzen saugen die Milben und hinterlassen im Herbst deutlich sichtbare violette Flecken an Blattstielen und Trieben. Die Gallmilben wandern ab August bereits in die Überwinterungsquartiere, hinter Knospenschuppen. Deshalb kann eine Austriebsspritzung mit Rapsöl-Präparaten im nächsten Frühjahr die Zahl der überwinterten Milben reduzieren.
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