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Full text: Berliner Gartenbrief (Rights reserved) Ausgabe 2012,31 (Rights reserved)

Pflanzenschutzamt Berlin Berliner Gartenbrief Nr. 31 vom 12.09.2012 Auffällig verschmutzte Apfelfrüchte dunkle Beläge am Apfel durch Rußfleckenkrankheit  Befall durch Rußflecken und Schorf Besonders in feuchten Sommern kommt es an spät reifenden Apfelsorten zur Verschmutzung der Früchte durch verschiedene Pilzkrankheiten. Auffällig ist ein Befall durch die Rußfleckenkrankheit. Rußige Beläge auf der Fruchtschale lassen auf diese Infektion schließen. Die Schädigung beschränkt sich auf die Fruchtschale, dringt nicht in das Fruchtfleisch vor. Dennoch sind befallene Früchte kaum lagerfähig. Sie beginnen alsbald zu schrumpfen. Auch starker Schorfbefall an den Früchten im Inneren der Baumkronen oder auf der Schattenseite ist sichtbar und mindert die Qualität der Früchte. Bei den genannten Symptomen sollte jedoch etwas genauer hingeschaut werden. Seit einigen Jahren verursacht im Land Brandenburg eine Schmierlausart besonders an Äpfeln ebenfalls rußartige Verschmutzungen. Es handelt sich hier um die Ahornschmierlaus Phenacoccus aceris (auch Gemeine Schmierlaus genannt). An den Äpfeln findet man in der Kelchgrube die kleinen weißlichen Larven, die deutlich weiß „überpudert“ sind. Dieser an zahlreichen Wirtspflanzen aus dem Bereich der Zier- und Obstgehölze vorkommende Schädling produziert durch seine Saugtätigkeit an Blättern, Trieben und Früchten umfangreiche Mengen klebrigen Honigtaus. Stark befallene Pflanzenteile verschmutzen im Anschluss durch zusätzliche Besiedlung mit Rußtaupilzen. Betroffene Blätter kümmern. Es besteht auch der Verdacht, dass durch den Schmierlausbefall Viruskrankheiten übertragen werden können. Deshalb ist es hilfreich, bei Befallsverdacht betroffene Früchte dem Pflanzenschutzamt zur Diagnose vorzulegen. Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Die Weitergabe an Dritte, auch auszugsweise, ist nicht gestattet. Pflanzenschutzamt Berlin Seite 2 von 3 Ahornschmierlaus Phenacoccus aceris – Biologie weiße Eisäcke der Ahornschmierlaus Larven an Rinde Ahornschmierläuse in Kelchgrube Seit dem Jahr 2006 tritt diese Schmierlausart im Land Brandenburg an Äpfeln auf. Die Ahornschmierlaus ist kein „neuer“ Schädling in unserer Region. Es handelt sich um eine nicht sonderlich wirtsspezifische Schmierlausart, die vor allem an unterschiedlichen Laubgehölzen gefunden werden kann. Wirtspflanzen sind u. a. Ahorn, Kastanie, Birke, Haselnuss, Weißdorn, Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume und auch Beerenobst und Wein. In Brandenburg erlangt sie besonders an Apfelbäumen seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung. In Berlin konnte noch kein Befall nachgewiesen werden. Sichtbar wird der Befall sowohl an Blättern, Trieben und Früchten, wenn diese starken Honigtau und anschließenden Überzug durch Rußtaupilze aufweisen. Meist ist auch die Anwesenheit von Ameisen am Baum auffallend. Die deutlich weiß „überpuderten“ Larven überwintern sowohl am Stammgrund, in der Nähe der Veredlungsstelle und am Fruchtholz. Im zeitigen Frühjahr wandern die weit entwickelten Larven (L3 Stadium) auf frische Blätter und Triebe. Charakteristische Symptome entstehen. Im Frühsommer werden 6-11 mm lange weiße Eisäcke auszubilden, die bis zu 1000 Eiern enthalten können. Der Schlupf der Larven erfolgt fortlaufend ab Ende Mai. An Blättern und Früchten erzeugt die intensive Saugtätigkeit der Larven anfänglich chlorotische Flecken. Später entstehen auffällige Verschmutzungen durch Rußtaupilze, die sich auf dem von den Läusen abgesonderten Honigtau ansiedeln. Diese Schmierlausart steht auch im Verdacht Viruskrankheiten zu übertragen. Um eine Verwechslung mit anderen Schildlaus- oder Blutlausarten zu vermeiden, sollte befallenes Pflanzenmaterial dem Pflanzenschutzdienst zur Diagnose vorgelegt werden. Für den Haus- und Kleingärtner empfiehlt sich bei Befall insbesondere eine Austriebspritzung mit Rapsölpräparaten. Befall durch San-Jose-Schildlaus (Abb. 1 und 2), durch Deckelschildlaus (Abb.3) und durch Apfelblutlaus Pflanzenschutzamt Berlin Seite 3 von 3 Noch ein Tipp in eigener Sache: Auch in diesem Jahr findet am 22. und 23. September jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr auf dem Gelände der Späth’schen Baumschulen in BerlinTreptow, Späthstraße 80/81 das Traditionsfest mit `Grünem Markt` statt. Neben zahlreichen Verkaufsständen und einem Beratungsstand zur Obstsortenbestimmung finden Sie auch wieder einen Beratungsstand des Pflanzenschutzamtes Berlin.
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