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Full text: Berliner Gartenbrief (Rights reserved) Ausgabe 2012,29 (Rights reserved)

Pflanzenschutzamt Berlin Berliner Gartenbrief Nr. 29 Problemkind Rasen Die Wetterkapriolen dieses Sommers ließen den Rasen zunächst recht gut wachsen, ausreichende Niederschläge und mäßige Temperaturen führten zu satt grünen Flächen. Häufige Schnittmaßnahmen waren notwendig. Dadurch wurden dem Boden verstärkt Nährstoffe entzogen. Starkregenfälle verstärkten zusätzlich die Auswaschung auf den in unserer Region überwiegend leichten Böden. Niederschlag- und taureiches Wetter förderten den Befall des Rasens mit pilzlichen Erregern wie Fusarium und Rotspitzigkeit. Im August gab es dann einige lang ersehnte Tage mit Hochsommerwetter. Als Folge treten jetzt erste Trockenschäden auf. Feinhalmige Rasenarten leiden besonders, während breithalmige kräftig zulegen. Trotz dieser Schadbilder wäre aber hektischer Aktionismus fehl am Platz. Fachgerechtes Wässern hilft dem Rasen: alle paar Tage reichlich Wasser in den frühen Morgenstunden versorgt den Rasen tiefgründig mit Wasser und verhindert Verbrennungsschäden. Tägliche, knappe Wassergaben würden nur oberflächennahe Wurzeln versorgen und den Boden verschlämmen. Die Rasenwurzeln bekämen keine Luft und könnten in tieferen Bodenschichten kein Wasser finden, um den Wasserentzug, den die Halme durch Wärme, Sonne und Wind haben, auszugleichen. Die Nährstoffverluste sollten durch eine abschließende Herbstdüngung im September ausgeglichen werden. Kalibetonte Rasendünger stärken das Gewebe. Geschwächte lückig gewordene Rasenflächen bieten gute Ausbreitungsmöglichkeiten für Rasenunkräuter. Eine Vielzahl ist mehrjährig und sollte vor dem Winter beseitigt werden, wenn man keine „Gras-“ sondern „Rasenfläche“ in seinem Garten bevorzugt. Löwenzahn, Breitwegerich und Gänseblümchen können ausgestochen, Ehrenpreis (Bild), Gundermann oder Vogelknöterich mühsam gejätet werden. Bei der Anwendung von Rasenherbiziden ist zu beachten, dass die Mittel (beste Wirkung zeigen Kombinationen mit vier Wirkstoffen) erst ein paar Tage nach dem Rasenschnitt angewendet werden sollten, damit die Blattfläche der Unkräuter wieder groß genug ist, um genügend Wirkstoff aufzunehmen. Das anhaltend feuchte Wetter in diesem Sommer hat dazu geführt, dass sich das Sternmoos (Sagina procumbens) auffällig auf Beeten, im Rasen und an Wegrändern ausgebreitet hat. Der deutsche Name ist irreführend, es handelt sich beim Sternmoos nicht um Moos, sondern um ein Nelkengewächs. Bei genauerem Hinschauen lassen sich winzige helle Blütchen entdecken. Deswegen zeigt Moosvernichter keine Wirkung. Es kann mit Unkrautvernichter eingedämmt werden. Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Die Weitergabe an Dritte, auch auszugsweise, ist nicht gestattet. vom 22.08.2012 Pflanzenschutzamt Berlin Seite 2 von 2 Immergrüne putzen sich Rhododendron und Kirschlorbeer beginnen bereits, sich zu putzen. Sie stoßen die sich rot und orange verfärbten Blätter aus dem Innenbereich ab. Die oben beschriebenen diesjährigen Wetterbedingungen haben auch bei ihnen zu Nährstoffauswaschung geführt. Je geringer die Nährstoffreserven sind, umso stärker putzen sich die Gehölze. Dünger darf aber erst wieder im nächsten Jahr gegeben werden, weil die Gehölze sonst nicht ausreifen und zur Ruhe kommen würden, um den Frost im Winter gut zu überstehen.
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