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Full text: Berliner Gartenbrief (Rights reserved) Ausgabe 2012,25 (Rights reserved)

Pflanzenschutzamt Berlin Berliner Gartenbrief Nr. 25 Verregneter Sommer –Blattflecken überall vom 25.07.2012 Sprühflecken an Kirsche Schrotschuss an Pfirsich Sternrußtau an Rose Bis vor kurzem war das Wetter konstant kühl und regnerisch. Die lang anhaltende Blattnässe hat auch beim Obst verschiedene pilzliche Blattfleckenerreger gefördert. Für vorzeitigen Blattfall sorgen insbesondere die Blattfallkrankheit an Johannis- und Stachelbeeren, die Sprühfleckenkrankheit an Süß- und Sauerkirsche und auch Schrotschussinfektionen am Pfirsich. Spritzbehandlungen mit Pflanzenschutzmitteln sind jetzt nicht mehr sinnvoll und zudem auch wegen fehlender Zulassungen im Hobbybereich nicht möglich. Wichtig jedoch ist das kontinuierliche Entfernen des befallenen Laubes. Es kann ohne Probleme kompostiert werden, wenn eine dichte Erdschicht zur Abdeckung verwendet wird. Die Sporen der genannten Pilzkrankheiten einschließlich des Birnengitterrostes gehen mit dem gründlichen Rotteprozess während der Kompostierung bis zum nächsten Frühjahr zu Grunde. Eine Ausbreitung dieser Krankheiten durch die Komposterde ist nicht zu befürchten. Viele Stauden, die bis lang in Jahren mit trockenen Sommern gesund blieben, zeigen ebenfalls Blattflecken, wie z.B. Iris, Pfingstrosen, Nelken und Bergenien. Ein Durchputzen mindert die Ausbreitung der Pilzinfektion. Einige Stauden vertragen einen kräftigen Rückschnitt, s. Gartenbrief Nr. 23 . Zur Pilzbekämpfung an Rosen ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln möglich und sinnvoll. Die unregelmäßigen Blattflecken des Sternrußtaus und die roten Pusteln des Rosenrostes zeigen sich besonders in dichten Beständen an geschützten Standorten. Mit dem Entfernen befallener Blätter und Verblühtem sollten die Bestände ausgelichtet werden. Erst dann ist der Einsatz von Fungiziden sinnvoll. Die Spritzbehandlungen müssen den Wetterverhältnissen angepasst mehrfach wiederholt werden, um vor Neuinfektionen zu schützen. Sollen Rosen neu gepflanzt werden, empfiehlt sich die Auswahl aus einem Katalog bekannter Rosenbaumschulen. Insbesondere Rosen, die ein ADR-Prüfsiegel haben, können als widerstandsfähig gegenüber den typischen Rosenkrankheiten gelten. Die Kraut- und Braunfäule an Tomaten breitet sich z.Z. besonders an ungeschützten Standorten im Freiland, aber auch bei hoher Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus aus. Befallene Blätter mit graugrünen bis braunen Flecken sowie zu dicht gewordene Blätter im unteren Bereich der Pflanzen sollten entfernt werden und die noch gesunden Pflanzenteile im Anschluss unbedingt mit einem der folgenden Spritzmittel geschützt werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern: Kupferpräparate (z.B. Cueva-Tomaten Pilzfrei, Achtung deutlich sichtbarer Belag!) oder Bayer Gemüse-Pilzfrei Infinito (syste- Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadtum.berlin.de Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Die Weitergabe an Dritte, auch auszugsweise, ist nicht gestattet. Pflanzenschutzamt Berlin Seite 2 von 2 misch wirkendes Mittel), im Gewächshaus/Folientunnel ist zusätzlich Ortiva zugelassen (Stand Juli 2012). Soweit sich dauerhaft trockenes Wetter einstellen sollte, kann eine Behandlung unterbleiben. Das lang anhaltende feuchte Wetter bot den Schnecken optimale Lebensbedingungen. Ihre Gefräßigkeit verursacht am Gemüse und an vielen Zierpflanzen auffallende und kaum mehr tolerierbare Schäden. In Kürze beginnen die Schnecken mit der Eiablage, deshalb ist eine Bekämpfung zum gegenwärtigen Zeitpunkt wichtig. Bei unbeständigem Wetter ist das Absammeln die wirksamste Maßnahme. Sobald es trocken wird, ist die Anwendung von Schneckenkorn – unter Beachtung der Gebrauchsanleitung - empfehlenswert. Mittel mit den Wirkstoffen Metaldehyd und Eisenphosphat sind weitgehend nützlingsschonend. Ausführliche Artenbeschreibungen und verschiedene Regulierungsmöglichkeiten finden Sie in unserem neuen Merkblatt über Schadschnecken.
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