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Full text: Berliner Gartenbrief (Rights reserved) Ausgabe 2012,7 (Rights reserved)

Pflanzenschutzamt Berlin Berliner Gartenbrief Nr. 07 vom 21.03.2012 Austriebspritzung im Garten - die Lösung aller Schädlingsprobleme? Alljährlich haben Gartenfreunde die Hoffnung, dass ein „strenger“ Winter die wichtigsten Schädlinge im Garten abtötet. Diese Hoffnung trügt jedoch. Ein Großteil der einheimischen Schädlinge ist in der Lage, in bestimmten Entwicklungsstadien Frösten bis zu minus 20°C zu widerstehen. Besonders im Ei- und Puppenstadium überleben die Insekten durch ein Herunterfahren des Stoffwechsels sehr gut. Kritischer sind Wechselfröste. Sie schaden sowohl Schädlingen als auch Pflanzen. Ist durch Einsetzen einer milden Wetterphase die Winterruhe erst einmal aufgehoben, schaden anschließend einsetzende Frostperioden den Insekten und Pflanzen erheblich. Dies wird nach diesem Winter besonders an immergrünen Pflanzen deutlich (siehe auch Gartenbrief Nr. 4). Mehlige Apfelblattlaus Auch wenn die milden Temperaturen am letzten Wochenende den Frühling schon ahnen ließen, die meisten überwinternden Schädlinge ruhen noch. Mit dem Schlupf von Blattläusen, Blattsaugern und Frostspannern ist erst mit anhaltenden Tageshöchsttemperaturen über 12°C zu rechnen. Deshalb sollte mit einer Austriebsspritzung gegen überwinternde Schädlinge noch gewartet werden. Die diesjährige Fruchtholzuntersuchung von Obstgehölzen aus den Kleingärten lässt folgende Tendenz erkennen: Offensichtlich ohne Bedeutung im Berliner Raum scheint der Besatz durch die Eier des Kleinen Frostspanners und der Obstbaumspinnmilbe zu sein. Örtlich kam es zu deutlichen Eiablagen durch verschiedene Blattlausarten. Besonders auffällig ist ein fast durchgängig starker Besatz durch die Eier des Frühjahrsapfelblattsaugers. Hier liegt der Besatz überdurchschnittlich stark in der höchsten Befallsklasse. Wer aus Erfahrung im letzten Jahr deutlich sichtbaren Befall durch Blattläuse und vor allem Apfelblattsauger beobachtet hat, sollte auf eine Austriebsspritzung mit einem ölhaltigen Austriebsspritzmittel (Rapsöl- und Mineralölpräparate) nicht verzichten. Eiablage des Apfelblattsaugers Sonniges warmes Wetter begünstigt Mehltau Das sonnige und warme Wetter begünstigt zum Austrieb der Gehölze erste Infektionen durch Echte Mehltaupilze. Insbesondere an Stachelbeeren, am Apfel und am Wein kann es zu ersten Infektionen kommen. Deshalb können erste Spritzbehandlungen an den betreffenden Gehölzen gegen Echte Mehltaupilze zum Austrieb sinnvoll sein. Besonders dort, wo Stachelbeersträucher im letzten Jahr verstärkt Befall durch den Stachelbeermehltau aufwiesen, sollte in dieser Woche mit den Behandlungen begonnen werden. Im Handel stehen Präparate mit folgenden Wirkstoffen zur Verfügung: Netzschwefel gegen beide Mehltauarten und Myclobutanil und Difenoconazol gegen Apfelmehltau. An Apfelbäumen kann durch Rückschnitt befallener Primärknospen der Anfangsbefall deutlich reduziert werden. Erste Behandlungen am Wein sollten erst erfolgen, wenn die Knospen beginnen dick zu werden. Stachelbeermehltau Falls in den nächsten 2 Wochen Niederschläge zu erwarten sind, empfiehlt sich eine Wiederholungsbehandlung der Pfirsich- und Nektarinenbäume gegen die Kräuselkrankheit. Pflanzenschutzamt Berlin, Mohriner Allee 137, 12347 Berlin E-Mail: pflanzenschutzamt@senstadt.berlin.de Internet: www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz Bildnachweis:© Pflanzenschutzamt Berlin Die Weitergabe an Dritte, auch auszugsweise, ist nicht gestattet.
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