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Aufgabenstellung

Full text: Aufgabenstellung

Ideen- und Realisierungswettbewerb

Verfahrensdurchführung

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin Abteilung Ökologische Stadtentwicklung Helene - Weigel – Platz 8 12681 Berlin Frau Sabine Antony Frau Beate Heinrich in Kooperation mit Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Referat II D – Auswahlverfahren und Wettbewerbe Frau Almut Jirku und Abteilung IV – Wohnungswesen, Stadterneuerung, Soziale Stadt Frau Margitta Dahlem

Verfahrenskoordination

BSM mbH Katharinenstraße 19-20 10711 Berlin Frau Lydia Ebermann Frau Stephanie Leschka Frau Gaby Morr

Datum

Stand 10.07.2009

Titelbild

Bild und Kollage BSM mbH

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Ideen- und Realisierungswettbewerb

Inhaltsverzeichnis

I. Verfahren...........................................................................................................................5 1.1. 1.2. 1.3. 1.4. 1.5. 1.6. 1.7. 1.8. 1.9. 1.10. 1.11. 1.12. 1.13. 1.14. 1.15. 1.16. 1.17. 1.18. 1.19. Auslober ...................................................................................................................5 Art des Verfahrens....................................................................................................5 Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe ............................................................5 Teilnehmer................................................................................................................6 Preisgericht und Vorprüfung .....................................................................................7 Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen .......................................................................9 Abgabe der Wettbewerbsarbeiten...........................................................................10 Vorstellung der Entwürfe in der Bürgerschaft..........................................................11 Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen.................................................................11 Geforderte Leistungen ............................................................................................11 Beurteilungsverfahren und Vorprüfung ...................................................................13 Vergütung ...............................................................................................................13 Preise .....................................................................................................................13 Weitere Bearbeitung ...............................................................................................14 Eigentum und Urheberschaft ..................................................................................14 Verfassererklärung .................................................................................................14 Bekanntgabe der Ergebnisse - Ausstellung der Arbeiten ........................................15 Haftung...................................................................................................................15 Zusammenstellung der Termine .............................................................................15

II. Situation und Planungsvorgaben .....................................................................................16 2.1. 2.1.1 2.1.2 2.1.3 2.1.4 2.1.5 2.2. 2.2.1 2.2.2 Das Wettbewerbsgebiet..........................................................................................16 Historische Entwicklung ..........................................................................................16 Städtebau und Nutzungsstruktur.............................................................................17 Bevölkerung und Sozialstruktur ..............................................................................18 Infrastruktur und Nutzungsangebote .......................................................................19 Öffentlicher Raum...................................................................................................20 2.2 Die Wettbewerbsaufgaben................................................................................22 Teil I: Ideenwettbewerb...........................................................................................22 Realisierungsteil „Kulturraum“.................................................................................27

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Anlass und Ziel

Im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens „Aktive Stadtzentren“ ist die Marzahner Promenade ausgewählt worden, entsprechend der prämierten Entwicklungskonzeption in ihrer Funktion als Stadtteilzentrum durch verschiedene Maßnahmen gestärkt zu werden. Die Fußgängerzone Marzahner Promenade, die nicht identisch ist mit der Straße Marzahner Promenade, erstreckt sich über eine Länge von einem Kilometer zwischen den beiden Polen Eastgate am S-Bahnhof Marzahn und dem Freizeitforum Marzahn. Sie war in den 80ziger Jahren in Form einer reinen Fußgängerzone mit intensiver Begrünung als durchgängige Einkaufs- und Geschäftsstraße konzipiert und gebaut worden, hat aber unter den geänderten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen und nicht zuletzt durch den Bau des Einkaufszentrums Eastgate 2004 ihre Funktion als solche verloren. Auch ist die Promenade als Stadtteilzentrum mit ihren Zielpunkten weder von außen her gut auffindbar (introvertierte Lage hinter der sie umschließenden Wohnbebauung) noch ist der Verlauf innerhalb der Promenade selbst gut erkennbar und wahrnehmbar. Als besonderer Aufgabenschwerpunkt für die Entwicklung des Stadtteilzentrums wurde deshalb die partielle Umgestaltung des öffentlichen Raumes (Fußgängerbereich) der Promenade identifiziert. Die Aufgabenstellung des Wettbewerbs hat zwei Komponenten. Ziel ist es, im Ideenteil übergeordnete Gestaltungsvorschläge für den Gesamtverlauf der Promenade zu erhalten, wodurch die Promenade als Verbindung und Einheit besser erlebbar wird. Für eine Teilfläche im Umfeld des Freizeitforums Marzahn sollen im Realisierungsteil konkrete Gestaltungsvorschläge ausgearbeitet werden, die aus ihrem Nutzungsprofil als „Kulturraum“ in Verbindung mit verschiedenen Freizeitangeboten abgeleitet werden sollen. Es ist ein attraktiver öffentlicher Raum zu schaffen, der unter Beachtung der Anforderungen von den Nutzern eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Es wird Wert gelegt auf eine klare, einfache Gestaltung, die ohne Überladung der Flächen qualitätsvolle, ansprechende Räume schafft.

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I.
1. 1.1. Auslober

Verfahren
Verfahren

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Verfahrenskoordination

BSM Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH Katharinenstraße 19-20 10711 Berlin Telefon 030 – 896 003 169 Fax 030 – 896 003 167 E-Mail bsm@bsm-berlin.de Frau Lydia Ebermann Frau Stephanie Leschka Frau Gaby Morr

1.2.

Art des Verfahrens

Eingeladener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb als kooperatives Verfahren mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist Deutsch.

1.3.

Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe

Dem Wettbewerb liegen die Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens (GRW 1995 in der Fassung vom 22.12.2003) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt ist. Bei der Vorbereitung der Ausschreibung hat die Architektenkammer Berlin entsprechend den Regelungen der GRW beratend mitgewirkt. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin seit dem 26. Mai 2009 unter der Registrier-Nr. B-2009-16 geführt. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der GRW einverstanden. Verlautbarun-

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gen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, Abteilung Ökologische Stadtentwicklung. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit dem o.g. Wettbewerb bei der BSM Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Namen, Anschrift, Telefon, Bankverbindung, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft und Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt. 1.4. Teilnehmer

Mit der Bekanntmachung des Verfahrens im Internet – Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Wettbewerbe - ab dem 27.05.2009 wurden Landschaftsarchitekten oder Arbeitsgemeinschaften unter Federführung von Landschaftsarchitekten aufgefordert, sich um die Teilnahme an dem Ideen- und Realisierungswettbewerb zu bewerben. Aus den Bewerbungen wurden unter Berücksichtigung der vorgegebenen Auswahlkriterien am 12.06.2009 die folgenden sieben Landschaftsplanungsbüros ausgewählt. bbzl böhm benfer zahiri Marchlewskistraße 105. 10243 Berlin Blanc Scheidel und Kollegen Oranienstraße 37, 10999 Berlin Häfner / Jeménez Schwedter Straße 263, 10119 Berlin LA.BAR Landschaftsarchitekten Lobeckstraße 36, 10969 Berlin Planorama Marienburger Straße 28, 10405 Berlin

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Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten Vulkanstraße 120, CH - 8048 Zürich Weidinger Landschaftsarchitekten Wilhelmstraße 118, 10963 Berlin

1.5.

Preisgericht und Vorprüfung Birgit Hammer Landschaftsarchitektin, Berlin Jens Henningsen Landschaftsarchitekt, Berlin Gabriele Kiefer Landschaftsarchitektin, Berlin Rolf Backmann Architekt und Stadtplaner, Berlin

Fachpreisrichter/ -innen

Stellvertretende/r Fachpreisrichter/ -in

Gabriele Pütz, Landschaftsarchitektin, Berlin Hermann Scheidt Architekt, Berlin

Sachpreisrichter/ - innen

Christian Gräff / N.N. Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin Stadtrat für Wirtschaft, Tiefbau, Bürgerdienste und öffentliche Ordnung Norbert Lüdtke Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin Stadtrat für Ökologische Stadtentwicklung Peter Ostendorff Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Referat II D – Auswahlverfahren und Wettbewerbe

Stellvertretende Sachpreisrichter/ -innen

Michael Müller Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin Abt. Wirtschaft, Tiefbau, Bürgerdienste und öffentliche Ordnung, Tiefbauamt Manfred Weißbach Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin Abt. Ökologische Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsamt

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Almut Jirku Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Referat II D – Auswahlverfahren und Wettbewerbe Sachverständige

Sabine Antony, Beate Heinrich Stadtplanungsamt Marina Göhner Tiefbauamt Birgit Engelhardt Natur- und Umweltamt Dieter Ruhnke Freizeitforum Marzahn Ulrich Jursch degewo Marzahner Wohnungsgesellschaft mbH Thomas Ullmann degewo Marzahner Wohnungsgesellschaft mbH Margitta Dahlem, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Marianne Blätz WG Marzahner Tor eG Karin Scheel Galerie M Herr Schnurpfeil LKA Prävention Benno Koch, Fahrradbeauftragter des Berliner Senats

Gäste

Peter Kever Architektenkammer Berlin Bürgerinitiative Vertreter der Fraktionen in der BVV Marzahn-Hellersdorf

Vorprüfung

Katharina Schütze, Landschaftsplanerin Inga Hahn, Landschaftsarchitektin

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1.6.

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Die Wettbewerbsunterlagen werden den Teilnehmern am 13.07.2009 per E-Mail zugesandt. Am 15.07.2009 findet um 9.30 Uhr ein Ausgabekolloquium in Anwesenheit der Jury und der Sachverständigen statt in den Räumen des Freizeitforum Marzahn Marzahner Promenade 55 Nach Erläuterung der Aufgabenstellung wird den Teilnehmern Gelegenheit zu Rückfragen gegeben. Anschließend erfolgt eine gemeinsame Ortsbegehung. Das Protokoll wird allen Beteiligten bis zum 20.07.2009 zugestellt. Die Inhalte werden damit bindender Bestandteil der Auslobung. Rückfragen Weitere Rückfragen (GRW 5.3) können ausschließlich schriftlich per E-Mail gestellt werden und müssen bis zum 22.07.2009 unter dem Kennwort „Marzahner Promenade“ bei folgender E-Mail-Adresse eingegangen sein: Gaby.Morr@bsm-berlin.de Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Auslobung, auf die sie sich beziehen, Bezug zu nehmen. Die Rückfragen werden bei Bedarf mit den Sachverständigen erörtert. Das Ergebnis der Rückfragenbeantwortung wird anschließend allen am Verfahren Beteiligten per E-Mail zugesandt. Die Beantwortung ist Bestandteil der Auslobung.

Ausgabekolloquium

Zwischenkolloquium

Während der Bearbeitungszeit, am 10.08.2009 (Terminbestätigung abwarten) wird mit den Teilnehmern, der Jury und den Sachverständigen ein Kolloquium abgehalten, bei dem ein Meinungsaustausch über die Aufgabenstellung und mögliche Lösungen stattfindet. Die Aufgabenstellung kann vom Auslober im Laufe des Kolloquiums weiterentwickelt werden. Dabei sind die Teilnehmer verpflichtet, Zwischenergebnisse der Jury offen zu legen. Zu diesem Zwischenkolloquium werden die teilnehmenden Büros einzeln und zu gleich langen Vorstellungs- und Diskussionszeiträumen eingeladen. Zum Zwischenkolloquium werden aussagefähige zeichnerische Darstellungen in Papierform erwartet, die es erlauben, den Entwurfsansatz der jeweiligen Verfasser zu erkennen und zu beurteilen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, an Hand einer Powerpoint-Präsentation (Version 2000 oder darunter) digitale Pläne vorzustellen. Hierfür stellt der Auslober Laptop und Beamer zur Verfügung.

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Änderungen der Aufgabenstellung sind bis zur Übersendung der Niederschrift des Zwischenkolloquiums möglich. Das Protokoll des Zwischenkolloquiums einschließlich der schriftlichen Beantwortung der Rückfragen wird allen am Verfahren Beteiligten zugesandt. Es ist Bestandteil der Aufgabenstellung.

1.7.

Abgabe der Wettbewerbsarbeiten

Die Arbeiten sind am 01. September 2009 bis 16.30 Uhr bei der BSM mbH, Katharinenstraße 19-20, 10711 Berlin oder am selben Tag oder davor liegend per Post- oder Kurierdienst einzureichen. Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Marzahner Promenade“ einzureichen. Bei Zustellung durch Post- oder Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben. Bei Einreichung durch Post- oder Kurierdienst ist eine Kopie des Aufgabebeleges in gleicher anonymisierter Weise wie die Arbeit selbst, mit der Kennziffer versehen, an den Auslober nachzusenden. Bei Einlieferung durch Post- oder Kurierdienst (porto- und zustellungsfrei für den Empfänger) gilt die Einlieferungsfrist als erfüllt, wenn der Aufgabestempel das Datum des 01.09.2009 oder eines davor liegenden Tages trägt. Der Verfasser trägt die Verantwortung, dass die geforderten Leistungen am 6. Tag nach Abgabedatum vorliegen. Der Verfasser selbst ist für die Lesbarkeit des Aufgabestempels auf der Sendung verantwortlich. Verspätet eingegangene Arbeiten, deren Aufgabestempel / Aufgabebeleg fehlt, unleserlich oder unvollständig ist oder dessen Richtigkeit angezweifelt wird, werden vorbehaltlich des späteren Nachweises zeitgerechter Einlieferung, den der Teilnehmer zu erbringen hat, mitbeurteilt. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung auszufüllen (s. Anhang) mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben.

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1.8.

Vorstellung der Entwürfe in der Bürgerschaft

Die eingereichten Entwürfe werden der Bürgerschaft durch die Vorprüfung vorgestellt am Freitag, dem 11.09.2009 in der Zeit von 16 – 21 Uhr im Freizeitforum Marzahn Die Hinweise aus der Bürgerschaft werden der Jury zur Verfügung gestellt.

1.9.

Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen

01_SWOT_Analyse_Entwicklungskonzept.pdf 02_Doklumentation_Planungsworkshop.pdf 03_Referate_planungsworkshop.pdf 04_Kunstobjekte_MarzahnerPromenade.pdf 05_Eigentumsverhältnisse.jpg 06_Leitzile.pdf 07_Bereichsabgrenzung_Wettbewerb.pdf 08_Analyse-der-Besonnung-Verschattung.pdf 09_Analyse-des_bodennahen-Windfeldes.pdf 10_Ausführungsplanung_MarzProm.pdf 11_Ersatzbau der öffentlichen Beleuchtung.pdf 12_Tiefbaumat Anforderungen Marzahner Promenade.pdf MarzProm-Hoehenplan.dwg MarzProm-Uebersichtspla.dwg

Hinweis Jeder Teilnehmer des Wettbewerbs verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Wettbewerb zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu löschen.

1.10. Geforderte Leistungen

Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen erwartet: Ideenteil Ideenteil / Einbindung in die Umgebung M 1: 500 Realisierungsteil Gestaltungs- und Nutzungskonzept mit Hauptwegeverbindungen und Ausformulierung der Oberflächentexturen im M 1 : 200

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Aussagefähige Details im M 1: 50 oder größer zur Verdeutlichung der Entwurfsidee mindestens ein Schnitt in Ost-West-Richtung mit Angabe der Lage, im M 1 : 100 oder größer mindestens ein Schnitt in Nord-Süd-Richtung mit Angabe der Lage, im M 1 : 100 oder größer Erläuternde Darstellung wie Ansichten und Perspektiven zur Veranschaulichung der Entwurfsidee Angaben zur Ausstattung Erläuterungsbericht mit Begründung des vorgeschlagenen Entwurfskonzeptes sowie zur Material- bzw. Pflanzenverwendung und zum baulichen Aufwand, Aussagen zum Nutzungskonzept Prüfplan mit Angabe der notwendigen Maße im Maßstab 1 : 200 Verkleinerung des Entwurfs in DIN A 3 (Vorprüfbericht) Kostenermittlung (auf beiliegendem Formblatt, s. digitaler Anhang) Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Verfassererklärung (Formblatt siehe Anhang)

Die geforderten Leistungen sind in Papierform zu erbringen. Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen pro Arbeit zwei 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche von je 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung. Die vom Auslober zur Verfügung gestellten Arbeitspläne sind ein Angebot, den Wettbewerbsbeitrag darzustellen; sie müssen von den Verfassern nicht verwendet werden. Um die Arbeiten jedoch gegebenenfalls bei einer späteren Ausstellung in Wechselrahmen präsentieren zu können, sollte kein größeres Blattformat als 1,20 m x 0,90 m gewählt werden. Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gem. GRW 5.5 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen. Zusätzlich geforderte Leistungen in digitaler Form Zusätzlich sind folgende Leistungen in digitaler Form auf CDROM zu erbringen ( für Vorprüfung, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung): die Präsentationspläne als Windows-kompatible .tifDateien in einer Auflösung von bevorzugt 300 dpi die Präsentationspläne als .pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixeldarstellungen in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi,

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den Prüfplan als Windows-kompatible .dxf-Datei (AutoCAD 2000 oder tiefer) oder .pln-Datei (ArchiCad 8.1 oder tiefer) das ausgefüllte/ergänzte Formblatt (Kostenermittlung) als Windows-kompatible .xls-Datei (MS Excel)

Hinweis zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windowskompatiblen .tif-Format vorliegt, kann nicht berücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456). Die einzelnen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel, gefolgt von der Formatangabe, z.B. „tif“. Beispiele: - Lageplan: 123456_lageplan.tif - Grundrisszeichnung: 123456_grundriss.tif - Ansichten: 123456_ansicht_01.tif - Präsentationsplan :123456_praesentationsplan_01.pdf In den Dateinahmen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für Windows-kompatiblen PC zu erstellen. Macintosh-Formate können grundsätzlich nicht verwendet werden. 1.11. Beurteilungsverfahren und Vorprüfung

Die eingereichten Arbeiten werden durch die Vorprüfung und durch die Sachverständigen vor der Jurysitzung begutachtet. Die Beurteilung der Arbeiten bleibt der Jury vorbehalten. Die Arbeiten werden ohne ihren Verfasser der Jury vorgestellt.

1.12. Vergütung

Jedes teilnehmende Büro, das eine prüffähige Arbeit einreicht, erhält ein Honorar in Höhe von 2.000,- € netto. Die Mehrwertsteuer von derzeit 19 % ist darin nicht enthalten.

1.13. Preise

1. Preis 2. Preis 3. Preis

10.000,- € 6.000,- € 4.000,- €

Die Mehrwertsteuer von derzeit 19 % ist darin nicht enthalten.

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1.14. Weitere Bearbeitung

Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe. Der Bauherr wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts dem ersten Preisträger die weitere Bearbeitung der Aufgabe mindestens mit den Leistungsphasen 2, 3, 5 (und 4 nur soweit erforderlich) nach § 15 bzw. § 17 HOAI übertragen, sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht, insbesondere soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrundeliegende Aufgabe realisiert werden soll (GRW 7.1). Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises oder Ankaufs nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird (GRW 7.2) Landschaftsarchitekten, die nicht Mitglieder der Berliner Architektenkammer sind, werden gemäß § 6 Bau- und Architektenkammergesetz verpflichtet, sich bei Auftragserteilung im Verzeichnis auswärtiger Architekten der Architektenkammer Berlin eintragen zu lassen. Bei Bedarf wird die Hinzuziehung eines Kontaktlandschaftsarchitekturbüros empfohlen.

1.15. Eigentum und Urheberschaft

Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen ausgezeichneten Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers (GRW 6.4). Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten. Der Auslober ist berechtigt, die zur Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.

1.16. Verfassererklärung

Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung (siehe Anhang) versichern die Wettbewerbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbeiten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fach- und termingerechten Durchführung in der Lage sind.

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1.17. Bekanntgabe der Ergebnisse - Ausstellung der Arbeiten

Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts mitgeteilt. Alle anderen werden durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls informiert und der Öffentlichkeit wird die Entscheidung des Preisgerichtes über die Presse bekannt gegeben (GRW 6.1) sowie unter www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe mitgeteilt. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen und Ankäufen, der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preisgerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse bekannt gegeben (GRW 6.3)

1.18. Haftung

Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens (GRW 6.5).

1.19. Zusammenstellung der Termine 13.07.2009 15.07.2009 22.07.2009 27.07.2009 10.08.2009 01.09.2009 11.09.2009 noch offen im Laufe des September

Versand der Aufgabenstellung per E-Mail an die Büros Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Rückfragen schriftlich per E-Mail bis Beantwortung der Rückfragen schriftlich per E-Mail bis Zwischenkolloquium Abgabe der Arbeiten Vorstellung in der Bürgerschaft Sitzung des Preisgerichts Ausstellung der Arbeiten

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II.
2. 2.1.

Situation und Planungsvorgaben
Situation Das Wettbewerbsgebiet

Ausgangslage und Gebietsbeschreibung, Lage im Stadtgebiet und Erreichbarkeit Das Stadtteilzentrum „Marzahner Promenade“ liegt im Nordosten Berlins am südwestlichen Rand der Großsiedlung Marzahn im sich öffnenden Winkel zwischen Märkischer Allee und S-Bahntrasse einerseits sowie Landsberger Allee andererseits. Das übergeordnete Straßennetz bestehend aus den genannten Magistralen und das ÖPNV-Netz verknüpfen das Gebiet sowohl mit der Innenstadt als auch mit dem Umland außerhalb der Stadtgrenze. Diese ist nur etwa 2-3 km vom Stadtteilzentrum entfernt. Die Großsiedlung Marzahn ist durch ein breites Band großräumiger Gewerbe- und sonstiger Sondernutzungen westlich der S-Bahntrasse von den Wohngebieten Hohenschönhausens getrennt. Entlang der Landsberger Allee ist ebenfalls ein städtebaulicher Zusammenhang nicht mehr gegeben, da sich hier ein völlig diffuser nicht städtischer Raum (Niemandsland) anschließt, bestehend aus der hoch belasteten Verkehrsschneise, Straßenbahntrasse sowie aus Parkplatzanlagen und Grünflächen, der das südlich gelegene große Kleinsiedlungs-/ Einfamilienhausgebiet vom Stadtteilzentrum trennt. Dies begründet den stärkeren funktionalen Zusammenhang des Stadtteilzentrums „Marzahner Promenade“ mit den nördlich und östlich gelegenen Ortsteilen mit Großsiedlungscharakter. Mit dem Kfz ist die Marzahner Promenade bzw. die umgebenden Parkplatzanlagen sehr gut über die genannten Magistralen sowie die Raoul-Wallenberg-Straße zu erreichen. Das Parkplatzangebot ist sehr groß und flächenintensiv. Ortsfremde können aufgrund der mangelnden Außenwahrnehmbarkeit des eigentlichen Stadtteilzentrums aber kaum erkennen, welches Ziel sie ansteuern sollen. Dass die Promenade Bestandteil der Franz-Stenzer-Straße ist und nicht der Straße Marzahner Promenade, ist nicht nur verwirrend, sondern verhindert ebenfalls eine leichte Auffindbarkeit. Wenn im Folgenden von der Marzahner Promenade die Rede ist, ist der quasi namenlose Fußgängerbereich parallel zur Franz-Stenzer-Straße gemeint, der das Stadtteilzentrum darstellt. Das ÖPNV-Angebot ist umfassend und umschließt das Stadtteilzentrum von außen. Es ist deshalb über weite Wege und teils nur über Barrieren zu erreichen und zudem von der Promenade aus kaum wahrnehmbar. Im Gegensatz zu der eher guten Erreichbarkeit aus der weiteren Umgebung besteht eine sehr mangelhafte Verknüpfung mit dem engeren Umfeld für Fußgänger und Fahrradfahrer insbesondere nach Süden und Osten.

2.1.1 Historische Entwicklung Die Marzahner Promenade wurde als Einkaufszentrum für die in den achtziger Jahren errichtete, größte Großwohnsiedlung der DDR in Plattenbauweise errichtet. Sie ist städtebaulich und funktional das Ergebnis eines der ambitioniertesten Projekte des sozialistischen Städtebaus in Berlin (Wettbewerb 1978 Prof. Eisentraut). Die Siedlungsstruktur der Neubaukomplexe ist geprägt durch Großformen, Zeilen- und Punkt-Hochhäuser, die in der Nähe von dörflichen und Kleinsiedlungsstrukturen auf ehemaligen Rieselfeldern errichtet worden waren.

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Das Stadtteilzentrum spannt sich zwischen S-Bahnhof Marzahn (südwestlichster Punkt), an dem ursprünglich ein Kaufhaus sowie ein Gebäude der Post platziert waren, und dem Freizeitforum Marzahn nahe der Raoul-Wallenberg-Straße als nordöstlichstem Punkt auf. Letzteres war der Schlusspunkt der Bautätigkeiten (Einweihung 1990). Kaum in Funktion genommen, führten die geänderten politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach der Wende zu einem fundamentalen Bedeutungswandel des Stadtteilzentrums. Statt des Kaufhauses und des Postgebäudes entstand das Eastgate (Einkaufszentrum mit rd. 30.000 m² Verkaufsfläche), das 2005 eröffnete. Dem Entwicklungskonzept „Aktive Stadtzentren“ liegt eine umfangreiche Stärken – Schwächen Analyse zugrunde, die im Dateianhang („01_SWOT_Analyse Entwicklungskonzept“) zusammengefasst worden ist.

2.1.2 Städtebau und Nutzungsstruktur Im Siedlungsgefüge der Neubausiedlungen der DDR stellt die Marzahner Promenade ein besonderes städtebauliches Ensemble dar, das als weiträumiges Stadtteilzentrum angelegt wurde. Dieses ist charakterisiert durch eine klar inszenierte Abfolge der einzelnen Baukörper auf einer Strecke von gut einem Kilometer. Bei den Wohngebäuden handelt es sich um Großstrukturen mit mangelnder Individualisierung und Intimität. Auch die meist sehr kühle Farbgebung trägt hierzu bei. Die Gebäudehüllen sind vollständig modernisiert. Die Gebäudestruktur ist eingebettet in teils qualitätsvoll gestaltete Grünanlagen, die ein Naturerlebnis mitten im Stadtteilzentrum bieten. Gleichzeitig bergen der Städtebau und die Nutzungsanordnung gravierende Probleme, vor allem für die unmittelbar der Promenade zugeordneten Nutzungen wie etwa Einzelhandel und Gastronomie. Von den umgebenden großen Straßen aus oder von Norden her kommend ist nirgends erkennbar, dass sich hinter den hoch aufragenden Wohnblöcken eine Geschäftsstraße verbergen könnte: das Stadtteilzentrum hat nach außen hin keine urbane Ausstrahlung (absolut introvertierte Lage). Nur das Eastgate verfügt über eine Architektur mit hoher Signalwirkung nach außen hin, die aber nur auf sich selbst verweist. Das Stadtteilzentrum Marzahner Promenade wird wie kaum ein anderes von Wohnen geprägt. Die bis zu elf geschossigen Wohnscheiben und 22 geschossigen Punkthochhäuser stellen die Kulisse dar, vor der sich das öffentliche Geschehen im Stadtteilzentrum abspielt. Die Eigentümerseite ist durch die degewo mit ihrer Tochter WBG Marzahn mbH und die Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Marzahner Tor sehr begrenzt. Der große Wohnbesatz der Promenadenbebauung dominiert zwar den Charakter des Gebietes, gleichzeitig verhindert er eine Verödung am Abend und bildet durch seine Bewohner und Bewohnerinnen ein großes Potential im nächsten Umfeld, auch für die Nachfrage an soziokulturellen Einrichtungen und Freiräumen mit Naherholungsqualitäten. Die Wahrnehmung der Marzahner Promenade in ihrem Verlauf als Geschäftsstraße (Boulevard) unterliegt etlichen Hemmnissen: einseitige Dominanz der Monostruktur Wohnen, Parallelführung der tiefer liegenden Wohngebietserschließungsstraße schränkt den „nutzbaren“ städtischen Raum stark ein, der Versuch zur Auflösung der „Einhüftigkeit“ durch den Neubau der Passage, hat zu keiner qualitativen und funktionalen Verbesserung dieses Raumes geführt.

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Zwischen den beiden Magneten Eastgate und Freizeitzentrum besteht keine Sichtbeziehung: Von der Freifläche vor dem Freizeitzentrum ist nur das grün umspannte Parkdeck des Eastgate wahrnehmbar, vom Eastgate aus ist das Freizeitzentrum gar nicht zu sehen. Auch eine Vielzahl sonstiger Hindernisse – wozu auch eine neue überdachte Passage gehört verhindern eine Wahrnehmungsmöglichkeit des Gesamtzusammenhanges bzw. der Gesamtanlage. Eine Besonderheit stellt die Brücke zum S-Bahnhof dar, die direkt ins Shoppingcenter Eastgate führt und mit diesem auch eine optische Einheit bildet. Das Eastgate wirkt auf die Promenade nicht wie ein Tor, sondern kapselt sich zur Promenadenseite ab. Die Promenade selbst hat kein Entree, besonders nicht von der S-Bahn ausgehend. Hier ist sie nur durch eine Aussparung im Eastgate und eine durch diese hindurch führende Treppe zu erreichen. Zudem stört der Bushof den städtebaulichen Zusammenhang und trennt das LeProm (Kino und Freizeiteinrichtungen, Post) ab. Auch die Situation am Freizeitforum stellt keine Entreesituation dar, da das Freizeitforum den umgebenden Straßen nur seine Rückseiten zuwendet und insgesamt nach außen hin kaum Aufschluss über seine Qualitäten im Inneren gibt. Negativ auf den Stadtraum wirken neben den wie Rückseiten scheinenden Fassaden des LeProm, des Eastgate, des Ärztehauses und des Freizeitforums, eine Vielzahl von toten Erdgeschosszonen durch Erschließungsflächen der Wohnhäuser, Anlieferungszonen der Läden und Leerstand, die partiell unwirtliche, abweisende Stadträume erzeugen. Immer wieder reißt der Besatz mit publikumsbezogenen Nutzungen ab.

2.1.3 Bevölkerung und Sozialstruktur

Statistische Blöcke Sozialraum 7(eigene Darstellung)

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Berlin hat seit 2000 kontinuierlich einen leichten Einwohnerzuwachs. Im Gegensatz dazu hat Marzahn im Zeitraum 2000 bis 2006 deutlich an Einwohnern verloren (-6,2%) und erst in den letzten Jahren diesen Trend gestoppt. Der Einwohnerrückgang (-0,9%) im Untersuchungsgebiet fiel deutlich niedriger aus als im Durchschnitt des Ortsteils, hält aber auch in den letzten Jahren noch an. Im Sozialraum 7, der in 6 Blöcke aufgeteilt ist, leben 10.442 Einwohner, davon 5.588 direkt an der Marzahner Promenade (2.579 im Block 004 und 3.009 in den Blöcken 603 und 604). Im Jahr 2000 war der Ortsteil Marzahn genauso wie der Untersuchungsbereich noch eindeutig jünger als der Berliner Durchschnitt (Anteil der unter 27-Jährigen lag über dem Berliner Durchschnitt, während der Anteil der über 65-Jährigen unter dem Berliner Durchschnitt lag). Seitdem hat sich die Altersstruktur dem Berliner Durchschnitt angenähert (siehe Abbildung für das Jahr 2008). Überdurchschnittlich stark sind allerdings die 55-65Jährigen vertreten, während relativ wenige 27- bis 45-Jährigen im Gebiet leben. Ein besonders deutlicher Bevölkerungsrückgang in den letzten Jahren ist in den Blöcken 601 und 602 festzustellen (-12,8 % bzw. -9,7 % im Zeitraum 2000 bis 2008, d.h. noch deutlich über dem Durchschnitt des Ortsteils Marzahn von -6,2 %). Im Gegensatz dazu ist im Block 004, direkt an der Marzahner Promenade, ein deutlicher Bevölkerungszuwachs (+ 7,4 % seit 2000) zu verzeichnen. Dieser Block hat auch ein vergleichsweise junge Bewohnerschaft – hier sind 37 % der Einwohner jünger als 27 Jahre. Die Zahl der Kinder im schulpflichtigen Alter wird in den nächsten Jahren zunehmen, ebenso die Zahl der Senioren. Die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird hingegen abnehmen. Die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung herausgegebene Untersuchung “Monitoring soziale Stadtentwicklung 2008“ beurteilt alle Gebiete in Berlin nach ihrem sozialen Status. Betrachtet werden die Einheiten „Verkehrszellen“ Für das Untersuchungsgebiet (Verkehrszelle 1821) zeichnet sich eine negative Entwicklung ab, da es auf Platz 288 von 319 bewerteten Verkehrszellen liegt. So ist z.B. der Anteil Arbeitsloser sowie von Kindern, die von „Hartz IV“ leben, ist überdurchschnittlich hoch. Es gibt aber auch recht positive Indikatoren: Die Bevölkerung ist vergleichsweise stabil (relativ wenige Zu- und Wegzüge) – Wanderungsvolumen von 24,8 % bedeutet 12% Zuzüge und 12% Wegzüge. Familien mit kleinen Kindern ziehen in das Gebiet. Weitere Informationen zur Bevölkerung und Sozialstruktur siehe im Dateianhang unter „02 Dokumentation Planungsworkshop“ S. 8-9 sowie unter „03 Referate Planungsworkshop“.

2.1.4 Infrastruktur und Nutzungsangebote Die Ausstattung mit sozialer Infrastruktur im Sozialraum 6 und 7 (zwei Kitas, drei Grundschulen und eine Oberschule sowie zwei Sportplätze/Sportanlagen) und öffentlichen Dienstleistungsangeboten (Bürgeramt, Niederlassung der Volkssolidarität, Post) ist hervorragend. Auch bei der übrigen Angebotsstruktur geht der vorhandene Nutzungsmix deutlich über das Profil eines Stadtteilzentrums hinaus. Hier steht das im bezirklichen Eigentum befindliche Freizeitforum Marzahn (FFM) im Mittelpunkt, das ein differenziertes und sehr breit gefächertes Freizeit- und Kulturangebot bereithält. Dieses räumlich konzentrierte und vergleichsweise kostengünstige Freizeitangebot beinhaltet u.a. eine Schwimmhalle (25m Becken) mit Sauna, eine 700 m² große Sporthalle als Austragungsort von Turnieren und Wettbewerben, eine Bowlingbahn, eine Kleinkunstbühne,

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einen Theater- bzw- Veranstaltungssaal für Aufführungen aller Art, Konzerte, Kleinkunst, Tagungen, Seminare, Veranstaltungen. Damit ist das FFM der zentrale Veranstaltungsort im Bezirk. Hier tagt traditionell auch die Bezirksverordnetenversammlung. Ausstellungen können in den Veranstaltungsräumen wie auch im 400 m² großen Foyer stattfinden. Ferner befindet sich im Freizeitforum die bezirkliche Zentralbibliothek, eine der bestsortiertesten Bibliotheken der Berliner Bezirke. Die Kinder- und Jugendeinrichtung „Fair“ mit Diskothek, Bastel-, Musik-, Theatergruppen sowie einem Computerkabinett befindet sich in einem gesonderten Teil des Freizeitforums. Dieses Angebot auf sehr hohem Niveau findet aber keinen Niederschlag in der äußeren Gestaltung. Das Gebäude verfügt über keine Außenanlagen und ist teils versteckt hinter einem Hochbeet. Der Innen- Außenbezug ist insgesamt sehr mangelhaft. Die Galerie M befindet sich in einem Sonderbau gegenüber dem Eastgate am Brunnenplatz. Sie ist, entsprechend dem ursprünglichen Bebauungskonzept der Marzahner Promenade, der Sitz der kommunalen Galerie mit berlinweiter Anziehungskraft. Die Galerie M präsentiert sich als Ort zeitgenössischer Kunst und fungiert entsprechend ihres neuen Konzeptes als Informations- und Anlaufstelle für Kunst im öffentlichen Raum (mit Dauerausstellung zu diesem Thema). Die gesundheitliche Versorgung ist durch das Ärztehaus Marzahner Promenade gegeben. Eine Vielzahl von Banken haben ihre Niederlassungen an der Marzahner Promenade und zwar konzentriert im sogenannten Bankenviertel südlich und östlich des Eastgate. Das Gastronomieangebot ist stark unterentwickelt. Es gibt in der gesamten Promenade kaum Außengastronomie, Straßencafés und keine Eisdielen. Insgesamt besteht quantitativ und qualitativ nur ein unzureichendes Gastronomieangebot insbesondere nach Geschäftsschluss des Eastgate, also auch an Sonntagen. Das Einzelhandelsangebot wird vom Magneten Eastgate dominiert, der mit seinen über 32.000 m² Verkaufsfläche und 3.000 m² Gastronomie und Dienstleistungen über eine überregionale Anziehungskraft verfügt. Mittig der Marzahner Promenade (Marzahner Promenade 29/39) wurde in den 90iger Jahren der Handels- und Dienstleistungskomplex Com@Care mit zwei großen Lebensmittelmärkten errichtet. Beide in der Nachwendezeit errichteten Zentren unterscheiden sich in vielfacher Hinsicht extrem vom ursprünglichen Geschäftsbesatz, der im übrigen nur noch zwischen diesen beiden Polen auch im eigentlichen Promenadenbereich funktioniert, in Richtung Freizeitforum hingegen erkennbar Not leidet (Leerstand). Ende der neunziger Jahre entstand in einem Abschnitt der Marzahner Promenade östlich des Com@Care eine überdachte Einkaufspassage mit dem Ziel die sogenannte „Einhüftigkeit“ des Gewerbebesatzes aufzuheben. Bestehende Geschäfte wurden umgestaltet und durch gegenüberliegende Pavillons ergänzt, was zu einer deutlichen Einengung des Gehweges führt.

2.1.5 Öffentlicher Raum Der Promenadenbereich liegt in einer großzügigen Raumabfolge von erheblichen Breiten (35-40m um das Eastgate herum, dann weiter in Richtung Osten mit fast 60 m, 40 und 50 m), die in den Einmündungsbereichen zusätzlich große Aufweitungen erfahren und zum Freizeitzentrum hin etwa 150 m aufweisen. Der eigentliche Fußgängerbereich ist im Schnitt jedoch nur 12m breit. Dieses Raumangebot ist funktional und räumlich streng geteilt in den meist um bis zu 2,5 m erhöhten Promenaden-/Fußgängerbereich einerseits und die öffentli-

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che, von Kfz genutzte Franz-Stenzer-Straße andererseits, die jedoch wie eine private Zufahrt und Stellplatzanlage der angrenzenden Wohnblöcke wirkt, was durch die Ausweisung als Einbahnstraße noch verstärkt wird. Der Promenaden- bzw. Fußgängerbereich ist somit von Kfz ungestört und bietet durch ein sehr unterschiedliches Spektrum an Begrünung und Bepflanzungen auch einen Naturerlebnisraum mitten im Stadtteilzentrum. Begleitet wird der Besucher der Promenade auch von Kunstwerken im öffentlichen Raum (Wandmosaiken, Skulpturen, Natursteinbrunnen etc.). Die Standorte der Werke sind dem Plan im Dateianhang „04_Kunstobjekte Marzahner Promenade“ zu entnehmen. Eine Vielzahl von negativen Faktoren wirkt diesen positiven Rahmenbedingungen jedoch entgegen. Hochhäuser und breite Lücken bewirken Zugigkeit und in Kombination mit der Verschattung geringe Aufenthaltsqualität. Mit Ausnahme eines öffentlichen Spielplatzes am Freizeitforum und unzureichenden Sitzgelegenheiten gibt es zudem kein konkretes Angebot zum Aufenthalt. Niveauunterschiede müssen durch oft im schlechten Zustand befindliche Treppenanlagen oder über getrennt und abseits geführte Rampen überwunden werden. Wegebeläge entstammen weitgehend noch der Entstehungszeit (großformatige Betonplatten mit eingelegten Streifenbändern aus gelben Keramikfliesen), die einst einem besonderen Gestaltungsanspruch entsprachen, und die sich heute durch Ausbesserungen aller Art sich als Flickenteppich darstellen, der zudem durch große Rauigkeit geprägt ist. Die Außenraumgestaltung um das Eastgate, die im Zuge der Errichtung des Einkaufszentrums komplett neu gestaltet wurde trägt eine andere Handschrift als die übrige Promenade und unterscheidet sich auch durch die zusätzlich geschaffene Niveautrennung grundlegend von ihr. Ausstattungsgegenstände (Bänke, Sitzgelegenheiten, Mülleimer) stellen ein völlig unattraktives Sammelsurium dar, sind oft unglücklich platziert und beschädigt. Die Bepflanzungen in Verbindung mit den Höhenunterschieden verhindern Sichtbeziehungen und eine gute Orientierung. Dies gilt auch und insbesondere für die Verknüpfungspunkte/Platzaufweitungen, die eine Verbindungsfunktion mit den angrenzenden Quartieren im Norden und Süden haben könnten und sollten. Der Promenadenbereich selbst variiert sehr stark hinsichtlich seiner Breite und führt bei den neu geschaffenen Pavillons mit Überdachung – die sogenannte Passage - durch einen Bereich, der wie ein Tunnel wirkt. Insgesamt gibt es keine klare Lenkung des Fußgängerstromes zwischen den Hauptmagneten Freizeitforum und Eastgate, sondern eine teils labyrinthartige Wegeführung mit Hindernissen und ohne Orientierungsmöglichkeit. Grundsätzlich ist die Promenade barrierefrei angelegt, die barrierefreien Wege mit Rampen verlaufen jedoch „in zweiter Reihe“ abseits der Geschäfte und sonstigen Angebote und sind mit Umwegen für die Nutzer verbunden. Alles in allem ist es weniger eine Promenade zum Flanieren als ein (Hindernis-) Parcours ohne Aufenthaltsqualitäten und mit teilweise sehr negativer Ausstrahlung, die sich auch auf die angrenzenden Nutzungen auswirkt. Auch im engeren Promenadenbereich bietet sich eine Fahrradnutzung aufgrund mangelnder baulicher Voraussetzungen nur sehr eingeschränkt an, obwohl gerade das Fahrrad ein ideales Transportmittel wäre, um die Distanz zwischen S-Bahn und Freizeitforum überwinden zu können. Der öffentliche Raum ist teils im Eigentum der Bezirks Marzahn-Hellersdorf (Fachvermögen des Tiefbauamtes teils im Eigentum der degewo (siehe Planskizze im Dateianhang „05_Eigentumsverhaeltnisse“).

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2.2.

Die Wettbewerbsaufgaben

2.2.1 Teil I: Ideenwettbewerb Aufgabenstellung Aufbauend auf dem Entwicklungskonzept „Aktive Stadtzentren“ und seiner fünf Leitziele (siehe Plan „06_Leitziele“ im Dateianhang) sollen Vorschläge für eine übergeordnete Gestaltung für den Gesamtverlauf der Promenade vorgelegt werden, wodurch die Promenade als Verbindung und Einheit besser erlebbar wird. Die Gestaltung des öffentlichen Raumes muss sowohl den Anforderungen der Kunden und Besucher der verschiedenen Angebote als auch der Bewohnerinnen und Bewohner genügen. Vorhandene qualitätvolle Elemente sollten erhalten bleiben. Geländesprünge sollten punktuell nivelliert, nicht notwendige Geländesprünge, Treppen und Böschungen reduziert werden. Der Promenadenverlauf muss sich aus sich selbst heraus erklären, ein Schilderwald ist zu vermeiden. Dabei ist unbedingt zu berücksichtigen, dass die potentiell zur Verfügung stehenden Mittel es nicht zulassen werden, dass eine Umgestaltung in Gänze erfolgen kann. Vorhandene Qualitäten sind deshalb zu schonen bzw. in die Planung zu integrieren. Auch wird es immer nur um eine abschnittsweise Umsetzung für prioritäre Bereichen geben können.

Gebietsabgrenzung Ideenwettbewerb Gegenstand des Ideenwettbewerbs ist der Gesamtverlauf der Promenade zwischen dem Busbahnhof und dem Freizeitforum. Nicht zur Überarbeitung vorgesehen ist der neu gestaltete Bereich um das Eastgate, auch wenn punktuelle gestalterische Verknüpfungselemente oder Vorschläge zur Verbesserung der Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität nicht ausgeschlossen sind. Die genaue Gebietsabgrenzung ist dem Plan „07_Bereichsabgrenzung Wettbewerb“ im Dateianhang zu entnehmen. Dabei ist der sogenannte Kernbereich rot umrandet, die schraffierten Flächen markieren Bereiche, die in die Betrachtung mit einbezogen werden sollen, auch wenn sie im Rahmen des Programms aktive Stadtzentren nicht durch bauliche Maßnahmen überplant werden. Sie können jedoch mit einzelnen Gestaltungselementen oder zur Verbesserung der Sichtbeziehung Maßnahmenvorschläge enthalten. Aufbauend auf den Ergebnissen dieses Wettbewerbes soll ein Gestaltungskonzept mit nachfolgend beschriebenen Schwerpunkten nach öffentlicher Ausschreibung erarbeitet werden. Damit soll der Gesamtraum auch in Bezug auf Gebäudegestaltung, Werbekonzept, Wegeleitsystem eine Aufwertung und ein ansprechendes und klares Erscheinungsbild erhalten. Gestaltungskonzept Passage Da die bauliche Anlage nicht zur Disposition steht, muss mit gestalterischen Mitteln der enge Raum aufgewertet werden. Die Aufgabenstellung, insbesondere bezogen auf die Wegeführung für Fußgänger und Radfahrer, kann erst fertig gestellt werden, wenn die grundsätzlichen Gestaltungselemente der Promenade feststehen.

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Werbe- und Farbkonzept Zur Reduzierung von Werbetafeln, uneinheitlichen Hinweisschildern und Informationsstelen soll ein Werbe- und Farbkonzept erarbeitet werden, das die Wahrnehmung der Promenade als ein Ganzes unterstützt (Binnen – und Außenwahrnehmung).

Weitere Rahmensetzungen für den Ideenteil Leitbild Entsprechend dem Leitbild des Entwicklungskonzeptes, dargestellt in Plan „06_Leitziele“ ist ebenso die Clusterbildung („Eine Entwicklung von vier Nutzungsabschnitten (Clustern) im Verlauf der Promenade, in denen das Profil des öffentlichen Raumes, des Wohnungsangebotes und der Erdgeschossnutzung miteinander korrespondieren, strukturiert die Geschäftsstraße neu“.) zu berücksichtigen wie die im Leitbild verankerte Individualisierung der einzelnen Platzräume („Re-Semantisierung1 des Stadtraumes durch Schaffung von drei deutlich verschiedenen Platzsituationen mit jeweils eigener Charakteristik ermöglicht Orientierung und Individualisierung: Die Einzelräume werden mit unterschiedlichen Angeboten in Bezug auf Nutzbarkeit für verschieden Alters- und Zielgruppen qualifiziert. Vorhandene Qualitäten werden neu herausgestellt“.) Von Bedeutung ist jedoch nicht nur der interne Promenadenverlauf, sondern auch die Verknüpfungs- und Übergangssituationen mit dem umgebenden Straßen- und Wegenetz. Den Aufweitungen in der Franz-Stenzer-Straße kommt dabei eine sogenannte „Gelenkfunktion“ zu. Die Gehwegbeziehungen zur Franz-Stenzer-Straße müssen verbessert oder neu herstellt werden, diese sollten auf wenige, aber offene Bereiche beschränkt werden. Für Fußgänger – und Radfahrer sind von der Franz-Stenzer-Straße und der Straße Marzahner Promenade Elemente mit Signal- und Hinweischarakter aus dieser Perspektive auf die Promenade/Fußgängerbereich zu schaffen und/oder Sichtbeziehungen auf und von der Promenade zu verbessern oder herzustellen.

Zukünftiger Vertiefungsbereich Marktplatz Im Rahmen eines Planungsworkshops (Dokumentation des Planungsworkshops siehe Dateianhang) wurde alternativ (Kulturraum oder Marktplatz) diskutiert, welcher Bereich für den zweiten Wettbewerbsbeitrag, nämlich den Realisierungsteil mit konkreten Gestaltungsvorgaben vorgesehen werden soll. Die Entscheidung viel zwar zugunsten des „Kulturraumes“, der Marktplatzbereich wird jedoch zeitlich nachfolgend ebenfalls umgestaltet werden. Hierfür wird es eine eigene Planungsphase geben, die Realisierungsplanung des „Marktplatzes“ ist nicht Gegenstand dieses Wettbewerbes. Die Empfehlungen aus dem Workshop müssen jedoch in der Planung der leitenden Gestaltungsvorschläge berücksichtigt werden. Sie lauten wie folgt: Schwerpunkt der Umgestaltung sollen die Zugänge zum Marktplatz südlich des com&care und von der Franz-Stenzer-Straße aus sowie die Wegeführung sein. Zukünftig sollte eindeutig zwischen einem Geschäftsweg entlang den Läden und einem Flanierweg unterschieden werden und jeder Weg für seine Zwecke optimal gestaltet werden. Insbesondere der Flanierweg muss eine ausreichende Breite erhalten, damit Fußgänger, Fahrradfahrer und Rollstuhlfahrer gemeinsam, aber ohne gegenseitige Gefährdung, den Weg nutzen zu können.
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Hubacher, Simon: „Berlin-Marzahn: die verhinderte Stadt“, Berlin

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Vor dem com&care soll eine Fläche für den Markt hergestellt werden, der sich dann in Richtung Passage ausdehnen kann. Grundsätzlich muss die Platzfunktion stärker herausgearbeitet werden, da sich der Raum z.Z. eher als Parkanlage darstellt. Durch die verbesserten und aufgewerteten Zugänge als auch die klare Wegeführung mit Funktionszuweisung soll eine attraktive Orientierung in beide Richtungen (FFM – Eastgate) angeboten werden. Das Oktogon als Schmuckplatz soll erhalten bleiben und in das Neue Wegesystem eingebunden werden. Die Skulptur der Bauarbeiter ist unbedingt in diesem Abschnitt zu erhalten, der Standort kann aber verändert werden entsprechend einer gestalterischen Konzeption für den Platz. Als Ergänzungsfläche sollte die Dreiecksfläche an der Franz-Stenzer-Straße in die Gestaltungsplanung mit einbezogen werden. Begrünung Die vorhandenen Bepflanzungen stehen zwar grundsätzlich zur Disposition, dies gilt insbesondere für Sträucher. Verkehrsgrünflächen sollten zugunsten von weit offenen Sichtachsen reduziert werden Mit dem Baumbestand sollte jedoch nicht nur wegen der hohen Wertschätzung in der Bevölkerung - möglichst behutsam umgegangen werden und – falls Kunstwerke Der Stellenwert der Kunst soll für den öffentlichen Raum auch in Zukunft hoch sein bzw. mit Ansätzen der „Jetztzeit“ weiterentwickelt werden. Dazu gehören beispielsweise temporäre Kunstaktionen, die in Zukunft im öffentlichen Raum stattfinden sollen. Beabsichtigt ist auch im Rahmen der Wettbewerbsaufgabe vorhandene Kunstwerke zukünftig in ein „besseres Licht“ zu rücken. Dabei ist die Aufstellung ergänzender Kunstobjekte als Konzeptbestandteil möglich. Die Standorte vorhandener Skulpturen, insbesondere am Freizeitforum (Ingeborg Hunzinger, Denkmal für Kommunisten und antifaschistische Widerstandskämpfer…) sind nicht veränderbar, da sie für genau diesen Ort geschaffen worden sind. Zum Standort der Kunstwerke siehe Karte „04_Kunstobjekte Marzahner Promenade“. Sollten sich aus der Konzeptentwicklung Fragen zum Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum ergeben, steht die bezirkliche Kommission für Kunst im öffentlichen Raum und die Galerie M als Moderatorin zur Verfügung, .Die Ergebnisse des Kunstprojektes „Zast Real Estate“ des Künstlers Thomas Bratzke dokumentieren ein buntes Spektrum an Ideen von Bürgern und Bürgerinnen zur Umgestaltung der Marzahner Promenade. Ein Auszug findet sich im Dateianhang unter „03_Referate_Planungsworkshop“. Sicherheit Aus den Hinweisen des PolPräs.: Zwischen dem öffentlichen Raum und seiner Nutzung besteht eine Wechselwirkung. Nicht die ordnungspolitischen Maßnahmen der Polizei erhöhen das Sicherheitsempfinden, sondern die soziale Kontrolle der verschiedenen Bevölkerungsgruppen untereinander. Deshalb fördert die Einbeziehung der Nutzer und eine nutzerorientierte Gestaltung die Identifikation. Der Zweck einer Anlage muss eingehalten werden. Im Sinne der Territorialität ist zu fragen wer ergreift Besitz von welchen Räumen? Unterschiedliche Bodenbeläge, Materialien (Besitztum, Nutzungstrennung). Es sollte eine klare Unterscheidung von Privat und öffentlich vorgenommen werden, weil die Zuständigkeiten dann

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eindeutig sind und Handlungsmuster für die Nutzer klar abgeleitet werden können. Eine gezielte Wegeführung fördert das Sicherheitsempfinden, Zugänge sollten kanalisiert werden. Weitere Überlegungen zur Sicherheit und Gefahrenprävention sind der Dokumentation des Planungsworkshops zu entnehmen (Datei „02_Dokumentation Planungsworkshop“ und „03_Referate Planungsworkshop“).

Barrierefreiheit Die Empfehlungen des Behindertenbeauftragten lauten: In Zukunft werden viele ältere mobilitätsbehinderte Nutzer aus dem näheren Umfeld die Nutzer der Promenade sein, so dass der unbedingte Versuch einer harmonischen, natürlichen und unaufdringlichen barrierefreien Gestaltung erfolgen muss. Mobilität und Begegnung der Menschen im öffentlichen Raum ist ein Anliegen, dem im Sinne des Wortes nichts „im Wege stehen“ sollte. Die Stadt soll in ihrer ganzen Vielfalt ohne Hindernisse zugänglich sein. Menschen sollen sich nach ihren persönlichen Möglichkeiten uneingeschränkt bewegen und begegnen können. Im gebauten öffentlichen Raum müssen der Respekt vor dem baulichen Bestand und den vorgefundenen Gestaltungsqualitäten keineswegs zurücktreten. Konkret heißt das: Hauptwege prinzipiell barrierefrei ausführen, taktile Leitstreifen entlang der Geschäfte und zu wichtigen Verknüpfungspunkten ÖPNV und wichtigen Einrichtungen, sowie wichtigen Wegeverbindungen herstellen, Hauptwege mit reibungsarmen Materialien herstellen, bei den Hauptwegen Verzicht auf Naturstein und andere raue Beläge, die zu Erschütterungen führen, möglichst Verzicht auf Treppenanlagen, alle Treppenanlagen sollten auf den Prüfstand kommen, wenn Treppen, dann optisch kontrastreiche Gestaltung durch verschiedene Materialien, ausreichende Anzahl von Orten, wo Ausruhen und Rasten möglich ist, grüne Inseln, einladende und geschützte Sitzmöglichkeiten schaffen (windgeschützt), ausreichende Anzahl an Hinweisschildern, Orientierungstafeln, alle geplanten Maßnahmen im baulichen Bereich auf ihre strikte Barrierefreiheit prüfen. Der Bericht zur Lage der Menschen mit Behinderung und ihrer Teilhabe in Berlin - Behindertenbericht 2006 ist zu beachten, siehe Veröffentlichung im Internet. (http://www.berlin.de/imperia/md/content/sensoziales/menschenmitbehinderung/behindertenpolitik/beh indertenbericht_2006.pdf)

Gender Mainstreaming Gender Mainstreaming zielt auf die Gleichstellung beider Geschlechter und bedeutet konkret, dass Benachteiligungen des einen oder anderen Geschlechts vermieden und bestehende Benachteiligungen abgebaut werden (z.B. Verteilungsgerechtigkeit). Es gibt keine geschlechterneutrale Wirklichkeit. Untersuchungen des Haushalts (Ausgaben 2006) in Lichtenberg hatten hinsichtlich des Nutzer – und Ausgabenverhältnisses u.a. Folgendes gezeigt: die mit 1,7 Mio € öffentlichen Geldern unterstützten Bibliotheken wurden zu 67% von weiblichen Nutzern frequentiert, die Sportanlagen, in die 3.32 Mio € öffentliche Mittel geflossen waren von 40% weiblichen und 60% männlichen Nutzern. Beim Spiel- und Sportverhalten gibt es nach wie vor große Unterschiede: Jungen bevorzugen z.B. bei den raumgreifende Sportarten etwa Fußball, Skateboard mit Akrobatik, Mädchen eher Skaten, Fahrradfahren. Geschlechtergerechtigkeit berücksichtigt nicht nur das biologische Geschlecht, sondern auch soziales, gelerntes Verhalten und ist nicht statisch. Dabei spielt natürlich auch die differenzierte Betrachtung nach Generationen und Ethnien eine Rolle.

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Die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse von Männern und Frauen drücken sich beispielsweise in folgenden Fakten aus: 85% der Alleinerziehenden sind Frauen, die meisten Seniorinnen leben alleine, das absolute Gros der Versorgungs- und Betreuungsarbeit liegt bei den Frauen. Bei der Planung für den öffentlichen Raum sind z.B. Kriterien zu beachten wie: kurze Wege, gute Erreichbarkeit und Vernetzung, keine Umwege, gute Orientierungsmöglichkeiten und Sichtbeziehungen, Übersichtlichkeit bzw. eine gute Einsehbarkeit, ausreichendes Licht, Barrierefreiheit: für Kinderwagen, Rollstuhl, und Rollator, Vermeidung von Unfallquellen, Vermeidung von Angsträumen, Erlangung von Belebtheit (soziale Kontrolle). Mit dem bewussten Einbringen solcher Aspekte in die Planung soll eine verbesserte Alltagstauglichkeit und Zielgruppenorientierung erreicht werden.

Radverkehr Die Empfehlungen aus dem Planungsworkshop sind diesbezüglich nicht eindeutig. Das Tiefbauamt empfiehlt, keinen ausgewiesenen Radweg im Fußgängerbereich der Marzahner Promenade vorzusehen und mehr Abstellmöglichkeiten von Fahrrädern an zentralen Punkten zu schaffen. Dieser Empfehlung sollte gefolgt werden. Der Fahrradbeauftragte des Landes Berlin schlägt vor, dass „Revieransprüche“ der einzelnen Wegnutzer geschickt durch bauliche Maßnahmen verhindert werden müssen. Die Geschwindigkeiten der Radfahrenden sollten im Promenadenbereich gebrochen werden, um eine gemeinsame Nutzung mit Fußgängern möglich zu machen. Fahrradfahren sollte im Promenadenbereich aber nicht gänzlich unterbunden werden. Für den Bereich der Passage (überdachter Bereich) ist eine Sonderlösung erforderlich. Weitere Gedanken zur fahrradfreundlichen Planung sind in den Dateianhängen „02_Dokumentation Planungsworkshop“ und „03_Referate Planungsworkshop“ zu finden.

Windkomfort und Verschattung Bezüglich der Aufenthaltsqualität von Flächen sind Wind und Schatten an der Marzahner Promenade wesentliche Problemfaktoren. Ziel der vorliegenden Untersuchungen (siehe Dateianhänge „08_Analyse der Besonnung und Verschattung“ und „09_Analyse des bodennahen Windfeldes“) war es, für die Planung von Aufenthaltsqualitäten eine Hilfestellung zu geben, Planungssicherheit zu geben. Die wichtigsten Ergebnisse sind in der Dokumentation zum Planungsworkshop zusammengefasst (02_Dokumentation Planungsworkshop). Da sich die verschatteten Flächen im Laufe des Tages stark verschieben, sind bei der Ausweisung von Angeboten die Hauptnutzungszeiten zu berücksichtigen.

Entwässerung Bei einer Neugestaltung soll die Regenentwässerung nicht pflegeaufwändig sein (keine Schlitzabläufe), vorhandene Schlitzabläufe müssen durch Regeneinläufe und Regenwasserkanal ersetzt werden (BWB).

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Beleuchtung Die gerade erst Ende November 2008 neu installierte Beleuchtung ist zu berücksichtigen und beizubehalten. In begründeten Fällen könnten einzelne Mastleuchten versetzt oder ergänzt werden (10_Ausführungsplanung Beleuchtung und 11_Ersatzbau der öffentlichen Beleuchtung).

Belastung und Befahrbarkeit Die Marzahner Promenade ist grundsätzlich in der Bauklasse VI (Fuß- und Radwege) auszuführen. In drei Bereichen ist eine Zufahrtsmöglichkeit einzuplanen (12_Tiefbauamt Anforderungen Marzahner Promenade), die für höhere Belastungen ausgelegt sein sollte.

Passage Die baulichen Anlagen der Passage, bestehend aus der Tragkonstruktion für die nicht wetterfeste Überdachung und den ergänzenden kleinteiligen Baukörpern, befinden sich im Eigentum der degewo. Es besteht ein öffentliches Gehrecht. Veränderungen an der Passage können sich ausschließlich auf den Bodenbelag oder auf ergänzende Installationen beziehen.

Farben Wenn im Entwurf mit Farben als Leitidee gearbeitet wird, sollte auf die Farben des Logos „Marzahner Promenade“, ergänzt um zwei Blautöne aus dem Schriftzug der degewo, zurückgegriffen werden. CMVK-Farbwerte Blau 1 c 100% Blau 2 c 100% Blau 3 c 90% Rot c 0%

m 70 % m 70 % m 30 % m 100%

y + k 0% y 0% y 10% y100%

k 40% k 10% k 0%

Blau 1 und das Rot sind aus dem Logo „Marzahner Promenade“. Blau 2 und 3 kom- men von der degewo.

2.2.2 Realisierungsteil „Kulturraum“ Aufgabenstellung Für eine Teilfläche im Umfeld des Freizeitforums Marzahn sollen im Realisierungsteil konkrete Gestaltungsvorschläge ausgearbeitet werden, die aus ihrem Nutzungsprofil als „Kulturraum“ in Verbindung mit verschiedenen Freizeitangeboten abgeleitet werden sollen. Es ist ein attraktiver öffentlicher Raum zu schaffen, der unter Beachtung der Anforderungen von den Nutzern eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Es wird Wert gelegt auf eine klare, einfache Gestaltung, die ohne Überladung der Flächen qualitätsvolle, ansprechende Räume schafft.

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Die aus Planungsworkshop hervorgegangene Prioritätensetzung für den Kulturraum ist zeitlicher Natur und keine grundsätzlich inhaltliche, auch nicht im Sinne einer ausschließlichen Maßnahmenbündelung in diesem Bereich. Die wesentlichen Argumente für die Startphase der Umgestaltung im „Kulturraum“ (VictorKlemperer-Platz) lauteten:

Planungsworkshop „Der Bereich um das Freizeitforum ist zu vernachlässigt, um eine Anziehungskraft zu entfalten. Eine Eingangssituation ist nicht erkennbar. Ursprünglich wurde die Promenade mit zwei gleichwertigen Scherpunkten am jeweiligen Ende bzw. Anfang konzipiert (sog. Knochen). Diese Gleichwertigkeit ist verloren gegangen. Nur wenn zumindest eine Stärkung des geschwächten Abschnitts um das Freizeitforum erfolgt, kann eine Gegenstromwirkung zum Eastgate entstehen. Die neue Anziehungskraft wird eine Weiterführung der Fußgängerströme bewirken. Eine Aufwertung von Freiraumnutzungen im Bereich des „Kulturraumes“ stellt ein nicht kommerzielles Angebot dem kommerziellen Angebot des Eastgate gegenüber, was gerade für Bevölkerungsgruppen, die nur in einem eingeschränkten Maße an Konsumangeboten partizipieren können, von Bedeutung ist. Eine „vorgezogene“ Umgestaltung des Marktplatzes würde das Gefälle zwischen Marktplatz und Kulturraum verstärken und den Eindruck des Abgehängtseins der östlichen Hälfte der Promenade forcieren.“ Gebietsabgrenzung „Kulturraum“ Schwerpunktbereich Schwerpunkt des landschaftsplanerischen Wettbewerbs zur Umgestaltung soll das Gesamtareal um den bestehenden Spielplatz, einschließlich der umgebenden Grünflächen und der Beziehung zu den Platzflächen sein. Dabei sind die Zugangsbereiche zur Franz-StenzerStraße einzubeziehen, insbesondere der Anschlussbereich nordwestlich des Fair.

Entwicklungskonzept Im Entwicklungskonzept/Wettbewerbskonzept zur Teilname am Programm Aktive Stadtzentren ist der zukünftige Charakter des Platzes wie folgt beschrieben: „Umgestaltung des Platzbereiches zu einem „Kulturraum“ und Freizeitbereich in Ergänzung des Angebotsprofils des Freizeitforums Marzahn. Mögliches Angebotsspektrum: Open-Air-Bühne, Open-Air-Kino, Lesungen, Grün-Kunst-Raum etc. sowie Strandbar/Strandkörbe, „Badewanne“, Open-AirSchach.“

Kinderspielplatz / Spielangebote Im Sozialraum 7 sind für die Bedarfsdeckung 10.442 m² Spielplatzfläche erforderlich; tatsächlich vorhanden wind z.Z. 4.235 m² einschließlich des Spielplatzes vor dem FFM mit 415 m². Aufgrund der Versorgung mit privaten Kinderspielplätzen in den Wohnanlagen kann dennoch die Versorgung als gut eingestuft werden.

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Der vorhandene Spielplatz einschließlich der Gerätekombination steht zur Disposition. Da er jedoch der einzige öffentliche Kinderspielplatz im Verlauf der Promenade ist, sollten weiterhin Spielangebote für Kinder aller Altersstufen in der Marzahner Promenade angeboten werden, wobei auf den klassischen Spielplatz verzichtet werden kann. Für die Besucher der Jugendfreizeiteinrichtung FAIR (Altersgruppe ab 14 Jahren) sollten ebenfalls Aufenthalts- und Bewegungsangebote entwickelt werden. Insgesamt sollte im Kulturraum ein Bereich mit integrierten Spiel- und Bewegungsangeboten für alle Generationen als Treffpunkt und Kommunikationsschwerpunkt entworfen werden.

Kiosk - Imbiss Der Standort für einen Imbissbetreiber wird aufgegeben; die Fläche kann entsprechend überplant werden.

Verbindungsfunktionen Die Verbindungsfunktion von der Straßenbahnhaltestelle zum Freizeitforum hin und zwar insbesondere von dem nördlichen Endpunkt der Haltestelle her ist zu bearbeiten. Angestrebt werden soll eine Niveauangleichung an das Gebäude Freizeitforum, auch zur Verbesserung der Innen- Außenbeziehung der Einrichtung, eine Verbesserung der Sichtbarkeit des Gebäudes von der Straße Marzahner Promenade her Zwischen zukünftigem Café im Freizeitforum und Wasserbecken ist zumindest eine Sichtbeziehung – besser noch eine funktionale Verbindung herzustellen. Für das Wasserbecken und die zwischen ihm und der Straßenbahnhaltestelle liegende Grünfläche mit Baumreihen besteht kein dringender Überplanungsbedarf. Diese Flächen sind deshalb nicht Gegenstand des Realisierungswettbewerbs. Dies gilt nicht für den nördlichen schmal zulaufenden „Appendix“ dieser Grünfläche und die Wegeführung zur Straßenbahnhaltestelle (s.o.). Der die genannte Grünfläche diagonal querende Weg vom südlichen Ende der Straßenbahnhaltestelle auf das Freizeitforum zu soll – ohne Reduzierung des Baumbestandes- deutlich verbreitert werden. Hierfür können Vorschläge zur Materialität und Breite gemacht werden.

Erschließung (Wasser, Strom) In Abhängigkeit zu den geplanten Nutzungen sind entsprechende Medienanschlüsse einzuplanen.

Kostenrahmen Für die Umsetzung des Realisierungsteils „Kulturraum“ stehen voraussichtlich 1.005.000, € (brutto einschließlich Baunebenkosten) in mehreren Jahresscheiben zur Verfügung. Die Bestätigung der einzelnen Tranchen erfolgt jährlich nach Vorlage der BPU und einer Prüfung auf Angemessenheit durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

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Haushaltsjahr

2009 2010 2011 2012 2013

180 T€ (einschließlich Wettbewerb und erster Maßnahmen) 400 T€ 160 T€ 122 T€ 143 T€

Hinweise vom Bürgerspaziergang Ein im Februar mit Anwohnern und Fachleuten durchgeführter „Spaziergang“ erbrachte für den Bereich u.a. folgende Erkenntnisse: Konflikt Grünfläche am Spielplatz bei der Jugendeinrichtung „Fair“: Kinder-Spielwiese / Hundeauslauffläche. Die Rasenflächen vor dem „Fair“ dürfen eigentlich nicht betreten und benutzt werden, liegen aber in der Sonne; Insgesamt schlechte Flächenaufteilung vor dem Freizeitforum; Fehlnutzung von windgeschützten Bereichen durch Fahrradständer im Gegensatz zu vorhandenen Flächen an zugigen Gebäudeseiten; der Betonbelag bröselt und ist sehr benutzerunfreundlich (z.B. beim Grillen im Freien); die Treppenanlage ist im besonderen Maße eine Unfallgefahr. Im Sommer ist der Spielplatz am „Fair“ ungeschützt der Sonneneinstrahlung ausgeliefert (brütende Hitze für Kleinkinder! und Betreuer, Rutsche dadurch z.T. nicht zu benutzen) Auf der umgebenden Rasenfläche fehlen Bäume, es wird eine Baumpatenschaft vorgeschlagen und angeboten, Geruchsbelästigung durch den Imbisswagen vor dem Fair, der Imbiss schafft eine Rückseite zur Jugendeinrichtung „Fair“.

Hinweise aus dem Planungsworkshop Das Hochbeet vor dem Freizeitforum kann ggf. unter teilweisem Erhalt einzelner Gehölze überplant werden. Insbesondere sollte die Sichtbeziehung zwischen Freizeitforum und Platzbereich (Wasserbecken) deutlich verbessert werden.

Stand 10.07.2009

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