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Full text: Bericht (Rights reserved) Ausgabe 2003 (Rights reserved)

Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 1 Inhalt 1. Vorwort ........................................................................... 3 Allgemeiner Teil: 2. 3. Entwicklung der Freiburger Altenbevölkerung ............ Entwicklung der Angebote für Senioren in Freiburg ... 5 7 Schwerpunkte des Seniorenbüros: 4. 5. 6. 7. 8. 9. Grundlagen und Mitarbeiter/innen ................................ Öffentlichkeitsarbeit ....................................................... Altenhilfeplanung ............................................................ Wohnen im Alter.............................................................. Zentrale Kurzzeitpflegeplatzvermittlung ....................... Zentrale Pflegeheimplatzvermittlung ............................ 14 16 19 21 24 27 37 43 10. Information, Beratung, Vermittlung .............................. Zahlen und Daten 1994 bis 2003 11. Perspektiven - Tendenzen ............................................. Anhang: • • .............................................................................................. 47 Veranstaltungen und Projekte des Seniorenbüros mit verschiedenen Kooperationspartnern Infoflyer und Broschüren 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 2 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 3 1. Vorwort 1994 bis 2004: Im März diesen Jahres besteht das Seniorenbüro zehn Jahre. Einerseits eine vergleichsweise kurze Zeitspanne, andererseits eine in der Altenpolitik der Stadt Freiburg, aber auch in der Bundes- und Landespolitik altenpolitisch "bewegte Zeit": Anlass, zurückzublicken und gleichzeitig Standorte zu bestimmen sowie darüber hinaus zusätzlich Zukunftsperspektiven zu formulieren. Arbeitsschwerpunkte lassen sich – wenn auch nur zu einem Teil – in Zahlen ausdrücken: In den zehn Jahren seines Bestehens fanden im Seniorenbüro 19.443 allgemeine Beratungsgespräche statt, 4.477 Menschen wurden für einen Pflegeheimplatz angemeldet, und 728 Pflegebedürftige fanden vorübergehend durch das Seniorenbüro einen Kurzzeitpflegeplatz. Weitere Arbeitsschwerpunkte waren die kommunale Umsetzung der 1995 eingeführten Pflegeversicherung, ambulante und stationäre Altenhilfeplanung und die Umsetzung des Landespflegegesetzes. Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt während der gesamten Zeit war die Öffentlichkeitsarbeit – das Aufgreifen "neuer" Themen wie z.B. Demenz, Sucht im Alter, Senioren-Internettreffs, ältere Migrantinnen und Migranten und zuletzt – mit einer im April 2004 stattfindenden Tagung "Wohnprojekte für Senioren". Während der vergangenen zehn Jahre vollzog sich ein wesentlicher Paradigmenwechsel in der gesamten Altenpolitik. Schien vor zehn Jahren – bei Eröffnung des Seniorenbüros – die staatliche bzw. kommunale Steuerung (auch in Form der im Jahre 1995 eingeführten Pflegeversicherung) noch die relative Sicherung eines Pflegerisikos zu versprechen, so ist derzeit ein deutlicher Umbruch erlebbar. Zwischen den Schlagworten "weniger staatliche Steuerung, mehr Eigenengagement" oder positiver formuliert "weniger Fürsorge, mehr Eigengestaltung" liegen in der Praxis viele auszugestaltende Bereiche – auch in kommunalpolitischer Hinsicht. Der vorliegende Bericht wirft einen Blick zurück, gibt Auskunft und Informationen über die derzeitige Situation und formuliert Schwerpunkte und Perspektiven für die Zukunft der Freiburger Kommunalpolitik mit Senioren. Eine kommunal getragene Stelle wie das Seniorenbüro ist ohne die träger- und institutionenübergreifende Arbeit nicht denkbar – daher danke ich allen Kooperationspartnern, denn nur durch die Zusammenarbeit vieler an der jeweiligen Thematik arbeitender Vertreter/innen und Institutionen konnte die Arbeit des Seniorenbüros während der ersten zehn Jahre seines Bestehens so erfolgreich gelingen. Neben den Kooperationspartnern danke ich dafür auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Seniorenbüros. Freiburg, im März 2004 Ulrich von Kirchbach Bürgermeister Bericht 2003 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 4 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 5 2. Statistik: Die Entwicklung der Freiburger Altenbevölkerung Am 01.01.2003 lebten 41.303 Seniorinnen und Senioren im Alter von 60 Jahren und älter in Freiburg. Dies entspricht einem Anteil von 21,4% an der Gesamtbevölkerung. Nach der Bevölkerungsprognose des Amtes für Statistik und Einwohnerwesen für das Jahr 2020 leben dann 45.333 Menschen (23,2%) über 60 Jahre in Freiburg, was eine weitere Zunahme von 1,8% bedeutet. Tabelle 1: Die Entwicklung der Altenbevölkerung in Freiburg nach Altersgruppen Alter 1.1.1951 von ... Einwohnerregister bis unter ... Jahren Anzahl Prozent 60 - 65 65 - 70 70 - 75 "junge Alte" 75 - 80 80 - 85 85 u. älter "alte Alte" 5 418 4 827 3 772 14 017 2 167 880 243 3 290 31,3 27,9 21,8 81,0 12,5 5,1 1,4 19,0 25.5.1987 Volkszählung Anzahl 8 584 7 321 6 849 22 754 7 104 4 536 2 648 14 324 Prozent 23,2 19,8 18,5 61,5 19,2 12,2 7,1 38,5 30.6.2003 Einwohnerregister Anzahl 10 437 8 793 6 989 26 219 6 348 4 973 3 949 15 270 41 489 Prozent 25,2 21,2 16,8 63,2 15,3 12,0 9,5 36,8 100,0 1.1.2020 Prognose (Basis 2003) Anzahl 11 020 9 461 7 285 27 766 7 222 5 542 4 803 17 567 45 333 Prozent 24,3 20,9 16,1 61,2 15,9 12,2 10,6 38,8 100,0 insgesamt 17 307 100,0 37 042 100,0 Amt für Statistik und Einwohnerwesen, Freiburg, 2003 Besonders deutlich ist der Anstieg der Zahl älterer Menschen bei einem Vergleich über einen längeren Zeitraum hinweg. Am 01.01.1951 lebten in Freiburg 17.307 Menschen im Alter über 60 Jahre, was einem Bevölkerungsanteil von 15,6% entsprach. Während die Einwohnerzahl Freiburgs in den vergangenen 50 Jahren um 70% anstieg, hat die Zahl der Seniorinnen und Senioren um 138% zugenommen. Sowohl die absolute Anzahl wie auch der Anteil der Altenbevölkerung an der Gesamtbevölkerung ist deutlich angestiegen. Vor allem in den höheren Altersjahrgängen ist ein enormer Anstieg der Bevölkerungszahl zu verzeichnen. Die alten Menschen erreichen ein immer höheres Alter, und der Anteil der "alten Alten" steigt entsprechend an. Deren Zahl steigt von 3.290 (Jahr 1951) über 15.270 (Jahr 2003) auf 17.567 (Prognose 2020). 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 6 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Feminisierung des Alters Anteil der älteren Frauen an den verschiedenen Altersgruppen in Freiburg 2003 (30.6.) Alter von ... bis unter ... Jahren 60 - 65 65 - 70 70 - 75 75 - 80 80 - 85 85 - 90 90 - 95 95 und älter insgesamt Zahl 10 437 8 793 6 989 6 348 4 973 2 284 1 356 309 5 664 4 854 4 032 4 125 3 633 1 754 1 059 265 weiblich % 54,3 55,2 57,7 65,0 73,1 76,8 78,1 85,8 Die ältere Bevölkerung nach Altersgruppen und Geschlecht bei der Volkszählung am 25.5.1987 und nach dem Einwohnermelderegister am 30.6.2003 in Freiburg % 2003 1987 100 90 80 70 Frauen 60 50 40 30 Männer 20 10 70-75 75-80 80-85 85 u.m. 60-65 65-70 0 60-65 65-70 70-75 75-80 80-85 85 u.m. von ... bis unter ... Jahren Amt für Statistik und Einwohnerwesen, Freiburg Das Alter ist weiblich. Im Jahr 2003 waren von den 60- bis 65-Jährigen 54,3% Frauen, bei den 80- bis 85-Jährigen waren es schon 73,1% und bei denen, die 95 Jahre und älter sind, sogar 85,8%. Hinzu kommt, dass es vor allem Frauen sind, die im Alter allein leben. Bei der Gruppe der allein lebenden Älteren mit wenigen oder keinen Verwandten in Freiburg sind es bei den Männern nur 16% der über 75-Jährigen, bei den Frauen 46%. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 7 3. Die Entwicklung der Angebote für Senioren in Freiburg Die Angebote für ältere Menschen in Freiburg haben sich im letzten Jahrzehnt auf verschiedenen Ebenen – zum einen aufgrund gesamtgesellschaftlicher Veränderungen, zum anderen aufgrund der Einführung der Pflegeversicherung zum 01.01.1995 – weiter entwickelt und erweitert. Im Folgenden sind die wesentlichen Entwicklungen in der Infrastruktur der Altenarbeit und Altenhilfe in Freiburg aufgeführt. 3.1 Beratungsstellen für ältere Menschen Im Zuge der vom Landtag im Jahr 1991 verabschiedeten Neuordnung der ambulanten Hilfen in Baden-Württemberg wurden landesweit so genannte Informations-, Anlauf- und Vermittlungsstellen (IAV-Stellen) mit einer finanziellen Landesförderung eingerichtet. In Freiburg wurde mit Beschluss des Gemeinderates im Dezember 1991 zur Neustrukturierung der ambulanten Hilfen und in Zusammenarbeit mit den Freien Trägern ein gemischtes Organisationsmodell umgesetzt: Einrichtung des Seniorenbüros als zentraler Informations- und Beratungsstelle für ältere Menschen in städtischer Trägerschaft und dezentrale IAV-Stellen bei dem Diakonischen Werk und der Katholischen Sozialstation mit dem Ziel, die älteren Menschen und ihre Angehörigen über die Vielzahl von Angeboten und Hilfen zu beraten und bei Bedarf die geeigneten Hilfen zu vermitteln, aber auch die Kooperation aller professionellen und ehrenamtlichen Akteure in der Altenarbeit und Altenhilfe insgesamt zu verbessern. Allerdings stellte das Land Baden-Württemberg die Komplementärförderung der IAVStellen im Jahr 1999 ein. Beratungsstellen Beratungsstelle für ältere Menschen der Diakonie Eröffnung 1992 Beratungsstelle für ältere Menschen der katholischen 1994 Sozialstation Freiburg im Breisgau GmbH Im Zuge der Umsetzung der IAV-Konzeption hat die Stadt Freiburg 1994 das Seniorenbüro als zentrale Informations-, Beratungs- und Vermittlungsstelle und Altenhilfeplanungsstelle eingerichtet (vgl. Kapitel 4). Beratungsstelle Seniorenbüro Stadt Freiburg Eröffnung 1994 Damit Menschen möglichst lange selbständig in ihrer vertrauten Wohnung leben können, kommt es neben einem tragfähigen Netz von ambulanten Hilfen auf eine barrierefreie Wohnraumgestaltung an. Deshalb hat der Paritätische Wohlfahrtsverband – Bezirkgeschäftsstelle Freiburg – eine Stelle zur Beratung bei Wohnungsanpassungen, Umbaumaßnahmen und Neubauplanungen eingerichtet. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 8 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Beratungsstelle Eröffnung Beratungsstelle für alters- und behinderungs1993 gerechtes Wohnen der Paritätischen Dienste Freiburg In Kooperation von Heiliggeistspitalstiftung Freiburg und Freiburger Stadtbau GmbH verfolgt die Beratungsstelle "Wohnen im Alter" das Ziel, Mieterinnen und Mieter der Freiburger Stadtbau GmbH auch bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit in ihrer Lebensführung in der angestammten Wohngegend zu unterstützen. Beratungsstelle Beratungsstelle "Wohnen im Alter" bei der Freiburger Stadtbau GmbH 3.2 Offene Altenarbeit Das Konzept der Begegnungsstätten wurde seit rd. 25 Jahren von den Freien Trägern maßgeblich entwickelt und von der Stadt durch die Mitfinanzierung der hauptamtlichen Leitungen gefördert. Heute gibt es mit 22 Begegnungsstätten in nahezu jedem Stadtteil einen offenen Treffpunkt für ältere Menschen. Ziel der Arbeit in den Begegnungsstätten ist es, ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben älterer Menschen zu erhalten und zu fördern. Dazu gehören eine breite Palette von Begegnungs-, Bildungs-, Beteiligungs- und Beratungsangeboten. Fast alle Begegnungsstätten bieten einen offenen Mittagstisch an, der insbesondere für alleinstehende Menschen mit einer gemeinschaftlichen Atmosphäre und hauswirtschaftlicher Entlastung verbunden ist. Auch neue technische Entwicklungen haben Einzug gehalten: So wurden im Jahr 2000 in vier Begegnungsstätten Internettreffs für Senioren mit großem Einsatz ehrenamtlicher Tutoren und mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt Freiburg und den Stadtseniorenrat Freiburg e.V. eingerichtet, in denen ältere Menschen das neue Medium kennen lernen und erproben können. Offene Angebote Begegnungsstätten 1994 21 2003 22 Eröffnung 1999 Die Vielfalt von Bildungs- und Betätigungsmöglichkeiten wird erweitert durch die zahlreichen Angebote der traditionellen Einrichtungen der Erwachsenenbildung (Volkshochschule Freiburg, Seniorenstudium der Pädagogischen Hochschule, kirchliche Bildungs- und Altenwerke, Studium Generale der Universität) sowie der vielen ehrenamtlichen privaten Initiativen von Seniorenclubs und Vereinen. 3.3 Stadtseniorenrat Freiburg e.V. Der Stadtseniorenrat Freiburg e.V., unter der Bezeichnung "Kreisseniorenrat" 1976 gegründet, tritt entsprechend seiner im Jahr 2000 neu gefassten Satzung, in der auch die Namensänderung in Stadtseniorenrat Freiburg e.V. beschlossen wurde, für die Interessen und Belange älterer Menschen in der Stadt Freiburg ein und versteht 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 9 sich als Forum für Meinungsbildung und Erfahrungsaustausch. Der Stadtseniorenrat hat zwei Organe – die Mitgliederversammlung und den Vorstand. Die Zusammensetzung von beiden Gremien orientiert sich an den in der Altenarbeit und Altenhilfe tätigen Verbänden und Institutionen. Der Stadtseniorenrat ist Mitglied in verschiedenen städtischen Gremien (Sozialausschuss u.a). Umgekehrt arbeitet die Stadt (Seniorenbüro) als beratendes Mitglied im Vorstand des Stadtseniorenrates mit. Vom Stadtseniorenrat wurde bis Ende 2001 der Freiburger Seniorenpass ausgegeben, dessen kommunale Förderung allerdings aufgrund der schwierigen Haushaltssituation im Zuge der Sparbeschlüsse des Gemeinderates ab 2002 eingestellt wurde. Ein wichtiges Tätigkeitsfeld seit dem Jahr 2000 ist das institutionalisierte Engagement von Mitgliedern des Stadtseniorenrates in den Heimbeiräten in Pflegeheimen (z.B. als Heimfürsprecher oder als externe Mitglieder des Heimbeirats). Als Beitrag des Stadtseniorenrates zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung 2003 wurde die "Aktion Sitzecke" ins Leben gerufen. Im September 2003 richtete der Stadtseniorenrat ein Pflegesorgentelefon mit regelmäßigen Sprechstunden ein, bei denen Angehörige bzw. alle Personen, die in der ambulanten oder stationären Pflege tätig sind, ihre Sorgen und Nöte vortragen können. Aufgrund eines interfraktionellen Antrages der SPD-Fraktion und der Fraktionsgemeinschaft Unabhängige Frauen/Linke Liste vom Oktober 2003 befasste sich der Gemeinderat mit der Entwicklung und Perspektiven des Stadtseniorenrates und mit dem Thema der Direktwahl. Der Gemeinderat lehnte in der Sitzung am 24.11.2003 mehrheitlich den interfraktionellen Antrag ab, ein Konzept zur Durchführung einer Urwahl zu erarbeiten. 3.4 Betreutes Wohnen Seit Mitte der 70er Jahre wurde in Freiburg das Konzept des Betreuten Wohnens maßgeblich entwickelt und im letzten Jahrzehnt weiter ausgebaut. Diese Wohnform ermöglicht durch eine altengerechte Bauweise und vielfältige Versorgungsangebote eine eigenständige Lebensgestaltung. Ausgehend von dem Grundsatz "So viel Selbständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig" werden Hilfen als Grund- und Wahlleistungen angeboten (vgl. Kapitel 7). Heute bestehen in Freiburg 25 Betreute Seniorenwohnanlagen mit 1.821 Wohneinheiten sowie drei Wohnstifte mit 490 Wohneinheiten, insgesamt 2.311 Wohneinheiten. Damit hat Freiburg in Bezug auf den Anteil der Bevölkerung über 60 Jahre das in Baden-Württemberg und vermutlich auch bundesweit größte Angebot an Betreutem Seniorenwohnen. Betreutes Wohnen Altenwohnheim Seniorenwohnanlagen Wohnstifte 1994 Anzahl 1 20 2 Wohneinheiten 43 1.535 460 2003 Anzahl 1 25 3 Wohneinheiten 42 1.821 490 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 10 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Von den 1.821 Wohnungen in Seniorenwohnanlagen sind 1.323 (73%) gefördert und 498 Wohnungen (27%) freifinanziert. Betreute Seniorenwohnungen werden zurzeit in Freiburg – unter Zugrundelegung von ca. 50 % Einzelbewohnern in Zwei- und Dreizimmerwohnungen (Bestand insgesamt 658) – von ca. 2.150 älteren Bürgern genutzt (= 5,2% der älteren Bevölkerung bei insgesamt 41.303 Freiburgern über 60 Jahre). Auf der gleichen Berechnungsbasis (50% Einzelbewohner in Zwei- und Dreizimmerwohnungen; Bestand insgesamt 260) werden von 620 der älteren Freiburger Bürger (= 1,5%) derzeit Wohnungen in Wohnstiften genutzt. Zusammengefasst nutzen 2.770 ältere Freiburger Bürger (= 6,7%) Wohnungen mit Serviceangeboten in insgesamt 25 Betreuten Seniorenwohnanlagen und drei Wohnstiften. 3.5 Ambulante Hilfen Im Jahr 1994 bestanden in der Stadt Freiburg drei Sozialstationen freigemeinnütziger Träger (1981 gegründet) und drei private Pflegedienste (der erste private Pflegedienst wurde 1991 gegründet). Durch das zum 01.01.1995 in Kraft getretene Pflegeversicherungsgesetz und den damit verbundenen Leistungen hat sich der "Pflegemarkt" massiv verändert. Heute gibt es insgesamt 27 ambulante Pflegedienste. Von den im Jahr 2003 bestehenden 27 Pflegediensten sind 18 privatgewerbliche (66 %) und neun frei-gemeinnützige Dienste (34 %). Der Grundsatz des Pflegeversicherungsgesetzes "Ambulant vor Stationär" wurde in Freiburg in hohem Maße umgesetzt. Hilfs- und pflegebedürftige Menschen können länger zu Hause gepflegt werden, da die ambulanten Pflegeeinsätze durch die von der Pflegeversicherung gewährten Zuschüsse je nach Pflegestufe in erheblichem Maße mitfinanziert werden. Ambulante Pflege ist heute im Vergleich zu 1994 in dichten zeitlichen Intervallen (bis zu fünf täglichen Hausbesuchen) möglich und kann damit eine lange Betreuung und Versorgung im häuslichen Bereich sichern. Ambulante Hilfen Ambulante Pflegedienste gesamt davon: frei-gemeinnützig davon: privat-gewerblich Mobile Soziale Dienste / Nachbarschaftshilfen Essen auf Rädern Hausnotrufdienste 1994 6 3 2 6 2 1 2003 27 9 16 7 3 3 Die ambulante Pflege von dementiell erkrankten Menschen wird unterstützt durch verschiedene gerontopsychiatrische Angebote, dazu zählen u.a. die Neurogeriatrie und Memory-Ambulanz im Zentrum für Geriatrie und Gerontologie (ZGGF), das Integrative Hirnleistungstraining (Grips) der Stiftungsverwaltung Freiburg, verschiedene Betreuungs- und Angehörigengruppen (neun anerkannte Betreuungsgruppen und andere niedrigschwellige Angebote) sowie die im folgenden aufgeführten Angebote der Tages- und Kurzzeitpflege. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 11 3.6 Teilstationäre Angebote – Tagespflege und Kurzzeitpflege Zur Entlastung der pflegenden Angehörigen oder zur Überbrückung von Notsituationen dienen die Einrichtungen der Tages- und Kurzzeitpflege. Diese Angebote wurden im letzten Jahrzehnt von freien und privaten Trägern weiter ausgebaut. Teilstationäre Angebote Tagespflege Kurzzeitpflege 1994 Anzahl 2 7 Plätze 18 11 2003 Anzahl 4 7 Plätze 45 50 Das Kurzzeitpflegeangebot wurde vor allem durch die Einrichtung einer eigenen Abteilung für Kurzzeitpflege mit 27 Plätzen in der Median Klinik – Klinik für geriatrische Rehabilitation – im Januar 1998 wesentlich erweitert. 3.7 Stationäre Angebote - Altenpflegeheime In Freiburg gibt es derzeit 20 Pflegeheime, in denen ältere pflegebedürftige Menschen wohnen und eine umfassende Pflege und Betreuung erhalten. Der Anstieg der Pflegeplatzzahlen von 1.450 im Jahr 1994 auf 1.706 Pflegeheimplätze im Jahr 2003 beruht im Wesentlichen auf zwei Zusammenhängen: Zum einen wurden Altenheimplätze mit Beginn der zweiten Stufe der Pflegeversicherung zum 01.07.1996 im stationären Bereich offiziell zu Pflegeplätzen deklariert – eine Umwandlung, die in vielen vergleichbaren Städten in ähnlichen Größenordnungen vollzogen wurde. Zum anderen eröffnete im Jahr 2000 eine neue Pflegeeinrichtung mit 81 Dauerpflegeplätzen und 16 "eingestreuten" Kurzzeitpflegeplätzen. Zum 31.12.2003 stehen in der Stadt Freiburg 1.706 Dauerpflegeplätze zur Verfügung. Der Gemeinderat hat in der Sitzung am 05.03.2002 die Fortschreibung des Pflegeheimverzeichnisses der Stadt Freiburg auf der Grundlage der Drucksache G 02023 einstimmig befürwortet. Dabei wurde für das Jahr 2010 ein Dauerpflegeplatzangebot von voraussichtlich 1.786 Plätzen als ausreichend bewertet (davon 1.642 Plätze im Rahmen des Pflegeheimverzeichnisses und 144 Plätze außerhalb des Pflegeheimverzeichnisses). Die bisherige staatliche bzw. kommunale Investitionskostenförderung für Sanierungsund Neubaumaßnahmen von 60% der förderfähigen Investitionskosten (20% Städte und Kreise, 40% Land und 40% der Träger der Einrichtung) soll nach einem Entwurf der Landeregierung Baden Württemberg zur Neuordnung der Pflegeheimförderung schon im Jahr 2004 geändert werden. Der Entwurf sieht eine Absenkung der Förderquote auf 45% (davon 2/3 Land, 1/3 Standortkreis) vor. Damit soll u.a. eine Ausweitung des Investitionsvolumens der jährlichen Förderprogramme von derzeit 150 Mio. € auf 240 Mio. € erreicht werden. Die vorgesehenen Änderungen führen allerdings zu höheren Entgelten und damit auch zu höheren Sozialhilfeaufwendungen. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 12 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Stationäre Angebote Einrichtungen gesamt davon Altenheimplätze davon Pflegeheimplätze 1991 Anzahl 20 Plätze 1.825 375 1.450 2003 Anzahl 20 Plätze 1.786 80 1.706 Mit Hilfe einer großzügigen Spende einer Freiburger Unternehmerfamilie konnte im Jahr 2001 das stationäre Hospiz Karl Josef mit acht Plätzen für schwerstkranke sterbende Menschen realisiert und damit eine wichtige Versorgungslücke für den Stadtkreis Freiburg und die Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald geschlossen werden. Stationäres Hospiz Hospiz Karl Josef gGmbH Eröffnung September 2001 Das Hospiz Karl Josef arbeitet eng mit den ambulanten Hospizgruppen der Region zusammen. 3.8 Gesundheitswesen Im Zuge der Umsetzung des Geriatriekonzeptes des Landes Baden-Württemberg aus dem Jahre 1989 wurden landesweit Geriatrische Zentren und Schwerpunkte geschaffen. Grundlage des Konzeptes ist die Umsetzung der Grundsätze "Rehabilitation vor Pflege" und "Ambulant vor Stationär" mit dem Ziel der Erhaltung bzw. Wiedererlangung der Selbständigkeit für den geriatrischen Patienten. In Freiburg gibt es eine ambulante und eine stationäre Einrichtung: Das Zentrum für Geriatrie und Gerontologie Freiburg (ZGGF) ist als geriatrisches Zentrum innerhalb des Universitätsklinikums in der Akutrehabilitation und als geriatrischer Konsiliardienst tätig, nach außen als Institutsambulanz für ambulante geriatrische Rehabilitation sowie als Neurogeriatrie- und als Memory-Ambulanz. Ambulante Geriatrische Rehabilitation Eröffnung Zentrum für Geriatrie und Gerontologie Freiburg 1991 (ZGGF) Als weiterer Baustein in der Umsetzung des Geriatriekonzeptes des Landes wurde eine stationäre Einrichtung der geriatrischen Rehabilitation für den Stadtkreis Freiburg und den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald geschaffen. Stationäre Geriatrische Rehabilitation MEDIAN Klinik Plätze 90 Eröffnung 1997 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 13 Infrastruktur für ältere Menschen in Freiburg im Überblick (Vergleich 1994 und 2003) Dienste und Einrichtungen (WE = Wohneinheiten) 1. Beratungsstellen Seniorenbüro Stadt Freiburg Dezentrale Beratungsstellen für ältere Menschen Beratungsstelle für alters-und behinderungsgerechtes Wohnen Beratungsstelle Wohnen im Alter 2. Offene Altenarbeit Begegnungsstätten Stadtseniorenrat Freiburg e.V. Sonstige Angebote (VHS, Seniorenstudium, Seniorenvereine, Initiativen) 3. Betreutes Wohnen Altenwohnheim Seniorenwohnanlagen Wohnstifte 4. Ambulante Hilfen Ambulante Pflegedienste gesamt davon: frei-gemeinnützig davon: privat-gewerblich Mobile Soziale Dienste / Nachbarschaftshilfen Essen auf Rädern Hausnotrufdienste 5. Teilstationäre Angebote Tagespflege Kurzzeitpflege 6. Stationäre Angebote Alten- und Pflegeheime gesamt davon: Altenheimplätze davon: Pflegeheimplätze Stationäres Hospiz 7. Gesundheitswesen Zentrum für Geriatrie und Gerontologie Freiburg (ZGGF) Median Klinik Freiburg Rehabilitationsklinik für Geriatrie 1994 WE/Plätze 2003 WE/Plätze Anzahl 1 1 1 Anzahl 1 2 1 1 22 1 21 1 1 18 2 6 3 3 6 1 1 2 7 20 43 1.517 460 1 25 3 27 9 18 7 3 3 42 1.821 490 18 11 1.825 375 1.450 4 7 20 45 50 1.786 80 1.706 8 1 1 1 1 90 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 14 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 4. Grundlagen und Mitarbeiter/innen Im März 1991 hat das Land Baden-Württemberg durch die "Richtlinien zur Neuordnung der ambulanten Hilfen" u.a. die Einrichtung von so genannten IAVStellen (Informations-, Anlauf- und Vermittlungsstellen ) in der Altenarbeit zwingend vorgeschrieben. Während das Land dabei vor allem den ambulanten Altenhilfebereich im Blick hatte, hat die Stadt Freiburg mit ihren Vorplanungen für die Einrichtung des Seniorenbüros schon damals konzeptionell den Gesamtbereich Altenarbeit und Altenhilfe – im offenen, ambulanten und stationären Bereich – sowie den Gesamtbereich der Altenhilfeplanung mit verfolgt. Daraus ist ein erfolgreiches Modell (das inzwischen das ursprüngliche IAV-Landesmodell in mehrfacher Hinsicht "überlebt" hat, geworden). Das Seniorenbüro verknüpft im weitesten Sinne u.a. Beratungs- mit Planungsprozessen in der Altenhilfe. Auf der Grundlage des Gemeinderatsbeschlusses vom Dezember 1991 hat das Seniorenbüro im März 1994 seine Arbeit aufgenommen. Ausgangslage und Begründung für diesen Beschluss war die Konzeption der "Neuordnung der ambulanten Hilfen in Baden-Württemberg". In dieser Konzeption waren Beratungsstellen (so genannte Informations-, Anlauf- und Vermittlungsstellen – kurz "IAV-Stellen") bindend vorgeschriebenen und wurden vom Land gefördert; diese Förderung wurde seitens des Landes jedoch 1999 eingestellt. Die Stadt Freiburg hat aus konzeptionellen Gründen in Erweiterung der damals vom Land beschlossenen "Neuordnung der ambulanten Hilfen" Altenarbeit und Altenhilfe mit folgenden Arbeitsbereichen beim Seniorenbüro angesiedelt: Information, Beratung und Vermittlung von Hilfen, Koordination und Kooperation, Öffentlichkeits- und Projektarbeit, Gremienarbeit und Altenhilfeplanung. Im Jahr 2003 waren folgende hauptamtliche Mitarbeiter/innen tätig: Ursula Konfitin Diplom-Pädagogin Leiterin des Seniorenbüros seit 1993 (offizielle Eröffnung des Seniorenbüros: 18.03.1994) mit den Schwerpunkten Koordination, Altenhilfeplanung und Öffentlichkeitsarbeit Regina Bertsch Diplom-Sozialpädagogin (FH) – seit 1994 im Seniorenbüro mit den Arbeitsschwerpunkten Beratung, Ambulante Hilfen, Rehabilitation, dementielle Erkrankungen Guido Willmann Diplom-Verwaltungswirt (FH) – seit 1994 im Seniorenbüro mit den Arbeitsschwerpunkten Verwaltung und Dokumentation, zentrale Vermittlung von Dauer- und Kurzzeitpflegeplätzen 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 15 Helga Orth-Klugermann Diplom-Sozialarbeiterin (FH) – seit 1996 im Seniorenbüro (50%-Stelle) mit den Arbeitsschwerpunkten Beratung, Betreutes Wohnen und ältere Migrantinnen und Migranten Karin Tolles Diplom-Sozialpädagogin (FH) – seit 2002 im Seniorenbüro (50%-Stelle seit 1997) mit dem Arbeitsschwerpunkt Beratung und zentrale Vermittlung von Dauer- und Kurzzeitpflegeplätzen Marina Kaminskaja Sekretärin – seit 2000 im Seniorenbüro (50%-Stelle) Seit April 1995 sind durchgängig Praktikantinnen und Praktikanten der beiden Freiburger Fachhochschulen und anderer Hochschulen im Seniorenbüro – in der Regel für eine Zeit von jeweils einigen Wochen bis zu fünf Monaten. Insgesamt waren bisher 25 Praktikantinnen und Praktikanten im Seniorenbüro tätig. Die täglichen Sprechzeiten (Montag bis Freitag, 10 - 12 Uhr und 14 - 16 Uhr) haben sich in diesem Umfang bewährt; zusätzlich bestand und besteht weiterhin - bürgerorientiert - die Möglichkeit, auch außerhalb dieser Sprechzeiten Termine zu vereinbaren. Vor allem in Notsituationen sowie bei Anreise Angehöriger von auswärts hat sich diese Praxis im Sinne von Bürgernähe als gut erwiesen. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 16 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 5. Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitsarbeit gehörte laut Gemeinderatsbeschluss von Dezember 1991 zu einer der wesentlichsten Aufgaben, die das Seniorenbüro wahrnehmen sollte. Dies betrifft viele Bereiche und Dimensionen: Informationen für die älteren Bürger/innen Freiburgs, für Medien, aber auch für Institutionen, ausländische Delegationen und Universitäten, Fachhochschulen, Freiburger Altenpflegeschulen, Altenclubs usw. Aufgreifen und Aufarbeitung von inhaltlichen Themen im Rahmen von Einzelvorträgen, Vortragsreihen, Projekten und Fachtagungen Artikel und Interviews zu aktuellen altenpolitischen Fragen von ‚A’ wie ‚Altenheim’ bis ‚Z’ wie ‚Zentrale Heimplatzvermittlung’ Insgesamt wurden von Mitarbeitern/innen des Seniorenbüros in den vergangenen zehn Jahren 120 Vorträge vor rund 3.500 Teilnehmern/innen gehalten. Im Jahr 2003 konnten die Broschüren "Wohnen und Begegnung für Senioren in Freiburg" in 4. Auflage (Januar 2003), "Altenpflegeheime in Freiburg" in 6. Auflage (Juli 2003) und der Wegweiser "Älter werden in Freiburg" in 5. Auflage (November 2003) mit einer Auflage von jeweils 5.000 Exemplaren aktualisiert herausgegeben werden. Vier größere Projekte mit jeweils unterschiedlichen Projektpartnern wurden im Jahr 2003 neben der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit realisiert: ein gemeinsames Konzert des Freiburger Senioren Salon Orchesters mit dem Senioren-Orchester Berlin im März 2003 die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe "Leben mit verwirrten Menschen" mit Vor-Ort-Besuchen bei Diensten und Einrichtungen (März bis Juli 2003) in Zusammenarbeit mit dem Heinrich-Hansjakob-Haus die Neugestaltung der Präsentation des Seniorenbüros (Tritower mit Ausstellungsstand) im Rahmen des 76. Deutschen Fürsorgetages im Mai 2003 in Freiburg ein Forum "SeniorenEngagement" mit dem Titel "Engagiertes Alter(n)" im Oktober 2003 in Zusammenarbeit mit der Freiburger Freiwilligen-Agentur 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 17 Im Jahr 2003 begannen die Vorbereitungen für den Tag für pflegende Angehörige 2004 (am 25. September) unter dem Titel "Alltag mit pflegebedürftigen Angehörigen : belastet – überlastet – was entlastet?" in Zusammenarbeit mit der AOK Südlicher Oberrhein, dem HeinrichHansjakob-Haus, den Johannitern und dem Stadtseniorenrat den ersten in Freiburg stattfindenden Runden Tisch "Zur Situation älterer Migrantinnen und Migranten in Freiburg" im Februar 2004 die Reihe "Pflege in Freiburg" in der Badischen Zeitung als gemeinsame Öffentlichkeit des Seniorenbüros und vieler verschiedener Freiburger Institutionen. Ab Januar 2004 erscheint monatlich ein Teilaspekt des Themas "Pflege in Freiburg" wie z.B. "Demographische Entwicklung", "Häusliche Situation", "Pflegeplatzvermittlung", "Ein Tag im Pflegeheim", "Sterben im Pflegeheim" u.a. die im Rahmen des 10-jährigen Bestehens des Seniorenbüros stattfindende Fotoausstellung "AugenBlicke – Junge sehen alte Menschen – Alte sehen junge Menschen" Mitarbeiter/innen des Seniorenbüros hielten im Jahr 2003 insgesamt 13 Fachvorträge (mit rund 360 Teilnehmerinnen und Teilnehmern). Wie in den vergangenen Jahren setzten sich die Teilnehmergruppen u.a. zusammen aus Seniorengruppen, Altenpflegeschülerinnen und -schülern, Studentinnen und Studenten, Lehrerinnen und Lehrern, Wohlfahrtsverbänden, Politikern, Gewerkschaften, Frauengruppen und einigen japanischen Delegationen. Hinzu kamen weitere 21 vorbereitete Reden und Grußworte für Tagungen und verschiedenste Veranstaltungen. Zusätzlich war das Seniorenbüro bei 105 verschiedenen Anfragen von Institutionen (Institute, Hochschulen, Medien, Architekten, Investoren) mit unterschiedlichem Zeitaufwand tätig. Im Einzelnen hat die Öffentlichkeitsarbeit folgende Schwerpunkte: Vorträge / Gespräche mit Senioren Themenschwerpunkte: Selbständig leben im Alter, Begegnung, Bürgerschaftliches Engagement und Wohnen im Alter, ambulante Hilfen, Rehabilitation, häusliche Pflege, Heimplatzvermittlung, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht u.a. Fachvorträge bei Fachleuten und auf Tagungen Themenschwerpunkte: Altenhilfekonzeptionen auf kommunaler Ebene und im Rahmen von Einrichtungen, Zusammenarbeit in Netzwerken auf kommunaler Ebene und Partizipation, Pflegeversicherung, Altenhilfeplanung Informationsgespräche / Vorträge an Fachhochschulen Themenschwerpunkte: Arbeit des Seniorenbüros, kommunale Altenhilfeplanung, Netzwerkarbeit, Kooperation zwischen Kommune, freier Wohlfahrtspflege und gewerblichen Leistungsanbietern, neue gesetzliche Grundlagen im Altenbereich etc. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 18 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Informationsbroschüren Herausgabe verschiedener Informationsbroschüren - gemeinsam und durch Finanzierung der jeweiligen Träger: a) Wohnen und Begegnung für Senioren in Freiburg (4. Auflage, Januar 2003), b) Altenpflegeheime in Freiburg (6. Auflage, Juli 2003), b) Älter werden in Freiburg - Wegweiser (5. Auflage, November 2003). Zusätzlich: Herausgabe des Freiburger Veranstaltungskalenders Gerontopsychiatrie seit 2001 in 6. Auflage, Herausgabe von Listen zu Angeboten ambulanter Hilfen, zu Kurzzeitpflegeangeboten, zur Tagespflege, zu so genannten niedrigschwelligen Angeboten etc. Arbeit in örtlichen und überörtlichen Gremien U.a.: Geschäftsführung der Ausschüsse "Ambulante Hilfen" und "Stationäre Hilfen"; Vertretung in örtlichen und überörtlichen fachspezifischen Gremien wie z.B. "Alter und Sucht"; Fachgruppe "Barrierefreies Leben in Freiburg", Arbeitsgemeinschaft der Altenhilfefachberatungen des Städtetages BadenWürttemberg. Radio-, Fernseh- und Zeitungsinterviews zu Fachthemen Aktionen wie Infostände Teilnahme am 76. Deutschen Fürsorgetag in Freiburg mit neu konzipiertem Informationsstand und Power-Point-Präsentation zur Arbeit des Seniorenbüros im Mai 2003; Info-Stand im Rahmen der Eröffnung der behindertengerecht umgebauten Haltestelle "Holzmarkt" im September 2003. Seniorennachmittage Seniorenfastnachtsnachmittag der Breisgauer Narrenzunft (Mitorganisation) im Februar 2003, Seniorennachmittag im Rahmen der Herbstmesse im Oktober 2003 (Organisation). Projekte Fortsetzung des Projekts "Mit einem Schlag war alles anders..." Selbsthilfegruppen für Menschen nach einem Schlaganfall, Inhaltliche Weiterarbeit mit Teilnehmern/innen der Freiburger Studienfahrten 2002 "Wege in der Dementenbetreuung – Basel, Baselbiet, Strasbourg, Stuttgart", Fortsetzung der Reihe für pflegende Angehörige "Leben mit verwirrten Menschen" Die Einzelprogramme der Projekte sind im Anhang zu finden. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 19 6. Altenhilfeplanung Im Bereich der Altenhilfeplanung sowie in der Querschnittsarbeit mit anderen Ämtern verbindet das Seniorenbüro – entsprechend seinem Arbeitsauftrag - Praxis mit Theorie und Planung. Unter Berücksichtigung und Gewichtung von Zahlen, Daten, gesellschaftlichen Veränderungen und gesetzlichen Grundlagen hat die Altenhilfeplanung das Ziel, eine bedarfsgerechte Infrastruktur in der Stadt zu sicher zu stellen. Dies beinhaltet neben den genannten Faktoren vor allem auch die Einbeziehung von Aspekten der Qualitätssicherung in Abstimmung mit allen Beteiligten. Die stationäre Bedarfsplanung – vor allem die Sanierung und Ersatzneubauplanung standen auch 2003 im Mittelpunkt. Das Amt für Statistik und Einwohnerwesen hat gemeinsam mit dem Seniorenbüro und den Pflegeheimträgern ein neues Erhebungskonzept zur stationären Pflege erarbeitet, über das im Jahr 2003 erstmals im Rahmen eines statistischen Infodienstes berichtet werden konnte, da seit Januar 2002 in Form einer monatlichen Abfrage Daten bei allen Freiburger Pflegeheimen erhoben wurden. Tangierte Bereiche sind neben der stationären Bedarfsplanung Fragen der ambulanten Versorgung, der Stadtteilentwicklungsplanung (hier: alte Stadtteile sowie Rieselfeld und Vauban), Sanierungsprojekte aber auch z.B. der Sportentwicklungsplan. Schwerpunktthemen im Jahr 2003 waren: Stationäre Altenhilfe Das Amt für Statistik und Einwohnerwesen hat gemeinsam mit dem Seniorenbüro und den Pflegeheimträgern ein neues Erhebungskonzept zur stationären Pflege erarbeitet, das ab Januar 2002 in Form einer monatlichen Abfrage Anwendung gefunden hat. Die erste Auswertung für das Jahr 2002 hat das Amt für Statistik und Einwohnerwesen in Form eines statistischen Infodienstes im Mai 2003 herausgegeben, weitere Infodienste sind in Planung. Damit wurde die empirische Datenlage zur Bewohnerstruktur, Belegungsveränderungen und Verweildauer wesentlich verbessert. (vgl. Kapitel 9: Zentrale Pflegeheimplatzvermittlung) Auf der Grundlage des am 05. März 2002 vom Gemeinderat beschlossenen Pflegeheimverzeichnisses wurden mittlerweile folgende Ersatzneubauten in den Gremien weiter beraten bzw. beschlossen: Die Ersatzneubauten des Marienhaus St. Johann e.V. im Stadtteil Wiehre, wo das jetzige Marienhaus und das St. Antoniushaus auf dem Areal des derzeitigen Marienhauses (Talstraße/Scheffelstraße) zusammengelegt werden. Insgesamt entstehen hier 195 Pflegeplätze im Rahmen eines konzeptionell neu strukturierten Ersatzneubaus. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 20 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Der Ersatzneubau für das Blindenheim (Referenzzentrum Blindenheim Freiburg mit insgesamt 102 Plätzen) wurde mit den auf die Stadt Freiburg anrechenbaren Plätzen (43 Dauerpflegeplätze) vom Gemeinderat im Juli 2003 beraten und beschlossen. Weiterhin wurden die Vorberatungsgespräche für den Ersatzneubau des 120 Pflegeplätze (darunter 15 Apalliker-Plätze) umfassenden St. Carolushauses intensiviert und ein zeitlicher Ablaufplan für das Jahr 2004 vorbereitet. Information und Beratung von Investoren (insbesondere Betreutes Wohnen) und Wohnprojektgruppen Im Bereich höherer Investitionen wie im Betreuten Wohnen oder auch im Pflegeheimbereich haben kommunal verfügbare Zahlen und deren Interpretationen einen relativ hohen Aussagewert, da Fehlinvestitionen oder quantitative wie qualitative Fehlplanungen für Investoren erhebliche Folgen haben können. Während des Jahres 2003 kamen wiederum verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Überlegungen zur Planung gemeinsamer Wohnprojekte auf das Seniorenbüro zu. Bei diesen Gesprächen ging es zumeist um die ersten Vorstellungen von Projektkonzeptionen, um allgemeine Fragen der Finanzierung (Miete, Kauf) und der Grundstücksfindung. Beratung/Stellungnahmen hinsichtlich seniorenspezifischer Planung und Gestaltung von Stadtentwicklung Hierzu fanden verschiedene Gespräche mit dem Stadtplanungsamt statt; Stellungnahmen zu Bauvorhaben und zu Verkehrsführung sowie Überlegungen im Rahmen "Soziale Stadt". Stellungnahmen zu Gesetzes- und Richtlinienentwürfen Im Jahr 2003 betraf dies vor allem Planungsfragen des Sozialausschusses des Städtetages Baden-Württemberg im Bereich der stationären Altenhilfe. Welche Aufgaben langfristig auf die kommunale Altenhilfeplanung zukommen, zeichnet sich vor allem in zwei Richtungen ab: Diese Aufgaben liegen im Beteiligungsbereich (Beteiligung von Senioren, Ämtern und Gremien) und vor allem in Qualitätssicherungsbereichen. Dafür sind zwar Zahlen eine wesentliche Grundlage, es müssen aber auch systematisch andere, neue Parameter entwickelt werden. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 21 7. Wohnen im Alter Wohnen im Alter steht in der Stadt Freiburg seit den 70er Jahren im Mittelpunkt kommunaler Altenpolitik. Damals und in den beiden nächsten Jahrzehnten entstanden die meisten der Wohnanlagen des so genannten Betreuten Wohnens. Mit zurzeit 1.821 Wohnungen im Betreuten Wohnen in 25 Seniorenwohnanlagen und 490 Wohnungen in drei Wohnstiften steht die Stadt Freiburg an der Spitze der Republik und wird daher nicht selten als "die Hauptstadt des Betreuten Wohnens" bezeichnet. Doch auch die Konzepte des Betreuten Wohnens stehen in laufenden Veränderungsprozessen – Bewohnerstruktur, Unterstützungs- und Pflegebedarf, aber auch Ansprüche an die Ausstattung haben sich in den vergangenen zehn Jahren erheblich verändert. Wohnen im Alter ist auch in kommunalem Planungskontext nicht nur Betreutes Wohnen: Es bezieht die Infrastruktur ebenso wie neuere gesellschaftliche Bewegungen – z.B. die Ideen von Gemeinschaftlichem Wohnen im Alter – ein. Die weitaus größte Interessentengruppe für das Betreute Wohnen ist zwischen 80 und 84 Jahre alt. Im Jahr 2003 hat das Seniorenbüro insgesamt 643 Informationsund Beratungsgespräche zum Thema Betreutes Wohnen geführt. 392 Gespräche (= 61%) wurden mit der Gruppe der über 75-Jährigen geführt. Die Broschüre "Wohnen und Begegnung für Senioren in Freiburg" konnte im Januar 2003 in 4. Auflage in Zusammenarbeit mit den Trägern der Wohnanlagen neu herausgegeben werden. Unter der Prämisse "So viel Selbständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig" hat das Betreute Wohnen ab den 70er Jahren das damals noch bestehende Altenheim mehr und mehr abgelöst. Überall entstanden Wohnanlagen für Betreutes Wohnen. In der Stadt Freiburg stellte sich die Entwicklung des Betreuten Wohnens mit einem hohen Anteil von geförderten Wohnungen wie nachfolgend aufgezeichnet dar: 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 22 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Betreutes Wohnen für Senioren in Freiburg (1951-2002) Gesamtzahl der Wohneinheiten - frei finanziert und gefördert 2000 1800 1600 1400 Anzahl 1200 1000 800 600 400 200 Jahr gefördert 0 1951 1961 1971 1973 1977 1981 1983 1984 1985 1986 1988 1989 1991 1992 1993 1997 1999 2000 2002 163 97 97 97 260 236 97 333 411 122 533 571 122 693 631 139 770 646 159 805 756 159 915 756 159 841 1017 1086 1180 1259 1265 1291 1315 1333 1323 188 188 188 188 228 252 361 465 469 498 frei finanziert insgesamt 915 1029 1205 1274 1368 1487 1517 1652 1780 1802 1821 Qualitätssiegel Betreutes Wohnen Im Hinblick auf die Vielzahl der landesweit vor allem in den 80er und beginnenden 90er Jahren entstandenen Seniorenwohnanlagen hat sich der Städtetag BadenWürttemberg 1995 für das Qualitätssiegel Betreutes Wohnen vor allem mit Blick auf den notwendigen Verbraucherschutz ausgesprochen, um damit die Qualitätssicherung für einen definierten Mindeststandard zu garantieren. Für die Träger und/oder Betreuungsgeber von Seniorenwohnanlagen stellt das Qualitätssiegel auch ein Marketingelement dar, das langsam, aber zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Stadt Freiburg/Seniorenbüro hat in Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband/Beratungsstelle für alters- und behinderungsgerechtes Wohnen im Jahr 1997 eine Zertifizierungsstelle eingerichtet. Diese kann entsprechend schriftlicher Absprache mit dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald auch für Seniorenwohnanlagen im Landkreis tätig werden. Das Qualitätssiegel wird auf Antrag verliehen. Die Zertifizierung beinhaltet die Prüfung folgender Bereiche: – Bauwerk und Umfeld – Grundservice und Wahlservice – Vertragsgestaltung Zu den einzelnen Bereichen liegen umfangreiche Prüfbogen vor. Die kostenpflichtige Prüfung erfolgt aufgrund schriftlich eingereichter Unterlagen sowie durch eine Begehung. Erstzertifizierungen sind zeitlich und inhaltlich sehr umfangreich, aber auch Wiederholungszertifizierungen beanspruchen einen hohen Zeitaufwand, da Erhebungsbogen auszuwerten sind und ausführliche Gespräche mit der Bewohnerschaft geführt werden. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 23 Seit 1997 wurden insgesamt vier Seniorenwohnanlagen durch umfangreiche Prüfungen zertifiziert bzw. "nachzertifiziert", davon allerdings nur eine Wohnanlage in der Stadt Freiburg (Seniorenwohnanlage Mathias-Blank-Straße; Bauverein/AWO). Die weiteren befinden sich in Heitersheim (Seniorenwohnanlage Klausengasse), Eichstetten (Schwanenhof) und Neuenburg (Seniorenwohnanlage Fridolinhaus). Wohnen im Alter als Querschnittsaufgabe Der Zweite Altenbericht der Bundesregierung über das Wohnen im Alter (Berlin 2001) widmet dem Wohnen im Alter als Aufgabe der sozialen Strukturpolitik umfangreichen Raum, was das Eingebundensein der Generationen in soziale Netzwerke und Lebensqualität durch private und öffentliche wohnungsbezogene Daseinsvorsorge ebenso berücksichtigt wie das Verhältnis zwischen Altenpolitik, Familienpolitik, Frauenpolitik, Kinder- und Jugendpolitik oder wohnungsbezogene Generationspolitik als lebensräumlich orientierter Strukturpolitik. In der Stadt Freiburg wie anderswo wurden diese Zusammenhänge in den vergangenen zehn Jahren zunehmend berücksichtigt: Sie wurden Teil von Planungs- und Beteiligungsprozessen. Die kommunale Rolle geht damit über die reine Daseinsvorsorge hinaus – zunehmend bewegt sie sich damit von einer eher quantitativen hin zu einer eher qualitativen Motivationslage. Damit haben sich auch in Freiburg innerhalb der Verwaltung nicht nur neue Querschnittsaufgaben von Dezernaten und Ämtern ergeben, sondern auch neue Strategien der Beteiligung. Diese gilt es verstärkt zu koordinieren und an der Schnittstelle zwischen Bürgern und Verwaltung zu moderieren und ggf. bis zur Umsetzung zu begleiten. Diesem Prozess ging ein inhaltlicher Prozess voraus, nämlich Wohnen im Alter nicht nur unter Versorgungsaspekten, sondern auch unter Aspekten der Prävention und vor allem auch des Wohlbefindens zu betrachten. In diesem Zusammenhang sind folgende Aspekte in den vergangenen zehn Jahren immer wichtiger geworden: – der persönliche Bezug zum Stadtteil, – die Lage der Wohnung, – bauliche Standards – die Infrastruktur und der öffentliche Nahverkehr sowie – der finanzielle Aspekt. In letzter Zeit zeichnet sich eine neue Entwicklung ab: Immer mehr Menschen befassen sich – oft in selbst organisierten Gruppen – mit der Idee des Gemeinschaftlichen Wohnens im Alter. In diesem Zusammenhang ist das Thema "Gemeinschaftliches Wohnen im Alter" ein neues Thema, das zurzeit überall in Deutschland bei Gruppierungen, Einzelpersonen, Kommunen und in der Politik ein breiter werdendes Interesse findet. Die gemeinsam mit der Katholischen und der Evangelischen Fachhochschule sowie mit der Stiftungsverwaltung Freiburg i. Br. für April 2004 geplante Fachtagung "Weiter wohnen wie gewohnt?" befasst sich theoretisch und in praktischen Beispielen – drei bereits bestehende Wohnprojekte stellen sich vor – mit den Rahmenbedingungen, Organisations- und Finanzierungsformen des Gemeinschaftlichen Wohnens im Alter. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 24 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 8. Zentrale Vermittlung von Kurzzeitpflegeplätzen Seit 1989 besteht bei der Stadt Freiburg eine zentrale Vermittlungsstelle für Kurzzeitpflegeplätze. Die früher im Aufgabenbereich Krankenhaushilfe des Sozialund Jugendamtes angesiedelte Aufgabe wurde ab Mai 1994 vom Seniorenbüro übernommen. Von Mai 1994 bis 31.12.2003 haben insgesamt 728 Personen das Angebot der Kurzzeitpflege in der zentralen städtischen Vermittlung in Anspruch genommen. Der Träger des Kurzzeitpflegeplatzes erhält für die Bereitstellung des Platzes mit städtischem Belegungsrecht einen jährlichen Zuschussbetrag von derzeit 4.090 € im Rahmen des für die Kurzzeitpflege im städtischen Haushalt eingestellten Gesamtbudgets von 20.452 €. Angebot der Kurzzeitpflegeplätze in Freiburg im Jahr 2003 Kurzzeitpflege ist ein zeitlich begrenzter Aufenthalt eines älteren pflegebedürftigen Menschen in einem Pflegeheim zur Entlastung der pflegenden Angehörigen bei Urlaub, Krankheit oder zur Überbrückung von Krisensituationen. Im Jahr 2003 standen insgesamt vier Kurzzeitpflegeplätze mit städtischem Belegungsrecht in folgenden Pflegeheimen zur Verfügung: – Johannisheim – St. Anna-Stift – Median Klinik – Pflegeheim Landwasser 1 Platz 1 Platz 1 Platz (ab 02. Mai 2003) 1 Platz Daneben boten folgende Freiburger Einrichtungen weitere Kurzzeitpflegeplätze an: – Wohnstift Freiburg – Median Klinik – Pro Seniore Residenz Angebot insgesamt: 3 Plätze 26 Plätze 16 Plätze ("eingestreut" in den Dauerpflegebereich) ________ 49 Plätze Entwicklung des Platzangebotes: Für den Personenkreis altersverwirrter bzw. psychisch kranker Menschen bietet das Pflegeheim Landwasser als Einrichtung der Gerontopsychiatrie seit 01.07.1998 einen Kurzzeitpflegeplatz über die zentrale städtische Vermittlung an. In der Median Klinik Freiburg steht seit Januar 1998 eine eigene Kurzzeitpflegeabteilung mit 27 Plätzen zur Verfügung. Davon wird seit Mai 2003 ein Platz über die zentrale städtische Vermittlung angeboten. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 25 Das Martha-Fackler-Heim hat den bisher in der zentralen Vermittlung angebotenen Platz im Jahr 2003 aus organisatorischen Gründen nicht ausgewiesen. Das Pflegeheim Pro Seniore Residenz im Stadtteil Rieselfeld, das im Januar 2000 seinen Betrieb aufnahm, hat 16 Kurzzeitpflegeplätze - "eingestreut" in den Dauerpflegebereich - eingerichtet. Diese eingestreuten Plätze haben allerdings den Nachteil, dass sie nicht planbar im Voraus, zum Beispiel für die Ferienzeiten, reserviert werden können. Förderung des Kurzzeitpflegeangebots durch die Stadt Freiburg Die Stadt Freiburg ist der Überzeugung, dass die zentrale Vermittlung der Kurzzeitpflegeplätze ein bürgerfreundliches Angebot darstellt und sich im Sinne der Bürgerinnen und Bürger bisher sehr bewährt hat. Das Seniorenbüro hat einen Überblick über die freien Plätze, bietet Information und Beratung und kann aufgrund der Anfragen eine Bedarfsprognose stellen. Die Interessenten brauchen sich nur an eine Stelle zu wenden, sie ersparen sich dadurch viele Wege bzw. mehrfache Telefonate. Gerade auch in Notsituationen im häuslichen Pflegebereich kann oft schnell und wirksam geholfen werden. Um das bürgerfreundliche Angebot der zentralen Vermittlung von Kurzzeitpflegeplätzen zu erhalten, hat der Gemeinderat in der Sitzung am 28.11.1995 beschlossen, den Trägern von acht Kurzzeitpflegeplätzen, mit denen schon eine Vereinbarung bestand, einen jährlichen Zuschuss von 5.000 DM für die Bereitstellung eines Kurzzeitpflegeplatzes zu gewähren. Damit wurde die frühere Bezahlung des "Bettenausfallgeldes" auf eine pauschale Förderung umgestellt. Der Haushaltsansatz von 90.000 DM konnte damit um 50.000 DM auf 40.000 DM (20.452 €) pro Jahr reduziert werden. Da für die Anbieter der Kurzzeitpflege der Aufwand in Pflege und Verwaltung aufgrund des permanenten Wechsels ungleich höher als in der Dauerpflege ist, hat das Dezernat III auf Vorschlag des Seniorenbüros festgelegt, ab dem Jahr 2002 den Pauschalbetrag im Rahmen des vorhandenen Budgets auf 4.090 € (8.000 DM) pro Platz und Jahr zu erhöhen, um den Heimen einen angemessenen Ausgleich für die Bereitstellung des Platzes bzw. für die Ausfallzeiten zu gewähren. Auf dieser Grundlage wurden im Jahr 2003 vier Kurzzeitpflegeplätze gefördert, von dem Gesamtbudget von 20.452 € wurde ein Förderbetrag von 14.997 € ausbezahlt. Auslastung 2003 Insgesamt 52 Personen, davon 37 Frauen und 15 Männer, haben im Jahr 2003 das Angebot der vier Kurzzeitpflegeplätze in der zentralen Vermittlung in Anspruch genommen. (Vergleich 1994: 92 Personen bei sechs Plätzen; 1995: 96 Personen bei acht Plätzen; 1996: 81 Personen bei sechs Plätzen; 1997: 81 Personen bei sechs Plätzen; 1998: 83 Personen bei sechs Plätzen; 1999: 71 Personen bei sechs Plätzen; 2000: 76 Personen bei fünf Plätzen; 2001: 39 Personen bei drei Plätzen; 2002: 57 Personen bei vier Plätzen). 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 26 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Dabei konnten 51 Personen den Kurzzeitpflegeaufenthalt in Verbindung mit dem Zuschuss der Pflegekasse selbst bezahlen, bei einer Person übernahm das Sozialamt der Stadt Freiburg die nicht gedeckten Kosten. (Vergleich 1994: 9 Personen, Vergleich 1995: 8 Personen; 1996: 3 Personen; 1997: 2 Personen; 1998: 1 Person; 1999: 2 Personen, 2000: 1 Person; 2001: 1 Person; 2002: 2 Personen). Dadurch, dass die Pflegekasse nach dem Pflegeversicherungsgesetz einen Zuschuss bis zu 1.432 € für maximal 28 Tage pro Kalenderjahr gewährt, ist die Kurzzeitpflege gegenüber früheren Jahren mit einer finanziellen Entlastung für die Kurzzeitpflegegäste verbunden. Von den bei den vier Plätzen möglichen belegbaren 1.338 Tagen waren 1.016 Tage belegt und 322 Tage nicht belegt. Dies entspricht einer Auslastung von 76%. (Vergleich 1995: 86%; 1996: 90%; 1997: 92%; 1998: 90%; 1999: 84%; 2000: 89%; 2001: 88%, 2002: 87%). Heim Johannisheim St. Anna-Stift Median Klinik Pflegeheim Landwasser mögliche Tage 365 365 243 365 1.338 nicht belegte Auslastung Tage Tage 48 317 76 289 21 222 188 177 322 1.016 in % 87% 79% 91% 52% 76% Rund 125 weitere Anfragen im Jahr 2003 wurden aufgrund der bereits erfolgten Reservierung der Plätze an andere Kurzzeitpflegeeinrichtungen in und um Freiburg weitergeleitet (Vergleich 1996: 95 Anfragen; 1997: 100 Anfragen; 1998: 90 Anfragen; 1999: 85 Anfragen; 2000: 110 Anfragen; 2001: 120 Anfragen; 2002: 120 Anfragen). Zusammenfassung Nach wie vor sind die Träger der Kurzzeitpflege mit folgenden Problemen konfrontiert: Der wesentlich höhere Aufwand in der Kurzzeitpflege (im Bereich der Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung wegen der hohen Fluktuation der Gäste) wird im Entgelt der Pflegekassen, das identisch ist mit dem Pflegesatz für die Dauerpflege, in keiner Weise berücksichtigt. Auch der städtische Zuschuss von 4.090 € pro Jahr kann diesen zusätzlichen Aufwand nur bedingt auffangen. In die Kurzzeitpflege kommen oft Personen, die noch nicht oder falsch eingestuft sind, so dass die Einrichtungen die notwendigen Pflegeleistungen und sozialen Betreuungsleistungen bei den bisherigen Sätzen nicht angemessen vergütet bekommen. Es ist festzustellen, dass die Akut-Kliniken verstärkt Patienten in die Median Klinik als Kurzzeitpflegeeinrichtung entlassen und von dort eine Anschlusslösung gefunden werden muss (häusliche Pflege, Pflegeheimplatz), so dass weniger Plätze für die klassischen Kurzzeitpflegegäste als Entlastungsangebot für die pflegenden Angehörigen zur Verfügung stehen. Aus Sicht des Seniorenbüros ist das seit 1998 Kurzzeitpflegeangebot in der Median Klinik für Freiburg wertvoll und unverzichtbar. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 27 9. Zentrale Pflegeheimplatzvermittlung Die beim Seniorenbüro eingerichtete Zentrale Heimplatzvermittlung nahm am 01.10.1994 auf Basis einer mit allen Freien Trägern der Freiburger Pflegeheime getroffenen Vereinbarung ihre Arbeit auf. Nach anfänglicher Skepsis von mancher Seite hat es sich bald gezeigt, dass das zentrale Beratungs- und Vermittlungsangebot sowohl für die heimplatzsuchenden Personen wie auch für die Pflegeheime sinnvoll ist und sich bewährt hat. Von 01.10.1994 bis 31.12.2003 hat das Seniorenbüro Anmeldungen für 4.477 Personen bearbeitet und an die Pflegeheime weitergeleitet. Von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Abschluss des Anmeldeverfahrens wurden im Schnitt fünf Gespräche mit allen an der Heimplatzsuche beteiligten Personen geführt (Angehörige, Pflegeheime, Kliniksozialdienste, andere Beratungsstellen, Sozialamt – Sozialambulanter Sonderdienst, Ambulante Dienste, Ärzte u.a.). Vereinbarung mit den Pflegeheimträgern zur Zentralen Heimplatzvermittlung Die mit allen Freien Trägern der Freiburger Pflegeheime getroffene Vereinbarung über das Verfahren der Heimplatzanmeldung und -vermittlung besteht zusammengefasst aus folgenden Punkten: Die Anmeldung für einen Pflegeheimplatz kann sowohl zentral beim Seniorenbüro als auch direkt bei dem gewünschten Pflegeheim erfolgen. Das Seniorenbüro nimmt nur dringende Anmeldungen entgegen, also mit ärztlicher Bestätigung der Notwendigkeit einer Heimaufnahme, keine vorsorglichen Anmeldungen. Es werden einheitliche, von der Arbeitsgruppe "Zentrale Heimplatzvermittlung" entwickelte, Formulare für die Heimplatzanmeldung (Anmeldevordruck und Ärztliches Zeugnis) verwendet. Ein Abgleich der Wartelisten und eine gegenseitige Information über aufgenommene Personen finden regelmäßig statt. Es wird eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit praktiziert. Heimplatzsuche und Arbeitsweise der Zentralen Heimplatzvermittlung Die Interessenten für einen Pflegeplatz brauchen sich im Vorfeld der Heimplatzsuche nicht mehr an die einzelnen Freiburger Pflegeheime zu wenden, sondern erhalten beim Seniorenbüro eine umfassende Information und Beratung über die derzeit 20 Freiburger Pflegeheime sowie über gemeldete freie Plätze: Information über Lage, Art, Leistungen, zusätzliche Angebote und Preise der Pflegeheime anhand von Prospekten der Einrichtungen und einer gemeinsam herausgegebenen Broschüre. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 28 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Hilfestellung für die pflegenden Angehörigen bei der meist schwierigen Entscheidung für eine Pflegeheimaufnahme, um die individuell richtige Lösung zu finden. Dazu gehört auch das Aufzeigen von Alternativen im ambulanten Bereich. Vorklärung, ob der Zuschuss der Pflegekasse sowie das eigene Einkommen und Vermögen des Heimplatzsuchenden zur Finanzierung des Heimplatzes ausreichen oder ob ergänzende Sozialhilfe beantragt werden muss. Die Heimplatzsuche erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Angehörigen bzw. rechtlichen Betreuern, den bei den Pflegeheimen für die Aufnahme verantwortlichen Personen, Kliniksozialdiensten, mit anderen Beratungsstellen, Hausärzten bzw. ambulanten Pflegediensten. Die Anmeldung wird nach vorheriger Rücksprache mit den beteiligten Personen sofort an die gewünschten Pflegeheime weitergegeben. Durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Pflegeheimen gelingt es oft, auch in Notsituationen schnell einen Pflegeplatz zu vermitteln. Auswertung für das Jahr 2003 Beginn der Heimplatzvermittlung: 01. Oktober 1994 Anmeldungen von 01.10.1994 bis 31.12.1994 (Anlaufphase): Anmeldungen von 01.01.1995 bis 31.12.2003 insgesamt: 106 4.371 4.477 Anzahl der eingegangenen Anmeldungen 2003 für: Zahl der Anmeldungen von 1995 - 2003 425 Personen 700 600 500 400 300 200 100 0 Zahl der Anmeldungen 1995 364 1996 365 1997 436 1998 502 1999 500 2000 534 2001 605 2002 640 2003 425 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 29 Von den 425 Anmeldungen im Jahr 2003 sind Frauen: 297 (70%) Männer: 128 (30%) mit Wohnsitz in Freiburg: 341 Personen (80%) mit Wohnsitz außerhalb Freiburgs: 84 Personen (20%) (Von diesen 84 Personen hatten 80 Personen dadurch einen Bezug zu Freiburg, dass ihre Angehörigen in Freiburg wohnten bzw. sich der Arbeitsplatz der Kinder in Freiburg befand, ohne jeglichen familiären bzw. beruflichen Bezug zu Freiburg waren vier Personen). Altersstruktur: unter 60 Jahre 60 bis 69 Jahre 70 bis 79 Jahre 80 bis 89 Jahre über 90 Jahre 12 Personen (3%) 26 Personen (6%) 101 Personen (24%) 196 Personen (46%) 90 Personen (21%) Altersstruktur der angemeldeten Personen > 90 Jahre 21% < 60 Jahre 60 - 69 Jahre 6% 3% 70 - 79 Jahre 24% 80 - 89 Jahre 46% Damit waren 387 Personen (91%) bei der Erstanmeldung älter als 70 Jahre, 286 Personen (67%) älter als 80 Jahre. Die jüngste heimplatzsuchende Person war 42 Jahre alt, die älteste 104 Jahre. Darüber hinaus wurden 180 Anmeldungen (1999: 120; 2000: 145; 2001: 150; 2002: 160) bearbeitet, für die ausführliche Beratungsgespräche geführt wurden, die Angehörigen aber noch keine konkrete Heimplatzsuche wünschten bzw. sich im Anschluss an die Beratung direkt mit den Pflegeheimen in Verbindung setzten. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 30 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Ein Vergleich der im Seniorenbüro eingegangenen Anmeldungen pro Monat in den letzten drei Jahren zeigt, dass die Nachfragesituation großen Schwankungen unterworfen ist: Vergleich der Anmeldungen pro Monat im Jahr 2001, 2002 und 2003 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Au gu st Se pt em be r O kt ob er N ov em be r D ez em be r M ai Ja nu ar Fe br ua r Ap Ju Ju li ril ni 77 71 71 69 57 52 43 42 37 24 37 28 55 46 42 41 43 33 26 51 70 53 47 57 52 41 40 31 27 48 44 50 43 42 42 37 2001 2002 2003 Anzahl der in 2003 abgeschlossenen Anmeldungen: 396 Personen (1995: 318; 1996: 343; 1997: 405; 1998: 450; 1999: 452; 2000: 502; 2001: 533; 2002: 569) Abgeschlossene Anmeldungen im Jahr 2003 Tod 13% Wegzug 2% Aufnahme 85% 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 31 Verteilung der abgeschlossenen Anmeldungen nach Frauen und Männern: Anmeldung abgeschlossen durch: Aufnahme Tod (vor Aufnahme) Wegzug Anzahl gesamt Frauen 242 30 2 274 Männer 98 20 4 122 Anzahl gesamt 340 (85%) 50 (13%) 6 ( 2%) 396 (100%) Einzelne Auswertungen zu den über das Seniorenbüro vermittelten, aufgenommen Personen: Insgesamt erfolgte bei 340 aufgenommenen Personen eine Vermittlung über das Seniorenbüro. Von diesen Personen befanden sich zum Zeitpunkt der Aufnahme: 155 67 12 99 7 Personen in einer Akutklinik (45%) Personen in einer Rehaklinik (20%) Personen in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung (4%) Personen im häuslichen Bereich (29%) Personen in einem anderen Pflegeheim (2%) Aufenthalt vor Aufnahme 50% 45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% Akutklinik Rehaklinik Kurzzeitpflege zu Hause Anderes Heim 5% 4% 4% 2% 2% 20% 20% 17% 46% 45% 41% 34% 29% 29% 2001 2002 2003 1% Da sich der Aufenthalt zum Zeitpunkt der Anmeldung bis zum Zeitpunkt der Aufnahme im Pflegeheim (z.B. Wechsel von einer Akut- in eine Rehaklinik) ändern kann, was dem Seniorenbüro nicht in jedem Fall mitgeteilt wird, wäre eine Abfrage des letzten Aufenthaltes vor Heimaufnahme im Rahmen der Pflegestatistik der Heime sinnvoll. Bei 278 Anmeldungen (82%) war es möglich, innerhalb eines Monats einen Pflegeheimplatz zu finden. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 32 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Auf den Anmeldebogen ergab sich entsprechend der Angaben in Bezug auf die Leistungen der Pflegeversicherung folgende Verteilung: 118 Personen 60 Personen 6 Personen 156 Personen Pflegeklasse 1 (35%) Pflegeklasse 2 (18%) Pflegeklasse 3 ( 2%) (45%) hatten die Leistungen beantragt, es lag bei Einzug aber noch keine Einstufung vor. Nach den Eintragungen auf dem Anmeldebogen über die Finanzierung des Pflegeheimplatzes gaben 237 der aufgenommenen Personen (70%) an, den Platz mit dem eigenem Einkommen und dem Zuschuss der Pflegekasse selbst finanzieren zu können. Bei 103 Personen (30%) war vermerkt, dass ein Antrag auf ergänzende Sozialhilfe gestellt werden muss (Verhältnis 1995: 49% Selbstzahlung zu 51% ergänzender Sozialhilfe; Verhältnis 1996 und 1997: 65% zu 35%; 1998: 72% zu 28%; 1999: 76% zu 24%; 2000: 74% zu 26%; 2001: 71% zu 29%; 2002: 71% zu 29%). Finanzierung des Heimplatzes 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 49%51% Selbstzahlung 35% 35% 28% 24% 26% 29% 29% 30% Erg. Sozialhilfe 65% 65% 72% 76% 74% 71% 71% 70% Nach den Eintragungen auf dem Anmeldebogen zur rechtlichen Betreuung war für 45 Personen (13%) eine rechtliche Betreuung beantragt, bei 60 Personen (17%) bestand diese bereits vor Heimaufnahme, d.h. bei 30% der aufgenommenen Personen war eine Betreuung beantragt oder ein/e Betreuer/in bereits bestellt (1999: 23%; 2000: 26%; 2001: 32%; 2002: 29%). Bei 39 Personen (11%) lag eine Vollmacht vor (2002: 8%). Arbeitsgruppe Zentrale Heimplatzvermittlung Die Arbeitsgruppe Zentrale Heimplatzvermittlung traf sich zur jährlichen Sitzung am 01.04.2003 im Seniorenbüro. Dabei wurden im gegenseitigen Erfahrungsaustausch die in der Heimplatzvermittlung anstehenden Probleme erörtert. Das Projekt "Elektronische Weitergabe der Anmeldeformulare" konnte nicht wie erwartet im Jahr 2003 zum Abschluss gebracht werden, es befindet sich noch in der Testphase. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 33 Broschüre über die Pflegeheime in Freiburg Die von den Trägern der Pflegeheime und der Stadt Freiburg gemeinsam herausgegebene Broschüre "Altenpflegeheime in Freiburg" (Auflage: 5.000 Exemplare) wurde erstmals im Juli 1997 der Öffentlichkeit vorgestellt und an zahlreiche Stellen verteilt. Aufgrund der großen Nachfrage wurde im Juli 2003 die 6. Auflage herausgegeben. Somit wurden inzwischen 30.000 Exemplare dieser Broschüre aufgelegt. Entwicklung der Alten- und Pflegeheimplätze in Freiburg von 1992 – 2003: 31.12.1992: 31.12.1995: 1060 Pflegeheimplätze 1.450 Pflegeheimplätze 620 Altenheimplätze 375 Altenheimplätze (vgl. Altenhilfeplan 1993) (Durch Schließung des Vinzentiushauses und Kath. Wohnheimes Ende 1995 Wegfall von 80 Altenheimplätzen sowie schrittweise Umwandlung von Altenheimplätzen in Pflegeheimplätze iin Folge der Pflegeversicherung) 31.12.1996: 01.07.1997: 31.12.1998: 31.12.1999: 31.12.2000: 31.12.2001: 31.12.2002: 31.12.2003 1.500 Pflegeheimplätze 1.533 Pflegeheimplätze 1.580 Pflegeheimplätze 1.580 Pflegeheimplätze 1.677 Pflegeheimplätze 1.679 Pflegeheimplätze 1.679 Pflegeheimplätze 1.706 Pflegeheimplätze 302 Altenheimplätze 190 Altenheimplätze 100 Altenheimplätze 100 Altenheimplätze 80 Altenheimplätze 80 Altenheimplätze 80 Altenheimplätze 80 Altenheimplätze (Pflegeheimverzeichnis lt. Gemeinderatsbeschluss vom 01.07.1997) (Neues Pflegeheim im Rieselfeld mit 81 Plätzen und 16 Kurzeitpflegeplätzen ab 01.01.2000) Platzentwicklung in Pflege- und Altenheimen 2000 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 0 1679 1533 1706 1060 Pflegeheimplätze Altenheimplätze 620 190 80 80 1992 1997 Jahr 2001 2003 Zum 01.01.2004 stehen in der Stadt Freiburg 1.706 Dauerpflegeplätze zur Verfügung. Der Gemeinderat hat in der Sitzung am 05.03.2002 die Fortschreibung des Pflegeheimverzeichnisses der Stadt Freiburg auf der Grundlage der Drucksache G 02023 einstimmig befürwortet. Dabei wird für das Jahr 2010 ein Dauerpflegeplatzangebot von voraussichtlich 1.786 Plätzen als ausreichend bewertet (davon 1.642 Plätze im Rahmen des Pflegeheimverzeichnisses und 144 Plätze außerhalb des Pflegeheimverzeichnisses). 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 34 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Blick auf die Freiburger Pflegeheime insgesamt im Jahr 2003 Das Amt für Statistik und Einwohnerwesen hat gemeinsam mit dem Seniorenbüro und den Pflegeheimträgern und ein neues Erhebungskonzept zur stationären Pflege erarbeitet, das ab Januar 2002 in Form einer monatlichen Abfrage Anwendung gefunden hat. Die erste Auswertung für das Jahr 2002 hat das Amt für Statistik und Einwohnerwesen in Form eines statistischen Infodienstes im Mai 2003 herausgegeben, weitere Infodienste sind in Planung. Damit wurde die empirische Datenlage zur Bewohnerstruktur, Belegungsveränderungen und Verweildauer wesentlich verbessert. Im Jahr 2003 wurden in den Freiburger Pflegeheimen insgesamt 795 Personen aufgenommen, darunter 581 Frauen (73%) und 214 Männer (27%) Vergleich 2002: Vergleich 2001: 604 Personen, davon 441 Frauen und 163 Männer, Verhältnis: 73% zu 27% 595 Personen, davon 409 Frauen und 186 Männer, Verhältnis 69% zu 31% Aufnahmen in Freiburger Pflegeheimen von 1995 - 2003 800 700 600 500 400 300 200 100 0 Aufnahmen gesamt 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 545 564 531 551 652 770 595 604 795 Anmerkung zum Ausschlag 2000: Das Pflegeheim Pro Seniore im Rieselfeld nahm am 01.01.2000 mit 81 Dauerpflegeplätzen und 16 eingestreuten Kurzzeitpflegeplätzen seinen Betrieb auf und belegte im Laufe des Jahres 2000 schrittweise die 81 Plätze. Anmerkung zum Ausschlag 2003: Die beiden Pflegeheime Katharinenstift (+60 Plätze) und Wohnheim St. Johann (+16 Plätze) waren nach der Generalsanierung erstmals im Jahr 2003 wieder voll belegbar, so dass insgesamt 76 Plätze neu belegt werden konnten. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 35 Ein Vergleich mit der städtischen Pflegestatistik zeigt, dass im Jahr 2003 durchschnittlich 65 Einzüge pro Monat zu verzeichnen sind, während es im Jahr 2002 durchschnittlich 50 Einzüge pro Monat waren. Jahr Auszug Monat Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Summe Einzug Anzahl Personen 52 49 49 38 54 42 63 44 50 55 59 49 604 2002 TOD Anzahl Personen 35 42 43 30 56 44 46 39 44 44 47 61 531 Wegzug Anzahl Personen 3 5 4 2 5 2 3 5 10 7 8 4 58 Einzug Anzahl Personen 76 68 71 70 68 69 65 64 63 65 58 58 795 2003 TOD Anzahl Personen 53 62 52 43 42 69 45 66 45 50 67 56 650 Wegzug Anzahl Personen 4 7 4 9 4 10 5 5 11 7 3 12 81 (Quelle: Amt für Statistik und Einwohnerwesen, Freiburg: Meldungen der Heime zur Pflegestatistik) Die Verweildauer in Freiburger Pflegeheimen*) im Jahr 2002: Verweildauer im Pflegeheim unter 6 Monaten 6 bis unter 12 Monaten 12 bis unter 18 Monaten 18 bis unter 24 Monaten 2 bis unter 3 Jahren 3 bis unter 4 Jahren 4 bis unter 5 Jahren 5 bis unter 6 Jahren 6 und mehr Jahre insgesamt Geschlecht männlich Anzahl % 50 23 15 13 22 7 5 5 8 148 34 16 10 9 15 5 3 3 5 100 weiblich Anzahl % 87 41 29 31 51 31 30 21 62 383 23 11 8 8 13 8 8 5 16 100 insgesamt Anzahl 137 64 44 44 73 38 35 26 70 531 % 26 12 8 8 14 7 7 5 13 100 *) Verstorbene im Jahr 2002, ohne Kurzzeitpflege und Wegzüge Die durchschnittliche Verweildauer beträgt 36 Monate. Es zeigt sich aber, dass ein deutlicher Anteil nur kurze Zeit im Pflegeheim lebte. Ein Drittel der Männer (34%) und etwas mehr als ein Fünftel der Frauen (23%) verstarb innerhalb eines Jahres nach dem Heimeinritt. Eine weitere Auswertung hat ergeben, dass jeder dritte in Freiburg Verstorbene im Alter über 60 Jahre (33,7%) seinen letzten Wohnsitz im Pflegeheim hatte. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 36 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Zusammenfassung und Bewertung Die Situation in der Nachfrage und Vermittlung von Pflegeheimplätzen ist großen Schwankungen unterworfen und schwierig einzuschätzen. Die hohe Zahl von 795 Aufnahmen im Jahr 2003 gegenüber 604 im Jahr 2002 lassen folgende Interpretationen bzw. Thesen zu: Durch das zusätzliche Platzangebot konnten mehr Personen, die im Jahr 2002 noch keinen Platz finden konnten und die Zeit verstärkt mit häuslicher Pflege überbrückt haben, aufgenommen werden. Möglicherweise erzeugt ein größeres Angebot an gut ausgestatteten Einzelzimmern – aufgrund der gestiegenen Ansprüche – einen gewissen Nachfragesog. Wie bereits dargestellt, waren die beiden Pflegeheime Katharinenstift (+60 Plätze) und Wohnheim St. Johann (+16 Plätze) nach der Generalsanierung erstmals im Jahr 2003 wieder voll belegbar, so dass insgesamt 76 Plätze in Einzelzimmern mit WC/Dusche neu belegt werden konnten. Weitere Entwicklungen: Das zusätzliche Platzangebot führt offensichtlich dazu, dass sich die Interessenten (Angehörige, rechtliche Betreuer) direkt an diese Heime wenden und das Vermittlungsangebot des Seniorenbüros weniger nutzen. Dies erklärt den Rückgang der im Seniorenbüro im Jahr 2003 eingegangen Anmeldungen. Ein weitere Folge davon ist, dass über das ganze Jahr hinweg bei verschiedenen Häusern im Durchschnitt 25 bis 30 freie Plätze in Doppelzimmern gemeldet waren und über längere Zeit nicht belegt werden konnten. Dabei handelte es sich meist um Plätze, die teurer als Einzelzimmer in anderen Häusern waren und/oder nicht dem gewünschten Standard entsprachen. Bei der Finanzierung eines Heimplatzes verschiebt sich das Verhältnis von Selbstzahlern zu Personen, die ergänzende Sozialhilfe benötigen, langsam zu einer zunehmenden Inanspruchnahme von Sozialhilfe. Dieser Trend wird sich bei der teilweise bereits realisierten bzw. anstehenden Erhöhung der Heimentgelte (10% bis 15%) verstärken. Wenn zudem die Vorschläge der RürupKommission umgesetzt werden, wonach die Zuschüsse der Pflegekasse im stationären Bereich auf 500 € in Pflegestufe 1, auf 1000 € in Pflegestufe 2 und 1.500 € in Pflegestufe 3 geändert werden sollen, ist mit einer weiteren Zunahme der Empfänger/innen von ergänzenden Sozialhilfeleistungen zu rechnen. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 37 10. Information, Beratung, Vermittlung – Zahlen und Daten 1994 – 2003 Die vom Seniorenbüro geführte Beratungsstatistik weist (ohne Einbeziehung von Pflegeheimplatz- und Kurzzeitpflegeplatzvermittlungen, die in Kapitel 8 und 9 gesondert ausgewertet sind) für den Zeitraum ab der Eröffnung am 18. März 1994 bis 31.12.2003 insgesamt 19.443 Beratungen aus. Bei den Beratungsinhalten lagen die Schwerpunkte der Anfragen in den einzelnen Jahren im Schnitt jeweils bei (sozial-)rechtlichen und finanziellen Fragen (35%), ambulanten Hilfen (25%) und Fragen zum Betreutem Wohnen (15%). Das Seniorenbüro informiert, berät und vermittelt in folgenden Bereichen der offenen, ambulanten, teilstationären und stationären Angebote und Hilfen für ältere Menschen: Begegnung für ältere Menschen Bürgerschaftliches Engagement /Ehrenamt Bildung und Kultur Seniorenclubs, Seniorenvereine, Initiativen Erholung und Reisen Gesundheit und Sport Wohnen für Senioren und Betreutes Wohnen Geriatrische Rehabilitation Ambulante Hilfen - Hausnotruf - Mittagstisch / Essen auf Rädern - Mobile Soziale Dienste / Nachbarschaftshilfen - Pflegedienste - Gesprächskreise - Kurse für Altenpflege Leben mit Demenz (z.B. Alzheimer-Krankheit) Tagespflege Kurzzeitpflege (Zentrale Vermittlung) Pflegeheime (Zentrale Vermittlung) Zu diesen Bereichen erhalten die Interessenten auch Informationen über Kosten, Finanzierung der Hilfsangebote und gesetzliche Regelungen. Als Grundlagen für die Beratung erstellt das Seniorenbüro Listen zu den einzelnen Angeboten und Hilfen und gibt zusammen mit dem Stadtseniorenrat Freiburg e.V. und den Trägern der Einrichtungen folgende Broschüren heraus: "Älter werden in Freiburg" – Wegweiser für Senioren Wohnen und Begegnung für Senioren in Freiburg Altenpflegeheime in Freiburg April 2004: "Ver(w)irrt? Demenz und psychische Erkrankungen im Alter – Unterstützungsangebote in Freiburg" 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 38 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 10.1 Überblick über die Beratungstätigkeit 2003: Die vom Seniorenbüro geführte Beratungsstatistik weist im Jahr 2003 (ohne Einbeziehung von Pflegeheimplatz- und Kurzzeitpflegeplatzvermittlungen, die in Kapitel 8 und 9 gesondert ausgewertet sind) 2.375 Beratungen aus. Übersicht der Beratungs- und Vermittlungstätigkeit 1994 - 2003 2.500 2.041 2.138 2.171 2.196 2.203 2.375 2.000 1.780 1.704 1.746 Beratungen allgemein 1.500 Pflegeheimplatzvermittlung Kurzzeitpflegevermittlung 1.089 1.000 436 502 500 535 605 640 500 106 364 365 425 96 81 81 83 71 76 57 52 0 92 39 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 39 10.2 Ausgewählte Auswertungen für das Jahr 2003 Die 2.375 Beratungen bezogen sich auf 1.738 Frauen und 637 Männer: Geschlecht männlich 27% weiblich 73% Bei 1.783 Beratungen erhielten wir eine Information zum Alter. Dabei bezogen sich 68% der Beratungen auf Personen, die über 75 Jahre alt waren. Altersgruppen 85 bis 89 9% > 90 8% < 60 5% 60 bis 64 5% 65 bis 70 7% 80 bis 84 28% 70 bis 74 15% 75 bis 80 23% 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 40 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Bei knapp der Hälfte der Beratungen erfolgte die Kontaktaufnahme direkt über den Klienten selbst, bei 45% über Bezugspersonen wie Familienangehörige, Freunde und Bekannte und bei 6% über eine Einrichtung oder einen Dienst. Kontaktaufnahme Institution 6% Klient 49% Bezugsperson 45% Dabei wünschten 46% der Anfragenden eine telefonische Beratung, 50% kamen direkt in das Seniorenbüro und 4% wandten sich schriftlich bzw. per Mail an das Büro. Art der Kontaktaufnahme schriftlich 1% telefonisch 46% persönlich 50% per Mail 3% 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 41 Bei 1.850 Beratungen erhielten wir eine Information zur Wohnsituation. Dabei fällt auf, dass der Anteil der alleinlebenden Menschen mit 57% sehr hoch ist. Wohnsituation Pflegeheim 5% Familienverbund 6% Betr. Wohnen 5% 2-Pers.-Haush. 27% 1-Pers.-Haush. 57% Bei den 2.375 Beratungen wurden insgesamt 6.438 Beratungsinhalte erfasst (2002: 5.544; 2001: 5.193; 2000: 5.269). Dabei lag der Schwerpunkt in den Bereichen zu sozialrechtlichen Fragen (38%), bei der Beratung zu den ambulanten Hilfen (23%) und bei Fragen zur Lebensgestaltung (16%). Beratungsinhalte 2500 2000 1500 1000 500 0 1998 1999 2000 2001 2002 2003 Jahr Rehabilitation Allg. Lebensgestaltung Teilstationäre Hilfen Ambulante Hilfen stationäre Hilfen Sozialrechtl. Fragen (Anmerkung: Die Arbeitsbereiche der Vermittlung von Pflegeheimplätzen und Kurzzeitpflegeplätzen werden in Kapitel 8 und 9 gesondert ausgewertet.) 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 42 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro Inhalte und Gründe der Beratungen sind nach folgenden Bereichen gegliedert (die Angabe in Klammern bezeichnet die konkrete Anzahl der erfassten Inhalte): 16% (1008) Allgemeine Lebensgestaltung Betreutes Wohnen/Begegnungsstätten (643) Bildung-Kultur-Reisen (171) Senioreninitiativen/Vereine/Clubs (122) Bürgerschaftliches Engagement (50) Internet für Senioren (22) Ambulante Hilfen Mobile Soziale Dienste u. Nachbarschaftshilfen (466) Ambulante Pflegedienste (348) Hausnotruf (205) Gerontopsychiatrische Hilfen (180) Essen auf Rädern (157) ehrenamtliche Hilfen (59) Hilfsmittel (78) Rehabilitation Fragen zur ambulanten Reha (4) Fragen zur stationären Reha (44) Teilstationäre Hilfen Tagespflege (95) Kurzzeitpflege: allgemeine Beratung, nicht Vermittlung (146) Stationäre Hilfen Altenheim (182) Pflegeheim: allgemeine Beratung, nicht Vermittlung (613) Rechtliche Fragen, Kosten- und Finanzierungsfragen Finanzfragen (357) Pflegeversicherung (355) Sozialhilfe (194) Krankenversicherung (97) Vollmacht (520) Patientenverfügung (364) Fragen der rechtlichen Betreuung (366) Miete (108) Renten (20) Schwerbehinderung (49) Allgemeine Kurzanfragen z.B. nach Adressen von Diensten und Einrichtungen 23% (1.493) 1% (48) 4% (241) 12% (795) 38% (2.480) 5% (373) 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 43 11. Perspektiven – Tendenzen 1. Die Aussage "Alter ist weiblich" ist in den letzten Jahren weiter bestätigt worden und wird bei Betrachtung der für die Stadt Freiburg bestehenden voraussichtlichen Entwicklung weiterhin gelten. Dies betrifft vor allem die Altersgruppen der so genannten Hochaltrigen: Im Jahr 2003 waren in der Altersgruppe zwischen 80 und 85 Jahren 73,1 % weiblich, in der Gruppe der 90- bis 95-Jährigen waren es 78,1% und unter den 95-Jährigen und Älteren sind 85,8 % Frauen. 2. Die Gruppe der 70-Jährigen und älteren Personen ist vor allem ab dem Jahr 2010 eine stark anwachsende Gruppe. Da diese Gruppe der so genannten "Pflegerisikogruppe" zuzurechnen ist, muss diese Veränderung in der Pflegeplanung berücksichtigt werden. 3. Pflege wird immer teurer. Bleibt sie finanzierbar? Während zu Beginn des Sommers 2003 der Streit um die zukünftige Finanzierung der Pflegeversicherung öffentlich begann und seitdem durch in regelmäßigen Intervallen wiederkehrende neue Vorschläge akut bleibt, vollziehen sich große Veränderungen. Der von den Pflegekassen für die einzelnen Pflegestufen (ambulant und stationär) übernommene Leistungsbetrag ist seit Einführung der Pflegeversicherung in seinem Betrag unverändert geblieben. In den Jahren seit Einführung der Pflegeversicherung (ab 01.01.1995: Einzahlung; ab 01.04.1995: ambulante Leistungen; ab 01.07.1996: stationäre Leistungen) sind Gehälter und Betriebskosten gestiegen und in Folge auch die erhobenen Entgelte. In der Folge erhöhten sich durch die laufend steigenden Entgelte auch die Eigenleistungen erheblich. Bei den Pflegeheimen, die im Zuge der Verbesserung des Personalschlüssels im Jahr 2003 neue Entgelte vereinbart haben bzw. im Jahr 2004 vereinbaren werden, sind die Eigenleistungen für die Bewohner um bis zu 15% gestiegen. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Anzahl der Pflegebedürftigen, die auf ergänzende Sozialhilfe angewiesen sind, vor allem in den letzten beiden Jahren wieder angestiegen ist und weiter ansteigen wird. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 44 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 4. Das Landespflegegesetz des Landes Baden-Württemberg befindet sich derzeit im Änderungsverfahren und soll noch im Jahr 2004 hinsichtlich der Förderhöhe von Pflegeheimbauten geändert werden. Seit 1995 haben das Land Pflegeheimbauten mit 40%, die Kommune mit 20% der anerkennungsfähigen Kosten gefördert. Diese bisher 60%ige Förderung soll nun auf 45% abgesenkt werden. Die Folge davon wird ein höherer Investitionskostenanteil und damit letztlich ein Preisanstieg sein, der einerseits Selbstzahler, aber vor allem auch Kommunen in Form der steigenden Sozialhilfe belastet. 5. Die Gruppe der 80- bis 84-Jährigen ist die größte Interessentengruppe für das Betreute Wohnen. In der Situation des Betreuten Wohnens hat sich – unter der Voraussetzung, dass das in den letzten Jahren gestiegene Alter der Nachfragenden in etwa auch dem Alter bei Einzug entspricht – die von den Trägern skizzierte Beobachtung weiter manifestiert: Das Betreute Wohnen hat das frühere Altenheim "abgelöst", die Anforderungen nach Unterstützung seitens der Bewohner werden höher, was zur Forderung von Konzeptionsveränderungen führt. Dies jedoch würde in der Konsequenz eine andere Finanzierung bedeuten. 6. Mit 364 (in 2002: 280) Beratungen zum Thema Patientenverfügung, 520 (im Jahr 2002: 345) zum Thema Vollmacht und 366 (im Jahr 2002: 351) Beratungen zum Bereich rechtliche Betreuung liegt die Zahl – insgesamt 1.250 (eine Steigerung im vergleich zum Vorjahr um fast 23%) – sehr hoch und verdeutlicht das wachsende Interesse vieler Menschen nach rechtzeitiger Vorsorge im Alter bei Unfall oder Krankheit. 7. Weit mehr als 10% der Menschen über 65 Jahre leiden an seelischen Problemen und psychiatrischen Erkrankungen. Etwa die Hälfte der Erkrankten leidet an einer Demenz. Betreuung und Pflege von Demenzerkrankten erfordern besondere Konzepte, an deren Entwicklung nahezu alle Träger von Altenhilfeangeboten in Freiburg beteiligt sind. Im Mittelpunkt stehen Fragen, wie die ambulante Betreuung stabilisiert werden kann (z.B. Tagespflegeangebote, "Grips" und Betreuungsgruppen für Demenzerkrankte) sowie Fragen nach einer stationär unterstützenden Begleitung in den Pflegeheimen. Zusätzlich wurden die Gespräche mit Initiativen, die Wohngruppen für Demenzerkrankte planen, vertieft. Der im April herauskommende neue Wegweiser "Ver(w)irrt? Demenz und psychische Erkrankungen im Alter – Unterstützungsangebote in Freiburg" greift dieses Thema in vielen Dimensionen auf. 8. Das Seniorenbüro hat zusammen mit der Ausländerintiative, dem Interkulturellen Büro und dem Fachdienst für Migration zu einem ersten "Runden Tisch" zur Situation älterer Migrantinnen und Migranten in Freiburg eingeladen und wird diesen Schwerpunkt weiter verfolgen. 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 45 Migration und Alter rückt immer mehr in den Blick. Auch wenn die Stadt Freiburg aufgrund ihrer Struktur keine Stadt mit hohem Migrantenbevölkerungsanteil ist, ist diese Gruppe dennoch die am schnellsten wachsende Gruppe: 1997 begann das Seniorenbüro, die Thematik Migration und Alter zu bearbeiten; damals lebten in Freiburg rund 1.400 Migranten über 60 Jahre. Im Jahr 2003 ist ihre Zahl bereits auf 1.960 gestiegen. Hinzu kommt eine hohe Anzahl von älteren Aussiedlern, die zwar rechtlich Deutsche sind, die jedoch in vielen Lebensbereichen andere kulturelle Hintergründe mitbringen. 9. Wohnen bleibt ein zentrales Thema in der kommunalen Altenhilfeplanung. Wohnen – kleinräumig betrachtet – bezieht den Stadtteil und das Lebensumfeld mit ein. Dies geschah schon bei den Planungen der Betreuten Seniorenwohnanlagen seit den 70er Jahren, vor allem aber in den 80er und 90er Jahren. Mit der gemeinsam mit den beiden Fachhochschulen und der Stiftungsverwaltung Freiburg im April 2004 veranstalteten Fachtagung "Weiter wohnen wie gewohnt? – Gemeinsam älter werden in alternativen Lebensformen" stehen neue Wohnideen im Mittelpunkt – vielleicht als eine der möglichen Antworten auf unsere zunehmend in Single-Haushalten älter werdende Gesellschaft. 10. Der in der Altenarbeit und Altenhilfe derzeit stattfindende Paradigmenwechsel entspricht in seinen Auswirkungen den Veränderungen bei Einführung der Pflegeversicherung. War noch vor zehn Jahren der öffentliche Versorgungsgedanke handlungsbestimmend, steht heute die klare Forderung nach Selbsthilfe und Bürgerengagement im Fordergrund. Dies bedarf jedoch eindeutig nicht nur der politisch erhobenen Forderung, sondern auch des konkreten Handelns im kommunalen Bereich und auf der Ebene von Vereinen und Verbänden. Freiburg, im März 2004 ( Ursula Konfitin ) Leiterin des Seniorenbüros 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 46 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro 47 Anhang: Veranstaltungen und Projekte des Seniorenbüros mit verschiedenen Kooperationspartnern – – – – – – – – – – – – – – – – Freiburger Fachtagung: Altenarbeit im Umbruch – Sicherung der Pflege in gemeinsamer Verantwortung am 5. Oktober 1995 Seniorennachmittage im Konzerthaus 1996, 1997, 1998 und 2001 ALTERnativen - Veranstaltungswoche Freiburger Begegnungsstätten vom 22. bis 27. März 1998 Vortragsreihe "Leben mit Alzheimer Krankheit" im April und Mai 1998 Woche des Betreuten Wohnens vom 10. bis 18.10.1998 Tag für pflegende Angehörige am 24. April 1999 Aktionswoche Internet und Wohntechnik für Seniorinnen und Senioren "Senior–Info–Mobil" vom 20. bis 24. Juli 1999 Leben mit verwirrten Menschen – Kursreihe für Angehörige von Oktober 1999 bis März 2000 Veranstaltungswoche "Ältere Menschen und seelische Gesundheit" im Oktober 1999 Millenniums–Projekt "Kindheit in Freiburg" von November 1999 bis Mai 2000 Vortragsforum für beruflich Interessierte "Arbeiten mit verwirrten Menschen" von Februar bis Mai 2000 Leben mit verwirrten Menschen – Gruppe für Angehörige von Mai bis Dezember 2000 Landespflegewoche "Vertrauen in die Pflege" vom 3. bis 9. April 2000 Tag für pflegende Angehörige am 13. Mai 2000 "Begegnungsstätten ans Netz": Eröffnung von vier Internet–Treffs im September 2000 Internationale Fachtagung "Versorgungssituation für Demenzerkrankte – Alltag, Modell und Zukunft – Basel, Innsbruck, Straßburg und Freiburg im Gespräch" am 15. November 2000 Vortragsreihe "Leben mit verwirrten Menschen" April bis November 2001 – 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003 48 Stadt Freiburg – Dezernat III – Seniorenbüro – Faltblatt "Älter werden in der Fremde: Information und Beratung für ältere Menschen verschiedener Nationalitäten und deren Angehörige" in sieben Sprachen "Mit einem Schlag war alles anders – Selbsthilfegruppen für Menschen nach einem Schlaganfall", Infoflyer November 2001 Bericht Alter(n) in Freiburg – Altenarbeit und Altenhilfe 1991 – 2001, März 2002 Tag für pflegende Angehörige am 23. März 2002 Freiburger Studienfahrten "Wege in der Dementenbetreuung – Basel, Baselbiet, Strasburg, Stuttgart" im Juni und Juli 2002 Projekt "Wohnen für Hilfe – Wohnpartnerschaften zwischen Studierenden und Senioren", Start im September 2002 Infoflyer "Alter(n) und Sucht – Information und Beratung in Freiburg", September 2002 "Leben mit verwirrten Menschen – Anregungen für einen verstehenden Umgang im Alltag" – Kursreihe für pflegende Angehörige im November 2002 Senioren-Salon-Orchester Freiburg und Berlin im Historischen Kaufhaus am 30. März 2003 Veranstaltungsreihe "Leben mit verwirrten Menschen": Vor-Ort-Besuche bei Diensten und Einrichtungen von März bis Juli 2003 Präsentation im Rahmen des Marktes der Möglichkeiten am 76. Deutschen Fürsorgetag vom 7. bis 9. Mai 2003 im Konzerthaus in Freiburg Forum SeniorenEngagement – Auftaktveranstaltung und Workshop im Oktober 2003 Ausschreibung zum Fotowettbewerb für Jugendliche und Senioren zum Thema "AugenBlicke – Alte sehen junge Menschen – Junge sehen alte Menschen" im November 2003 (Ausstellungseröffnung am 15. März 2004) – – – – – – – – – – – – – – Erster Infoflyer "Seniorenbüro" März 1994 Aktueller Infoflyer "Seniorenbüro" mit neuem Logo Oktober 2003 10 Jahre Seniorenbüro 1994 – 2004 Bericht 2003
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