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Ergebnisprotokoll

Full text: Ergebnisprotokoll

Boulevard der Stars Berlin - Mitte
Eingeladener kooperativer Realisierungswettbewerb

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Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Patrick Weiss Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Vorprüfung Reinhard Meerwein Mitarbeit und digitale Bearbeitung Milena Feustel Druck Ahrensfeld & Wolf Berlin, Juni 2009

Inhaltsverzeichnis

1.

Sitzung des Preisgerichts am 28.05.2009 ......................................4

1.1. Konstituierung des Preisgerichts .......................................................4 1.2. Eröffnung der Preisgerichtssitzung ....................................................4 1.3. Allgemeiner Bericht der Vorprüfung ...................................................5 1.4. Informationsrundgang ........................................................................5 1.5. Erster Wertungsrundgang ..................................................................6 1.6. Zweiter Wertungsrundgang................................................................6 1.7. Schriftliche Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl ....................7 1.8. Festlegung der Rangfolge und Preise ...............................................9 1.9. Empfehlung des Preisgerichts .........................................................10 1.10. Öffnung der Verfasserumschläge, Abschluss der Sitzung..............10 1.11. Liste der Wettbewerbsteilnehmer ................................................... 11 1.12. Anwesenheitsliste ...........................................................................13 1.12. Protokollfreigabe der Preisrichter ...................................................15 2. Bericht der Vorprüfung..................................................................16

2.1. Vorlauf .............................................................................................16 2.2. Einlieferung der Arbeiten .................................................................16 2.3. Anonymisierung ...............................................................................16 2.4. Vollständigkeit der Arbeiten .............................................................17 2.5. Vorprüfung .......................................................................................17 2.5.1. Verfahren .......................................................................................17 2.5.2. Prüfung der qualitativen Daten ......................................................17 2.5.3. Einbeziehung der Sachverständigen .............................................18 2.6. Einzelberichte 1321-1327 ................................................................19

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1. 1.1

Sitzung des Preisgerichts Konstituierung des Preisgerichts

Das Preisgericht tritt am 28. Mai 2009 um 9.20 Uhr in den Räumen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Württembergische Straße 6, Raum 560, 10707 Berlin zusammen. Frau Lüscher, Senatsbaudirektorin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, begrüßt die Anwesenden im Namen des Auslobers und erläutert anschließend die weitere Vorgehensweise. Danach stellt sie die Anwesenheit der Preisrichter, Sachverständigen, Vorprüfer und Gäste namentlich fest. Herr Hermann vertritt Frau Kiefer als Fachpreisrichter, bei den Sachpreisrichtern vertritt Herr Breinersdorfer Herrn Rother sowie Herr Biedermann Herrn Gothe. Die Vollständigkeit des Preisgerichts wird festgestellt. Als ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter wird Herr Schulz einstimmig gewählt. Als Juryvorsitzende wird Frau Feireiss einstimmig bei eigener Enthaltung gewählt. Das Preisgericht setzt sich somit wie folgt zusammen: Stimmberechtigte Fachpreisrichter/-innen Dr.h.c. Kristin Feireiss (Vorsitz) Regula Lüscher Melanie Rönnfeld Thorsten Goldberg Timo Hermann Stimmberechtigte Sachpreisrichter/-innen Georgia Tornow Fred Breinersdorfer Heinz Biedermann Dr. Dietrich Reupke Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter Andreas Schulz

1.2

Eröffnung der Preisgerichtssitzung

Die Vorsitzende übernimmt die Leitung der Sitzung. Sie erläutert zunächst die Tagesordnung und die Vorgehensweise und lässt sich anschließend von den Anwesenden versichern, dass sie keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die Wettbewerbsaufgabe und deren Lösung seit dem Zwischenkolloquium geführt haben und während der Dauer der Preisgerichtssitzung führen werden, sie bis zum Preisgericht keine Kenntnis von Wettbewerbsarbeiten erhalten haben, soweit sie nicht als Vorprüfer oder Sachverständiger bei der Vorprüfung mitgewirkt haben, sie die Beratung des Preisgerichts vertraulich behandeln werden, die Anonymität der Arbeiten aus ihrer Sicht gewahrt ist, sie es unterlassen werden, Vermutungen über die Verfasser anzustellen. Der Vorsitzende weist auf die persönliche Verantwortlichkeit der Preisrichter

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und Preisrichterinnen gegenüber Auslober, Wettbewerbsteilnehmern und Öffentlichkeit hin. Sie bittet darum, die große Leistung aller Teilnehmer durch entsprechend intensive und konzentrierte Bewertung aller vorhandenen Arbeiten zu honorieren.

1.3

Allgemeiner Bericht der Vorprüfung

Herr Weiss, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, erläutert die Eingänge der Arbeiten, deren Anonymisierung und den Verlauf der Vorprüfung. Es wurden alle 7 Beiträge fristgerecht und unter Wahrung der Anonymität eingereicht. Die Vorprüfung fand vom 05. Mai bis 20. Mai 2009 in den Räumen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Württembergische Straße 6, Raum 560 in 10707 Berlin statt. Alle sieben Arbeiten waren prüfbar. Die geforderten Leistungen wurden sowohl tabellarisch erfasst als auch in den Einzelberichten aufgeführt. Die geforderten Leistungen wurden im Wesentlichen erbracht. Bei der Arbeit 1327 fehlen wesentliche Bestandteile der angeforderten Leistungen (Modell und Konzept für die Straßenbahnvariante). Die Vorprüfung hat die Ergebnisse ihrer Arbeit in einem vorliegenden schriftlichen Bericht zusammengefasst. Das Preisgericht beschließt, alle 7 eingereichten Arbeiten zur weiteren Beurteilung zuzulassen.

1.4

Informationsrundgang

Ab 9.40 Uhr stellt der Vorprüfer die Arbeiten in der Reihenfolge der Tarnzahlen ohne jede Wertung anhand der Planunterlagen, Modelle und den Erläuterungsberichten vor und beantwortet Fragen aus dem Preisgericht zum Verständnis der Arbeiten. Der Informationsrundgang endet um 10.40 Uhr Das Preisgericht diskutiert die gewonnenen Eindrücke. Zusätzlich zu den in der Auslobung aufgeführten Kriterien werden folgende Punkte noch einmal herausgestellt: Raumerlebnis, Wahrnehmung des Raumes im städtischen Kontext Bezug zur Berlinale/ Kinemathek Art der Würdigung; Ehrung gut lesbar und verständlich; Ehrung erfolgt ohne Hierarchien alltägliche Benutzbarkeit Funktionieren des Konzeptes nach dem Bau der Straßenbahn Wartung/ Reparaturanfälligkeit Kommunikation Wahrnehmbarkeit auch am Tag Authentizität der Entwürfe Angemessenheit des Boulevard der Stars in Bezug zum „Erinnerungsfeld“ der zahlreichen Gedenkstätten im Umfeld (würdige Ehrung ohne Pathos)

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1.5

Erster Wertungsrundgang

Die Juryvorsitzende weist darauf hin, dass im ersten Wertungsrundgang Arbeiten nur einstimmig ausgeschieden werden können. Arbeiten, die mindestens eine Stimme erhalten, gelangen also in den zweiten Wertungsrundgang. Es wird vereinbart, dass Stimmenthaltungen in dieser und allen weiteren Abstimmungen nicht zugelassen sind. Das Preisgericht erkennt nach dem Informationsrundgang in allen Konzepten zumindest Einzelaspekte, die für die Lösung der Aufgabenstellung bedenkenswert sind und beschließt deshalb, alle 7 Arbeiten bereits im ersten Wertungsrundgang zu diskutieren, um auch die Beiträge, die hier ggf. ausscheiden sollten, zu würdigen. Nach eingehender Diskussion der Wettbewerbsbeiträge werden die Arbeiten mit folgendem Ergebnis abgestimmt (Abstimmungsfrage: für Verbleib / gegen Verbleib) Arbeit 1327 Arbeit 1326 Arbeit 1325 Arbeit 1324 Arbeit 1323 Arbeit 1322 Arbeit 1321 0:9 1:8 9:0 0:9 1:8 1:8 2:7 1. Rundgang (ausgeschieden) 2. Rundgang (weiter) 2. Rundgang (weiter) 1. Rundgang (ausgeschieden) 2. Rundgang (weiter) 2. Rundgang (weiter) 2. Rundgang (weiter)

1.6

Zweiter Wertungsrundgang

Im zweiten Wertungsrundgang werden die Arbeiten 1321, 1322, 1323, 1325 und 1326 nochmals vertiefend betrachtet und die interessanten und die problematischen Aspekte der Entwürfe erläutert und diskutiert. Die einzelnen Arbeiten werden vom Preisgericht mit folgendem Stimmenverhältnis (für Verbleib : gegen Verbleib) abgestimmt: Arbeit 1326 Arbeit 1325 Arbeit 1323 Arbeit 1322 Arbeit 1321 1:8 9:0 0:9 3:6 2:7 2. Rundgang (ausgeschieden) engere Wahl (weiter) 2. Rundgang (ausgeschieden) 2. Rundgang (ausgeschieden) 2. Rundgang (ausgeschieden)

Es verbleibt nur noch Arbeit 1325 im Verfahren, die Arbeiten 1321, 1322, 1323 und 1326 sind dagegen ausgeschieden. Um 12.05 Uhr verlässt Herr Breinersdorfer die Sitzung. Herr Schulz übernimmt bis zum Ende der Preisgerichtssitzung seine Vertretung.

Nach einer Mittagspause von 12.20 Uhr bis 13.00 Uhr wird die Sitzung fortgesetzt.

Das Preisgericht diskutiert, ob und ggf. welche ausgeschiedenen Arbeiten in das Verfahren zurückgeholt werden sollten. Es besteht Einvernehmen,

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dass hierfür eher Entwürfe in Frage kommen, die eine tragende Idee und hohe künstlerische Qualität enthalten als solche, die ihre Stärke in der Realisierbarkeit haben. Für die Arbeiten 1322, 1321 und 1326 werden Rückholanträge gestellt. In der weiteren Erörterung kommt das Preisgericht zu der Auffassung, dass die genannten 3 Arbeiten als gleichwertig zu betrachten sind. Deshalb wird vorgeschlagen, dass über das Rückholen aller 3 Arbeiten gleichzeitig im Block abgestimmt wird. Dieser Vorschlag wird ohne Gegenstimme angenommen. Die Abstimmung über die Rückholung der Arbeiten 1321, 1322 und 1326 ergibt ein Stimmenverhältnis von 6 : 3 (für : gegen). Somit werden die Arbeiten 1322, 1321 und 1326 wieder zurückgeholt und es verbleiben folgende 4 Arbeiten als engere Wahl im Verfahren: Arbeit 1321, Arbeit 1322, Arbeit 1325 und Arbeit 1326. Der zweite Wertungsrundgang endet um 13.45 Uhr.

1.7

Schriftliche Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl

Das Preisgericht beschließt, die Arbeiten der engeren Wahl schriftlich nach den Kriterien der Auslobung zu besprechen. Die Arbeiten werden Gruppen aus Fach- und Sachpreisrichtern zum Verfassen der Texte zugeteilt. Ab 14.00 Uhr werden die Einzelbeurteilungen im Plenum vor den Arbeiten vorgetragen, diskutiert, ergänzt und wie folgt verabschiedet. Arbeit 1321 Der Entwurf zeichnet sich durch eine starke konzeptionelle und räumliche Idee aus. Thema ist der Rahmen, abgeleitet aus der Annahme, dass jedes Bild für sich eine Grenze besitzt. Jeder Rahmen steht einzeln für einen zu ehrenden Star, womit das Gedenken an den Einzelnen in der Reihung der Elemente zu einer Gedenkstätte wird. Diese strenge Reihung und die starke räumliche Besetzung wird als zu dominant im Stadtraum empfunden und generiert ein etwas übertriebenes Pathos. Die Massierung, insbesondere im Zustand mit der Straßenbahn, bildet eine starke Grenze und Aufteilung des Straßenraumes in zwei Seiten. Außerdem ist die Sichtbarkeit der Berlinale-Werbeträger im Vollausbau nicht gewährleistet. Das starke Konzept der Konzentration der Bildinhalte auf die Innenseite der Rahmen produziert leider ein stark abweisendes Äußeres. Die Rahmen erscheinen auch bezüglich Vandalismus und Graffiti anfällig.. Das Konzept ist in der vorgetragenen Art mit der Straßenbahn kaum umsetzbar. Die Nähe der Rahmen zur Straßenbahn mit einem Abstand von 37 cm ist so im Moment nicht vorstellbar. Die Sicherheit der Passanten wäre nicht gegeben. Die vielfältigen Möglichkeiten, dem Gedenken Ausdruck zu geben, in Form von Gesichtspiktogramm auf dem Rahmen, Namens- und

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Informationsschrift ist gut. Die Arbeit hat unbestritten eine starke Tag- und Nachtwirkung, wobei die Widererkennbarkeit der Gesichter durch die Punktrasterung angezweifelt wird. Die Arbeit zeichnet sich aus durch eine konsequente räumliche Setzung, welche sicherlich mutig und selbstbewusst ist. Durch die Überarbeitung hat sie an Strenge und Stringenz gewonnen zu ungunsten einer gewissen Leichtigkeit. Dies führt zu einer Monumentalität, die für die Aufgabe und den Ort, welcher ja schlussendlich ein Boulevard und keine Gedenkstätte ist, nicht ganz angemessen erscheint. Arbeit 1322 Positiv zu vermerken ist die beabsichtigte räumliche Wirkung im Stadtraum, denn hier wird eine neue leuchtende Ebene geschaffen, die assoziationsreich ist und ein poetisches Bild entwirft. Die Umsetzung der „Stars“ zu leuchtenden Kristallen assoziiert einen Sternenhimmel, der durch das Pendeln der Stäbe im Wind spielerische Leichtigkeit bekommt. Das Bild der Filmrolle als Sockel für die Stäbe ist als Idee greifbar, auch wenn die Filmrolle als Metapher nicht mehr zeitgemäß ist. Es stellt sich jedoch die Frage, ob bei aller Poesie die Kristalle genug Leuchtkraft haben, um tagsüber wirksam zu sein. Zudem bleiben sie durch die Belaubung der Bäume teilweise verdeckt.. Die Lesbarkeit der Infobrunnen tagsüber wird in Frage gestellt. Hier enttäuscht die mangelnde technische Ausarbeitung. Arbeit 1325 Die im Grunde schlichte Überlegung, die „gelernten“ Symbole festlicher Inszenierungen des Filmschaffens – den roten Teppich, Scheinwerferlicht, Sterne für die Stars - zu einem Ort des permanenten Auftritts im Stadtraum zu bündeln, hat dem vorliegenden Entwurf in bemerkenswerter Weise beides ermöglicht: die große urbane Geste und die direkte, geradezu selbstverständliche Umsetzung des Themas „Boulevard der Stars“. Es ist gelungen, einen von den Jurymitgliedern übereinstimmend als „Unort“ charakterisierten Platz zwischen den zwei stark frequentierten Fahrbahnen der Potsdamer Straße zu einem attraktiven Ort der Ehrung für die herausragenden Protagonisten des Film- und Fernsehschaffens zu qualifizieren. Dabei wird den Besuchern über die Ehrenplaketten ein Blick auf die Vielfalt der Kreativleistungen in dieser modernen Kunstform ermöglicht, ohne durch die absehbar große Menge der Geehrten die Aufnahmekapazität des Ortes wie die auch des Publikums zu erschlagen. Die Installationen auf diesem „roten Stadt-Teppich“ laden aber nicht nur dazu ein, zu erinnern und wiederzuerkennen, sondern eröffnen durch die Installation von „Pepper’s Ghost Camera“ einen neuen interaktiven Erlebnisraum: Das verblüffend einfach funktionierende low-tech-Abenteuer, sich neben „seinem“ Star mit dem eigenen Fotoapparat fotografieren zu lassen, dürfte generationsübergreifende Nutzer finden und ist dazu angetan, bisher nur Star-begeisterte, aber nicht Film-affine Menschen neugierig auf die Gesamt-Branche zu machen – hier erwartet die Jury einen echten interaktiven Mehrwert und durchaus auch intellektuellen Erkenntnisgewinn. Die Weiterführung des „Roten Teppichs“ bis auf Teile der Gehwege markiert

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nicht nur die Eingangsbereiche der beiden großen Filminstitutionen „Berlinale“ und „Film- und Fernsehmuseum“. In letzterem bieten permanente und temporäre Ausstellungen ein ideales, die „Boulevard“Informationen vertiefendes Informationsangebot. Für die Vernetzung der weiteren, auf dem Potsdamer Platz vorhandenen Film-spezifischen Angebote kann der Entwurf mit seinem populären Ansatz und der gleichzeitig angemessenen, nicht pathetischen Ehrung von Protagonisten aus 120 Jahren deutschsprachigen Filmschaffens Katalysatoren-Funktion entwickeln. Die Umsetzung der projektierten Straßenbahnplanung hält die Jury mit der offenen Konzeption des Entwurfs erfüllbar. Die Integration der zukünftigen Haltestellen ermöglicht es den Besuchern, direkt auf dem „Roten Teppich“ auszusteigen – und damit sofort im Erinnerungs- und Erlebnisraum „Boulevard der Stars“ anzukommen. Der Entwurf hat Landmark-Charakter – und das weit über die unmittelbare Umgebung hinaus: Die markante Farbgebung gibt dem „Boulevard der Stars“ eine deutliche Sichtbarkeit sogar im digitalen Ortungssystem von google earth. Hier könnte bei Tag wie Nacht und ganzjährig wahrnehmbar ein neues Zeichen für die Filmstadt Berlin entstehen. Arbeit 1326 Die konsequente räumliche Gliederung des Boulevard der Stars in einen Gedenkort im Bereich der Bürgersteige und in einen szenischen Raum auf dem Mittelstreifen ist schlüssig und konsequent umgesetzt. Der szenische Raum besetzt und bespielt die Mitte konsequent durch die Installation für die Passanten, wenn er auch in der Art der Bespielung und der Wahl der Mittel nicht alle Preisrichter überzeugen kann. Das Nachzeichnen der Bewegung der Passanten durch Spots oder Scheinwerfer könnte die Assoziation von Suchscheinwerfern entstehen lassen. Darin ist in Anbetracht der Berliner Mauer, die in der unmittelbaren Nachbarschaft am Potsdamer Platz verlief, nicht zu denken. Der spätere Entfall der Bühnenelemente auf dem Mittelstreifen wurde kontrovers diskutiert. Die Lichtdiamanten erscheinen als adäquate Mittel des Gedenkens und der Ehrung der Stars. Die Beschriftung der Elemente in den vorhandenen Bodenplatten und die Beleuchtung der Diamanten erscheinen zu schwach und in der Umsetzung problematisch. Der Entwurf schafft es leider nur nachts, seine volle gestalterische Qualität gerade in Bezug auf die Ehrung und das Gedenken der Stars zu entfalten.

1.8

Festlegung der Rangfolge und Preise

Nach Verabschiedung der schriftlichen Beurteilungen werden die Arbeiten der engeren Wahl erneut vergleichend diskutiert und bewertet. Dabei wird deutlich, dass die Arbeit 1325 aus den anderen drei Entwürfen herausragt, während diese als gleichrangig beurteilt werden. Das Preisgericht ist der Auffassung das die in der Auslobung vorgesehene gestufte Vergabe eines 1., 2. und 3. Preises dem Wettbewerbsergebnis nicht gerecht würde und beschließt mit der hierfür nach GRW erforderlichen Einstimmigkeit, eine abweichende Verteilung der Preise vorzunehmen.

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Es wird einstimmig entschieden, einen 1. Preis und drei 2. Preise zu vergeben. Ebenfalls einstimmig wird entschieden, der Arbeit 1325 den 1. Preis zuzuerkennen und den Arbeiten 1321, 1322 und 1326 drei gleichrangige 2. Preise. Zur Dotierung der Preise beschließt das Preisgericht einstimmig, den in der Auslobung für den 1. Preis vorgesehenen Betrag von 10.500 Euro zu belassen und das restliche Preisgeld von ebenfalls 10.500 Euro gleichmäßig in Höhe von jeweils 3.500 Euro auf die drei Arbeiten der Preisgruppe aufzuteilen. .

1.9

Empfehlung des Preisgerichts

Die Jury empfiehlt dem Auslober einstimmig, die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Arbeit zur Grundlage der weiteren Bearbeitung zu machen. Dabei sind folgende Punkte zu berücksichtigen: • Die Hinweise auf ein vertiefendes Informationsangebot im Filmmuseum sollten konkret vorgesehen und verortet werden; • Es sind hohe Qualitätsansprüche an die Ausführung des „Roten Teppichs“ zu stellen, Homogenität, Farbechtheit und Strapazierfähigkeit sind zu gewährleisten; • Auch im Fall eines ggf. notwendigen Materialwechsels im Feld der Rand-Aufklappung bzw. der Bänke muss Belagqualität und –Farbe gesichert sein; • Der „Rote Teppich“ als zentrale Kennung des Entwurfs soll nicht flächendeckend eingesetzt werden, sondern als Intarsie erfahrbar bleiben. Dabei sind die verkehrlichen Erfordernisse zu beachten.

1.10 Öffnung der Verfasserumschläge, Abschluss der Sitzung
Die Umschläge mit den Verfassererklärungen werden zum Abschluss der Sitzung geöffnet. Die Namen der 7 Wettbewerbsteilnehmer werden verlesen. Die Preisgerichtsvorsitzende dankt allen Preisrichtern, Sachverständigen der Vorprüfung und den Organisatoren für die geleistete Arbeit. Sie entlastet die Vorprüfung und gibt den Vorsitz an den Auslober zurück. Frau Tornow schließt sich im Namen der gGmbH Boulevard der Stars dem an und richtet ihren besonderer Dank an Herrn Gandert, der die Idee des Boulevard der Stars initiierte. Herr Gandert dankt den Beteiligten und äußert große Zufriedenheit mit dem erzielten Ergebnis des Wettbewerbs. Damit verbunden sei die Hoffnung, dieses Ergebnis nun möglichst zügig umsetzen zu können. In ihrem Schlusswort zeigt sich Frau Lüscher ebenfalls erfreut über das Ergebnis des Wettbewerbs und beendet die Sitzung um 14:50 Uhr. Protokoll: Milena Feustel Das Protokoll wurde von der Juryvorsitzenden des Preisgerichtes durchgesehen und in der vorliegenden Fassung genehmigt.

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1.11 Liste der Wettbewerbsteilnehmer
Arbeit 1325, 1. Preis Verfasser1: Thomas Willemeit, Wolfram Putz, Lars Krueckeberg Mitarbeiter: Justyna Mintus, Leonard Clemens, Rasa Urnieziute, Arvid Woelfel Büroname: GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH Heidestrasse 50, D-10557 Berlin, berlin@graftlab.com Verfasser 2: Joachim Sauter, Petra Trefzger, Hermann Klöckner, Eva Offenberg, Markus Dilger, Jürgen Pietruska, Monika Hoinkis, Britta Denzin Büroname: ART+COM AG Kleiststr. 23-26, D-10787 Berlin, info@artcom.de gleichberechtigte Arbeitsgemeinschaft: GRAFT und ART+COM Arbeit 1321, ein 2. Preis Verfasser 1: Josef Saller, Heribert Wolfmayr Mitarbeiter: Lukas Allner Büroname: Heri&Salli Moritzgasse 8/9, A-1060-Wien, heriundsalli@heriundsalli.com Sonderfachleute: Iris Tegtbur – Maßlicht/Büro für Lichtplanung Berlin Heiner Wegner, Metallbau Berlin Fehmer GmbH – Landschaftsbau Berlin Wagenhuberbeton- Henstedt-Ulzburg Architekturprodunkte-Traiskirchen Inox-Color Walldürn Arbeit 1322, ein 2. Preis Verfasser1: Prof. Dipl.Ing. Anett-Maud Joppien, Dipl. Ing. Albert Dietz Mitarbeiter: Dipl. Ing. Christine Luise Brückner, Dipl. Ing. Boris Kunz Büroname: Dietz–Joppien-Architekten AG Schaumaikai 69, D-60596 Frankfurt am Main, frankfurt@dietz-joppien.de Verfasser 2: Dipl. Ing. Matthias Friedrich Mitarbeiter: Dipl. Ing. Tatjana Brkic Büroname: luna.architektur Lessingstr. 46, D-76135 Karlsruhe, office@lunalicht.de Federführung: Verfasser 2 Sonderfachleute: Roland Stratmann, Künstler Arbeit 1326, ein 2. Preis Verfasser 1: Christian Tödtling, Thomas Längauer Mitarbeiter: Iunia Macavei, Robert Schätter Büroname: Purpur.Architektur St. Georgengasse 7, A-8020 Graz, office@purpur.cc Verfasser 2: Matthias Drieschner Mitarbeiter: Jan Dühring Büroname: Büro Drieschner, Berlin Lausitz Str. 10, D-10999 Berlin, post@drieschner.info Verfasser 3: Martin Rein-Cano Mitarbeiter: Christian Bohne, Sigurd Larsen, Frans Gilberg, Danielle Choi Büroname: Topotek 1 Sophienstraße 18, D-10178 Berlin, studio@topotek1.de Federführung: Verfasser 1

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Arbeit 1323, 2. Rundgang Verfasser 1: Chris-Jan van Rooij Mitarbeiter: Esther de Graaf, Roel Ridderrikhoff, Barbara Tieke Büroname: OKRA lanschapsarchitecten bv Oude Gracht 23, NL-3511 AB Utrecht, info@okra.nl

Arbeit 1324, 1.Rundgang Verfasser 1: Dipl. Ing. Winfried Häfner Landschaftsarchitekt BDLA, Christian Sommer Mitarbeiter: Jens Betcke, Maria Battaner Büroname: Häfner/Jimenez Büro für Landschaftsarchitektur Schwedter Str. 263, D-10119 Berlin,haefner@haefner-jimenez.de Verfasser2: Christopher Bauder Mitarbeiter: Christian Perstl, Christian Güder, Jakob Sabra Büroname: Whitevoid Interactive art&design Kastanienallee 89, D-10435 Berlin, info@whitevoid.com Verfasser 3: Prof. Ullrich Schwarz – Aurelia Bertron Büroname: Bertron Schwarz Frey GmbH, Visuelle Kommunikation und Ausstellungsgestaltung Anlkamer Strasse 38, D-10115 Berlin, mail@bertron-schwarz.de Federführung: Verfasser 1 Arbeit 1327, 1. Rundgang Verfasser1: Architekten Carlo Cappai und Maria Alessandra Segantini Mitarbeiter: Arch. Matteo Bandiera, Arch. Andrea Del Ferro, Arch. Nicola Di Pietro, Dipl. Ing. Friederike Marks, Arch. Giulia Riso, Arch. Guido Stella, Arch. Mauro Tonello Büroname: C+S Associati Piazza San Leonardo 15, I-31100 Treviso, press@cipiusse.it

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1.12. Anwesenheitsliste

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1.13. Protokollfreigabe der Preisrichter

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2.

Bericht der Vorprüfung zur Preisgerichtssitzung am 28. Mai 2009

2.1. Vorlauf
Die Auswahl der Teilnehmer erfolgte durch ein Bewerbungsverfahren, zu dem die Bewerber neben einem 2-seitigen Bewerbungsformular mit Angaben über die beteiligten Fachplaner auch drei DIN A3-Blätter mit der Darstellung von Referenzprojekten einreichen sollten. Es wurden insgesamt 60 Bewerbungen abgegeben. Das Auswahlgremium ermittelte in seiner Sitzung am 16.01.2009 in sorgfältiger und ausführlicher Diskussion anhand der Angaben in den Fragebögen und der Projektdarstellungen sieben Teilnehmer und drei Nachrücker. Die Wettbewerbsunterlagen wurden am 25.02.09 per Email und per Post an die ausgewählten Teilnehmer zugesandt. Ein Zwischenkollloquium fand am 30.03.09 statt. Das Protokoll des Zwischenkolloquiums, die Beantwortung der Rückfragen und das Blatt zur Kostenermittlung wurden am 03.04.09 an die Teilnehmer per Email zugesandt.

2.2 Einlieferung der Arbeiten
Der Abgabetermin für die Arbeiten (Pläne und Modell) war der 04. April 2009. Es wurden insgesamt 7 Arbeiten bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ( Referat IID, Brückenstraße 6, 10179 Berlin) eingereicht. Hiervon wurden 6 Arbeiten persönlich und 1 Arbeit per Post abgegeben. Die Arbeiten wurden entgegengenommen, quittiert und Datum und Uhrzeit sowie Art der Unterlagen in einer Sammelliste notiert. Die Wettbewerbsarbeiten wurden ungeöffnet in die Räume der Vorprüfung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in 10707 Berlin, Württembergische Straße 6, Raum 560 ( Alte Kantine) transportiert. Alle 7 Arbeiten gingen erkennbar termingerecht ein.

2.3. Anonymisierung
Die eingegangenen Arbeiten sowie die dazugehörigen Verfassererklärungen und alle sonstigen abgegebenen Unterlagen wurden nach dem Zufallsprinzip mit einer 4-stelligen Tarnzahl von 1321 bis 1327 gekennzeichnet. Die Reihenfolge des Eingangs ist aus der Reihenfolge der vergebenen Tarnzahlen nicht erkennbar. In einer angelegten Sammelliste ist die Zuordnung zwischen den Kennzahlen der Verfasser und den Tarnzahlen notiert.

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Eingangsdatum sowie Art und Zustand der Verpackung wurden erfasst und die Verfassererklärungen unter Verschluss genommen. Beschädigte Modelle wurden, soweit dies möglich war, repariert.

2.4. Vollständigkeit der Arbeiten
Die Vollständigkeit der Arbeiten wurde gemäß Punkt 1.10 der Auslobung geprüft. Das Ergebnis wurde in Prüftabellen notiert. Folgende Abweichungen zu den geforderten Leistungen wurden festgestellt:

Arbeit 1322: - Es fehlen das Entwicklungskonzept mit Darstellung der sukzessiven Erweiterung sowie die geforderten Schnitte. Die DWG- Datei beinhaltet lediglich das Element und nicht die Gesamtsituation (kein Lageplan und keine Schnitte in digitaler Form) Arbeit 1324: - Es fehlt das Entwicklungskonzept mit Darstellung der sukzessiven Erweiterung. Arbeit 1325: - Es fehlt das Entwicklungskonzept mit Darstellung der sukzessiven Erweiterung sowie die geforderten Schnitte. Arbeit 1327 - Es fehlt das Konzept für den Boulevard der Stars unter Berücksichtigung der Straßenbahn im Mittelstreifen. Zu dieser Arbeit fehlt das Modell. Die geforderte DWG/DXF - Datei fehlt auf der CD.

2.5. Vorprüfung 2.5.1 Verfahren
Die Vorprüfung wurde vom 11. Mai bis zum 26. Mai 2009 der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in 10707 Berlin, Württembergische Straße 6, Alte Kantine durchgeführt. Die Prüfung der Wettbewerbsarbeiten erfolgte durch Reinhard Meerwein.

2.5.2 Prüfung der qualitativen Daten
Die für die Vorprüfung angelegten Prüfkriterien wurden aus den in der Auslobung unter 1.11 benannten Kriterien zur Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten abgeleitet und durch die Vorprüfung in Zusammenarbeit mit den Sachverständigen zusammengefasst.

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Folgende Kriterienbereiche wurden im Rahmen der Vorprüfung bearbeitet und finden sich entsprechend als Gliederung in den Einzelberichten wieder: Leitidee, Gesamtkonzept für das Wettbewerbsgebiet (Kurzbeschreibung des künstlerischen Ansatzes unter Einbeziehung des Erläuterungsberichts)

Entwurf (Beschreibung des Entwurfs) Standort (Definition des Standorts für die Erstinstallation) Berlinale Integration temporäre Berlinale-Werbung Standortentwicklung (Verlauf der zukünftigen Standorte, Vereinbarkeit mit der Straßebahnplanung) Technische Angaben (Beschreibung der verwendeten Materialien, Konstruktion und Herstellung) Kostenschätzung und Unterhaltung (Herstellungskosten, Honorar, Aufwand für Betrieb und Unterhaltung)

Zitate aus den den Erläuterungsberichten sind kursiv gesetzt.

2.5.3 Einbeziehung der Sachverständigen
Im Rahmen der Vorprüfung hatten die Sachverständigen Gelegenheit die Wettbewerbsarbeiten zu begutachten. Die verschiedenen inhaltlichen Aspekte wurden in die Einzelberichte aufgenommen. Folgende Sachverständige haben die Arbeiten im Rahmen der Vorprüfung begutachtet:

Dr. Paul Klimpel,Museum für Film und Fernsehen Katrin Neumann,Senatskanzlei Kultur Torsten Rullmann,Lichtplaner Michael Steinfurth,SenStadt VI C

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2.6. Einzelberichte 1321 - 1327
Jede Wettbewerbsarbeit wird auf zwei Seiten (4 Abbildungen und Einzelbericht) dargestellt. Die Abbildungen umfassen: Ausschnitt Lageplan Ausschnitt Lageplan mit Straßenbahn Perspektive Details

Heri&Salli, ein 2.Preis

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Leitidee Räumliche Aneinanderreihung von Einzelbildern mit Bezug zu den Anfängen des Films. Jedes Bild besitzt für sich eine eigene Grenze. Würde man es räumlich betrachten, so könnte man es als einen Art Rahmen beschreiben – wir machen den Rahmen für uns zum Thema des „Boulevard der Stars“.

Entwurf Die frei stehenden, begehbaren Rahmen (Außenmaß: H x B 2,20 x 2,30 m, lichtes Innenmaß 2,10 x 2,10 m) lassen durch ihre sequenzartige Reihung neue Räume und Sichtachsen entstehen. Es entsteht ein räumlicher Ablauf. Ein Wechselspiel von Konzentration auf das Wesentliche und Offenheit. Die Innenflächen der Rahmen werden mit nur abends hinterleuchteten Bildern bestückt, die aus unterschiedlich gelochten Edelstahlblechen bestehen. Tagsüber ist ein Schattenbild wahrnehmbar. In die Bodenplatten sind Signaturplatten sowie die

Namen der Stars eingelassen. Zwei große Rahmen (Außenmaß: ca.12 x 12 m) verweisen auf den städtischen Raum und sorgen für eine weithin sichtbare Präsenz der Gesamtinstallation. Diese Elemente können temporär auch als Werbeträger genutzt werden. Die Infosäulen als einfache Stelen (Fragmente von den Rahmen) stehen auf den Seiten der Bürgersteige – auf der Höhe des Filmmuseums bzw. auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Zusätzlich zu den Stelen gibt es auch die dazu gehörigen Rahmenplatten im Boden. Standort Die Rahmen werden ausschließlich auf dem Mittelstreifen positioniert, die Infosäulen befinden sind auf den gegenüberliegenden Gehwegen. Berlinale Die bisher verwendeten Werbeelemente der Berlinale werden versetzt bzw. es werden zusätzliche Rahmen, mit passenden Motiv-Blechen versehen und rot hinterleuchtet.

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Standortentwicklung Die Erweiterung erfolgt über eine sukzessive Verdichtung der räumlichen Anordnung der Rahmen. Die Abstände der Einzelrahmen werden dementsprechend verringert. Die Fläche für die zukünftige Straßenbahntrasse bleibt zunächst unbebaut, lediglich die vorhandenen Sitzbänke müssen versetzt werden. Die geplante Treppenanlage bei Realisierung der Straßenbahn wurde bei der Planung nicht berücksichtigt. Hinsichtlich der Abstände zur Straßenbahn (37 cm) sowie zur Fahrbahn (75 cm) bestehen Bedenken im Bezug auf die Genehmigungsfähigkeit. Technische Angaben Der vorhandene Bodenbelag (wassergebundene Decke) bleibt bis auf den Bereich der Fußgängerüberquerung größtenteils erhalten. Die Rahmen, bestehend aus einer Stahlrahmenunterkonstruktion sowie einer EdelstahlBlechverkleidung, werden auf Fundamentplatten (Betonfertigteile) mit integrierten, flächenbündigen

Edelstahlplatten (Signatur) sowie EdelstahlBuchstaben verankert. Die Hinterleuchtung der auf den drei Innenseiten mittels Schraubverbindung montierten, gelochten Edelstahl-Blechen erfolgt ausschließlich über LEDTechnik. Anmerkungen: Die Fundamente der großen Rahmen wurden nicht dargestellt. In Bezug auf die Durchgangshöhe der kleinen Rahmen wird von der RASt. 06 eine lichte Mindesthöhe von 2,25 m empfohlen. Kostenschätzung und Unterhaltung Der vorgegebene Kostenrahmen wurde eingehalten. Aufwand für Betrieb und Unterhaltung: keine Angaben. Anmerkung: Erhöhter Reinigungsaufwand, da der jetzige Bodenbelag größtenteils erhalten bleibt. Die vorgeschlagene LED-Lichttechnik gilt bei fachgerechter Ausführung und Montage als wartungsarm.

luna architektur mit Dietz-Joppien Architekten, ein 2.Preis

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Leitidee Gestapelte Filmdosen. Sternenhimmel über Berlin Entwurf Basis, Stab und Kristall sind die drei Hauptbestandteile der Skulptur. Seitlich tragen die Metallringe Gravuren, die auf Namen und Kategorie des Stars hinweisen. An der Oberseite ist das Autogramm hinterleuchtet. Die schwingende Stableuchte wird von einem leuchtenden Kristall „gekrönt“. Infobrunnen und Infospulen, verweisen auf das Thema sowie relevante Institutionen. Standort In der ersten Phase auf dem Mittelstreifen, in der späteren Ausbauphase verteilen sich die zusätzlichen Elemente auf den benachbarten Gehsteigen.

Berlinale Die bisherige Berlinale-Werbung bleibt erhalten. Standortentwicklung Erfolgt über eine sukzessive Verdichtung und bei Realisierung der Straßenbahntrasse über das Ausweichen auf die benachbarten Gehsteige. Die bei Realisierung der Straßenplan geplante Treppenanlage zur Z-Bahn wurde bei der Planung nicht berücksichtigt. Technische Angaben Korpus oder Sockel aus Aluguss, das Autogramm ausgelasert, mit Klarglas unterlegt und mit Kunstharz ausgegossen, die Schrift graviert, der Leuchtenstab aus Karbon, das Swarovski-Kristall mit integrierter LED-Leuchte. Die Infobrunnen und Infospulen sind mit videofähigen LED-Screens sowie VSG-Schutzverglasung aus-gestattet. Anmerkung: Keine Angaben über eine Verankerung der Elemente.

Boulevard der Stars / Ergebnisprotokoll

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Kostenschätzung und Unterhaltung Der vorgegebene Kostenrahmen wurde eingehalten. Aufwand für Betrieb und Unterhaltung: keine Angaben In Bezug auf den Leuchtenstab mitsamt der Kristallleuchte ist davon auszugehen, dass dieser einer gewissen Vandalismusgefahr ausgesetzt sein wird. Das hat dann auch Auswirkungen auf den nicht verankerten Korpus. Die vorgeschlagene LED-Lichttechnik gilt bei fachgerechter Ausführung und Montage als wartungsarm.

OKRA Landschaftsarchitekten, 2. Rundgang

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Leitidee All eyes on the floor. Die Iris des Auges als Metapher. Entwurf Der Boden des Boulevards der Stars ist modular aufgebaut. Die Module bestehen aus Streifen mit wechselnder Tiefe, welche dem Mittelstreifen optisch mehr Breite verleihen. An den Rändern des Mittelstreifens befinden sich Sitzelemente und nicht näher definierte Wasserelemente. Der Raum in der Mitte wird in der Länge durch eine Anzahl von Blöcken untergliedert... Die Iris-Bodenleuchten werden in den neuen, nicht näher definierten Bodenbelag eingebaut. Auf dem Umfassungsring der Leuchte ist der Name des zu ehrenden Stars eingraviert. Am westlichen Ende des Boulevards ist eine Landmarke in Form eines Kunstwerks vorgesehen. Standort Zunächst Konzentration auf den Mittelstreifen,

langfristig Verlegung Seitenstraßen.

in

angrenzenden

Berlinale Die Werbeelemente werden an den Rand des Mittelstreifens versetzt. Standortentwicklung In der ersten Phase bleiben die Berlinale-Werbung sowie die vorhandenen Bänke erhalten. Die technischen Anschlüsse für die Maximalvariante werden schon in der ersten Bauphase verlegt und mit „Platzhalterleuchten“ versehen. Diese werden im Zuge der Erweiterung sukzessive durch Iris-Leuchten ersetzt. Bei Realisierung der Straßenbahntrasse werden die Iris-Elemente aus dem Gleisbereich in angrenzende Flächen verlegt Die vorgesehene Treppenanlage zur U-Bahn wurde bei der Planung nicht berücksichtigt.

Boulevard der Stars / Ergebnisprotokoll

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Technische Angaben Keine Angaben. Anmerkung: Das leicht gewölbte Schutzglas der Muster-Bodenleuchte entspricht nicht den vorgeschriebenen Normen im Hinblick auf die Rutschfestigkeit. Kostenschätzung und Unterhaltung Der vorgegebene Kostenrahmen wurde überschritten, kann aber aufgrund der mangelhaften Angaben nicht überprüft werden. Aufwand für Betrieb und Unterhaltung: keine Angaben.

Häfner/Jimenez mit Bertron Schwarz Frey GmbH, 1.Rundgang

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Leitidee Licht und Bewegung, die Hauptkomponenten des Films... Entwurf In den Gehweg-Plattenstreifen aus dunklem Naturstein werden die aus Glas bestehenden Ehrungsplaketten eingelegt. Zwei im zentralen Bereich des Mittelstreifens positionierte Lichtskulpturen, in voller Höhe bespielt, werden mit einer dreidimensionalen, bewegten Holographie „bekrönt“. Die Hologramme „schweben“ wie Leuchtfeuer über dem hektischen Treiben des Potsdamer Platzes und sind zugleich fernwirksames Markierungszeichen und Anziehungspunkt des Boulevards der Stars. Standort Der Plattenstreifen wird auf dem Mittelstreifen verlegt und weicht der Straßenbahn in die gegenüberliegenden Gehsteige aus.

Berlinale Die bisherige Berlinale-Werbung wird in den Randbereich des Mittelstreifens versetzt. Darüber hinaus können auch die Hologrammstelen für temporäre Werbezwecke genutzt werden.

Standortentwicklung Die zusätzlichen Ehrungsplaketten werden sukzessive in das vorbereitete Band eingesetzt. Bei der Realisierung der Straßenbahn wird dieser Belag mitsamt den bis dahin verlegten Plaketten aufgenommen und auf den Gehsteigen verlegt. Die beiden Holographie-Stelen werden an den Rand des Mittelstreifens versetzt. Technische Angaben Hinterleuchtete Ehrungsplaketten aus sandgestrahltem Glas mit gefräster und anthrazit ausgemalter Schrift. Jeweils sechs Plaketten sind mit einem Bewegungsmelder verbunden. Die LED-

Boulevard der Stars / Ergebnisprotokoll

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Beleuchtung reagiert auf die Bewegung der Passanten und wird langsam ein- und ausgeblendet. Der 4,95 m breite Plattenstreifen besteht aus Gehwegplatten mit dem gleichen Format wie die Plaketten. So wird eine relativ einfache Austauschbarkeit gewährleistet. Die Holographie-Stelen bestehen aus einem Edelstahlkorpus mit hinterleuchtetem Schriftzug und einem Glaskörper mit dazwischen liegenden, horizontalen Glasplatten mit satinierten Außenkanten, welche das Licht brechen bzw abstrahlen. Inklusive Lichtsteuerung. Über eine Lichtsteuerung kann das Lichtszenario programmiert werden. Anmerkung: Eine Verankerung bzw. ein Fundament wurde nicht dargestellt. Kostenschätzung und Unterhaltung Der vorgegebene Kostenrahmen wurde eingehalten. Aufwand für Betrieb und Unterhaltung: keine Angaben. Die vorgeschlagene LED-Lichttechnik gilt bei

fachgerechter Ausführung und Montage als wartungsarm.

Graft Architekten mit ART+COM AG, 1.Preis

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Leitidee Premierendefilee auf dem roten Teppich. Entwurf Der Entwurf gliedert sich in vier inszenatorische Bestandteile: Roter Teppich, Stern bzw. alternativ Schriftzug, „Pepper´s Ghost Kamera“ sowie pro Star ein Scheinwerfer. Der rote Teppich ist am Anfang und am Ende umgeschlagen und wird zur Informationsfläche. An einigen Stellen wellt sich der Teppich auf und wird für die auf ihm Flanierenden zu Sitzbänken. Standort Positionierung auf dem Mittelsreifen sowie teilweise auf den benachbarten Gehsteigen. Berlinale Die bisherige Berlinale-Werbung bleibt bis zur Realisierung der Straßenbahntrasse erhalten. Standortentwicklung

Erfolgt einerseits über eine sukzessive Verdichtung der Sterne sowie eine teilweise Verlegung aus dem zukünftigen Gleisbereich. Im Falle einer Realisierung der Straßenbahntrasse bestehen Bedenken im Hinblick auf die Genehmigungsfähigkeit. Die bei Realisierung der Straßenbahn geplante Treppenanlage wurde bei der Planung nicht berücksichtigt. Technische Angaben Roter Teppich aus gefärbtem Spezialasphalt auf neuer Tragschicht mit kunststoffummanteltem Porphyr-Edelsplitt. Teilweise Ergänzung mit ungefärbtem Asphalt, Farbe schwarz/anthrazit. Um eine flächige, einheitliche Farbwirkung zu erzielen, werden in den Baumscheiben farblich angepasste Splitte eingesetzt. Die in die Fläche integrierten, frei geformten Stadtmöbel (drei Bänke und zwei Informationstresen) werden aus Beton hergestellt und mit rotem Asphalt überzogen. Die Sterne oder Namenszüge aus polierter Bronze (Bronzeguss) werden

Boulevard der Stars / Ergebnisprotokoll

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flächenbündig in den Asphaltbelag eingelassen. „Peppers Ghost Kameras“ aus verstärktem Blech werden mit einem Betonfundament verankert und benötigen keinen Stromanschluss. Die „Optik“ besteht aus einem Spiegel, einem Dia sowie zwei ESG-Scheiben. Alle Metalloberflächen eloxiert. Beleuchtung der Sterne durch LED-Strahler, welche an den vorhandenen Masten befestigt sind. Die Scheinwerfer sind miteinander vernetzt und können über eine Lichtsteuerung programmiert werden. Kostenschätzung und Unterhaltung Der vorgegebene Kostenrahmen wurde eingehalten. Aufwand für Betrieb und Unterhaltung: keine Angaben. Anmerkung: Aufgrund des ausgewählten Belags sind erhöhter Revisions- bzw. Instandsetzungsaufwand und dementsprechend hohe Unterhaltungskosten zu erwarten. Es ist darauf hinzuweisen, dass bei einer Neuverlegung, zum Beispiel nach Revisionsarbeiten,

der Originalfarbton nur sehr schwer getroffen werden kann. Verschmutzung, Abrieb und Umwelteinflüsse, können zusätzlich die Farbechtheit beeunflussen. Alle Trennschnitte müssen anschließend verfugt werden. Das Bild einer homogenen, gleichfarbigen Fläche kann auf Dauer nur schwer gewährleistet werden. Die vorgeschlagene LED-Lichttechnik gilt bei fachgerechter Ausführung und Montage als wartungsarm.

Purpur.Architektur mit Matthias Drieschner und TOPOTEK 1, ein 2. Preis

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Leitidee Lichtdiamanten. Der Stoff aus dem die Träume sind. Entwurf Die Bodeneinbauleuchten werden in den Gehsteigen montiert, auf dem Mittelstreifen befindet sich ein sog. „Szenischer Raum“, welcher aus drei sitzhohen und betretbaren Podesten besteht, die sowohl einen gewissen Bühnencharakter assoziieren sollen, als auch als Sitzgelegenheit dienen. Formensprache und Materialität sollen auf die Anfangszeit des deutschen Kinofilms verweisen. Bewegliche Leuchten in einem kristallinen Gehäuse, mit Sensoren ausgestattet, nehmen die Bewegungen der Personen auf den Bühnen wahr und folgen ihnen analog einem Spotlight. An den Fußgängerüberwegen werden sechs Infostelen positioniert und bieten umfangreiche Informationen über die Stars.

Standort Die Bodenleuchten befinden sich ausschließlich in den seitlichen Gehwegbereichen, anfangs konzentriert in unmittelbarer Nähe des Filmmuseums sowie des Berlinale-Büros. Die Bühnenelemente werden nur in der ersten Bauphase auf dem Mittelstreifen positioniert. Berlinale Die bisherige Berlinale-Werbung wird an den Rand des Mittelstreifens versetzt. Zusätzlich werden neue Werbeelemente in die Bühnen integriert. Standortentwicklung Die Erhöhung der Anzahl der „Lichtdiamanten“ erfolgt über eine sukzessive Erweiterung der Flächen sowie spätere Verdichtung. Bei Realisierung der Straßenbahn werden die „Bühnenelemente“ entfernt.

Boulevard der Stars / Ergebnisprotokoll

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Technische Angaben Der vorhandene Bodenbelag im Mittelstreifen wird durch eine dunkelgraue Deckschicht ersetzt. Die Bodenleuchten mit einem Durchmesser von 40 cm bestehen aus einem Einbaugehäuse aus Aluguss auf einem Fundament montiert, einer LED-Leuchte, einem Facettenspiegel, einem Plexiglaskörper sowie einem rutschfesten Abdeckglas. Die Schriftzüge bestehen aus flächenbündig in den bestehenden Plattenbelag eingelassenen Edelstahl-Buchstaben. Das Licht der Diamanten ist interaktiv. Es erhellt sich, sobald ein Passant sich nähert. Die sich verändernde Lichtstärke wird über jeweils in den Leuchten integrierte Bewegungsmelder gesteurt. Die Podeste bestehen aus Terrazzoasphalt und Gitterrosten, welche hinterleuchtet werden. In die Gitterflächen werden herausnehmbare Revisionsklappen integriert. Anmerkung: Es bestehen Bedenken hinsichtlich der Realisierbarkeit der im Plattenbelag flächenbündig eingelassenen Namenszüge bzw. Personenangaben.

Kostenschätzung und Unterhaltung Der vorgegebene Kostenrahmen wurde eingehalten. Aufwand für Betrieb und Unterhaltung: keine Angaben. Die vorgeschlagene LED-Lichttechnik gilt bei fachgerechter Ausführung und Montage als wartungsarm.

C+S Associati, 1.Rundgang

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Leitidee Regiestühle und Bäume Entwurf Fünffach „gefaltetes“ bzw. gekantetes Material mit vermutlich ausgelaserten Namenszügen auf den Rückenlehnen der Regiestühle, einem Berlinale -Logo auf der Sitzfläche sowie einer kreisrunden Öffnung für die Beleuchtung durch einen Bodenstrahler. Die Bäume dienen der Fernwirkung und können als temporäre Werbeflächen genutzt werden. Sie bestehen aus dem gleichen, leicht gebogenen Material, allerdings mit größerer Materialstärke und mit jeweils mit drei kreisrunden Öffnungen. Alle Elemente werden mit einer roten Oberfläche versehen. Standort Die Regiestühle befinden sich ausschließlich auf den Gehsteigen, die Bäume auf dem Mittelstreifen.

Berlinale Die Berlinale-Werbung erfolgt über das Logo auf den Regiestühlen, die Farbwahl sowie die Plakatierung an den Bäumen. Standortentwicklung Erfolgt über sukzessive Verdichtung der Elemente. Es liegen keine Angaben für den Fall der Straßenbahnrealisierung vor. Technische Angaben Keine Angaben zu Material, Herstellungstechnik, Oberfläche und Beleuchtung sowie Verankerung. Kostenschätzung und Unterhaltung Der vorgegebene Kostenrahmen wurde eingehalten, kann aber aufgrund der mangelhaften Angaben nicht überprüft werden. Aufwand für Betrieb und Unterhaltung: keine Angaben.

Boulevard der Stars / Ergebnisprotokoll

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