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Ergebnisprotokoll der 2. Sitzung des Preisgerichts vom 12.05.2009

Full text: Ergebnisprotokoll der 2. Sitzung des Preisgerichts vom 12.05.2009

Prozessuale Stadtentwicklung Berlin Tempelhofer Feld – Columbiaquartier Bezirke Tempelhof-Schöneberg / Neukölln / Friedrichshain - Kreuzberg
Offener städtebaulichlandschaftsplanerischer Ideenwettbewerb Ergebnisprotokoll der 2. Sitzung des Preisgerichts vom 12.05.2009

Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Patrick Weiss Brückenstraße 6 10179 Berlin Mitte Leitung der Vorprüfung Eckhard Lange ag.u Lange Köpenicker Str. 154a 10997 Berlin Titelbild Entwürfe der Preisgruppe Berlin, Mai 2009

Inhaltsverzeichnis
2. Sitzung des Preisgerichts am 12.05.2009 ......................................... 4  1  Konstituierung des Preisgerichts .......................................................... 4  2  Eröffnung der Preisgerichtssitzung ...................................................... 5  3  Allgemeiner Bericht der Vorprüfung ..................................................... 5  4  Informationsrundgang........................................................................... 5  5  Kriteriendiskussion ............................................................................... 6  6  Erster Wertungsrundgang .................................................................... 6  7  Zweiter Wertungsrundgang .................................................................. 7  8  Rückholanträge .................................................................................... 7  9  Schriftliche Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl ...................... 8  10  Festlegung der Rangfolge und Preise ................................................ 11  Anwesenheitsliste ................................................................................. 14  Liste der Verfasser (2. Stufe) ................................................................ 17 

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2. Sitzung des Preisgerichts am 12.05.2009
in den Räumen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Württembergische Straße 6, 10707 Berlin, Raum 560 (Alte Kantine).

Beginn: 9:15 Uhr Frau Lüscher, Senatsbaudirektorin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, begrüßt die Sitzungsteilnehmer, stellt die Anwesenheit (siehe Anwesenheitsliste) und die Vollzähligkeit des Preisgerichts fest, gibt eine kurze Einführung zu den 12 ausgewählten Arbeiten der 2. Stufe des Wettbewerbs und erinnert an Fragestellungen, die von Bedeutung sind: die ökologischen Vernetzung, die Berücksichtigung des Kaltluftaustausches und zukunftsweisende Wohnformen / soziale Durchmischung. Das Ziel der Sitzung soll es sein, eine oder mehrere Arbeiten auszuwählen, die auch als Grundlage für das parallel laufende FNPÄnderungsverfahren dienen sollen. Hinweise zur schrittweisen Öffnung des Wettbewerbsgebiets sollen gegeben und geeignete Zwischennutzungen angeboten werden.

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Konstituierung des Preisgerichts

Herr Dr. Koch, in der ersten Sitzung des Preisgerichts am 18./19 12.2008 zum Vorsitzenden gewählt, übernimmt wieder den Vorsitz für die 2. Sitzung des Preisgerichts. Als ständig anwesende stellvertretende Fachpreisrichter nehmen Herr Berner, Herr Miller Stevens, Herr Schultz, Herr Dr. Becker und Frau Böhm an der Sitzung teil. Herr Kroll vertritt Herrn Krömer als Sachpreisrichter. Damit hat das Preisgericht folgende Zusammensetzung: Stimmberechtigte Fachpreisrichter: Dr. Michael Koch (Vorsitzender) Sophie Wolfrum Heinz Tibbe Bart Brands Gabriele Pütz Stimmberechtigte Sachpreisrichter: Regula Lüscher Reiner Nagel Siegmund Kroll Thomas Blesing

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Eröffnung der Preisgerichtssitzung

Der Vorsitzende übernimmt die Leitung der Sitzung, umreißt noch einmal kurz die Wettbewerbsaufgabe und bittet um eine objektive, an der Auslobung orientierte Bewertung der Arbeiten. Der Vorsitzende lässt sich von den Anwesenden versichern, dass sie - keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die Aufgabe und deren Lösung geführt haben und während der Dauer der Sitzung führen werden; - bis zum Preisgericht keine Kenntnis von Wettbewerbsarbeiten erhalten haben, soweit sie nicht als Vorprüfer oder Sachverständige bei der Vorprüfung mitgewirkt haben; - die Beratung des Preisgerichts vertraulich behandeln werden; - die Anonymität der Arbeiten aus ihrer Sicht gewahrt ist; - es unterlassen werden, sich über vermutete Verfasser zu äußern.

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Allgemeiner Bericht der Vorprüfung

Unterlagen der Vorprüfung Die Vorprüfung hat einen schriftlichen Bericht erarbeitet, der Bestandteil des Vorprüfberichts ist und dem Preisgericht vorliegt. Bericht der Vorprüfung Herr Lange berichtet über den Ablauf der Vorprüfung, über die Einhaltung der Vorgaben gemäß der Auslobung und über die Mitwirkung der Sachverständigen an der Vorprüfung. Eine zusammenfassende Stellungnahme zum Thema „Nachhaltigkeit und Energie“ wurden zur Preisgerichtssitzung von dem Sachverständigen nachgereicht. 11 von 12 Arbeiten wurden nachweislich termingerecht eingereicht. Bei der Arbeit 1303 hat die Vorprüfung Zweifel an der fristgerechten Abgabe der Arbeit. Zusätzlich reichte die Arbeit 1303 weitere Unterlagen am 20. April 2009 ein. Das Preisgericht beschließt einstimmig, dass die Arbeit zugelassen wird unter dem Vorbehalt des späteren Nachweises der fristgerechten Abgabe. Die nachträglich eingereichten Unterlagen werden mit einstimmigem Beschluss des Preisgerichts nicht zugelassen.

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Informationsrundgang

Ab 9:45 Uhr stellen die Vorprüfer die Wettbewerbsbeiträge in der Reihenfolge der Tarnzahlen anhand der jeweiligen Pläne und der Prüfbemerkungen aus dem Vorprüfbericht den Preisgerichtsbeteiligten vor. Von 11:30 bis 12:20 Uhr wird Frau Lüscher durch Herrn Bartholomé als Preisrichter ersetzt. Der Informationsrundgang endet um 12.20 Uhr.

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Kriteriendiskussion

Nach der Mittagspause vergegenwärtigt sich das Preisgericht ab 13:00 Uhr der komplexen Aufgabenstellung und führt unter dem Eindruck des Informationsdurchgangs eine vergleichende Diskussion in Bezug auf die in der Auslobung unter 2.4 genannten Beurteilungskriterien. In der Diskussion werden folgende Aspekte genannt, die der Beurteilung der Arbeiten zu Grunde gelegt werden sollen: • • • • • • • Konzeptionelle Idee und städtebauliche Struktur unter Beachtung bestehender Quartiere. Plausibilität / Praktikabilität des Entwicklungsprozesses. Berücksichtigung der Themen Klima (Klimagerechtigkeit der Arbeit) und Ressourceneffizienz / Nachhaltigkeit Besondere Themensetzung. Unterscheidung in öffentlichen Raum und entwicklungsfähige Baufelder. Umgang mit dem Bestand. Prozessuale Stadtentwicklung / Umsetzung von “Spielregeln“ (Welches Bild wird in der 1. Phase / Initialphase erzeugt?)

Das Preisgericht fasst die Beurteilungskriterien für den Wertungsrundgang wie folgt zusammen: 1. 2. 3. 4. Städtebauliche Fundiertheit (Identität / Struktur) Entwicklungsweg (Tragfähigkeit / Plausibilität) Nachhaltigkeit Besondere Themensetzung

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Erster Wertungsrundgang

Ab 13:20 Uhr findet der erste Wertungsdurchgang statt. Der Vorsitzende weist darauf hin, dass im ersten Wertungsrundgang Arbeiten im Verfahren bleiben, wenn sie mindestens eine Stimme für ihr Weiterkommen erhalten. Folgende Arbeiten werden einstimmig ausgeschieden: 1. Rundgang Tarnzahl 1307 1310 1312

Ergebnis ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden

Von 12 Wettbewerbsbeiträgen verbleiben 9 Arbeiten im Beurteilungsverfahren. Der erste Wertungsrundgang endet um 13:30 Uhr.

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Zweiter Wertungsrundgang

Die stimmberechtigten Preisrichter kommen unter Anlegung der Beurteilungskriterien der Auslobung (siehe Punkt 5) nach intensiver Erörterung der einzelnen Arbeiten zu folgenden Abstimmungsergebnissen: 2. Rundgang Tarnzahl 1301 1302 1303 1304 1305 1306 1308 1309 1311 Ja 0 7 1 4 6 1 5 3 5 Nein 9 2 8 5 3 8 4 6 4 Ergebnis ausgeschieden verbleibt ausgeschieden ausgeschieden verbleibt ausgeschieden verbleibt ausgeschieden verbleibt

Somit sind die 5 Arbeiten 1301, 1303, 1304, 1306 und 1309 aus dem Beurteilungsverfahren im zweiten Wertungsrundgang ausgeschieden. Es verbleiben vier Arbeiten im Beurteilungsverfahren. Der zweite Wertungsrundgang endet um 15:15 Uhr.

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Rückholanträge

Die Abstimmung über die Rückholanträge wird von 15:30 bis 15:45 Uhr für eine Pause unterbrochen und endet um 16:00 Uhr. Aus dem Kreis der stimmberechtigten Preisrichter werden für folgende Arbeiten Rückholanträge gestellt und nach intensiver Diskussion wie folgt abgestimmt: Rückholanträge Tarnzahl 1304 1306 1307 Ja 2 2 6 Nein 7 7 3 Ergebnis verbleibt im 2. Rundgang verbleibt im 2. Rundgang zurückgeholt

Somit ist die Arbeit 1307 wieder im Beurteilungsverfahren. Folgende 5 Arbeiten bilden die engere Wahl: 1302, 1305, 1307, 1308 und 1311.

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Schriftliche Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl

Die Arbeiten der engeren Wahl werden ab 16:00 Uhr jeweils durch einen Fachpreisrichter bzw. stellvertretenden Fachpreisrichter unter Berücksichtigung der Kriteriendiskussion (siehe Nummern 1. bis 4. unter TOP 5) schriftlich beurteilt. 1302 Die Bandstruktur verbindet das Neuköllner Quartier Schillerpromenade mit dem Columbiadamm am Flughafengebäude und dem konzipierten Lilienthalquartier auf sinnfällige Weise. Sie formuliert zugleich eine deutliche Randausbildung zum Tempelhofer Feld. Damit wird ein neues Raumgerüst geschaffen, was an die Identitäten des Raums anknüpfen kann. Der Waldstreifen bindet vorhandene Standorte in die Randstruktur ein und kräftigt sie durch Landschaft. Die lässt sowohl Zwischenzustände mit noch geringer Bebauung als auch eine offenere perforierte vielgestaltigere Hausstruktur (vgl. „Barcode“ in der 1. Wettbewerbsstufe) als dargestellt tragfähig erscheinen. Die Arbeit zeigt hinsichtlich der geforderten Entwicklungsstrategie eher konventionelle, additive Entwicklungs- und Sukzessionsschritte auf, bleibt damit aber auf einer sicheren Seite minimierter Entwicklungskonflikte und verlässlicher Nachbarschaften. Kompakt bebaubare Baufelder des Stadtbandes und des LilienthalQuartiers ermöglichen eine energieeffiziente Bewirtschaftung. Eine bauliche Entwicklung als sogenanntes „Innovatives Feld“ unter landschaftsräumlichen und sozialräumlichen Aspekten sowie die vorgeschlagenen Bauformen sind eher fragwürdig. Die vom Langfristzustand ausgehende eher kritische klimaökologische Einschätzung kann indes unter dem Gesichtspunkt größerer räumlicher Öffnungen und Luftaustauschbereiche relativiert werden. Die Experimentierlandschaft am Radarturm kann kurzfristig umgesetzt werden und ist in seinen Grundkomponenten zugleich langfristig angelegt. Die thematische Bezugnahme auf eine IBA- Strategie, das sogenannte „Innovative Feld“, kann sich aber gleichwohl auf das eigentliche Stadtband und einen, den Columbiadamm punktuell fassenden Quartierskern konzentrieren. Insgesamt bietet die Arbeit sehr gute Möglichkeiten der strategischen und baulichen Weiterentwicklung des Ortes. 1305 Der Entwurf entwickelt das Columbiaquartier mit dem Ziel einer nahtlosen Integration in den Kontext mit klassischen städtebaulichen Mitteln sowohl für die temporären Nutzungen als auch für die langfristige Etablierung als Quartier. Dabei weist er mit seiner netzartigen Erschließungsstruktur als auch gut dimensionierten Baufelder mit einer variantenreichen, vielfältigen Bebauungsstruktur eine hohe Robustheit sowie eine Identifikation

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stärkende typologische Vielfalt auf. Die Entwicklung des Columbiaquartiers erfolgt dabei aus der Gesamtsicht des Areals. Das Motiv einer Terrasse in Form einer plateauartige Ausbildung der Quartiere gegenüber dem Tempelhofer Feld und den angrenzenden Grünräumen definiert die Entwicklungsgebiete, bildet einen Zusammenhang für das Areal des Tempelhofer Feldes im Ganzen und zu den jeweiligen Ringsegmenten im Speziellen. Hier entsteht ein identitätsprägendes Profil, in dem sich unterschiedliche Nutzungen auf unterschiedlichem „Niveau“ treffen, ohne sich gegenseitig zu belasten. Die Erweiterung der Bauflächen vor dem Schiller-Quartier im Bereich des Sommerbads stärkt den Ring und das Tempelhofer Feld in seiner räumlichen Wirkung als auch den Grünverbund zur Hasenheide. Aus Richtung Norden ist das Columbiaquartier auf vielfältiger Weise angebunden, vom Südstern kommend über die Lilienthalstraße ins Zentrum der Neubebauung, wo eine Sequenz von Wasserflächen sowohl Verbindung als auch Mitte stiftet. Die vorgeschlagene Verlängerung der Graefestraße durch die Hasenheide ist dabei extrem problematisch sowohl aufgrund der Eingriffe als auch der bestehenden Restriktionen. Positiv hervorzuheben ist dagegen die klare räumliche Verbindung in der Abfolge Tempelhofer Feld, Garnisonsfriedhof und Hasenheide in S-ORichtung. Eine neue Kunsthalle ist daher am Übergang vom Garnisonsfriedhof zum Tempelhofer Feld keine Bereicherung. Generell wird im Beitrag eine Reihe von Restriktionen nicht beachtet oder negiert. Der Umgang mit Flächen wie den Friedhöfe, Sportanlagen und Baulichkeiten, die in den einzelnen Entwicklungsstufen z.T, mehrfach umverlagert werden, sind problematisch. Der Columbiadamm wird in vielfältige, das Profil bereichernde, dem jeweiligen Quartierscharakter entsprechende Bereiche gegliedert. Durch seine kontinuierliche Bebauung insbesondere im Übergang zur Polizeikaserne ist aber der Kaltluftaustausch entscheidend gestört. Die Bebauung in den „Ohren“ des Flughafengebäudes erscheint zudem nicht angemessen. Die Qualität in den prozessualen Entwicklungsschritten besteht mehr in der Entwicklung einer Kampagne vom Start bis zu einer langfristigen Entwicklung als in der Nutzung der einzelnen Felder als solche. Hier werde eher klassische temporäre Nutzungen vorgesehen. Generell arbeitet das Projekt sowohl in den Entwicklungsphasen als auch im finalen städtebaulichen Bild eher mit baulich-räumlichen Mitteln als mit einem ausgeglichenen Verhältnis von baulich und grün geprägten Strategien, Maßnahmen und Projekten. Mehr Freiraumkonzeption hätte sowohl dem Ort als auch der Arbeit an sich gut getan. Hinsichtlich der Größe und der Dichte der baulichen Entwicklungsmaßnahmen mit einer eher langfristig angelegten und damit schwer kalkulierbaren Entwicklungsperspektive wäre hier weniger deutlich mehr gewesen. Das Projekt hat trotz seiner robusten stabilen städtebaulichen Konzeption und im Umgang mit den ernsthaften Gegebenheiten des Ortes eine Chance vertan.

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1307 Die Arbeit beschreibt einen schrittweisen Entwicklungsprozess, aus dem sich die längerfristigen Entwicklungen schlüssig ableiten. Die Durchführung einer IGA wird ermöglicht. Räume und Ideen werden im Columbiaquartier und Hasenheide angeboten. Temporäre Pflanzflächen auf dem Flughafenvorfeld werden nicht als geeignet angesehen. Die Erschließung baut auf bestehenden Strukturen auf und wird entsprechend der baulichen Entwicklung sukzessive verdichtet. Die Linienführung und der Netzcharakter sind im Detail noch weiter zu überprüfen. Vernetzungen in das Umfeld (wie. z.B. Polizeikaserne, Friedhöfe) werden hergestellt. In der langfristigen Entwicklung entsteht ein Raumkontinuum von Südstern zum Flugfeld. Die geplante Bautypologie ist interessant und erzeugt urbane Vielfalt. Es entstehen neue Formen von öffentlichen, gemeinschaftlichen und privaten Freiräumen. Diese Struktur stellt gleichzeitig eine Herausforderung für die städtebauliche und freiraumplanerische Entwicklung dar. Dies kann eine Chance für eine IBA sein, aber auch den Entwicklungsprozess mit unterschiedlichen Bauträgern erschweren. Kritisch wird gesehen, dass eine frühzeitige Verlagerung des Regenrückhaltebeckens für Zwischennutzungen erforderlich wird. Der Freiraum ist nicht durchgearbeitet und noch konturlos. Der maximale Entwicklungsstatus wird ebenfalls kritisch gesehen (Denkmal/Friedhöfe). Die prozessuale Entwicklung ist lediglich additiv aufgebaut, wird jedoch mit einem Stadtentwicklungsmanagement verknüpft. Aussagen zur Ressourceneffizienz bleiben noch sehr allgemein. Der Kaltluftaustausch wird weitgehend gesichert. 1308 Die Arbeit 1308 verfolgt die Idee einer radialen Erschließung des Tempelhofer Feldes mit Hilfe von kompakten und schmalen Stadtkorridoren. U- und S-Bahn-Stationen bilden den äußeren Punkt; drei- bis viergeschossige amöbenartige Energieskulpturen, sogenannte „Anchor Points“, markieren den inneren Endpunkt der jeweiligen Radialen entlang des Taxiweges am Übergang zur innenliegenden Freifläche der Tempelhofer Parklandschaft. Die Jury würdigt diesen in Einfachheit, Robustheit und Nachvollziehbarkeit bestechenden Ansatz, das Wettbewerbsgebiet mit den umliegenden Quartieren zu verbinden. Insbesondere die Aussagen zur Übertragbarkeit des Konzeptes auf die anderen Ränder des Feldes stärken diese Idee über den Rahmen des Wettbewerbsgebietes hinaus. In der Durcharbeitung städtebaulicher Strukturen erscheint die vorgeschlagene Bauform in ihrer Dimension für dieses Gebiet unter vorhandenen Randbedingungen nicht realisierbar. Die Ausbildung und Gliederung der Kubaturen ist typologisch schwierig einzuordnen und mit Nutzungen zu füllen. Die unterirdische Erschließung der Baukörper ist angesichts des zu erwartenden Baudrucks nicht rentabel und zeigt auch hinsichtlich innerer Organisation keinen überzeugenden Mehrwert (Fußgängerzone).

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Die Energieskulpturen markieren den Ansatz, Nachhaltigkeit sichtbar zu machen und als identitätsstiftendes Element für das neue Quartier aufzunehmen. Die Thematisierung einer „Net zero site energie building – car free city“ wird in der Absicht als positiv bewertet. Der zu erwartende Impuls der von den Verfassern angebotenen „Grünen Sonne“ wirkt jedoch übertrieben. 1311 Die städtebauliche Struktur der drei Zonen wurde unter dem Thema Energie-Inkubator weiter entwickelt. Die drei Zonen sind der Innenraum mit der offenen großen Freifläche, der Innere Ring mit Erschließung und Experimentierfeldern und der äußere Ring mit dichter Stadt und Baufeldern für Wohnungsbau. Es soll ein Ort des Forschens, des Experimentierens und des Produzierens zum Thema Energie entstehen. Die klare Zonierung der Arbeit ist nachvollziehbar. Die Weiterentwicklung in den bestehenden Quartieren an der Columbiahalle im Bereich des äußeren Rings ist plausibel. Die Konkretisierung des Lilienthalquartiers überzeugt hingegen nicht. Die ovalen, solitär stehenden Baublöcke wirken in Form und Platzierung beliebig. Die Gliederung der Experimentierfelder des Inneren Ringes mit Wegen als alleinigem Ordnungsmittel scheint für die Entwicklung der vorgeschlagenen verschiedenen Nutzungsformen als zu schwach. Die räumliche Ausformulierung des inneren Ringes bleibt insgesamt zu vage. Insgesamt bleiben die räumlich-städtebaulichen Fragen, die in der 1. Stufe des Wettbewerbs offen waren, in vielen Teilen der Arbeit auch weiterhin unbeantwortet. Der Entwicklungsprozess ist mit komplexen Graphiken und Diagrammen erläutert, die in ihrer Vielzahl eher überfrachtet als schlüssig wirken. Die große Stärke und der Wert der Arbeit bildet der Fokus auf das Thema „Stadt und Klima“. Die Arbeit macht auf besondere Art und Weise dieses Thema zum Ausgangspunkt einer städtebaulichen Entwicklung. Die Verfasser schlagen es konsequent als Leitmotiv für die Entwicklung des neuen Quartiers vor und etablierten so ein Experimentierfeld für die Stadtentwicklung. Die Arbeit gibt damit einen wichtigen thematischen Anknüpfungspunkt für die IBA und die IGA auf dem Tempelhofer Feld.

10 Festlegung der Rangfolge und Preise
Nach dem Verlesen, Korrigieren und Verabschieden der schriftlichen Beurteilungen zwischen 17:00 und 17:15 Uhr, beschließt das Preisgericht einstimmig eine von der Auslobung abweichende Prämierung, die 5 Preise und 2 Ankäufe vorsieht, da nur noch nur noch 5 Arbeiten im Verfahren verblieben sind. Nach eingehender Diskussion entscheidet sich das Preisgericht einstimmig gegen die Vergabe eines 1. Preises, da keine Arbeit allen Anforderungen der Auslobung entspricht. Das Preisgericht ist vielmehr der Auffassung, dass es unter den verbliebenden 5 Arbeiten zwei Gruppen von Entwürfen gibt, die auf jeweils gleichem Qualitätsniveau liegen. Deshalb

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beschließt das Preisgericht einstimmig die Festlegung einer Preisgruppe und einer Ankaufgruppe. Das Preisgericht beschließt daraufhin jeweils einstimmig, dass die Arbeiten 1302, 1305 und 1311 in einer Preisgruppe und die Arbeiten 1307 und 1308 in einer Ankaufgruppe zusammengefasst werden. Das Preisgericht beschließt zudem einstimmig, die Wettbewerbssumme in Höhe von 105.000 Euro wir wie folgt neu aufzuteilen: • • je 25.000 Euro für die Arbeiten der Preisgruppe und je 15.000 Euro für die Arbeiten der Ankaufgruppe.

Somit hat das Wettbewerbsverfahren folgendes Ergebnis: Tarnzahl 1302 1305 1311 1307 1308 Ergebnis Preisgruppe Preisgruppe Preisgruppe Preissumme netto 25.000 Euro 25.000 Euro 25.000 Euro 15.000 Euro 15.000 Euro

Ankauf Ankauf

Der Vorsitzende Herr Dr. Koch schließt die Sitzung um 17:55 Uhr mit einem Dank an die Preisrichter, Sachverständigen und Vorprüfer für die engagierte sachliche Zusammenarbeit. Er dankt der Vorprüfung für die ausgezeichnete Präsentation der Arbeiten. Die Vorprüfung wird entlastet. Frau Lüscher bedankt sich für den Auslober bei allen Anwesenden und bezeichnet die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs als eine hervorragende Grundlage zur Weiterarbeit. Die in den Arbeiten der Preisgruppe enthaltenen Lösungen bieten für die verschiedenartigen Aspekte der Wettbewerbsaufgabe eine gute Basis zur Weiterentwicklung des Masterplans. Von besonderer Bedeutung werden hier die Vernetzung zu den angrenzenden Wohnquartieren, die Berücksichtigung des klimatischen Austauschs und die schrittweise Entwicklung des Geländes zu einem innovativen Wohnstandort sein. Die Umschläge mit den Verfasserklärungen werden im Anschluss vom Auslober geöffnet. Das Protokoll wurde von dem Vorsitzenden des Preisgerichts, Herrn Dr. Koch, durchgesehen und genehmigt.

Protokoll: Eckhard Lange

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Das Protokoll wird genehmigt: Unterschriften der stimmberichtigten Preisrichter

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Anwesenheitsliste
2. Sitzung des Preisgerichts am 12.05.2009 in den Räumen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Württembergische Straße 6, 10707 Berlin, Raum 560 (Alte Kantine). Seite 1 Anwesenheitsliste 2. Preisgerichtssitzung am 12.05.2009

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Seite 2 Anwesenheitsliste 2. Preisgerichtssitzung am 12.05.2009

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Seite 3 Anwesenheitsliste 2. Preisgerichtssitzung am 12.05.2009

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Liste der Verfasser (2. Stufe)
Preisgruppe, Arbeit Nr. 1302 Architekt/in / Stadtplaner/in: Graft Gesellschaft von Architekten mbH, Lars Krückeberg, Wolfram Putz, Thomas Willemeit, 10557 Berlin Mitarbeiter/in: Leonhard Clemens, Gunnar Krempin, Thorsten Moschuering, Rasa Urnieziute Landschaftsarchitekt/in: Büro Kiefer Landschaftsarchitektur, Gabi Kiefer, 10997 Berlin Mitarbeiter/in: Andreas Westendorf Sonderfachleute: Preisgruppe, Arbeit Nr. 1305 Architekt/in / Stadtplaner/in: Urban Essences, Rolf Teloh, 10178 Berlin Mitarbeiter/in: Achim Nelke, Jan Schultheiß, Klaus Krauss, Kelly McMasters Landschaftsarchitekt/in: Lützow 7, Jan Wehberg, Cornelia Müller, 10785 Berlin, Mitarbeiter/in: Sonderfachleute: Preisgruppe, Arbeit Nr. 1311 Architekt/in / Stadtplaner/in: Chora, architecture and urbanism, Prof. Raoul Bunschoten, NW 52LL London, Großbritannien Mitarbeiter/in: Daniel Wedler, Nazareth Gutierrez, Liva Dudareva, Silvia Pizzini, Arthur Roeloffzen, Janna Hohn, Dirk Lellau Landschaftsarchitekt/in: Gross. Max. landscape architects, B. Baines, E. Hooftman, N. Sampey, EH1 3EG Edinburgh, Großbritannien Mitarbeiter/in: D. Reiser, L. Farningham Sonderfachleute: Happold Ingenieurbüro, Berlin Nachhaltigkeits- und Energiekonzept: Susan Draeger Infrastruktur: Ingrid Pohl Ankauf, Arbeit Nr. 1307 Architekt/in / Stadtplaner/in: Dominik Uhrmeister Architekt, Dominik Uhrmeister 10997 Berlin Mitarbeiter/in: Moritz Czech, Julia Wendeler Landschaftsarchitekt/in: bbz landschaftsarchitekten, Timo Herrmann, 10119 Berlin Mitarbeiter/in: Ellen Kallert, Wieschen Siewers Sonderfachleute: Ankauf, Arbeit Nr. 1308 Architekt/in / Stadtplaner/in: SERGIO PASCOLO ARCHITECTS, Sergio Pascolo 30123 Venedig, Italien Mitarbeiter/in: Giulia D'Incalci, Alessandra Azzolin Landschaftsarchitekt/in: SERGIO PASCOLO ARCHITECTS, Sergio Pascolo 30123 Venedig, Italien Mitarbeiter/in: Samuel Colle Dominguez, Paolo Domenico Didonè Sonderfachleute: Verkehrsplanung: Prof. Mariarosa Vittadini, Università IUAV di Venezia, Venedig Landschaft: PROAP Estudio e Projectos de Arquitectura Paesajista Lola, Joao Nunes, Inaki Zoilo, Ana Marquez, Lissabon Energiekonzept: ONLECO S.r.l.; Prof. Marco Filippi, Giuseppe Bonfanti, Daniele Guglielmino, Turin

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2. Rundgang, Arbeit Nr. 1301 Architekt/in / Stadtplaner/in: Kuehn Malvezzi, Johannes Kuehn, 10557 Berlin Mitarbeiter/in: Margherita Fanin, Karin Fendt, Annette Seete, Landschaftsarchitekt/in: TOPOTEK 1, 10178 Berlin Mitarbeiter/in: Christian Bohne, Danielle Choi Sonderfachleute: 2. Rundgang, Arbeit Nr. 1303 Architekt/in / Stadtplaner/in: Less Office, Stefan Luy, 10967 Berlin Mitarbeiter/in: Florian Walter, Axel Pohle, Philipp Luy Landschaftsarchitekt/in: foundation 5+, Hans-Peter Rohler, 34117 Kassel Mitarbeiter/in: Sonderfachleute: 2. Rundgang, Arbeit Nr. 1304 Architekt/in / Stadtplaner/in: koopX architekten, Guido Böhning, Frank Schüler, Bettina Zalenga, 10965 Berlin Mitarbeiter/in: Landschaftsarchitekt/in: Dieterle Landschaftsarchitektur, Jan Dieterle 76133 Karlsruhe Mitarbeiter/in: Sonderfachleute: 2. Rundgang, Arbeit Nr. 1306 Architekt/in / Stadtplaner/in: roedig.schop, Ulrich Schop, Christoph Roedig, 10119 Berlin Mitarbeiter/in: Alexander Buskühl, Laetitia Michel Landschaftsarchitekt/in: hutterreimann + cejka, Stefan Reimann, Barbara Hutter, 10965 Berlin Mitarbeiter/in: Friederike Lichtenthal, Christian Roeder, Annika Henne, Nelly Heinrich Sonderfachleute: Visualisierung: Stefan Amann, Berlin 2. Rundgang, Arbeit Nr. 1309 Architekt/in / Stadtplaner/in: Martin Josephy, Sibylle Hahner, Philippe Cabane, 4057 Basel, Schweiz Mitarbeiter/in: Baharak Tajbakhsh Landschaftsarchitekt/in: Fontana Landschaftsarchitektur, Prof. Massimo Fontana, 4056 Basel, Schweiz Mitarbeiter/in: Florian Seibold (Projektleitung), Jacqueline Meier, Robert Adam Sonderfachleute: Spaziergangswissenschaft: Andreas Gram, Berlin Grafik: Geiser, Sarah Leugger, André Freiermuth, Simone Fuchs, Basel, Schweiz

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1. Rundgang, Arbeit Nr. 1310 Architekt/in / Stadtplaner/in: anOtherArchitect, Prof. Daniel Dendra 13359 Berlin Mitarbeiter/in: Renaud Schwartz, Daniel daRocha, Daniel Williams Re, Xin Qin Landschaftsarchitekt/in: treibhaus bunge dizici heurich schröder stimberg, Michael Heurich, 10967 Berlin Mitarbeiter/in: Gerko Schröder, Daniel Stimberg, Jan Bunge, Sabine Gittel Sonderfachleute: Energieplaner: TRANSSOLAR, Thomas Auer, Chritian Frenzel, Stuttgart Stadtsoziologie + Branding: INPOLIS, Ares Kalandides, Berlin Wasserwirtschaft: Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Heiko Sieker, Hoppegarten Verkehrsplanung: GGR Gertz Gutsche Rümenapp, Jens Rümenapp, Hamburg Lichtplanung: ARUP, Anselm von Held, Berlin 1. Rundgang, Arbeit Nr. 1312 Architekt/in / Stadtplaner/in: nps tchoban voss, Sergei Tchoban, 10178 Berlin Mitarbeiter/in: Karsten Waldschmidt, Simon Bange, Anja Schmidt, Stephan Lunda, Sang Hilliges Landschaftsarchitekt/in: ST raum a., 10999 Berlin Mitarbeiter/in: Stefan Jäckel, Tobias Micke, Trevor Sears, Kolja Wischnewski, Damian Beverinotti Sonderfachleute: Stadtplanung: GfP Gesellschaft für Planung Christian von Lengerke, Dogan Yurdakul, Berlin
        
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