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Full text: Jahresbericht (Rights reserved) Issue2022 (Rights reserved)

Jahresbericht 2022 Rapport annuel Verein für Landschaft und Kultur Association en faveur du paysage et de la culture Inhaltsverzeichnis Table des matières 5 9 13 19 25 27 29 33 36 39 46 46 Wichtige Standortbestimmung für unseren Verein Vorwort des Präsidenten État des lieux et perspectives Avant-propos du président Vom Schutz des öffentlichen Seezugangs zur Förderung der Biodiversität Die Parzellen der Stiftung Netzwerk Bielersee Eine jahrzehntelange Abfolge von Pleiten, Pech und Pannen Weiträumige Verschmutzung des Grundwassers im bernischen Seeland Le risque augmente avec la température de l’eau Algues bleues: un danger pour l’homme et l’animal Steigende Wassertemperaturen verschärfen das Risiko Blaualgen als Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier Ein blinder Passagier wird zur Bedrohung Rasche Ausbreitung der gebietsfremden Quagga-Muschel im Bielersee Agir pour préserver les témoins du passé Un survol des activités archéologiques aux abords du lac de Bienne Protokoll der 15. Generalversammlung Netzwerk Bielersee Kurzmeldungen Vorstand 2023 Impressum Titelbild: Mündungsgebiet des Twannbachs in den Bielersee. Rechnung/Revisionsbericht separate Beilage Vorwort des Präsidenten Wichtige Standortbestimmung für unseren Verein Das traurige Ende des Landschaftswerks im Januar 2022 hat auch dem Verein Netzwerk Bielersee die begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen aufgezeigt. Die Neuausrichtung der ökologischen Landschaftspflege in der Region erfordert einen Einsatz, der die Möglichkeiten unserer FreiwilligenOrganisation sprengt. Angesichts der Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen ist der Vorstand anlässlich einer Retraite über die Bücher gegangen. Aufgrund der spannenden Diskussionen möchten wir uns in einigen Bereichen neu ausrichten, ohne dabei das Bewährte über Bord zu werfen. Das Vereinsjahr 2022 begann für uns alle mit einem Schock. Trotz der zeitintensiven Bemühungen um eine wirtschaftliche Rettung der Landschaftswerk Biel-Seeland AG, dessen Hauptaktionär das Netzwerk Bielersee war, musste unser operativer Arm für die ökologische Landschaftspflege in der Region im Januar den Konkurs anmelden. Alle Anstrengungen, um den Betrieb zumindest teilweise zu erhalten, schlugen fehl und lösten sich leider in Luft auf. Unser Verein und die gleichnamige Stiftung verharrten jedoch nicht in der Schockstarre, sondern haben intensiv nach Lösungen für die künftige Ausrichtung der ökologischen Landschaftspflege gesucht. Dabei mussten wir allerdings erkennen, dass die Organisation zur Koordination dieser Tätigkeiten insbesondere unsere personellen Kapazitäten übersteigt. Das Ende des Landschaftswerks hat uns aber auch deutlich die begrenzten finanziellen Möglichkeiten des Netzwerks Bielersee vor Augen geführt. In der Zwischenzeit haben die Koordinationsstelle Natur und Landschaft des Gemeinde-Netzwerks seeland.biel/bienne sowie die Abteilung Naturförderung des kantonalen Amtes für Landwirtschaft und Natur in dieser Sache eine Führungsrolle übernommen und kümmern sich um die aufgerissene Lücke. Am Nordufer des Bielersees können wir möglicherweise von den Aktivitäten des Regionalparks Chasseral profitieren. Das Leitbild auf dem Prüfstand Als Folge der in den letzten Jahren eingetretenen Veränderungen in unserem Umfeld hat der Vorstand das Leitbild des Vereins auf seine Aktualität überprüft. Es erwähnt als wichtige Elemente der Strategie unter anderem die ideelle Trägerschaft eines Beschäftigungsprogramms zur Förderung der Landschaftspflege sowie eigene Angebote im Bereich der Umwelterziehung zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für die Anliegen des Landschaftsschutzes. Der erste Punkt ist mit dem Konkurs des Landschaftswerks hinfällig geworden. Und die zweite Aufgabe hat bereits vor Jahren die eigens dafür gegründete und von uns unterstützte Natur Schule See Land übernommen. Auch wenn der Kern des Leitbildes unserer Schutzorganisation mit den definierten Arbeitsschwerpunkten bestehen bleibt, muss die konkrete Umsetzung überprüft und teilweise neu aufgegleist werden. In meiner Rolle als Präsident hatte ich bei den zum Teil noch laufenden Diskussionen ein Déjà vue. Auch unsere Vorgängerorganisation Interessengemeinschaft Bielersee (IGB) verfügte vor dem Zusammenschluss mit dem Verein Bielerseeschutz (VBS) zum heutigen Netzwerk nicht über einen operationellen Betrieb, bot kein Jeunesse-Programm für die Umweltbildung an und profitierte auch nicht von der damals noch stattlichen Unterstützung des VBS durch SEVA-Gelder. Seit der Fusion vor 17 Jahren hat sich im Umfeld unserer Schutzorganisation jedoch einiges verändert. Deshalb ist der Vorstand anlässlich einer Retraite über die Bücher gegangen, hat die Themen des Leitbildes diskutiert und dabei Stärken und Schwächen des Vereins evaluiert. Einige Punkte möchten wir weiterverfolgen. Dazu zählt etwa die breitere thematische Ausrichtung der von uns organisierten Vorträge und Exkursionen. Die bisherigen Schwerpunkte Gewässer, Fischerei und Archäologie sollen auch künftig thematisiert, aber durch weitere Veranstaltungen aus der Palette unserer Kernaktivitäten ergänzt werden. Wir denken diesbezüglich etwa an die Bereiche Landschaftsschutz, Erhaltung der biologischen Vielfalt, Rebbau, Siedlungsgeschichte oder Baukultur. Angedacht ist auch, dass wir in Zukunft vermehrt Arbeiten und Projekte in der Region anregen, prämieren und fördern möchten, die unseren Vereinszielen entsprechen oder auf originelle Art zu deren Umsetzung beitragen. Weil die Vorbereitungsarbeiten dazu noch laufen, kann ich diesbezüglich noch nicht ins Detail gehen, doch werden weitere Informationen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Beteilung an Mitwirkungen Wie in früheren Jahren hat sich der Verein Netzwerk Bielersee erneut an mehreren Mitwirkungen beteiligt: Bewässerungsstrategie Grosses Moos: Gemäss unserer Stellungnahme sind bei künftigen Wasserbezugsquellen zwingend die gewässerökologischen Aspekte zu berücksichtigen. Dabei sollen Bezugsorte Priorität erhalten, die möglichst geringe Auswirkungen auf die Gewässerund Landlebensräume haben. Wichtige Aspekte sind für uns eine effiziente Steuerung der Bewässerung und die Ausschöpfung des Wassersparpotenzials. Nach dem Ende der Gletscherschmelze – als Folge der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung – wird Wasser auch für die Landwirtschaft im Seeland zu einer limitierenden Ressource. Deshalb gilt es, eine nachhaltige und standortangepasste Produktion zu fördern, die vermehrt 5 Der Konkurs des Landschaftswerks hat im Bereich der ökologischen Landschaftspflege eine Lücke aufgerissen. 6 auf den Anbau von weniger bewässerungsintensiven und trockenheitsresistenteren Kulturen setzt. Offizielle Feuerstellen auf der St. Petersinsel: Zu meiner Freude hat die für das Projekt zuständige Abteilung Naturförderung des Kantons Bern das Netzwerk Bielersee schon vor der Eingabe eines Baugesuchs einbezogen. Wir konnten das Vorhaben vollumfänglich unterstützen und brachten nur Verständnisfragen zum Unterhalt ein. Regionaler Waldplan Seeland: Unsere Stellungnahme zum Entwurf dieses Waldplans beschränkte sich nicht nur auf das Seeland und sprengte deshalb den regionalen Rahmen. Wir vertreten die Meinung, dass die durch den Klimawandel verursachten vermehrten Trockenperioden und intensiveren Stürme tiefe Spuren in unseren Wäldern hinterlassen. Uns scheint deshalb eine höhere Holznutzung erstrebenswert, damit die Wälder lichter und damit auch artenreicher werden. Aufwertung Hauptkanal Kallnach: Dieses Renaturierungsprojekt hat eine lange Vorgeschichte, an der bereits die IGB beteiligt war. In der Zwischenzeit hat das Vorhaben enorm an Qualität gewonnen. Unserer Meinung nach ist ein ausgewogenes Gesamtpaket entstanden, das neben der Ökologie auch der Naherholung Rechnung trägt. Das Projekt zeichnet sich durch eine gewisse Grösse aus, die aus ökologischer Sicht einen massgeblichen Mehrwert verspricht. Dies gilt insbesondere für den Erfolg der Massnahmen zur Aufwertung der Gewässerlebensräume. Revitalisierungsplanung der Seeufer: Die strategische Planung wird uns am Bielersee noch einige Zeit beschäftigen. Gemäss dem See- und Flussufergesetz (SFG) sind die Gemeinden verantwortlich für die Uferschutzplanung sowie für die Realisierung von Projekten. Diese sollten nicht nur Uferwege, sondern auch Freiflächen und naturnahe Uferlandschaften umfassen. Es scheint uns, dass man den letzten Punkt etwas vernachlässigt hat. Im Rahmen der Bestrebungen zur Renaturierung von Seeufern ist es unseres Erachtens wichtig, Partikularinteressen und die Vorgaben in Naturschutzgebieten zu entflechten. Private Nutzungen in Schutzgebieten und auf staatseigenen Parzellen sind generell zu prüfen und deren Nachteile abzuwägen. Denn Renaturierungen bieten sich prioritär für Parzellen im Besitz von Gemeinden sowie des Kantons an. Ein Zukunftsbild für die Region Biel Um die Umsetzung der Empfehlungen aus dem Dialogprozess zum Westast Biel zu begleiten, erfolgte die Gründung einer Reflexionsgruppe mit Vertretern der schon im Vorfeld beteiligten Organisationen und Gruppierungen. Doch auch nach dem Ende des WestastProjekts bestand der Graben zwischen dem Pro- und Contra-Lager weiterhin. Als Vertreter des Netzwerks Bielersee in der Reflexionsgruppe habe ich den Willen für ein Miteinander vermisst und die grundsätzliche Bereitschaft, gemeinsam an einem Zukunftsstrick zu ziehen. Nach dem Austritt der Wirtschaftsverbände machte es meines Erachtens keinen Sinn mehr, die Mitwirkung mit den verbleibenden Gruppierungen weiterzuführen. Deshalb zog sich auch das Netzwerk Bielersee bis auf Weiteres aus den Gesprächen zurück. Im Zuge des Dialogprozesses zum A5-Westast ist ein breit abgestütztes Zukunftsbild mit einer Konsens-Zielvorstellung für die Stadt und Region Biel entwickelt worden. In diesem Zusammenhang haben wir beim Gemeinde-Netzwerk seeland.biel/bienne angeregt, für die Uferlandschaften des Bielersees je eine Organisation zur Entwicklung der Zukunftsbilder dieser Räume aufzugleisen. Solche Visionen sind in enger Absprache mit den betroffenen Gemeinden zu erarbeiten. Dazu wäre eine Dachorganisation – ähnlich wie beim Dialogprozess – wünschenswert, doch übersteigt ein solches Projekt die Kompetenzen einer regionalen Schutzorganisation. Reorganisation von Aqua Viva Unsere schweizweit tätige Dachorganisation Aqua Viva hat sich reorganisiert und den Vorstand stark verkleinert. Als Dachverband für seine Kollektivmitglieder will der Verein aber in Zukunft präsenter sein und auch entsprechend wahrgenommen werden. Zusätzlich zur ordentlichen Mitgliederversammlung von Aqua Viva sollen deshalb Treffen der Kollektivmitglieder stattfinden, die im sogenannten «Wasserzirkel» vereint sind. Als Mitinitiant des Wasserzirkels durfte ich ein gesamtschweizerisches Treffen der Schutzorganisationen zum Thema Gewässerrevitalisierung organisieren. Anlässlich der durchgeführten Exkursion in der Umgebung des sanierten Wasserkraftwerks bei Hagneck wurde das überregionale Vorzeigeprojekt von allen Teilnehmenden als sehr gelungen beurteilt. Dank für die Unterstützung Erfreulich sind für uns jedes Jahr die zum Teil grosszügigen Aufrundungen der Mitgliederbeiträge. Sie sprechen in unseren Augen für die Zufriedenheit der Mitglieder mit der Arbeit des Vereinsvorstandes. Ich möchte mich jedoch nicht nur dafür bedanken, sondern auch für das Engagement aller Beteiligten, die sich mit uns für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Bielerseeregion einsetzen. Dieser Dank gilt insbesondere auch den Vorstandsmitgliedern und ihrem grossen ehrenamtlichen Einsatz für die Vereinsziele. Adrian Jakob, Biologe und Präsident des Vereins Netzwerk Bielersee Das Netzwerk Bielersee setzt sich für naturnahe Uferlandschaften ein, wie es sie etwa zwischen Vinelz und Erlach noch gibt. 7 Avant-propos du président État des lieux et perspectives La triste fin d’Action paysage en janvier 2022 a prouvé à tout le monde, mais surtout à notre association, que les ressources financières et humaines ont leurs limites. L’entretien écologique du paysage dans notre région doit se réorienter, mais cela exige un engagement qui dépasse, et de loin, les moyens d’une association de bénévoles. Considérant les divers défis qui nous attendent, le comité s’est pris le temps de faire le point de la situation. À l’issue de débats passionnants, nous avons décidé de donner une nouvelle orientation à certaines de nos activités, sans pour autant jeter les acquis par-dessus bord. Pour nous tous, l’année 2022 a débuté par un choc: en janvier, Action paysage Bienne-Seeland SA, qui était la filiale opérationnelle du Réseau lac de Bienne et dont nous étions le principal actionnaire, à dû se déclarer en faillite. Tous les efforts déployés pour garantir le sauvetage financier de cette entreprise, qui contribuait à l’entretien écologique du paysage de la région, ou préserver au moins une partie de ses activités sont restés vains. Loin de se laisser abattre, notre association et la fondation du même nom ont cherché activement des solutions afin d’assurer un avenir à l’entretien écologique du paysage. Force nous fut cependant d’admettre que les structures nécessaires à la coordination de ces activités dépassent largement nos capacités en personnel. La fin d’Action paysage a aussi clairement prouvé que les moyens financiers du Réseau lac de Bienne sont limités. L’organe de coordination Nature et paysage du Réseau des communes seeland.biel/bienne et le service Promotion de la nature de l’Office cantonal de l’agriculture et de la nature ont désormais pris les choses en main et se chargent de combler le vide créé par la disparition d’Action paysage. La rive nord du lac de Bienne pourrait en outre bénéficier des activités du Parc régional Chasseral. Lignes directrices remises en question Compte tenu des changements intervenus ces dernières années, le comité a tenu à vérifier la pertinence des lignes directrices de notre association. Ces lignes directrices mentionnent la responsabilité conceptuelle d’un programme d’occupation qui favorise l’entretien du paysage et élabore ses propres offres dans le domaine de l’éducation à l’environnement, afin de sensibiliser enfants et adolescents à la protection du paysage. La faillite d’Action paysage a privé le premier point de sa raison d’être. Quant à la deuxième tâche, elle est assumée par l’École Nature See Land, qui a été créée spécialement à cet effet il y a des années et qui bénéficie de notre soutien. Même si l’essentiel des lignes directrices de notre organisation de protection et leurs pôles d’activité restent d’actualité, il importe de vérifier et de redéfinir en partie leur mise en œuvre. En suivant, en tant que président, les débats suscités et qui se poursuivent encore, j’ai eu une impression de déjà-vu. Avant sa fusion avec la Société pour la protection des rives du lac de Bienne (SPR), la seconde organisation dont nous sommes issus, l’Association des amis du lac de Bienne (AAB), ne disposait pas non plus d’une entreprise pour concrétiser ses idées ni ne proposait un programme d’éducation à l’environnement à la jeunesse ni ne bénéficiait du soutien, alors généreux, des fonds SEVA. Depuis la fusion de nos deux précurseurs, bien des choses ont évolué en matière de protection du paysage. Le comité a dès lors entrepris, lors d’une retraite, de faire le point de la situation: il a repris les différents éléments des lignes directrices et évalué les points forts et les faiblesses de notre association. Nous souhaitons maintenir certains axes. À cet effet, nous prévoyons par exemple d’élargir l’éventail thématique de nos conférences et excursions. Il s’agira de conserver les thèmes actuels (eaux, pêche et archéologie), mais d’en ajouter d’autres qui reflètent nos grandes priorités. Nous pensons notamment aux domaines suivants: protection du paysage, préservation de la biodiversité, viticulture, histoire de l’habitat et patrimoine bâti. Nous envisageons également de susciter, de récompenser et de promouvoir davantage de travaux et de projets dans la région, qui correspondent aux objectifs de notre association ou qui contribuent à les réaliser de manière originale. Les préparatifs de ces activités étant encore en cours, je ne suis pas en mesure de vous fournir des détails, mais de plus amples informations suivront prochainement. Procédures participatives Comme par le passé, le Réseau lac de Bienne a pris part à plusieurs procédures participatives en 2022. Stratégie d’irrigation pour le Grand-Marais: Dans notre prise de position, nous avons souligné que l’exploitation de futures sources d’approvisionnement en eau doit tenir compte des aspects écologiques. Il convient ainsi de privilégier des prélèvements qui auront un impact minimal sur les habitats aquatiques et terrestres. À nos yeux, il importe surtout d’assurer un pilotage efficace de l’irrigation et d’économiser au maximum l’eau disponible. Une fois que les glaciers auront fondu, sous l’effet du réchauffement climatique provoqué par l’homme, même l’agriculture du Seeland ne pourra compter que sur des ressources en eau limitées. Il faut donc promouvoir une production durable et adaptée au site, soit une agriculture qui mise davantage sur des végétaux nécessitant moins d’eau et résistant mieux à la sécheresse. 9 Coins grillade officiels sur l’île Saint-Pierre: À ma grande satisfaction, le service Promotion de la nature du canton de Berne a consulté le Réseau lac de Bienne avant même le dépôt d’une demande de bâtir. Nous avons pu soutenir pleinement le projet et avons uniquement posé des questions concernant l’entretien des lieux. Plan forestier régional du Seeland: Notre prise de position concernant ce projet de planification ne s’est pas limitée au Seeland et a donc débordé du cadre régional. Nous pensons que les sécheresses et les orages violents, qui vont se multiplier avec le changement climatique, marqueront durement nos forêts. Il nous paraît donc souhaitable d’accroître l’exploitation du bois, afin d’éclaircir les forêts et d’augmenter ainsi leur biodiversité. Valorisation du principal canal de Kallnach: Ce projet de renaturation remonte à des travaux préparatoires auxquels l’AAB avait déjà pris part. Depuis, il a sensiblement gagné en qualité. À notre avis, le projet forme désormais un ensemble équilibré, qui tient compte non seulement des impératifs écologiques, mais aussi des loisirs de proximité. Se distinguant par son envergure, il promet en outre d’apporter une plus-value considérable à l’environnement. Cette remarque vaut notamment pour les mesures destinées à valoriser les habitats aquatiques. Revitalisation des rives lacustres – planification: Le lac de Bienne étant ce qu’il est, cette planification stratégique risque de nous occuper encore longtemps. Selon la loi sur les rives des lacs et des rivières (LRLR), il incombe aux communes de planifier les rives et de réaliser les projets. 10 Et ces projets devraient comprendre non seulement des chemins de rive, mais aussi des espaces libres et des paysages riverains proches de l’état naturel. Or, il nous semble que ce dernier point a été un peu négligé. Les efforts visant à renaturer les rives des lacs devraient à notre avis distinguer clairement entre intérêts particuliers et respect des réserves naturelles. Il importe notamment d’examiner les utilisations privées en zones protégées et sur des parcelles appartenant à l’État et d’évaluer leurs inconvénients. Les renaturations visent en effet en priorité les parcelles qui sont propriété des communes ou du canton. Une vision d’avenir pour la région de Bienne Pour ce qui est du contournement routier de Bienne, un groupe de réflexion réunit désormais des représentants des diverses organisations et groupes d’intérêts ayant d’emblée pris part aux débats. Ce groupe a été mis sur pied pour suivre l’application des recommandations issues du processus de dialogue. Bien que le projet initial ait été abandonné, le fossé entre ses partisans et ses opposants reste profond. Représentant le Réseau lac de Bienne au sein du groupe de réflexion, j’ai surtout noté l’absence de volonté de collaborer et de tirer ensemble à la même corde. Les associations économiques s’étant retirées du groupe, poursuivre le travail avec les groupements restants m’a paru inutile. Jusqu’à nouvel avis, le Réseau lac de Bienne s’est donc également retiré des discussions. Le processus de dialogue au sujet de l’Axe ouest de l’A5 a débouché sur une vision, basée sur un large consensus, pour l’avenir de la ville et de la région de Bienne. Nous avons suggéré au Réseau de communes seeland-biel/bienne de doter chaque commune d’une organisation qui sera chargée d’élaborer une vision d’avenir pour les paysages riverains du lac de Bienne, ce travail devant bien entendu s’effectuer en collaboration étroite avec les communes. Comme ce fut le cas lors du processus de dialogue, il serait souhaitable qu’un organisme faîtier assure la coordination. Cette tâche dépasse cependant les compétences d’une organisation régionale de protection. Réorganisation d’Aqua Viva Dans le cadre de sa réorganisation, Aqua Viva a nettement réduit la taille de son comité. À l’avenir, notre organisation faîtière au niveau suisse souhaite néanmoins devenir plus présente aux côtés de ses membres collectifs. Outre ses assemblées ordinaires, Acqua Viva prévoit par exemple d’organiser des rencontres de ses membres, réunis au sein d’«arrondissements des eaux». J’ai pris part à la création de notre arrondissement des eaux et ai ainsi eu l’occasion de participer à une rencontre suisse des organisations de protection, qui a été consacrée à la revitalisation des eaux. Lors de la visite organisée sur le site revitalisé qui entoure la centrale de Hagneck, les participants ont estimé que ce projet supra-régional fort réussi était appelé à faire école. Merci de votre soutien Chaque année, nous sommes heureux de constater que des membres arrondissent généreusement leurs cotisations. À nos yeux, ils se disent ainsi satisfaits du travail fourni par le comité. Je tiens à remercier ces membres généreux, mais aussi toutes les personnes qui œuvrent avec nous pour un développement durable de la région de Bienne. Mes remerciements s’adressent en particulier aux membres du comité, qui accomplissent un travail énorme à titre bénévole afin de réaliser les objectifs de notre association. Adrian Jakob, biologiste et président de l’association Réseau lac de Bienne 11 12 Die Parzellen der Stiftung Netzwerk Bielersee Vom Schutz des öffentlichen Seezugangs zur Förderung der Biodiversität Die Stiftung Netzwerk Bielersee ist 2007 zeitgleich mit unserem gleichnamigen Verein entstanden. Sie kümmert sich im Wesentlichen um den Landbesitz der Vorgängerorganisation Verein Bielerseeschutz (VBS). Ihre insgesamt 14 Parzellen rund um den See sind zum Teil bereits vor Jahrzehnten gekauft worden, um der breiten Öffentlichkeit den Uferzugang zu sichern. Weil sich inzwischen die Gemeinden um dieses Anliegen kümmern müssen, stehen heute andere Ziele im Vordergrund. Dazu gehören insbesondere die ökologische Aufwertung und regelmässige Pflege der Landparzellen zur Förderung und Erhaltung der Biodiversität. Es ist ein früher Sommermorgen, die Sonne ist bereits aufgegangen und taucht Gräser und Büsche im Ried oberhalb von Ligerz in ein schönes Licht. Ich gehe durchs feuchte Gras, vorbei an einer Infotafel, hinauf zu den gepflanzten Obstbäumen, betrachte seltene Gräser und Pflanzen und geniesse die wunderbare Aussicht auf See, Mittelland und Alpen. Ich befinde mich hier auf einer der insgesamt vierzehn Parzellen, die heute Eigentum der Stiftung Netzwerk Bielersee sind. Als Landbesitzerin will sie ihre Verantwortung wahrnehmen und die Parzellen ökologisch aufwerten und auch regelmässig pflegen. Dies hat sich die Stiftung Netzwerk zu einer ihrer Hauptaufgaben gemacht. Geschichtlicher Rückblick Angefangen hat der Landerwerb mit dem 1933 gegründeten Verein Bielerseeschutz (VBS). Als Gründungsmitglied der SEVA-Lotterie verfügte diese Vorgängerorganisation des heutigen Netzwerks Bielersee über ein erhebliches Vermögen. Eines der wichtigen VBS-Ziele bestand vor Jahrzehnten darin, der breiten Öffentlichkeit den Zugang zu den Seeufern zu gewährleisten. Deshalb hat der Verein damals mehrere Parzellen rund um den Bielersee erworben. So gelangten unter anderem der Strandboden Ipsach, der Strandplatz Sutz, das Sportareal in Mörigen, der Strandboden Lüscherz sowie die Seeparzellen bei der Schiffländte in Tüscherz und die Seematte Funtelen in den Besitz des Vereins. Dieses ursprüngliche Ziel wandelte sich im Lauf der Zeit. 1982 nahm die Stimmbevölkerung des Kantons Bern die Volksinitiative für ein Gesetz über freie See- und Flussufer an. Damit konnten die Seegemeinden in der Folge Uferschutzpläne erstellen und Uferwege sowie Freiflächen festlegen. Der Zugang zum See war dadurch erst einmal gesichert und fortan nicht mehr das Hauptziel des VBS. Deshalb wurden Parzellen wie das Sportareal Mörigen und der Strandboden Sutz an die Standortgemeinden verkauft. 2007 schlossen sich der VBS und die Interessengemeinschaft Bielersee (IGB) zum heutigen Verein Netzwerk Bielersee zusammen. Zusätzlich gründeten sie die Stiftung Netzwerk Bielersee. Ihr wurden denn auch sämtliche Parzellen des vormaligen VBS übertragen. In den letzten 15 Jahren kamen weitere Grundstücke als Legat dazu – so das Obers Ried in Ligerz sowie zwei Parzellen am Heideweg, der die St. Petersinsel mit dem Festland bei Erlach verbindet. Schliesslich kam 2022 aus einer Erbschaft noch ein Teil der Feldwegräbe – die sogenannte Gnägimatte – in Alfermée dazu. Die Parzelle Ried von oben mit Blick auf den Bielersee. 13 Parzelle Südlicher Chapf mit Trockenmauern und Blauem Wiesensalbei. Zugang der Parzelle Ried mit Infotafel. 14 Parzellen der Stiftung Netzwerk Grösse in m2 Ortsbezeichnung Gemeinde Fuchsene Biel 996 Ökologisch bewirtschaftet und aufgewertet Vogelsang Twann-Tüscherz 843 Ökologisch bewirtschaftet und aufgewertet Ufbruch Twann-Tüscherz 972 Ökologisch bewirtschaftet und aufgewertet Underi Läntiräbe Twann-Tüscherz 526 Alfermée, Strandweg 135 Twann-Tüscherz 1155 Alfermée, Strandweg Twann-Tüscherz 234 Funtele Twann-Tüscherz 1621 Alfermée, Feldwegräbe (Gnägimatte) Twann-Tüscherz 743 Südlicher Chapf Twann-Tüscherz 1840 Obers Ried Ligerz 3366 Ökologisch bewirtschaftet und aufgewertet Heideweg, St. Petersinsel Twann-Tüscherz 6546 Ökologisch bewirtschaftet und aufgewertet Heideweg, St. Petersinsel Twann-Tüscherz 1798 Strandboden Lüscherz 5128 Ipsach Strandweg Ipsach 2429 Regelmässige Pflege und ökologische Aufwertung Ab den 1990er-Jahren bis 2007 hat das frühere Arbeitswerk des VBS die Pflege und Aufwertung der Parzellen sichergestellt. Nach 2007 erfolgte die Ausgliederung dieses Werks für soziale Integration als eigenständige Aktiengesellschaft in Form der Landschaftswerk BielSeeland AG. Dieser selbständige Betrieb hat die anspruchsvollen Pflegearbeiten auf den Stiftungsparzellen mit seinen Arbeitsgruppen und Fachleuten weitergeführt und damit nicht zuletzt einen unschätzbaren Beitrag an die heute von allen Seiten geforderte Biodiversität geleistet. Leider sah sich das Landschaftswerk anfangs 2022 gezwungen, seine Bilanzen zu deponieren und den Konkurs anzumelden. Zustand Ökologisch bewirtschaftet und aufgewertet Ökologische Aufwertung geplant Ökologisch bewirtschaftet und aufgewertet Ökologisch bewirtschaftet und aufgewertet Aus diesem Grund musste die Stiftung Netzwerk ziemlich rasch neue Lösungen für die Betreuung der aufwändigen Arbeiten suchen und hat sie mit einer neu geschaffenen Firma für Landschaftspflege auch gefunden. Die beiden Firmengründer und ehemaligen Mitarbeiter des Landschaftswerks konnten die Parzellenpflege dank ihrem Fachwissen nahtlos weiterführen und so die Kontinuität garantieren. Zudem zieht die Stiftung nach Bedarf Landwirte bei, die zum Beispiel das Mähen der Parzellen übernehmen. Die jährlichen Kosten der Pflegemassnahmen belaufen sich für die Stiftung auf 15 000 bis 20 000 Franken, wobei auch der Kanton Bern einen Beitrag an die Pflege leistet. Anhand von drei Beispielen zeigen wir hier auf, was die regelmässige Pflege und ökologische Aufwertung der Parzellen konkret bedeutet. Strandboden Lüscherz mit parkierten Autos im Jahr 2016. Die begrünte Strandparzelle ohne Parkplatz im Jahr 2021. 15 Strandboden Lüscherz mit neu geschaffenen Amphibienteichen. 16 Strandboden Lüscherz Das südliche Ende der bis 2019 regelmässig gemähten Parzelle wurde jahrelang widerrechtlich als Parkplatz für Autos genutzt. Doch dann kam Bewegung in die Sache. Die Abteilung für Naturförderung (ANF) des Kantons Bern als Auftraggeber suchte eine geeignete Landparzelle am Bielersee, um neue Lebensräume für Amphibien schaffen zu können. Die Stiftung Netzwerk stellte dafür ihre Strandparzelle in Lüscherz zur Verfügung und liess als erstes den illegalen Parkplatz aufheben. Das alte Erdreich wurde abgetragen und entsorgt und neuer Humus aufgeschüttet. Anschliessend lichtete man die bestehende Hecke aus und begrünte die ehemalige Parkfläche (Foto Seite 15). Unter Federführung des ehemaligen Landschaftswerks Biel-Seeland liess sich das Projekt der Amphibienteiche verwirklichen und im August 2021 mit geladenen Gästen offiziell einweihen. Dabei haben Mitgliederspenden des Vereins Netzwerk Bielersee, Beiträge der gleichnamigen Stiftung sowie Zuwendungen von Bund und Kanton (ANF) das Vorhaben finanziert. Vor der ersten Juragewässerkorrektion im 19. Jahrhundert bot die damals vorherrschende Sumpflandschaft ideale Lebensräume für Amphibien. Ihre typischen Habitate verschwanden durch das Jahrhundertbauwerk allerdings fast vollständig. Heute sind rund 70 Prozent aller heimischen Arten gefährdet. Dies ist Grund genug, vernetzte Lebensräume zu schaffen, um seltenen Arten – wie etwa der Gelbbauchunke – wieder ein neues Zuhause zu geben. Heute findet man neben zusammenhängenden Tümpeln auch aufgeschichtete Stein- und Asthaufen, die den Tieren Rückzugsmöglichkeiten bieten. Es ist dies ein konkreter Beitrag zur Förderung der Biodiversität (Foto oben). Obers Ried Ligerz Eine der am schönsten gelegenen Stiftungsparzellen befindet sich im Ried oberhalb von Ligerz. Zusammen mit zwei weiteren Parzellen am Heideweg, der zur St. Petersinsel führt, wurde sie der Stiftung als Legat vermacht. Einmal pro Jahr wird die Fläche von den verantwortlichen Fachleuten gemäht. Dabei lassen sie einen Teil der Vegetation bewusst stehen, damit einheimische Wildblumen und Gräser absamen können. Es wurden einige seltene Obstbäume gepflanzt und Neophyten – wie zum Beispiel das einjährige Berufkraut oder die Goldruten – bekämpft. Im Frühling 2022 erfolgte die Montage einer Informationstafel mit dem Hinweis, die Parzelle nicht zu betreten, um die Natur zu schonen (Foto Seite 13, 14 unten). Südlicher Chapf Die östlich von Twann und oberhalb der Nationalstrasse A5 und der Reben gelegene Parzelle befindet sich zum Glück etwas abseits der Touristenströme. Im Frühling 2022 konnte die Stiftung den SBB den südlichen Chapf als Ersatzstandort für Aspisvipern zur Verfügung stellen. Im Rahmen der Bauarbeiten für das geplante Ostportal des Bahntunnels beim Fischereistützpunkt Bipschal hatten die SBB die Auflage, geschützte Tiere umzusiedeln. Den damit beauftragten Fachleuten ist es gelungen, 27 Schlangen und 3 Blindschleichen erfolgreich im südlichen Chapf anzusiedeln. Im neuen Lebensraum mit seinen Trockenmauern und den neu geschaffenen Steinhaufen werden sie sich hoffentlich wohlfühlen. Dazu ist eine Erfolgskontrolle geplant. Eine Informationstafel weist am Standort auf die Präsenz von Schlangen und seltenen Pflanzenarten hin (Foto Seite 14 oben). Biodiversität zu erhalten und zu fördern ist ein anstrengender und aufwändiger Prozess, der einen langen Atem und die entsprechenden finanziellen Mittel erfordert. Auch wenn wir uns über die Wirkung unserer Arbeit keine Illusionen machen, stellt sie doch einen wertvollen Mosaikstein dar, dessen Wirkung sich erst im Zusammenspiel mit gleichgesinnten Partnern zu einem hoffnungsvollen Gesamtbild fügt. Biodiversität ist ein Gebot der Stunde Wie sieht die Zukunft aus? Der Kanton Bern hat in seinem Biodiversitätskonzept festgelegt, wie er die Strategie und den Aktionsplan Biodiversität Schweiz umsetzen will, um die Artenvielfalt von Flora und Fauna zu verbessern. Wie die Zustandserhebungen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zeigen, ist der Zustand der Biodiversität in der Schweiz unbefriedigend. «Die Hälfte der Lebensräume und ein Drittel der Arten sind bedroht», schreibt das Amt auf seiner Webseite. «Mit dem Rückgang der Artenvielfalt ist auch genetische Vielfalt verloren gegangen. Die Verluste halten auf allen drei Ebenen der Biodiversität an (Lebensräume, Arten, genetische Vielfalt, Wechselwirkungen).» So gesehen handelt es sich bei den ökologischen Ausgleichsflächen in der Schweiz und im Kanton Bern lediglich um Restflächen, die es dringend auszubauen und zu vernetzen gilt. Aufgrund der vielfältigen Ökosystemleistungen trägt die Biodiversität nämlich nicht zuletzt zum Klimaschutz und zum Überleben der Menschheit bei. Die Stiftung Netzwerk Bielersee will dazu auf einem grossen Teil ihrer Parzellen einen Beitrag leisten. Die Was in den 1990er-Jahren begonnen hat, zeitigt dank dem Einsatz aller involvierten Stellen über zwanzig Jahre später erste Erfolge. Wenn sich die Kontinuität der Pflege und Aufwertung dieser Stiftungsparzellen nicht garantieren lässt, könnte die jahrelange Aufbauarbeit aber schnell wieder zunichte gemacht werden. Glücklicherweise hat die Stiftung für diese Kernaufgaben eine professionelle Nachfolge gefunden, die auf eine fachmännische Begleitung durch die kantonale Abteilung für Naturförderung zählen kann. Die Stiftung wird auch in Zukunft versuchen, Beiträge des Kantons zur Förderung der Biodiversität und Landschaftsqualität geltend zu machen. Obwohl sie nur einen Teil der wiederkehrenden Kosten decken, sind sie doch wertvolle Zuschüsse an unsere Aufwendungen. Das Vermögen der Stiftung ist nach wie vor Garant für eine Fortführung der Pflege dieser dringend benötigten ökologischen Ausgleichsflächen und zur Erhaltung der Artenvielfalt. Peter Meier, Vizepräsident der Stiftung Netzwerk Bielersee 17 Weiträumige Verschmutzung des Grundwassers im bernischen Seeland Eine jahrzehntelange Abfolge von Pleiten, Pech und Pannen Fast alle Gemeinden im Kanton Bern setzen für ihre Trinkwasserversorgung auf Grundwasser aus der jeweiligen Region. Die Städte Biel und Nidau sind diesbezüglich Ausnahmen und werden es mit dem Bau eines neuen Seewasserwerks in Ipsach auf Jahrzehnte hinaus auch bleiben. Denn die reichhaltigen Grundwasservorkommen in den ehemaligen Schwemmgebieten der Aare sind seit den 1960er-Jahren grossräumig mit unerwünschten Fremdstoffen verschmutzt. Hauptgründe dafür sind früher in grossen Mengen entsorgte Schlammabwässer der Zuckerfabrik Aarberg, chlorhaltige Fettlösungsmittel aus dem GZM-Extraktionswerk in Lyss, unzählige mit Abfällen verfüllte Kiesgruben, Nitratauswaschungen aus landwirtschaftlich intensiv genutzten Ackerflächen und hohe Einträge von Pestizidrückständen wie Chlorothalonil. Der fehlende Ressourcenschutz entpuppt sich im Rückblick als unsägliche Abfolge von Pleiten, Pech und Pannen. Am Bielerseeufer in Ipsach sind seit Monaten schwere Baumaschinen am Werk. Hier will der Energie Service Biel (ESB) wohl im kommenden Jahr sein neues Seewasserwerk in Betrieb nehmen. Das künftige Innenleben der Anlage zeugt von den Wundern der modernen Technik im Bereich der Wasseraufbereitung. Denn im Vergleich zum Grundwasser, das im Kanton Bern vielerorts ohne jegliche Aufbereitung ins Netz eingespeist werden kann, ist das Rohwasser aus dem See von einer deutlich geringeren Qualität. Nüchtern betrachtet ist der Bielersee nämlich ein Sammelbecken, über das rund ein Fünftel der schweizerischen Landesfläche entwässert wird. Was im Berner Oberland, an den Ufern der Saane, in den Orbe- und Broye-Ebenen oder im St. Immer-Tal ins Wasser gelangt, landet in stark verdünnter Form meist irgendwann auch im Bielersee: Abgeduschtes Diclofenac aus Rheumasalben, Röntgenkontrastmittel aus Spitälern und Arztpraxen, Koffein, Kokain und Antibiotika aus dem Abwasser oder von Feldern abgeschwemmte Pestizide finden ihren Weg über die Zuflüsse in den Bielersee. Verglichen mit den grossen Oberländer Seen sind seine Fremdstoff-Belastungen denn auch mit Abstand am höchsten. Die Trinkwassergewinnung aus Grundwasser ist im Seeland seit Jahrzehnten durch eine Vielzahl von Verschmutzungsquellen bedroht. Mehrfachfilter nach allen Regeln der Kunst Weil man diesen Cocktail der breiten Bevölkerung schlecht als wichtigstes Lebensmittel vorsetzen kann, wird das dem Bielersee entnommene Rohwasser künftig ein mehrstufiges Reinigungsverfahren durchlaufen. Zuerst eliminiert eine Grobfiltration alle störenden Partikel. Die nachfolgende Membrananlage nimmt eine Ultrafiltration vor, die Feinstoffe, Mikroorganismen und Viren auf physikalische Art entfernt. Danach erfolgt eine Teilstrombehandlung durch Umkehrosmose, die polare Spurenstoffe – wie etwa Röntgenkontrastmittel – reduziert. Alsdann werden unerwünschte gelöste Stoffe im Wasser durch Zugabe des sehr reaktiven Gases Ozon oxidiert, was gleichzeitig einer Desinfektion gleichkommt. In der Folge perfektioniert Wasserstoffperoxid diese Behandlung, und allenfalls verbleibende Mikroverunreinigungen werden in einer weiteren Filtration von biologisch-adsorptiver Aktivkohle zurückgehalten. Mit einer regulierten Sodadosierung lässt sich auch der angepeilte pH-Wert des Trinkwassers regulieren, und die Bestrahlung mit ultraviolettem Licht sorgt schliesslich für die Enddesinfektion. Der ESB verspricht, das Verfahren biete sowohl Lösungen für aktuelle Belastungen des Seewassers – so etwa durch das im Seeland stark verbreitete und mittlerweile verbotene Pestizid Chlorothalonil – als auch für zukünftige Kontaminationen. 19 Bedeutende Grundwasservorkommen Doch weshalb dieser immense Aufwand, wo das Berner Seeland in unmittelbarer Nähe doch flächen- und mengenmässig über eines der bedeutendsten Grundwasservorkommen im Kanton verfügt? In den sandigen und kiesigen Lockergesteinen, welche die Aare unterhalb von Aarberg nach der letzten Eiszeit im riesigen Südbecken des ehemaligen Solothurnersees abgelagert hat, befindet sich heute ein gut durchlässiger Grundwasserleiter. In seiner Kernzone zwischen Kallnach und Kappelen weist dieser Fächer 20 bis 30 Meter mächtige, grobkörnige Ablagerungen auf, in denen grosse Mengen an Grundwasser zirkulieren. Dabei wirkt der Hagneckkanal als hydraulische Barriere, die den Grundwasserstrom in ein nördliches und in ein südliches Vorkommen mit gegenteilig verlaufender Strömungsrichtung unterteilt. Je nach der Nähe zur Aare wird das Grundwasser entweder mehrheitlich durch infiltrierendes Flusswasser gespeist oder erneuert sich durch die natürlichen Niederschläge. Im Nordteil erstrecken sich die grobkörnigen und gut durchlässigen Ablagerungen bis auf die Höhe von Studen und Busswil. Im Südteil treten diese sauberen Kiesschichten bis in die Gegend von Finsterhennen und Fräschels auf. Mit zunehmender Entfernung vom Schüttungszentrum der Aare nimmt der Kiesanteil im Untergrund ab, bis schliesslich im Grossen Moos südlich von Müntschemier praktisch nur noch siltige Feinsande auftreten. Verletzlichkeit durch geringe Flurabstände Im Gewässerschutzlabor des Kantons Bern werden die im Seeland entnommenen Grundwasserproben auf Schadstoffe untersucht. 20 Ein erheblicher Nachteil der ergiebigen Grundwasservorkommen im Seeland ist ihre relativ geringe Überdeckung. Zwischen den oft landwirtschaftlich genutzten Oberflächen und dem oberen Grundwasserspiegel betragen die Flurabstände vielerorts nur 0,5 bis 2 Meter. Nach Starkniederschlägen – mit steigendem Wasserstand im Untergrund – können sie sich nochmals um etwa einen halben Meter verringern. Die Mächtigkeit und Beschaf- Ablagerungsstandorte im Untersuchungsgebiet Ablagerungsstandort Projektperimeter entspricht GW-Vorkommen entspricht nicht GW-Vorkommen Grundwasservorkommen fenheit dieser Deckschichten spielt eine entscheidende Rolle beim Rückhalt und Abbau von Schadstoffen in den obersten Bodenschichten. Unerwünschte Substanzen, die zum Beispiel über Depositionen aus der Atmosphäre oder die landwirtschaftliche Bewirtschaftung ins Grundwasser gelangen können, werden dadurch nur unzureichend ausgefiltert und eliminiert. «Ein durchwegs geringer Grundwasser-Flurabstand und geringmächtige Deckschichten sind der Grund für die hohe Empfindlichkeit des Grundwassers gegenüber Belastungseinträgen», stellte der Hydrogeologe Ronald Kozel bereits 1992 in seiner Dissertation fest. Die an der Universität Neuenburg eingereichte Arbeit ging am Beispiel von Worben schon damals der Erfassung organischer Spurenbelastungen durch Pflanzenbehandlungsmittel in oberflächennahen Lockergesteins-Grundwässer nach. «Zunehmend hohe Nitratgehalte werden infolge der wachsenden Intensivierung der Landwirtschaft verbreitet beobachtet», schrieb der später für das Bundesamt für Umwelt tätige Fachmann in seiner Untersuchung. «Besonders hohe Dünger- und Pflanzenbehandlungsmittelmengen kommen in den Container-Baumschulanlagen und landwirtschaftlichen Intensivkulturen in unmittelbarer Nachbarschaft des Horizontalfilterbrunnens von Worben zum Einsatz.» Bereits zu dieser Zeit wurden die in der Schweiz gültigen Toleranzwerte für Trinkwasser in der Umgebung dieser Fassung durch 13 Pflanzenbehandlungsmittel-Wirkstoffe oder ihre Abbauprodukte überschritten. Zahlreiche Brunnenvergifter Doch die Landwirtschaft ist im Seeland längst nicht der einzige Brunnenvergifter. «Das Grundwasservorkommen Seeland gehört in qualitativer Hinsicht zu den eher problematischeren Vorkommen des Kantons Bern», hielt das damalige Wasserwirtschaftsamt des Kantons Bern 2004 in einem Fachbericht fest. «Mit Ausnahme des Bereichs um den Hagneck-Kanal sind die Standorte mit einer einwandfreien Grundwasserqualität wenig häufig.» Deshalb seien auch nur 18 Prozent der Gebietsfläche vorbehaltlos für die Trinkwassernutzung geeignet. So weisen vor allem im Südteil weite Bereiche stark organische Böden auf. Hier wird das Sickerwasser bei der Bodenpassage reduziert, was im Grundwasser eine unerwünschte Sauerstoffarmut verursacht. Altlasten der Zuckerfabrik Aarberg Nördlich von Aarberg ist die unterirdische Ressource primär durch die bis 1963 betriebenen Sickerbecken und Deponieteiche der Zuckerfabrik Aarberg qualitativ stark beeinträchtigt. Während Jahrzehnten deponierte die Firma entlang der Alten Aare ihren Rübenschlamm und liess dort auch organisch extrem belastetes Abwasser ungereinigt im Boden versickern. Diese Entsorgungspraxis wurde von den Behörden toleriert, wobei die Einwohnergemeinde Aarberg und die Burgergemeinde Kappelen der Zuckerfabrik dafür sogar mehrere Pachtparzellen zur Verfügung stellten. Als Folge der damit einhergehenden Brunnenvergiftung mussten die Gemeinden Biel und Lyss günstig betriebene Grundwasserfassungen im betroffenen Verschmutzungsgebiet bei Worben und Schachen in den 1960er-Jahren aufgeben. Als Ersatz bauten sie in Gimmiz – zwischen Walperswil und Aarberg – neue Pumpbrunnen und verklagten die Betreiber der Zuckerfabrik 1966 auf Schadenersatz. Der Rechtsstreit zwischen der öffentlichen Hand und einem Betrieb unter Kontrolle der öffentlichen Hand dauerte 15 Jahre und endete 1981 vor Bundesgericht mit einem Vergleich. Statt der geforderten 24 Millionen Franken erhielten Biel und Lyss – unter Zähneknirschen – schliesslich eine Entschädigungssumme von gut 4,6 Millionen zugesprochen. Damit war die Geschichte jedoch nur rechtlich bereinigt, wie dem 2004 vom Kanton veröffentlichten Fachbericht «Grundlagen für Schutz und Bewirtschaftung der Grundwasser des Kantons Bern» zu entnehmen ist. In Bezug auf die ehemaligen Deponien und Sickerteiche der Zuckerfabrik Aarberg steht da: «Der noch heute anhaltende mikrobielle Abbau von organischem Material führt zu stark reduzierenden Bedingungen im Grundwasser.» Dadurch enthält die Ressource praktisch keinen gelösten Sauerstoff, Nitrat wird in Ammonium und gesundheitsgefährdendes Nitrit umgewandelt, Eisen und Mangan liegen in reduzierter und damit wasserlöslicher Form vor, der Gehalt an organischem Kohlenstoff ist hoch, und aufgrund der Sulfatreduktion ist sogar Schwefelwasserstoff nachweisbar. Die Wasserfachleute des Kantons kamen denn auch zu einem eindeutigen Fazit: «Das Grundwasser ist stark belastet und weder für Trinkwassernoch zu Brauchwasserzwecken geeignet.» Auch im Abstrom der ehemaligen Schlammdeponien und Sickerteiche dehnt sich der Verschmutzungsherd beidseitig der Alten Aare weiter nach Nordosten aus, so dass hier ebenfalls keine Nutzungen mehr in Frage kommen. Die Zuckerfabrik Aarberg hat die ergiebigen Grundwasservorkommen entlang der Alten Aare auf Jahrzehnte hinaus massiv belastet. 21 Spuren der Schlachtabfallverwertung In der Industriezone im unteren Dorfteil von Lyss sind die Einflüsse der Schlammablagerungen durch die Zuckerfabrik weniger ausgeprägt, doch dominieren hier Schadstoffeinträge aus anderen belasteten Standorten und durch die industrielle Nutzung. Jahrzehntelang sorgte dabei das Extraktionswerk der GZM für Probleme, in dem Schlachtabfälle und Tierkadaver zerkleinert, sterilisiert und zu Fett und Tiermehl verarbeitet werden, die dann als Brennstoffe dienen. Zwischen 1964 und 1983 hat die Firma der Zentralschweizer Metzgermeister im Industriegebiet Nord von Lyss über 5000 Tonnen des chlorierten Fettlösungsmittels Tetrachlorethen (PER) eingesetzt, um das tierische Fett aus den zermahlenen Fleischabfällen zu gewinnen. Dabei lagerte man das anfallende Gemisch aus chlorierten Kohlenwasserstoffen, verschmutztem Wasser und tierischen Rückständen zur späteren Rückgewinnung des PER in betonierten Abscheidebecken. Deren Unterkante reichte etwa einen halben Meter unter den Grundwasserspiegel, wobei den Betreibern nicht klar war, dass die leichtflüchtige und biologisch schwer abbaubare Chemikalie durch die Betonwände sickern kann und so direkt ins Grundwasser gelangte. Aus Unachtsamkeit kam es 22 GrundwasserNutzungsmöglickeiten Trinkwasser Trinkwasser mit Vorbehalt Brauchwasser Übrige Gebiete Fassungen von öffentlichem Interesse Trinkwasserfassung Notwasserfassung auch mehrmals zu Ableitungen von PER in Abwasserleitungen, so dass die Lösungsmittel auf diesem Weg ebenfalls ins Grundwasser gelangen konnten. Entdeckt wurde der Schaden durch die Grundwasserverschmutzung erst zu Beginn der 1990er-Jahre. Aufgrund seiner hohen Dichte durchsickerte das leberund nierenschädigende Tetrachlorethen den Grundwasserleiter und reicherte sich schliesslich nach der Kiespassage auf der Felsoberfläche des darunter liegenden Molasse-Sandsteins an. Der Standort liegt am Rand eines grossen Grundwasservorkommens im Lockergestein, das an mehreren Orten für öffentliche Pumpbrunnen genutzt wird. Rund 200 Meter nördlich und abstromwärts beginnt die Schutzzone S3 von zwei konzessionierten Trinkwasserfassungen der Stadt Biel, die allerdings nur der kurzfristigen Notversorgung dienen. Um das wertvolle Schutzgut nicht zu gefährden, legte der Kanton als Ziel für die erforderliche Altlastensanierung einen Toleranzwert von maximal 10 Mikrogramm pro Liter Wasser (µg/l) für die Summe der chlorierten Kohlenwasserstoffe fest. Vor der Intervention lagen die im mutmasslichen Schadenzentrum ermittelten Höchstwerte weit über 1000 µg/l – also mehr als das Hundertfache über dem Zielwert. Die aufwändige und 2019 endlich abgeschlossene Sanierung erstreckte sich über rund 25 Jahre. Sie begann am ersten Schadstoffherd mit einem Aushub der belasteten Kiesablagerungen bis auf die stark kontaminierte Felsoberfläche. Dazu musste man in einer umspundeten Baugrube das Grundwasser absenken und die chlorierten Kohlenwasserstoffe im abgepumpten Wasser mittels Aktivkohlefilter und Strippanlage entfernen. Während dieser Arbeiten kam ein zweiter Schadstoffherd zum Vorschein, der sich jedoch nicht mehr ausheben liess. Die Sanierung erfolgte hier deshalb durch eine chemische Oxidation der chlorierten Lösungsmittel vor Ort, wobei als Reaktionsmittel Natriumpermanganat zum Einsatz kam, um das PER zu zerstören. Die jahrelange Behandlung hat schliesslich zu einem massiven Rückgang der Belastung am eigentlichen Verschmutzungsherd und in der zirka 600 Meter langen und bis zu 100 Meter breiten Schadstofffahne geführt. Abfalldeponien statt Kies Neben solchen Betriebs- und Unfallstandorten gehen auch von ehemaligen Abfalldeponien Risiken für die Grundwasserqualität aus. So weisen die Wasserfachleute des Kantons Bern etwa auf die Trockenlegung der früheren Aareläufe im Zuge der ersten Juragewässerkorrektion hin. Dadurch entstanden Vertiefungen, die in der Folge oft als Deponiestandorte herhalten mussten. Abfälle landeten aber auch in früheren Kiesgruben, die noch bis weit in die 1970er-Jahre mit wassergefährdenden Materialien verfüllt wurden. Das Aufräumen dieser Altlasten ist immer noch in Gang und dürfte im Seeland noch Jahre dauern. Beschränkte Wirkung der Schutzzonen Zwar sind alle bestehenden öffentlichen Trinkwasserfassungen durch Grundwasserschutzzonen abgesichert, doch deren Wirkung ist beschränkt. Denn ihre Dimensionierung ist hierzulande primär darauf ausgelegt, Der Wasserturm bei Gimmiz entstand in den 1960er-Jahren als Ersatz für die von der Zuckerfabrik Aarberg verseuchten Trinkwasserbrunnen. Heute bereiten hier vor allem schleichende Belastungen durch Rückstände von Pestiziden Probleme. 23 Früher stammte das Trinkwasser der Stadt Biel grösstenteils aus der heute nicht mehr genutzten Merlinquelle bei Frinvillier. Als typischer Karststandort ist sie vor allem nach Starkniederschlägen bakteriellen Belastungen ausgesetzt. krankheitserregende Bakterien und Viren sowie biologisch leicht abbaubare Stoffe von den Brunnen fernzuhalten. So gilt zum Beispiel für die wichtige Schutzzone S 2 – bei Nutzung der maximal zugelassenen Fördermenge – eine minimale Verweilzeit des Grundwassers von 10 Tagen. Der Gesetzgeber geht dabei davon aus, dass sich beispielsweise eine bakterielle Verunreinigung in diesem Zeitraum durch die natürliche Filtration und den biologischen Abbau weitgehend eliminieren lässt. Im Vergleich mit anderen Staaten ist die Zeitspanne allerdings eher knapp bemessen und persistentere Stoffe – wie etwa zahlreiche Pestizide – lassen sich damit erst recht nicht von den Trinkwasserfassungen abhalten. In dieser Hinsicht dienen die bestehenden Schutzzonen eher dazu, bei Unfällen eine rechtzeitige Intervention der Behörden zu ermöglichen – sei es in Form von Stilllegungen bedrohter Fassungen oder durch das sofortige Einleiten von Sanierungsmassnahmen. Schleichende Verschmutzungen Umfangreiche Bauarbeiten am Bielerseeufer in Ipsach für den Neubau des Seewasserwerks, das Biel und Nidau mit aufwändig aufbereitetem Trinkwasser versorgen wird. 24 Das Hauptproblem geht im Seeland aber heute nicht in erster Linie von akuten Wasserverunreinigungen durch Unfälle aus, sondern von den schleichenden Belastungen. Typisch für unsere Region sind erhöhte Nitratwerte durch die Ausschwemmung von Nährstoffen als Folge der ackerbaulichen Nutzung. Geringe Nitratgehalte treten vor allem beidseits des Hagneckkanals auf, wo die Grundwasservorkommen mehrheitlich von der Aare gespeist werden. Mit einem 2007 lancierten Ressourcenschutzprojekt hat der Wasserverbund Seeland aber auch im weiter vom Kanal entfernten Fassungsgebiet bei Gimmiz Erfolge bei der Nitratbekämpfung erzielt. Dank nitratsenkenden Winterbegrünungen und einem zunehmenden Anteil von Naturwiesen im Zuströmbereich wird das Kulturland hier inzwischen gewässerschonender bewirtschaftet als früher, und die Nitratgehalte sind eher rückläufig. Einen dicken Strich durch die Rechnung machen den regionalen Wasserversorgern aber gegenwärtig die erst vor einigen Jahren entdeckten hohen Belastungen des Grundwassers mit Rückständen des Fungizids Chlorothalonil. Die geltenden Limiten für Abbauprodukte solcher Pflanzenschutzmittel werden im Seeland teilweise um das Zehnfache überschritten. Und weil die im Trinkwasser unerwünschte Substanz in der Region – etwa beim Anbau von Zuckerrüben – tonnenweise versprüht wurde und die Depots der langlebigen Chemikalien weiterhin im Boden lagern, werden sie trotz einem Anwendungsverbot auf Bundesebene noch für Jahrzehnte ins Grundwasser ausgewaschen. Der SWG als grosser regionaler Wasserversorger musste deshalb mehrere Fassungen in der Umgebung von Worben vorübergehend stilllegen. Trotz aller getroffenen vorsorglichen Massnahmen kommt er nicht um eine aufwändige Reinigung des Trinkwassers herum, wenn er die betroffenen Pumpbrunnen auch künftig nutzen will. Das heisst, auf Kosten der Wasserbezüger wird da einmal mehr mit Symptombekämpfung ausgebadet, was die Intensivlandwirtschaft der Region mit ihrem Chemikalieneinsatz eingebrockt hat. Beat Jordi, Journalist BR Algues bleues: un danger pour l’homme et l’animal Le risque augmente avec la température de l’eau Les algues bleues sont naturellement présentes dans de nombreux lacs bernois, où leur concentration reste le plus souvent inoffensive. Lorsqu’elles se multiplient en masse, les substances toxiques qu’elles produisent peuvent constituer un risque pour l’homme et les animaux. À l’œil nu, on reconnaît les efflorescences d’algues bleues à la coloration inhabituelle de l’eau, qui devient vert intense, bleu-vert ou rouge-rouille. Les algues forment des traînées ou des tapis qui flottent à la surface et l’eau est très trouble. Que ce soit par contact cutané ou, pire, par ingestion d’eau contaminée, les substances neurotoxiques représentent un grave danger, en particulier pour les jeunes enfants et certains animaux, comme les chiens. En raison du changement climatique, les algues prolifèrent plus souvent en été, surtout dans les eaux calmes et peu profondes. En se baignant sur la rive nord du lac de Neuchâtel, entre l’embouchure de l’Areuse et Colombier (NE), situé plus à l’est, six chiens ont perdu la vie le même jour durant l’été 2020. Ils ont été victimes d’une neurotoxine, qui peut, même à faible dose, être mortelle pour les animaux. Cette toxine est libérée par des algues bleues (ou cyanobactéries) en décomposition. Ces algues se développent dans les eaux calmes et peu profondes en cas de fortes chaleurs. Les cyanotoxines constituent un risque sérieux pour les chiens et d’autres animaux, car ceux-ci en absorbent des quantités considérables en buvant l’eau du lac ou en se léchant pour éliminer les résidus d’algues accrochés à leur pelage. Chez les quadrupèdes, un contact avec ce genre de cyanotoxines peut provoquer une production excessive de salive, des crampes et des tremblements des muscles. Lorsqu’un chien présente ces symptômes d’intoxication après une promenade au bord du lac, il faut consulter un vétérinaire sans attendre. Symptômes chez l’être humain Chez l’homme, les cyanotoxines peuvent entraîner les effets suivants: irritations de la peau et des muqueuses, conjonctivites, difficultés respiratoires, faiblesses, troubles de la conscience, paralysies ainsi que vomissements et diarrhées. Le risque est particulièrement élevé chez les jeunes enfants, car ils ingèrent (via l’eau ou le sable) beaucoup de toxines en se baignant ou en jouant dans les endroits contaminés. Les symptômes sont légers ou graves selon la quantité absorbée. Quoi qu’il en soit, il est recommandé de consulter un médecin dès que l’on soupçonne l’algue bleue. Après la mort d’un autre chien sur la rive du lac de Neuchâtel en juin 2022, le canton a appelé la population à la prudence, tout spécialement les parents de jeunes enfants et les propriétaires de chiens. Contrairement à l’été 2020, il n’a toutefois pas fermé des tronçons de plage ni interdit la baignade. Conséquence du réchauffement climatique Si les efflorescences dangereuses d’algues bleues se multiplient près des berges de nos lacs, ce n’est pas par hasard. Le phénomène est lié au réchauffement climatique. La tendance à la hausse des températures de l’eau, un fort ensoleillement et l’abondance de nutriments (azote et phosphore, p. ex.) favorisent le développement de la plupart des espèces d’algues. En Suisse, les algues prolifèrent dès lors principalement à la fin de l’été et après de longues périodes de fortes chaleurs sans vent. Sous l’effet du changement climatique, de telles conditions météorologiques peuvent se présenter jusqu’en automne, mais aussi dès le printemps. Les efflorescences d’algues apparaissent le plus souvent dans des eaux peu profondes, qui se réchauffent rapidement. Certaines algues peuvent également proliférer dans des eaux calmes plus fraîches. C’est le cas d’une algue bleue très répandue en suisse, connue sous le nom de «sang des Bourguignons», qui se contente d’ailleurs de très peu de lumière. Ses efflorescences apparaissent souvent en l’espace de quelques jours, pour disparaître tout aussi vite. Le vent, les vagues et les courants accumulent ensuite les algues dans les zones abritées à proximité de la berge. Elles y forment des traînées, des tapis flottant en surface ou des dépôts. Lorsque ces Ces traînées pourpres sur les rives du lac de Hallwil sont formées par les filaments d’une algue bleue toxique parfois appelée «sang des Bourguignons». Photo: Christian Budmiger, Aesch (LU) 25 amas sont principalement constitués d’algues bleues, la concentration de cyanotoxines peut atteindre un niveau qui représente un danger pour la santé des baigneurs (animaux ou humains). Campagne de prévention dans le canton de Berne Les efflorescences étant souvent limitées dans le temps et l’espace, il n’est guère possible de prévoir les éventuels risques. Il importe surtout d’identifier le phénomène à temps et d’agir avec prudence. L’Office des eaux et des déchets du canton de Berne a dès lors lancé une campagne pour sensibiliser la population. Les spécialistes soulignent que les cyanobactéries sont présentes dans tous les cours et plans d’eau, mais que leurs efflorescences sont jusqu’ici restées plutôt rares dans le canton. Elles sont en général plus fréquentes dans les petits lacs surfertilisés que dans les grands plans d’eau comme les lacs de Bienne, de Thoune et de Brienz. Les algues bleues sont dangereuses uniquement en cas de prolifération massive, les bactéries microscopiques devenant alors clairement visibles à l’œil nu même de loin. Ce qui surprend, c’est la coloration inhabituelle et intense de l’eau: vert, bleu-vert ou brun allant jusqu’au rougeâtre. Des traînées ou des tapis d’algues flottent souvent à la surface de l’eau et la visibilité dans l’eau est inférieure à un mètre. Des dépôts d’algues se forment par ailleurs sur la berge. Comportement recommandé par l’OED • Évitez de vous baigner lorsque des traînées ou des tapis d’algues flottent à proximité du rivage ou que des algues se sont accumulées sur la berge. • Renoncez à vous baigner si vous discernez à peine vos pieds quand l’eau vous arrive aux genoux. • Éloignez les enfants en bas âge et les chiens des amas d’algues et de l’eau si vous avez un doute. Ne les laissez en aucun cas jouer au bord de l’eau ou boire l’eau. Rappelez-vous que les cyanotoxines résistent pour l’essentiel à la chaleur et qu’il ne suffit pas de bouillir l’eau pour les détruire. • Si vous soupçonnez une intoxication due à un contact avec de l’eau contenant des algues bleues, consultez un médecin. Plus de 2000 espèces Les algues bleues sont l’une des plus anciennes formes de vie et on en a recensé plus de 2000 dans le monde. Que ce soit dans l’eau ou sur terre, elles sont présentes dans toutes les zones climatiques. Dans les eaux suisses, elles restent en suspension dans l’eau ou se fixent sur un support. Elles font partie intégrante de la microflore et jouent un rôle important dans l’écosystème, produisant notamment de l’oxygène. Elles servent par ailleurs de nourriture à d’autres organismes. Aucun souci pour l’eau potable! Les stations qui pompent l’eau du lac pour alimenter le réseau analysent régulièrement l’eau pour détecter l’éventuelle présence d’algues bleues et prévenir l’apparition de cyanotoxines. Beat Jordi, journaliste RP 26 Blaualgen als Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier Steigende Wassertemperaturen verschärfen das Risiko Blaualgen lassen sich in vielen bernischen Seen nachweisen und sind in den gemessenen Konzentrationen meistens harmlos. Doch wenn sich diese Cyanobakterien massenhaft vermehren, können die von ihnen produzierten Giftstoffe für Mensch und Tier zur Gefahr werden. Blaualgenblüten sind durch eine ungewöhnliche Färbung des Wassers in intensiv grünen, grünblauen oder rötlichen Tönen von blossem Auge erkennbar. Oft bilden sie Schlieren oder teppichartig aufschwimmende Schichten, und das Wasser ist stark getrübt. Der Hautkontakt mit den Nervengiften, aber vor allem das Schlucken von derart belastetem Seewasser gefährdet insbesondere Kleinkinder und Tiere wie Hunde. Wegen der Klimaerwärmung treten Blaualgenblüten in flachen und sehr warmen Badegewässern während der Sommermonate vermehrt auf. Beim Baden am Nordufer des Neuenburgersees zwischen der Areuse-Mündung und dem östlich gelegenen Colombier (NE) kamen im Sommer 2020 innerhalb eines Tages gleich sechs Hunde ums Leben. Zum Verhängnis wurde ihnen ein Nervengift im Wasser, das für die Tiere selbst in geringen Dosen tödlich wirken kann. Freigesetzt wird es von absterbenden Blaualgen oder sogenannten Cyanobakterien, die insbesondere bei grosser Hitze in ruhigen und stehenden Gewässern gedeihen. Für Hunde und andere Tiere stellen die Cyanotoxine eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar, weil sie viel Wasser trinken oder sich die Algenreste aus dem Fell lecken und dadurch die Giftstoffe aufnehmen. Typische Symptome nach einem Kontakt mit solchen Blaualgengiften sind bei Vierbeinern eine übermässige Speichelproduktion, Muskelzittern und Krämpfe. Treten nach einem Hundespaziergang am See solche Vergiftungserscheinungen auf, sollte umgehend ein Tierarzt konsultiert werden. Symptome beim Menschen Beim Menschen können Cyanotoxine zu Haut- und Schleimhautreizungen, Bindehautentzündungen, Atembeschwerden, Schwäche, Bewusstseinsstörungen und Lähmungen sowie zu Erbrechen und Durchfall führen. Am stärksten gefährdet sind Kleinkinder, weil sie beim Baden und Spielen – via Wasser und Sand – unter ungünstigen Bedingungen grössere Giftmengen zu sich nehmen. Je nach Aufnahme treten milde bis schwerwiegende Symptome auf. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, bei Verdacht auf Blaualgentoxine jeweils einen Arzt aufzusuchen. Nach dem Tod eines weiteren Hundes am Ufer des Neuenburgersees im Juni 2022 hat der Kanton Neuenburg deshalb speziell Eltern von kleinen Kindern und Hundebesitzer zur Vorsicht aufgerufen. Anders als im Sommer 2020 sperrte er jedoch keine Strandabschnitte und verhängte auch keine Badeverbote. Eine Folge der Klimaerwärmung Das häufigere Auftreten von gefährlichen Blaualgenblüten an den Ufern unserer Seen ist kein Zufall, sondern hängt mit der Klimaerwärmung zusammen. Den meisten Arten kommen die tendenziell steigenden Wassertemperaturen, eine starke Sonneneinstrahlung und die ausreichende Verfügbarkeit von elementaren Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor zugute. Blaualgenblüten treten in der Schweiz daher vor allem im Spätsommer auf – und zwar bevorzugt bei längeren Warmwetterphasen ohne viel Wind. Als Folge der Klimaerwärmung dauern solche Perioden mittlerweile bis in den Spätherbst an oder treten bereits im Frühjahr auf. Typischerweise sind davon flache Badegewässer betroffen, die sich rasch erwärmen. Blaualgenblüten können jedoch auch in eher kühleren Stillgewässern entstehen. Derartige Standorte bevorzugt zum Beispiel die hierzulande stark verbreitete Burgunderblutalge, die zudem auch mit geringen Lichtmengen auskommt. Ihre Blüten bilden sich häufig innert weniger Tagen und verschwinden ebenso rasch. Wind, 27 Wellen und die Strömung treiben die abgestorbenen Algen oft an geschützten Stellen in Ufernähe zusammen. Dadurch bilden sich Schlieren, schwimmende Teppiche oder angeschwemmte Algenwatten. Sofern solche Massenansammlungen vor allem aus Blaualgen bestehen, kann die Konzentration an Cyanotoxinen so stark ansteigen, dass für die Gesundheit von Badenden – egal ob Mensch oder Tier – eine Gefahr besteht. Sensibilisierung durch den Kanton Bern Weil die Blüten oft nur für kurze Zeit und an lokal begrenzten Stellen auftreten, lassen sich die entsprechenden Risiken aber kaum vorhersagen. Deshalb ist es wichtig, das Phänomen rechtzeitig zu erkennen und vorsichtig zu handeln. Zur Information der Bevölkerung hat das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern eine entsprechende Sensibilisierungskampagne lanciert. Die Fachleute weisen darauf hin, dass Cyanobakterien in allen Gewässern vorkommen, wobei Blaualgenblüten im Kanton Bern bis jetzt eher selten auftreten. Im Allgemeinen lassen sie sich in überdüngten Kleinseen häufiger beobachten als in den grösseren Stillgewässern wie Bieler-, Thuner- und Brienzersee. Gesundheitsschädlich sind die Blaualgenblüten nur bei einer Massenvermehrung der mikroskopisch kleinen Bakterien, die dann von blossem Auge schon aus der Ferne deutlich zu erkennen sind. Auffällig ist dabei die ungewöhnliche Verfärbung des Wassers in intensiven Tönen von grün, grün-blau oder braun bis hin zu rötlich. Oft schwimmen schlieren- oder teppichartige Schichten auf der Wasseroberfläche, und die Sichttiefe beträgt weniger als 1 Meter. Ein weiteres Merkmal bilden Ablagerungen von Algen am Ufer. Verhaltensempfehlungen des AWA • Meiden Sie Gewässer zum Baden, wenn in Ufernähe schlieren- oder teppichartige Schichten auf dem Wasser treiben oder sich am Ufer Algenwatten ansammeln. • Verzichten Sie auf ein Bad, wenn die Füsse im knietiefen Wasser nur undeutlich zu erkennen sind. • Halten Sie Kleinkinder und Hunde von Algenwatten und verdächtigem Wasser fern. Lassen Sie diese unter keinen Umständen dort spielen oder trinken. Wichtig ist, dass Blaualgengifte weitgehend hitzebeständig sind und sich auch durch das Abkochen von belastetem Wasser nicht zerstören lassen. • Suchen Sie bei Verdacht auf eine Erkrankung – durch den Kontakt mit blaualgenhaltigem Wasser – einen Arzt auf. Über 2000 Arten Blaualgen zählen zu den ältesten Lebewesen überhaupt, wobei weltweit über 2000 Arten bekannt sind. Sowohl im Wasser als auch an Land kommen sie in allen Klimazonen vor. In den einheimischen Gewässern treten sie entweder schwebend oder als Oberflächenbewuchs auf. Sie bilden einen Teil der normalen Mikroorganismenflora und übernehmen wichtige Ökosystemfunktionen wie die Produktion von Sauerstoff. Zudem dienen sie als Nahrungsgrundlage für andere Organismen. Keine Sorgen muss man sich bezüglich der Trinkwasserversorgung aus Seewasserwerken machen, denn hier wird das Trinkwasser regelmässig auf Blaualgen – und die Bildung von Cyanotoxinen – überwacht. Beat Jordi, Journalist BR 28 Rasche Ausbreitung der gebietsfremden Quagga-Muschel im Bielersee Ein blinder Passagier wird zur Bedrohung Invasion der Quagga-Muschel Gut drei Jahre nach den ersten Nachweisen der invasiven Quagga-Muschel in der Region hat sich diese gebietsfremde Art aus dem Schwarzmeergebiet bereits in sehr hoher Zahl im gesamten Bielersee ausgebreitet. Mit ihrer Dominanz gefährdet sie die einheimischen Muscheln und damit die Ökosysteme unserer Gewässer. Doch auch für Infrastrukturanlagen und beliebte Freizeitnutzungen stellt die Quagga-Muschel eine Bedrohung dar. Hauptursache ihrer weiträumigen Verschleppung ist der Schiffsverkehr. Dabei tragen auch Sport- und Fischerboote zur unerwünschten Verbreitung bei, wenn sie in verschiedenen Gewässern verkehren. Denn die Muschel und ihre Larven können sich als «blinde Passagiere» an Schiffsrümpfen, im Bilgenwasser oder in Kühlwasserschläuchen von Motoren festsetzen. Anlass zur Sorge gibt den Behörden insbesondere die Invasion und massenhafte Verbreitung der Quagga-Muschel im Bielersee. Ein Monitoring im Auftrag des kantonalen Fischereiinspektorats ergab vor allem an den Untersuchungsstellen bei Tüscherz und beim NidauBüren-Kanal enorm hohe Besiedlungsdichten. In 10 Meter Seetiefe zählten die Fachleute vor Tüscherz fast 56’000 Quagga-Muscheln pro Quadratmeter. Im Vergleich dazu liegt die Besiedlungsspitze der ebenfalls eingewanderten Zebramuschel bei weniger als 1400 Individuen pro Quadratmeter. Gebietsfremde Arten werden oft unbemerkt von einem Gewässer zum nächsten verschleppt und sind so auch in die drei Jurarandseen sowie in die Aare unterhalb des Bielersees gelangt. Wo sich die Quagga-Muschel einmal festgesetzt hat, besteht keine Möglichkeit, sie wieder aus einem besiedelten Gewässer zu entfernen. Die Anstrengungen des Kantons Bern zielen deshalb insbesondere darauf ab, eine befürchtete Verschleppung in die noch nicht befallenen Gewässer Thuner- und Brienzersee zu verhindern. Aus diesem Grund wurde beim Kraftwerk Aarberg ein Waschplatz für flussaufwärts fahrende Boote eingerichtet. Mit der Sensibilisierungskampagne «Stopp Quagga» hat sich der Kanton Bern im Sommer 2022 erneut an die Bootsbesitzer gewandt. Er rief sie dazu auf, ihre Boote gründlich mit Hochdruck und möglichst heissem Wasser zu reinigen, wenn sie damit verschiedene Gewässer ansteuern. Denn auf diese Weise würden sie mithelfen, die Verbreitung von invasiven gebietsfremden Arten in unseren Gewässern einzudämmen und so die einheimische Artenvielfalt zu erhalten. 29 Bedrängte einheimische Muscheln Durch Sportboote verschleppt Die Ausbreitung der Quagga-Muschel erfolgt nämlich vor allem durch deren Weitertransport an Schiffsrümpfen. An ihren Oberflächen oder in Vertiefungen und Hohlräumen können Larven oder Eier festsitzen. Insbesondere Sportboote, die in verschiedenen Seen oder Flussabschnitten verkehren, sind bevorzugte Transportmöglichkeiten für die invasiven «blinden Passagiere». Speziell problematisch ist, dass gebietsfremde Muscheln oft die einheimischen Arten verdrängen und so den natürlichen Lebensraum im Gewässer verändern. Neben den Ökosystemen sind aber auch Wasserinfrastrukturen – wie etwa die Seewasseraufbereitung – gefährdet, weil die Muscheln durch den dichten Bewuchs zum Beispiel Leitungen verstopfen und so beträchtliche Schäden verursachen können. Der Kanton fordert die Bootsbesitzer deshalb auf, Rumpf, Motor, Seile, Anker und weitere Bestandteile ihres Schiffs mit Wasserkontakt – vor dem Transfer in ein anderes Gewässer – genau im Hinblick auf Rückstände von Muscheln und Pflanzenmaterial zu kontrollieren. Die Quagga-Muscheln und ihre Larven können sich zudem auch im Bilgenwasser und in Kühlwasserschläuchen der Motoren festsetzen. Deshalb ist es wichtig, Bilgen- und Restwasser aus sonstigen Behältnissen an Bord vollständig abzulassen. Die Fachleute empfehlen, ein Boot und dessen Ausrüstung vor der Nutzung in einem anderen Gewässer für mindestens vier Tage abtrocknen zu lassen. Die Resultate des MuschelMonitorings im Bielersee weisen darauf hin, dass insbesondere die einheimischen Grossmuscheln einem starken Besiedlungsdruck durch invasive Arten ausgesetzt sind. «Der Zustand der Populationen ist besorgniserregend», heisst es im Untersuchungsbericht, wobei davon auszugehen sei, dass die Grossmuscheln – ohne gezielte Förder- und Schutzmassnahmen – in nicht allzu ferner Zukunft aus dem Bielersee verschwinden werden. Im Bielersee, wo die Populationen – wie auch in anderen Schweizer Seen – drastisch zurückgehen, stiessen die Fachleute noch auf drei einheimische Grossmuschelarten. Dazu zählen die nicht gefährdete Grosse Teichmuschel, die verletzliche Flache Teichmuschel und die stark bedrohte Aufgeblasene Flussmuschel. Die höchste Individuenzahl findet man im Naturschutzgebiet südlich der St. Petersinsel. Alle lebend gefundenen einheimischen Grossmuscheln waren direkt durch Quagga-Muscheln oder Zebramuscheln besiedelt. Problematisch ist dabei nicht nur die Nahrungskonkurrenz, wie sie etwa auch von der asiatischen Körbchenmuschel ausgeht. Denn das Aufsitzen führt zu einer Gewichtsbelastung und zu einem möglichen Umkippen und Ersticken der als Substrat benutzten einheimischen Grossmuscheln. Quagga- und Zebramuscheln heften sich mit starken Fäden an harte Oberflächen im Wasser wie Steine, Felsen, Holz, Infrastruktureinrichtungen oder eben an andere Muscheln und Schneckenschalen. Indem sie hiesige Wasserlebewesen als Substrat nutzen, können sie sich auch auf weichem Seegrund wie Sandbänken stark ausbreiten. Dichte Besiedlung einer Flachen Teichmuschel durch die deutlich kleineren QuaggaMuscheln bei Neuenstadt am Bielersee. Beat Jordi, Journalist BR 31 32 Un survol des activités archéologiques aux abords du lac de Bienne Agir pour préserver les témoins du passé Depuis plusieurs années, divers acteurs travaillent sur les sites archéologiques autour du lac de Bienne. Œuvrant de concert, autorités, associations, entreprises privées et musées s’attachent à étudier les emplacements déjà connus et à en rechercher de nouveaux. Leurs efforts ont d’ores et déjà actualisé et développé nos connaissances sur divers sites archéologiques, dont certains ont été découverts au XIXe siècle. L’objectif commun consiste à protéger ces sites, à les documenter et à les faire connaître. Car ce patrimoine ne témoigne pas seulement du passé, il nous aide aussi à mieux comprendre le présent. Le Service archéologique est responsable de la protection et de la préservation des sites archéologiques du canton de Berne. Il intervient donc sur place avant que la construction d’un nouveau bâtiment ou l’agrandissement d’une carrière n’anéantisse l’un des nombreux vestiges de notre passé. C’est précisément l’objectif des travaux en cours dans le bois de Kallnach, qui abrite une quinzaine de tertres funéraires du Premier âge du Fer. Le Service archéologique y est à l’œuvre depuis 2019 et ses travaux se poursuivent. Limitées au groupe de monticules situés le plus à l’est, les fouilles se concentrent sur trois tumuli explorés entre 1874 et 1877 ainsi que sur trois tertres plus petits mis au jour il y a peu grâce à la détection par lidar et à des prospections sur le terrain. La fouille du plus grand tertre, conduite entre 2019 et 2020, a révélé que les anciennes fouilles n’avaient pas entièrement détruit les vestiges funéraires de l’âge du Fer. En 2021 et 2022, les travaux ont permis de procéder à une étude complète d’un autre tumulus, déjà visité par le passé, et des tertres découverts plus récemment. Les objets mis au jour, dont des fragments de bracelets en bronze et une belle boucle d’oreille en or (qui avait probablement échappé à l’attention des chercheurs du XIXe siècle) confirment l’importance de cette nécropole: les défunts inhumés devaient être des personnages de Eine vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern freigelegte Grabstätte im Challnechwald. Untersuchung einer archäologischen Fundstätte vor dem Strandboden in Lüscherz. 33 Taucharbeiten zur Erforschung eines Fundorts im Bielersee bei Lüscherz. haut rang. Si nous connaissons certes leur dernière demeure, nous ne savons rien de leur lieu de résidence. Les fouilles ont aussi identifié des détails captivants sur la construction et l’aménagement des sépultures datant du VIIe siècle av. J.-C. Lors de l’excursion organisée par le Réseau lac de Bienne en 2022, les membres intéressés ont d’ailleurs pu suivre les explications fournies à ce sujet par Alexandra Winkler, la responsable du chantier. La mission des autorités La protection des sites archéologiques constitue l’une des principales missions du Service archéologique. Pour s’en acquitter, il mène depuis plus de quarante ans des travaux sur les sites palafittiques du lac de Bienne. Ceux-ci sont en effet particulièrement menacés par l’érosion, due tant à des facteurs naturels, tel le vent, qu’à des phénomènes humains, telle la circulation de Übersicht der neu erforschten Grabanlagen im Challnechwald. bateaux à moteur. Les vagues et les remous subaquatiques que tous deux provoquent mobilisent les dépôts naturels qui protègent les sites archéologiques depuis plus de 4000 ans. C’est d’autant plus gênant lorsqu’il s’agit de sites palafittiques inscrits au patrimoine mondial de l’UNESCO, comme ceux de Sutz, de Lüscherz ou de Vinelz. Depuis deux ans, le Service archéologique s’efforce de mettre en place des mesures de protection près du port de Lüscherz. Lukas Schärer, responsable de l’équipe de plongée du lac de Bienne, a présenté ces travaux au cours de la conférence archéologique organisée en mars par le Réseau lac de Bienne. À l’occasion du dixième anniversaire de l’inscription des palafittes au patrimoine mondial de l’UNESCO, le Service archéologique a d’ailleurs installé de nouveaux panneaux d’information sur les cinq sites du lac de Bienne: port de Vigneules à Bienne, gare de Douanne, Sutz-Lattrigen Rütte, Lüscherz-Dorfstation et Vinelz-Strandboden. Il a également renouvelé l’exposition qui se trouve sur la station de plongée près du domaine von Rütte à SutzLattrigen. L’engagement des associations La valorisation des sites archéologiques incombe également aux associations, souvent créées à cette fin. Il en existe plusieurs dans notre région. Citons Pro Petinesca qui organise des actions régulières pour faire connaître les vestiges gallo-romains situés à Studen et sur le 34 Jensberg. Il y a aussi Pro Fenis Hasenburg. Avec l’aide de la protection civile du lac de Bienne sud-ouest, celle-ci a aménagé des sentiers pour accéder plus facilement au château fort médiéval. L’association prépare actuellement une série de panneaux explicatifs et un parcours audiovisuel autour du château fort dont est originaire la famille de Fenis. De plus amples informations sont disponibles sur le site web de l’association (www.fenis-hasenburg.ch). Des sites à découvrir La prospection permet de découvrir de nouveaux sites et de leur assurer une protection cantonale. Elle sert aussi à dynamiser les connaissances acquises et à proposer des thèmes de recherche appliquée. Entre 2018 et 2021, le département d’archéologie de l’Université de Zurich a par exemple collaboré avec le Service archéologique bernois pour mener un projet portant sur l’habitat au Premier âge du Fer au pied du Jura. Ce projet vise à déterminer la répartition géographique de l’occupation du terrain et le tracé des voies de communication extrarégionales de part et d’autre des rives du lac de Bienne. Il comprenait un programme de recherches sur les collines du Dotzigerberg, du Büttenberg et du Jolimont. Les prospections sur le Jolimont se poursuivront en 2023. En parallèle, deux entreprises privées – ArchaeoConcept, basée à Bienne, et History Projects, basée à Laupen – ont démarré, avec l’autorisation du Service archéologique et l’appui de l’association Pro Fenis Hasenburg, des prospections non intrusives, c’est-à-dire sans fouilles, sur l’ensemble du Schaltenrain (rive sud du lac de Bienne). Ces travaux ont permis de vérifier l’état des sites archéologiques connus et d’en identifier de nouveaux. Ceux-ci ont été annoncés au Service archéologique et permettront à l’avenir de développer la recherche sur la période allant de la protohistoire jusqu’au début du Moyen Âge dans cette zone privilégiée du Seeland. Le rôle des musées Les musées jouent également un rôle important pour promouvoir les connaissances que l’archéologie peut apporter à la population. Autour du lac de Bienne, il en existe trois qui sont à la fois très différents et complémentaires. Avec ses vitrines façonnées avec art et son ambiance unique, la collection Irlet, à Douanne, est un modèle de la conservation de collections archéologiques du XIXe et du début du XXe siècle. Le musée de Lüscherz, créé avec l’aide du Service archéologique et sous l’égide de la fondation Collection Hans Iseli, décrit avec maints détails la vie au bord du lac de Bienne durant le Néolithique et l’âge du Bronze. Enfin, le Nouveau Musée Bienne (NMB) a développé une stratégie originale, qui consiste à inclure l’archéologie dans toutes ses expositions thématiques (p. ex. Bienne et l’eau ou Bienne et la barrière de rösti). Cette manière de procéder intègre les connaissances apportées par l’archéologie aux sujets qui concernent le quotidien de chacun d’entre nous. Voilà une méthode qui illustre à merveille le rôle que la recherche archéologique doit jouer pour nous aider à comprendre le monde actuel. Cynthia Dunning Thierstein, archéologue et membre du Réseau lac de Bienne Museen – wie das NMB in Biel – haben bei der Vermittlung archäologischer Erkenntnisse eine wichtige Bedeutung. Protokoll der 15. Generalversammlung Netzwerk Bielersee vom 20. Mai 2022, Farelsaal in Biel Vorsitz Anwesend Adrian Jakob 46 Mitglieder oder Gäste gemäss Präsenzliste Entschuldigt Es haben sich 27 Mitglieder entschuldigt Protokoll Maria Ritter Begrüssung Der Präsident begrüsst die anwesenden Mitglieder zur 15. Generalversammlung und erwähnt namentlich unser Ehrenmitglied Peter Klingenberg, Doris Graschitz als Präsidentin der Stiftung Netzwerk Bielersee und die Vertretungen von verschiedenen Schutzorganisationen und Seegemeinden. Caroline Kan und Jacqueline Strahm zählen bei Bedarf die Stimmen. Auch in den vergangenen Jahren hat der Verein Netzwerk Bielersee etliche Mitglieder durch Todesfälle verloren, insbesondere die Ehrenmitglieder Hansruedi Oechslin (Nachruf im Jahresbericht 2019) und Lilly Spring-Oertli (Nachruf im Jahresbericht 2021). In einer Schweigeminute wird der Verstorbenen gedacht. Protokoll der Generalversammlung vom 28. Mai 2021 Das Protokoll ist im Jahresbericht 2021 abgedruckt. Es wird von der Versammlung einstimmig genehmigt und vom Vorsitzenden verdankt. Jahresbericht 2021 Der Präsident Adrian Jakob vertieft die im Jahresbericht behandelten Themen in seinem illustrierten Rückblick auf das Vereinsjahr. Er erwähnt dabei speziell: • Konkurs Landschaftswerk im Januar 2022, Würdigung der Arbeit und ein Rückblick auf ausgewählte Projekte in der Region, die das Landschaftswerk umgesetzt hat. Er dankt den Mitarbeitenden, der Geschäftsleitung, dem Verwaltungsrat, den Aktionären, Sponsoren, 36 • • • • • • Spendenden und Gönnern. Sie alle haben in den letzten 15 Jahren im und um das Landschaftswerk zu zahlreichen und nachhaltigen Projekten beigetragen. Sammelaktion zu Gunsten der Gelbbauchunken 2020 (Amphibienteiche auf der Parzelle der Stiftung Netzwerk Bielersee in Lüscherz): Der Verein Netzwerk Bielersee hat beim Konkursamt eine Forderung von 10 000 Franken gestellt. Pilotprojekt zur Seegrundreinigung in Ligerz, Oktober 2021: Bergung von Metallschrott und alten Pneus auf dem Grund des Bielersees. Land unter am Bielersee: Analyse des JahrhundertHochwassers im Juli 2021. Mitwirkung Revitalisierungsprojekt «Aufwertung Hauptkanal Kallnach»: Der Verein unterstützt das Projekt. Mitarbeit am Zukunftsbild (Westast): durchgehendes Seeufer mit Verknüpfung zu den Städten. Nach dem Dank an alle Beteiligten für die Redaktion und Gestaltung des Jahresberichts wird dieser einstimmig genehmigt, und die grosse Arbeit von Redaktor Beat Jordi wird speziell verdankt. Kassa- und Revisorenbericht 2021 und Décharge-Erteilung Die Erfolgsrechnung für das Jahr 2020 wird vom Finanzchef Walter Bieri präsentiert. Bei Einnahmen von CHF 39 509.48 und einem Aufwand von CHF 41 869.75 schliesst das Rechnungsjahr mit einem Verlust von CHF 2 360.27 ab. Gründe dafür sind der Rückgang von Mitgliederbeiträgen, Spenden und Schenkungen. Grösste Budgetposten waren die Produktion des Jahresberichts mit CHF 11 911.00 (Redaktion, Grafik, Druck und Versand) sowie der Beitrag an das Amphibienprojekt. Per Ende 2021 beliefen sich die Aktiven in der Bilanz auf CHF 363 701.82. Unter Ausklammerung der zweckgebundenen Rückstellungen und Legate beträgt das E igenkapital neu CHF 213 848.17. Der Präsident dankt allen Beteiligten für ihre Arbeit. • Die Rechnung und der Revisorenbericht von Matthias Gygax und Caroline Kan werden einstimmig genehmigt. • Die GV erteilt dem Kassier und dem Vorstand Decharge. Statutenänderung Budget 2022, Festlegung der Jahresbeiträge • alt: Art. 18 Vorstand Der Vorstand besteht aus Präsident/in, Vizepräsident/in, Kassier/in, Sekretär/in und mindestens 3, aber höchstens 7 weiteren Mitgliedern. Der Vorstand konstituiert sich selbst – mit Ausnahme des/der Präsidenten/in, der/die gemäss Art. 17 von der Generalversammlung gewählt wird. • neu: Art. 18 Vorstand Der Vorstand besteht aus Präsident/in, Vizepräsident/in, Kassier/in, Sekretär/in und mindestens 3 weiteren Mitgliedern. Der Vorstand konstituiert sich selbst – mit Ausnahme des/der Präsidenten/in, der/die gemäss Art. 17 von der Generalversammlung gewählt wird. • Die Änderung von Artikel 18 der Statuten wird einstimmig genehmigt. Walter Bieri erläutert das Budget. Bei geplanten Einnahmen von CHF 34 200.– und Ausgaben in der Höhe von CHF 44 950.– schliesst es mit einem Defizit von CHF 10 750.– ab. • Das der GV unterbreitete Budget wird einstimmig genehmigt. • Auch die gleich bleibenden Mitgliederbeiträge werden ohne Gegenstimme akzeptiert. Sie betragen 2022 für Einzelmitglieder CHF 30.–, für Paarmitglieder CHF 50.– und für juristische Mitglieder CHF 100.–. Es gibt einen neuen Einzahlungsschein, der unbedingt verwendet werden soll. Wahlen (für zwei Jahre bis 2024) Verschiedenes Daniel Suter würdigt das grosse Engagement und die geleistete Arbeit des Präsidenten und dankt ihm dafür. Die Wahlen betreffen den Präsidenten, den Vorstand sowie die Revisorinnen und den Revisor: • Adrian Jakob: Präsident • Daniel Suter: Vizepräsident, Rechtsfragen • Maria Ritter: Sekretariat • Cynthia Dunning: Archäologie • Walter Bieri: Finanzen • Daniel Bernet: Fischerei, Gewässer • Urs Rohner: Landschaft, Gehölze • Rolf Suter: Bauberatung Nordufer • Urs Luedi: Bauberatung Südufer • Christine Wisler: Ökologische Vielfalt, Homepage • Rita Haudenschild: Beisitzerin • Caroline Kan und Matthias Gygax als Revisorin und Revisor sowie Isabelle Dettwiler als Ersatz • Adrian Jakob weist auf diverse Veranstaltungen, Publikationen und Flyer von befreundeten Organisationen hin. Interessierte können sich bedienen. Es gibt auch Bücher von Beat App, die bei ihm gekauft werden können. • Beat App regt an, dass sich das Netzwerk stärker mit dem CEPOB (Centre d'Etude et de Protection des Oiseaux, Bienne et environs) vernetzt und dadurch auch mehr französischsprachige Mitglieder gewinnen könnte. Er weist darauf hin, dass beim Wasserkraftwerk Hagneck der Fischadler Arthur beobachtet werden kann. • Christine Hurni sucht eine Nachfolge für ihre Tätigkeit im Stiftungsrat Rebhaus Wingreis. • Auf die Frage nach Nachfolgeorganisationen für die Landschaftsschutzarbeiten des Landschaftswerks nennt Adrian Jakob Benedikt Staffelbach und Simon Pfister, die beide beim Landschaftswerk gearbeitet haben und nun selbständig tätig sind. Doris Graschitz ergänzt, dass die Stiftung Netzwerk Bielersee daran ist, eine Ersatzträgerschaft aufzustellen, allerdings braucht das Vorhaben noch Zeit. Alle werden per Akklamation wiedergewählt. Ausblick Adrian Jakob erwähnt folgende Punkte, die den Verein in den folgenden Jahren beschäftigen werden: • Häufig spontane Mitwirkungen und Projekte. • Vorträge zu Gewässerthemen (siehe Agenda 2022). • Aufwertung des Hochstammobstgartens im nördlichen Bereich des Bieler Spitalzentrums am Beaumontweg: Die von Vereinsmitgliedern gespendeten CHF 10 000.– sind beim Verein, Urs Rohner hat die Projektleitung. • Mitwirkung naturnahes Seeufer: enge Zusammenarbeit mit dem Kanton. • Zukunftsbild: Der Verein regt bei der Plattform seeland.biel/bienne an, dass auch Zukunftsbilder für beide Seeufer erstellt werden. • Der Vorstand wird eine Standortanalyse durchführen und an der Vereinsstrategie arbeiten. Anträge Es sind keine Anträge eingegangen. Anschliessend an die Versammlung präsentiert Lukas Schärer (Archäologischer Dienst des Kantons Bern) einen Bildvortrag zum Thema «Drunter und drüber – taucharchäologische Untersuchungen und Schutz der Pfahlbauten im Bielersee». Bei einem Apéro klingt die Versammlung aus. 37 Kurzmeldungen Mithilfe beim Inventar der geschützten Bäume in Twann Auf dem Gemeindegebiet von Twann sind nach der Jahrtausendwende auf den Parzellen der Seeanstösser 318 Bäume ins kommunale Inventar der geschützten Bäume aufgenommen worden. Wegen der Uferschutzplanung war 2022 eine neue Bestandsaufnahme erforderlich, doch verfügte die Gemeinde Twann-Tüscherz nicht über eigene Kapazitäten für diese Aufgabe. Deshalb gelangte sie an den Vorstand des Netzwerks Bielersee. Dessen Mitglied Urs Rohner ist ausgebildeter Förster und erklärte sich bereit, die Gemeinde bei der Dokumentation des Ist-Zustands zu unterstützen. Die Erhebung vor Ort erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Werkhofleiter Marcel Engel. Dabei zeigte sich, dass die Zahl der Bäume seit der Erstaufnahme stark abgenommen hat. Dies hängt damit zusammen, dass die in Wassernähe standortgerechten Weichholzarten, welche im Uferbereich überwiegen, generell weniger alt werden als Harthölzer. Etliche Bäume mussten zudem Um- oder Neubauten weichen oder sind zum Teil auch aus Sicherheitsgründen entfernt worden. Ein weiterer Grund für den Rückgang ist die wachsende Biberpopulation. Für ihre Winternahrung brauchen die Tiere immer neue Bäume, wobei sie Weichhölzer wie die Silberweide oder Pappelarten eindeutig bevorzugen. Im Übrigen haben auch das mehrtägige Hochwasser im Juli 2021 und die wiederholten Hitzesommer gewisse Baumarten geschwächt. Weniger ist mehr Bei der Ersterhebung der geschützten Bäume im Uferbereich hat man unseres Erachtens zu viele Bäume im Inventar eingetragen. Die Qualität sollte jedoch Vorrang vor der Quantität haben. Dabei finden wir folgende Punkte wichtig: • In erster Linie sollen markante Bäume geschützt werden. • Nach Möglichkeit umfasst das Inventar nur standortgerechte und einheimische Arten, doch sind in privaten Gärten auch Kompromisse nötig. Denn es gibt durchaus auch prägnante, nicht einheimische Bäume, die einen Schutz verdienen. • Serbelnde oder durch Kronenschnitte stark verunstaltete Bäume sollten nicht mehr im Inventar aufgeführt werden. • Jährlich geschnittene Platanen werden nach der Erfahrung von Marcel Engel oft krank, was wir bei der Auswahl berücksichtigt haben. • Im aktualisierten Inventar sind die Baumarten mit Namen aufgeführt, was eine spätere Überprüfung vereinfacht. Empfehlungen für neu geschützte Bäume Auf öffentlichem Grund sollten möglichst einheimische Arten gepflanzt werden, was einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität leistet. Insbesondere die einheimische Schwarzpappel gehört an den Bielersee, doch dieser Baum braucht Platz und sollte nicht zu nahe an Gebäuden oder an der Bahnlinie stehen. Zu meiden sind auf jeden Fall invasive Arten wie Robinie, Blauglockenbaum oder Götterbaum. Es gibt in Twann zu viele geschützte Bäume, die zu nahe bei Gebäuden stehen und damit der Bausubstanz schaden. Damit müssen sie über kurz oder lang gefällt werden. Ein geschützter Baum muss sich entwickeln können, weshalb die Wahl der Baumarten sehr wichtig ist. Viele Bäume sind durch starken Kronenschnitt verunstaltet und damit kein s chöner Anblick mehr. Bäume unweit des Seeufers sind mit Metallgittern vor Biberfrass zu schützen. Mehrere Hausbesitzer erwähnten, die Tiere hätten in ihrem Garten sämtliche Bäume gefällt. Auch im Gemeindeteil Engelberg sollten die markantesten Bäume Eingang ins Inventar finden. Urs Rohner, Förster und Vorstand Netzwerk Bielersee 39 Aufwertung eines Hochstammobstgartens Oberhalb des Spitalzentrums Biel befindet sich ein grosser Hochstammobstgarten. In früheren Jahren lieferten die zahlreichen Zwetschgen- und Kirschbäume frische Früchte in die Spitalküche. Doch das war einmal, denn seit längerer Zeit werden die Bäume nicht mehr abgeerntet, geschnitten und gepflegt. Deshalb hat das Landschaftswerk vor einiger Zeit die Initiative ergriffen und zusammen mit dem Verein Netzwerk Bielersee einen Spendenaufruf bei den Mitgliedern lanciert. Ziel war es, den ökologisch wertvollen Hochstammgarten zu unterhalten und aufzuwerten. Bei dieser FundraisingAktion kamen rund 9800 Franken zusammen. Aber nur ein halbes Jahr später ging das Landschaftswerk leider Konkurs. Glücklicherweise gingen die Spendengelder auf unser Vereinskonto ein, wo die Mittel deshalb noch verfügbar sind. Der Vorstand des Netzwerks entschied, die Aufwertung der «Hostet» selbst in die Hand zu nehmen. Die genauere Überprüfung der Parzelle stellte die ursprüngliche Idee des Projekts allerdings in Frage. Statt die schon alten Hochstammbäume zu schneiden, kam der Vorschlag auf, an der westlichen Parzellengrenze eine Dornenhecke zu pflanzen. Anfangs November 2022 wurden 180 Wildrosensträucher und 20 Kreuzdorne gepflanzt. Als Vernetzungselement zum nahen Wald wird diese Hecke eine Lücke schliessen. Im Weiteren haben 40 wir Nisthilfen für seltene Brutvogelarten eingerichtet. Der Kurswechsel hängt mit der geplanten Verlegung des Regionalspitals nach Brügg zusammen. In einem Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren wird die «Hostet» voraussichtlich als Bauland verkauft. Damit werden die Hochstamm-Fruchtbäume ganz verschwinden. Dagegen bleibt die am Parzellenrand neu gepflanzte Hecke als wichtiges Element im Siedlungsgebiet erhalten. Bis es so weit ist, bietet die alte «Hostet» mit ihren zahlreichen toten Kronenteilen weiterhin wertvolle Lebensräume für Säugetiere, Vögel und Insekten. In wenigen Jahren kann dann die artenreiche Rosenhecke diese wichtige Rolle übernehmen. Urs Rohner, Förster und Vorstand Netzwerk Bielersee Räumung von Schwemmholz bjo. Insbesondere nach heftigen Unwettern gelangt vor allem via die Aare bei Hagneck viel Schwemmholz in den Bielersee. Dieses kann Infrastrukturanlagen, die Schifffahrt sowie Schilfbestände gefährden und bei Brücken, Regulieranlagen und Kraftwerken zudem den Durchfluss behindern. Aus diesem Grund setzt die kantonale Seepolizei bei absehbaren Grossereignissen nach Möglichkeit Schwemmholzsperren ein. Für die Bergung des angeschwemmten Materials aus solchen Sperren und in den Ufergebieten ist das bernische Amt für Wasser und Abfall (AWA) zuständig. Es nimmt diese Aufgabe aber nur wahr, sofern das Schwemmholz die Schilfbestände oder die konzessionierte Schifffahrt gefährdet. In den Bootshäfen müssen sich die Hafenbetreiber um die Bergung und Entsorgung kümmern, während in kantonalen Naturschutzgebieten das Amt für Landwirtschaft und Natur zuständig ist. An den übrigen Ufern kommt die Aufgabe des Aufräumens von gestrandetem Schwemmholz den Eigentümern oder Nutzern von Baurechten zu. Bis auf angeschwemmte Wurzelstöcke, die meistens gehackt und kompostiert werden, wird Schwemmholz in der Regel zerkleinert, sauberem Brennholz beigemischt und in Wärmeanlagen thermisch verwertet. Je nach Witterung sind die Mengen sehr unterschiedlich. In den drei grossen bernischen Seen belaufen sie sich durchschnittlich auf einige hundert Tonnen pro Jahr, können in extremen Situationen jedoch auf mehrere tausend Tonnen ansteigen. Bei solchen Grossereignissen sind kantonsweit bereits Kosten von über 2 Millionen Franken entstanden. Ein Netzwerk für lebendige Flüsse bjo. Ein neues Projekt soll für mehr Artenvielfalt und einzigartige Naturerlebnisse entlang der Schweizer Flüsse sorgen. Lanciert wird es von der national tätigen Gewässerschutzorganisation Aqua Viva – bei der das Netzwerk Bielersee als Kollektivmitglied mit von der Partie ist – und von der 2021 neu gegründeten Somaha Stiftung. Unter dem Namen «IG Lebendiger Fluss» soll das Vorhaben regionale Akteure vernetzen und unterstützen, die sich vor Ort für die Revitalisierung und den Schutz von natürlichen Flusslandschaften engagieren. Ziel ist die Etablierung eines landesweiten Netzwerks aus regionalen Interessengemeinschaften, damit die Menschen vor Ort Gehör finden, lokales Wissen in die Entscheidungsfindung einfliesst und Projekte im Sinne der Gewässerökologie umgesetzt werden. Aqua Viva erachtet die gesetzlichen Vorgaben für einen effizienteren Hochwasserschutz und revitalisierte Fliessgewässer als Jahrhundertchance für die ökologische Aufwertung der Gewässerlebensräume, aber auch für die Menschen vor Ort. Die neu geschaffene Dachorganisation «IG Lebendiger Fluss» will lokale Zusammenschlüsse, die sich auf diesen Gebieten engagieren, organisatorisch und inhaltlich unterstützen. Vorbild für das Projekt ist die «IG Lebendige Thur». Sie koordiniert und vertritt seit 2018 erfolgreich die Interessen der Umweltschutz- und Fischereiorganisationen entlang der Thur und ihrer Zuflüsse. An lokalen Zusammenschlüssen interessierte Organisationen und Einzelpersonen können sich bei Aqua Viva melden: www.aquaviva.ch 41 Geplante Revitalisierung der Seeufer bjo. In seiner Stellungnahme zur strategischen Revitalisierungsplanung des Kantons Bern für die Seeufer schlägt der Verein Netzwerk Bielersee vor, auch Eigentümer von privaten Seeuferparzellen für Renaturierungen zu motivieren. Dabei müssten solche Projekte wohl jeweils mehrere benachbarte Parzellen umfassen. Während Renaturierungen am Nordufer insbesondere wegen der Seetopografie schwierig zu realisieren sind, sieht der Vorstand vor allem im Gebiet zwischen dem Zihlkanal und Erlach ein erhebliches Potenzial für weitere Revitalisierungen. Seiner Ansicht sollte man das Schutzgebiet von Lüscherz bis Hagneck ohne Unterbruch weiterführen und im Siedlungsgebiet allfällige private Nutzungen des Seeanstosses überprüfen. Ein Leuchtturmprojekt wäre die naturnahe Gestaltung des Strandbodens in Biel – eventuell mit vorgelagerten Inselschüttungen. Sämtliche Parzellen im Besitz des Kantons Bern und der Gemeinden mit Seeanstoss sollten im Hinblick auf mögliche Revitalisierungen geprüft werden. Dies gilt 42 insbesondere in und um bestehende Naturschutzgebiete. Gute Chancen für eine Kombination von Naherholung und Uferaufwertung sieht der Verein primär am Bieler Strandboden, bei der Seematte in Nidau, die auch als Hundemätteli bekannt ist, sowie im Twannbachdelta, wo der Rückbau der Kläranlage die Möglichkeit für ein renaturiertes Naherholungsgebiet bietet. In Frage kommen aber auch weitere Gemeindeparzellen am See, die bereits heute der Naherholung dienen, aber noch nicht renaturiert sind – so zum Beispiel der Uferabschnitt vor dem Schwimmbad in Le Landeron oder halböffentliche Seeufer wie das Gelände der Stiftung von-Rütte-Gut in Sutz-Lattrigen. Wichtig ist für das Netzwerk Bielersee, dass die Ufergemeinden an ihren Seeabschnitten nicht nur Uferwege, sondern auch Freiflächen und naturnahe Uferlandschaften vorsehen. In Naturschutzgebieten verlangt der Verein zudem eine stärkere Entflechtung von Partikulärund Schutzinteressen. Informativer Erlebnistag im von Rütte-Gut bjo. Die Vorgängerorganisationen des Vereins Netzwerk Bielersee haben in den 1980er-Jahren entscheidend zur Gründung der Stiftung von Rütte-Gut beigetragen. Dank ihrem Einsatz steht das letzte verbliebene Patriziergut am Bielersee mit dem grosszügigen Seenanstoss am Ufer in Sutz-Lattrigen seit gut 20 Jahren der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Nach 1988 sind die schützenswerten Bauten und der ausgedehnte Landschaftspark in mehreren Etappen saniert und im Sinn einer Nutzung für öffentliche Anlässe umgestaltet worden. Mit einem erstmals durchgeführten Erlebnistag hat die Stiftung am 14. Mai 2022 einer breiten Bevölkerung die vielseitigen Aktivitäten im von Rütte-Gut vorgestellt und interessierten Organisationen wie unserem Verein gleichzeitig eine Plattform geboten, um sich zu präsentieren. Rund 20 verschiedene Akteure waren mit Info-Ständen, Führungen, Vorträgen und Attraktionen vor Ort und gestalteten den informativen Erlebnistag. Das Netzwerk Bielersee bot eine Führung durch die einheimische Pflanzenwelt an. Daneben führte Pro Natura Bootsfahrten entlang dem Ufer durch, und es gab Informationen zur Parkpflege, zur Datierung von uralten Hölzern sowie zu Heimatschutz und Denkmalpflege. Ein Wildblumenpfad, ein Pflanzenatelier und der Hofrundgang auf dem benachbarten Biobauernhof waren weitere interessante Angebote. 43 44 Sensibilisierung in Naturschutzgebieten bjo. Im Auftrag der kantonalen Abteilung Naturförderung sind die beiden Ranger Silvia Scheidegger und Peter Imboden seit 2019 in den drei Naturschutzgebieten St. Petersinsel, im Aaredelta bei Hagneck und in der Mörigenbucht unterwegs. Sie konzentrieren ihre Kontrollrundgänge vor allem auf Schönwetterperioden und die Wochenenden. Dann halten sich besonders viele Leute am Bielersee auf, die sie für Naturanliegen sensibilisieren können. In zahlreichen Gesprächen mit Stand-Up-PaddlerInnen ist den Rangern 2022 unter anderem aufgefallen, dass viele von ihnen kein Bewusstsein für die Störung der Tierwelt durch ihre Freizeitaktivitäten haben. Mit Flyern der Kampagne «Aufs Wasser mit Rücksicht» konnten sie die Paddler darauf hinweisen, einen Mindestabstand von 100 Metern zu Schilfbeständen, Kiesinseln und Sandbänken einzuhalten, grossen Vogelansammlungen weiträumig auszuweichen und die teilweise mit Bojen markierten Schutzgebiete zu respektieren. Wie die vielen positiven Rückmeldungen zeigten, waren die Angesprochenen in der Regel dankbar für diese Informationen, und es kam zu etlichen interessanten Sensibilisierungsgesprächen. Die Kiesinsel vor Hagneck ist eine Tabuzone Durch Ablagerungen von Geschiebe aus der Aare ist im Mündungsbereich bei Hagneck in den letzten Jahren eine allmählich wachsende Kiesinsel entstanden. Dieser Pionierlebensraum dient verschiedenen Vogelarten praktisch das ganze Jahr hindurch als wichtiger RastÜberwinterungs- oder Brutplatz. So konnten etwa die von der kantonalen Abteilung Naturförderung beauftragten Ranger auf der Insel vor Hagneck zwischen April und Oktober immer wieder seltene Vogelarten beim Rasten beobachten. Wenn es lange nicht regnet und in anderen Feuchtgebieten die Futterstellen für Watvögel austrocknen, ist das Aaredelta für sie ein wichtiger Rastund Futterplatz. Beim eher tiefen Winterwasserstand des Bielersees sind in früheren Jahren über eine Kiesbank immer wieder Personen vom Ufer aus auf die neue Insel gelangt – sei es aus Neugier, zum Spazieren, Ausruhen oder Schwimmen. Doch damit stören sie die anwesenden Vögel und beeinträchtigen deren Lebensraum. Im Januar 2022 wurde deshalb ein Wassergraben erstellt, so dass kaum mehr Besucher vom Festland auf Kiesbank und Insel spazierten, da man dazu zuerst durch knietiefes Wasser hätte waten müssen. Der heisse Sommer 2022 lockte aber nach wie vor viele Leute an, die mit Booten, Kajaks, Surfbrettern oder Luftmatratzen auf die Kiesinsel gelangten und auf diese Weise die Tierwelt beeinträchtigten. Die Seepolizei macht solche Personen auf ihr Fehlverhalten aufmerksam, kann aber – ebenso wie die Ranger – nicht dauernd vor Ort sein. 45 Vorstand 2023 Stand 1.3.2023 Präsident Vizepräsident Sekretariat Finanzen Bauberatung BeisitzerInnen Adrian Jakob Daniel Suter Maria Ritter Walter Bieri Rolf Suter Urs Luedi Daniel Bernet Cynthia Dunning Rita Haudenschild Urs Rohner Christine Wisler Untere Zelg 36, 3145 Oberscherli Plattenweg 3, 2502 Biel Nidaugasse 47, 2502 Biel Hauptstrasse 9D, 2575 Gerolfingen Werkhofstrasse 11, 2503 Biel Sandrainstrasse 3, 2552 Orpund Burgunderweg 17, 2505 Biel Schützengasse 21, 2502 Biel Gurtenweg 56, 3095 Spiegel bei Bern Moosweg 9, 3293 Dotzigen Gostel 18, 3234 Vinelz Impressum Jahresbericht Netzwerk Bielersee Rapport annuel Réseau lac de Bienne Herausgeber/Editeur Netzwerk Bielersee Réseau lac de Bienne Postfach/Case postale 2501 Biel/Bienne T 032 315 27 29 sekretariat@netzwerkbielersee.ch www.netzwerkbielersee.ch www.reseaulacdebienne.ch PC 25-5389-7 IBAN CH78 8083 3000 0059 2812 7 Auflage/Tirage 900 Ex. April/avril 2023 Redaktion und Produktion/ Rédaction et production Beat Jordi Ehrenmitglied Kontrollstelle Revisoren Ersatz Peter Klingenberg Im Vogelsang 28, 2502 Biel Übersetzungen/Traduction Milena Hrdina, Bienne Lektorat Elsa Känel, Milena Hrdina, Daniel Suter Matthias Gygax Caroline Kan Isabelle Dettwiler Delegierte und Vertretungen Stiftung von Rütte-Gut Stiftung Rebhaus Wingreis Stiftung Hans Iseli Aqua Viva MS Jura Genossenschaft Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft Bielmatten 13, 2564 Bellmund Weyernweg 27, 2560 Nidau Alpenstrasse 52, 2502 Biel/Bienne Christine Hurni Christine Hurni Cynthia Dunning Adrian Jakob Adrian Jakob Adrian Jakob Bildnachweis Archäologischer Dienst des Kantons Bern (33/1, 33/2: K. Imboden, 33, 34/1, 34/2: D. Marchand, 35/3), Aqua Viva, Lou Goetzmann (41/2), AWA Kanton Bern, (20/2: Rolf Tschumper, 29/1), Christian Budmiger (25), Catherine Folly (26/1), Adrian Jakob (7, 17, 43/2, 46), Beat Jordi (1, 11, 19/1, 24, 28/2, 36, 42 48), Kanton Bern – Empfehlungen für Bootsbesitzer (29/2), Peter Meier (8, 13, 14, 15, 16, 18, 32/2, 41/3), Guy Perrenoud (19/2), Maria Ritter (3, 4, 10, 12, 26/2, 27, 30, 32 43/1, 43/3, 44), Urs Rohner (38, 39, 40, 41/1), Markus Zeh (20/1, 21, 22), zVg (6, 28/1, 31/1, 35/1, 35/2, 45) Gestaltung/Conception graphique Oliver Salchli Druck/Impression Ediprim gedruckt auf FSC-Papier Netzwerk Bielersee Réseau Lac de Bienne Postfach/Case postale 2501 Biel/Bienne T 032 315 27 29 sekretariat@netzwerkbielersee.ch www.netzwerkbielersee.ch www.reseaulacdebienne.ch
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