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Ergebnisprotokoll

Full text: Ergebnisprotokoll

Lichtkonzept Stadtbahnbrücken City West 	 Berlin CharlottenburgWilmersdorf
Wettbewerb für Lichtplanung

Ergebnisprotokoll

Wettbewerb für Lichtplanung Lichtkonzept Stadtbahnbrücken City West Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf Ergebnisprotokoll

Berlin, Oktober 2011
	

Koordination Patrick Weiss, II D 2 Vorprüfung Torsten Rullmann Mitarbeit bei der Vorprüfung Lars Krokowski Digitale Bearbeitung Lars Krokowski Titelbild LumiX building solutions GmbH und aletja GbR, Berlin Druck A&W Digitaldruck, Berlin

Inhaltsverzeichnis
	

1. 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 1.17

Protokoll der Preisgerichtssitzung am 26.09.2011 ................7
	 Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit ...........................7
	 Konstituierung des Preisgerichts.................................................7
	 Eröffnung der Preisgerichtssitzung .............................................8
	 Bericht der Vorprüfung ................................................................8
	 Zulassung der Wettbewerbsarbeiten .........................................8
	 Informationsrundgang .................................................................9
	 Erster Wertungsrundgang ..........................................................9
	 Zweiter Wertungsrundgang .......................................................10
	 Engere Wahl..............................................................................10
	 Einzelbeurteilungen................................................................... 11
	 Festlegung der Rangfolge und Preise.......................................12
	 Empfehlung des Preisgerichts ..................................................12
	 Öffnung der Verfasserumschläge..............................................13
	 Abschluss der Sitzung...............................................................13
	 Protokollfreigabe der Preisrichter..............................................14
	 Anwesenheitsliste der Preisgerichtssitzung ..............................15
	 Teilnehmer des Wettbewerbs ....................................................18
	

2. 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.5.1 2.5.2 2.5.3 2.5.4 2.6

Bericht der Vorprüfung ...........................................................21
	 Vorlauf .......................................................................................21
	 Einlieferung der Arbeiten...........................................................21
	 Anonymisierung ........................................................................21
	 Vollständigkeit der Arbeiten.......................................................22
	 Vorprüfung.................................................................................23
	 Verfahren...................................................................................23
	 Prüfung der quantitativen Daten ...............................................23
	 Prüfung der qualitativen Daten..................................................23
	 Einbeziehung der Sachverständigen ........................................24
	 Einzelberichte der Arbeiten 1201 bis 1208................................25
	

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1.		

Protokoll der Preisgerichtssitzung am 26.09.2011
9:40 Uhr Amerika Haus Hardenbergstraße 22-24 10623 Berlin

Beginn der Sitzung:		 Ort:		

1.1		

Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit

Herr Weiss, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abteilung Städtebau und Projekte, Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren, begrüßt die Sitzungsteilnehmer und stellt die Anwesenheit (s. Anwesenheitsliste der Preisgerichtssitzung) und Vollzähligkeit des Preisgerichts fest.

1.2		

Konstituierung des Preisgerichts

Auf Vorschlag aus dem Kreis der stimmberechtigten Preisrichter wird Herr Schulz einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Stimmberechtigte Fachpreisrichter/-innen Jan Dinnebier Lichtplaner, Berlin Andreas Schulz Lichtplaner, Bonn Stefan Krüskemper Künstler, Berlin Corinna Rosteck Künstlerin, Berlin Stimmberechtigte Sachpreisrichter Manfred Kühne Abteilungsleiter Städtebau und Projekte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Klaus-Dieter Gröhler Bezirksstadtrat für Bauwesen Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin Cord Meyer Leiter Immobilienmanagement DB Netz AG Ständig anwesende stellvertretende Fachpreisrichterin ist Iris Tegtbur, Lichtplanerin, Berlin.

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1.3

Eröffnung der Preisgerichtssitzung

Herr Weiss lässt sich von den Mitgliedern des Preisgerichts versichern, dass - sie keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die Wettbewerbsaufgabe und deren Lösung seit dem Rückfragenkolloquium geführt haben und während der Dauer der Preisgerichtssitzung führen werden, - sie bis zum Preisgericht keine Kenntnis von Wettbewerbsarbeiten erhalten haben, soweit sie nicht als Vorprüfer oder Sachverständiger bei der Vorprüfung mitgewirkt haben, - sie die Beratung des Preisgerichts vertraulich behandeln werden, - die Anonymität der Arbeiten aus ihrer Sicht gewahrt ist, - sie es unterlassen werden, Vermutungen über die Verfasser anzustellen. Herr Weiss weist auf die persönliche Verantwortlichkeit der Preisrichter und Preisrichterinnen gegenüber Auslober, Wettbewerbsteilnehmern und Öffentlichkeit hin. Er bittet darum, die Leistung aller Teilnehmer durch entsprechend intensive und konzentrierte Bewertung aller vorhandenen Arbeiten zu honorieren.

1.4

Bericht der Vorprüfung

Herr Weiss beschreibt die städtebauliche Situation und die Grundzüge der Aufgabenstellung. Herr Spender, Leiter des Regionalmanagements City West, erläutert die gestalterischen Zielsetzungen des Wettbewerbs unter dem Aspekt der Entwicklung der City West. Hierbei spielen Präferenzen wie die Aufwertung der Eingangssituationen in die City West, die Gestaltung von Identifikations- und Orientierungspunkten als „Stadttore“, die Verbesserung der Verkehrssituation insbesondere für Fußgänger, die Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls in den Tunnelräumen sowie publikumswirksame Effekte z.B. für den Tourismus eine wesentliche Rolle. Herr Krokowski (Mitarbeiter der Vorprüfung) fasst den Verfahrensablauf und die Vorgehensweise der Vorprüfung zusammen. Der schriftliche Bericht der Vorprüfung wurde dem Preisgericht zu Beginn der Sitzung ausgehändigt. Die Vorprüfung wurde nach folgenden Arbeitsschritten vorgenommen: 1. Kontrolle der fristgemäßen Einlieferung der Wettbewerbsarbeiten 2. Öffnung der Wettbewerbsarbeiten, Überkleben der Kennzahlen durch Tarnzahlen und Anlegen einer Sammelliste 3. Überprüfung der formalen Anforderungen, Feststellen der Vollständigkeit der geforderten Leistung 4. Qualitative Vorprüfung 5. Quantitative Vorprüfung

1.5

Zulassung der Wettbewerbsarbeiten

Bei der Arbeit 1207 wurden die Präsentationspläne erst am 06.09.2011 abgegeben, während die CD mit den geforderten Leistungen fristgerecht

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eingeliefert wurde. Die Überprüfung ergab, dass die fristgerecht abgegebenen Pläne im .pdf-Format mit den Präsentationsplänen übereinstimmen. Das Preisgericht beschließt einstimmig den Verbleib der Arbeit 1207 im weiteren Verfahren. Die Arbeiten 1202, 1203, 1205, 1207 und 1208 haben für die Brücken des Realisierungsteils Leistungen abweichend vom in der Auslobung geforderten Maßstab 1:100 abgegeben. Gemäß dem Rückfragenprotokoll konnte allerdings ein anderer Maßstab in diesem Punkt gewählt werden, sofern der Teilnehmer diesen zur Darstellung seiner Arbeit als angemessener ansah. Die Arbeiten 1201, 1205, 1206 und 1207 haben mehr als eine räumliche Darstellung mit Standpunkt nach freier Wahl für die drei Brücken des Realisierungsteils abgegeben. Diese beinhalten jedoch Darstellungen von Lichtabfolgen für die jeweiligen Brücken. Die Darstellungen können dem Punkt 1.10 Nr. 4 der Auslobung zugeordnet werden und sind deshalb konform zur Auslobung. Das Preisgericht beschließt einstimmig, alle eingegangenen Wettbewerbsarbeiten zur weiteren Beurteilung zuzulassen.

1.6

Informationsrundgang

Ab 10:00 Uhr stellt der Vorprüfer Herr Rullmann die Arbeiten in der Reihenfolge der Tarnzahlen ohne jede Wertung anhand der Planunterlagen und der Erläuterungsberichte ausführlich vor und beantwortet Verständnisfragen des Preisgerichts zu den Arbeiten. Der Informationsrundgang endet um 10.55 Uhr mit einer sich daran anschließenden Kaffeepause.

1.7

Erster Wertungsrundgang

Der Vorsitzende weist darauf hin, dass im ersten Wertungsrundgang Arbeiten nur einstimmig ausgeschieden werden können. Stimmenthaltungen sind nicht zugelassen. Im ersten Wertungsrundgang werden ab 11:20 Uhr alle Arbeiten eingehend diskutiert. Wegen gestalterischer und funktionaler Mängel, ohne dass diese durch besondere konzeptionelle Ansätze aufgewogen werden, werden folgende Arbeiten einstimmig im ersten Wertungsrundgang aus dem Verfahren ausgeschieden: Arbeit 1202 Arbeit 1207 Die übrigen 6 Arbeiten verbleiben im Verfahren. Arbeit 1201 Arbeit 1203 Arbeit 1204

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Arbeit 1205 Arbeit 1206 Arbeit 1208 Der erste Wertungsrundgang endet um 12:00 Uhr.

1.8

Zweiter Wertungsrundgang

Im 2. Wertungsrundgang werden die im weiteren Verfahren verbliebenen 6 Wettbewerbsarbeiten vertiefend betrachtet und die besonderen funktionalen und gestalterischen Aspekte der Entwürfe erläutert. Eingehend diskutiert werden die Aspekte der Realisierbarkeit, hier besonders jene der Verkehrssicherheit, der Verschmutzungsanfälligkeit bzw. der Wartungsintensivität sowie der Herstellungs- und Betriebskosten. Nach der Diskussion scheiden folgende drei Arbeiten im 2. Wertungsrundgang aus: (für Verbleib) Arbeit 1201 Arbeit 1204 Arbeit 1208 0 0 1 : : : : (gegen Verbleib) 7 7 6

Folgenden drei Arbeiten bleiben im Verfahren (für Verbleib) Arbeit 1203 Arbeit 1205 Arbeit 1206 6 4 4 : : : : (gegen Verbleib) 1 3 3

Die Arbeiten 1203, 1205 und 1206 verbleiben im Verfahren und bilden die engere Wahl. Der zweite Wertungsrundgang endet um 12:40 Uhr.

1.9

Engere Wahl

Das Preisgericht beschließt, die Arbeiten der engeren Wahl schriftlich nach den Kriterien der Auslobung zu beurteilen. Den Arbeiten werden Gruppen aus Fach- und Sachpreisrichtern zugeteilt. Nach der Mittagspause wird die Sitzung ab 14:00 Uhr fortgeführt. Die Einzelbeurteilungen werden vor den Arbeiten vorgetragen und diskutiert. Um sich einen vertiefenden Eindruck von der Situation vor Ort zu verschaffen, wird ab 14:25 Uhr eine halbstündige Ortsbegehung der Brücken Hardenberg- und Kantstraße durchgeführt. Hieran anschließend werden die Einzelbeurteilungen ergänzt und verabschiedet.

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1.10

Einzelbeurteilungen

Arbeit 1203 Die Arbeit 1203 überzeugt durch ihre Zeichenhaftigkeit. Durch die Reduktion auf die Grundform des Kreises, der sich dynamisch in die Brückenkonstruktion schmiegt, entsteht ein spannungsreiches Objekt. Die Idee der Interaktivität wird gewürdigt. Hervorzuheben ist ebenfalls die Veränderung der Ansicht durch die Bewegung der Passanten, hervorgerufen durch die Anbringung von jeweils komplementärfarbigen Leuchten. Die Variation des Objektes bei möglichen weiteren sieben Brücken erscheint nicht ausreichend. Als problematisch wird die Gefahr durch Vandalismus und Verschmutzung z.B. durch Tauben angegeben. Der Unterhalt und die Ringkonstruktion werden kritisch eingeschätzt. Arbeit 1205 Die Arbeit hebt die Konstruktion der Brücken deutlich hervor. Mittels unterschiedlicher weißer Lichtfarben werden die Brücken individualisiert. Zusätzlich wird eine Fernwirkung über die Beleuchtung der Strommasten angestrebt. Das Konzept wird an der Kant- und Bleibtreustraße konsequent über die Anstrahlung der Trägerelemente umgesetzt. Die Brückenuntersicht stellt sich aus der Perspektive als geschlossene Fläche in unterschiedlichen Weiß-Nuancen dar. Mit zunehmender Nähe löst sich die Fläche auf und wirkt daher nur noch subtil über ein indirektes Licht. An der Hardenbergstraße weicht das Konzept von der Stringenz der anderen Brücken ab. An Quer- und Längsträgern werden „zufällig“ Felder ausgewählt beleuchtet. Durch die mangelnde Dichte gelingt es hier nicht, die konstruktiven Details, wie vom Verfasser erwünscht, hervor zu heben. Die Perspektivwirkung geht im Gegensatz zu den anderen Brücken verloren. Es werden nur punktuell Lichtfelder wahrgenommen. Die Einbindung der öffentlichen Beleuchtung funktioniert, ohne das Konzept aufzuweichen. Das Beleuchtungskonzept ist ohne Aufwand auf weitere Brücken übertragbar. Die technisch gut umsetzbare, unauffällige Lösung lässt den künstlerischen Ansatz jedoch vermissen. Arbeit 1206 Der Entwurf geht auf die charmante Ruppigkeit der Brückenkonstruktion ein und respektiert sie auf eine unaufgeregte Art. Er versucht, über ein warmes, positives Licht-Raum-Ambiente die Orte aufzuwerten. Die Individualisierung der Entwürfe erlaubt auch eine Einbindung in ein Gesamtkonzept, ggf. einzelner ortsbezogener Entwürfe. Allerdings sind auch innerhalb der gefundenen Ideen inhaltliche Schwächen zu sehen. Wenig überzeugen die Ideen für die Bleibtreustraße und vor allem für die Hardenbergstraße. Das Konzept reagiert in erster Linie auf ein Teilsegment der Brückenkonstruktion durch die Inszenesetzung der weiß ausgemalten Brückenkassetten.

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Die Unterstützung der Konzeptgedanken durch die interaktiven Elemente scheint sehr schwer umsetzbar und anfällig zu sein. Der dahinterstehende, hohe technische Aufwand wird kritisch gesehen, er steht im Missverhältnis zu den erreichbaren Effekten. Der Unterhaltungs- und Energieaufwand der gefundenen Ideen ist zu prüfen bzw. nachzuweisen.

1.11

Festlegung der Rangfolge und Preise

Nach Verabschiedung der schriftlichen Beurteilungen werden die Arbeiten der Engeren Wahl erneut vergleichend diskutiert und bewertet. Dabei stellt das Preisgericht fest, dass nach seiner Auffassung kein Entwurf die gestellte Wettbewerbsaufgabe umfassend gelöst hat, ein übergreifendes künstlerisches Lichtkonzept für alle Brücken sowie überzeugende individuelle Entwurfslösungen für die einzelnen Brückenstandorte zu entwickeln. Deshalb wird in Frage gestellt, ob die Vergabe eines ersten Preises angemessen ist. Das Preisgericht beschließt einstimmig, die ausgelobten Preise und die Verteilung der Preisgelder neu festzulegen. Anschließend wird ein Meinungsbild über die Rangfolge der Preise erstellt. Nach eingehender differenzierter und abwägender Diskussion beschließt das Preisgericht einstimmig: 2. Preis ein 3. Preis ein 3. Preis Arbeit 1203 Arbeit 1205 Arbeit 1206 7 7 7 : : : 0 0 0

Die Verteilung der Preissummen wird wie folgt festgelegt: 2. Preis: ein 3. Preis: ein 3. Preis: 3.300,00 € 2.000,00 € 2.000,00 €

1.12

Empfehlung des Preisgerichts

Das Preisgericht ist zu der Erkenntnis gelangt, dass der Anspruch der Auslobung, ein übergreifendes Gesamtkonzept für die acht Stadtbahnbrücken zu finden, in Anbetracht der sehr unterschiedlichen Dimensionen und Konstruktionen der Brücken und der Unterschiedlichkeit der städtebaulichen Rahmenbedingungen an den einzelnen Brückenstandorten wohl nicht zu erfüllen ist. Deshalb gilt es, für die einzelnen Brücken spezifische Entwurfslösungen zu entwickeln, die dem jeweiligen Ort angemessen sind. Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, die weitere Bearbeitung wie folgt zu gestalten: Für die Stadtbahnbrücke über der Bleibtreustraße soll die mit dem 2. Preis ausgezeichnete Arbeit weiter verfolgt werden. Dabei sollen folgende, von

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der Preisgerichtsjury diskutierte Aspekte berücksichtigt bzw. hinsichtlich der Realisierbarkeit überprüft werden: - Überprüfen des Entwurfs hinsichtlich der technischen Umsetzbarkeit (Erzielen der beabsichtigten Lichtwirkung, Haltbarkeit der verwendeten Materialität usw.); - Erarbeiten einer konstruktiven Lösung für den Taubenschutz, ohne die Leichtigkeit und Filigranität der Installation zu beeinträchtigen; - Berücksichtigung der Ausführung der Installation in vandalismussicherer Höhe; - Überprüfen der Betriebskosten unter dem Aspekt der Verschmutzung (z.B. durch Tauben) und des Vandalismus; -	 Einhaltung des vom Verfasser angegebenen Kostenrahmens für die Installation an der Stadtbahnbrücke über der Bleibtreustraße unter Berücksichtigung des Gesamtbudgets; Nach einer Konkretisierung des Entwurfs und einer Bemusterung vor Ort soll über die weitere Realisierung entschieden werden. Die mit dem 3. Preis ausgezeichneten Arbeiten sollen in einem sich diesem Verfahren anschließenden Workshop-Verfahren die Stadtbahnbrücken über die Hardenberg- und Kantstraße weiter bearbeiten. In dieses Verfahren sollen der Bauherr und die fachlich Beteiligten eingebunden werden.

1.13

Öffnung der Verfasserumschläge

Die Umschläge mit den Verfassererklärungen werden nach Abschluss der Sitzung geöffnet. Die Namen der 8 Wettbewerbsteilnehmer werden verlesen.

1.14

Abschluss der Sitzung

Der Vorsitzende entlastet die Vorprüfung. Er bedankt sich bei allen Mitarbeitern für die sorgfältige Vorbereitung und für die gute Durchführung des Verfahrens. Er dankt allen Mitgliedern des Preisgerichtes für die engagierte und konstruktive Mitarbeit und gibt mit dem Wunsch nach einer guten Verwirklichung des Projektes den Vorsitz an Herrn Weiss zurück. Dieser bedankt sich ebenfalls für die geleistete Arbeit und schließt die Sitzung. Ende der Sitzung Die Sitzung endet um 15:45 Uhr. Das Protokoll wurde vom Vorsitzenden des Preisgerichts gelesen und genehmigt.

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1.15

Protokollfreigabe der Preisrichter

Das Protokoll wird genehmigt:

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1.16

Anwesenheitsliste der Preisgerichtssitzung

Wettbewerb für Lichtplanung Lichtkonzept Stadtbahnbrücken City West Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf Preisgerichtssitzung Montag, den 26.09.2011, Beginn 9:40 Uhr bis Amerika-Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin

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- entschuldigt -

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- entschuldigt -

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1.17

Teilnehmer des Wettbewerbs
	

Preisträger Arbeit 1203 2. Preis

LumiX building solutions GmbH, Berlin aletja GbR, Berlin Christian Schroeder, LumiX building solutions GmbH Alexander Kuhnert, aletja GbR Murat Cap, LumiX building solutions GmbH Gordon Wehowsky, aletja GbR

Verfasser: Mitarbeiter:

Arbeit 1205 3. Preis

Arup GmbH, Berlin Hans Peter Kuhn, Berlin Hans Peter Kuhn und Arup Emily Dufner, Paula Longato, Carolin Seib, Michael Hess

Verfasser: Mitarbeiter:

Arbeit 1206 3. Preis

Anne Boissel Licht und Raumgestaltung, Berlin

2. Rundgang Arbeit 1201 2. Rundgang

Lichttransfer, büro für lichtplanung Katrin Söncksen, Berlin Susanne Rottenbacher, Künstlerin, Berlin Katrin Sönksen Susanne Rottenbacher Julia Erlhöfer Rafael von Uslar Anny und Sibel Öztürk

Verfasser: Mitarbeiter: Kunsthistoriker/ Kurator: Künstlerinnen:

Arbeit 1204 2. Rundgang

Architekturbüro Planwerk, Essen Baartmans, Amsterdam (NL) Peter Brdenk Paul Baartmans Anat Ledermann, Kristina Hlucha

Verfasser: Mitarbeiter:

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Arbeit 1208 2. Rundgang		

Light Design Engineering, Stuttgart Latz + Partner, Kranzberg Andrew Holmes Stephanie Schuster / Light Design Engineering Marta Kosic Kordic / Light Design Engineering Michael Stegmeier / Latz + Partner

Verfasser:		 Mitarbeiter:		

1. Rundgang Arbeit 1202 1. Rundgang		

Pfarré Lighting Design, München Leni Schwendiger Lightprojects Ltd, New York (USA) Pfarré Lighting Design Leni Schwendiger Lightprojects Ltd Leni Schwendiger, Gerd Pfarré, Ute Besenecker, Katja Möbs, Christoph Gisel, Jennifer Langer, Dominik Buhl, Claire Snavely, Tasha Jammaluddin

Verfasser:		 Mitarbeiter:		

Arbeit 1207 1. Rundgang		 Verfasser:		

studio kybra, Frankfurt am Main Ingo Bracke, Mary-Anne Kyriakou

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2. Bericht der Vorprüfung 2.1 Vorlauf
Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündigung vom 29. April 2011 in einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren (Teilnahmewettbewerb gemäß RPW) durch ein vom Preisgericht unabhängiges Auswahlgremium acht Büros bzw. Arbeitsgemeinschaften ausgewählt. Die Auslobungsbroschüre wurde den Teilnehmern vorab am 12. Juli 2011 in digitaler Form per E-Mail zugesandt und die digitalen Anlagen standen gleichzeitig zum Download zur Verfügung. Die Auslobungsbroschüre wurde am 14. Juli 2011 per Post an die Teilnehmer versendet. Am 02. August 2011 fand ein Rückfragenkolloquium mit den teilnehmenden Büros im Amerika Haus in der Hardenbergstraße 22-24 in 10623 Berlin mit einer anschließenden Ortsbegehung statt. Die Rückfragen der Teilnehmer konnten bis zum 04. August 2011 schriftlich gestellt werden. Die Zusammenstellung der Fragen und Antworten wurde am 10. August 2011 versandt.

2.2 Einlieferung der Arbeiten
Der Abgabetermin für die Wettbewerbsarbeiten war der 05. September 2011. Alle 8 Arbeiten wurden bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in der Brückenstraße 6 entgegengenommen, quittiert und Datum und Uhrzeit sowie Art der Unterlagen in einer Sammelliste notiert. 6 eingereichte Arbeiten gingen in allen Teilen erkennbar termingerecht ein. Bei einer Arbeit erfolgte die Abgabe der Planunterlagen erst am 06. September 2011, während die CD mit den geforderten Leistungen am 05. September abgegeben wurde. Es wurde festgestellt, dass die Dateien der CD mit den geplotteten Präsentationsplänen identisch sind. Bei einer weiteren Arbeit wurde keine CD abgegeben. Diese wurde am 07. September 2011 nachgeliefert. Die Wettbewerbsunterlagen wurden ungeöffnet in die Räume der Vorprüfung, Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24 in 10623 Berlin, transportiert.

2.3 Anonymisierung
Die eingegangenen Arbeiten sowie die dazugehörigen Verfassererklärungen und alle sonstigen abgegebenen Unterlagen wurden nach dem Zufallsprinzip mit einer 4-stelligen Tarnzahl von 1201 bis 1208 gekennzeichnet. Die Reihenfolge des Eingangs ist aus der Reihenfolge der vergebenen Tarnzahlen nicht erkennbar. In einer angelegten Sammelliste ist die

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Zuordnung zwischen den Kennzahlen der Verfasser und den Tarnzahlen notiert. Eingangsdatum sowie Art und Zustand der Verpackung wurden erfasst und die Verfassererklärungen unter Verschluss genommen.

2.4 Vollständigkeit der Arbeiten
Die Vollständigkeit der Arbeiten wurde gemäß Punkt 1.10 der Auslobung geprüft. Das Ergebnis wurde in der nachstehenden Prüftabelle notiert. Bei der Arbeit 1206 fehlte bei den abgegebenen Unterlagen die CD mit den
1 2 Ansichten der Brücken des Ideenteils im M 1:200, Lagepläne und Schnitte, soweit zum Verständnis des Entwurfs erforderlich 3 Lagepläne, Ansichten und Schnitte der drei Brücken des Realisierungsteils (Brücken Hardenberg-, Kantund Bleibtreustraße) im M 1:100 4 Details, Systemskizzen zu den Installationen, zur Befestigung am Brückenbauwerk etc. in geeignetem Maßstab, ggf. Screenshots zur Darstellung von Lichtabfolgen für die Brücken des Realisierungsteils 5 Jeweils eine räumliche Darstellung mit Standpunkt nach freier Wahl für die drei Brücken des Realisierungsteils 6 Erläuterungsbericht Kostenschätzung des zu erwartenden Betriebsund Wartungsaufwandes für die ersten 10 Jahre Kostenschätzung für Herstellung der ersten drei Installationen einschl. Angaben über die voraussichtliche Honorarhöhe für die Entwurfsund Ausführungsplanung incl. Bauleitung 7 8 9 CD-ROM

Lageplan im M 1:2.000 mit Darstellung der städtebaulichen Gesamtsituation und der übergeordneten Konzeptidee

Aussagen zu Konstruktion und Materialien

Verzeichnis der eingereichten Unterlagen

.pdf-Dteien der Präsentationspläne

.tif-Dateien der Präsentationspläne

Erläuterung und Begründung des Entwurfskonzeptes

Angaben zum Lichtniveau

1201 1202 1203 1204 1205 1206 1207 1208

x x x x6 x6 x x
6

x x3 x
x

x1 x4 x5 x7 x8 x x
10

x x x x x x x x

x2 x x x x9 x9 x9 x

x x x x x x x x

x x x x x x x x

x x x x x x x x

x x x x x x x x

x x11 x x x x x12 x

Verfassererklärung

Tarnzahl

x x x x x x x x

x x x x x x x x

x x x x x x x x

x x x x x x x x

x x x

x

x5

x		 Leistung liegt vor. – Leistung liegt nicht vor. 1 Der Verfasser hat den Lageplan und die Ansicht der Brücke Hardenbergstraße im M 1:200 dargestellt. 2 Der Verfasser hat für jede Brücke des Realisierungsteils jeweils 2 räumliche Darstellungen abgegeben. 3 Der Verfasser hat unmaßstäbliche Skizzen der Brücken des Ideenteils mit Lichtverläufen abgegeben. 4 Der Verfasser hat die Lagepläne der Kant- und Hardenbergstraße nur im M 1:200 dargestellt. 5 Der Verfasser hat die Lagepläne und Schnitte nur im M 1:200 dargestellt. 6.		 Der Verfasser hat den Lageplan in einem kleineren Maßstab (unmaßstäblichen) dargestellt 7.		 Der Verfasser hat nur Lagepläne im M 1:200 dargestellt, Ansichten und Schnitte fehlen. 8.		 Der Verfasser hat die Lagepläne der Kant- und Bleibtreustraße im M 1:200 und jenen der Hardenbergstraße im M 1:250 dargestellt. 9 Der Verfasser hat mehr als jeweils 1 räumliche Darstellung für jede Brücke des Realisierungsteils abgegeben. 10 Der Verfasser hat die Lagepläne im M 1:200 und die Schnitte in unterschiedlichen Maßstäben dargestellt. 11		 Der Verfasser hat keine Berechnung zu den Wartungskosten abgegeben. 12 Der Verfasser hat keine Berechnung zu den Betriebskosten abgegeben. 13 Der den Unterlagen in ausgedruckter Form beigefügte Erläuterungsbericht ist kürzer als jener im .pdf-Format auf der CD.

Erläuterungsbericht

x x x x x x x13 x

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digitalen Unterlagen. In einer anonymen Sammel-E-Mail an alle Wettbewerbsteilnehmer wurden die Verfasser am 06.09.2011 aufgefordert, sich telefonisch zu melden. Die fehlende CD wurde in der Brückenstraße 6 am 07.09.2011 nachgereicht. Auf der vom Verfasser der Arbeit 1207 eingereichten CD fehlte ein Präsentationsplan im .pdf-Format. Dieser wurde durch Abgabe einer neuen CD am 06.09.2011 nachgereicht.

2.5 Vorprüfung 2.5.1 Verfahren

Die Vorprüfung wurde vom 07. September 2011 bis zum 23. September 2011 im Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24 in 10623 Berlin, durchgeführt. Die Prüfung der Wettbewerbsarbeiten erfolgte durch den Vorprüfer für Lichtplanung Torsten Rullmann und dem Mitarbeiter der Vorprüfung Lars Krokowski.

2.5.2

Prüfung der quantitativen Daten

Die in der Ausschreibung geforderten quantitativen Nachweise wurden anhand der Verfasserangaben auf Plausibilität geprüft.

2.5.3

Prüfung der qualitativen Daten

Die für die Vorprüfung angelegten Prüfkriterien sind aus den in der Auslobung unter 3.4 benannten Kriterien zur Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten abgeleitet und durch den Vorprüfer in Zusammenarbeit mit den Sachverständigen überprüft worden. Folgende Kriterienbereiche wurden im Rahmen der Vorprüfung bearbeitet und finden sich entsprechend als Gliederung in den Einzelberichten wieder: Leitidee Gesamtkonzept Lichtatmosphäre Einzelbrücken Denkmalgerechter Umgang mit Brücken und Stadtbahnviadukt Zusammenwirken Lichtkunst und öffentliche Beleuchtung Vereinbarkeit mit verkehrlichen Belangen Technische Ausstattung, Materialwahl, Robustheit Energieeffizienz und ökologische Aspekte Einhaltung der Kostenrahmens Wirtschaftlichkeit

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2.5.4

Einbeziehung der Sachverständigen

Im Rahmen der Vorprüfung hatten die Sachverständigen die Gelegenheit, die Wettbewerbsarbeiten zu begutachten. Folgende Sachverständige haben die Arbeiten im Rahmen der Vorprüfung begutachtet: Herr Spender, Regionalmanagement CITY WEST Frau Krusenbaum, Bauwesen - Fachbereich Hochbau, BA CharlottenburgWilmersdorf von Berlin Herr Lehnert, Bauwesen - Fachbereich Tiefbau, BA CharlottenburgWilmersdorf von Berlin Herr Gropp, Referat Soziale Stadt, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Frau Hoffschröer, Leiterin Objektmanagement Öffentliche Beleuchtung, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

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2.6 Einzelberichte der Arbeiten 1201 bis 1208
Jede Wettbewerbsarbeit wird auf zwei Seiten dargestellt und beinhaltet 6 Abbildungen und den Einzelbericht. Die Abbildungen umfassen: 3 Perspektiven (Hardenberg-, Kant- und Bleibtreustraße), 2 Schnitte (Brücke Hardenberg- und Bleibtreustraße) und 1 Detail (Ausnahme 1204 mit nur 2 Details). Die Textseite auf der rechten Seite enthält die Ergebnisse der qualitativen Prüfung nach dem dargestellten Kriterienkatalog. Zitate der Verfasser sind kursiv dargestellt.

Lichttransfer Büro für Lichtplanung Katrin Söncksen, Berlin und Susanne Rottenbacher, Berlin | 2. Rundgang

1201

Perspektive Hardenbergstraße

Perspektive Kantstraße Schnitt Brücke Hardenbergstraße

Perspektive Bleibtreustraße Detail Hardenbergstraße

Schnitt Brücke Bleibtreustraße

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1201

Leitidee Gesamtkonzept Der Wettbewerbsbeitrag setzt auf ein eigenständiges und übergeordnetes Kunst-/ Medienkonzept im Umgang mit den 8 Baukörpern. BRÜCKEN ist ein Lichtkonzept für die Unterführungen der Berliner Stadtbahn in der City West, welches sich zum Ziel setzt, diese historisch und städtebaulich interessanten Passagenräume zu freundlicheren Orten zu gestalten. Lichtatmosphäre der Einzelbrücken / Zusammenwirken Lichtkunst/ öffentliche Beleuchtung Das Grundlichtkonzept aller Brücken wird vereinheitlicht. Bestandsleuchten werden rückgebaut und durch Anbaudownlights mit variabler Lichtverteilung ersetzt. Die 3 beispielhaften Installationen treten als eingenständige und objekthafte Elemente in Erscheinung. Ihre formale Ausbildung ist daher auch bei Tag erkennbar. Die Lichtatmosphäre der Einzelbrücken wird daher sehr stark von der jeweiligen Thematik des Entwurfs bestimmt. Die Installation im Bereich der Brücke Hardenbergstraße „Eine Stimme verschwebten Schweigens“ besteht aus 10 außenraumtauglichen Kästen mit integrierten Lauflichtbändern. Sie bilden an Comics erinnernde Sprechblasen mit variablen Texten ab, deren Zitate ortsbezogene Themen aufnehmen und mit der Koppelung von eingesprochenen Texten aus „Flüsterstationen“ in einen Diskurs mit dem Besucher treten sollen. Die Installation „Notationssystem“ im Bereich der Brücke Kantstraße besteht aus Gruppen von linearen Lichtobjekten, deren Flächen farbig strukturiert sind. Die Brücke Bleibtreustraße wird von großen runden Lichtobjekten mit einer ebensolchen strukturierten Oberfläche geprägt. In beiden Fällen wird die Installation als leuchtender Körper wahrgenommen, der aber auch über das abgestrahlte Licht mit dem Bauwerk korrespondiert. Neben der Konstruktion aus Acrylglas werden hierbei LED-Lichtlinien geplant. Die Brücken an sich bilden den Rahmen einer stadträumlich wirkenden Kunstausstellung, ein übergreifend-architektonisches Gesamtthema gibt es hierbei nicht.

Denkmalgerechter Umgang Brücken/ Bahnviadukt Die Brücken werden als Baudenkmal in ihrer jetzigen Ausprägung erhalten, jedoch als solche nicht direkt bearbeitet. Vereinbarkeit mit verkehrlichen Belangen Die Installationen sind in ihrer Art an die verkehrlichen Belange angepasst, bilden aber zusätzliche visuell sehr starke Elemente. Technische Ausstattung, Materialwahl, Robustheit/ Energieeffizienz, ökologische Aspekte Ihre technische Ausstattung ist in Teilen vergleichsweise aufwendig, jedoch durchaus erprobt. Die verwendeten Materialien bedingen einen erhöhten Wartungsaufwand bzw. ein erhöhtes Vandalismuspotential. Ein effizienter Betrieb ist über die ausgewählten LED-Leuchtmittel gewährleistet, der Stromverbrauch ist jedoch durch die geplante Anschlussleistung und die vorgeschlagene Betriebszeit verhältnismäßig hoch. Für die Grundbeleuchtung sind Aufbauleuchten breitstrahlend und als Wallwasher in LED-Technik geplant. Einhaltung des Kostenrahmens, Wirtschaftlichkeit Der vorgegebene Kostenrahmen für die Errichtung der 3 umzusetzenden Brücken scheint abgesehen von gewissen Risiken bei den Wartungskosten realistisch. Die Betriebs- bzw. Wartungskosten der Installationen liegen bei knapp 100.000,00 € bzw. 40.000,00 € in 10 Jahren. Die Einbeziehung von unterschiedlichen Künstlern für die Gestaltung der weiteren 5 Brücken stellt einen noch nicht sicher zu planendes Zeit- und Kostenpotential dar.

Pfarré Lighting Design, München und Leni Schwendiger Lightprojects Ltd, New York | 1. Rundgang

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Perspektive Hardenbergstraße

Perspektive Kantstraße Schnitt Brücke Hardenbergstraße

Perspektive Bleibtreustraße Detail Hardenbergstraße

Schnitt Brücke Bleibtreustraße

Lichtkonzept Stadtbahnbrücken City West / Ergebnisprotokoll

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Leitidee Gesamtkonzept Das Lichtkonzept SunGATES setzt auf die Betonung der jeweiligen Bauwerksstruktur über die farbige Illumination von Sonnenauf- und Untergangslicht. Der lichtkünstlerische Entwurf der SunGATES sieht vor, den Norden und Süden Charlottenburgs durch helle Räume, die durch die S-Bahn Brücken gebildet werden, zu verknüpfen. Das Konzept stellt durch die Formulierung von ausdrucksstarken FarbLichträumen ein Angebot zur Verschönerung dar. Lichtatmosphäre der Einzelbrücken Technisch wird die Anstrahlung der Träger über spezielle linear-engstrahlende LED`s mit Linsentechnologie „Tailorlights“ erreicht. Das Konzept bildet eine Kunstlichtillumination bei Dämmerung bzw. in der Dunkelheit. Es wirkt, bis auf die Auswahl differenzierter Farbspektren, einheitlich-übergreifend auf alle 8 Brücken. Dies gilt auch für die Wahl der Beleuchtungskörper für das Grundlicht unter allen Brücken. Ein Fernwirkung wird zudem über die Beleuchtung der äußeren Brückenträger mit weißem Licht erzielt. Denkmalgerechter Umgang Brücken/ Bahnviadukt Die Brückenkonstruktion wird hervorgehoben, dabei baulich nicht verändert. Die Gesamtwahrnehmung der Brückenräume wird jedoch deutlich sichtbar über farbiges Licht verfremdet. Zusammenwirken Lichtkunst/ öffentliche Beleuchtung Hinsichtlich des Verhältnisses von Grundlicht und Illumination sind in Bezug auf das zu erwartende Gesamtlichtniveau sowie das Kontrastverhalten zur Lichtkunst noch Tests erforderlich. Um die Wirksamkeit der Inszenierung zu verbessern, wird vom Bewerber vorgeschlagen, anzustrahlende Bauteile heller zu streichen bzw. mit glimmerhaltigem Lack zu behandeln, und somit ihre Reflexionseigenschaften zu verbessern. Die farbliche Behandlung wiederum stellt einen Gestaltungseingriff am Bauwerk dar, der speziell bei Tageslicht wahrnehmbar ist. Vereinbarkeit mit verkehrlichen Belangen Die farbige Inszenierung stellt eine wesentliche Beeinflussung der Wahrnehmung des Verkehrsraumes dar. Speziell hinsichtlich der Farbzuordnung und Erkennbarkeit von Signalanlagen sind 1:1 Versuche und ggf. Anpassungen unabdingbar.

Technische Ausstattung, Materialwahl, Robustheit/ Energieeffizienz, ökologische Aspekte Dieser Gestaltungsvorschlag ist gezielt einfach und kostengünstig auf die Anforderungen der Wettbewerbsausschreibung abgestimmt: Intensiv in der Wirkung, unkompliziert zu errichten, wirtschaftlich zu betreiben (…). Dies kann weitestgehend bestätigt werden, da die vorgeschlagenen Produkte effizient und sicher sind und keine Steuerung benötigen. Für die Grundbeleuchtung sind bewährte IP 65Serienprodukte mit T5-Leuchtmitteln sowie Downlights mit Kompaktleuchtstofftechnik geplant. Es wird angestrebt, auf Fabrikate zurückzugreifen, die bereits beim Manager der öffentlichen Beleuchtung gelistet sind. Für die 3 Brücken wird von Gesamtanschlussleistungen von 2,8 kW für das Grundlicht und 2,5 kW für die Inszenierungsbeleuchtung ausgegangen. Einhaltung des Kostenrahmens, Wirtschaftlichkeit Die Erstellungskosten Lichtkunst an den 3 Brücken wird mit knapp 410.000,00 € angegeben und es fallen Betriebskosten von knapp 7.000,00 € in 10 Jahren für die Illumination an. Konkrete Zahlen zu Wartungskosten liegen nicht vor, dürften aber auf Grund der Art der Beleuchtungsanlagen und der geplanten Betriebsdauer von jährlich 2.100 Stunden niedrig liegen.

LumiX building solutions GmbH, Berlin und aletja GbR, Berlin | 2. Preis

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Perspektive Hardenbergstraße

Perspektive Kantstraße Schnitt Brücke Hardenbergstraße

Perspektive Bleibtreustraße Detail Hardenbergstraße

Schnitt Brücke Kantstraße

Lichtkonzept Stadtbahnbrücken City West / Ergebnisprotokoll

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Leitidee Gesamtkonzept Grundidee des Entwurfes ist die Ausbildung von raumgreifenden Lichtobjekten in Ringform unterhalb aller Brücken. Ihr farbiges Licht wird durch Bewegungsströme angesteuert. Der Entwurf versucht nicht, eine generelle „Verbesserung“ der städtischen Situation herbei zuführen, sondern soll eher die den jeweiligen Brücken eigenen Charakteristika verstärken. Dies betrifft ihre Baulichkeiten als auch die Bedeutung und tageszeitenabhängige Frequentierung im Stadtraum. So versteht sich der gestalterische Ansatz eher als eine Art Reagenz und Resonanz der vorhandenen Bewegungsströme. Dazu werden ringförmige Leuchtobjekte der spezifischen Form der jeweiligen Brücke angepasst und in ein System unterschiedlicher Farbkombinationen eingebunden. Es entsteht eine Familie aus teils sehr unterschiedlichen Objekten, die dann doch wieder eine große Gemeinsamkeit in dem strukturellen Aufbau haben. Sie bestehen aus jeweils mehreren 100 Einzeleinheiten mit je 2 komplementärfarbenen Einzelleuchten. Dieses Prinzip ist für alle 8 Brücken geplant. Lichtatmosphäre der Einzelbrücken / Zusammenwirken Lichtkunst/ öffentliche Beleuchtung Die Lichtatmosphäre unterhalb der Brücken wird wesentlich durch das sich verändernde Licht der geschwungenen Ringe geprägt. Das Lichtbild am Boden hingegen ist durch das weiße Licht der Grundbeleuchtung präsent. Dieses Grundbild prägt alle Brücken. Einen Ortsbezug gibt es lediglich über Ringform, Lichtfarben bzw. die Frequenz ihrer Änderung. Eine gute Fernerkennbarkeit ist gegeben. Denkmalgerechter Umgang Brücken/ Bahnviadukt Das Lichtobjekt tritt in den Vordergrund, die Brücken selbst werden zum Träger. Vereinbarkeit mit verkehrlichen Belangen Die Art der Objektbeleuchtung, das Prinzip der Komplementärfarben sowie deren Dimmfrequenzen hat einen deutlichen Einfluss auf die Wahrnehmung des Verkehrsraumes. Hier müssten musterhafte Versuche zur Umsetzungsfähigkeit gemacht werden. Hinsichtlich der Beachtung des nötigen Lichtraumprofils sind im Bereich der Bleibtreustraße noch Anpassungen nötig.

Technische Ausstattung, Materialwahl, Robustheit/ Energieeffizienz, ökologische Aspekte Die technische und insbesondere konstruktive Gestaltung ist vergleichsweise anspruchsvoll. Dies ist insbesondere unter Berücksichtigung von zu erwartenden Lasten, Schwingungen der Brückenkonstruktion und der Vandalismus- bzw. Verschmutzungsanfälligkeit der Konstruktion zu beachten. Die Materialien sind für die geplante Anwendung geeignet. Das Verhältnis von Gestaltungsansatz und der dafür nötigen Energie ist durch die Wahl der LEDLeuchtmittel Typ optoLUME 002 LUNA mit Farbfiltern und moderner Steuerungselemente ausgewogen. Die Grundbeleuchtung wird über LED-Leuchten vom Typ Kallisto (Fa. Norka) mit jeweils 48 W erzeugt. Einhaltung des Kostenrahmens, Wirtschaftlichkeit Der Kostenrahmen wird mit geschätzten knapp 430.000,00 € eingehalten. Die Betriebskosten der 3 Brücken auf 10 Jahre sind mit knapp 110.000,00 € beziffert. Speziell die angesetzten Wartungskosten von 1.500 bis 2.000 € pro Brücke und Jahr (gesamt 50.000,00 € in 10 Jahren) sind auf Grund der baulich anspruchsvollen Ausführung und deren Vandalismusanfälligkeit nicht sicher vorherzusagen.

Architekturbüro Planwerk, Essen und Paul Baartmans, Amsterdam | 2. Rundgang

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Perspektive Hardenbergstraße

Perspektive Kantstraße Detail Hardenbergstraße

Perspektive Bleibtreustraße Detail Bleibtreustraße

Lichtkonzept Stadtbahnbrücken City West / Ergebnisprotokoll

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Leitidee Gesamtkonzept Die in diesem Beitrag sehr klar durchgearbeitete Grundthematik Achtung Licht ! in der Schreibweise ACHT. UN.G LICHT! gilt als Kürzel für ACHT UNGEWÖHNLICHE GESTALTUNGEN MIT LICHT AN BERLINER STADTBAHNBRÜCKEN. Die Idee bezieht sich auf den einzelnen Brücken zugeordnete Themen, welche über die jeweilige Installation transportiert werden. Es entstehen „Lichtgeschichten“ zum jeweiligen Ort. Der Titel der Geschichte assoziiert Zusammenhänge aus dem Umfeld, aus der Geschichte des Ortes, aus den Straßennamen oder sonstigen Besonderheiten. Die Lichtinstallationen gehen mit künstlerischer Interpretation auf die Titel ein. Hierbei erhält jede Brücke neben ihrer individuellen Lichtgeschichte auch eine zugeordnete Farbe, die auch zur Orientierung beitragen soll. Es gelten die sieben Spektralfarben plus die Farbe Weiß. Für alle Brücken sind individuelle Lichtinstallationen geplant. Diese reichen von horizontal hängenden Lichtmodulen über lineare Lichtelemente, eingestellten Leuchtkästen bis zu hinterleuchteten durchbrochenen Verkleidungen. Sie sind im Hinblick auf eine öffentlich-touristische Verwendbarkeit auch konzeptionell und grafisch untermauert. Der Entwurf ist ansatzweise für alle 8 Brücken bearbeitet. Lichtatmosphäre der Einzelbrücken Die 3 durchgearbeiteten Brücken haben auf Grund ihrer Individualität sehr unterschiedliche Stimmungen. Während in der Hardenbergstraße eine leuchtende Unterwasserwelt entsteht, entstehen in der Kantstraße Assoziationen an eine Bibliothek und in der Bleibtreustraße ein Blick ins All. Alle Einzelinstallationen sind thematisch und konstruktiv leicht erfassbar. Eine Fernwirkung ist nicht in allen Fällen gegeben, ein durchgängig erlebbares Grundthema aller Brücken ist nicht geplant. Denkmalgerechter Umgang Brücken/ Bahnviadukt Die geplanten Lichtinstallationen sind mehr oder weniger homogen in die Brückentragwerke eingebunden und beziehen sich dementsprechend auf die Konstruktionen. Zusammenwirken Lichtkunst/ öffentliche Beleuchtung Innerhalb des Konzeptes wird keine textliche Aussage zum Grundlicht bzw. der öffentlichen Beleuchtung gemacht. Auch gibt es in den Plänen keine erkenn-

bare Trennung. Den Fußwegbereichen in der Hardenbergstraße sind LED-linien zugeordnet. An einigen weiteren Brücken sind innerhalb der einzelnen Installationen Norka-Rohrleuchten mit T5-Technik verortet. Vereinbarkeit mit verkehrlichen Belangen Die Installationen sind in ihrer Größe und Lichtwirkung Werbeanlagen ähnlich und beeinflussen daher innerhalb der üblichen Sehgewohnheiten den Verkehrsraum und dessen Wahrnehmung nur wenig. Allerdings fehlt eine konkrete Aussage zum verkehrsrelevanten Grundlicht. Technische Ausstattung, Materialwahl, Robustheit/ Energieeffizienz, ökologische Aspekte Bei den verwendeten Objekten handelt es sich um zumeist vereinheitlichte und markterprobte Industrieprodukte aus Aluminiumprofilen und schlagfestem Makrolon. Hinsichtlich ihrer Robustheit gegen Verschmutzung und Vandalismus bergen sie jedoch ein gewisses Risiko. Durch den Einsatz moderner LEDTechnologie sind die 3 umzusetzenden Installationen als effizient zu betrachten. Einhaltung des Kostenrahmens, Wirtschaftlichkeit Der Kostenrahmen ist mit knapp 440.000,00 € eingehalten, die Stromverbrauchskosten auf 10 Jahre liegen bei ca. 74.000,00 €. Der Wartungsaufwand scheint mit 14.500,00 € zu gering angesetzt.

Arup GmbH, Berlin und Hans Peter Kuhn, Berlin | 3. Preis

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Perspektive Hardenbergstraße

Perspektive Kantstraße Schnitt Brücke Hardenbergstraße

Perspektive Bleibtreustraße Detail Hardenbergstraße

Schnitt Brücke Bleibtreustraße

Lichtkonzept Stadtbahnbrücken City West / Ergebnisprotokoll

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Leitidee Gesamtkonzept Die Grundidee des Entwurfes basiert auf einer reinen Illumination der Unterkonstruktion bzw. Teilen dieser mit weißem Licht unterschiedlicher Farbtemperatur. Daneben werden die vertikalen Oberleitungsmasten im Bereich der einzelnen Brücken aus Bodenlichtpunkten heraus angestrahlt. Für die Beleuchtung der S-Bahn-Brücken sollen gerade Linien von sanftem weißem Licht die Kassettenfelder jeder Brücke erhellen. Durch eine Kombination von kalt- und warmweißen Lichtquellen wird jede Brücke einzigartig auf ihren spezifischen Kontext oder auf ihre architektonische Besonderheit bezogen beleuchtet. Ein zweites Element unseres Entwurfskonzeptes ist die Beleuchtung der vertikalen Strommasten, die sich entlang der südlichen Seite der Bahn-Trasse befinden. Uns ist es wichtig, die Lichtinstallation horizontal und vertikal zu verbinden und so für Fußgänger und Bahn- und S-Bahn-Passagiere erlebbar zu machen. Auf Grund seiner übergeordneten Idee lässt sich das Thema gut auf alle weiteren Brücken anwenden. Jedoch besteht hinsichtlich der Prägnanz und Differenzierbarkeit nur wenig Spielraum. Lichtatmosphäre der Einzelbrücken / Zusammenwirken Lichtkunst/ öffentliche Beleuchtung Die Lichtatmosphäre aller Brücken wird durch das Zusammenspiel aus der Grundbeleuchtung über Anbaudownlights mit verschiedenen Abstrahlwinkeln und der differenzierten Bauteilbeleuchtung mittels linearen LED-Bändern geprägt. Vorhandenes soll dabei in eher unspektakulärer Art ins Bewusstsein des Betrachters gerückt werden. Die Gesamtlichtatmosphäre im Bereich der Brücken bleibt weitgehend neutral. Eine Fernwirkung wird in diesem Entwurf auch über die vertikalen Strommasten erzielt. Denkmalgerechter Umgang Brücken/ Bahnviadukt Es findet innerhalb des Konzeptes lediglich eine bauteil- bzw. konstruktionsbezogene „Erhöhung“ statt. Vereinbarkeit mit verkehrlichen Belangen Diese ist durch den konzeptionellen Ansatz der Verwendung von weißem Licht in Verbindung mit der konstruktionsbezogenen Beleuchtung gut gegeben. Was die Anstrahlung der vertikalen Oberleitungsmasten angeht, muss eine sehr gute Sicherheit gegen störende Blendung nachgewiesen werden.

Technische Ausstattung, Materialwahl, Robustheit/ Energieeffizienz, ökologische Aspekte Die Art der Beleuchtungskörper und deren Installation ist vergleichsweise einfach umzusetzen. 1:1-Lichttests haben die gute Wirksamkeit der geplanten Leuchten aufgezeigt. In Hinblick auf die Illumination der Masten muss ein Nachweis auf Wirksamkeit der geplanten Einzel-LED-Spots noch erfolgen. Die Leuchten sind gut eingebunden und vandalismussicher. Auf Grund ihrer Einbausituation ist eine sorgsame Wartung und Reinigung jedoch unabdingbar. Hinsichtlich ihrer Anschlussleistungen / Effizienz sind die verwendeten Leuchtkörper gut geeignet. Ökologische Aspekte, wie z.B. Schutz nachtaktiver Tiere sind bedacht worden. Für die Grundbeleuchtung sind Anbaustrahler der Fa. Selux mit HIT 35W-Leuchtmitteln vorgesehen, die Bodenleuchten für die Maste sind mit LED’s ausgerüstet , die dimmbaren LED-Lichtbänder werden über Photozelle und astronomische Schaltuhr gesteuert. Einhaltung des Kostenrahmens, Wirtschaftlichkeit Der Kostenrahmenplan lässt sich bis auf die Angaben zur Wartung (insbesondere Reinigung) gut nachvollziehen. Die Erstellungskosten liegen bei 470.000,00 €, Stromverbrauchskosten bei 22.500,00 €. Der angesetzte Reinigungsintervall von 36 Monaten wird jedoch als zu lang eingeschätzt, was ggf. zu höheren Wartungskosten als die geplanten 11.700,00 € führt. Auch scheint die in den Kosten angesetzte Ausstattung von lediglich 6 der insgesamt 32 Masten mit Up-lights für die Erkennbarkeit der Konzeptidee nicht ausreichend.

Anne Boissel Licht und Raumgestaltung, Berlin | 3. Preis

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Perspektive Hardenbergstraße

Perspektive Kantstraße Schnitt Brücke Hardenbergstraße

Perspektive Bleibtreustraße Detail Hardenbergstraße

Schnitt Brücke Bleibtreustraße

Lichtkonzept Stadtbahnbrücken City West / Ergebnisprotokoll

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Leitidee Gesamtkonzept In diesem Beitrag wird konsequent mit weißem Licht gearbeitet. Die Einzellichtinstallationen sind formal sehr klar und spielen mit dem Thema der Zugbewegungen. Dabei wird mit dem Prinzip der Anstrahlung von Flächen, aber auch mit Einzellichtquellen gearbeitet, die in ihrer Intensität variieren. Die „Familie“ von zugleich ähnlichen wie eigenartigen Räumen soll von den vorgeschlagenen Installationen in ihrer Präsenz gesteigert und aufgewertet werden. Alle Lichtkonzepte beziehen sich sowohl auf die Architektur der Brücken als auch auf die fahrenden und haltenden S-Bahnen und Züge. Bei den Brücken ohne Bahnhof, auf denen die Züge nur passieren, geschieht dies über gesteuerte Projektionen auf den Seitenwänden. An den sehr viel tieferen Brücken mit den Bahnsteigen des Bahnhofs Zoologischer Garten (Hardenbergstraße, Hertzallee) und des S-Bahnhofs Savignyplatz (Bleibtreustraße) handelt es sich immer um eine Lichtinstallation im Deckenbereich unter den Bahnsteigen. Das Konzept ist für alle 8 Brücken angedacht / erarbeitet. Somit ist eine Durchgängigkeit des Themas gegeben. Lichtatmosphäre der Einzelbrücken Durch die Verwendung von weißem Licht und dem Wechselspiel mit Reflexionsflächen entsteht eine eher homogene Gesamtlichtstimmung, die lediglich durch das Auf- und Abdimmen intuitiv erlebbare Reize schafft. Die weiß gestrichenen Deckenuntersichten der Brücke Hardenbergstraße werden angestrahlt, die Brücke Kantstraße wird über die Projektion einer Treppenstruktur auf die schräg verlaufende Natursteinwand geprägt und die Konstruktion der Bleibtreustraßenbrücke erhält einen zentral angeordnete Lichtinstallation in Form eines „Funkenregens“. Eine wahrnehmbare Fernwirkung ergibt sich nicht in allen Fällen. Denkmalgerechter Umgang Brücken/ Bahnviadukt/ Zusammenwirken Lichtkunst/ öffentliche Beleuchtung Die Deckenaufhellung der Brücke Hardenbergstraße stellt gestalterisch betrachtet eine auch tagsüber sichtbare Veränderung dar.

Die Installationen selbst sind an die Architektur der Brücken angelehnt und wirken additiv zum Grundlicht. Dieses wird über punktuelle und lineare Anbauleuchten mit LED- und Leuchtstoff, sowie auf LED-umgerüstete vorhandenen Mastleuchten erzeugt. Vereinbarkeit mit verkehrlichen Belangen Innerhalb der Planungen sind nur geringe Veränderungen auf die sicherheitsrelevante Wahrnehmung des Verkehrsraumes zu erwarten. Technische Ausstattung, Materialwahl, Robustheit/ Energieeffizienz, ökologische Aspekte Die aufgezeigten Effekte werden mit handelsüblichen ansteuerbaren LED-Leuchten erzielt. Diese lassen sich neben einer punktuellen Klemmbefestigung teilweise auch über Verklebung gut mit der Konstruktion verbinden und sicher betreiben. Der notwendige Energieeinsatz steht in einem effizient und ökologisch sinnvollen Verhältnis zum beabsichtigten Effekt. Einhaltung des Kostenrahmens, Wirtschaftlichkeit Der Kostenrahmen für die Erstellung wird mit ca. 440.000,00 € eingehalten. Die Kostenplanung für Betrieb und Wartung , für 3 Brücken und 10 Jahre ist mit 30.000,00 € bzw. 60.000,00 € beziffert.

studio kybra, Frankfurt am Main | 1. Rundgang

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Perspektive Hardenbergstraße

Perspektive Kantstraße Schnitt Brücke Hardenbergstraße

Perspektive Bleibtreustraße Detail Hardenbergstraße

Schnitt Brücke Bleibtreustraße

Lichtkonzept Stadtbahnbrücken City West / Ergebnisprotokoll

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Leitidee Gesamtkonzept Innerhalb einer sehr komplexen inhaltlich-theoretischen Betrachtung zielt der Entwurf auf die Ausrüstung der Brückenkonstruktion mit einer Vielzahl von Lichtkästen ab , deren Gestaltung und Vernetzung das Thema einer „grafischen Lichtpartitur“ aufnimmt. Additiv dazu werden über Einzelspots Teile der Stahlkonstruktion, Auflagerwände bzw. vorgesetzte Wandgestaltungen beleuchtet. Es entstehen eigenständig erlebbare Lichträume. Es wird ein gestalterischer Brückenschluss vollzogen, der die Stadt als audiovisuelles Zeichensystem versteht und sie als urbane Partitur begreift. Entlang der S-Bahn Bögen durchzieht ein Band des „URBAN RYTHM“ den Stadtraum. Beleuchtungsstrategie: > Hervorheben der architektonischen Strukturen der Brückenbauwerke > den Rhythmus der Schienen-Spur verwendend > S-Bahnbögen als KLANG-Schiene der Stadt > übertragen der Bahnspuren als rhythmisierte Lichtwege als rechteckiger Muster und Patterns auf der Unterseite des Brückenkörpers > leuchtende Inlays zwischen / unter den Gleis-Spuren Lichtatmosphäre der Einzelbrücken Sie wird durch eine teilweise großflächige Verkleidung der Brückenuntersichten geprägt. Vornehmlich werden weiße Lichtfarben in Verbindung mit grafischen Elementen verwendet, die additiv zu den Beleuchtungskörpern der Grundbeleuchtung wirksam werden. Innerhalb der geplanten Lichtsteuerung werden einzelne Segmente der Lichtflächen gedimmt bzw. einzeln angesteuert. Dies führt zu einem Wechselspiel der Lichtgestaltung, das jedoch eher langsam bzw. weich abläuft. Im Bereich der Brücke Bleibtreustraße werden neben der Anstrahlung einer Wandgrafik farbige Lichtkästen entlang der Stützen geplant. Für die weiteren 5 Brücken sind formal ähnliche Entwürfe geplant. Denkmalgerechter Umgang Brücken/ Bahnviadukt Die Verkleidung großer Teile der Konstruktion und eine starke Eigenthematik stellt einen wahrnehmbaren Eingriff am eigentlichen Bauwerk dar. Allerdings sind die Installationen reversibel angebracht. Vereinbarkeit mit verkehrlichen Belangen/ Zusammenwirken Lichtkunst/ öffentliche Beleuchtung Wie in den anderen grafisch-objekthaften Entwürfen prägen die hinterleuchteten Flächen den Gesamteindruck unterhalb der Brücken. Das Grundlicht tritt

in den Hintergrund, ohne seine verkehrssichernde Funktion einzubüßen. Der sparsame Einsatz von farbigem Licht ermöglicht eine weitestgehend gute Wahrnehmung. Eventuell führt die zu erwartende Differenz der Beleuchtungsstärke bzw. Leuchtdichte unterhalb der Brücken und dem Umfeld bei bestimmten Personen zu Beeinträchtigungen. Technische Ausstattung, Materialwahl, Robustheit Es werden für die Installationen standardisierte Leuchtkastenmodule sowie Industriestrahler geplant. Auf Grund ihrer geplanten Dimensionierungen werden jedoch teils aufwendige Trag- und Befestigungselemente notwendig, die auch lastenbezogen auf Umsetzbarkeit zu prüfen sind. Auch bergen gerade die vertikalen Lichtflächen in der Bleibtreustraße ein hohes Maß an Vandalismuspotential. Eine Angabe zu Schutzgrad und Material der Leuchtkästen fehlt zudem, so das diese auch hinsichtlich ihrer Einsetzbarkeit und Kosten kritisch zu bewerten sind. Energieeffizienz, ökologische Aspekte Auch hier spielt trotz des Einsatzes moderner Leuchtmittel die Großflächigkeit der Installationen zu betriebswirtschaftlich hohen Kosten. Ein Schutz der Umgebung vor unerwünschten Lichtsmog betrifft dies ebenso. Einhaltung des Kostenrahmens, Wirtschaftlichkeit Der Kostenrahmen ist mit 440.000,00 € ausgewiesen, setzt aber hinsichtlich der Einschätzung von Kosten für Lichtmodule und Spots nicht sicher zu erzielende Preise an. Angaben zu Befestigungen und deren Kosten sowie die Benennung der Betriebskosten fehlen (Einer Schätzung nach belaufen sich die Stromverbrauchskosten bei einer angesetzten Betriebsdauer von 3000 Stunden im Jahr auf knapp 100.000,00 € für 3 Brücken in 10 Jahren). Die angesetzte Wartungspauschale von jährlich nur 800,00 € je Brücke scheint überdies zu niedrig beziffert.

Light Design Engineering, Stuttgart und Latz + Partner, Kranzberg | 2. Rundgang

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Perspektive Hardenbergstraße

Perspektive Kantstraße Schnitt Brücke Hardenbergstraße

Perspektive Bleibtreustraße Detail Hardenbergstraße

Schnitt Brücke Bleibtreustraße

Lichtkonzept Stadtbahnbrücken City West / Ergebnisprotokoll

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Leitidee Gesamtkonzept Die Grundidee der Arbeit basiert auf einem szenisches Licht-Schattenspiel unter den Brücken. Dazu werden ausgesuchte dramatische Lichteinfälle simuliert. Licht und Schattenszenen werden auf Wände und Böden der Gehwegbereiche projiziert. Sie verfremden, machen die Orte dabei interessant, werten sie auf. Sie werden zu Kunsträumen. Die Besucher und Passanten dieser Räume, dadurch dass sie die Schatten verfremden und selbst Schatten erzeugen, werden chamäleonartig in die Gesamtinszenierung eingebunden. Das gezeigte Prinzip lässt sich klar auch auf weitere Brücken anwenden. Dazu sind im Entwurf schon Grundstrukturen der Projektion aufgezeigt. Lichtatmosphäre der Einzelbrücken / Denkmalgerechter Umgang Brücken/ Bahnviadukt Das Lichtbild unterhalb der Brücken stellt sich zweigeteilt dar. Während die eigentliche Fahrspur gezielt über das Grundlicht beleuchtet wird, gibt es eine starke strukturelle Prägung und Verfremdung der Fußgängerbereiche. Die Brückenkonstruktion selbst bleibt unbeleuchtet, der Gesamtraum darunter jedoch wirkt fast bühnenartig. Zusammenwirken Lichtkunst/ öffentliche Beleuchtung Die Grundidee basiert auf einer konsequenten Abgrenzung beider Systeme. Dies geschieht auch durch den Einsatz unterschiedlicher Farbtemperaturen. Inwieweit die „saubere“ Trennung von Grund-, Verkehrs- und Streulicht zur Inszenierung der Seitenzonen speziell im Bereich Hardenbergstraße funktioniert, ist modellhaft zu testen. Über eine tageslicht- bzw. zeitabhängige Steuerung werden die 2 Lichtniveaus angepasst und in ein gutes Wahrnehmungsverhältnis gebracht. Vereinbarkeit mit verkehrlichen Belangen Sie ist für den Autoverkehr gegeben, die Dramatisierung der Lichtgestaltung kann jedoch bei empfindsamen Personen emotional beeinflussend wirken. Technische Ausstattung, Materialwahl, Robustheit/ Energieeffizienz, ökologische Aspekte Der Entwurf lässt sich mit 2 Leuchtentypen umsetzen, die beide als robust und technisch sicher anzusehen sind. Er ist zudem hinsichtlich seiner Betriebskosten als sehr effizient zu bezeichnen.

Es werden für die öffentliche Beleuchtung LEDFlächenstrahler mit 24 W und für die Projektionen Strahler mit 100 W Anschlussleistung verwendet. Einhaltung des Kostenrahmens, Wirtschaftlichkeit Der Kostenrahmen wird mit etwa 454.000,00 € nur leicht überschritten, die Stromverbrauchskosten für 3 Brücken in 10 Jahren liegen bei ca. 28.000,00 €, die Unterhaltskosten in diesem Zeitraum sind mit 22.000,00 € angesetzt.
        
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