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Auslobung

Full text: Auslobung

Erweiterungsbauten Berlin Neukölln für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli - CR²
Nichtoffener Wettbewerb

Auslobung

Nichtoffener Wettbewerb Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² Berlin Neukölln Auslobung

Berlin, Juni 2011

Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin Wettbewerbsausschreibung Inge Schmidt-Rathert, II D 1 Ulrike Lickert, Architektin Digitale Bearbeitung Ulrike Lickert Titelbild Ulrike Lickert Druck G.R.I.M.M, Berlin

Inhaltsverzeichnis
Anlass und Ziel ........................................................................................7
 Teil 1 Verfahren ........................................................................................9
 1.1	 1.2	 1.3	 1.4	 1.5	 1.6	 1.7	 1.8	 1.9	 1.10	 1.11	 1.12	 1.13	 1.14	 1.15	 1.16	 1.17	 1.18	 2.1	 2.2	 2.3	 2.4	 2.5	 2.6	 2.7	 2.8	 2.9	 3.1	 3.2	 3.3	 3.4	 3.4.1	 3.4.2	 3.4.3	 3.4.4	 3.4.5	 3.5	 3.6	 3.7	 3.8	 3.9	 3.10	 3.11	 4.1	 4.2	 Auslober, Bauherr, Nutzer ...........................................................9
 Art des Verfahrens ......................................................................9
 Richtlinien für Wettbewerbe ........................................................9
 Teilnahmeberechtigung .............................................................
10 Preisgericht und Vorprüfung...................................................... 11
 Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen .......................................14
 Abgabe der Wettbewerbsarbeiten.............................................14
 Ortsbesichtigung, Rückfragen ..................................................15
 Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen...................................15
 Geforderte Leistungen ..............................................................16
 Beurteilungsverfahren und Vorprüfung .....................................19
 Preise und Anerkennungen.......................................................19
 Weitere Bearbeitung..................................................................19
 Eigentum und Urheberrecht ......................................................
20 Verfassererklärung ....................................................................20
 Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten........20
 Haftung und Rückgabe .............................................................21
 Zusammenfassung der Termine................................................21
 Städtebauliche Rahmenbedingungen .......................................23
 Historische Entwicklung des Standortes ...................................24
 Der Campus Rütli - CR² ............................................................26
 Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem und freiraum­ planerischem Ideenteil .............................................................. 30 Das Wettbewerbsgrundstück / Baufelder ..................................31
 Technische Infrastruktur ............................................................34
 Erschließung und Verkehr.........................................................34
 Planungsrecht ...........................................................................35
 Bauordnungsrecht.....................................................................36
 Planungsumfang .......................................................................37
 Städtebaulich-architektonische Zielsetzung..............................38
 Zielsetzung	Freiflächen .............................................................39
 Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli - CR²..................
40 Umbaumaßnahme Schulaltbau.................................................40
 Schulerweiterung ......................................................................43
 Elternzentrum/Pädagogische Werkstatt/Beratende Dienste 47
 Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT) ...............................................49
 Berufsorientierende Angebote...................................................
50 Funktionale	Anforderungen	Freiflächen	/	Außenanlagen ..........51
 Erschließung / Stellplätze .........................................................52
 Baukosten / Wirtschaftlichkeit ...................................................53
 Nachhaltigkeit	/	Energieeffizienz	/	Ökologische	Zielsetzung.....55
 Barrierefreies Bauen .................................................................56
 Baurechtliche Vorschriften, Normen und Richtlinien .................56
 Beurteilungskriterien des Preisgerichts.....................................57
 Digitale Anlagen .......................................................................59
 Quellenangaben .......................................................................62


Teil 2 Situation und Planungsvorgaben ..............................................23


Teil 3 Wettbewerbsaufgabe ..................................................................37


Teil 4 Anhang .........................................................................................59


Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Anlass und Ziel

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Anlass und Ziel
Der Campus Rütli liegt im Norden des Berliner Bezirks Neukölln, das Ge­ biet wurde im Vorfeld als sozialer Brennpunkt bekannt und daher ab 2001 in die Gebietskulisse des Berliner Quartiersmanagements einbezogen. Das Projekt Campus Rütli – CR² will mit seinem integrierten Ansatz die herkömmlichen Strukturen verändern und Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche, schulische Angebote sowie Berufsbildungs-, Freizeit und Sportangebote an einem Ort vereinen. Es soll ein Campus als Lebensort entstehen, der einheitliche Bildungsbiographien unter Einbeziehung der Eltern von der Kindertagesstätte bis zum Eintritt in die Berufsausbildung ermöglicht und dessen Gemeinschaftsschule alle schulischen Abschlüsse bietet. Auf dem Gelände soll mit den bereits vorhandenen schulischen und sozi­ alen Einrichtungen in den nächsten Jahren ein bildungs-, sozial-, kultur-, sport- und freizeitbezogener Campus entwickelt werden. Bereits Anfang 2009 wurde ein Realisierungswettbewerb für eine Quar­ tierssporthalle mit einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Ideenteil durchgeführt. Der Spatenstich für den Neubau der Quartierssporthalle ist im Mai 2011 erfolgt, die Fertigstellung ist für 2012 geplant. Das mit dem 1. Preis des Ideenteils ausgezeichnete städtebauliche Konzept wurde auf veränderte Rahmenbedingungen angepasst und ist Grundlage für die Pla­ nung. Gegenstand dieses Wettbewerbs ist es, Erweiterungsbauten für die Ge­ meinschaftsschule auf dem Campus Rütli - CR² zu planen. Geplant werden sollen Neubauten für die Schulerweiterung, Wirtschaft-Ar­ beit-Technik (vormals Arbeitslehre), Elternzentrum / Pädagogische Werk­ statt / Beratende Dienste sowie notwendige Umbauten im Schulaltbau. Ziel des Wettbewerbs ist es, gestalterisch und funktional anspruchsvolle Entwürfe für die unterschiedlichen Neubauten zu erhalten, die in über­ zeugender Weise den Campus-Gedanken weiterentwickeln und hohe Nutzungsqualitäten bei gleichzeitiger Kosten- und Energieoptimierung aufweisen. Geplant ist ein Baubeginn 2012 und die Fertigstellung für 2016. Der enge Terminrahmen setzt eine Optimierung der Planung und Ausführung sowie deren Organisation und Ablauf voraus. Der Gesamtkostenrahmen für die Baumaßnahmen beträgt 25.500.000 Euro brutto und ist zwingend einzuhalten. Die	 zu	 planende	 Nutzfläche	 beträgt	 insgesamt	 ca.	 4.920	 m²	 für	 die	 Neu­ bauten und 719 m² im Schulaltbau.

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 1 Verfahren

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Teil 1 Verfahren 1.1 Auslober, Bauherr, Nutzer

Auslober, Nutzer, Bauherr Land Berlin, vertreten durch das Bezirksamt Neukölln von Berlin, Abteilung Bildung, Schule, Kultur und Sport, vertreten durch die Abteilung Finanzen und Wirtschaft, SE Facility Management, FB Hochbau Wolfgang Nitsche Karl-Marx-Str. 83 12040 Berlin Wettbewerbsdurchführung, Ausschreibung und Koordination Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin Inge Schmidt-Rathert, II D 1 Tel.: +49 (030) 9025 2032 Fax: +49 (030) 9025 2535 E-Mail: inge.schmidt-rathert@senstadt.berlin.de mit Dipl.-Ing. Ulrike Lickert Knaackstraße 78 10435 Berlin Tel.: +49 (030) 473 78 230 Fax: +49 (030) 473 78 229 E-Mail: mail@ulrike-lickert.de

1.2

Art des Verfahrens

Die Auslobung erfolgt als nichtoffener Wettbewerb für Architekten. Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist Deutsch.
 Die Kommunikation mit den Teilnehmern erfolgt über E-Mail.


1.3

Richtlinien für Wettbewerbe

Dem Wettbewerb liegen die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) sowie das Rundschreiben SenStadt VI A Nr. 06 / 2009 (Einführung der RPW) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt ist. Die Architektenkammer Berlin wirkt vor, während und nach dem Wettbe­ werb beratend mit, sie registriert den Wettbewerb. Mit der Registrierung wird bestätigt, dass die Auslobungsbedingungen den Richtlinien entspre­ chen. Die besonderen Bestimmungen für öffentliche Auslober (RPW 2008,

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 1 Verfahren

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§9) sind anzuwenden. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer unter der Registrier-Nr. B-2011-13 registriert. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast er­ klärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der RPW 2008 einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich der Ver­ öffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über die Senatsver­ waltung für Stadtentwicklung, Referat II D, abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auf­ tragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Ver­ fasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, Beauftragung im Wettbewerb, Kammer­ mitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens kön­ nen auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt. Vergabekammer Öffentliche	 Aufträge,	 die	 gemäß	 den	 Vergabevorschriften	 der	 EU	 vergeben werden müssen, unterliegen einem Rechtsschutzverfahren. Für die öffentlichen Auftraggeber des Landes Berlin wird dieses Verfahren vor der Vergabekammer des Landes Berlin geführt. Vergabekammer des Landes Berlin Martin-Luther-Str. 105 10825 Berlin Tel. +49(030) 9013 8316 Fax. +49(030) 9013 7613

1.4

Teilnahmeberechtigung

Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündigung im EU-Amtsblatt vom 11.02.2011 in einem vorgeschalteten Bewerbungs­ verfahren (Teilnahmewettbewerb gemäß RPW und VOF) durch ein vom Preisgericht unabhängiges Auswahlgremium 25 Architekten ausgewählt.

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1.5

Preisgericht und Vorprüfung
Jost Haberland Architekt, Berlin Ingrid Spengler Architektin, Hamburg Gesine Weinmiller Architektin, Berlin Johanne Nalbach Architektin, Berlin Josè Gutierrez Marquez Architekt, Berlin Torsten Krüger Architekt, Berlin

Fachpreisrichter

Stellvertretende Fachpreisrichter

Christian Hartmann Architekt, Berlin Timm Kleyer Architekt, Berlin

Sachpreisrichter

Regula Lüscher Senatsbaudirektorin Senatsverwaltung für Stadtenwicklung Berlin Christina Rau Stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Zukunft Berlin Heinz Buschkowsky Bezirksbürgermeister Bezirksamt Neukölln von Berlin Thomas Blesing Bezirksstadtrat für Bauwesen Bezirksamt Neukölln von Berlin Claudia Zinke Staatssekretärin Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Berlin

Stellvertretende Sachpreisrichter

Hilmar von Lojewski Abteilungsleiter Ministerielle Angelegenheiten des Bauwesens Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Anett Szabó Stiftung Zukunft Berlin Projektmanagement

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Dr. Franziska Giffey Bezirksstadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport Bezirksamt Neukölln von Berlin Wolfgang Borowski Amtsleiter für Planen, Bauordnung u. Vermessung Bezirksamt Neukölln von Berlin Christine Würger Schulentwicklungsplanung, Sonderprogramm Schulsanierung, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Sachverständige	 Antje Ewert Abteilung Wohnungswesen, Stadterneuerung, Soziale Stadt Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Ute Krüger Abteilung Wohnungswesen, Stadterneuerung, Soziale Stadt Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Bernd Thinius Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Berlin Uwe Dechène Technische/wirtschaftliche Prüfung u. Genehmigung Hochbau Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Leyla Köymen Technische/wirtschaftliche Prüfung u. Genehmigung Hochbau Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Peter Ostendorff Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Inge Schmidt-Rathert Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Meike Clasen Ministerielle Angelegenheiten des Bauwesens, Koordinierungsstelle für barrierefreies Bauen Senatsverwaltung für Stadtenwicklung Berlin Wolfgang Nitsche Abteilung Finanzen und Wirtschaft, Serviceeinheit Facility Management Bezirksamt Neukölln von Berlin

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Klaus Willrodt Abteilung Finanzen und Wirtschaft, Serviceeinheit Facility Management Bezirksamt Neukölln von Berlin Axel Westphal Abteilung Finanzen und Wirtschaft, Serviceeinheit Facility Management, Energiebeauftragter Bezirksamt Neukölln von Berlin Rolf Groth Amt für Planen, Bauordnung und Vermessung, Fachbereich Stadtplanung Bezirksamt Neukölln von Berlin Torsten Kasat Amt für Planen, Bauordnung und Vermessung, Fachbereich Stadtplanung Bezirksamt Neukölln von Berlin N. N.
 Amt für Planen, Bauordnung und Vermessung, 
 Fachbereich Bau- und Wohnungsaufsicht
 Bezirksamt Neukölln von Berlin
 Susanne Kronberg Abteilung Bildung, Kultur und Sport Verwaltungsleitung Campus Rütli - CR² Bezirksamt Neukölln von Berlin Ilse Wolter Projektleitung Campus Rütli - CR², Bereich Stadtteil / QM / Vernetzung / Bauen Quartiersbüro Reuterplatz, Berlin Neukölln Klaus Lehnert Projektleitung Campus Rütli - CR², Bereich Pädagogik Bezirksamt Neukölln von Berlin Cordula Heckmann Schulleiterin Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli Dr. Ute Müller Umweltamt Bezirksamt Neukölln von Berlin Bernd Kanert Leiter	des	Naturschutz-	und	Grünflächenamtes Bezirksamt Neukölln von Berlin Robert Schramm Jugendamt Neukölln Bezirksamt Neukölln von Berlin

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Vorprüfung

Ulrike Lickert Architektin, Berlin Norbert Giebels Architekt, Berlin Birgit Dietsch Architektin, Berlin Petr Barth Architekt, Berlin

Kostenprüfung Energieeffizienz / Nachhaltigkeit Gäste

N. N. N. N. N. N. Quartiersrat N. N. Quartiersrat Peter Kever Architektenkammer Berlin Mitglieder der BVV Neukölln

1.6

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen

Die Auslobungsunterlagen stehen den Teilnehmern ab dem 06. Juni 2011 (durch Erhalt eines Passwortes) zum Download zur Verfügung. Die Auslobungsbroschüre wird am 09. Juni 2011 per Post an die Teil­ nehmer versendet. Die Modelleinsatzplatten werden im Zusammenhang mit der Beantwor­ tung der Rückfragen versendet.

1.7

Abgabe der Wettbewerbsarbeiten

Die Arbeiten müssen bis Donnerstag, den 04. August 2011, 17.00 Uhr in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren Brückenstraße 6 Jannowitzcenter 10179 Berlin Raum Nr. 4.026 eingegangen sein (es gilt nicht das Datum des Poststempels). Die Wett­ bewerbspläne sind gerollt in einer eckigen Versandbox abzuliefern.

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Das Modell ist bis Donnerstag, den 11. August 2011, 17.00 Uhr an glei­ cher Stelle einzureichen. Das Modell ist in transportgerechter und wieder­ verwendbarer Verpackung abzuliefern. Der Verfasser trägt die Verantwortung, dass die geforderten Leistun­ gen am 04. August 2011 bzw. das Modell am 11. August 2011 vorlie­ gen. Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlos­ senem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Wettbewerb Campus Rütli - CR²“ einzureichen. Bei Zustellung durch Post- oder Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlau­ tende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die ausgedruckte Verfassererklärung mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsar­ beit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbe­ werbsarbeit abzugeben.

1.8

Ortsbesichtigung, Rückfragen

Ortsbesichtigung
 Die	 Ortsbesichtigung	 (mit	 Besichtigung	 des	 Schulaltbaus)	 findet	 am	 15. 
 Juni 2011 um 16.00 Uhr statt. Treffpunkt für die Begehung ist Ecke Rütli­ straße / Weserstraße.
 Rückfragen Rückfragen zur Auslobung können schriftlich gestellt werden.
 Sie müssen bis zum 17. Juni 2011 unter dem Kennwort „Wettbewerb 
 Campus Rütli“ bei folgender E-Mail-Adresse eingegangen sein:
 mail@ulrike-lickert.de Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Ausschrei­ bung, auf die sie sich beziehen, Bezug zu nehmen. Ein	 Rückfragenkolloquium	 findet	 nicht	 statt.	 Die	 Beantwortung	 der	 Rückfragen erfolgt in Abstimmung mit dem Preisgericht. Die Zusammenstel­ lung aller eingereichten Fragen und deren Beantwortung wird den Betei­ ligten am 24. Juni 2011 per E-mail zugesandt und ist Bestandteil der Aus­ schreibung.

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1.9

Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen

Unterlagen des Wettbewerbs sind: - die vorliegende Auslobung - Zusammenstellung der Rückfragen und Antworten - digitale Dokumente (siehe Teil 4), u. a. die im Folgenden aufgeführten Planunterlagen: 
 - Arbeitsplan, Lageplan, u. a. als dwg-Datei
 - Zeichnungen des Schulaltbaus (Grundrisse, Ansichten,
 Schnitte)
 - Bodengutachen
 - Schichtenverzeichnis
 - Raumprogramme
 - Zuordnungsdiagramme
 - Formblätter
 - 2 Modelleinsatzplatten
 - Luftbild
 Hinweis Jeder	 Teilnehmer	 des	 Verfahrens	 verpflichtet	 sich,	 die	 vorliegenden	 digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Verfahren zu nut­ zen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfal­ len und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu löschen.

1.10

Geforderte Leistungen

Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen erwartet: Geforderte Leistungen in Papierform 01.	 Lageplan M 1: 500 mit Darstellung der Baukörper, der äußeren Er­ schließung	 mit	 den	 gebäudebezogenen	 Freiflächen	 und	 der	 Veror­ tung	des	weiteren	Freiflächenbedarfs 02.	 Grundrisse aller Neubauten M 1:200 mit Eintragung der Raumbezeichnungen gem. Raumprogramm 03.	 Grundrisse Schulaltbau im Bereich der Eingriffe, M 1:200 04.	 Ansichten Neubauten, M 1:200 05.	 Zum Verständnis der Entwürfe erforderliche Schnitte, M 1:200 06.	 Je ein Fassaden- bzw. Systemschnitt der Neubauten, M 1:50 mit Teil­ ansicht – beispielhaft zur Vermittlung von Materialität, Gestaltqualität und zur Ermittlung der Kosten 07.	 Max. fünf räumliche Darstellungen (3 Außenraumperspektiven, 2 In­ nenraumperspektiven) nach freier Wahl 08.	 Prüfpläne, maßstäblich, (gefaltet) ein Satz der verlangten Planunterlagen mit Eintragung - der Raumbezeichnung (entsprechend der Formblätter der für die Berechnungen notwendigen Maße)
 - der Raumgrößen
 - der Änderungen im Bestand in Anlehnung an §3 (4) der Verordnung über Bauvorlagen im bauaufsichtlichen Verfahren (Bau-VorlVO) 09.	 Berechnungen auf Formblättern (siehe digitaler Anhang) Der Rechenweg für alle Berechnungen ist nachvollziehbar auf den Prüfplänen darzustellen.

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10.	

11.	 12.	 13.	

- Überbaute Fläche
 - GRZ
 - GFZ
 - Für jeden Neubaukörper
 -	Bruttogrundflächen	BGF	a - Bruttorauminhalt BRI a (V) -	Nutzfläche	NF -	Verhältnis	Brutto-Grundfläche	a	/	Nutzfläche	(BGF	a	/	NF) -	Gebäudehüllfläche	A - Verhältnis A/V Erläuterungsbericht (getrennt von den Plänen, max 6 DIN A4 Seiten) mit Aussagen zur: - städtebaulichen und architektonischen Idee - äußeren Entwurfskonzeption
 - Verteilung der Baumassen
 - Lage und Ausrichtung
 - Bildung von Bauabschnitten
 - äußeren Gestaltung
 - inneren Erschließung - Organisation der Nutzungsbereiche - innere Erschließung (Wegeführung, Treppen, Aufzüge) - sicherheitstechnische Konzeption (Brandabschnitte, Fluchtwege, etc.
 - Veränderbarkeit
 - Bauart - Modulordnung und Rastersystem - Konstruktionsart (Baukonstruktion, Deckensystem, Innenwände) - Material - Wirtschaftlichkeit -	Nachhaltigkeit	und	Energieeffizienz - Barrierefreies Bauen - besondere bauliche Schutzmaßnahmen (temporär, Bauen im Schulbetrieb) Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Verfassererklärung Modell M 1:500 unter Verwendung der vorgegebenen Modellplatten.

Als verbindliche Form der Arbeit gilt der Papierausdruck. Zusätzlich geforderte Leistungen in digitaler Form Folgende Leistungen sind in digitaler Form auf CD-Rom zu erbringen (für Vorprüfung, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung): - die Präsentationspläne als Windows-kompatible tif-Datei(en) in einer Auflösung	von	bevorzugt	300	dpi	(ggf.	LZW-komprimiert) - die Präsentationspläne als pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixel-Dar­ stellungen	in	einer	Auflösung	von	bevorzugt	300	dpi. - die geforderten Prüfpläne als CAD-Datei im Format .dwg oder .dxf (Au­ toCAD, Version 2000 oder tiefer) oder .pln (ArchiCad, Version 7 oder tiefer) - die ausgefüllten Formblätter zu Nr. 09 als xls-Datei (Microsoft Excel). - die geforderte Leistung Nr. 10 als pdf-Datei

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Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene Dateien“ aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen tif-Format vorliegt, kann nicht berück­ sichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456) und soll nicht mit Aufklebern versehen werden. Die einzelnen Dateien auf der CD­ ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel, gefolgt von der Formatangabe, z.B. „tif“. Beispiele: - Lageplan: 123456_lageplan.tif - Grundrisszeichnung Erdgeschoss: 123456_grundriss_eg.pdf - Prüfpläne: 123456_pruefplan_eg.dwg In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für einen Windows-kompatiblen PC zu erstellen. Macinto­ sh-Formate können grundsätzlich nicht verwendet werden. Allgemeine Hinweise Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gemäß RPW § 5 Abs. 2 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung ge­ forderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstel­ lungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen. Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen pro Wettbewerbs­ teilnehmer	 max.	 drei	 2	 m	 hohe	 Rolltafeln	 mit	 einer	 Hängefläche	 von	 1,96	 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung. Die vom Auslober zur Verfügung gestellten Planformate sind ein Angebot, den Wettbewerbsbeitrag darzustellen, sie müssen nicht verwendet wer­ den. Ausschlusskriterien / Verstoß gegen bindende Vorgaben Die für die Wettbewerbsaufgabe verbindlichen Vorgaben werden im Sin­ ne der Innovation und des Wettbewerbgedankens auf folgende grund­ sätzliche Anforderungen begrenzt: Es werden keine bindenden Vorgaben im Sinne der RPW 2008 § 5 Absatz 1 und § 6 Absatz 2 formuliert. Wettbewerbsbeiträge, die während der Laufzeit des Wettbewerbes veröf­ fentlicht werden, verstoßen gegen die in § 1 Absatz 4 und § 6 Absatz 2 RPW 2008 geforderte Anonymität und sind von der Beurteilung auszu­ schließen.

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1.11

Beurteilungsverfahren und Vorprüfung

Das Beurteilungsverfahren ist unter § 6 Absatz 2 der RPW 2008 darge­ stellt. Ergänzend gilt Folgendes: Die eingereichten Arbeiten werden mit Hilfe eines Kriterienkataloges (siehe auch 3.11 Beurteilungskriterien des Preisgerichtes) vorgeprüft. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfer hinzugezogen wer­ den. Dem Preisgericht werden die Ergebnisse der Vorprüfung als Ent­ scheidungshilfe zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten.

1.12

Preise und Anerkennungen

Die Wettbewerbssumme (RPW 2008 § 7 Absatz 2) ist auf der Basis des § 34 HOAI ermittelt. Für Preise und Anerkennungen stehen insgesamt 77.000,- Euro (netto) zur Verfügung. Vorgesehen ist folgende Aufteilung: 1. Preis 2. Preis 3. Preis 4. Preis 3 Anerkennungen à 25.000,00 € 17.000,00 € 12.000,00 € 8.000,00 € 5.000,00 €

Über die Preise und Anerkennungen hinaus ist eine Kostenerstattung nicht vorgesehen. Die Preise werden nach Entscheidung des Preisge­ richts unter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt. Das Preisgericht kann einstimmig eine andere Verteilung beschließen oder Preisgruppen bilden. Die Mehrwertsteuer von derzeit 19 % ist in den genannten Beträgen nicht enthalten und wird den inländischen Teilnehmern zusätzlich ausgezahlt.

1.13

Weitere Bearbeitung

Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bear­ beitung der Wettbewerbsaufgabe. Bei der Umsetzung des Projekts wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts einer der Preisträger mindestens mit den Leistungspha­ sen 2 - 5 nach § 33 HOAI beauftragt, sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht (RPW 2008 § 8 Absatz 2). Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb be­ reits erbrachte Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises oder Anerkennung nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der wei­ teren Bearbeitung zugrunde gelegt wird (RPW 2008 § 8 Absatz 2). Ein Verhandlungsverfahren im Anschluss an den Wettbewerb mit allen Preisträgern wird nur durchgeführt, wenn der Auftraggeber vom Votum des

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Preisgerichts abweicht. Im Regelfall wird der Auftraggeber nur mit dem er­ sten Preisträger über die Auftragsvergabe verhandeln. Für Architekten, die nicht Mitglieder der Berliner Architektenkammer sind, gilt § 6 Bau- und Architektenkammergesetz in der neuesten Fassung (http:// www.ak-berlin.de/publicity/ak/internet.nsf/tindex/de_berufsrecht.htm). Den ausländischen Büros wird die Hinzuziehung eines Kontaktbüros empfoh­ len. Kunst am Bau Gemäß den Ausführungen in der Allgemeinen Anweisung für die Vorbe­ reitung und Durchführung von Bauaufgaben Berlins (Anweisung Bau) ist beabsichtigt, für diese Baumaßnahme Mittel für „Kunst am Bau“­ Maßnahmen bereit zu stellen.

1.14

Eigentum und Urheberrecht

Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen und Anerkennungen aus­ gezeichneten Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten (RPW 2008 § 8 Absatz 3). Der Auslober ist berechtigt, die zu Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumen­ tieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.

1.15

Verfassererklärung

Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung versichern die Wettbe­ werbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbei­ ten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fach- und termingerechten Durchführung in der Lage sind. Die	 Verfassererklärung	 befindet	 sich	 als	 Formblatt	 in	 den	 digitalen	 Anlagen.

1.16

Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten

Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts mitgeteilt, allen anderen durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls mitgeteilt	 und	 der	 Öffentlichkeit	 über	 die	 Presse	 bekannt	 gegeben	 sowie	 unter: www.stadtentwicklung.berlin.de/städtebau/baukultur/wettbewerbe angekündigt. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleuten, den Preisen

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und Anerkennungen, der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preis­ gerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Aus­ stellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse bekannt gegeben (RPW 2008 § 8 Absatz 1).

1.17

Haftung und Rückgabe

Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens. Die nicht prämierten Arbeiten von in Berlin ansässigen Teilnehmern können zu einem Zeitpunkt, der ihnen rechtzeitig mitgeteilt wird, bei der Senatsver­ waltung für Stadtentwicklung – II D – abgeholt werden. Die nicht in Berlin ansässigen Büros werden nach der Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten schriftlich bzw. per Mail angefragt, ob Interesse an einer Rücksendung ihrer Wettbewerbsunterlagen besteht. Die Rücksen­ dung erfolgt nur dann, wenn die Unterlagen in transportgerechter und wie­ der verwendbarer Verpackung (eckige Versandbox) eingereicht wurden. Werden die Arbeiten innerhalb der genannten Fristen nicht zurückgefor­ dert, so geht der Auslober davon aus, dass die betreffenden Teilnehmer das Eigentum an ihren eingereichten Wettbewerbsunterlagen aufgege­ ben haben und wird dann mit diesen Unterlagen nach seinem Belieben verfahren.

1.18

Zusammenfassung der Termine
06. Juni 2011 15. Juni 2011, 16.00 Uhr 17. Juni 2011 24. Juni 2011 bis 04. August 2011 - 17.00 Uhr bis 11. August 2011 - 17.00 Uhr 01. September 2011 Oktober 2011

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Ortsbesichtigung Rückfragen bis Versand des Rückfragenprotokolls Abgabe der Arbeiten Abgabe des Modells Preisgericht Ausstellung der Arbeiten

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Teil 2 Situation und Planungsvorgaben 2.1 Städtebauliche Rahmenbedingungen

Abb. 1, Luftbild 2010 mit Markierung des Campus Rütli - CR²

Lage im Stadtgebiet Der Campus Rütli liegt im südlichen Bereich der Berliner Innenstadt im Bezirk Neukölln. Das Gelände ist Teil des Reuterquartiers, das die nörd­ lichste Spitze von Neukölln bildet. Der Campus Rütli wird im Nordosten von	 der	 Pflügerstraße	 begrenzt,	 die	 parallel	 in	 unmittelbarer	 Nähe	 zum	 Maybachufer verläuft. Das Maybachufer am Landwehrkanal bildet die nördliche Bezirksgrenze zu Kreuzberg und mündet nach Osten in das Wei­ gandufer.	 Hier	 stoßen	 am	 Zusammenfluss	 von	 Landwehrkanal	 und	 Neu­ köllner Schifffahrtskanal die 3 Bezirke Neukölln, Kreuzberg und Treptow aneinander. Die südwestliche Begrenzung des Campus Rütli wird durch die Weserstra­ ße, nach Westen und Osten durch die rückwärtige Blockbebauungen der Pannierstraße	(im	Westen)	und	der	Weichselstraße	(im	Osten)	definiert.	 Die Rütlistraße verläuft von Südwest nach Nordost etwa mittig durch den Campus	von	der	Weserstraße	im	Süden	bis	zur	Pflügerstraße	im	Norden. Baustruktur der Umgebung Der Campus Rütli wird von unterschiedlichen baulichen Strukturen umge­ ben.	Im	Nord-Osten	grenzt	eine	große	Freifläche	mit	einer	Sportplatzanla­ ge des Bezirks an, die sich bis zum Maybachufer an der Wasserkreuzung Landwehr-/Schifffahrtskanal erstreckt.

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

24

Der südliche Randbereich zwischen Weserstraße und Sonnenallee ist ge­ kennzeichnet durch dicht bebaute gründerzeitliche Wohnblöcke. Auch	 im	 Westen	 an	 der	 Pannierstraße	 befindet	 sich	 eine	 geschlossene	 Blockrandbebauung, deren rückwärtige Hinterhäuser, zum Teil mit Brandwänden und Remisen an den Campus Rütli stoßen. Jenseits der Pannier­ straße im Nord-Westen lockert sich die Bebauungsstruktur mit einer Klein­ gartenkolonie (Freie Stunde) und dem Reuterplatz mit angelagerter Kirche auf, um sich weiter westlich mit einer hoch verdichteten gründerzeitlichen Bebauungsstruktur bis zum Kottbusser Damm fort zu setzen. Die süd-östliche Baustruktur wird durch die Blockbebauung der Weich­ selstraße gebildet. Der Bereich des unterbrochenen Straßenzuges der Ossastraße wird durch zwei Brandwände als Ende der Straßenrandbe­ bauung	markiert.	An	der	süd-östlichen	Ecke	des	Campus	befindet	sich	an	 der Weserstraße ein Umspannwerk von Vattenfall mit eingezäuntem Au­ ßenbereich.

2.2

Historische Entwicklung des Standortes

Mitte des 17. Jahrhunderts war das Campusgelände Teil eines Gebietes, das im Westen vom Rixdorfer Damm – heute Kottbusser Damm und im Norden vom Floßgraben – heute Maybachufer am heutigen Landwehr­ kanal - begrenzt wurde und mit Büschen bewachsen war. Das Gebiet ge­ hörte zur Gemeinde Rixdorf (ab 1912 Neukölln). In der Folgezeit wurde das Buschgebiet gerodet und in die „Cöllnischen Wiesen“ umgewandelt. Ein	 sumpfiges,	 von	 Gräben	 durchzogenes	 Terrain	 entstand,	 das	 erst	 mit	 der Gründerzeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts bebaut wurde. Die Voraussetzung der Bebauung des Viertels wurde mit der Trockenle­ gung beziehungsweise dem Ausbau des Wiesengrabens zum Neuköllner Schifffahrtskanal (1902-1904) geschaffen. Ausgang der Bebauung bildete der nord-westliche Bereich in der Spitze zwischen Kottbusser Damm und Maybachufer, der auf Grund der Verbindungsstraße nach Berlin und des Schifffahrtskanals verkehrsgünstig gelegen war. Bis 1913 wurden schon vorhandene Straßen weitergeführt und neue Stra­ ßen gebaut, der Kottbusser Damm entwickelte sich zusammen mit der Sonnenallee zur belebten Verkehrs- und Geschäftsstraße. Während im Nordwesten des Viertels ein dicht bebautes Wohn- und Gewerbegebiet entstand, blieb der Osten im Bereich des Campusgelände mit zahlreichen Grundstücken noch unbebaut. 1908-1909 entstand als erstes Gebäude auf dem Areal die 31. und 32. Gemeindeschule Rixdorf (heute 1. Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli). Das Gebäude wurde mit breiter Straßenfront an der hierzu neu angelegte Rütlistraße auf freiem Feld erbaut. Die Lage und Ausbildung mit den großen Brandwänden, den Traufkanten und Dachformen verdeutlicht, dass das Gebäude als Auftakt einer Blockrandbebauung entlang der Rütlistraße geplant wurde. Die weitere Bebauung des Geländes stagnierte jedoch in den folgenden Jahren. Ursache war der instabile Baugrund des ehemaligen Wiesengeländes.

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Abb. 2, 31. und 32. Gemeindeschule Rixdorf um 1900, kurz nach der Erbauung

So musste bereits 1908 auf den Bau einer Schulturnhalle aus Gründen der aufwendigen, kostenintensiven Gründung verzichtet werden und eine Turnhalle in den Schulbau integriert werden. 1935 wurde die heute noch vorhandene Kleingartenkolonie „Hand in Hand“ östlich der Rütlistraße angelegt. Die ersten Nachkriegsjahre waren im gesamten Quartier geprägt durch Beseitigung der Kriegszerstörungen und des Wiederaufbaus. 1960 erhielt die Rütli-Schule an der südlichen Brandwand einen 2-ge­ schossigen Sporthallen-Anbau. 1963 wurde das Jugendfreizeitheim „Haus Wetzlar“, der Vorläufer des heutigen Jugendklubs an der Ecke Rütli-/ Weserstraße fertig gestellt. Der Neubau bildete den Auftakt für ein Infrastrukturzentrum aus Kinder- und Jugendeinrichtungen, das sich in der Folgezeit auf dem Areal und in nähe­ rer Umgebung entwickelte. 1979/80	wurde	der	nördliche	Seitenflügel	für	den	Kinderbereich	angebaut.	 1983 wurde die Kindertagesstätte in der Rütlistraße 4-7, 1986 die Kinder­ tagesstätte an der Weserstraße erbaut. Als letzte hochbauliche Maßnahme erhielt die Schule 1994 einen 2-ge­ schossigen, freistehenden Containerbau mit zusätzlichen Klassenräumen nördlich des Schul-Altbaus. Im Mai 2011 wurde mit dem Bau der Quartierssporthalle des Campus Rütli begonnen.

32

IV I

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Erweiterungsbauten für die19Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben
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2.3 Der Campus Rütli - CR²
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Kindertagesstätte Weserstraße 198 Sporthallenanbau Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli Jugendklub / Berufsförderungsprojekt Spielplatz Kindertagesstätte Rütlistraße / KJGD Schul-Container Neubau Quartierssporthalle Kleingartenkolonie Privatgrundstücke
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Kindertagesstätte Weserstraße 198 (1) Die Kindertagesstätte an der Weserstraße wurde 1986 auf einem schmalen Grundstück gegenüber den 5-geschossigen Wohnhäusern an der Weserstraße für 113 Kinder als dreigeschossiger, hell verputzter Stahlbetonskelettbau mit gebogenem Aluminium-Wellblechdach erbaut (Architekten: Hielscher und Mügge). Sporthallenanbau Rütlistraße (2) Der Anbau an die südliche Brandwand des Altbaus der 1. Gemeinschafts­ schule ist eine einfache, kubische Stahlbetonstützenkonstruktion von 1960. Der 13 m hohe Baukörper beherbergt zwei gestapelte Sporthallen, die im Süden und Westen L-förmig von einem 3-geschossigen, 10 m ho­ hen Nebentrakt mit Umkleiden, Treppenhaus und Geräteräumen umfasst werden. Die Haupterschließung und der Zugang ins Gebäude erfolgt über den Schulhof. Eine Verbindung zum Altbau gibt es von der oberen Halle über eine kleine Wandöffnung ins 1.OG der Schule.

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Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Abb. 4, Kita Weserstraße

Abb. 5, Sporthallenanbau

Jugendklub „Manege“ / Berufsförderungsprojekt (4) Das 2-geschossige Hauptgebäude an der Rütlistraße wurde zusammen mit dem südlichen, eingeschossigen Gebäudeteil 1963 als Jugendfreizeitheim „Haus Wetzlar“ errichtet. 1979/80 wurde der nördliche, eingeschossige Seitenflügel	für	den	Kinderbereich	angebaut.	 1998 bis 2000 wurden die Gebäude umfassend umgestaltet und in den „Jugendklub Manege“ umbenannt. Die Fassade wurde gemeinsam mit den	Jugendlichen	mit	reliefartig	hervortretenden	Zirkusfiguren	umgestaltet. Der südliche Straßenraum der Rütlistraße im Bereich des Jugendklubs wurde in einem mehrjährigen Prozess mit Beteiligung von Jugendlichen und Anwohnern als „Jugendstraße“ gestaltet. Der Bau der zwei 4 m hohen und jeweils 2,5 Tonnen schweren Eingangsskulpturen an der Ecke We­ serstraße sowie die dem Gebäude vorgelagerte Café-Terrasse aus Stahl und Holz, fand in der Kunstwerkstatt des Jugendklubs mit Kindern und Jugendlichen 2003 statt.

Abb. 6, Jugendklub Manege

Abb. 7, Figuren Rütli-Ecke Weserstraße

Spielplatz Rütlistraße (5) Der pädagogisch betreute Spielplatz wurde 2007 mit Fördermitteln um­ gestaltet. Planung und Bau erfolgte mit den Nutzern, Anwohnern und den anliegenden Einrichtungen. Der Spielplatz unterliegt auf Grund der bean­ spruchten Fördermittel einer Bindungsfrist bis 2018. Kindertagesstätte Rütlistraße / KJGD (6) Die	 Kindertagesstätte	 wurde	 1983	 als	 dreigeschossige	 Zweiflügelanlage	 für 154 Kinder erbaut (Architekt: Fritz Gras). Der nördliche Flügel verläuft parallel zum geplanten Straßenrand der Ossastraße, der westliche Flügel entlang der Rütlistraße. Die Baukörper sind nach Süden und Osten abge­ staffelt	und	bilden	große	Dachterrassenflächen	aus.	Angelagerte	Freitrep­

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Abb. 8, Eingang Spielplatz Rütlistraße

Abb. 9, Kita Rütlistraße

pen erschließen den Außenraum, der nach Süden orientiert ist und an den öffentlichen Spielplatz Rütlistraße angrenzt. Das Gebäude ist mit roten Ziegeln verblendet, hat rotbraune, vorwiegend liegende Fensterelemente. Die Gruppenräume sind zu den Terrassen nach Süden orientiert. Der Außenbereich wurde mit öffentlichen Förder­ mitteln umgestaltet und unterliegt einer Bindungsfrist bis 2015. In	 dem	 Gebäude	 befindet	 sich	 auch	 der	 Kinder-	 und	 Jugendgesundheits­ dienst. Schul-Container (7) Der Schul-Container wird im Zuge der Schulerweiterung abgerissen. Kleingartenanlage „Hand in Hand“ (9) Das Gelände der Kleingartenkolonie hat eine Größe von ca. 4.730 m² und war bis Ende 2009 verpachtet. Die Verträge sind gekündigt, es laufen zwei Gerichtsverfahren, um die Räumung des Geländes durch den Bezirk durchzusetzen. Privatgrundstücke Pflügerstraße 34, 35-36 (10) Die Grundstücke sind im Privateigentum. Die derzeitige Bebauung besteht 
 aus eingeschossigen Garagen und Werkstätten. 
 Das Land Berlin bereitet den Erwerb der Grundstücke vor und ist in Kauf­ verhandlungen mit den Eigentümern.
 Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli (3) Der Schulaltbau wurde 1908-09 als 31. und 32. Gemeindeschule Rixdorf erbaut. Geplant wurde er vom Neuköllner Stadtbaurat Reinhold Kiehl als Auftakt einer Blockrandbebauung. Die U-förmige Baukörperausbildung bildet	 einen	 freien	 Übergang	 zwischen	 Schulfreifläche	 und	 öffentlichem	 Straßenraum.	 Die	 4-geschossige	 Dreiflügelanlage	 ist	 ein	 verputzter	 Mau­ erwerksbau mit symmetrischen Fassaden und hohen Satteldächern mit roter Biberschwanz-Deckung. Die EG-Fassade ist mit einer Streifenqua­ derung, der Gebäudemittelteil durch eine Erkerachse mit bekrönendem Uhrwerk gestaltet. Vor allem die Fassade des Mittelbaus war historisch mit Wandschmuck verziert. Der sich zur Straße zuwendende Schulhof war von Beginn an mit einer verputzten, ca. 2 m hohen Mauer mit beidseitigen Gartentoren vom Straßenraum abgetrennt. Stilistisch weist das Gebäude Anklänge an die beginnende Moderne auf. Im ersten Weltkrieg wurde das Gebäude als Kaserne, nach 1942 zeitweise als Behelfs-Krankenhaus genutzt. Der	 Mittelteil	 ist	 als	 Mittelfluranlage,	 die	 Seitenflügel	 einhüftig,	 mit	 den	 Fluren brandwandseitig, ausgebildet.

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Abb. 10, Schulaltbau, Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli

Das Dachgeschoss des Mittelbaus ist ausgebaut, hier waren historisch 2 große Zeichensäle untergebracht. Es handelt sich bei dem Schulaltbau um ein als denkmalwert eingeschätz­ tes Gebäude des Architekten und Stadtbaurats Reinhold Kiehl, nach des­ sen Entwürfen zahlreiche Schulen und soziale Einrichtungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Neukölln errichtet wurden. Auf Grund der erforderlichen Pfahlrostgründung und den daraus resultie­ renden hohen Kosten, wurde zur Bauzeit auf einen geplanten Turnhallenbau verzichtet und die Halle im Sockelgeschoss des Gebäudes unterge­ bracht. Die Turnhalle im Sockelgeschoss wurde 2008 zu einem Mehrzweckraum mit Mensanutzung umgebaut. An zwei Wänden ist dieser raumhoch mit Indoor-Kletterwänden ausgestattet. Dies waren erste Schritte, das Gebäu­ de für die veränderten Anforderungen des neuen Schultyps auszustatten und anzupassen. Der Schulaltbau wird von der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli (Jahrgangsstufen 7-13) genutzt. Quartierssporthalle (8) Im Mai 2009 wurde ein Realisierungswettbewerb für den Neubau einer Quartierssporthalle mit städtebaulichem und freiraumplanerischem Ideenteil durchgeführt. Das mit dem 1. Preis ausgezeichnete Berliner Büro plus 4930 Architektur wurde mit der Realisierung der Halle beauftragt. Im Mai 2011 erfolgte der Spatenstich für den Neubau. Es wird eine Fertig­ stellung im Sommer 2012 angestrebt. Der klare Hallenbau, der auf einem Sockel ruht, orientiert sich zu einem neuen	Platz	an	der	Pflügerstraße.	Das	Gebäude	beinhaltet	eine	DreifachSporthalle und einen öffentlichen Veranstaltungsraum.

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Abb. 11, Perspektive, 1. Preis Quartierssporthalle, plus 4930 Architektur

Die Funktionen werden durch zwei differenzierte Eingänge erschlossen. Das öffentliche Foyer orientiert sich mit einer breiten Glasfassade zum neuen	 Platz	 an	 der	 Pflügerstraße,	 der	 Zugang	 für	 Sportler	 und	 Schüle­ reingang	erfolgt	von	Süden.	Seitlich	des	Zugangs	befindet	sich	eine	ange­ böschte, begehbare Fläche, die sich zu den vorgeschlagenen Sportplät­ zen im Süden orientiert. Der Sockel mit den dienenden Räumen und dem Foyer wird als Beton­ konstruktion ausgeführt, auf diesem Sockel steht der Hallenkörper als mit Polycarbonatplatten verkleidete Stahlkonstruktion. Die Genehmigungsplanung ist als Information den digitalen Anlagen bei­ gelegt.

2.4	

Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem und freiraumplanerischem Ideenteil

Der im Mai 2009 durchgeführte Realisierungswettbewerb mit städtebau­ lichem und freiraumplanerischem Ideenteil hatte neben dem Entwurf der Quartierssporthalle ein städtebauliches und freiraumplanerisches Konzept des Berliner Büro plus 4930 Architektur zum Ergebnis. Vom Preisgericht besonders gewürdigt wurde die Thematisierung einer „grünen	Mitte“	als	großzügigen,	den	Campus	verbindenden	Sportflächen­ bereich,	 flankiert	 durch	 zwei	 unterschiedliche	 Gebäudegruppen	 und	 Nut­ zungsbereiche, die durch ihre baukörperliche Ausbildung und Anordnung räumlich auf einander Bezug nehmen und sich mit dem Landschaftsraum visuell auf dem Campus verknüpfen. Positiv bewertet wurde weiterhin die Öffnung	 des	 mittigen	 Sportcampus	 im	 Kontrast	 zu	 den	 kleinteiligen,	 ge­ schützten Freiräumen und die Schaffung einer Torsituation im Norden an der	 Pflügerstraße,	 gebildet	 durch	 die	 Sporthalle	 und	 die	 Werkstätten	 mit	 Eingangsvorplatz auf den Campus und Haupteingang für die Quartiers­ sporthalle. Die	 Begehbarkeit	 der	 Dachflächen	 wurde	 aufgrund	 der	 Sicherheitspro­ bleme	 und	 Pflegeintensität	 sehr	 kritisch	 beurteilt	 und	 wurde	 im	 weiteren	 Planungsverfahren abgelehnt. Der Wettbewerbsbeitrag ist in der digitalen Anlage mit seinen Plänen do­ kumentiert.

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

31

2.5

Das Wettbewerbsgrundstück / Baufelder
	

Abb. 12, Grundlagenplan mit Markierung der Baufelder

Der am 18.12.2010 festgesetzte Bebauungsplan, die veränderten Maße der Quartierssporthalle und Änderungen im Raumprogramm erforderten eine Anpassung des städtebaulichen Konzeptes des 1. Preises. Im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erarbeitete das Büro Plus 4930 Architektur einen Grundlagenplan, der für die vorliegende Wettbewerbsaufgabe Baufelder festlegt. Es wurden im Rahmen einer Baumassenstudie Varianten der Baukörper­ platzierung geprüft, die als Gutachten in den digitalen Anlagen dokumen­ tiert sind. Die Baufelder sind im digitalen Arbeitsplan als einzuhaltende, bebaubare Flächen eingezeichnet. Auf	die	Anforderungen	und	Zielsetzung	an	die	4	definierten	Baufelder	wird	 in Teil 3 - Wettbewerbsaufgabe ausführlich eingegangen. Topographie Das Gelände liegt im Wesentlichen zwischen 34.50 m - 36 m über NHN. (siehe auch Höhenkoordinaten im Arbeits- und Vermessungsplan). Geologie / Grundwasser Das	 Gelände	 befindet	 sich	 im	 südwestlichen	 Randbereich	 des	 SüdostNordost verlaufenden Warschau-Berliner-Urstromtales in einer holozänen Rinne und war ehemals ein Sumpfgebiet. Um tragfähigen Untergrund zur Bebauung des Geländes zu erhalten, wurde der Boden Ende des 19. Jahr­ hunderts durch Einbringen von Füllmaterialien befestigt. Das Grundwasser des Hauptgrundwasserleiters steht im gesamten Bau­ bereich in ungespanntem Zustand an. Der entspannte Horizont des obe­ ren Grundwasserleiters ist im Mittel bei 32,0 m ü. NN zu erwarten.

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Im September 2009 lag der aktuelle Grundwasserspiegel bei etwa NHN +32.20m, der mittlere Grundwasserspiegel ist bei 33,0 m ü NHN zu erwar­ ten. Der höchste zu erwartende Grundwasserstand (zeHGW) wird für das Gebiet mit etwa 32,9 m ü. NHN angegeben. Der anstehende Grundwasserspiegel ist bei der Planung der Bauwerks­ abdichtung und der Wasserhaltung in der Bauphase zu berücksichtigen. Eigentum Das	Areal	befindet	sich	zum	großen	Teil	im	Eigentum	des	Landes	Berlin. Die Kleingartenkolonie war bis Ende 2009 verpachtet. Die Verträge sind gekündigt, es laufen zwei Gerichtsverfahren, um die Räumung des Gelän­ des durch den Bezirk durchzusetzen. Zwei	 Grundstücke	 im	 Nord-Osten,	 Pflügerstraße	 34	 und	 35-36,	 befinden	 sich im Privat-Eigentum Das Land Berlin bereitet den Erwerb der Grund­ stücke vor und ist in Kaufverhandlungen mit den Eigentümern.

Land Berlin Land Berlin, ehemals verpachtete Kleingärten Privat-Eigentum
Abb. 13, Schaubild mit Kennzeichnugn der Eigentumsverhältnisse

Baugrund Im Zuge des Bedarfsprogramms wurde ein Baugrund-Gutachten erstellt, siehe Anhang. Gemäß des Gutachtens sind sehr ungünstige Baugrund­ verhältnisse zu verzeichnen. Dem Baugrund ist bis etwa 12 m unter Ober­ kante Gelände keine ausreichende Tragfähigkeit zuzuordnen. Auf dem Gelände wurde folgende Schichtenabfolge (von der Geländeo­ berkante	 in	 die	 Tiefe)	 ermittelt,	 siehe	 auch	 Aufschlussprofile	 im	 Anhang	 des Baugrundgutachtens:
 - keine oder nur sehr geringe humose Oberbodenschichten


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- bis 3,50 m...5,50 m Auffüllungen aus mit Bauschutt durchsetzten, nicht­ bindigen Sande (Bauschutt überwiegend Beton- und Ziegelreste bzw. -bruch, aber auch Holzkohle, Asche, Schlacke, Hausmüll. Es muss mit Bauschuttanteilen > 50 % gerechnet werden. - unter den Auffüllungen folgen bis 7 ... 12 m u. OKG organogene Abla­ gerungen in Form von zersetzten Torfe bzw. Faulschlamm -	 anschließend	nichtbindige	enggestufte	z.	T.	schwach	schluffige	Sande - bis 20 m unter Gelände mitteldichte Sande, die anschließend in eine dichte Lagerung übergehen. Die Lasten der künftigen Gebäude können ausschließlich mit einer Tief­ gründung in die tragfähigen Sande unterhalb der unzureichend tragfä­ higen Auffüllung und der nicht tragfähigen organischen Schichten (Torf/ Faulschlamm) abgetragen werden. Es ist eine fachgerechte Pfahlgrün­ dung, ggf. Baugrundverbesserungen vorzusehen. Die vorhandenen Böden sind für eine Versickerung des auf Dach-, Hofund	 Straßenflächen	 anfallenden	 Regenwassers	 stofflich	 ungeeignet.	 Ein	 Durchteufen ist aufgrund des hohen Grundwasserspiegels nicht möglich. Altlasten Entsprechend der Stellungnahmen des Neuköllner Umweltamtes vom 07.01.2008 und 29.02.2008 zu durchgeführten Altlastenuntersuchungen (siehe digitalen Anhang) ist nahezu der gesamte Campus mit einer bis zu 4,5 m starken Auffüllungsschicht überdeckt, die zum Teil durch PAK und Schwermetalle sehr hoch belastet ist. Es ist damit zu rechnen, dass anfal­ lender Bodenaushub Schadstoffwerte von Z2 bis zu > Z2 aufweist. Auf dem Schulgelände wurden Gefahrenwertüberschreitungen für PAK, Kupfer und Quecksilber nachgewiesen. Im Bereich des Schul-Behelfsbau befinden	 sich	 überhöhte	 Gehalte	 an	 Blei,	 Chrom,	 Quecksilber,	 Zink	 und	 PAK. Im Bereich der Kleingartenanlage fällt knapp die Hälfte der sondierten Par­ zellen hinsichtlich der Schwermetallanalytik in die Belastungskategorie II (nur Anbau von Stein- und Kernobst, Bodenabdeckung erforderlich, kein Spielen von Kleinkindern mit dem Boden). Gänzlich unbelastete Parzellen wurden nicht ermittelt. Auch	 die	 untersuchten	 Privat-Grundstücke	 Pflügerstraße	 34	 und	 35-36	 weisen Gefahrenüberschreitungen für Schwermetalle auf, das Grundstück Nr. 35-36 weist mit 83 mg/kg Trockensubstanz den höchsten PAK-Wert auf dem Wettbewerbsgelände auf. Im Anschluss an ein weiteres Gutachten zur Abklärung einer Gesundheits­ gefährdung spielender Kinder wurden im Bereich des Spielplatzes, des Jugendklubs und der Kita Rütlistraße bauliche Umgestaltungen und der Einbau von Sperrschichten durchgeführt. Bei der Untersuchung der Außenanlage der Kita an der Weserstraße wur­ den keine erhöhten Schadstoffbelastungen festgestellt. Für alle weiteren Maßnahmen muss der anfallende Boden aufgenommen, beprobt und gemäß der ermittelten Schadstoffwerte entsorgt werden. Um Schadstoffausbreitung und Eintrag in das Grundwasser durch versi­ ckernde Niederschlagwasser zu verhindern bzw. zu minimieren, müssen die geplanten wasserdurchlässigen Flächen mit geeigneten Maßnahmen zum angrenzenden Grundwasser hin abgedichtet werden. Dies betrifft alle Freiflächen	des	Planungsgebietes.

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Kampfmittel Es gibt keine Erkenntnisse über das Vorhandensein von Kampfmitteln auf dem Gelände. Ein Vorhandensein von Kampfmitteln kann jedoch nie völlig und verbindlich ausgeschlossen werden. Baumbestand Das Gebiet weist einen gemischten Baumbestand unterschiedlichen Alters 
 und unterschiedlicher Art auf. Hierbei handelt es sich vor allem um kurzle­ bige Pioniergehölze. 
 Die straßenbegleitenden Bäume der Rütlistraße sollen erhalten bleiben.
 Die	Angaben	 über	 die	 Baumarten	 im	 Straßenraum	 befinden	 sich	 im	 digi­ talen Anhang. 
 Die Stammumfänge sind im beiliegenden Vermessungsplan angegeben.


2.6

Technische Infrastruktur

Die Leitungsführungen der im Folgenden beschriebenen technischen In­ frastruktur sind in einem schematischen Leitungsplan im Anhang zeichne­ risch zusammengefasst dargestellt. Elektrizität / Trinkwasser / Abwasser / Telekommunikation Beidseitig der Rütlistraße unter den Gehwegen verlaufen auf ganzer Län­ ge die Stromleitungen, die Leitungen für die Trinkwasserversorgung mit einer Nennweite von DN 100, die Abwasserleitungen Rütlistraße mit einer Nennweite von DN 240 bzw. DN 270 und die Telekomhauptleitungen mit Anbindung an die vorhandenen Baulichkeiten. Kabel von Kabel Deutsch­ land liegen auf beiden Seiten der Rütlistraße. Erdgas Unter dem westlichen Gehwegbereich der Rütlistraße verläuft eine Gas­ netzleitung von der Weserstraße bis nördlich des Schulaltbaus. Aus­ schließlich der Schulaltbau ist an das Gasnetz angebunden. Die Gasnetz­ leitungen der Ossastraße enden mit deren Straßenrandbebauung vor der östlichen Campusgrenze. Fernwärme Unter	 der	 Rütlistraße	 verläuft	 von	 der	 Weser-	 bis	 zur	 Pflügerstraße	 eine	 Fernwärmeleitung, an die alle vorhandenen Einrichtungen über Stichlei­ tungen angeschlossen sind. Die Kapazität von 15 MW ist ausreichend, um alle zukünftigen Baulichkeiten mit Fernwärme zu versorgen.

2.7

Erschließung und Verkehr

Übergeordnete Erschließung Mit	 der	 Weserstraße	 im	 Südwesten	 und	 der	 Pflügerstraße	 im	 Nordosten	 wird der Campus von Straßen begrenzt, die nach Westen in Richtung Kott­ busser Damm führen. Dieser verbindet als Hauptverkehrsstraße das Kott­ busser Tor im Norden mit dem Hermannplatz im Süden. Westlich	 und	 östlich	 flankiert	 wird	 der	 Campus	 durch	 die	 Pannierstraße	 und die Weichselstraße. Die Verlängerungen beider Straßen nach Norden führen mit Brücken über den Kanal nach Kreuzberg, bzw. Treptow; nach

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Süden binden beide Straßen an die Sonnenallee an. Die Sonnenallee stellt eine leistungsfähige Verbindung an das übergeordnete Straßennetz dar. Die Ossastraße ist zurzeit eine ruhige Wohnstraße und erschließt lediglich beidseitig je einen Wohnblock, sowie die kurze Straßenrandbebauung bis zum Campus. Erschließung des Campus Rütli Der	 Campus	 wird	 im	 Nordosten	 von	 der	 Pflüger-,	 im	 Südwesten	 von	 der	 Weserstraße begrenzt und von der Rütlistraße in Nord-Süd-Richtung durchzogen. Im Osten trifft die Ossastraße auf den Campus. Der gesamte Campus soll eingefriedet und voraussichtlich von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr abgeschlossen werden. Tagsüber wird eine Zugänglichkeit im	Bereich	der	Pflügerstraße,	Weserstraße	und	Ossastraße	möglich	sein. Die	 Rütlistraße	 ist	 entwidmet.	 Auf	 dem	 Campus	 findet	 lediglich	 Ver-	 und	 Entsorgungsverkehr statt. Fahrradfahren soll auf dem Campus untersagt werden. Die	 fußläufige	 Erschließung	 der	 Gemeinschaftsschule	 und	 der	 Kinderta­ gesstätte	erfolgt	zurzeit	sowohl	von	der	Pflügerstraße	im	Norden	als	auch	 von der Weserstraße im Süden. ÖPNV In	fußläufiger	Entfernung	befinden	sich	an	der	Sonnenallee	und	in	der	Pan­ nierstraße mehrere Bushaltestellen, die sowohl die Innenstadtbezirke, als auch die östlich angrenzenden Bezirke bis Schönefeld anbinden. Ebenfalls noch	 in	 fußläufiger	 Entfernung	 liegt	 der	 U-Bahnhof	 Rathaus	 Neukölln	 der	 U-Bahnlinie U7 und der U-Bahnhof Hermannplatz mit den U-Bahnlinien U7 und U8, die beide als stationsreiche Linien mehrere Hauptknotenpunkte Berlins anfahren.

2.8

Planungsrecht

Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße / Sonnenallee Seit dem 01. April 2011 gehört das Areal zum festgelegten Sanierungsge­ biet „Karl-Marx-Straße / Sonnenallee“. Auf der Basis der Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchung werden im Zeitraum von 15 Jahren Maß­ nahmen zur Verbesserung der städtebaulichen Situation, der Infrastruk­ tur	und	der	Freiflächensituation	innerhalb	des	finanziellen	und	rechtlichen	 Rahmens umgesetzt. Quartiersmanagement Das Areal ist Teil des Quartiersmanagement Reuterplatz, eines ausgewie­ senen Fördergebietes im Programm „ZIS-Teilprogramm Soziale Stadt“. In diesem setzt das vor Ort eingesetzte Quartiersmanagement-Team die vertraglichen Aufgabenschwerpunkte „Bildung“, „Integration“ und „Be­ wohneraktivierung“ durch Initiierung von baulichen und soziokulturellen Maßnahmen um. Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die kontinuierliche Einbeziehung der Bewohnerinnen und Bewohner in die Aufwertungs- und Entwicklungsprozesse.

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Aktionsraum Plus Neukölln-Nord Das Gebiet liegt ebenso im Aktionsraum Plus Neukölln-Nord, der mit dem Senatsbeschluss vom 20.05.2008 festgesetzt wurde. Damit kann es an den übergreifenden, integrierten Lösungsansätzen für den Gesamtraum teilhaben. Die für den Aktionsraum Neukölln-Nord festgelegte, strate­ gische Ausrichtung auf den Bereich „Bildung“ kann die Entwicklung im Ge­ biet wesentlich unterstützen. Flächennutzungsplan Der Flächennutzungsplan von Berlin in der Fassung der Neubekannt­ machung vom 12. November 2009 (ABl. S. 2666), zuletzt geändert am 17.02.2011 (ABl. S. 438) stellt Teile des Wettbewerbsgebietes als Wohn­ baufläche	W1,	GFZ	über	1,5,	dar.	Im	Bereich	der	Schul-	und	Kitastandorte	 ist	 eine	 Gemeinbedarfsfläche	 Schule	 mit	 hohem	 Grünanteil,	 im	 Bereich	 der	vorhandenen	Kleingartenkolonie	Grünfläche	dargestellt.	 Bebauungsplan Zur Sicherung der Planung für das Gebiet wurde der Bebauungsplan XIV­ 179 am 09.11.2010 festgesetzt (GVBL. vom 17.12.2010, S. 542). Die	 Gesamtfläche	 des	 Campus	 Rütli	 –	 mit	 Ausnahme	 des	 bestehenden	 Spielplatzes	–	wurde	als	Gemeinbedarfsfläche	mit	der	Zweckbestimmung	 „Schule, Sporthalle, Kindertagesstätte, Jugendfreizeitheim, Lehrwerkstät­ ten“ festgesetzt. Auf eine Unterteilung oder Abgrenzung der einzelnen Nutzungen wurde verzichtet, um keine Bedingungen für die spätere Nut­ zungsaufteilung vorzugeben. Die Fläche der ehemaligen Rütlistraße wurde in die Festsetzung als Ge­ meinbedarfsfläche	 mit	 einbezogen	 und	 die	 Widmung	 als	 Verkehrsfläche	 aufgehoben. Da im ehemaligen Straßenland Leitungen vorhanden sind, deren Zugänglichkeit dauerhaft gewährleistet sein muss, wurde die Fläche jedoch mit einem Leitungsrecht belegt und als nicht überbaubare Fläche festgesetzt. Die	 überbaubaren	 Grundstücksflächen	 wurden	 durch	 Baufenster	 festge­ legt. Dabei wurden gleichzeitig bestimmte Flächen ausgenommen und so dauerhaft von einer baulichen Nutzung ausgeschlossen. Die Nutzungsmaße wurden mit einer GRZ 0,5 und einer GFZ 1,5 festge­ legt.	Der	Bebauungsplan	befindet	sich	im	digitalen	Anhang.	

2.9

Bauordnungsrecht

Der Planung ist die Bauordnung des Landes Berlin (BauOBln, www.stad­ tentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen.shtml) in der aktu­ ellen Fassung zugrunde zu legen.

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Teil 3 Wettbewerbsaufgabe 3.1 Planungsumfang

Mit den Umbaumaßnahmen des Schulaltbaus, der Schulerweiterung und den weiteren Neubauten wird das Ziel verfolgt, das Konzept einer Ge­ meinschaftsschule auf dem Campus Rütli räumlich umzusetzen. Folgenden Baumaßnahmen sind Bestandteil der vorliegenden Wettbe­ werbsaufgabe: - Einpassung Schulaltbau - Neubau für die Schulerweiterung - Neubau Elternzentrum / Pädagogische Werkstatt / Beratende Dienste - Neubau Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT) Der	 Gebäudeteil	 für	 die	 Berufsorientierenden	 Angebote	 an	 der	 Pflügerstraße kann aus Gründen der derzeitigen Eigentumsverhältnisse erst in einer späteren Bauphase realisiert werden. Die Nutzung ist jedoch auf­ grund des engen räumlich-funktionalen Zusammenhangs mit der Arbeits­ lehre und dem Ziel einer einheitlichen Baukörpergestaltung als spätere Gebäudeerweiterung mit zu planen. Die	Wettbewerbsaufgabe	für	die	Gestaltung	der	Freiflächen	ist	aus	Kostengründen	auf	Teilflächen	beschränkt: - Erschließung im direkten Zusammenhang mit den Neubauten -	 Schulhoffläche	im	Bereich	des	Schulneubaus -	 Vorplatz	an	der	Pflügerstraße - Tor-/Zaunanlage des Campus Die	 weitere	 Freiflächengestaltung	 und	 Unterbringung	 der	 schulischen	 Sportfreiflächen	 auf	 dem	 Campus	 soll	 auf	 der	 Basis	 der	 städtebaulichen	 Grundlagenplanung und des Ergebnisses des vorliegenden Wettbewerbs in einer nächsten Phase realisiert werden. Um	 den	 Freiflächenbedarf	 im	 Zusammenhang	 mit	 den	 Baukörperset­ zungen zum jetzigen Zeitpunkt zu sichern, wird ein Nachweis der Unter­ bringung des Flächenbedarfs, jedoch keine gestalterische Planung dieser Flächen gefordert. Die vorgegebenen Baufeldgrenzen sollen eingehalten werden, die über­ baute Fläche ist auf das notwendige Maß zu reduzieren und die größtmög­ lichen	Freiflächen	und	deren	Flexibilität	für	den	Campus	zu	gewährleisten.	 Das Areal ist mit dem Ziel weiterzuentwickeln, den Campus Rütli zu einem Ort mit atmosphärischer Qualität und einer eigenständigen Identität zu ge­ stalten. Die	Baumaßnahmen	finden	bei	laufendem	Betrieb	statt. Es ist eine stufenweise Realisierung mit folgender zeitlicher Rangfolge vorgesehen: - Neubau WAT zur Schaffung von Ausweichsmöglichkeiten für die 8 Klassenzimmer des Schul-Containers - Abriss des Schul-Containers mit zurzeit 8 Klassenräumen - Neubau der Schulerweiterung - Umbaumaßnahmen Bestand -	 Minimierte	Freiflächengestaltung

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Die gesamten Baumaßnahmen sind in einem knappen Terminrahmen um­ zusetzen. Baubeginn soll 2012, die Fertigstellung soll 2016 erfolgen. Die	Nutzfläche	setzt	sich	wie	folgt	zusammen:	Schulerweiterung	3.185	m²,	 Elternzentrum/Pädagogische Werkstatt/Beratende Dienste 790 m², WAT 445 m², Berufsorientierende Angebote 500 m², Einpassung Schulaltbau 719	m².	Insgesamt	beträgt	die	zu	planende	Nutzfläche	5.639	m². Der vorgesehene Kostenrahmen von 25.500.000 Euro (inkl. MwSt.) ist zwingend einzuhalten.

3.2

Städtebaulich-architektonische Zielsetzung

Städtebauliche Zielsetzung ist es, die Idee einer „grünen Mitte“ mit groß­ zügigen,	 den	 Campus	 verbindenden	 Frei-	 und	 Sportflächen,	 der	 Setzung	 von unterschiedlichen Gebäudegruppen und Nutzungsbereichen, den Ein­ gangsvorplätzen und der Rütlistraße als Rückgrat weiter zu entwickeln. Erwartet werden Baukörpersetzungen innerhalb der vorgegebenen Bau­ felder, deren Ausbildung und Raumkanten auf einander Bezug nehmen und sich mit den vorhandenen Gebäuden zu einem neuen, eigenständi­ gen und spannungsvollen, stadträumlichen Gesamtbild zusammenfügen. Die Unterbringung der Schulerweiterung in baulich-räumlichem Zusam­ menhang mit dem Schulaltbau auf Baufeld 1 wird gefordert. Die Platzierung des Neubaus Elternzentrum / Pädagogische Werkstatt / Beratende Dienste ist sowohl denkbar als Solitär östlich der ehemaligen Rütlistraße (Baufeld 2), als auch im Bereich des Baufeldes 1 nördlich des Schulaltbaus. Im Falle einer Unterbringung Elternzentrum / Pädagogische Werkstatt / 
 Beratende Dienste nördlich des Schulaltbaus sind zwingend folgende An­ forderungen nachzuweisen:
 - Ausbildung eines Baukörpers mit eigener Adressbildung und sepa­ ratem,	gut	aufzufindendem	Eingang - Klare Trennung der Besucher- und Nutzerströme Elternzentrum / Pä­ dagogische Werkstatt / Beratende Dienste und Schule - Kontrollierbare / schaltbare Verbindung Elternzentrum / Pädagogische Werkstatt / Beratende Dienste - Schule - Klare Trennung der gebäudebezogenen Außenbereiche Bei Anordnung des Baukörpers Elternzentrum/Pädagogische Werkstatt/ Beratende Dienste als Solitär im Osten (Baufeld 2) sollte dieser sich über­ zeugend in den städtebaulichen Rahmen des Campusgeländes einfügen. Das Gebäude für Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT) ist eingeschossig an der	Pflügerstraße	unterzubringen	(Baufeld	3). Die Torsituation im Norden, die durch die Sporthalle und den WAT-Neubau zu	einem	großzügigen	Vorplatz	an	der	Pflügerstraße	gefasst	wird	und	die	 südliche Baukante des neuen Eingangs der Sporthalle aufnimmt, ist auf­ zugreifen und weiterzuentwickeln.

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Die Baukörperausbildung nach Süden soll auf die Anböschung an der Quartierssporthalle Bezug nehmen. Eine	Begehbarkeit	der	Dachflächen,	wie	von	den	Preisträgern	des	Ideenteils vorgeschlagen, ist jedoch aufgrund der Sicherheitsprobleme und Pflegeintensität	zwingend	für	alle	Dachflächen	auszuschließen.	 Das WAT-Gebäude muss zur östlichen Grundstücksgrenze bis zur Reali­ sierung des 2. BA mit den Berufsorientierenden Angeboten entsprechend der Bauordnung von Berlin einen Abstand von 0,4 H und einen Mindestab­ stand von 3 m einhalten. Die Berufsorientierenden Angebote sind als Ideenteil ebenfalls 1-geschos­ sig auf dem Baufeld 4 mitzuplanen. Die erdverlegten Medien im Bereich der Rütlistraße sind zu beachten. Ko­ sten für Trassen-Umverlegungen sind nicht im Kostenrahmen enthalten. Auf Grund der vorhandenen Altlastenproblematik sind aus Kostengründen bei allen Neubauten keine Unterkellerungen und keine Gebäudeab­ senkungen vorzusehen. Der Auslober erwartet Beiträge mit hoher gestalterischer und funktionaler Qualität. Wichtige Kriterien sind die Unverwechselbarkeit der Gebäude, aber auch die	 Stärkung	 der	 Campusidentität.	 Die	 Auffindbarkeit	 der	 verschiedenen	 Nutzungen sollen durch eine klare Anordnung auf dem Campus unter­ stützt werden.

3.3

Zielsetzung Freiflächen

Die vorliegende Aufgabenstellung umfasst nur die unmittelbar für die Gebäudenutzungen	 notwendigen	 Erschließungsflächen,	 den	 Eingangs­ vorplatz	 an	 der	 Pflügerstraße,	 die	 Tor-/Zaunanlage	 im	 Bereich	 der	 Cam­ pus-Zugänge	 und	 die	 Schulhoffläche	 der	 Klassenstufe	 1.	 In	 den	 Kosten	 weiterhin enthalten sind die durch die Schadstoffbelastung notwendige Versiegelung	 für	 die	 Nutzung	 der	 Pausenflächen	 sowie	 den	 Unterbau	 für	 die spätere Anordnung der Sportanlage mit Kleinspielfeldern und der Lauf­ bahn. Die	Freiflächen-	und	Außenanlagen	des	Campus	sollen	in	einem	weiteren	 Realisierungsschritt mit den Sport- und Freizeitnutzungen geplant werden. Um	 die	 Unterbringung	 des	 gesamten	 Freiflächenbedarfs	 zum	 jetzigen	 Zeitpunkt zu sichern, wird ein Nachweis der Flächen, jedoch keine gestal­ terische Planung gefordert. Es	ist	für	die	spätere	Planungsphase	der	Freiflächen	eine	möglichst	große	 Flexibilität zu gewährleisten und die bebauten Flächen sind auf ein ange­ messenes Maß festzulegen. Es wird von einer Platzierung von 2 Kleinspielfeldern südlich der Quar­ tierssporthalle und der Laufbahn entlang der westlichen Campusgrenze

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ausgegangen.	 Das	 gesamte	 Freiflächenprogramm	 des	 Campus	 ist	 unter	 3.5	Funktionale	Anforderungen	Freiflächen	aufgeführt. Auf	den	zukünftigen	Sportflächen	des	Campus	wird	ausschließlich	Schulsport	 und	 Sport	 für	 die	 Nutzer	 der	 einzelnen	 Neubaumodule	 stattfinden.	 Vereinssport wird es nur in der Quartierssporthalle geben. Bauliche Lärm­ schutzmaßnahmen werden nicht vorgesehen. Die Nutzung durch die An­ wohner ist möglich, soweit diese durch die Zweckbestimmung gedeckt wird. Der gesamte Campus soll eingefriedet und von voraussichtlich 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr abgeschlossen werden. Tagsüber soll eine kontrollierte Zu­ gänglichkeit möglich sein. Insgesamt ist von 3 Zugängen mit Toranlage, jeweils	 im	 Bereich	 der	 Pflügerstraße,	 Weserstraße	 und	 Ossastraße	 aus­ zugehen. Für Einfriedung und Toranlagen werden gestalterisch überzeugende Lö­ sungen im Kontext mit den Gebäudegestaltungen erwartet. Die Zugänglichkeit der Quartierssporthalle ist durch die Anordnung des Eingangs auch außerhalb der möglichen Schließzeiten gewährleistet. Die Rütlistraße wird als Sichtachse mit dem straßenbegleitenden Baum­ bestand bestehen bleiben und als Teil des Freiraumes gestaltet werden. Eingriffe in die bestehende Technische Infrastruktur im Bereich des Stra­ ßenlandes, eine Umverlegung und eine Überbauung der erdverlegten Me­ dien sind aus Kostengründen ausgeschlossen.

3.4

Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli - CR²

Als Ganztagsschule soll die Gemeinschaftsschule ein Bildungsangebot aus einer Hand von der 1. Klasse bis zur 13. Klasse bieten und sich durch die Kooperation mit Eltern und außerschulischen, gesellschaftlichen Part­ nern in einem Sozialraum vernetzen. Hierfür wird es notwendig, die Schule durch einen Neubau zu erweitern und den Schulaltbau entsprechend an die veränderten Anforderungen des neuen Schultypus anzupassen. Neubauten für WAT, die Berufsorientie­ renden Angebote und das Elternzentrum mit der Pädagogischen Werkstatt und Beratenden Diensten des Jugendamtes sollen die räumliche Umset­ zung des umfassenden Bildungskonzeptes gewährleisten. Die Gemeinschaftsschule ist für ca. 1150 Schüler geplant. 
 Es soll eine 4-zügige Grundstufe (ca. 600 Schüler), eine 4-zügige Sekun­ darstufe 1 (ca. 400 Schüler) und eine 2-zügige Oberstufe (ca. 150 Schü­ ler) entstehen. Die Klassenfrequenz beträgt 25 Schüler.
 Der Ganztagsbetrieb der Schule erfolgt von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Der Campus wird mit seinen ergänzenden Angeboten von voraussichtlich 6.00 bis 22.00 Uhr geöffnet sein.

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3.4.1

Umbaumaßnahme Schulaltbau

Es wurden bereits in den letzten Jahren im Rahmen von Bauunterhaltun­ gen und zur Schaffung von Ganztagsschulbedingungen verschiedene Umbaumaßnahmen durchgeführt, die nun weitergeführt und ergänzt wer­ den sollen. Für die Umbaumaßnahme wurde eine Einpassplanung erarbeitet, die die Zusammenfassungen einzelner Raumnutzungsarten mit den notwendi­ gen funktionalen Zuordnungen ermöglichen soll und die Grundlage des geforderten Raumprogramms bildet, siehe auch Grundrisspläne der Ein­ passplanung im digitalen Anhang. Vorgesehen sind Funktions- und Nutzungsänderungen in allen Geschos­ sen vom KG bis 3. OG. Die Inhalte der vorliegenden Einpassplanung sind: - Die Unterbringung des Freizeitbereichs für den Ganztagsbetrieb im KG und EG. - Der bisher dort untergebrachte WAT-Bereich erhält einen Neubau an der	Pflügerstraße. - Erweiterung des pädagogischen Bereichs / Verwaltung im EG und 1. OG. - Zusätzliche Einordnung der Allgemeinen Unterrichtsräume im EG, 1. OG und 3. OG. - Einordnung der Fachräume für Kunst im 2. OG. Die Ein- und Umordnung der Raumnutzungen ist das Ergebnis eines lang­ wierigen Abstimmungsprozesses und sollte der Planung so weitgehend zu Grunde gelegt werden. Für den Schulaltbau wird gemeinsam mit der Erweiterung eine Gestaltung zur Schaffung einer positiven Lernatmosphäre in einem motivierenden Umfeld erwartet. Im Bereich des Ganztagszentrums im Kellergeschoss wird eine größere räumliche Offenheit, eine Vereinfachung der Wegeführung und eine bar­ rierefreie Erschließung gewünscht. Die	Nutzfläche	des	Schulaltbaus	beträgt	insgesamt	 3.289,42	m² hiervon	beträgt	die	Nutzfläche,	die	neu	einzupassen	ist		 718,75	m² Raumprogramm Einpassung Schulaltbau Gesamt­ Fläche Anzahl fläche [m²] [m²]

Raum­ nr.

Lage Flächenart / Raum Ganztagszentrum

02 b 07 07 a 08 b 08 c

KG KG KG KG KG

Schüleraufenthalt Freizeitbereich Teeküche Lager Küche

95,98 79,77 16,22 8,76 46,67

1 1 1 1 1

95,98 79,77 16,22 8,76 46,67

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10 007 008

KG EG EG

Schüleraufenthalt Betreuung / Freizeit Schülervertretung/Zeitung

33,41 47,14 18,68

1 1 1

33,41 47,14 18,68 346,63

Summe Einpassung Ganztagszentrum Verwaltung 018a 018b 018c EG EG EG OS-Koordinator Schulleitung MS-Leiter Summe Verwaltung Pädagogischer Bereich 106 112 1.OG Lehrereinzelarbeit 1.OG Lehrereinzelarbeit Summe Pädagogischer Bereich Musik / Darstell. Spiel / Kunst 201 202 216 217 2.OG Fachraum Kunst 2.OG Vorbereitung/Brennofen 2.OG Sammlung Kunst 2.OG Fachraum Kunst 53,41 20,75 20,10 51,75 1 1 1 1 48,93 48,93 1 1 26,01 11,32 19,07 1 1 1

26,01 11,32 19,07 56,40

48,93 48,93 97,86

53,41 20,75 20,10 51,75 146,01

Summe Musik / Darstell. Spiel / Kunst Allgemeiner Unterricht 316 317 3.OG Gruppenraum Oberstufe 3.OG Kursraum Summe Allgemeiner Unterricht Summe Einpassplanung 20,10 51,75 1 1

20,10 51,75 71,85 718,75

Es sind aktuell aus Kostengründen im Altbau keine Generalsanierung und keine energetische Sanierung vorgesehen. Für die Technische Ausrüstung sind folgende Maßnahmen in den Kosten für den Schulaltbau enthalten: - Austausch von Rohrleitungen und sanitären Einrichtungen - Austausch von verschlissenen Heizkörpern - Sanierung von ELT, Fernmelde- und IT-, Telefon- und Brandmelde­ anlagen Es sind auch keine Kosten für die Ausstattung enthalten, da die Bestands­ ausstattung übernommen werden soll. Ausnahme hiervon bildet der Frei­ zeitbereich UG.

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3.4.2

Schulerweiterung

In dem Erweiterungsbau sollen vornehmlich Unterrichtsräume für die Jahr­ gangsstufe 1 - 3 und 4 - 6 als 4-zügige Grundstufe für ca. 600 Schüler untergebracht werden. Die Erweiterung ist in einem baulich-räumlichen Zusammenhang mit dem Schulaltbau zu planen und soll sich durch eine hohe Durchlässigkeit und räumliche Offenheit mit dem Altbau zu einem Schulgebäude verbinden. Der Neubau soll mit Personenaufzügen die Chance nutzen, auch den Alt­ bau barrierefrei zu erschließen. Die Umsetzung des pädagogischen Konzeptes mit Klassen- und jahr­ gangsübergreifenden Lerngruppen, in denen selbstständiges Arbeiten und Teamarbeit im Vordergrund stehen, erfordert eine entsprechende Lernum­ gebung und Raumzuordnung. Jeweils eine Jahrgangsstufe (1-3 bzw. 4-6) bildet eine räumliche Einheit bestehend aus 3 Klassenräumen, geschalteten Gruppenräumen und Teamzimmern für die Lehrkräfte des Jahrgangsteams. Diese Raumein­ heiten sollen sowohl von den Schülerinnen und Schülern, als auch von den Lehrkräften als individueller Lernbereich wahrgenommen werden. Die funktionalen Zuordnungen der im Folgenden genannten Räume und Raumbereiche sind im digitalen Anhang durch folgende Zuordnungsdia­ gramme ausführlich beschrieben: Raumbereiche Allgemeiner Unterricht Jahrgangsstufe 1-3 und 4-6 Raumbereiche Lehrerbereich 1.OG - Grundstufe 1-6 Raumbereiche Grundstufe 1-6 und Gruppenräume Sek I

Haupteingang Der gemeinsame Haupteingang für die Gemeinschaftsschule soll im Schulneubau mit einer klaren Adressbildung an der Rütlistraße entstehen. Der Eingangsbereich soll multifunktional zu nutzen sein und Veranstal­ tungen mit bis ca. 100 Personen dienen können. Aufenthaltsräume Alle Aufenthaltsräume müssen eine lichte Raumhöhe von mindestens 3,00 m aufweisen. Alle Aufenthaltsräume sollen natürlich belichtet und natürlich belüftbar sein, aber auch mit einer mechanischen Lüftung versehen wer­ den. Jahrgangsstufe 1-3 Der Bereich für die Jahrgangsstufe 1-3 soll im 1. bzw. 2. OG unterge­ bracht werden. Jahrgangsstufe 4-6 Die Unterbringung der Jahrgangsstufe 4-6 ist entwurfsabhängig zu lösen. Klassenräume Klassenräume sollten in der Regel nicht länger als 9,60 m und nicht tiefer als 8,40 m sein.

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Garderoben / Flurbereiche Die Garderobenbereiche sind in den Klassenräumen in Nischen oder in Schließfächern in den Fluren (nicht brennbar) für ca. 600 Kinder in der Nähe der Klassenräume anzuordnen. Gruppenräume Die Gruppenräume sollen entsprechend beiliegendem Zuordnungsdia­ gramm so angeordnet werden, dass jeweils einer zwischen zwei Klas­ senräumen liegt und mit diesen schaltbar ist. Sie sind mit einem Waschbecken auszustatten. Zwischen Klassen- und Betreuungsräumen ist eine Sichtverbindung vor­ zusehen. Die Gruppenräume dienen der Entspannung und der Arbeit mit Kleingrup­ pen (rhythmisiertes System). Die Jahrgangsstufe 1-3 nutzt hierfür auch den Boden zum Liegen, Spielen, Entspannen. Die Räume sind entspre­ chend auszubilden. Teamräume Die Teamräume der Jahrgangsstufen 1-3 sind jeweils den Raumberei­ chen 1-3 zuzuordnen, siehe beiliegendes Zuordnungsdiagramm. Die Räume sind jeweils mit einer kleinen Teeküchen (Pantry) auszustat­ ten. Lehrereinzelarbeit Der Raum für Lehrereinzelarbeit der Jahrgangsstufen 4-6 ist angrenzend an die Lehrmittel/Sammlung im 1. OG und in direkter Nähe an die Alt­ baunutzung	 1.	 OG	 unterzubringen.	 Er	 soll	 mit	 einer	 flexiblen	 Trennwand	 zum Lehrmittel/Sammlungsraum ausgestattet sein.
 Der Raum ist mit einer kleinen Teeküche (Pantry) auszustatten.
 Info-Point Der Kopierraum soll zusammen mit den beiden Räumen für Lehrmittel/ Sammlung und dem Raum für Lehrereinzelarbeit zentral im 1. OG ange­ ordnet werden. WCs WCs sind in Anzahl und Anordnung funktionsgerecht und unter Berück­ sichtigung der WC-Anlagen des Schulaltbaus nachzuweisen. Es sind in je­ dem Geschoss WCs für Lehrerinnen/Lehrer sowie WCs für Schülerinnen/ Schüler vorzusehen. WCs für rollstuhlgebunden Personen sind in die WCAnlagen zu integrieren. Die Ausbildung der Schüler-WCs sollte so erfolgen, dass nach Möglichkeit eine Transparenz / Einsehbarkeit vom Flur in die Waschbereiche gewähr­ leistet ist. Lernwerkstatt Der Bereich soll werkstattgerecht mit Wasser, Starkstrom, Gas und be­ lastbaren	 Oberflächen	 ausgebildet	 werden.	 Es	 ist	 eine	Anordnung	 im	 EG	 anzustreben. Beratung / Sozialarbeit / Elternsprechzimmer Der Bereich besteht aus drei Räumen je 15 m². Die Räume sollen schaltbar ausgebildet werden, um bei größeren Besprechungen oder Streitschlich­ tungen die Fläche zu einem großen Raum zusammenfassen zu können.

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Der Bereich soll multifunktional ausgebildet werden. Die Lage soll im Erdgeschoss sein. Multimediaraum Der Multimediaraum mit Schülerarbeitsplätzen sollte nach Möglichkeit im oberen Gebäudebereich mit guter Anbindung an den ITG-Bereich im Alt­ bau angeordnet werden. Musikschule / Musiklager Die Gemeinschaftsschule soll als musikbetonte Schule mit den entspre­ chenden Musik- und Musikinstrumentenlagerräumen ausgebildet werden. Die Musiklagerräume sind so zu planen, dass sie auch als Aufenthaltsräume bzw. Klassenräume genutzt werden können. Das Musiklager M 1 mit 80 m² ist den Grundschul- und den Sek I - Klas­ sen als Musikinstrumentenlager zuzuordnen. Er soll in direkter Anbindung zur Musikschule und einem zweiten Musiklagerraum mit ca. 20 m² ange­ ordnet werden. Die Musiklagerräume 2 - 6 (5 x 20 m²) sind verteilt auf die Geschosse des Schulneubaus den Klassenräumen so zuzuordnen, dass kurze Wege von den Unterrichtsräumen zu den Musikinstrumenten gewährleistet sind. Ein Lagerraum ist in direkter Anbindung zum Musiklager M 1 (80 m²) vorzuse­ hen. Allgemeine Lagerflächen Die	 Lagerflächen	 sind	 dezentral	 auf	 die	 Obergeschosse	 zu	 verteilen.	 Sie	 sind	in	der	Nähe	des	Altbaus	anzuordnen.	Die	beiden	Lagerflächen	mit	50	 m² sind in der Nähe der Fahrstühle unterzubringen. Technikraum Technikflächen	 (Hausanschlussraum,	 Betriebstechnik)	 sind	 in	 ausreichender Dimensionierung und funktionsgerechter Anordnung zu berück­ sichtigen. Ein Kellergeschoss ist nicht vorzusehen. Aufzüge Es sind Aufzüge vorzusehen. Ziel ist die weitgehend barrierefreie Erschlie­ ßung des Altbaus einschließlich zukünftigen Ganztagsbereichs im UG des Schulaltbaus.

Raumprogramm Schulerweiterung
Raumnr. Flächenart / Raumbezeichnung Fläche Anzahl [m²] Gesamt­ Räume fläche [m²]

AU AU 1.1-12 AU 2.1-8 AU 3.1-4 AU 4.1-12 AU 5.1-8

Allgemeiner Unterricht Klassenräume für JG 1-3 Gruppenräume für JG 1-3 Teamräume JG 1-3 Klassenräume für JG 4-6 Gruppenräume für JG 4-6 60 20 22,5 60 20 12 8 4 12 8 720 160 90 720 160

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AU 6.1 AU 7.1-4 AU 8.1-2

Lehrereinzelarbeit JG 4-6 Gruppenräume Sek I Mittelstufe Lehrmittel / Sammlung Summe Allgemeiner Unterricht

90 40 25

1 4 2

90 160 50 2.150

ME ME 1 ME 2.1-2 ME 3 ME 4 ME 5

Medien Informatik / ITG Multi-Medien-Zentrale Kopierraum - Infopoint Bibliothek / Einzelarbeitsplätze Schülerbibliothek (Grundstufe) Summe Medien 80 40 20 145 80 1 2 1 1 1 80 80 20 145 80 405

PÄ PÄ 1 PÄ 2 PÄ 3 PÄ 4.1-2

Pädagogischer Bereich Lernwerkstatt Lernwerkstatt Elternsprechzim. / Ruheraum Beratung / Sozialarbeit Summe Pädagogischer Bereich 50 65 15 15 1 1 1 2 50 65 15 30 160

M M1 M2 M 3-7

Musik Musikschule Musik / Lager Musik / Lager Summe Musik 60 80 20 1 1 5 60 80 100 240

L 1-2 L 3-4

Allgemeines Lager Allgemeines Lager Summe Lager

60 50

2 2

120 100 220

R WC WC 1 WC 2

Reinigungspersonal WC* Schülerinnen / Schüler * Lehrerinnen / Lehrer *

10

1

10

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Technik - FF* Aufzug - VF Summe NF Schulerweiterung (ohne WC) 3.185

*	 Die	 Größe	 der	 Technikflächen	 und	 die	 Anzahl	 der	 Toiletten	 sind	 ent­ wurfsabhängig bzw. entsprechend DIN nachzuweisen. Als Richtwert gilt der wirtschaftliche Faktor BGF/NF von 1,7.

3.4.3

Elternzentrum / Pädagogische Werkstatt / Beratende Dienste

Elternzentrum Ein wesentlicher inhaltlicher Baustein des Konzeptes Campus Rütli – CR² ist	 die	 Einbeziehung	 der	 Eltern	 in	 den	 Bildungsprozess.	 Hierfür	 sind	 flexi­ bel zu nutzende Räumlichkeiten nachzuweisen, die als Treffpunkt für El­ tern und Gruppen genutzt werden können. Pädagogische Werkstatt In enger inhaltlicher und räumlicher Verknüpfung mit dem Elternzentrum soll die „Pädagogische Werkstatt“ als Informations- und Bildungsangebot für Eltern, Lehrer und Erzieher entstehen. Beratende Dienste / Kooperation Schule - Jugendhilfe Die Beratenden Dienste sind Anlaufstellen für Eltern, Kinder und Jugend­ liche bei familienbezogenen Problemen. Die Beratenden Dienste sind dem Jugendamt zugeordnet, es sind ca. 23 Mitarbeiter tätig. Durch Unterbringung auf dem Campus soll die Kooperation von Schulso­ zialarbeit, Jugendhilfe und Schule verstärkt werden. Die Nutzung erfolgt in Büro- und Gruppenräumen und ist in einem eigen­ ständigen Bereich innerhalb des Neubaus unterzubringen. Die Erschlie­ ßung soll über einen gemeinsamen Eingang / Foyer mit dem Elternzent­ rum und der Pädagogischen Werkstatt erfolgen. Volkshochschule Mit den Angeboten an Erwachsenenbildung soll die VHS als begleitendes Element zum Gesamtkonzept des Campus Rütli beitragen. Hierfür wird ein Schulungsraum von 60 m² NF mit der Zuordnung zum Elternzentrum/ Pädagogische Werkstatt gefordert. Der Aufenthaltsraum mit Teeküche (P.5) mit kleineren Getränke- und Es­ sensangeboten soll gemeinschaftlich von der Pädagogischen Werkstatt und dem Elternzentrum genutzt werden. Die Verbindung mit einer ebener­ digen Terrasse ist wünschenswert.

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Raumprogramm Elternzentr./Päd. Werkstatt/Beratende Dienste
Raumnr. Flächenart / Raumbezeichnung Fläche [m²] Anzahl Gesamt­ Räume fläche [m²]

Elternzentrum E.1-E.3 E.4 Aufenthalts-, Büroräume Gruppenraum Summe Elternzentrum Pädagogische Werkstatt P.1 P.2-P.4 P.5 P.6 P.7 Gruppenraum Büroräume Aufenthalt mit Teeküche Kopierraum Lager Summe Pädagog. Werkstatt Beratende Dienste B.1-B.23 Büroräume B.24-B.26 Gruppenräume Summe Beratende Dienste Volkshochschule V.1 Volkshochschule Summe Volkshochschule Behinderten-WC* WC–Damen (WC, HWB)* WC–Herren (WC, PP, HWB)* Technik - FF* Aufzug - FF Summe NF - Elternzentrum /Pädagogische Werkstatt/ Beratende Dienste (ohne WCs) 1 60 1 60 60 15 45 23 3 345 135 480 60 15 25 10 10 1 3 1 1 1 60 45 25 10 10 150 15 55 3 1 45 55 100

790

*	 Die	 Größe	 der	 Technikflächen	 und	 die	 Anzahl	 der	 Toiletten	 sind	 ent­ wurfsabhängig bzw. entsprechend DIN nachzuweisen.
 Als Richtwert gilt der wirtschaftliche Faktor BGF/NF von 1,7.


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3.4.4	 Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT - ehemals Ar­ beitslehre)
Die Verknüpfung von schulischer und berufsorientierender Ausbildung ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts Campus Rütli-CR². Zur Siche­ rung höchstmöglicher Praxisnähe ist der schulische WAT-Bereich im bau­ lich-räumlichen Zusammenhang mit den Berufsorientierenden Angeboten nachzuweisen. Da der Gebäudeteil für die Berufsorientierenden Angebo­ te erst in einer weiteren Bauphase realisiert werden kann, muss der Bau­ körper WAT stadträumlich und funktional sowohl eigenständig als auch mit der Erweiterung durch die Berufsorientierenden Angebote überzeugen. Ziel ist es zukünftig, beide Nutzungen in einem einheitlich gestalteten Bau­ körperensemble unterzubringen. Die Aufgabe des Schulfachs WAT ist es, „Schüler/-innen darauf vorzube­ reiten, sich in der komplexen und sich wandelnden Wirtschafts- und Ar­ beitswelt“ zu orientieren. Das Fach WAT wird momentan noch im Schulaltbau unterrichtet. Werkraum / Maschinenräume Beide Maschinenräume sind vom Werkraum durch Sichtverbindungen (Aufsicht) und durch Türverbindungen anzubinden. Lehrvollküche Für das Projekt „Schüler kochen für Schüler“ soll im Bereich des WAT eine neue Lehrvollküche untergebracht werden. Sie ist als Mischküche vorzu­ sehen, d.h. ein Teil der zu verarbeitenden Produkte sind frisch und ein Teil weist bereits einen höheren Verarbeitungsgrad auf. Es sollen max. 100 Essensportionen pro Tag über eine Speisenausgabe ausgegeben werden. Für die notwendige Zwischennutzung zum Abriss des Schulcontainers, sind alle Räume temporär auch als Klassenräume zu nutzen. Es ist eine ebenerdige Anordnung aller Räume vorzusehen. Es ist ein Zu­ gang vom Campusgelände nachzuweisen.

Raumprogramm Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT)
Raumnr. Flächenart / Raumbezeichnung Fläche [m²] Anzahl Gesamt­ Räume fläche [m²]

W.1 W.2 W.3 W.4 W.5 W.6 W.7

Werkraum Maschinenraum Holz Maschinenraum Metall Lehrvollküche, Esszone, Sammlung Textiles Gestalten, Sammlung Zentrallager Lehrerstützpunkt (mit HWB)

80 60 60 100 80 50 15

1 1 1 1 1 1 1

80 60 60 100 80 50 15

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50

Behinderten-WC* WC–Damen (WC, HWB)* WC–Herren (WC, PP, HWB)* Technik* - FF Summe NF - WAT (ohne WCs) 445

*	 Die	 Größe	 der	 Technikflächen	 und	 die	 Anzahl	 der	 Toiletten	 sind	 ent­ wurfsabhängig bzw. entsprechend DIN nachzuweisen. Als Richtwert gilt der wirtschaftliche Faktor BGF/NF von 1,7.

3.4.5

Berufsorientierende Angebote

Das Modul „Berufsorientierende Angebote“ richtet sich mit seinen Ange­ boten an junge Erwachsene, die die Schule bereits verlassen haben, an Eltern und ganz allgemein an die Anwohner des Stadtteils. Es soll ganz praktisch und niedrigschwellig über Berufsfelder, über Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und das Nachholen von Bildungsabschlüs­ sen nach dem Prinzip des „lebenslangen Lernens“ informieren. Der Gebäudeteil kann erst in einer weiteren Bauphase umgesetzt werden. Um die Einbindung und Möglichkeit der Erweiterung im Rahmen der Ge­ bäudeplanung für die WAT zu gewährleisten, ist der Baukörper für die Berufsorientierenden Angebote als Ideenteil des Wettbewerbs in einem baulich-räumlichen Zusammenhang nachzuweisen. Die Berufsorientierenden Angebote benötigen Flächen für Seminarräume und Werkstätten, deren Raumgrößen und Raumnutzungen variabel zu ge­ stalten sind, um sie den unterschiedlichen Formen und Inhalten der jewei­ ligen Kooperationen anpassen zu können. Für die Nutzung ist eine Anlieferung durch Lastfahrzeuge zu berücksich­ tigen. Die lichte Raumhöhe muss mind. 3 m betragen. Im Süden den Werkstätten vorgelagert wird ein Werkhof gewünscht. Es ist ein Zugang innerhalb des Campusgeländes nachzuweisen.

Raumprogramm Berufsorientierende Angebote
Raumnr. Flächenart / Raumbezeichnung Fläche [m²] Anzahl Gesamt­ Räume fläche [m²]

B.1-B.2 B.3 B.4

Werkstätten (ebenerdig) Lagerraum (ebenerdig) Seminar-/Werkstatträume

80 90 80

2 1 2

160 90 160

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B.5 B.6

Büro-/Aufenthaltsraum Schulungsraum Behinderten-WC* WC–Damen (WC, HWB)* WC–Herren (WC, PP, HWB)* Technik* - FF

25 65

1 1

25 65

Summe NF - Berufsorientierende Angebote (ohne WCs)

500

*	 Die	 Größe	 der	 Technikflächen	 und	 die	 Anzahl	 der	 Toiletten	 sind	 ent­ wurfsabhängig bzw. entsprechend DIN nachzuweisen. Als Richtwert gilt der wirtschaftliche Faktor BGF/NF von 1,7.

3.5

Funktionale Anforderungen Freiflächen

Auf Grund der begrenzten Mittel und der kostenintensiven Altlastenprob­ lematik	sind	nur	geringe	Teilbereiche	der	Freiflächen	Bestandteil	der	Wett­ bewerbsaufgabe. Neben den notwendigen befestigten Flächen für Zuwegungen und Au­ ßenbereiche	 der	 Neubauten	 soll	 der	 Vorplatz	 im	 Norden	 an	 der	 Pflüger­ straße als Eingangssituation auf den Campus und Erschließung für die Quartierssporthalle und WAT-Gebäude zusammen mit der Tor- und Zaun­ anlage des Campus gestaltet werden. Der Zugang auf den Campus ist so zu legen, dass die Quartierssporthalle auch außerhalb der CampusSchließzeiten zugänglich ist. Um	die	Unterbringung	des	gesamten	Freiflächenbedarfs	zum	jetzigen	Zeit­ punkt zu sichern, wird ein Flächennachweis, jedoch keine gestalterische Planung	der	zukünftig	geplanten	Freiflächen	des	Campus	erwartet.

Zukünftiger Freiflächenbedarf Campus Rütli
Flächenart Fläche [m²]

Pausenfläche Pausenfl.	Klassenstufe	1	mit	Buddelplatz/Spielgeräten	 Pausenfläche	Klasse	2	-	6 Schulgarten Schülerarbeitsgarten Spielfeld 27 x 45 Spielfeld 27 x 45

2.080 1.800 3.000 480 400 1.363 1.363

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100 m Laufbahn (4 Bahnen) Weitsprung 45 m Hochsprungkissen Kugelstoßen Gymnastikwiese Gymnastikwiese Summe zukünftiger Freiflächenbedarf Campus Rütli

962 350 40 220 400 400 12.858

Die	 Schulhofflächen	 für	 die	 Klassenstufe	 1	 ist	 als	 ein	 geschützter	Außenraum im Gebäudebezug zu planen. Es ist davon auszugehen, dass die beiden Kleinspielfelder in einer spä­ teren Realisierungsphase im Süden der Quartierssporthalle mit einem Ballfangzaun untergebracht werden. Bei der Platzierung und Ausbildung der Baumassen im nördlichen Bereich des Baufeldes 1 sind die Auswirkungen der Kleinspielfelder, auch hinsicht­ lich des notwendigen Ballfangzauns, zu bedenken. Um die entsiegelten Flächen im Außenbereich der neuen Quartierssport­ halle zeitnah vorzubereiten, ist im vorliegenden Kostenrahmen bereits die Abdichtung der Flächen und eine wasserundurchlässige Schicht enthal­ ten. Auf dieser Tragschicht könnten die zukünftigen Kleinspielfelder und die Laufbahn aus Kunststoffbelag zu einem späteren Zeitpunkt hergestellt werden. Bei den zu planenden Flächen ist die vorhandene Altlastenproblematik zu berücksichtigen. Aus Kostengründen ist die Auskofferung und damit die Entsorgung des anstehenden Bodens zu minimieren. Anfallender Boden muss aufgenommen, beprobt und gemäß der ermittel­ ten Schadstoffwerte entsorgt werden. Um Schadstoffausbreitung und Eintrag in das Grundwasser durch versi­ ckernde Niederschlagwasser zu verhindern bzw. zu minimieren, müssen die geplanten wasserdurchlässigen Flächen mit geeigneten Maßnahmen nach unten abgedichtet werden.

3.6

Erschließung / Stellplätze

Motorisierter Verkehr ist auf dem Gelände nur für die Ver- und Entsorgung der Werkstätten, der Mensa im Schulaltbau und für Materialanlieferung an die Gebäude vorgesehen. Der Ver- und Entsorgungsverkehr ist so nachzuweisen, dass hiervon keine signifikanten	Störungen	ausgehen,	die	Sicherheit	der	Kinder	gewährleistet	 wird und die erforderlichen Anlieferungszonen sich gestalterisch in den Campus einfügen. Es	 sind	 drei	 Zugänge	 auf	 den	 Campus	 im	 Bereich	 der	 Pflüger-,	 Weser-	 und Ossastraße vorgesehen.

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Fahrradfahren soll auf dem Campus untersagt werden. Die	 fußläufige	 Vernetzung	 der	 Funktionsbereiche	 untereinander	 ist	 nachzuweisen. Hierbei ist auf eine direkte Wegeführung und auf Maßnahmen zur Erleichterung der Orientierung zu achten. Es sind insgesamt 4 PKW-Stellplätze für Behinderte den Nutzungen zu­ zuordnen. Es sind insgesamt 160 Fahrradstellplätze (möglichst platzsparend) im Be­ reich	des	Vorplatzes	an	der	Pflügerstraße	nachzuweisen.	

3.7

Baukosten / Wirtschaftlichkeit

Nach	der	Landeshaushaltsordnung	ist	der	Bauherr	verpflichtet,	seine	Mit­ tel sparsam und wirtschaftlich zu verwenden. Die Wirtschaftlichkeit des Entwurfes ist daher ein entscheidendes Kriterium bei der Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten. Dies bezieht sich auf: –	 Baukosten –	 Instandhaltungskosten –	 Kosten des laufenden Betriebs Es wird vorausgesetzt, dass bei der Planung umweltfreundliche Baustoffe verwendet und technische Systeme auf ein Minimum reduziert werden (die Verwendungsverbote und -beschränkungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sind zu beachten, s. Anhang). Die Planung hat sich am Prinzip des kostensparenden Bauens zu orien­ tieren. Hierzu sind folgende Kriterien zu berücksichtigen: - Kompakte, klare und funktionale Grundrissorganisation, Reduzierung der	Verkehrsfläche	auf	ein	notwendiges	Maß - Natürliche Belichtung der Räume - Verzicht auf aufwendige Konstruktionen -		 Minimierung	der	Oberflächen,	Kompaktheit - Optimierung des Verhältnisses von verglaster zu geschlossener Fassa­ denfläche - Reduktion der Materialwahl, Instandsetzungsfähigkeit, Alterungsfä-hig­ keit des Materials Um eine Beurteilung der Wettbewerbsbeiträge unter diesen Gesichtspunk­ ten zu ermöglichen, sollen hierzu konkrete Aussagen getroffen werden. Zur Vergleichbarkeit der Wettbewerbsbeiträge sind neben der zeichnerischen Darstellung in Textform die Beschreibung der Bau- und Konstruktions­ art und der Materialien (Erläuterungsbericht s. 1.10 Verfahren/Geforderte Leistungen Nr. 10) gefordert. Hierzu sind konkrete Aussagen zu folgenden Bauteilen zu machen: - Bauart, Konstruktion, Tragsystem, Modulordnung, Raster, Ausbau -	 Gebäudehülle, Material (Fassade, Dach, Deckensysteme, Innenwände) -	 Technische Gebäudeausrüstung (Heizen, Lüften, Wärmerückgewin­ nung, Tageslichtnutzung, Beleuchtung) Der Kostenrahmen für die Kostengruppen 100 - 700 beträgt 25.500.000,- € einschließlich UV.

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Aufstellung der Gesamtbaukosten KG 100 - 700 KG 100 KG 200 KG 300 KG 400 KG 500 KG 600 KG 700 Summe einschl. UV 240.000,00 € 810.000,00 € 11.200.000,00 € 5.020.000, 00 € 1.9000.00,00 € 1.200.000,00 € 5.130.000,00 € 25.500.000,00 €

Aufstellung der Kostengruppen 300 + 400 Neubau Elternzentr./Pä­ dagog. Werkstatt/ Beratende Dienste 2.000.000,00 € 500.000,00 € 2.500.000,00 €

Kostengruppe 300 + 400 KG 300 KG 400 Summe KG 300+400

Umbau Bestand

Neubau Schul­ erweiterung 7.350.000,00 € 2.260.000,00 € 9.610.000,00 €

Neubau WAT 1.100.000,00 € 570.000,00 € 1.670.000,00 €

750.00,00 € 1.690.00,00 € 2.440.000,00 €

Der Gesamtkostenrahmen ist im weiteren Verfahren zwingend einzuhal­ ten. In den Kosten sind erhöhte Aufwendungen für eine Tiefgründung mittels erschütterungsarmer Pfähle enthalten. Bei den zu planenden Flächen ist die vorhandene Altlastenproblematik zu berücksichtigen. Aus Kostengründen ist die Auskofferung und damit die Entsorgung des anstehenden Bodens zu minimieren. Anfallender Boden muss aufgenommen, beprobt und gemäß der ermittel­ ten Schadstoffwerte entsorgt werden. Es sind keine Unterkellerungen vorzusehen. Für das Bestandsgebäude sind, außer im Freizeitbereich UG, keine Kos­ ten für die Ausstattung enthalten, da die Bestandsausstattung übernom­ men werden soll. Der Auslober erwartet bei allen Neubauten einen wirtschaftlich günstigen Faktor	 von	 Brutto-Grundfläche	 zu	 Programmfläche.	 Als	 Richtwert	 gilt	 ein	 Faktor von 1,7. Auf Grund der Altlastenproblematik und der damit verbundenen Kosten können innerhalb des vorliegenden Kostenrahmens nur ein kleiner Teil der Freiflächengestaltung	realisiert	werden.

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Im Kostenrahmen enthalten sind -	 Pausenflächen	im	Bereich	des	Schulerweiterungsbau - Vorbereitung der Flächen zwischen Schulneubau und Quartierssport­ halle -	 Vorplatz	an	der	Pflügerstraße	 -	 Erschließungsflächen,	Flächen	in	direktem	Gebäudebezug - Tor-/Zaunanlage im Bereich der Campus-Zugänge Maßnahmen für Kunst am Bau sind in den Gesamtbaukosten in Höhe der Richtsätze berücksichtigt und werden im Zuge der späteren Standortent­ wicklung durch einen Wettbewerb ermittelt.

3.8

Nachhaltigkeit / Energieeffizienz / Ökologische Zielsetzung

Die	 Gebäude	 sind	 besonders	 unter	 dem	 Aspekt	 der	 Energieeffizienz	 als	 Niedrigenergiegebäude zu planen, die die Anforderungen der EnEV 2009 um mindestens 30% unterschreiten. Das Erneuerbare-Energien-Wärme­ gesetz (EEWärmeG) ist zu erfüllen. Bei der Entwurfsbearbeitung sind die Planungsprinzipien der Nachhaltigkeit anzuwenden, die eine ausgewo­ gene Beachtung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte erfor­ dern. Folgende Ziele hinsichtlich der Nachhaltigkeit sind zu berücksichti­ gen: Sicherstellung eines geringen Energiebedarfs (Gebäude, Anlagen­ technik) - Optimierung der Tageslichtnutzung - Gute akustische Raumeigenschaften und Sprachverständlichkeit -	 Langfristige	und	flexible	Nutzungsqualität -	 Kosteneffizienz	bei	den	Baukosten - Minimierung der Betriebskosten - Reduktion von Immissionen und Emissionen - Kompaktheit (A/V) der Gebäudeform und Zonierung der Nutzungsbe­ reiche - Gute thermische Qualität, Fugendichtheit und wärmebrückenfreie Kon­ struktionen der Gebäudehülle - mechanische Be- und Entlüftung - Einsatz von Steuerungs- und Regelungsstrategien - Einsatz regenerativer Energien Alle Gebäude werden mit Fernwärme versorgt. Angestrebt wird eine Nie­ dertemperaturheizung. Im Schulaltbau ist zurzeit aus Kostengründen keine Generalsanierung und keine energetische Sanierung vorgesehen. Eine Versickerung des anfallenden Regenwassers ist auf Grund der Alt­ lastenproblematik vor Ort nicht möglich. Alle Regenentwässerungsanla­ gen	 für	 die	 Freiflächen	 sind	 daher	 über	 das	 öffentliche	 Entwässerungsnetz anzuschließen. Das betrifft auch die Dachentwässerung aller auf dem Campus stehender Gebäude.

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Als Alternativen sind die Nutzung von Regenwasser als Betriebswasser und Möglichkeiten der Gebäudebegrünung, sowie weitere innovative Kon­ zepte zur Regenwasserbewirtschaftung zu prüfen. Ökologische Planungskriterien Prinzipien	 des	 ökologischen	 Bauens	 sind	 in	 den	 „Ökologischen	 Kriterien	 für Bauwettbewerbe“ beschrieben (Stand Juli 2007, s. Anhang). Für die Konstruktion und Bauausführung sollen danach nur Materialien und Bauteile zur Anwendung kommen, die hinsichtlich ihrer Gewinnung, Transport, Verarbeitung, Funktion und Beseitigung eine hohe Gesund­ heits- und Umweltverträglichkeit sowie eine hohe Lebensdauer aufweisen.

3.9	

Barrierefreies Bauen

Das Barrierefreie Bauen ist als Qualitätsanforderung gemäß den Grund­ sätzen folgender Handbücher und Rundschreiben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (enthalten als pdf-Dateien in Digitale Anlagen - Richt­ linien) im Wettbewerb umzusetzen: - Barrierefreies Planen und Bauen in Berlin -	Design	for	All	–	Öffentlicher	Freiraum	Berlin - Rundschreiben SenStadt VI A Nr. 03/2010 Dabei sollen die unterschiedlichen Nutzeranforderungen hinsichtlich moto­ rischer, sensorischer oder kognitiver Art im Sinne der UN-Konvention 2009 im Hinblick auf eine Inklusionsschule berücksichtigt werden. Die Schulerweiterung soll mit Aufzügen ausgerüstet werden. Angestrebt wird eine barrierefreie Erschließung des Schulaltbaus durch die Aufzüge im Neubau. Die Neubauten sind für alle Nutzer mit und ohne Behinderungen nut­ zungsgerecht zu erschliessen. Auf	den	Freiflächen	sind	die	Prinzipien	des	barrierefreien	Bauens	im	Sinne des	„Design	for	All	–	Öffentlicher	Freiraum	Berlin“	anzuwenden.

3.10	

Baurechtliche Vorschriften, Normen und Richtlinien

Der Planung sind insbesondere zugrunde zu legen Bauordnung des Landes Berlin in der aktuellen Fassung Versammlungsstättenverordnung Richtlinien über Flächen für die Feuerwehr

Des Weiteren sind die im Anhang aufgeführten Richtlinien zu beachten.

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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3.11

Beurteilungskriterien des Preisgerichts

Städtebau und Architektur - Stadträumliche Gestaltung, Raumbildung - Nutzungsverteilung, Vernetzung, Erschließung - Baukörper, Gestaltung, Ablesbarkeit, Materialität - Funktionale/architektonische Qualität der Innenräume Funktionen - Erschließung (außen und innen) - Funktionale Zuordnung - Räumliche Qualität - Raumzuschnitte, Belichtung, Belüftung Realisierbarkeit - Programmerfüllung - Genehmigungsfähigkeit - Barrierefreiheit -	 Nachhaltigkeit	und	Energieeffizienz - Einhaltung des Kostenrahmens - Wirtschaftlichkeit von Bau und Betrieb

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 4 Anhang

59

Teil 4 	 Anhang 4.1	
4.1.0	

Digitale Anlagen
Auslobung
01_CR2_Auslobung_Erweiterung.pdf

4.1.1	

Lageplan Ordner 01_CAD_Dateien
01_CR2_Erweiterung_Arbeitsplan.dxf 02_CR2_Erweiterung_Arbeitsplan.dwg

Ordner 02_PDF_Dateien
03_CR2_Erweiterung_Übersichtsplan.pdf

4.1.2	

Schulaltbau Ordner 01_Schulaltbau_CAD_Dateien
01_CR2_Schulaltbau_KG.dxf 02_CR2_Schulaltbau_EG.dxf 03_CR2_Schulaltbau_1.OG.dxf 04_CR2_Schulaltbau_2.OG.dxf 05_CR2_Schulaltbau_3.OG.dxf 06_CR2_Schulaltbau_DG.dxf 07_CR2_Schulaltbau_Ansichten.dxf 08_CR2_Schulaltbau_Schnitt_A_B.dxf

Ordner 02_Schulaltbau_Einpassplanung
09_CR2_Schulaltbau_Einpassung.dxf 10_CR2_Schulaltbau_Einpassung.pdf

Ordner 03_Schulaltbau_Historische_Fotos
11_CR2_Schulaltbau_Hauptansicht.jpg 12_CR2_Schulaltbau_Ansicht_Hof.jpg 13_CR2_Schulaltbau_Ansicht_Schnitt.jpg 14_CR2_Schulaltbau_Querschnitt.jpg 15_CR2_Schulaltbau_Schnitt_Ansicht_2.pdf 16_CR2_Schulaltbau_Schnitt_Ansicht_3.pdf

4.1.3	

Formblätter
01_Formbl_Schulerweiterung_CR2.xls 02_Formbl_Elternzentrum_etc_CR2.xls 03_Formbl_WAT_CR2.xls 04_Formbl_Berufsorient_Angebote_CR2.xls 05_Formbl_Zusammenstellung_GFZ_GRZ_CR2.xls 06_Verfasserklärung_CR2.pdf

4.1.4	

Zuordnungsdiagramme
01_CR2_Zuordnungsdiagramme.pdf

4.1.5	

Informationspläne Ordner 01_Bebauungsplan
01_CR2_B_Plan.pdf 02_CR2_B-Plan__Um.pdf

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 4 Anhang

60

Ordner 02_Vermessungsplaene

CAD-Dateien
 03_CR2_Vermessung.dxf 
 Pdf-Dateien
 04_CR2_Vermessung_Bl_1.pdf
 05_CRe_Vermessung_Bl_3.pdfF
 06_CR2_Vermessung_Bl_4.pdf
 07_CR2_Vermessung_Sporth.pdf


Ordner 03_Baumassenstudie

08_CR2_Varianten_Baumassen.pdf


Ordner 04_Ver_Entsorgungsleitungen

09_CR2_Ver_Entsorgung.pdf 


Ordner 05_Quartierssporthalle_Genehmigungsplanung
10_CR2_QS_Grundriss Hallen_Ansichten_CR2.PDF 11_CR2_QS_Grundriss2_CR2.PDF 12_CR2_QS_Dachaufsicht.PDF 13_CR2_QS_Ansichten_CR2.PDF

Ordner 06_1_Preis_WB_2009_plus4930architektur
14_CR2_Modellfoto_1_Preis.jpg 15_CR2_Plan_1_1_Preis.pdf 16_CR2_Plan_2_1_Preis.pdf 17_CR2_Plan_3_1_Preis.pdf 18_CR2_Plan_4_1_Preis.pdf

4.1.6

Weitere Planungsunterlagen Ordner 01_Baugrund_Altlasten

01_CR2_Baugrundgutachten.pdf
 02_CR2_Baugrund_Quartierssporthalle.pdf
 03_CR2_Altlasten_Stellungnahme_1.pdf
 04_CR2_Altlasten_Stellungnahme_2.pdf


Ordner 02_Baumbewertung

05_CR2_Baueme_Strasse.pdf
 06_CR2_Baueme_Bezeichnung_Strasse.pdf


4.1.7

Rechtsvorschriften Bauordnung Berlin und ergänzende Vorschriften BauOBerlin (BauOBln) v. 29. September 2005), in Kraft getreten am 1. Februar 2006, zuletzt geändert am 7. Juni 2007
01_BauOBln.pdf

Verordnung über Bauvorlagen, bautechnische Nachweise und dasVerfahren im Einzelnen (Bauverfahrensverordnung BauVerfVO) vom 19. Oktober 2006
02_BauVerfVO.pdf

Ausführungsvorschriften zu § 50 der Bauordnung für Berlin (BauOBln) über Stellplätze für Kraftfahrzeuge für schwer Gehbehinderte und Behinderte im Rollstuhl und

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 4 Anhang

61

Abstellmöglichkeiten für Fahrräder(AV Stellplätze)
03_AV-Stellpätzel.pdf

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) v. 07. August 2008

04_EE_WaermeG.pdf


Verordnung zum Schutze des Baumbestandes in Berlin (Baumschutzverordnung – BaumSchVO) vom 11. Januar 1982
05_BaumSchVO.pdf

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) v. 12. August 2004, zul. geändert am 20. Juli 2007
06_ArbStättV.pdf

Gesetz über öffentliche Kinderspielplätze (Kinderspielplatzge­ setz) v. 15. Januar 1979 i. d. F. vom 20. Juni 1995, geändert durch Art. XI des Gesetzes vom 17.Dezember 2003
07_Spielplg.pdf

4.1.8

Richtlinien Verfahren zur Ermittlung des Kostenrahmens von Hochbaumaßnahmen in Berlin
00_erm_kostenrahmen.pdf

Wirtschaftliche Standards des öffentlichen Bauens Hinweise zu Kostenreduzierungen
01_WiSt_rundschreiben.pdf 02_WiSt_allgemein.pdf 03a_WiSt_hochbau.pdf 03b_WiSt_hochbau_matrix.pdf 04_WiSt_techn_geb_ausr.pdf 05_WiST_literaturhinweise.pdf

Wirtschaftliche Standards des öffentlichen Bauens, Hinweise zur Kostenreduzierung im Bereich des Landschaftsbaus
06_WiSt_landschaftsbau.pdf

Ökologische	Kriterien	für	Bauwettbewerbe	2007
07_oekolog_planungskriterien.pdf

Ökologisches	Bauen,	Anforderungen	an	Baumaßnahmen, Leitfaden SenStadt 2007

08_ oekoLeitfadenBlnE_bf_2007.pdf


Grundsätze für die Betriebswassernutzung, Rundschreiben SenStadt VI C Nr. 1/2003
09_grundsaetze_betriebswassernutzung.pdf

Verwendungsverbote und -beschränkungen im Bereich von Baustoffen; Schadstoffen
10_verwend_baustoffe_1.pdf 11_verwend_baustoffe_2.pdf

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 4 Anhang

62

Planungshilfe für energiesparendes Bauen, Landesinstitut für Bauwesen des Landes Nordrhein-Westfalen, Aachen 2003
12_planungshilfe_energiesparendes_bauen.pdf

Barrierefreies Planen und Bauen in Berlin – öffentlich zugäng­ liche Gebäude, Grundlagen und Beispiele
13_Barrierefreies Planen und Bauen.pdf

Design	for	All	-	Öffentlicher	Freiraum	in	Berlin
14_Design for All - Handbuch.pdf

Rundschreiben SenStadt VI A Nr 03/2010

15_Rundschreiben SenStadt VI A Nr 03/2010


Musterrichtlinie über bauaufsichtliche Anforderungen an Schu­ len, Rundschreiben SenBauWohn 07/1998
16_MSchulbauR_Juli-1998.pdf

Unfallverhütungsvorschriften Schulen

17_muster_UVV-Schulen.pdf


Richtlinie über die Flächen für die Feuerwehr auf Grundstücken
18_richtlinie_ffwg_bbg.pdf

4.1.9	

Bilddokumentation Ordner 01_Luftbild
01_CR2_Luftbild_2010.tif

Ordner 02_Campus_Ruetli
 Ordner 03_Schulaltbau_aussen
 Ordner 04_Schulaltbau_innen


4.2	

Quellenangaben

Abbildungsnachweis Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin: Abb. 1 Architekt Reinhold Kiehl, Stadtbaurat in Rixdorf bei Berlin, Jubiläumsbei­ trag zur 750-Jahr Feier Berlin 1987; Herausgeber: Bezirksamt Neukölln; Verlag: Günter Darge. Berlin 1987: Abb. 2 Lickert: Abb 4, 5, 6, 7, 8, 9,10 Plus 4930 Planungsgesellschaft mbH: Abb. 11 Literatur Amt für Planen, Bauordnung und Vermessung, Berlin Neukölln Landesluftbildarchiv Berlin, Luftbild von 2007

Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli – CR² / Teil 4 Anhang

63

Architekt Reinhold Kiehl, Stadtbaurat in Rixdorf bei Berlin, Jubiläumsbeitrag zur 750-Jahr Feier Berlin 1987; Herausgeber: Bezirk­ samt Neukölln; Verlag: Günter Darge. Berlin 1987 Berlin und seine Bauten, Teil V, Band C, Schulen und Teil VII, Band B, So­ zialbauten; Verlag: Ernst & Sohn, Berlin 1991 Wo Neukölln auf Kreuzberg trifft; Das Reuterquartier im Wandel, Ursula Bach, Cornelia Hüge, Broschüre Soziale Stadt, Berlin 2004
        
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