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Periodical volume

Full text: Jahresbericht Issue 2011

Jahresbericht 2011
Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH

INHALT

Kindertagesstätten	 Grundschulen	 Jugendhilfeverbund	 Kooperation Jugendhilfe – Schule	 Ausbildung | Medien | Kultur	 Stadtteilarbeit	 Statistik		 Impressum	

03	 10 14 20 27 33 38 40

Kindertagesstätten

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eit dem Jahr 2011 beteiligen sich mehrere unserer Kitas an Bundes- bzw. Landesmodellprojekten zur Profilierung und Spezialisierung ihrer pädagogischen Arbeit. Mit den Kitas Sternenhimmel, Wattstraße und Oranienstraße nehmen wir an der „Bundesoffensive Frühe Chancen – Schwerpunktkita Integration & Sprache“ teil. Ziel ist die frühzeitige Förderung der Sprachkompetenz bei Kindern.

4 In allen drei Kitas, die in sogenannten sozialen Brennpunkten in Wedding und Kreuzberg liegen, begleiteten speziell für die Sprachförderung eingestellte Erzieherinnen die Kinder in ihren Gruppen und unterstützten sie im aktiven und passiven Spracherwerb. Dabei konzentrierten sie sich besonders auf Kinder mit Sprachverzögerungen oder Sprachstörungen. Diesen Kindern wurde beispielsweise vorgelesen und die Wörter wurden dabei durch Bilder begleitet. Die Erzieherinnen regten die Kinder an, mit- und nachzusprechen und gesprochene Wörter mit Bildern zu dokumentieren. Auch gemeinsames Singen, Musizieren und mit Wörtern begleitete Bewegungen in der Alltaggestaltung der Kinder unterstützten die aktive und gezielte Sprachentwicklung der Kinder. Die Kita Regenbogen im Bezirk Mitte beteiligte sich im zweiten Jahr am Landesmodellprojekt „Kitas bewegen – für die gute gesunde Kita“. Bei dem gemeinsamen Projekt von Bertelsmann Stiftung und AOK geht es um die nachhaltige Stärkung der Bildungs- und Gesundheitschancen der Kinder. Das Team arbeitete weiter engagiert daran, die Aspekte Bewegung, Bildung und Gesundheit im Kitaalltag zu verknüpfen und eine gesunde Lebens-, Lernund Arbeitswelt zu schaffen, in der die Kinder sich wohlfühlen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gern arbeiten. Inzwischen wurde die Regenbogenkita, die schon seit der Modellphase dabei ist, mit ihrem Konzept zu einer von fünf Konsultationskitas für das Land Berlin ernannt. Kitas, die sich für das Konzept und seine Umsetzung interessieren, können sich an die Kita wenden, hospitieren und sich beraten lassen.	 In Kooperation mit der WeTek gGmbH begannen wir mit einer trägerinternen Fortbildung zur Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms (BBP) für alle unsere pädagogi-

5 schen Fachkräfte. Das auf zwei Jahre angelegte Programm umfasst neben theoretischem Fachwissen auch zwei Praxismodule, die zum einen der Auseinandersetzung mit der Projektarbeit als einer Methode der pädagogischen Arbeit dienen, zum anderen die Gestaltung der Zusammenarbeit mit den Eltern im Sinne einer Erziehungspartnerschaft fördern. In allen unseren Kindertagesstätten setzen wir die internen Evaluationen zur Qualität der Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms fort. Die Evaluationsthemen 2011 waren die „Gestaltung des Übergangs von der Kita in die Schule“ und die „Gestaltung der Projektarbeit in den Kitas“. Im Ergebnis dieses Prozesses erarbeiteten alle Teams Maßnahmen für eine konkret festgelegte Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit in den Einrichtungen. Parallel begannen wir auch mit der externen Evaluation zur Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms, zu der wir uns im Rahmen der „Qualitätsvereinbarung Tageseinrichtung“ zwischen dem Senat von Berlin und allen öffentlich finanzierten Tageseinrichtungen verpflichtet haben. 2011 wurden die ersten fünf Kitas extern evaluiert und freuten sich über insgesamt positive und sehr positive Ergebnisse. Mehr über unsere Erfahrungen mit Evaluationen erfahren Sie in unserem Artikel „Evaluation als Chance“ auf unserer Homepage. http://www.pfefferwerk.de/images/ downloads/Kita/artikel_evaluationen_2012-06-15.pdf Das Familienzentrum in der Wattstraße entwickelte sich im Laufe des Jahres mit seinen vielfältigen, bedarfsgerechten Angeboten für Familien zu einer fest im Sozialraum Brunnenkiez verankerten Institution. Insbesondere die Familien mit Migrationshintergrund nutzten das thematische Frühstück, das Elterncafé und die Mutter-KindGruppe, um sich auszutauschen, zu diskutieren und sich mit ihren Fragen an Expert/innen zu wenden, die zu einigen Treffen eingeladen waren. Das Familienzentrum in der Kita Sternenhimmel richtete seine Angebote zunehmend auch an Familien im Sozialraum, deren Kinder noch nicht oder nicht mehr die Kita

6 besuchen. In Kooperation mit anderen Institutionen, z.B. mit der Volkshochschule, griff das Familienzentrum die Wünsche und Bedarfe der jungen Familien im Kiez Gesundbrunnen auf. Leider lief ein Teil der Förderung zum Ende des Jahres aus, so dass ein Großteil der Angebote eingestellt werden musste. Unterstützt durch Förderungen über das Bundesprogramm zum Ausbau der Kinderbetreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren (U3) konnten auch 2011 weiter Sanierungsund Modernisierungsarbeiten in unseren Kindertageseinrichtungen realisiert werden. Kontaktdaten

Abteilungsleitung Wibke Reinsch Christinenstraße 18/19 (Haus 14) | 10119 Berlin Fon: +49 (0) 30. 4 43 83 ­  449 – Fax: +49 (0) 30. 4 43 83 – 100 reinsch@pfefferwerk.de

Stellvertretende Abteilungsleitung Karin Rechenberg-Grab Christinenstraße 18/19 (Haus 14) | 10119 Berlin Fon: +49 (0) 30. 4 43 83 – 450 Fax: +49 (0) 30. 4 43 83 – 100 rechenberg@pfefferwerk.de

7 	 Kontaktdaten Kita Sauseschritt Dietzgenstraße 104 | 13158 Berlin Fon: +49 (0) 30. 476 59 85 Fax: +49 (0) 30. 32 29 86 04 sauseschritt@pfefferwerk.de Kita Wirbelwind Wigandstaler Straße 15 | 13086 Berlin Fon: +49 (0) 30. 471 14 79 Fax: +49 (0) 30. 32 29 86 08 wirbelwind@pfefferwerk.de Kita Die Röländer Röländer Straße 46 | 13125 Berlin Fon: +49 (0) 30. 94 38 11 03 Fax: +49 (0) 30. 94 87 99 50 roelaender@pfefferwerk.de Kita Strauchwiese Lindenberger Straße 24 | 13156 Berlin Fon: +49 (0) 30. 476 75 81 Fax: +49 (0) 30. 32 29 86 00 strauchwiese@pfefferwerk.de

Bezirk Pankow Kita Kritzelknirpse Lychener Straße 55-58 | 10437 Berlin Fon: +49 (0) 30. 41 72 23 – 57 Fax: +49 (0) 30. 41 72 23 – 00 kritzelknirpse@pfefferwerk.de Berlin Kids International Kita Wichertstraße 25 | 10439 Berlin Fon: +49 (0) 30. 74 74 97 96 Fax: +49 (0) 30. 74 74 98 00 berlin-kids-kita@pfefferwerk.de Kita Bewegungsreich Hanns-Eisler-Straße 82/84 | 10409 Berlin Fon: +49 (0) 30. 423 48 61 Fax: +49 (0) 30. 42 16 16 99 bewegungsreich@pfefferwerk.de

8 	 Kontaktdaten Familienzentrum Sternenhimmel Graunstraße 11 A | 13355 Berlin Fon: +49 (0) 30. 32 51 46 – 49 Fax: +49 (0) 30. 32 51 46 – 50 sternenhimmel@pfefferwerk.de Kita Wattstraße Wattstraße 16 | 13355 Berlin Fon: +49 (0) 30. 464 43 59 Fax: +49 (0) 30. 32 51 36 – 52 kita-wattstrasse@pfefferwerk.de Familienzentrum Wattstraße Wattstraße 16 | 13355 Berlin Fon +49 (0) 30. 32 51 36 – 55 Fax: +49 (0) 30. 32 51 36 – 52 fz-wattstrasse@pfefferwerk.de

Bezirk Mitte Kita OASE Kastanienallee 63a | 10119 Berlin Fon: +49 (0) 30. 449 72 89 Fax: +49 (0) 30. 43 20 54 62 oase@pfefferwerk.de Regenbogenkita Fehrbelliner Straße 80 | 10119 Berlin Fon: +49 (0) 30. 449 32 38 Fax: +49 (0) 30. 32 53 34 40 regenbogen-kita@pfefferwerk.de Kita Sternenhimmel Graunstraße 11 A | 13355 Berlin Fon: +49 (0) 30. 464 43 58 Fax: +49 (0) 30. 32 51 46 50 sternenhimmel@pfefferwerk.de

9 	 Kontaktdaten Bezirk Treptow-Köpenick Kita Pfeffermäuse Grüne Trift 138 / Zur Nachtheide 137 | 12557 Berlin Fon: +49 (0) 30. 651 73 05 Fax: +49 (0) 30. 32 53 34 20 pfeffermaeuse@pfefferwerk.de Kita Knirpsenbude Ottomar-Geschke-Straße 13-15 | 12555 Berlin Fon: +49 (0) 30. 655 78 78 Fax: +49 (0) 30. 32 53 34 22 knirpsenbude@pfefferwerk.de Kita Waldspielhaus Adlergestell 592 | 12527 Berlin Fon: +49 (0) 30. 655 03 73 Fax: +49 (0) 30. 32 53 34 25 waldspielhaus@pfefferwerk.de

Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Kita Oranienstraße Oranienstraße 56 | 10969 Berlin Fon: +49 (0) 30. 53 65 94 – 00 Fax: +49 (0) 30. 53 65 94 – 07 kita-oranienstrasse@pfefferwerk.de Kita Müggelstraße Müggelstraße 19 | 10247 Berlin Fon: +49 (0) 30. 294 65 52 Fax: +49 (0) 30. 27 58 99 72 kita-mueggelstrasse@pfefferwerk.de

Grundschulen

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nser Grundschulbereich, zu dem die Freie Grundschule Pfefferwerk, die Berlin Kids International School und - seit 2010 - die W-I-R Grundschule gehören, ist weiter gewachsen.

11 Die bilinguale Berlin Bilingual School (ehemals Berlin Kids International School) begrüßte zum neuen Schuljahr 48 neue Schülerinnen und Schüler und vier neue Kolleg/innen. Neben dem ganz normalen Schulalltag mit vielen spannenden Projekten wurde ein lang diskutiertes Projekt von uns und dem Elternverein gemeinsam in Angriff genommen: die Weiterführung der Schule mit einer Sekundarstufe, in der die Schüler/innen ab August 2012 auch nach der 6. Klasse auf unserer bilingualen Schule bleiben können. Die gemeinsame Erarbeitung der Konzepte und schließlich die Vorbereitung des Genehmigungsantrags nahmen viel Zeit und Energie in Anspruch. Im Sommer 2011 konnte der Antrag schließlich bei der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft eingereicht werden. Eine Sekundarlehrerin mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt begann, ebenfalls im Sommer, die Klassen 5 und 6 zu unterrichten; sie wird 2012 auch in die Sekundarstufe begleiten. In der Freien Grundschule Pfefferwerk, seit 2007 staatlich anerkannte Ersatzschule, übernahm eine erfahrene Lehrerin aus dem Team die Schulleitung und gewährleistete damit die Kontinuität und gleichzeitig die Weiterentwicklung in Richtung Montessori-Schule. Fast alle pädagogischen Fachkräfte der Schule absolvierten inzwischen die Montessori-Ausbildung. Die Unterrichtsformen der Freiarbeit, die Arbeit mit dem Wochenplan und in den Ateliers ermöglichten den Kindern, mit Freude, in Eigenverantwortung sowie im individuellen Tempo zu lernen. Wie in jedem Jahr realisierten wir in einer Projektwoche eine künstlerisch-kulturelle Gemeinschaftsarbeit mit allen 60 Schüler/innen; 2011 drehte sich alles um „Farbenzauber aus dem Karton“. Für unsere jüngste Schule, die ebenfalls reformpädagogisch orientierte W-I-R-Grundschule, stand 2011 ein Umzug an. Vom alten Schulgebäude in der Kiefholzstraße, ging es im Frühjahr in die Köpenicker Landstraße, in

12 der auch unsere Einrichtung Medien | Kommunikation mit Auszubildenden Mediengestalter/innen und Bürokaufleuten ihren Sitz hat. Ende 2011 vergrößerte sich die Schule durch den Wechsel einer Gruppe aus einer anderen Schule in Freier Trägerschaft zur W-I-R-Grundschule von acht auf 36 Schüler/innen. Das Konzept des Wünschens, Informierens und Realisierens (W-I-R), das Freiarbeit, Erfahrungslernen in Ateliers und Projekte beinhaltet und Lerngruppen der Klassenstufen 1-3 und 4-6 zusammenfasst, ermöglichte allen Schüler/innen, sich in einem integrierten Ganztagskonzept selber zu erproben und Ziele zu setzen. In monatlichen „Schulschaufenstern“ stellten die Schüler/innen den Eltern Ergebnisse ihrer Lernarbeit und aus den Kreativworkshops vor. In Zusammenarbeit mit dem Elternverein Bewegte Eltern e.V. entwickelten wir den Gedanken einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Schule, der sich einerseits in intensivem Austausch über die Entwicklung und Bedürfnisse der Schülerin und des Schülers ausdrückt. Andererseits beinhaltet unsere Partnerschaft auch die regelmäßige freiwillige Mitarbeit der Eltern bei der Essensversorgung, der Renovierung und der Vorbereitung von Feiern, aber auch bei den schulischen Angeboten. Wie und warum wir unsere Bildungskonzepte in enger Kooperation mit Elternvereinen entwickeln und realisieren, erfahren Sie in dem Artikel „Schulen in Kooperation“ auf unserer Homepage. http://www.pfefferwerk.de/ images/downloads/grundschulen/artikel_schulen-in-kooperation_2012-06-15.pdf.

13 	 Kontaktdaten Freie Grundschule Pfefferwerk Schönfließer Straße 7 | 10439 Berlin Fon: +49 (0) 30. 44 71 73 – 05 Fax: +49 (0) 30. 44 71 73 – 06 grundschule@pfefferwerk.de Berlin Bilingual School Weinstraße 1-2 | 10247 Berlin Fon: +49 (0) 30. 27 58 29 – 15 Fax: +49 (0) 30. 27 58 29 – 13 school@pfefferwerk.de W-I-R-Grundschule Köpenicker Landstraße 185 A | 12437 Berlin Fon: +49 (0) 30. 32 52 73 79 Fax: +49 (0) 30. 32 52 74 91 wir-grundschule@pfefferwerk.de

Abteilungsleitung Monika Schaal Christinenstraße 18/19 (Haus 14) | 10119 Berlin Fon: +49 (0) 30. 4 43 83 – 429 Fax: +49 (0) 30. 4 43 83 – 100 schaal@pfefferwerk.de

Jugendhilfeverbund

Fa ch b e re i ch K ri s e n d i e n s t | a m b u l a n t e H i l f e n

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um Bereich Krisendienst | ambulante Hilfen gehören die Einrichtung „Kinderzimmer“, die Beratung und Krisenunterkunft BUK, das Trainingswohnen und die sozialpädagogische Familienhilfe. Berichten möchten wir hier von Veränderungen im Trainingswohnen und in der BUK.

15 Aufgrund der anhaltend großen Nachfrage und der Veränderungen im Bedarf der jungen Menschen, eröffneten wir im Mai 2011 ein ergänzendes Angebot für das Trainingswohnen: In einer weiteren Tr a i n i n g s w o h nung, die knapp zehn Minuten zu Fuß von der „Muttereinrichtung“ im Haus der BUK entfernt ist, sollten die jungen Menschen noch besser darauf vorbereitet werden, allein zu wohnen. Während die Jugendlichen in der Trainingswohnung im Haus der BUK jederzeit auf die Kolleg/innen zurückgreifen können, werden nun zwei junge Menschen in der Dreizimmerwohnung von den Mitarbeitenden des Trainingswohnens weiter betreut, leben aber deutlich eigenständiger und eigenverantwortlicher. Die ersten Erfahrungen mit der Trainingswohnung waren durchweg positiv, da es zwar eine räumliche Veränderung, aber keinen Beziehungsabbruch gab. Nachdem in der Beratung und Krisenunterkunft BUK im Februar gerade erst das Bad saniert wurde, schossen im Juni bei einem kräftigen Gewitterregen Wassermassen in die erste Etage der BUK und machten sie und das Erdgeschoss quasi über Nacht unbewohnbar. Eine schnelle und pragmatische Lösung musste her. So nahmen die Jugendlichen und das Team die beiden Trainingswohnungen in der obersten Etage in Beschlag. Die dort wohnenden Jugendlichen zogen in die Trainingswohnung in der Oderberger Straße. Die BUK wurde komplett saniert und neu ausgestattet und mit einem Hoffest wiedereröffnet und den Jugendlichen übergeben. Nach wie vor griffen nahezu alle Berliner Jugendämter gezielt auf das Angebot der BUK zurück. Die Anfragen lagen sogar weit über unseren Kapazitäten. Zurückzuführen war dies, nach Rückmeldungen aus den Jugendämtern, auf die verbindlichen Absprachen mit den Mitarbeitenden

16 und der Leitung der BUK, vor allem aber auf die fachlich gute Arbeit. Dem Team gelang es immer wieder, zu den Jugendlichen einen Kontakt herzustellen. Außerdem legten die Kolleg/innen den Fokus stehts auf die Ressourcen der Jugendlichen, nicht auf ihre Defizite. So gelang es den Betreuer/innen in den allermeisten Fällen, ein Vertrauensverhältnis zu dem/der Jugendlichen herzustellen, um dann gemeinsam einen Weg aus der Krise zu suchen und zu finden. Fachbereich Stationäre Hilfen und Jugenddelinquenz Zu diesem Fachbereich gehören die Einrichtungen „Tamino“, Flexible Jugendhilfe, Mädchen Wohnen, Soziales Training und das Projekt für junge Intensivstraftäter/innen „Quartal“. Seit vielen Jahren bieten wir im Sozialen Training das Sozialkognitive Einzeltraining „Denkzeit“ (SKET) an. Ziel ist die Förderung sozialkognitiver und mentalkognitiver Kompetenzen. Dieses Einzeltraining wird nach einem vorgegebenen Manual innerhalb von 40 Sitzungen á 45 bis 60 Minuten durchgeführt. Es gliedert sich in die drei Schwerpunkte: Problemlösestrategien, Stress- und Wutmanagement und moralisches Denken und Handeln. Die pädagogische Haltung besteht aus wertschätzender sowie konfrontativer Beziehungsarbeit und soll in Form eines progressiven Ansatzes das Wahrnehmen – Erkennen –Interpretieren – und adäquates Handeln bei den jungen Teilnehmern ermöglichen und fördern. Um dieses Training anbieten zu dürfen, bedarf es einer zertifizierten Trainerausbildung. Über die Organisation des Sozialpädagogischen Instituts SPI führten wir im vergangenen Jahr das sogenannte Rechtskundepaket in der Pankower Gustave-Eiffel-Schule durch und gaben den Schülerinnen und Schülern in unseren Räumlichkeiten mit der Projektwoche „Recht aufschlussreich“ einen Einblick in gesellschaftliche und gesetzliche Normen. An fünf Tagen setzten sich die Schüler/innen mit dem Thema Straftaten und deren Konsequenzen auseinander, lernten gesetzliche Hintergründe und den Ablauf eines Strafverfahrens kennen sowie Möglichkeiten, dieses zu vermeiden. In einem Rollenspiel über die gesamte Projektwoche versetzten sich die Schüler/ innen in die Rollen von Täter/innen, Opfern, Zeug/innen

17 und Eltern. Sie erlebten die Schwerpunkte eines Ermittlungsverfahrens, eine Beratung bei der Jugendgerichtshilfe, eine Beratung durch den Rechtsanwalt/ die Rechtsanwältin und eine Hauptverhandlung im Amtsgericht Tiergarten. Professionelle Beteiligte, von der Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe bis zur Jugendrichterin, wirkten an diesem Rollenspiel mit und bereicherten durch ihre Expertenbeiträge die Projektwoche. Die Schüler/innen dokumentierten das Erlebte und die Ergebnisse und gestalteten abschließend eine Präsentation für ihre Schule. Ein Schwerpunkt unserer inhaltlichen Arbeit in den Einrichtungen Soziales Training und „Tamino“ war auch im vergangenen Jahr die geschlechtsspezifische (Gender) Arbeit mit Jungen und jungen Männern. Unsere Erfahrungen stellen wir in dem Artikel „Geschlechtsspezifische Arbeit in der Jugendhilfe“ auf unserer Homepage http:// www.pfefferwerk.de/images/downloads/jugendhilfeverbund/artikel_jungenarbeit_2012-06-15.pdf näher vor. Alle Einrichtungen des Jugendhilfeverbundes wurden im Juni nach DIN EN ISO 9001 : 2008 extern zertifiziert.

18 	 Kontaktdaten Fachbereich Krisendienst | Ambulante Hilfen Beratung und Krisenunterkunft BUK Schönhauser Allee 39b  |  10435 Berlin Fon: +49 (0)30. 44 02 38 – 20 Fax: +49 (0)30. 44 02 38 – 23 buk@pfefferwerk.de Trainingswohnen Schönhauser Allee 39b  |  10435 Berlin Fon: +49 (0)30. 44 02 38 – 28 Fax: +49 (0)30. 44 02 38 – 23 trainingswohnen@pfefferwerk.de »Kinderzimmer« Hanns-Eisler-Straße 2  |  10409 Berlin Fon: +49 (0)30. 41 72 62 – 90 Fax: +49 (0)30. 41 72 67 – 17 kinderzimmer@pfefferwerk.de

Abteilungsleitung Gaius Müller Christinenstraße 18 / 19 (Haus 14) | 10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 83 – 430 Fax: +49 (0)30. 443 83 – 100 mueller@pfefferwerk.de

19 	 Kontaktdaten Flexible Jugendhilfe Standort Prenzlauer Berg Hanns-Eisler-Straße 2   |  10409 Berlin Fon: +49 (0)30. 41 72 62 93 flex2@pfefferwerk.de Soziales Training Mühlenstraße 21   |  13187 Berlin	 Fon: +49 (0)30. 442 84 54 Fax: +49 (0)30. 442 08 42 soziales-training@pfefferwerk.de »Quartal« Florastraße 34c   |  13187 Berlin	 Fon: +49 (0)30. 44 03 63 25 Fax: +49 (0)30. 44 20 842 quartal@pfefferwerk.de

Fachbereich Stationäre Hilfen | Jugenddelinquenz Mädchen Wohnen Postanschrift: Fehrbelliner Straße 92   |  10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 441 74 71 Fax: +49 (0)30. 74 74 98 10 maedchen-wohnen@pfefferwerk.de TAMINO – Therapeutische WG für Jungen Greifswalder Straße 204   |  10405 Berlin Fon: +49 (0)30. 67 12 99 – 95 Fax: +49 (0)30. 67 12 99 – 96 tamino@pfefferwerk.de Flexible Jugendhilfe Standort Pankow Maximilianstraße 21   |  13187 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 83 – 412 Fax: +49 (0)30. 443 83 – 411 flex@pfefferwerk.de

Kooperation Jugendhilfe – Schule

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uch im Jahr 2011 war unsere Arbeit von den Veränderungen der Berliner Schullandschaft stark beeinflusst. An den Integrierten Sekundarschulen waren und sind die Lehrer/innen gefordert, in guter Teamarbeit mit Sozialpädagogen/innen und anderen Experten/innen Angebote zu entwickeln, die dem individuellen Förderbedarf der Schüler/innen gerecht werden. Hier bewährten sich auch in diesem Jahr unsere seit Jahren erfahrenen Sozialpädagogen/innen an den Schulen vor Ort.

21 Durch die enge sozialpädagogische Arbeit mit den Schüler/innen und die regelmäßige Mitarbeit in schulinternen und -externen Arbeitsgruppen und Fachteams konnten wir mit den Schulen bedarfsorientierte Angebote entwickeln und gemeinsam realisieren. An sechs Schulen in Pankow führten wir unterstützende Projekte wie Soziales Lernen und Soziales Kompetenztraining durch. In Kooperation mit den Schulen und anderen Einrichtungen unternahmen wir zahlreiche Seminar-, Klassen- und Projektfahrten zur Aufarbeitung von Problemlagen, zur Verbesserung des sozialen Klimas und zur beruflichen Orientierung. Im Fokus unserer schulbezogenen Jugendsozialarbeit stand und steht immer wieder die stärkere Beteiligung von Schüler/innen und die damit verbundene Übernahme von Verantwortung. Die Unterstützung von Schülersprecher/innen oder die Einführung und Begleitung von Klassenräten, wie in der Gustave-Eiffel-Schule und in der Reinhold-Burger-Schule, sind hierfür nur einige erfolgreiche Beispiele. Die Neustrukturierung des Schulsystems und die freie Schulwahl stellten Eltern und vor allem leistungsschwache Schüler/innen vor neue Schwierigkeiten bei der Suche nach einem geeigneten Schulplatz, bei der Anmeldung und letztendlich bei der Zuweisung eines Schulplatzes. Diesen Schülerinnen und Schülern fiel der Einstieg an den neuen Schulen besonders schwer. Eine hohe Klassendichte und unbesetzte Lehrerstellen, zum Teil auch neu eingestellte, noch unerfahrene Lehrer/innen, stellte alle Beteiligten beim Aufbau der Integrierten Sekundarschule vor große Herausforderungen. Unsere Sozialpädagogen/ innen unterstützten die Betroffenen, zum Beispiel mit der Durchführung von „Kennenlernwochen“ und durch individuelle Beratung und Begleitung. Schwerpunktaufgabe der Kollegen/innen war und ist außerdem die individuelle Unterstützung von benachteiligten Schüler/innen bei der Alltagsbewältigung und/oder in Konflikt- oder Krisensituationen.

22 Ein Beispiel für eine erfolgreiche Vernetzung und bedarfsorientierte Angebote ist die integrierte Tagesgruppe „Plan B“ an der Reinhold-Burger-Schule. Durch eine intensive Kooperation mit der Schule, den Eltern und dem Jugendamt Pankow unterstützten die Kollegen/innen auch 2011 Schüler/innen erfolgreich im Reintegrationsprozess. Auch in anderen Bereichen konnte die Kooperation zwischen Schule und Jugendamt weiter ausgebaut werden. Gefördert durch das Programm „Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen“ startete im September eine Sozialpädagogin im Oberstufenzentrum „Bürotechnik II“ in Lichtenberg mit ihrer Arbeit und im November kam die Ernst-ReuterSchule im Wedding dazu. Hier arbeiten ein Kollege und eine Kollegin hauptsächlich unterstützend in den Klassen des 7. und 8. Jahrgangs und darüber hinaus sehr differenziert mit benachteiligten Schüler/innen mit nicht diagnostiziertem Förderbedarf. Gefördert durch das gleiche Programm begannen wir Ende des Jahres mit dem Aufbau einer temporären Lerngruppe mit individueller Lernförderung an der Gustave-EiffelSchule in Prenzlauer Berg. Eine weitere große Herausforderung im Rahmen der Schulreform stellte auch 2011 der weitere Ausbau des Ganztagsbetriebes an den Integrierten Sekundarschulen dar. Um Lernen, Pausen und Vertiefung in Einklang zu bringen, entwickelten wir für Schüler/innen neue und interessante Angebote mit dem Ziel, eine individuelle Förderung zu unterstützen und neue Lernangebote und -themen an den Schulen zu installieren. Unsere Angebotspalette gestaltete sich vielfältig von Kursen in Graffiti, Kunst, Chor, Tanz, über Gemüseanbau und Entspannung bis hin zur Schulclubarbeit und individueller sozialpädagogischer Fallarbeit. In diesem Bereich begrüßten wir noch vor den Sommerferien den Schülerclub in der Hänselstraße in Treptow–Köpenick und mit Beginn des neuen Schuljahres die Weddinger ErnstSchering-Schule als neue Kooperationsschule.

23 Im Mai 2011 fand die Auftaktveranstaltung zur Eröffnung des LdE-Kompetenzzentrums Berlin statt. Die Unterrichtsmethode Lernen durch Engagement verbindet gesellschaftliches Engagement von Schüler/innen mit fachlichem Lernen im Unterricht. Unser Kompetenzzentrum, gefördert von der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin, begleitete und unterstützte Berliner Schulen mit Informationsveranstaltungen und Workshops bei der Einführung und Umsetzung von Lernen durch Engagement. Im Oktober fand der erste Starter-Workshop für interessierte Lehrer/innen statt. Im August nahmen wir die Kooperation mit der Anna-Seghers-Gemeinschaftsschule in Treptow-Köpenick auf. Neben den vielen neuen Angeboten konnten wir aber auch auf alt Bewährtes zurückblicken: Unser Lernmotivationsprojekt „Lernen lernen“ feierte im September sein zehnjähriges Bestehen. Zum Hoffest im Standort in Wedding kamen auch viele ehemalige „Schüler/innen“. Im Rahmen der Qualitätsentwicklung stellte sich im Sommer 2011 die Abteilung Kooperation Jugendhilfe – Schule mit den Einrichtungen der schulbezogenen Jugendsozialarbeit und „Lernen lernen“ erfolgreich der Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 : 2008. In allen unseren Einrichtungen und Projekten in diesem Bereich spielt das Thema Schulverweigerung eine zentrale Rolle. Mehr über die unterschiedlichen Formen und Ausprägungen von Schulverweigerung, welche Modelle wir entwickelt haben und wie sie sich in der Praxis bewährt haben, können Sie in dem Artikel „Schulverweigerung – ein Hilferuf“ auf unserer Homepage http://www.pfefferwerk.de/images/downloads/Koop_ JHS/artikel_schulverweigerung_2012-06-15.pdf erfahren.

24 		 Kontaktdaten Schule in Mitte (Wedding) Ernst-Reuter-Schule (ISS) Schule in Lichtenberg OSZ Bürowirtschaft II Leitung Ganztagsbetreuung Christinenstraße 22 | 10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 22 50 91 – 59 Fax: +49 (0)30. 22 50 91 – 54 porath-weiss@pfefferwerk.de Schulen in Pankow Hagenbeck-Schule (ISS) Janusz-Korczak-Schule (ISS) Konrad-Duden-Schule (ISS) Gustave-Eiffel-Schule (ISS)	 Reinhold-Burger-Schule (ISS) Schulen in Mitte Ernst-Schering-Schule (ISS) Schulen in Treptow-Köpenick Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule Anna-Seghers-Gemeinschaftsschule

Abteilungsleitung Dörte Koch Christinenstraße 22 | 10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 22 50 91 – 57 Fax: +49 (0)30. 22 50 91 – 54 koch@pfefferwerk.de

Leitung Schulbezogene Jugendsozialarbeit Christinenstraße 22 | 10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 22 50 91 – 59 Fax: +49 (0)30. 22 50 91 – 54 porath-weiss@pfefferwerk.de Schulen in Pankow Gustave-Eiffel-Schule (ISS) Reinhold-Burger-Schule (ISS) Schule am Birkenhof (Förderzentrum) Schule an der Heide (Förderzentrum) Schule am Senefelderplatz (Förderzentrum) Schule im Komponistenviertel (Förderzentrum)

25 	 Kontaktdaten Temporäre Lerngruppe Gustave-Eiffel-Schule Hanns-Eisler-Straße 78 – 80 | 10409 Berlin Fon: +49 (0)30. 40 04 39 51 (Schulsekretariat) templg@pfefferwerk.de Kurswechsel Hosemannstraße 14 | 10409 Berlin Fon: +49 (0)30. 43 73 46 – 19 Fax: +49 (0)30. 43 73 46 – 97 kurswechsel@pfefferwerk.de Lernen lernen Pankow (Ortsteil Prenzlauer Berg) Greifswalder Straße 190 | 10405 Berlin Fon: +49 (0)30. 322 986 12 Fax: +49 (0)30. 322 986 16 lernenlernen@pfefferwerk.de Mitte (Ortsteil Wedding) Lindower Straße 18 | 13347 Berlin Fon: +49 (0)30. 325 388 – 02 Fax: +49 (0)30. 325 388 – 04 lernenlernen@pfefferwerk.de

Schülerclub der Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule Standort Hänselstraße 14 | 10437 Berlin Fon: +49 (0)30. 325 187 – 34 saidykhan@pfefferwerk.de Koordination „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ Christinenstraße 22 | 10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 22 50 91 – 59 Fax: +49 (0)30. 22 50 91 – 54 porath-weiss@pfefferwerk.de Schulen (Pankow) Schule am Birkenhof (Förderzentrum) Schule an der Heide (Förderzentrum) Kurt-Tucholsky-Schule (ISS) Kurt-Schwitters-Schule (ISS) Gustave-Eiffel-Schule (ISS)	 Integrierte Tagesgruppe „Plan B“ Neue Schönholzer Straße 7 | 13187 Berlin tagesgruppe-planb@pfefferwerk.de

26 	 Kontaktdaten

KoNa – Koordinierungsstelle für Bildungsberatung und Nachhilfe im Brunnenviertel Stralsunder Straße 28 | 13355 Berlin Fon: +49 (0)30. 32 50 36 – 12 Fax: +49 (0)30. 32 50 36 – 11 kona-brunnenviertel@pfefferwerk.de Kompetenzzentrum „Lernen durch Engagement” Christinenstraße 18/19 (Haus 14, 1.OG) | 10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 83 – 405 Fax: +49 (0)30. 443 83 – 470 dell@pfefferwerk.de

Ausbildung | Medien | Kultur

I

m Jahr 2011 absolvierten in der Abteilung Ausbildung | Medien | Kultur 175 junge Menschen eine wirtschaftsnahe und marktorientierte Berufsausbildung in den Berufsfeldern Medien, IT, Kultur, Event, Gastronomie und Büro. Wir gratulieren den 51 Auszubildenden, die in diesem Jahr ihre Ausbildung erfolgreich abschließen konnten.

28 Im Rahmen der praxisbezogenen und produkt-orientierten Ausbildung lernten unsere Auszubildenden anhand realer Aufträge das Berufsleben „in Echtzeit“ kennen. So bereiteten Auszubildende der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH in der Küche des Restaurant „das pfeffer“ auf dem Pfefferberg einen sehr guten und doch günstigen Mittagstisch und servierten im Abendgeschäft anspruchsvolle regionale Küche. In der Ausbildungsküche an der Ernst-ReuterSchule in Wedding bekochten Auszubildende zwei Schulen mit gesunder und kultursensibler Mittagsverpflegung. Auszubildende der Bereiche Medien, Büro und IT gestalteten Flyer, Plakate und websites, erstellten Filme und Dokumentationen und waren mit Büro- und IT-Dienstleistungen behilflich. Im Bereich Event organisierten Auszubildende Tagungen, Kongresse sowie Konzerte und Partyveranstaltungen und sorgten für einen reibungslosen technischen Ablauf. Sie halfen bei der Einführung des unseres Angebots „blueroom – the acoustic experience“ auf dem Pfefferberg, das im Winter des Jahres mit Jazz-Konzerten der Künstler Gonzalo Rubalcaba und Al di Meola an den Start ging. Wie viele andere Ausbildungsanbieter in Berlin waren auch wir im Jahr 2011 vom drastischen Rückgang der Zuweisung von Auszubildenden im Rahmen der Verbundausbildung nach dem Berliner Ausbildungsplatzprogramm betroffen. So konnten zum Ausbildungsstart im Herbst 2011 nur noch 16 Ausbildungsplätze gegenüber durchschnittlich 80 Plätzen in den Vorjahren in diesem Programm besetzt werden. Dieser Entwicklung liegt die demografisch etwas entspannte Bewerberlage in Berlin zugrunde, durch die mehr Jugendliche betriebliche Ausbildungsplätze am ersten Ausbildungsmarkt finden können als zuvor. Nach wie vor schwierig gestaltete sich jedoch der Übergang von der Schule in die Ausbildung für benachteiligte junge Menschen. Hier boten wir verstärkt besondere Leistungen in Kooperation mit Arbeitsagenturen, Jobcentern und Jugend-

29 ämtern an, z.B. in Form von Berufsausbildung in der Jugendberufshilfe. Einen weiteren Schwerpunkt setzte die Abteilung darüber hinaus mit der verstärkten Aufnahme von Auszubildenden mit besonderem Förderbedarf im Rahmen der Reha-Ausbildung und dem Angebot von Leistungen im persönlichen Budget für junge Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Die Verbesserung der Chancen junger Menschen am Übergang Schule/ Beruf ist ein weiterer Fokus der vielfältigen Projekte unserer Abteilung. So wurden im Projekt Pesa (Pankower Entwicklungspartnerschaft Schule und Ausbildung) kreative Modelle an Schulen erprobt, mit denen Schülerinnen und Schüler in ihrer beruflichen Orientierung unterstützt und ihre Berufswahlkompetenz und Ausbildungsreife verbessert werden. Pesa schloss im Herbst mit einem umfangreichen Methodenkatalog aus den Bereichen Projektarbeit, Schülerfirma und Schülerbüro ab, der zur weiteren Arbeit an Schulen z.B. im Rahmen der Berliner vertieften Berufsorientierung zur Verfügung steht. Im Projekt „Schule aktiv - Durchstarten im Brunnenviertel“ (ESF-Bundesprogramm „Soziale Stadt – Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“), in dem seit 2009 unterschiedliche Lernformen entwickelt und erprobt wurden, die schulisches (Fach-)Lernen und praktisches Lernen miteinander verknüpfen, hat sich neben dem Schwerpunkt der Praxisklasse Medien-Gestalten-Garten der Schwerpunkt Raumgestaltung (Die Formfinder) besonders etabliert. Dabei gestalteten wir gemeinsam mit Schüler/innen im Rahmen von Dualem Lernen und Praxisprojekten schuleigener oder schulangrenzende Räume um. So konnten 2011 das neu gestaltete Schulfoyer und ein mit RecyclingMaterialien gestalteter Dialog-Raum an der Ernst-ReuterOberschule sowie ein kindgerecht verschönerter „Flur zum Wohlfühlen“ in der GustavFalke-Grundschule eingeweiht werden.

30 Höhepunkt des Projekts war fraglos die Veranstaltung „Stadtvisionen - denkbar? machbar!“ im Juni 2011, bei dem die Formfinder-Projekte und Studierenden-Projekte rund um die Verflechtung Schule-Stadt in Kooperation mit den Schulen, dem Quartiersmanagement und dem Fachbereich Architektur der TU Berlin öffentlichkeitswirksam präsentiert wurden. Im Rahmen der Kompetenzagentur Pankow nahmen 407 Jugendliche und junge Erwachsene das Angebot für Beratung und Betreuung auf dem Weg zum Schulabschluss, beim Bewerbungsprozess, bei der beruflichen Orientierung und der Suche nach Ausbildung oder Arbeit wahr. Das Angebot der „EventBerlin-Mobilitätswerkstatt“ (ESF/BMAS Programm „Integration durch Austausch“) in dem wir in Kooperation mit der WeTeK Berlin gGmbH, der Berlin Music Commission Auslandspraktika zur beruflichen Eingliederung arbeitsloser Jugendlicher anbieten und bei der Integration der Teilnehmer/innen in den Arbeits- bzw. Ausbildungsmarkt helfen, konnte durch das 2011 gestartete Projekt „EventBerlin-unlimited“ für junge Menschen mit Behinderungen und/oder besonderem Förderbedarf geöffnet werden. „EventBerlin-unlimited“ wird in Kooperation mit WeTeK Berlin, BIS (Netzwerk für betriebliche Integration und Sozialforschung e.V.) und dem BZSL (Berliner Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen e.V.) angeboten. Im Rahmen beider EventBerlin-Projekte konnten in diesem Jahr 43 Jugendliche und junge Erwachsene nach Abschluss der Schule oder nach erfolgreich beendeter Ausbildung bzw. Studium an Auslandspraktika in Finnland, Großbritannien und Italien teilnehmen und sich in verschiedenen Berufsbildern orientieren oder in ihrem Beruf erste Praxiserfahrungen sammeln. In der umfangreichen Vorbereitung der Auslandsaufenthalte erlernten die Teilnehmer/innen die Grundlagen der Landessprache ihres Partnerlandes oder vertieften ihre Fremd-

31 sprachenkenntnisse und wurden auf die Besonderheiten ihres Partnerlandes vorbereitet. Nach dem Auslandspraktikum werteten sie ihre Erfahrungen aus und erhielten Hilfestellungen bei der Ausbildungs- bzw. Arbeitssuche. Mit einer Vermittlungsrate von durchschnittlich über 80 Prozent der Teilnehmer/innen in Ausbildung, Studium, berufliche Beschäftigung und Weiterqualifizierung über die gesamte Projektlaufzeit (Erhebung nach freiwilliger Selbstauskunft seit Projektbeginn 2010) konnte dieses Projekt deutlich messbare Erfolge bei der beruflichen Eingliederung junger Menschen verzeichnen. Kontaktdaten

Abteilungsleitung Elli Strauven-Dejean Christinenstraße 18/19 (Haus 14)  |  10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 83 – 407 Fax: +49 (0)30. 443 83 – 100 dejean@pfefferwerk.de

32 	 Kontaktdaten Berufliche Erstausbildung Christinenstraße 18/19 (Haus 14)  |  10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 83 – 466 Fax: +49 (0)30. 443 83 – 100 kleffel@pfefferwerk.de Experimentalbox | Jugendmedienklub Hosemannstraße 14  |  10409 Berlin Fon: +49 (0)30. 445 95 66 Fax: +49 (0)30. 43 73 46 97 experimentalbox@pfefferwerk.de

Berliner Vertiefte Berufsorientierung Stralsunder Straße 28, 13355 Berlin Fon: +49 (0)30. 325 032– 03/04 Fax: +49 (0)30. 325 036–11 bvbo@pfefferwerk.de Kompetenzagentur Verbund Berlin – Pankow Fröbelstraße 17 (Haus 5, Zi. 207)  |  10405 Berlin Fon: +49 (0)30. 40 03 89 – 62 Fax: +49 (0)30. 40 03 89 – 64 struck@pfefferwerk.de »Event Berlin« – Europäische Mobilität in der Kreativwirtschaft Christinenstraße 18/19 (Haus 14)  |  10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 83 – 407 Fax: +49 (0)30. 443 83 – 100 dejean@pfefferwerk.de

Stadtteilarbeit

M

it unseren Einrichtungen und Projekten der Stadtteilarbeit sind wir in den Bezirken Pankow, hauptsächlich in Prenzlauer Berg, und seit 2007 auch in Mitte, hier vor allem im Weddinger Brunnenkiez, verankert.

34 Unsere kulturübergreifende Elternarbeit in Wedding entwickelten wir an der Ernst-Reuter-Schule, mit dem Projekt „Brunnenkiezmütter“ und vor allem im Familienzentrum (siehe auch Kapitel Kita) weiter. Im Herbst 2011 starteten wir ein vom Bundesministerium des Innern gefördertes neues Projekt. In dem Vernetzungsprojekt „Eltern für Bildung im Brunnenviertel“ ging es dabei nicht nur um die Beratung und Beteiligung von Eltern und die Qualifizierung von Multiplikatorinnen, sondern auch um die Unterstützung der Bildungseinrichtungen in ihrer interkulturellen Kompetenz. Neben der Gewinnung von Kooperationspartnern wurden noch im gleichen Jahr konkrete Beratungs- und Unterstützungsangebote vorbereitet und mehrere Informationsveranstaltungen zu Bildungsthemen organisiert. Das Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz etablierte einen neuen Schwerpunkt in der ökologischen Stadtteilarbeit. Dank einer Finanzierung durch die Vattenfall Umweltstiftung entwickelten und realisierten die Kolleginnen spannende und abwechslungsreiche Ferienangebote für Kinder und Veranstaltungen und Beratungen für die Anwohner/innen. Die Öko-Werkstatt soll mittelfristig auch zu einem Nachbarschaftstreff mit gegenseitiger Beratung und Unterstützung von ökologischem Engagement ausgebaut werden. Im Schwerpunkt ‚Bürgerschaftliches Engagement’ entwickelten wir in Kooperation mit einer Grundschule Konzepte und Projekte zum Thema Engagementlernen und führten sie ein. Unter dem Motto „Wir verschenken Zeit“ wurden so für die Klassen 5 und 6 regelmäßige wöchentliche Engagementstunden in den Stundenplan aufgenommen, in denen die Schüler/innen zum Beispiel eine Baumscheibenbegrünung planen und durchführen. Die Netzwerkstelle [moskito] beteiligte sich im Rahmen des Programms „Vielfalt“ maßgeblich an der Entwicklung eines neuen Lokalen Aktionsplans für Weißensee und den

35 Ortsteil Heinersdorf. So wurde es auch in diesen Stadtteilen möglich, Projekte und Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus und/oder für Demokratie und Vielfalt engagieren wollen, zu fördern. Die Netzwerkstelle übernahm die Koordinierung des Lokalen Aktionsplans und beriet Interessierte bei der Antragstellung und Durchführung von Aktivitäten, bearbeitete Anträge und setzte gemeinsam mit der Koordinatorin des Bezirksamts Pankow die Öffentlichkeitsarbeit um. Im Projekt „Patenschaften für Stolpersteine“ gelang es, gemeinsam mit dem Nachbarschaftshaus, über 50 Patinnen und Paten zu finden, die sich für einzelne Stolpersteine verantwortlich fühlen. Das bundesweit arbeitende Projektebüro Dialog der Generationen, ebenfalls im Stadtteilzentrum am Teutoburger Platz angesiedelt, veranstaltete wieder ein Sommer-Forum. Das Projektebüro hat mit dem SommerForum 2011 im hessischen Langen gemeinsam mit lokalen, regionalen, bundesweiten und europäischen Partner/ innen eine Gelegenheit geschaffen, die Entwicklungen zum Thema „Generationengerechte Gemeinde“ vor Ort erlebbar zu machen. Zahlreiche Gäste aus der gesamten Bundesrepublik tauschten sich in Fachforen und Seminaren aus. Zudem wurde auf dem Sommerforum der jährliche Generationendialog-Preis vergeben. Das Kinder- und Jugendfreizeithaus DIMI baute im Jahre 2011 seinen partizipationsorientierten Ansatz der Kinder- und Jugendarbeit aus. So gestaltete das Team gemeinsam mit den kleinen und großen Besucher/innen einen speziellen Kinderbereich „U14“. Die Zusammenarbeit mit Schulen im Rahmen der Ganztagsbetreuung stieß vor allem wegen der Sportangebote auf große Resonanz und soll weiter ausgebaut werden.

36 	 Kontaktdaten Prenzlauer Berg Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz Fehrbelliner Straße 92  |  10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 71 – 78 nachbarschaftshaus@pfefferwerk.de [moskito] Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus – für Demokratie und Vielfalt Fehrbelliner Straße 92   |  10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 71 – 79 moskito@pfefferwerk.de Freiwilligenagentur Prenzlauer Berg Fehrbelliner Straße 92   |  10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 71– 78 freiwilligenagentur@pfefferwerk.de Galerie F92 im Nachbarschaftshaus Fehrbelliner Straße 92   |  10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 71 – 78 galerief92@pfefferwerk.de

Abteilungsleitung Monika Schaal Christinenstraße 18/19 (Haus 14)  |  10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 83 – 429 Fax: +49 (0)30. 443 83 – 100 schaal@pfefferwerk.de

37 	 Kontaktdaten Wedding Kiezmütter Gesundbrunnen Familienzentrum Wattstraße Wattstraße 16  |  13355 Berlin Fon: +49 (0)30. 32 51 36 – 55 Fax: +49 (0)30. 32 51 36 – 52 fz-wattstrasse@pfefferwerk.de Eltern für Bildung im Brunnenviertel Familienzentrum Wattstraße Wattstraße 16  |  13355 Berlin Fon: +49 (0)30. 32 51 36 – 55 Fax: +49 (0)30. 32 51 36 – 52 kara-oezdemir@pfefferwerk.de

Projektebüro »Dialog der Generationen« Fehrbelliner Straße 92  |  10119 Berlin Fon: +49 (0)30. 443 83 – 475 Fax: +49 (0)30. 443 83 – 452 dialog-der-generationen@pfefferwerk.de Kinder- und Jugendfreizeithaus »DIMI« Danziger Straße 111  |  10409 Berlin Fon: +49 (0)30. 48 62 22 – 74 dimi@pfefferwerk.de

38 	 Mitarbeiter/Innen
Stand: 31.12.2010
Geschäftsführung

2

weiblich

560

kaufmännische Angestellte

28
männlich

201

Vollzeit

443

pädagogisches Personal haustechnisches Personal

471
Teilzeit

94
aus Beschäftigungsförderung

318

7
unbefristet beschäftigt

458

in Elternzeit

14

Zivildienstleistende

3

Auszubildende

156

befristet beschäftigt

303

39 	 	 Erträge 2011 in Euro
Stand: 31.12.2011
Gesamt 25.039.781,00 Zuwendungen Stiftungen und sonstige Zuwendungen öffentliche Hand Zuwendungen Stiftungen und sonstige Kostensätze Spenden/Sponsoring Erlöse Vermietung/Verpachtung Sonstiges und Zinsen 5.545.114,00 77.962,00 15.697.207,00 28.218,00 Erlöse 2.853.405,00 132.905,00 704.970,00 Sonstiges und Zinsen	 Vermietung/Verpachtung Spenden/Sponsoring	

Kostensätze
Zuwendungen öffentliche Hand

	

	

Aufwendungen 2011 in Euro
Stand: 31.12.2011
Sachkosten

Gesamt

25.289.346,00

Raumkosten

Sachkosten Personalkosten Aufwand für bezogene Leistungen Raumkosten Zinsaufwand Abgaben an Verbände

3.536.812,00 Aufwand für bezogene Leistungen 16.706.060,00 1.574.695,00 3.342.385,00 75.914,00 53.480,00 Zinsaufwand Abgaben an Verbände

Personalkosten

40 	 Impressum

	

Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung von Stadtkultur Geschäftsführung Gaius Müller und Martina Spitzl Amtsgericht Charlottenburg | HRB 41860 | Steuer-Nr. 27/602/50767 Firmensitz Fehrbelliner Straße 92 | 10119 Berlin Geschäftsstelle Christinenstraße 18 / 19 | Haus 14 | 10119 Berlin Fon: +49 (0)30.443 83 – 0 | Fax: +49 (0)30.443 83 – 100 | info@pfefferwerk.de | www.pfefferwerk.de

Redaktion Kaj Bergmann Layout 	 harmaine Sankowski (Auszubildende Mediengestalterin Digital & Print) C Wir danken unseren Kolleginnen und Kollegen für die Textbeiträge und das Bildmaterial.
        
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